From Sadie Hammond"
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Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
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From mareichl@ping.at Fri Jan 2 17:08:02 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 02 Jan 2004 18:08:02 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 74 - Warnung vor Spams - Aphorismen - Neujahr
Message-ID: <5.2.1.1.0.20040102174619.00a3fd30@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 74 - Neujahrswünsche - Spamwarnung - Stanislaw Jerzy
Lec: Aphorismen
Bad Ischl, 2.1.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
------------------------------------------------------
Liebe Freunde,
vor meinen Wünschen für das Jahr 2004 muss ich euch um Vergebung bitten.
Ihr werdet wie wir auch unter der Flut von Werbe-mails - sogenannten
"spams" - leiden. In den vergangenen Tagen war es wieder besonders arg.
Wir mussten in den vergangenen Monaten auch aus dem "e-Rundbrief"-Verteiler
immer wieder eingeschlichene Spams eliminieren bevor sie unser Provider in
den Verteiler stellte. Gestern ist uns leider eines durchgerutscht. Bei mir
und manchen von euch hat der Spamfilter funktioniert. Da die Spam-Flut
weiter anwachsen wird und die Filter ihre Probleme haben - manchmal
eliminieren sie auch seriöse Mails - hoffe ich, dass dieses Verteilersystem
trotzdem weiter funktioniert und wir Fehler minimieren können.
Auf die Spamflut als Müll der Konsumgesellschaft und ähnlich die Flut der
politischen Desinformation in den Medien reagieren immer mehr Menschen mit
Abschalten und Verweigern. Umso wichtiger ist es, die alternativen Netze,
die nicht nur Deprimierendes sondern auch Ermutigendes verbreiten, zu
stärken und zu nützen - auch wenn sie vom (teils strategisch gezielt
gesteuerten) Technikmüll betroffen sind.
Wir sollten uns auch bemühen, den nötigen widerständigen Geist und Humor zu
entwickeln - wie z.B. vor gut vierzig Jahren der Pole Stanislaw Jerzy Lec
(der mich etwas an Leopold Kohr erinnert). Einige der Aphorismen findet ihr
unten. Kohrs kritische Anmerkungen findet ihr auch auf unserer homepage
unter "Texte".
Daher hoffe ich, dass ihr weiter über dieses Netz mit uns in Verbindung
bleibt und dass ihr unsere Arbeit auch weiter finanziell unterstützt ohne
die wir dieses Service nicht fortsetzen können. (Jahresabo des
e-Rundbriefs: EURO 11,-, Konto Nr. 0600-970305, Blz. 20314, Sparkasse Bad
Ischl, Geschäftsstelle Pfandl, IBAN: AT922031400600970305, BIC: SKBIAT21XXX.)
Auch ich - und weitere Mitarbeiter unseres Begegnungszentrums - wünsche
euch die nötige Kraft für das vielfältige und mühsame Engagement im neuen Jahr.
Mit solidarischen Grüßen
Matthias Reichl
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strategisch gezielt gesteuerten) Technikmüll betroffen sind.
Wir sollten uns auch bemühen, den nötigen widerständigen Geist und Humor zu
entwickeln - wie z.B. vor gut vierzig Jahren der Pole Stanislaw Jerzy Lec
(der mich etwas an Leopold Kohr erinnert). Einige der Aphorismen findet ihr
unten. Kohrs kritische Anmerkungen findet ihr auch auf unserer homepage
unter "Texte".
Daher hoffe ich, dass ihr weiter über dieses Netz mit uns in Verbindung
bleibt und dass ihr unsere Arbeit auch weiter finanziell unterstützt ohne
die wir dieses Service nicht fortsetzen können. (Jahresabo des
e-Rundbriefs: EURO 11,-, Konto Nr. 0600-970305, Blz. 20314, Sparkasse Bad
Ischl, Geschäftsstelle Pfandl, IBAN: AT922031400600970305, BIC: SKBIAT21XXX.)
Auch ich - und weitere Mitarbeiter unseres Begegnungszentrums - wünsche
euch die nötige Kraft für das vielfältige und mühsame Engagement im neuen Jahr.
Mit solidarischen Grüßen
Matthias Reichl
Aphorismen (1957 - 66)
Stanislaw Jerzy Lec
Je mehr wir uns der Wahrheit nähern, desto mehr entfernen wir uns von der
Wirklichkeit.
Sei Realist: sprich nicht die Wahrheit.
Sprich weise, der Feind hört mit.
Er hatte ein reines Gewissen. Es war nie benutzt worden.
Geht der Gerechtigkeit aus dem Weg. Sie ist blind!
Gedankenlosigkeit tötet. Andere.
Das Gewicht eines Problems wird brutto notiert. Wir sind darin inbegriffen.
Schlaflosigkeit - Krankheit einer Epoche, in der man den Menschen befiehlt,
vor vielen Tatsachen die Augen zu schließen.
Die Verfassung des Staates sollte so sein, daß sie die Verfassung des
Bürgers nicht ruiniert.
Politik: Derby trojanischer Pferde.
Auch wenn Bürger zittern, gibt es Risse in den Grundmauern des Staates.
Vielleicht werden wir irgendwann unsere Seelen volkswirtschaftlich
verwerten können?
Sind die Schuldlosen moralisch berechtigt, an der Teilung der Beute
teilzunehmen?
Die Sadisten und die Masochisten sollten miteinander
Selbstbedienungsgeschäfte, Trusts und Staaten bilden.
In der Zukunft werden die Menschen ihre Mäntelchen nach den
interplanetarischen Winden hängen müssen.
Analphabeten müssen diktieren.
Mir träumte eine Herde von Leithammeln. Sie treiben, jeder mit einem anders
gestimmten Glöckchen. Und hinter ihnen kein einziges Schaf.
Falsche Propheten erfüllen ihre Prophezeiungen selbst.
Ich bin Optimist. Ich glaube an den erlösenden Einfluß des Pessimismus.
Man drücke einem Barbaren ein Messer, eine Pistole oder eine Kanone in die
Hand, aber um Gottes willen keine Feder! Er macht auch euch zu Barbaren!
Der Mensch ist die Dornenkrone der Schöpfung.
Die Geschichte lehrt, wie man sie fälscht.
Und vielleicht erfinden wir rasch eine andere Zeitrechnung, um nicht im XX.
Jahrhundert zu sein? (Auch nicht im XXI.! M.R.)
aus: Das große Stanislaw Jerzy Lec Buch. Hg. v. Karl Dedecius. 1990
Goldmann TB Nr. 9568
====================================================
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sat Jan 3 17:18:49 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 03 Jan 2004 18:18:49 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 75 - John Dear: Soldiers At My Door - USA - Irak
Message-ID: <5.2.1.1.0.20040103181108.00a885c0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 75 - John Dear: Soldiers At My Door - USA - Irak
Bad Ischl, 3.1.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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The Soldiers At My Front Door
John Dear
29.11.2003
CommonDreams.org
I live in a tiny, remote, impoverished, three block long town in the desert
of northeastern New Mexico. Everyone in town--and the whole state--knows
that I am against the occupation of Iraq, that I have called for the
closing of Los Alamos, and that as a priest, I have been preaching, like
the Pope, against the bombing of Baghdad.
Last week, it was announced that the local National Guard unit for
northeastern New Mexico, based in the nearby Armory, was being deployed to
Iraq early next year. I was not surprised when yellow ribbons immediately
sprang up after the press conference. But I was surprised the following
morning to hear 75 soldiers singing, shouting and screaming as they jogged
down Main Street, passed our St. Joseph's church, back and forth around
town for an hour. It was 6 a.m., and they woke me up with their war
slogans, chants like "Kill! Kill! Kill!" and "Swing your guns from left to
right; we can kill those guys all night."
Their chants were disturbing, but this is war. They have to psyche
themselves up for the kill. They have to believe that flying off to some
tiny, remote desert town in Iraq where they will march in front of
someone's house and kill poor young Iraqis has some greater meaning besides
cold-blooded murder. Most of these young reservists have never left our
town, and they need our support for the "unpleasant task" before them. I
have been to Iraq, and led a delegation of Nobel Peace Prize winners to
Baghdad in 1999, and I know that the people there are no different than the
people here.
The screaming and chanting went on for one hour. They would march passed
the church, down Main Street, back around the post office, and down Main
Street again. It was clear they wanted to be seen and heard. In fact, it
was quite scary because the desert is normally a place of perfect peace and
silence.
Suddenly, at 7 a.m., the shouting got dramatically louder. I looked out the
front window of the house where I live, next door to the church, and there
they were - all 75 of them, standing yards away from my front door, in the
street right in front of my house and our church, shouting and screaming to
the top of their lungs, "Kill! Kill! Kill!" Their commanders had planted
them there and were egging them on.
I was astonished and appalled. I suddenly realized that I do not need to go
to Iraq; the war had come to my front door. Later, I heard that they had
deliberately decided to do their exercises in front of my house and our
church because of my outspoken opposition to the war. They wanted to put me
in my place. This, I think, is a new tactic. Over the years, I have been
arrested some 75 times in demonstrations, been imprisoned for a
"Plowshares" disarmament action, been bugged, tapped, and harassed,
searched at airports, and monitored by police.But this time the soldiers
who will soon march through Baghdad and attack desert homes in Iraq,
practiced on me. They confronted me personally, just as the death squad
militaries did in Guatemala and El Salvador in the 1980s, which I witnessed
there on several occasions.
I decided I had to do something. I put on my winter coat and walked out the
front door right into the middle of the street. They stopped shouting and
looked at me, so I said loudly, publicly for all to hear, "In the name of
God, I order all of you to stop this nonsense, and not to go to Iraq. I
want all of you to quit the military, disobey your orders to kill, and not
to kill anyone. I do not want you to get killed. I want you to practice the
love and nonviolence of Jesus. God does not bless war. God does not want
you to kill so Bush and Cheney can get more oil. God does not support war.
Stop all this and go home. God bless you."
Their jaws dropped, their eyeballs popped and they stood in shock and
silence, looking steadily at me. Then they burst out laughing. Finally, the
commander dismissed them and they left.
Later, military officials spread lies around town that I had disrupted
their military exercises at the Armory, so they decided to come to my house
and to the church in retaliation. Others appealed to the archbishop to have
me kicked out of New Mexico for denouncing their warmaking. Then, a general
called the mayor and asked him to mediate "negotiations" with me, saying he
did not want the military "in confrontation" with the church. Really, the
mayor told me, they fear that I will disrupt the gala send-off next month,
just before Christmas, when the soldiers go to Iraq.
This dramatic episode is only the latest in a series of confrontations
since I came to the desert of New Mexico in the summer of 2002 to serve as
pastor of several poor, desert churches. I have spoken out extensively
against the U.S. war on Iraq, and been denounced by people, including
church people, across the state. I have organized small Christian peace
groups throughout the state. We planned a prayer vigil for nuclear
disarmament at Los Alamos on the anniversary of Hiroshima this past August,
but when the devout people of Los Alamos, most of them Catholic, heard
about it, they appealed to the archbishop to have me expelled if I appeared
publicly in their town. In the end, I did not attend the vigil, but the
publicity gave me further opportunities to call for the closing of Los
Alamos. I receive hate mail, negative phone calls and at least one death
threat for daring to criticize our country. But New Mexico is the poorest
state in the U.S. It is also number one in military spending and number one
in nuclear weapons. It is the most militarized, the most in need of
disarmament, the most in need of nonviolence. It is the first place the
Pentagon goes to recruit poor youth into the empire's army.
If we are to change the direction of our country, and turn people against
Bush's occupation of Iraq, we are going to have to face the ire and
persecution of our local communities. If peace people in every local
community insisted that our troops be brought home immediately, that the
U.N. be sent in to restore Iraq, that all U.S. military aid to the Middle
East be cut, and that our arsenal of weapons of mass destruction be
dismantled, then we might all find soldiers marching at our front doors,
trying to intimidate us. If we can face our soldiers, call them to quit the
military and urge them to disobey orders to kill, then perhaps some of them
will refuse to fight, become conscientious objectors and take up the wisdom
of nonviolence. If we can look them in the eye and engage them in personal
Satyagraha as Gandhi demonstrated, then we know that the transformation has
begun.
In the end, the episode for me was an experience of hope. We must be making
a difference if the soldiers have to march at our front doors. That they
failed to convert me or intimidate me, that they had to listen to my side
of the story, may haunt their consciences as they travel to Iraq. No matter
what happens, they have heard loud and clear the good news that God does
not want them to kill anyone. I hope we can all learn the lesson.
John Dear is a Catholic Jesuit priest, peace activist, lecturer, and former
executive director of the Fellowship of Reconciliation. His latest books
include "Mohandas Gandhi" (Orbis) and "Mary of Nazareth, Prophet of Peace"
(Ave Maria Press). For info, see http://www.johndear.org
====================================================
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sat Jan 3 17:25:06 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 03 Jan 2004 18:25:06 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 76 - John Dear: Revolutionary Nonviolence - USA
Message-ID: <5.2.1.1.0.20040103182114.02795e20@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 76 - John Dear: Revolutionary Nonviolence - USA
Bad Ischl, 3.1.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Revolutionary Nonviolence
By John Dear
June, 2003
In the wake of the U.S. invasion of Iraq, our relentless pursuit of global
domination, nuclear brinkmanship, corporate greed and silent oppression of
the world's poor, I turn again to the great peacemakers of history, from
Jesus of Nazareth and Francis of Assisi to Dorothy Day and Mohandas Gandhi
for wisdom to practice revolutionary nonviolence against imperial America.
Our government, the Pentagon, its warmakers and corporate rulers have set
out with renewed energy to control the planet. The public by and large has
been terrorized or pacified to accept every new imperial pronouncement with
passive indifference, whether the loss of civil liberties, the threatened
use of nuclear weapons, or "regime change."
The empire would have us believe that democracy and peace have been fully
realized, when instead, we have reached Orwell's permanent war.
Nonetheless, people of integrity and conscience need to dig deeper into
that revolutionary nonviolence which sows seeds for a future of peace. This
revolutionary nonviolence seeks the fall of imperial, nuclear America and
the birth of a new nonviolent, democratic society dedicated to global
disarmament, justice for the world's poor, and peace for the whole human
family.
Our peacemaking ancestors gave their lives for this vision. They did not
live to see it come about, but that did not stop them from sowing the seeds
which have blossomed within us. We too have to commit ourselves again to
that long haul work of sowing the seeds of peace and justice, knowing that
we can contribute to a harvest somewhere down the road. This work requires
withdrawing our cooperation from imperial America; resisting imperial
America through steadfast, nonviolent action; building a new society within
the shell of the old, through constructive work for racial and economic
justice; and envisioning a new world of nonviolence beyond imperial America.
Withdrawing cooperation from imperial America
"Non-cooperation with evil is as much a duty as cooperation with good,"
Gandhi said throughout his life. Just as he concluded that non-cooperation
with imperial Britain was a duty for all Indians, we conclude that
non-cooperation with imperial America is a duty for us. Somehow we have to
withdraw our cooperation more and more from the system of war, nuclear
weapons, economic hegemony, global oppression of the poor, and imperial
violence. We have to help others realize that we are an occupied people,
living in the belly of the empire, so they can withdraw their cooperation
with the system of institutionalized injustice, what Jonathan Schell calls
"total violence."
Our nonviolent non-cooperation will take simple, concrete steps, from
canceling subscriptions to the mass media which support imperial war (The
New York Times, the Washington Post); to boycotting the TV media that
support war; seeking alternative sources of information; putting away the
flag; cutting back on fuel consumption; refusing to pay war taxes; no
longer supporting businesses which endorse America's war; and urging young
people not to join the military. (This past year, I counseled many young
people in the desert of New Mexico where I live, to turn down the tempting
offers from military recruiters who sought to entrap them. Several of these
young people not only refused to join the military, but joined the peace
movement instead.)
Resisting imperial America through nonviolent direct action
The nonviolent movement for peace and justice is just beginning. We sow
seeds that will one day bring a harvest of peace and justice. That means we
have to spend our lives in steadfast, creative, nonviolent action for
justice and peace. As martyred Archbishop Oscar Romero said, "None of us
can do everything, but all of us can do something." We each do what we
can--vigil, lobby, agitate, write, and speak out for peace. We serve as
activists and organizers. We stir the pot, disturb the peace and agitate
for disarmament and justice. More and more cross the line in simple acts of
nonviolent civil disobedience, to break the laws which legalize war,
nuclear weapons and imperial America.
But as the late Philip Berrigan said, we have to practice nonviolent
resistance to imperial America as a way of life. More than any other North
American I have known, Phil embodied steadfast nonviolent resistance. For
twenty years, I heard him speak about the imperative of steadfast
resistance to imperial America as a moral requirement for these times,
indeed as a spiritual duty of faith in the God of peace and justice. This
resistance was not just a periodic fling, but day to day hard work.
Phil spent over eleven years of his life in prison for protesting our
country's wars and nuclear weapons. When he was not in prison, he lived in
Jonah House, a community of nonviolent resistance in inner-city Baltimore,
where friends study the issues and the scriptures, serve the neighborhood
poor, organize vigils and demonstrations, write and speak out for
disarmament, and storm heaven for the coming of God's reign of nonviolence.
This might sound romantic or idealistic, but Phil made revolutionary
nonviolence a day to day spiritual practice. He did not just dream about
it, speak about it, or write about it. He lived it, suffered through it,
and died last December resisting imperial America. We can learn from Phil's
example, and commit ourselves anew to that same tireless, persistent
resistance.
Building a new society within the shell of the old
As we resist imperial America, we join the local struggle to bring justice
to the poor, jobs to the unemployed, housing to the homeless, food to the
hungry, healthcare to the sick, education for our children, positive
activities for our youth, and clean, safe, healthy environments for all. As
we work locally for justice, we stand in solidarity with the millions
around the world who struggle each day to survive, working not just for the
rights of justice, but the basic necessities of life.
Gandhi insisted that if his people wanted independence, they had to start
acting like they were free and take responsibility for their own lives,
their own local communities, and their own local, concrete issues of
poverty. He would not let his people wait for some glorious independence
day down the road before they started to reform their nation; he demanded
that everyone pitch in right now.
Dorothy Day called this constructive program "building a new society within
the shell of the old." Her Catholic Worker movement today runs over 150
Houses of Hospitality where the homeless live in their homes, not as
shelter clients, but as family. They receive both food, loving kindness,
and the strength to rebuild their lives.
Everyone of us can serve in a local neighborhood, in our region or state to
bring about positive changes for the poor and disenfranchised, to transform
our local community even as we seek the global transformation to come. The
trick is to make the connection between our grassroots work for peace and
justice and the global movement of transforming, revolutionary nonviolence.
Envisioning a new world of nonviolence beyond imperial America
One of the casualties of a culture of war is the loss of our imagination.
Our people can no longer even imagine a world without war or violence or
poverty or nuclear weapons. Few dream of a world of nonviolence.
Dorothy Day called our military leaders and nuclear weapons manufacturers
"the blindest of the blind." Our blindness has become total, yet we do not
think we are blind. We think we know what we are doing and what is good for
others. But we are clueless.
Since our blind leaders are driving us to the brink of destruction, we have
to take the wheel, point the way out, and lead one another away from the
brink, beyond imperial America, into a new future of peace with justice. We
have to envision that new world to come. If we can uphold that vision and
help one another imagine a world without war or nuclear weapons, we can
help make that dream a reality. But we cannot expect vision from the
warmakers or their media spokespeople. Only peacemakers can see the way
forward toward a world of peace.
To be visionaries of peace we need to be contemplatives of nonviolence,
people who imagine the God of peace, who let God disarm our hearts, who
allow the God of peace to show us the way to peace. As visionaries and
contemplatives of peace, we can then become a prophetic people who not only
denounce imperial America as ungodly, immoral, and evil, but announce the
coming of God's reign of nonviolence and justice.
Like the abolitionists who envisioned a world without slavery, we envision
a world without war, poverty, imperial domination and nuclear weapons. We
give our lives to that vision, and go forward trusting that one day, it
will come true.
I think we are all called to this life of revolutionary nonviolence, to be
sowers of justice and peace, resisters of imperial America, builders of
justice and peace on the grassroots level and visionaries who point the way
toward global transformation. We can learn from our ancestors in history's
struggles for justice and peace not to be discouraged, but to keep at the
work, keep speaking the truth, keep walking the road to peace.
As Philip Berrigan once said to me, "We are all expected to do good, to
seek justice and to resist evil. We will have to resist war for the rest of
our lives. We're called to serve the poor, resist the state and be ignored,
ostracized and sent to jail because we do that. We all have to take
responsibility for the Bomb. But this new responsibility will breed all
sorts of life-giving, salvific benefits in our lives. It will create the
new human person, the new creation, the just social order."
John Dear is a Catholic Jesuit priest, peace activist, lecturer, and former
executive director of the Fellowship of Reconciliation. His latest books
include "Mohandas Gandhi" (Orbis) and "Mary of Nazareth, Prophet of Peace"
(Ave Maria Press).
This and more texts - see: http://www.johndear.org
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sun Jan 11 20:03:52 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 11 Jan 2004 21:03:52 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 77 - USA - Israeli Warfare Strategy in Iraq
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040111205743.025de170@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 77 - USA transfers Israeli Urban Warfare Strategy to Iraq
Bad Ischl, 11.1.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
------------------------------------------------------
"U.S. tactics now look like Israel's."
The practice of destroying buildings where Iraqi insurgents are suspected
of planning or mounting attacks has been used for decades by Israeli
soldiers in Gaza and the West Bank. The Israeli Army has also imprisoned
the relatives of suspected terrorists, in the hopes of pressing the
suspects to surrender.
Here's a classic quote: "With a heavy dose of fear and violence, and a lot
of money for projects, I think we can convince these people that we are
here to help them."
American officials say they are not purposefully mimicking Israeli tactics,
but they acknowledge that they have studied closely the Israeli experience
in urban fighting. Ahead of the war, Israeli defense experts briefed
American commanders on their experience in guerrilla and urban warfare. The
Americans say there are no Israeli military advisers helping the Americans
in Iraq.
Writing in the July issue of Army magazine, an American brigadier general
said American officers had recently traveled to Israel to hear about
lessons learned from recent fighting there.
Collective punishment is the practice of punishing entire families,
communities or groups for the act of an individual. It is illegal under
Article 33 of the 1949 Geneva Conventions, which states, "No protected
person may be punished for an offense he or she has not personally committed."
(Zitate aus den untenstehenden Berichten aus den USA.)
=================================================
From: Val Dunmow
Sent: Wednesday, December 31, 2003 1:23 PM
Susan Ives: Collective punishment sends the wrong message
Web Posted : 12/20/2003 12:00 AM
A front-page headline in the paper Dec. 7 stunned me.
"U.S. tactics now look like Israel's." I read the story. I read it again. I
still don't quite believe my eyes.
According to the article, originally published in the New York Times, U.S.
soldiers have begun "wrapping entire villages in barbed wire."
"They've begun imprisoning the relatives of guerilla suspects in hopes of
pressuring the insurgents to turn themselves in."
They are "demolishing buildings thought to be used by Iraqi attackers."
These tactics, known as collective punishment, are morally repugnant and
illegal - in short, war crimes. We should be ashamed.
Collective punishment is the practice of punishing entire families,
communities or groups for the act of an individual. It is illegal under
Article 33 of the 1949 Geneva Conventions, which states, "No protected
person may be punished for an offense he or she has not personally committed."
Here's another example, published in October in Britain's Guardian newspaper.
"U.S. soldiers driving bulldozers, with jazz blaring from loudspeakers,
have uprooted ancient groves of date palms as well as orange and lemon
trees in central Iraq as part of a new policy of collective punishment of
farmers who do not give information about guerrillas attacking U.S. troops.
"Farmers said that U.S. troops had told them, over a loudspeaker in Arabic,
that the fruit groves were being bulldozed to punish the farmers for not
informing on the resistance, which is very active in this Sunni Muslim
district."
Do you remember two years ago when seven convicts - two killers, two
rapists, a child abuser, an armed robber and a burglar - escaped from a
prison in Kenedy with a cache of weapons?
During their seven weeks on the lam, while robbing a sporting goods store,
they killed a policeman. We really wanted to catch those guys.
So did we throw their grannies in jail, holding them hostage until the
killers surrendered? Did we bulldoze their families' homes because their
wives might suspect where they are and wouldn't squeal? Of course not. That
would have violated every word of our Constitution.
So why are we doing it in Iraq? What message are we sending to the
fledgling Iraqi government about the rule of law?
The wrong message. They know these tactics. They were the ones Saddam
Hussein practiced 15 years ago when he gassed the village of Halabja,
killing 5,000 as collective punishment for Kurdish opposition to his regime.
It is a slippery moral slope, just a short slide, from razing date groves
to gassing villages.
The drafters of the Geneva Conventions were remembering reprisals against
the resistance in World Wars I and II when they incorporated the ban on
collective punishment.
According to the book "Crimes of War," the Red Cross commentary to the
conventions states that parties to a conflict often would resort to
"intimidatory measures to terrorize the population" in hope of preventing
hostile acts, but such practices "strike at guilty and innocent alike. They
are opposed to all principles based on humanity and justice.
---------- Forwarded message ----------
Date: Sun, 07 Dec 2003 17:29:20 -0500 (EST)
From: KEBOI@aol.com
Subject: [Nion-hawaii] USA uses Israeli Urban Warfare Tactics in Iraq
Here's a classic quote: "With a heavy dose of fear and violence, and a lot
of money for projects, I think we can convince these people that we are
here to help them,"
From NYTimes:
http://www.nytimes.com/2003/12/07/international/middleeast/07TACT.html?ex=1071
378000&en=b9c5e965e018edf1&ei=5062&partner=GOOGLE ===
December 7, 2003
Tough New Tactics by U.S. Tighten Grip on Iraq Towns
By DEXTER FILKINS
BU HISHMA, Iraq, Dec. 6 . As the guerrilla war against Iraqi insurgents
intensifies, American soldiers have begun wrapping entire villages in
barbed wire.
In selective cases, American soldiers are demolishing buildings thought to
be used by Iraqi attackers. They have begun imprisoning the relatives of
suspected guerrillas, in hopes of pressing the insurgents to turn
themselves in.
The Americans embarked on their get-tough strategy in early November,
goaded by what proved to be the deadliest month yet for American forces in
Iraq, with 81 soldiers killed by hostile fire. The response they chose is
beginning to e cho the Israeli counterinsurgency campaign in the occupied
territories.
So far, the new approach appears to be succeeding in diminishing the threat
to American soldiers. But it appears to be coming at the cost of alienating
many of the people the Americans are trying to win over. Abu Hishma is
quiet now, but it is angry, too.
In Abu Hishma, encased in a razor-wire fence after repeated attacks on
American troops, Iraqi civilians line up to go in and out, filing through
an American-guarded checkpoint, each carrying an identification card
printed in English only.
"If you have one of these cards, you can come and go," coaxed Lt. Col.
Nathan Sassaman, the battalion commander whose men oversee the village,
about 50 miles north of Baghdad. "If you don't have one of these cards, you
can't."
The Iraqis nodded and edged their cars through the line. Over to one side,
an Iraqi man named Tariq muttered in anger.
"I see no difference between us and the Palestinians," he said. "We didn't
expect anything like this after Saddam fell."
The practice of destroying buildings where Iraqi insurgents are suspected
of planning or mounting attacks has been used for decades by Israeli
soldiers in Gaza and the West Bank. The Israeli Army has also imprisoned
the relatives of suspected terrorists, in the hopes of pressing the
suspects to surrender.
The Israeli military has also cordoned off villages and towns thought to be
hotbeds of guerrilla activity, in an effort to control the flow of people
moving in and out.
American officials say they are not purposefully mimicking Israeli tactics,
but they acknowledge that they have studied closely the Israeli experience
in urban fighting. Ahead of the war, Israeli defense experts briefed
American commanders on their experience in guerrilla and urban warfare. The
Americans say there are no Israeli military advisers helping the Americans
in Iraq.
Writing in the July issue of Army magazine, an American brigadier general
said American officers had recently traveled to Israel to hear about
lessons learned from recent fighting there.
"Experience continues to teach us many lessons, and we continue to evaluate
and address those lessons, embedding and incorporating them appropriately
into our concepts, doctrine and training," Brig. Gen. Michael A. Vane
wrote. "For example, we recently traveled to Israel to glean lessons
learned from their counterterrorist operations in urban areas." General
Vane is deputy chief of staff for doctrine concepts and strategy, at the
United States Army Training and Doctrine Command.
American officers here say their new hard-nosed approach reflects a more
realistic appreciation of the military and political realities faced by
soldiers in the so-called Sunni triangle, the area north and west of
Baghdad that is generating the most violence against the Americans.
Underlying the new strategy, the Americans say, is the conviction that only
a tougher approach will quell the insurgency and that the new strategy must
punish not only the guerrillas but also make clear to ordinary Iraqis the
cost of not cooperating.
"You have to understand the Arab mind," Capt. Todd Brown, a company
commander with the Fourth Infantry Division, said as he stood outside the
gates of Abu Hishma. "The only thing they understand is force . force,
pride and saving face."
Lt. Gen. Ricardo Sanchez, the top military commander in Iraq, announced the
get-tough strategy in early November. After the announcement, some American
officers warned that the scenes that would follow would not be pretty.
Speaking today in Baghdad, General Sanchez said attacks on allied forces or
gunfights with adversaries across Iraq had dropped to under 20 a day from
40 a day two weeks ago.
"We've considerably pushed back the numbers of engagements against
coalition forces," he said. "We've been hitting back pretty hard. We've
forced them to slow down the pace of their operations."
In that way, the new American approach seems to share the successes of the
Israeli military, at least in the short term; Israeli officers contend that
their strategy regularly stops catastrophes like suicide bombings from
taking place.
"If you do nothing, they will just get stronger," said Martin van Creveld,
professor of military history and strategy at Hebrew University in
Jerusalem. He briefed American marines on Israeli tactics in urban warfare
in September.
The problems in Abu Hishma, a town of 7,000, began in October, when the
American military across the Sunni triangle decided to ease off on their
military operations to coincide with the onset of the Islamic holy month of
Ramadan.
In Abu Hishma, as in other towns, the backing off by the Americans was not
reciprocated by the insurgents. American troops regularly came under mortar
fire, often traced to the surrounding orchards.
Meanwhile, the number of bombs planted on nearby roads rose sharply. Army
convoys regularly took fire from a house a few miles away from the village.
The last straw for the Americans came on Nov. 17, when a group of
guerrillas fired a rocket-propelled grenade into the front of a Bradley
armored personnel carrier. The grenade, with an armored piercing tip,
punched through the Bradley's shell and killed Staff Sgt. Dale Panchot, one
of its crewmen.
The grenade went straight into the sergeant's chest. With the Bradley still
smoldering, the soldiers of the First Battalion, Eighth Infantry, part of
the Fourth Infantry Division, surrounded Abu Hishma and searched for the
guerrillas. Soldiers began encasing the town in razor wire.
The next day, an American jet dropped a 500-bomb on the house that had been
used to attack them. The Americans arrested eight sheiks, the mayor, the
police chief and most members of the city council. "We really hammered the
place," Maj. Darron Wright said.
Two and a half weeks later, the town of Abu Hishma is enclosed in a
barbed-wire fence that stretches for five miles. Men ages 18 to 65 have
been ordered to get identification cards. There is only way into the town
and one way out.
"This fence is here for your protection," reads the sign posted in front of
the barbed-wire fence. "Do not approach or try to cross, or you will be shot."
American forces have used the tactic in other cities, including Awja, the
birthplace of Saddam Hussein. American forces also sealed off three towns
in western Iraq for several days.
"With a heavy dose of fear and violence, and a lot of money for projects, I
think we can convince these people that we are here to help them," Colonel
Sassaman said.
The bombing of the house, about a mile outside the barbed wire, is another
tactic that echoes those of the Israeli Army. In Iraq, the Americans have
bulldozed, bombed or otherwise rendered useless a number of buildings which
they determined were harboring guerrillas.
In Tikrit, residents pointed out a home they said had been bulldozed by
American tanks. The occupants had already left, they said.
"I watched the Americans flatten that house," said Abdullah al-Ajili, who
lives down the road.
American officers acknowledge that they have destroyed buildings around
Tikrit. In a recent news conference, General Sanchez explained the strategy
but ignored a question about parallels to the Israeli experience.
"Well, I guess what we need to do is go back to the laws of war and the
Geneva Convention and all of those issues that define when a structure
ceases to be what it is claimed to be and becomes a military target,"
General Sanchez said. "We've got to remember that we're in a low-intensity
conflict where the laws of war still apply."
In Abu Hishma, residents complain that the village is locked down for 15
hours a day, meaning that they are unable to go to the mosque for morning
and evening prayers. They say the curfew does not allow them time to stand
in the daylong lines for gasoline and get home before the gate closes for
the night.
But mostly, it is a loss of dignity that the villagers talk about. For each
identification card, every Iraqi man is assigned a number, which he must
hold up when he poses for his mug shot. The card identifies his age and
type of car. It is all in English.
"This is absolutely humiliating," said Yasin Mustafa, a 39-year-old primary
school teacher. "We are like birds in a cage."
Colonel Sassaman said he would maintain the wire enclosure until the
villagers turned over the six men who killed Sergeant Panchot, though he
acknowledged they may have slipped far away.
Colonel Sassaman is feared by many of Abu Hishma's villagers, who hold him
responsible for the searches and razor wire around the town. But some said
they understood what a difficult job he had, trying to pick out a few bad
men from a village of 7,000 people.
"Colonel Sassaman, you should come and live in this village and be a
sheik," Hassan Ali al-Tai told the colonel outside the checkpoint.
The colonel smiled, and Mr. Tai turned to another visitor.
"Colonel Sassaman is a very good man," he said. "If he got rid of the
barbed wire and the checkpoint, everyone would love him."
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Jan 20 22:09:11 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 20 Jan 2004 23:09:11 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 78 - Walden Bello: Global Civil Society meets at WSF
Mumbai
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040120230652.025aa150@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 78 - Walden Bello: Global Civil Society meets amidst
Crisis of Empire - at WSF Mumbai
Bad Ischl, 20.1.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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THIS year's World Social Forum - the first to be held in Asia -- is
important. Four year's after the first brilliant and inspiring gathering in
Porto Alegre, Brazil, we are facing a world situation where the stakes are
still frighteningly high, with new threats but also with new opportunities.
The US' imperial ambitions are leading it into direct confrontation with
adversaries and allies alike, paradoxically resulting in fractures to the
post-Cold War consensus that gave us rampant "globalisation" and the
disintegration of politics and society. These cracks let in the light.
Tens of thousands are coming to Mumbai with a sense of urgency and
optimism: urgency because of the problems we face and optimism because the
movement for change is growing. We all believe that while me must continue
to talk, we must also act. The trajectory of militarisation foisted on the
rest of the world by the US, the growing nuclear threat in Asia,
corporations running amok with greed and corruption, ecological disasters
consuming communities and livelihoods, cannot continue. Our collective
future is at stake.
This year, also for the first time, there will be a significant
representation from the Arab and Islamic worlds - a deliberate and
essential effort by everyone to bring together justice, peace and
anti-imperialist movements from all parts of the world, in spite of the
attempts to divide us by religion.
On the eve of the 4th World Social Forum, we have in this issue of Focus on
Trade an overview of the world situation from Walden Bello, a view from the
heart of Mumbai on the politics of place, and a report from Iraq on why the
"reconstruction" is at a standstill.
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GLOBAL CIVIL SOCIETY MEETS AMIDST CRISIS OF EMPIRE By Walden Bello*
For the thousands of representatives of global civil society who will be
gathering in Mumbai for the World Social Forum on January 16- 22,
Washington is the world's number one problem. Yet what a difference a year
makes! The US they confront today is not quite the same cocksure
superpower of yesterday.
When George W. Bush landed on the aircraft carrier USS Abraham Lincoln off
the California coast on May 1st last year to mark the end of the war in
Iraq, Washington seemed to be at the zenith of its power, with many
commentators calling it, with a mixture of awe and disgust, the "New
Rome." The carrier landing, as Canadian scholar Anthony Wallace points
out, was a celebration of power-a spectacle that was masterfully
choreographed along the lines of the American sci-fi thriller Independence
Day and Leni Riefenstahl's Triumph of the Will.
In the opening scene of Triumph, Adolf Hitler is pictured approaching from
the air the Nazi Party rally at Nuremberg in 1934. President Bush began his
big spectacle on board the Abraham Lincoln by touching down on the vessel's
deck in a S-3B Viking jet. Emblazoned on the windshield of the aircraft
were the words "Commander in Chief." The US president then emerged in full
fighter garb, invoking the imagery of the dramatic concluding scenes in
Independence Day. In those scenes, an American president leads a global
coalition from the cockpit of a small jet fighter. The aim of this US-led
operation is to defend the planet from the attack of outer-space aliens.
But fortune is fickle, particularly in wartime.
Less than six months later, in mid-September, the US, along with the
European Union, lost the "Battle of Cancun," as the fifth Ministerial
Meeting of the World Trade Organization collapsed in that Mexican tourist
town. A key architect of the successful effort to thwart Washington and
Brussels' plan to impose their agenda on the developing world was the newly
formed Group of 20, led by Brazil, India, South Africa, and China.
That the G20 dared to challenge Washington was not unrelated to the fact
that by September, the legitimacy of the invasion was in tatters owing to
the collapse of the weapons-of- mass-destruction rationale for waging the
war; Bush's loyal ally, Tony Blair, was fighting for his political life;
and US forces in Iraq were being subjected to something akin to the ancient
torture known as "Death by a Thousand Cuts."
Power is partly a function of perception, and the inflation of US power
right after the Iraq invasion was followed by an even more rapid deflation
in the next few months. With its image transformed into that of a flailing
Gulliver lashing out ineffectively at unseen Lilliputians in Baghdad and
other cities in central Iraq, other candidates for "regime change" such as
Pyongyang, Damascus, and Teheran saw Washington's missives as increasingly
hollow. Washington was not unaware of the rapid erosion, in the eyes of the
world, of its capacity to coerce: by late October, in fact, George W. Bush
was talking, Bill Clinton-like, about giving a "security pledge" to North
Korea, the aggressive isolation of which had been one of the hallmarks of
this first year in office.
Unable to call for a higher troop commitment without triggering the
perception of being trapped in a war without a foreseeable ending,
Washington was desperate. By the time of the Cancun ministerial, the
message coming out of Washington was: "We want to get out of Iraq, but not
with our tail between our legs. We need UN cover, some semblance of a
multinational security force to leave behind, and some semblance of a
functioning governme nt."
US authorities hailed the passing on October 17 of a watered-down UN
Security Council resolution authorizing a multinational force under US
leadership, but most observers saw few non-US occupation troops and little
non-US funding for reconstruction resulting from its vague provisions. To
many governments, it was reminiscent of "peace with honor," Richard Nixon's
exit strategy from Vietnam, and few were willing to become ensnared in a
los t cause. When Washington announced an accelerated withdrawal plan a
few weeks later in response to increasingly effective guerrilla attacks,
the impression stuck that, indeed, the Bush administration was after a
Vietnam- style exit.
By the third week of October, 104 US occupation soldiers had been killed
since Bush's May 1st declaration ending the war-with the average death rate
hitting one a day in the first three weeks of the month. In November, a
lso known as Washington's cruelest month, some 74 US combatants were killed
in action, over 30 of them in three helicopters brought down by Iraqi
fire. By the end of 2003, some 325 US troops had been killed in combat sin
ce the invasion of Iraq in March, 210 of them since Bush's Nuremberg-style
descent from the skies.
The capture of Saddam Hussein in mid-December simply served to confirm that
Saddam was not in control of what was clearly a people's resistance since
guerrilla attacks continued unabated. And as 2004 commences, the quest ion
is no longer whether the Iraqi resistance would stage their equivalent of a
Tet Offensive but when.
THE DYNAMICS OF OVEREXTENSION The Iraq quagmire and the collapse of the
Cancun ministerial of the WTO were just two manifestations of that fatal
disease of empires: over-extension. There were other critical indicators,
among them: - the failure to consolidate a dependent regime in Afghanistan
where the writ of the Karzai government only extends to the outskirts of
Kabul; - the utter failure to stabilize the Palestine situation, with
Washington increasingly held hostage by the Sharon government's lack of any
interest in serious negotiations to bring about a viable Palestinian state;
- the paradoxical boost given to Islamic extremism not only in its Middle
Eastern birthplace but in South Asia and Southeast Asia by US-led
invasions-that of Iraq and Afghanistan-that had been justified to snuff out
terro rism; - the unraveling of the Atlantic Alliance that won the Cold
War; - the emergence in Washington's own backyard of anti-US,
anti-free-market regimes exemplified by those led by Luis Inacio da Silva
in Brazil and Hugo Chavez in Venezuela while the US was focused on the
Middle East - the rise of a massive transborder civil society movement that
has led the increasingly successful drive to delegitimize the US presence
in Iraq and contributed decisively to the collapse of the WTO ministerials
in Seatt le and Cancun.
IMPERIAL DILEMMA Against such challenges to its hegemony, the US's absolute
superiority in nuclear and conventional warfare capability counts for
little, in much the same way that a sledgehammer is useless in swatting
flies. To intervene , invade, and enforce an occupation, ground forces
will continue to be the decisive element, but there is no way the US
public, most of whom no longer see the Iraq invasion as worth its price in
US casualties, will tolera te a significant expansion in ground troop
commitments beyond the 168,000 serving in Iraq and the Gulf states and some
47,000 deployed to Afghanistan, South Korea, the Philippines, and the Balkans.
One option is to return to the gunboat diplomacy of the Clinton era, to
what Boston University's Andrew Bacevich describes as the calibrated
application of airpower without ground force commitments "to punish, draw
lines, signal, and negotiate." The Bush people, however, rail against such
an option, and for good reason: whether it was Bill Clinton's fusillade of
cruise missiles against Osama bin Laden's reported hideouts in Afghanistan
an d Sudan or President Lyndon Baines Johnson's Operation Rolling Thunder
against North Vietnam in 1964, air strikes are very limited in their impact
against a determined foe. But then neither does the ground troop option f
are any better, leading to the question: is the US in a no-win situation?
The problem is that the Bush people have unlearned a vital lesson of
imperial management: that, as Bacevich puts it, "Governing any empire is a
political, economic, and military undertaking; but it is a moral one as
well. " If the Roman Empire lasted 700 years, says UCLA's Michael Mann, it
is because the Romans figured out that the solution to the problem of
overextension was not the deployment of more and more legions but the
extension o f citizenship first to local elites, then to all freemen.
For much of the post-World War II period, in fact, the dominant bipartisan
faction of the US political elite exhibited the Roman realization that a
"moral vision" was central to imperial management. That was a world forg
ed mainly by alliance-building, undergirded by multilateral mechanisms such
as the United Nations, World Bank, and the International Monetary Fund, and
resting on the belief that, as Frances Fitzgerald put it, "electoral
democracy combined with private ownership and civil liberties, was what the
United States had to offer the Third World."
National Security Memorandum 68, the defining document of the Cold War, was
not simply a national security strategy; it was an ideological vision that
spoke of a "long twilight struggle" against communism for the loyaltie s of
the peoples and countries throughout the world. This cannot be said of the
current administration's National Security Strategy document which speaks
in narrow terms of the American mission mainly as one of defending the
American way of life from its enemies abroad and arrogates the right to
strike against even potential threats in pursuit of American
interests. Even when the reigning neoconservatives speak about extending
democracy to the Middle East, they cannot dispel the impression that they
see democracy in the light of realpolitik--as a mechanism to destroy Arab
unity in order to assure the existence of Israel and guarantee US access to
oil.
A RETURN TO MULTILATERALISM Can a more sophisticated administration undo
the damage to US imperial management wrought by the Bush presidency by
bringing back mutilateralism and a "moral" dimension to empire? Perhaps,
but even this approach may be anachronistic. For history does not stand
still. It will be difficult for a reinvigorated US-led coalition politics
to douse the wildfire of Islamic fundamentalist reaction that wi ll
eventually bring down or seriously erode the staying power of US allies
like the Saudi and Gulf elites. Going back to the Cold War era promise of
extending democracy is unlikely to work with disenchanted people who ha ve
seen US-supported elite-controlled democracies in places like Pakistan and
the Philippines become obstacles to economic and social equality. To
revert to the Clinton era of promising prosperity via accelerated globali
zation won't work either since the overwhelming evidence is that, as even
the World Bank admits, poverty and inequality increased globally in the
1990s -- the decade of accelerated globalization.
As for economic multilateralism, financier George Soros' appeal for a
reform of the IMF, World Bank, and WTO to promote a more equitable form of
globalization may seem sound, but it is unlikely to draw the support of the
dominant US business interests which, after all, torpedoed the WTO talks
with their aggressive protectionist posture on agriculture, intellectual
property rights, and steel tariffs, and their gangbuster attitudes towards
other economies in the areas of investment rights, capital mobility, and
the export of genetically modified products. Armed with the ideological
smokescreen of free trade, the US corporate establishment is, in fact, lik
ely to become even more protectionist and mercantilist in the era of global
stagnation, deflation, and diminishing profits that the world has entered.
CHALLENGERS And the future? Militarily, there is no doubt that Washington
will retain absolute superiority in gross indices of military might such as
nuclear warheads, conventional weaponry, and aircraft carriers, but the
ability to transform military power into effective intervention will
decline as the "Iraq syndrome" takes hold.
The break-up of the Atlantic Alliance is irreversible, with the conflict
over Iraq merely accelerating the disruptive dynamics of differences
building since the 1990s in practically all dimensions of international
relatio ns. Europe will most likely move towards creating a European
Defense Force independent of NATO, though it will not challenge US
strategic superiority. Politically, however, Europe will increasingly slip
out of the US orb it and present an alternative pole--pursuing regional
self-interest via a liberal, diplomacy-oriented, and multilateral approach.
In terms of economic strength, the US will remain the dominant power over
the next two decades, but it is likely to slip as the source of its
hegemony--the global framework for transnational capitalist cooperation to
whic h the WTO is central--is eroded. Bilateral or regional trade
arrangements are likely to proliferate, but the most dynamic ones may not
be those integrating weak economies with one superpower like the US or EU
but regiona l economic arrangements among developing countries-or, in the
parlance of development economics, "South-South cooperation." Formations,
such as Mercosur in Latin America, the Association of Southeast Asian
Nations (ASEAN ), and the G20, will increasingly reflect the key lessons
that developing countries have learned over the last 25 years of
destabilizing globalization: that trade policy must be subordinated to
development, that technolog y must be liberated from stringent intellectual
property rules, that capital controls are necessary, that development
demands not less but more state intervention. And, above all, that the
weak must hang together, or the y will hang separately.
Among the developing countries, China is, of course, in a category by
itself. Indeed, China is one of the winners of the Bush era. It has
managed to be on the side of everybody on key economic and political
conflicts an d thus on the side of nobody but China. As the US has become
ensnared in wars without end, China has deftly maneuvered to stay free of
entangling commitments to pursue rapid economic growth, technological
deepening, and political stability. Democratization, of course, remains an
urgent need, but the unraveling of China owing to its slow progress--which
many China watchers love to predict to sell their books--is not likely to
happen.
The other big winner of the last few years is what the New York Times
called the world's "second superpower "after the US. This is global civil
society, a force whose most dynamic expression is the World Social Forum
tha t is meeting in Mumbai. This rapidly expanding trans-border network
that spans the South and the North is the main force for peace, democracy,
fair trade, justice, human rights, and sustainable
development. Governments a s disparate as Beijing and Washington deride
its claims. Corporations hate it. And multilateral agencies find
themselves compelled to adopt its language of "rights." But its increasing
ability to delegitimize power and cut into corporate bottom lines is a fact
of international relations that they will have to live with.
A decreased US capacity to control global events, the rise of regional
economic blocks as the multilateral system declines, rising assertiveness
among developing countries, and the emergence of global civil society as an
increasingly powerful check on states and corporations-these trends are
likely to accelerate in the next few years.
History is cunning and mischievous, often playing an outrageous game of
bringing about precisely the opposite than what its actors intend. "Full
spectrum dominance" by the United States in the 21st century has been the a
vowed objective of the neoconservatives that came to power with George
Bush. Paradoxically, pursuit of this objective by the current
administration has accelerated the erosion of US hegemony-a process that
might have be en slowed down by a more skilled imperial elite.
The crowds in Mumbai will undoubtedly continue to regard the US as a mortal
threat to global peace and justice, but they will also be cheered by the
increasing difficulties of an arrogant empire that fails to see that dec
line is inevitable and that the challenge is not to resist the process but
to manage it deftly.
*Walden Bello is professor of sociology and public administration at the
University of the Philippines and executive director of the Bangkok-based
research and advocacy institute Focus on the Global South. He is one of t
he recipients of the Right Livelihood Award-better known as the Alternative
Nobel Prize-for 2003.
Aus: FOCUS ON TRADE, NUMBER 96, JANUARY 2004
Focus on the Global South (FOCUS)
c/o CUSRI, Chulalongkorn University
Bangkok 10330 THAILAND
Tel: 662 218 7363/7364/7365/7383
Fax: 662 255 9976
E-mail: N.Bullard@focusweb.org
Web Page http://www.focusweb.org
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
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e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Jan 20 22:10:09 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 20 Jan 2004 23:10:09 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 79 - WSF 2004 - Heidi Rest-Hinterseer, Berichte 16. -
19.1.2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040120231000.025ac370@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 79 - Heidi Rest-Hinterseer: World Social Forum 2004
Mumbai/ Bombay (Indien), Berichte vom 16. - 19.1.2004
Bad Ischl, 20.1.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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World Social Forum (WSF) 2004 Mumbai/ Bombay (Indien)
Berichte vom 16. - 19.1.2004
Heidi Rest-Hinterseer, Abg. z. NR, Grüne
16. Januar 2004: Tagebuch aus Mumbai Tag Eins
Mumbai, lärmende indische Millionenmetropole und Heimat von "Bollywood"
(der indischen Filmindustrie), beherbergt in diesen Tagen bis zu 100.000
Menschen aus 132 Ländern. Der Grund? Das Weltsozialforum die
Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum von Davos, das heuer zum
vierten Mal, und das erste Mal außerhalb Brasiliens, veranstaltet wird. Das
Diskussionsforum der Superlative für die, die "für eine andere Welt" und
gegen eine ausbeuterische, neoliberale Globalisierung eintreten. Man könnte
meinen, dass Mumbai nicht ohne Hintergedanken als Tagungsort ausgewählt
wurde, liegen doch Arm und Reich, Slum und Hochhaus eng beisammen. "Mit
Mumbai ist man in die Höhle des Löwen gegangen", meint auch der indische
Gewerkschafter Varada Rajan.
Auch wir, Heidi Rest-Hinterseer und Martina Neuwirth, sind zum
Weltsozialforum angereist. Heute stand noch vor der Eröffnung ein
indo-europäischer Dialog Grüner und "grün-angehauchter" AktivistInnen auf
unserem Programm. Von Beginn an war der grünen Bewegung weltweit der
internationale Ansatz ein wichtiges Thema. Fragen der Globalisierung sind
Anfang der 90iger Jahre dazugekommen. Und obwohl wichtige Umwelt- und
Sozialbewegungen in Indien entstanden, wie etwa der Kampf gegen den
Narmada- Staudamm zeigt, blieben wichtige Länder wie eben Indien, aber
auch China und der arabische Raum von einem "grünen" Dialog zu lange
ausgespart. Heute meldeten sich Aktivistinnen, wie Uma Shankari oder
Arundhati Roy mächtig zu Wort. Sie fordern, Umweltfragen nicht von dem
Problem, Arbeitsplätze schaffen zu müssen, abzukoppeln. Denn "das, nämlich
Arbeit, interessiert arme Menschen". Auch stellen sie Fragen nach der Rolle
des Staates in ihren Ländern und nach der Rolle von Europa und Nordamerika,
die diese für den Globus spielen. Die bekannte indische Aktivistin
Arundhati Roy, die für Informationsfreiheit und Transparenz eintritt, ist
an den Erfahrungen der europäischen Grünen besonders interessiert. Denn um
Umweltschutz und Armutsbekämpfung umsetzen zu können, muss in die
politischen Prozesse eingegriffen werden: "Wir müssen uns einen Platz in
den demokratischen Institutionen schaffen." Sonst bliebe nur, verheerende
Regierungsentscheidungen von außen zu kritisieren ein Kampf gegen Windmühlen.
Danach fahren wir mit der Motor-Rikscha, die sich halsbrecherisch ihren Weg
durch das Verkehrsgewühl bahnt, zum Veranstaltungsgelände des Forums, das
in einem Vorort im Norden Bombays liegt. Beim Forum herrscht schon reges
Treiben: Tausende Delegierte sind bereits auf dem weiträumigen
NESCO-Industriegelände, weitere Gruppen kommen, teilweise singend,
musizierend und Fahnen schwingend an. InderInnen aus Bhopal finden sich
neben trommelschlagenden BrasilianerInnen, und Via Campesina-AktivistInnen
ziehen an einer Hare Krishna-Prozession vorbei. Immer wieder drückt man uns
Einladungen für Veranstaltungen in die Hand, denn bei über 1500
angemeldeten Konferenzen und Seminaren reicht es nicht, "nur" im Programm
aufzuscheinen. Zahlreiche Informationsstände von Organisationen und Gruppen
säumen die Wege rund um die riesigen Veranstaltungs- und
Ausstellungshallen, deren größte bis zu 20.000 Menschen aufnehmen kann.
Auch fair produzierte indische Produkte werden feilgeboten. Und das
Sozialforum macht seinem Ruf als Treffpunkt und Diskussionsforum auch alle
Ehre: Wir treffen unentwegt auf bekannte Gesichter, u.a. auch auf jene
Gruppe von Österreicherinnen der "Frauensolidarität", die bereits seit
Anfang Jänner in Indien tourt. Sie wollten bei ihren Besuchen bei
südindischen Textilfirmen herausfinden, was nun wirklich hinter dem
Schlagwort von "Corporate Social Responsibility" (CSR) steht. Ihre
Conclusio überrascht uns nicht: Bis zu einem verantwortungsbewussten
Verhalten von Unternehmen ist es noch weit, unabhängige Kontrollen müssen
durchgeführt werden, um zu prüfen, ob Gesetze und eigene Standards
tatsächlich eingehalten werden. Denn sonst wird CSR nur dazu benützt, den
Firmen einen "grünen" Anstrich zu geben ("greenwashing").
Die entspannte Stimmung hat fast Volksfestcharakter, die auftretenden Bands
bei der Eröffnungsveranstaltung tun das ihre noch dazu. Trotz des immensen
Trubels und der überall mit Schlagstöcken präsenten Polizei ist kein
einziges Mal Aggressivität zu spüren. Hart ist dagegen die Rede von
Arundhati Roy, einer der EröffnungsrednerInnen: Es reiche nicht mehr aus,
beim Weltsozialforum über eine besser Welt zu reden. Das Forum müsse
angesichts des Strebens der US-Regierung um die weltweite Vorherrschaft
erwägen, "sich im Krieg zu befinden". "Wenn wir gegen Imperialismus und
Neoliberalismus sind, dann müssen wir den Widerstand im Irak nicht nur
unterstützen, dann müssen wir zum Widerstand im Irak werden." Daher sollten
am Ende des Forums zwei US-Konzerne als Ziele einer Kampagne bestimmt
werden. Diese sollte laut Arundhati Roy das Ziel haben, die Firmen "dicht"
zu machen. Vor ihr hatte auch die iranische Friedensnobelpreisträgerin
Shirin Ebadi die USA wegen ihrer Afghanistan- und Irakpolitik kritisiert.
Beide Länder wären "gegen internationales Recht besetzt" worden. Ebadi
griff jedoch auch die russische Regierung an, die in Tschetschenien täglich
Kriegsverbrechen begehe.
Ob die harte Rhetorik von Arundhati Roy bei allen TeilnehmerInnen ankommt,
ist fraglich. Einige fürchten den negativen Niederschlag ihrer Rede in den
Medien und dass dies alle beim Forum geäußerten Forderungen nach einer
friedlicheren und humanitären Welt überdecken könnte. Auch wir haben ein
mulmiges Gefühl bei dieser Kriegsrhetorik. Währenddessen zieht zum
wiederholten Mal die tibetische Delegation, die für eine "Friedensnation
Tibet" eintritt, singend vorbei .....
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17. Januar 2004: Tagebuch aus Mumbai Tag Zwei
Von dem in den Medien gezeigten japanischen "Friedensboot", das gestern mit
rund 700 Irak-KriegsgegnerInnen an Bord im Hafen der
18-Millionen-Einwohner-Stadt Mumbai angelegt hat, haben wir am Konferenzort
gar nichts mitbekommen. Am zweiten Tag des Weltsozialforums sind noch mehr
Leute in den Straßen und Gässchen des Industriegeländes NESCO unterwegs.
Große Gruppen von Delegierten aus sämtlichen asiatischen Ländern sind
gemeinsam unterwegs, skandierend und singend. Dazwischen versprengte
Häufchen von EuropäerInnen. Das Angebot von interessanten Workshops ist
überwältigend. Während Martina sich heute das Thema Handel herausgepickt
hat, habe ich mir die Veranstaltungen rund um Wasser und Landwirtschaft
herausgesucht. Mein erster Weg führt mich zu einer indischen Initiative
"trees for survival". Die Konferenzsprache ist Hindi, zusammenfassend wird
auf Englisch übersetzt. Zur zweiten Veranstaltung werden 8000 Menschen
erwartet. José Bové spricht bei dieser Gelegenheit und Medha Patkar, eine
in Indien ungeheuer bekannte und beliebte Aktivistin gegen den Narmada
Staudamm. José Bové prangert die Aktivitäten großer Konzerne in Indien an
und meint, fast schon in Anlehnung an Arundhati Roy: "Zu Coca Cola,
Monsanto und Nestlé wird Indien wie weiland Gandhi zu den Briten sagen:
Geht jetzt." Die dritte Veranstaltung wird vom neu gegründeten Peoples
Water Forum angeboten, Proponentin ist die vor allem im Ausland bekannte
Umweltaktivistin Vandana Shiva. Schlusssatz von Vandana Shiva: "Später
werden wir einmal sagen: Die Privatisierung von Wasser war einmal die dumme
Idee von ein paar Reichen." Die Veranstaltung über die
Welthandelsorganisation (WTO) lockt etwa 400 ZuhörerInnen an. Ein Panel von
SprecherInnen aus Indien, den Philippinen, Spanien, Brasilien und Simbabwe
(unter ihnen Vandana Shiva und Walden Bello) rekapituliert nochmals, warum
die WTO-Verhandlungen in Cancún einfach scheitern mussten: Unzufriedenheit
über den von den USA und der EU gesteuerten Prozess gäbe es schon seit
längerem, eine Gruppe von etwa 15 Ländern habe bereits während der
Vorverhandlungen Kontakt zueinander aufgenommen und ihren Unmut geäußert.
Nicht nur große Entwicklungsländer, wie sie in den G 20 versammelt wären,
hätten die Verhandlungsrunde scheitern lassen, sondern auch die Gruppe der
allerärmsten, kleineren Länder, die sog. G 90. Die
Nichtregierungsorganisationen hätten ihr Wissen während der Verhandlungen
vor allem jenen Ländern zur Verfügung gestellt und sie unterstützt. Auch
Dot Keet, Wissenschaftlerin und langjährige Aktivistin spricht wie
Arundhati Roy am Vortag von einem "Krieg", einem "Kampf der Ideen". Keet
ist überzeugt, dass sich die neoliberale "Idee" in der Defensive befindet
und ständig neue Rechtfertigungsstrategien erfinden muss. Vandana Shiva
meint, dass die Basis und der Ausgangspunkt des Kampfes gegen den
Neoliberalismus zu Hause, im eigenen Land beginnen muss. Die eigenen
Regierungen müssten zuallererst überzeugt werden. Am Nachmittag besuchen
wir eine Veranstaltung der "Global Greens", bei dem drei "grüne" Dokumente
vorgestellt werden: 1. Das Johannesburg-Memo (www.joburgmemo.org), das im
Vorfeld der UN-Entwicklungskonferenz von Johannesburg (2002) von 16
PolitikerInnen, UnternehmerInnen und AktivistInnen erstellt worden war. Das
Memo rekapituliert nochmals den Prozess seit der UN-Konferenz in Rio im
Jahr 1992 und stellt fest, dass sich im Umweltbereich in diesen 10 Jahren
nicht wirklich etwas geändert hat. Dann werden konkrete Änderungsvorschläge
gemacht, wie eine Änderung der Preisstruktur (Hereinnehmen von
Umweltkosten) oder eine Reihe von institutionellen Reformen. 2. Die Charta
der Global Greens aus dem Jahr 2001, die trotz der enormen kulturellen,
wirtschaftlichen und auch politischen Verschiedenheiten der einzelnen
Grünparteien zustande kam. 3. Ein Vorschlag der finnischen Grünen und des
South Asian Dialogues on Ecological Democracy (Vasudhaiva Kutumbakam) für
eine ökologische Demokratisierung. Dabei werden Umweltprobleme in ihrem
sozialen Kontext analysiert. Während der Diskussion werden von Seiten
indischer TeilnehmerInnen interessante und teilweise provokante Fragen
gestellt: Gehen Demokratie und nachhaltiger Lebensstil immer zusammen, wenn
die Mehrheit der InderInnen etwa einen westlichen (eben nicht nachhaltigen)
Lebensstil anstrebt? Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit von
Entwicklungshilfe aus? Sollten nicht eher Reparationen von den reichen
Ländern verlangt werden, die den armen Ländern durch ihren Lebensstil
Ressourcen entziehen? Fragen, die selbst in einem dreistündigen Workshop
kaum beantwortet werden können.
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18. Januar 2004: Tagebuch aus Mumbai Tag Drei
Die indischen Gastgeber des Weltparlamentariertreffens, das parallel zum
Weltsozialforum am 18. und 19. Januar in Mumbai tagt, legen großen Wert
darauf, dass die pakistanische Delegation prominent auf dem Podium
vertreten ist. Deshalb also ein verspäteter Beginn. Das Eröffnungsplenum
zum Thema "Die Geschichte des Internationalen ParlamentarierInnennetzwerks"
wurde um die Frage erweitert, warum es von besonderer Bedeutung sei, dass
diese Veranstaltung erstmals in Asien stattfindet. Indien und Pakistan, die
ewig verfeindeten "Geschwister", befinden sich gerade auf einem
historischen Pfad der Annäherung. Im Nachmittags-Workshop wird die Frage
"Post-Cancún" behandelt wird und welche Strategie hier wohl zu einer
gerechteren Welt führt. Die Statements der VertreterInnen der
Entwicklungsländer unterscheiden sich nicht substantiell von den
Stellungnahmen der Verhandler in Cancún.
Agrobusiness is overruling Agriculture Der Vertreter Indiens beklagt, dass
der Zugang zu den internationalen Agrarmärkten für Indien weiterhin
versperrt bleibt. 65 % der indischen Bevölkerung lebt von der
Landwirtschaft zu einem großen Teil in Subsistenzwirtschaft. Seit dem
Beitritt zur WTO sind die Preise immer tiefer in den Keller gerasselt. Und
die USA und die EU halten weiter am Exportstützungssystem fest. Der
indische Vertreter fordert entweder eine Abschaffung aller
Stützungsmaßnahmen (auch jener, die der blue und green box zugeschrieben
werden, also Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung und Umweltschutzprogramme
) oder die Einführung einer sog. livelihood Box (das, was die NGOs
Development-Box nennen).
Entkoppelung ist nur ein anderes Wort für Dumping Verbitterung herrscht
auch über die groß angekündigte Reform der EU-Agrarpolitik. Die
lateinamerikanischen ParlamentarierInnen fordern, dass die Landwirtschaft
überhaupt aus dem WTO- Regime herausgenommen wird. Unsere Forderungen im
Bereich der Landwirtschaft sind nicht neu, aber zeitlos: Abschaffung der
Exportstützungen jetzt, Verbot der genetisch modifizierten Organismen,
Nachhaltigkeit als Querschnittsmaterie für alle Bereiche der Landwirtschaft
inklusive der Fischerei. Was das GATS-Regime betrifft, verweisen wir in
unserem Statement auf die großen Erfolge der Stopp GATS Kampagne: über 60
% der Anfragen an die EU Kommission kamen allein aus Österreich! Unser
Schwerpunkt: Wasser ist keine Ware! Die Dienstleistung Wasserversorgung
kann nicht privatisiert werden. Erst müssen die vielerorts bereits
existierenden Erfahrungen mit Privatisierung evaluiert werden.
Die Verantwortung von Unternehmen Wenn von mehr Transparenz bei den
WTO-Verhandlungen gesprochen wird, wird gern auf das Agieren der Multis
vergessen: Corporate Social Responsibility (CSR) und die Codes of Conduct
sollen die Verantwortung der großen Firmen einmahnen und, damit das Ganze
nicht zum "Grünwaschen" verwendet wird, fordern wir einen unabhängigen
Monitoring Prozeß.
Der Ablauf des Parlamentarierforums kommt dem ganz normalen Politikalltag
ziemlich nahe. Aber dann geht's zurück zum Sozialforum. Zu Fuß vorbei an
den "unberührbaren" Einwohnern von Mumbai, die unter den Brückenpfeilern
mit ihren winzigen Kindern unter kaum vorstellbaren Bedingungen überleben,
vorbei an Polizei mit Schlagstöcken, die sie nicht einsetzen mussten bisher
und hinein in einen nicht enden wollenden Menschenfluss, der zwischen den
Hallen, den Ständen und dem großen offenen Platz hin- und herwogt, dass es
eine Freude ist!
Dort treffen wir nach einem sehr interessanten und informativen Workshop
über die Schulden des Irak (wobei die im nächsten halben Jahr anstehenden
Schuldenstreichungen auch Österreich treffen werden), auf einen Großteil
der in Mumbai anwesenden ÖsterreicherInnen. Bei dem kurzfristig angesetzten
ÖsterreicherInnentreffen tauschen wir unsere bisherigen Erfahrungen und
unsere Schlussfolgerungen für unsere künftige Arbeit aus und geben
Programmempfehlungen für die restlichen noch verbleibenden Tage.
Der lange Tag schließt mit einem abendlichen internen Workshop der
Friedrich Ebert-Stiftung, zu der wir bereits vor unserer Abfahrt eingeladen
wurden und wo es um die Zusammenarbeit von ParlamentarierInnen, NGOs und
lokalen Initiativen ging, damit "eine andere Welt möglich" werde.
Erfrischend zu hören, dass oppositionelle ParlamentarierInnen aus Indien
manchmal ganz ähnlich Erfahrungen mit Mangel an Information etc. machen wie
wir! Die deutsche SPD-Abgeordnete beschließt den Abend mit dem Appell an
die NGOs, die ParlamentarierInnen mit (alternativen) Informationen zu
versorgen und bittet um Verständnis, dass nicht immer alles, was notwendig
sei, erledigt werden könnte. Denn auch ParlamentarierInnen seien keine
"eierlegenden Wollmilchsäue".
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19. Januar 2004: Tagebuch aus Mumbai Tag Vier
Heute war der zweite und letzte Tag des Weltparlamentarier-Forums. Es
begann gleich mit einer Programmänderung: Der Vertreter der tibetischen
Exilregierung konnte nun doch ein Statement verlesen, bei dem er für das
Modell des Dalai Lama warb, aus Tibet eine "Nation des Friedens" zu machen.
Schon am Tag zuvor hatten die TibeterInnen am Eingang des Forums
demonstriert und Infomaterial verteilt, weil ihnen der Zutritt verwehrt
worden war.
Das "reguläre" Programm widmete sich danach in zwei Workshops einerseits
der Frage nach "Krieg und Frieden in Asien" (was natürlich auf den Konflikt
zwischen Indien und Pakistan um Kaschmir anspielte) und der Frage nach dem
"Aufbau einer internationalen wirtschaftlichen und sozialen Weltordnung".
Bei letzterem erschöpften sich die Statements leider auf eine Analyse des
Status Quo: Dominanz von spekulativem Kapital, das Problem der
Freihandelszonen, das Schuldenproblem, die wieder zunehmende atomare
Aufrüstung, etc. Also nichts unbedingt Neues. Beim Friedens-Workshop hielt
ein pakistanischer Vertreter ein brennendes Plädoyer für Zusammenarbeit und
Nähe zwischen dem indischen und pakistanischen Volk: "Wir sprechen dieselbe
Sprache, schauen mit unseren Familien dieselben gefühlvollen Filme an und
lieben dieselben Gewürze, also was hindert uns, eine Gemeinschaft nach dem
Vorbild der EU zu begründen?" Eine baskische Abgeordnete kam auf die
Verschlechterung der Situation ihres Volkes zu sprechen. Ein Delegierter
der griechischen Kommunisten fand, dass Europa aufrüstet, um den
Anforderungen der USA zu genügen. Schließlich berichtete ein amerikanischer
Delegierter von einer Friedensstädtepartnerschaft in den USA und sprach die
Hoffnung aus, dass die USA nach den Wahlen zu einer anderen Politik finden
werde.
Am Nachmittag ging es um die wichtige Frage, was ParlamentarierInnen zum
Aufbau einer gerechteren Welt beitragen können. Hier wurde vor allem vom
Briten Jeremy Corbyn (einem der Eröffnungsredner des Sozialforums)
hervorgehoben, dass es noch viel mehr an Zusammenarbeit zwischen den
Abgeordneten der verschiedenen Länder bedürfe, als Informationsaustausch
und um Themen oder Probleme bekannter zu machen. Weiters regte er zu Recht
an, die Verbindung zwischen dem Parlamentarier- und dem Sozialforum enger
zu gestalten. So saß keine einzige Vertreterin und kein Vertreter des
Sozialforums bei den Abgeordneten am Podium. Am Ende begann die heiße
Debatte um den bereits am Vortag verteilten Textvorschlag für das
Abschluss-Statement des Forums, den ein internationales Vorbereitungsteam
(in dem auch Grüne sehr aktiv waren) erstellt hatte. Der Entwurf war zwar
gut, aber für eine Deklaration zu umfangreich. Aus unserer Sicht fehlte die
Rolle der multinationalen Konzerne.
Wir brachten daher einen Textvorschlag ein, der die Forderung enthielt,
dass die freiwilligen Codes of Conduct, die sich viele (v.a. international
tätige) Firmen bereits verordnen, einer unabhängigen Prüfung bedürfen.
Sonst ist die Gefahr groß, dass die "soziale Verantwortung" für
"greenwashing" benützt wird. Auch sollten freiwillige Verhaltenscodes nicht
nationale Gesetzgebungen schwächen.
Für 2004 stehen für das WPF ehrgeizige Vorhaben auf der Tagesordnung:
* Der 20. März 2004 soll zum internationalen Tag der Mobilisierung gegen
Krieg und die Bush-Doktrin werden mit Schwerpunktaktionen für
Konfliktregionen wie Palästina Israel, Indien Pakistan, Mindanao und
die koreanische Halbinsel. Ein absolutes Verbot für Nuklearwaffen muss
international gefordert werden.
* Das UNCTAD Treffen in Sao Paulo im Juni 2004 wird für eine
Weiterentwicklung der sozialen und umweltpolitischen Agenda genutzt.
* Mit dem 2. und 3. April 2004 werden Tage der gewerkschaftlichen Einheit
in Europa unterstützt.
*Das nächste reguläre WeltparlamentarierInnentreffen wird im Jänner 2005
wieder parallel zum Weltsozialforum in Porto Alegre, Brasilien abgehalten.
Abg. z. NR Heidemarie Rest-Hinterseer
Regionensprecherin
Grüner Klub im Parlament
1017 Wien
Tel: +43 1 40110-6323
Fax: +43 1 40110-6793
heidi.rest-hinterseer@gruene.at
- Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Jan 20 22:10:34 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 20 Jan 2004 23:10:34 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 80 - Arundhati Roy - Rede WSF 2004 Mumbai zum neuen
Imperialismus
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040120231026.025b3e00@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 80 - Arundhati Roy - Rede auf dem World Social Forum
(WSF) 2004 Mumbai zum neuen Imperialismus
Bad Ischl, 20.1.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Feiertagsproteste stoppen keine Kriege
Arundhati Roy
Rede auf dem World Social Forum 2004, Mumbai/ Bombay (Indien)
Der neue Imperialismus ist bereits über uns gekommen.
Im Januar vorigen Jahres versammelten sich Tausende von uns aus der ganzen
Welt im brasilianischen Porto Alegre und erklärten: "Eine andere Welt ist
möglich." Ein paar tausend Meilen weiter nördlich dachten in Washington
George Bush und seine Berater das gleiche. Unser Projekt war das
Weltsozialforum. Ihr Ziel war es, das voranzubringen, was viele "Das
Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert" nennen.
In großen Städten Europas und Amerikas, wo solche Dinge noch vor ein paar
Jahren nur geflüstert worden wären, sprechen Menschen nun offen von den
guten Seiten des Imperialismus und von der Notwendigkeit eines starken
Imperiums, um eine aufsässige Welt zu überwachen. Die neuen Missionare
wollen Ordnung auf Kosten von Gerechtigkeit. Disziplin auf Kosten von
Würde. Und Überlegenheit um jeden Preis. Gelegentlich werden einige von uns
eingeladen, das Problem auf "neutralen Plattformen zu debattieren", die von
Medienkonzernen gestellt werden. Imperialismus debattieren ist ein bißchen
wie das Für und Wider von Vergewaltigung abzuwägen. Was können wir dazu
sagen? Daß wir so was wirklich vermissen?
Im Krieg gegen den Terror wird Armut mit Terrorismus vermischt
Jedenfalls ist neuer Imperialismus bereits über uns gekommen. Es ist eine
remodellierte, modernisierte Fassung dessen, was wir einst kannten.
Erstmals in der Geschichte hat ein einziges Imperium mit einem
Waffenarsenal, das die Welt an einem Nachmittag auslöschen kann, komplette,
unipolare wirtschaftliche und militärische Hegemonie. Es wendet
verschiedene Waffen an, um unterschiedliche Märkte aufzubrechen. Es gibt
kein Land auf Gottes Erden, das sich nicht im Fadenkreuz amerikanischer
Marschflugkörper und IWF-Scheckbücher befindet. Argentinien ist das Modell
für die Titelfigur des neoliberalen Kapitalismus, Irak hingegen das
schwarze Schaf.
Arme Länder, die geopolitisch von strategischem Wert für das Imperium sind
oder einen "Markt" haben, der privatisiert werden kann, oder um Gottes
Willen wertvolle natürliche Ressourcen wie Öl, Gold, Diamanten, Kobalt,
Kohle besitzen, müssen sich wie angeordnet verhalten, oder sie werden zu
militärischen Zielen. Jene mit den größten natürlichen Reichtümern sind am
meisten gefährdet. Sollten sie nicht bereitwillig ihre Ressourcen der
Konzernmaschinerie ausliefern, werden zivile Unruhen initiiert oder Kriege
vom Zaun gebrochen. In diesem neuen Zeitalter des Imperiums, da nichts mehr
so ist wie es scheint, dürfen Manager interessierter Companies
außenpolitische Entscheidungen beeinflussen. Das Zentrum für Öffentliche
Integrität in Washington fand heraus, daß neun von 30 Mitgliedern des
Ausschusses für Verteidigungspolitik der US-Regierung mit Unternehmen
verbandelt waren, denen zwischen 2001 und 2002 Aufträge im
Verteidigungssektor in Höhe von 76 Milliarden Dollar zugeschanzt wurden.
George Shultz, der frühere US-Außenminister, war Vorsitzender des Komitees
für die Befreiung Iraks. Er sitzt auch im Aufsichtsrat der Bechtel-Gruppe.
Über einen Interessenkonflikt im Kriegsfall gegen Irak befragt, sagte er:
"Ich weiß nicht, ob Bechtel daraus besonderen Nutzen ziehen würde. Aber
wenn dort Arbeit verrichtet werden muß, dann ist Bechtel der Firmentyp, der
das machen könnte. Aber niemand betrachtet das als etwas, von dem man
profitiert." Nach dem Krieg schloß Bechtel einen Vertrag über 680 Millionen
Dollar für die Rekonstruktion im Irak ab.
Diese brutale Blaupause ist immer wieder verwendet worden " quer durch
Lateinamerika, Afrika, Mittel- und Südostasien. Das hat Millionen
Menschenleben gekostet. Natürlich wird jeder Krieg des Imperiums zum
gerechten Krieg erklärt. Das hängt zum großen Teil von der Rolle der
Medienkonzerne ab. Es ist wichtig zu verstehen, daß Medienkonzerne nicht
lediglich das neoliberale Projekt unterstützen. Sie sind das neoliberale
Projekt. Das ist keine moralische Position, die sie sich ausgewählt haben,
sondern strukturell bedingt. Es ist wesentlich für die Ökonomien, wie die
Massenmedien arbeiten. Viele Nationen haben " ähnlich wie Familien "
entsetzliche Geheimnisse. Deshalb haben es die Medien oft gar nicht nötig
zu lügen. Was betont und was weggelassen wird, zählt.
Nehmen wir zum Beispiel an, Indien wäre als Ziel für einen gerechten Krieg
ausgewählt worden. Der Fakt, daß 80 000 Menschen seit 1989 in Kaschmir
getötet worden sind, die meisten von ihnen Muslime, und die meisten von
ihnen durch indische Sicherheitskräfte (was einen Jahresdurchschnitt von
ungefähr 6 000 ergibt); der Fakt, daß im März 2003 über 2000 Muslime auf
den Straßen in Gujarat ermordet, daß Frauen von Gruppen vergewaltigt und
Kinder bei lebendigem Leibe verbrannt und 150 000 Menschen aus ihren Heimen
vertrieben wurden, während die Polizei und die Administration zuschauten
und sich mitunter aktiv beteiligten; der Fakt, daß niemand für diese
Verbrechen bestraft und die Regierung, die das überblickte, wieder gewählt
wurde " all das würde perfekte Schlagzeilen liefern für internationale
Zeitungen im Zulauf auf einen Krieg. Weiter wissen wir, daß unsere Städte
von Marschflugkörpern dem Erdboden gleichgemacht würden, unsere Dörfer mit
Stacheldraht umzäunt, US-Soldaten durch unsere Straßen patrouillieren
würden und Narendra Modi, Pravin Togadia oder irgendein anderer populärer
Eiferer zu besten TV-Sendezeiten sich " wie Saddam Hussein im US- Gewahrsam
" ihr Haar nach Läusen durchsuchen und ihre Zahnfüllungen überprüfen lassen
müßten.
Aber solange unsere "Märkte" offen sind, solange Enron, Bechtel,
Halliburton, Arthur Andersen freie Hand gelassen wird, können unsere
"demokratisch gewählten" Führer sorglos die Linien zwischen Demokratie und
Faschismus verwischen. Die feige Bereitschaft unserer Regierung, die stolze
Tradition der Blockfreiheit aufzugeben, ihr Drang an die Spitze der
komplett Gebundenen (die Modephrase lautet "natürliche Verbündete", zu
denen Indien, Israel und die USA zählen) haben ihr Beinfreiheit gegeben,
sich in ein repressives Regime zu verwandeln ohne Verlust ihrer
Legitimität. Die Opfer einer Regierung sind nicht nur jene, die sie tötet
und einkerkert. Auch jene müssen zu ihnen gerechnet werden, die enteignet,
vertrieben und zu einem Leben in Hunger und Entbehrung verurteilt sind.
Millionen Menschen sind durch "Entwicklungsprojekte" enteignet worden. In
den vergangenen 55 Jahren haben in Indien durch Großdämme zwischen 33 und
55 Millionen Bürger ihre Siedlungsgebiete verloren. Sie haben keine Chance
auf Gerechtigkeit. In den letzten beiden Jahren gab es eine Serie von
Zwischenfällen, bei denen die Polizei das Feuer auf friedlich
Protestierende, meistens Dalits und Adivasi, eröffnete. Die Armen und
besonders die Dalits und Adivasi-Gemeinschaften werden getötet, weil sie
Forstland nutzen, und sie werden getötet, wenn sie die Nutzung von
Forstland für Dämme, den Bergbau, Stahlwerke und andere
"Entwicklungsprojekte" zu verhindern suchen. In nahezu jedem Fall, in dem
die Polizei schoß, behauptete die Regierung, die Polizei sei durch
Gewaltakte provoziert worden. Jene, auf die geschossen wurde, werden sofort
als Militante abgestempelt. Quer durchs Land hat man unschuldige Menschen,
inklusive Minderjährige, nach dem Gesetz zur Verhinderung von Terrorismus
eingesperrt und hält sie ohne Prozeß endlos fest. In der Ära des Krieges
gegen Terror wird Armut hinterhältig mit Terrorismus vermischt. In der Ära
von korporativer Globalisierung ist Armut ein Verbrechen. Protest gegen
weitere Verarmung ist Terrorismus. Und nun sagt unser höchstes Gericht
sogar, streiken ist ein Verbrechen. Kritik an den Gerichten ist
selbstverständlich auch ein Verbrechen. Wie der alte Imperialismus beruht
auch der neue Imperialismus auf einem Netzwerk von Agenten, korrupten
lokalen Eliten, die dem Imperium dienen. Wir alle kennen die schlimme
Geschichte von Enron in Indien. Die damalige Regierung von Maharashtra
schloß ein Abkommen über Stromlieferungen, die Enron Profite sicherten, die
60 Prozent des gesamten indischen Budgets für die landwirtschaftliche
Entwicklung ausmachten. Einer einzigen amerikanischen Company wurde ein
Profit garantiert im Äquivalent von Fonds zur Entwicklung der Infrastruktur
für etwa 500 Millionen Menschen!
Cancun lehrte uns, internationale Allianzen zu schmieden Anders als zu
alten Zeiten muß der neue Imperialist sich nicht durch die Tropen
schleppen, Malaria, Durchfälle und einen frühen Tod riskierend. Neuer
Imerialismus kann über E-Mail ausgeführt werden. Die vulgären, klassischen
Rassisten des alten Imperialismus sind überholt. Der Eckstein des neuen
Imperialismus ist neuer Rassismus. (Hier folgt eine ausführliche Passage,
in der Arundhati Roy ironisch Truthähne, die nicht zum US-Erntedankfest auf
dem Festtisch landen, mit den neuen, "sorgfältig gezüchteten Truthähnen,
den lokalen Eliten verschiedener Länder, einer Gemeinschaft reicher
Immigranten, Investment-Bankern, Leuten wie Colin Powell oder Condoleezza
Rice, einigen Sängern und Schriftstellern", vergleicht, die sie unter
Begünstigte im neuen Rassismus eingruppiert. "Die Millionen anderen
verlieren ihre Jobs, werden aus ihren Wohnungen geworfen, bekommen Wasser
und Strom abgedreht und sterben an AIDS", sagt sie in diesem Kapitel.)
Teil des Projekts neuer Rassismus ist neuer Genozid. In dieser Ära neuer
wirtschaftlicher Interdependenz kann neuer Genozid durch ökonomische
Sanktionen gefördert werden. Das heißt, Bedingungen zu schaffen, die zum
Massensterben führen, ohne daß man Menschen direkt töten muß. Dennis
Halliday, von 1997 bis 1998 UN-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten
in Irak (danach trat er angeekelt zurück), verwendete den Begriff
Völkermord, um die Sanktionen gegen Irak zu beschreiben. Die Sanktionen,
denen eine halbe Million Kinder zum Opfer fielen, stellten alle Bemühungen
Saddam Husseins noch in den Schatten. In der neuen Ära ist Apartheid als
formelle Politik antiquiert und unnötig.
Internationale Instrumente von Handel und Finanz steuern ein komplexes
System von Handelsgesetzen und Finanzabkommen, die die Armen ohnehin in
ihren Bantustans festhalten. Ihr ganzer Zweck besteht darin, Ungleichheit
zu institutionalisieren. Warum sonst würden die USA das Produkt eines
Textilherstellers in Bangladesch zwanzigmal höher besteuern als eins made
in Großbritannien? Warum sonst produzieren Länder mit 90 Prozent des
Weltkakaoanbaus nur fünf Prozent der Schokolade in der Welt? Warum sonst
werden Kakao anbauende Länder wie die Elfenbeinküste und Ghana mit
Besteuerung vom Markt gedrängt, wenn sie versuchen, ihren Rohkakao in
Schokolade zu veredeln? Warum sonst fordern reiche Länder, die täglich über
eine Milliarde Dollar für Agrarzuschüsse ausgeben, daß arme Länder wie
Indien alle Agrarsubventionen, einschließlich der für Elektrizität,
abbauen? Warum sonst stecken ehemalige Kolonien, die über mehr als ein
Jahrhundert lang von den Kolonialregimes ausgeplündert wurden, in der
Schuldenfalle genau dieser Regimes und zahlen ihnen 382 Milliarden Dollar
pro Jahr zurück?
Aus all diesen Gründen war die Entgleisung der Handelsabkommen in Cancun so
entscheidend für uns. Auch wenn unsere Regierungen versuchen, sich damit zu
rühmen, wissen wir doch, daß dies das Resultat des Kampfes von vielen
Millionen Menschen in sehr vielen Ländern über Jahre hinweg war. Was uns
Cancun lehrte ist, daß, um wirklichen Schaden anzurichten und radikalen
Wandel zu erzwingen, es für lokale Widerstandorganisationen von vitaler
Bedeutung ist, internationale Allianzen zu schmieden. Von Cancun lernten
wir die Bedeutung globalisierten Widerstands. Keine einzelne Nation kann
sich dem Projekt der korporativen Globalisierung aus eigener Kraft
widersetzen. Immer wieder haben wir erlebt, daß die Helden unserer Zeit
schrumpfen, wenn es um das neoliberale Projekt geht. Außergewöhnliche,
charismatische Männer, Giganten in Opposition, werden machtlos auf der
globalen Bühne, wenn sie Staatsoberhäupter werden. Ich denke hier an
Präsident Lula von Brasilien. Lula war der Held des Weltsozialforums
letztes Jahr. In diesem Jahr verwirklicht er eifrig die IWF-Richtlinien,
reduziert Renten und entschlackt seine Arbeiterpartei von Radikalen. Ich
denke auch an Südafrikas Expräsidenten Nelson Mandela. Innerhalb von zwei
Jahren nach seinem Machtantritt machte seine Regierung einen Kniefall vor
dem Gott der Marktwirtschaft. Sie führte ein massives Programm von
Privatisierung und strukturellen Anpassungen ein, das Millionen Menschen
ohne Heim, arbeitslos, ohne Wasser und Eletrizität hinterläßt. Warum
passiert das? Es macht wenig Sinn, sich an die Brust zu klopfen und
betrogen zu fühlen. Lula und Mandela sind in jeder Beziehung großartige
Menschen. Aber im Moment, da sie von der Opposition ins Regierungslager
wechselten, wurden sie zu Geiseln eines ganzen Spektrums von Bedrohungen,
die übelste davon die Drohung mit Kapitalflucht, die jede Regierung über
Nacht zu Fall bringen kann. Anzunehmen, daß das persönliche Charisma und
ein kampferfüllter Lebenslauf das korporative Kartell anknackst, bedeutet
nicht zu verstehen, wie der Kapitalismus funktioniert oder wie Macht
ausgeübt wird. Radikaler Wandel wird nicht durch Regierungen ausgehandelt,
er kann nur durch Menschen erzwungen werden.
Wir müssen unsere Strategie des Widerstands diskutieren In dieser Woche
werden auf dem Weltsozialforum einige der besten Köpfe der Welt Ideen
darüber austauschen, was um uns herum geschieht. Diese Konversationen
schärfen unsere Vision über die Art von Welt, für die wir kämpfen. Das ist
ein vitaler Prozeß, der nicht untergraben werden darf. Dennoch besteht das
Risiko, wenn auf Kosten wirklicher Aktion alle unsere Energien auf diesen
Prozeß gerichtet werden, daß das WSF, das eine entscheidende Rolle in der
Bewegung für globale Gerechtigkeit gespielt hat, zu einem Guthaben unserer
Feinde wird. Wir müssen dringend unsere Strategien des Widerstands
diskutieren. Wir müssen reale Ziele ins Visier nehmen und wirklichen
Schaden anrichten. Gandhis Salzmarsch war nicht lediglich politisches
Theater. Als in einem simplen Akt von Ungehorsam Tausende Inder zum Meer
marschierten und dort ihr Salz gewannen, brachen sie das Gesetz der
Salzsteuer. Das war ein direkter Schlag gegen den ökonomischen Unterbau des
britischen Empires. Er war real. Während unsere Bewegung einige wichtige
Siege errungen hat, dürfen wir gewaltlosen Widerstand nicht zu
ineffektivem, wohlgefälligem politischen Theater verkümmern lassen. Er ist
eine sehr kostbare Waffe, die ständig geschärft und justiert werden muß. Es
darf nicht erlaubt werden, daß sie lediglich zum Spektakel, zu einer
Fotomöglichkeit für die Medien wird.
Es war herrlich, als am 15. Februar vorigen Jahres zehn Millionen Menschen
auf einer eindrucksvollen Demonstration öffentlicher Moral, zehn Millionen
Menschen auf fünf Kontinenten gegen den Krieg in Irak marschierten. Es war
wunderbar, aber es war nicht genug. Der 15. Februar war ein Wochenende.
Niemand mußte einen Arbeitstag verpassen. Feiertagsproteste stoppen keine
Kriege. George Bush weiß das. Die Selbstsicherheit, mit dem er die
überwältigende öffentliche Meinung mißachtete, sollte uns allen eine Lehre
sein. Bush glaubt, Irak kann okkupiert und kolonisiert werden, wie es mit
Afghanistan geschieht, mit Tibet geschieht, mit Tschetschenien geschieht,
wie es in Osttimor der Fall war und in Palästina noch der Fall ist. Er
glaubt, daß alles, was er zu tun hat, ist, sich hinzuhocken und zu warten,
bis die über Krisen berichtenden Medien, die dieses Thema bis auf die
Knochen ausgeschlachtet haben, es fallenlassen und weiterziehen. Bald wird
der Kadaver von den Bestseller- Charts rutschen, und wir, alle Empörten
werden das Interesse daran verlieren. So jedenfalls hofft er.
Diese unsere Bewegung braucht einen großen, globalen Erfolg. Es ist nicht
gut genug, Recht zu haben. Manchmal ist es wichtig, etwas zu gewinnen, wenn
auch nur, um unsere Entschlossenheit zu testen. Um etwas zu gewinnen,
müssen wir " alle, die sich hier und dort drüben bei Mumbai Resistance
versammelt haben " in etwas übereinstimmen: daß es nicht eine überlappende,
vorherbestimmte Ideologie braucht, in die wir unsere geschätzten,
aufrührerischen argumentativen Selbsts hineinzwängen. Es bedarf keines
bedingungslosen Untertanengehorsams gegenüber der einen oder anderen Form
von Widerstand, um alles andere auzuschließen. Es könnte eine Minimalagenda
sein.
Laßt uns den Blick auf Irak werfen
Wenn alle von uns wirklich gegen Imperialismus und gegen das Projekt des
Neoliberalismus sind, dann laßt uns den Blick auf Irak werfen. Irak ist die
unvermeidliche Kulmination von beidem. Zahlreiche Kriegsgegner haben sich
seit der Gefangennahme Saddam Husseins zurückgezogen. Ist die Welt nicht
besser ohne Saddam Hussein? fragen sie ängstlich. Schauen wir der Sache ein
für allemal ins Auge. Der Gefangennahme Saddam Husseins durch die US-Army
zu applaudieren und deshalb im nachhinein ihre Invasion und Okkupation
Iraks zu rechtfertigen, ist wie Jack the Ripper (den Schlächter) anzubeten,
weil er den Boston-Würger ausgeweidet hat. Und das nach einem
Vierteljahrhundert Partnerschaft, in der Schlächter und Würger ein
gemeinsames Unternehmen betrieben. Es war ein innerbetrieblicher Streit.
Sie waren Geschäftspartner, die sich wegen eines schmutzigen Deals
entzweiten. Jack war der CEO, der Chief Exekutive Officer.
Wenn wir also gegen den Imperialismus sind, sollten wir dann darin
übereinstimmen, daß wir gegen die US-Okkupation sind und daß wir glauben,
daß die USA sich aus Irak zurückziehen und dem irakischen Volk Reparationen
für die Kriegsschäden zahlen müssen? Wie beginnen wir mit unserem
Widerstand? Beginnen wir mit etwas wirklich Kleinem. Die Frage ist nicht,
den Widerstand in Irak gegen die Besatzung zu unterstützen oder zu
debattieren, wer genau zum Widerstand in Irak gehört ( Sind sie alte
Baath-Killer? Sind sie islamische Fundamentalisten?) Wir müssen der globale
Widerstand gegen die Besatzung werden.
Unser Widerstand muß mit der Zurückweisung der Legitimität der
US-Okkupation Iraks beginnen. Das bedeutet Handeln, um es dem Imperium
unmöglich zu machen, seine Ziele zu erreichen. Es bedeutet, Soldaten
sollten sich weigern zu kämpfen, Reservisten sich weigern, eingezogen zu
werden. Arbeiter sollten es ablehnen, Schiffe und Flugzeuge mit Waffen zu
beladen. Es bedeutet auch, daß wir in Ländern wie Indien und Pakistan die
Pläne der US-Regierung zum Scheitern bringen müssen, indische und
pakistanische Soldaten zum Saubermachen nach Irak zu schicken.
Ich schlage vor, daß wir auf einer gemeinsamen Abschlußzeremonie von
Weltsozialforum und Mumbai Resistance zwei wichtige Unternehmen auswählen,
die von der Zerstörung Iraks profitieren. Wir könnten jedes Projekt, in das
sie involviert sind, erfassen. Wir könnten ihre Büros in jeder Stadt und in
jedem Land der Welt lokalisieren. Wir könnten sie jagen, zur Schließung
zwingen. Es ist eine Frage, unsere kollektive Weisheit und Erfahrung aus
vergangenen Kämpfen für ein einzelnes Ziel einzubringen. Es ist eine Frage
des Wunsches zu siegen. (Coca Cola und Nestle wurden inzwischen als
gewaltfreie Aktionsziele ausgewählt. Europäische Teilnehmer forderten, daß
zusätzlich gegen eine europäische Firma protestiert wird. Ergänzung:
M.Reichl, 20.1.04)
Das "Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert" strebt danach,
Ungleichheit fortzusetzen und amerikanische Hegemonie um jeden Preis,
selbst wenn er apokalyptisch ist, zu errichten. Das Weltsozialforum
verlangt Gerechtigkeit und Überleben. Aus diesen Gründen müssen wir uns als
im Krieg befindlich betrachten.
"THE HINDU" (Indien), 18.1.2004
Übersetzung: Hilmar König, "Junge Welt" (D), 20.1.2004,
http://www.jungewelt.de/2004/01-20/003.php
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Wed Jan 21 11:14:34 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Wed, 21 Jan 2004 12:14:34 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 81 - Uri Avnery: Antisemitismus: ein praktischer Leitfaden
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040121121025.035b3590@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 81 - Uri Avnery: Antisemitismus: ein praktischer Leitfaden
Bad Ischl, 21.1.2004
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Viele Personen mit hohem sittlichen Ernst - die positive Auslese der
Menschheit - kritisieren unser Verhalten in den besetzten Gebieten. Es ist
dumm, sie des Antisemitismus' zu verklagen.
Antisemitismus: ein praktischer Leitfaden
Uri Avnery
Ein ungarischer Witz: während des Junikrieges 1967 traf ein Ungar seinen
Freund. "Warum siehst du so glücklich aus?" fragte er. "Ich hörte, dass die
Israelis heute sechs in Sowjetrussland hergestellte MiGs abgeschossen
haben," erwiderte sein Freund.
Am nächsten Tag sah sein Freund sogar noch fröhlicher drein. "Die Israelis
brachten heute weitere acht MiGs zum Absturz," verkündigte er.
Am dritten Tag aber ist sein Freund niedergeschlagen. "Was ist los? Haben
die Israelis heute keine MiGs heruntergeholt?" fragte der Mann. "Doch sie
haben," antwortete der Freund. "Aber heute sagte mir jemand, dass die
Israelis Juden sind!"
Das ist die ganze Geschichte in einer Nussschale.
Die Antisemiten hassen die Juden, weil sie Juden sind, ganz unabhängig von
dem, was sie tun. Juden können gehasst werden, weil sie reich sind und
damit prahlen oder weil sie arm sind und im Schmutz leben. Weil sie eine
große Rolle in der bolschewistischen Revolution spielten oder weil einige
nach dem Kollaps des kommunistischen Regimes unglaublich reich geworden
sind. Weil sie Jesus gekreuzigt haben oder weil sie die westliche Kultur
mit der "christlichen Mitleidsmoral" angesteckt haben. Weil sie kein
Vaterland haben oder weil sie den Staat Israel geschaffen haben.
Das steckt in der Natur aller Arten von Rassismus und Chauvinismus. Man
hasst jemanden, weil er ein Jude, ein Araber, eine Frau, ein Schwarzer, ein
Inder, ein Muslim, ein Hindu ist. Was der oder die einzelne an persönlichen
Eigenschaften hat, was er oder sie tut, was er oder sie leistet, ist
unwichtig. Wenn er oder sie zu einer verhassten Rasse, Religion oder dem
weiblichen Geschlecht gehört, wird er oder sie gehasst werden.
Die Antworten auf all die Fragen, die mit Antisemitismus zusammenhängen,
folgen dieser Grundtatsache. Zum Beispiel:
Ist jeder, der Israel kritisiert, ein Antisemit?
Absolut nicht. Jemand der Israel wegen gewisser Akte kritisiert, kann
deswegen nicht des Antisemitismus verklagt werden. Aber jemand der Israel
hasst, weil es ein jüdischer Staat ist so wie der Ungar im oben erzählten
Witz - ist ein Antisemit. Es ist nicht immer einfach zwischen diesen beiden
Arten zu unterscheiden, weil schlaue Antisemiten vorgeben, bona fide Kritik
an Israels Aktionen zu üben. Aber jede Kritik an Israel als Antisemitismus
hinzustellen, ist falsch und kontraproduktiv. Es schadet dem Kampf gegen
Antisemitismus.
Viele Personen mit hohem sittlichen Ernst - die positive Auslese der
Menschheit - kritisieren unser Verhalten in den besetzten Gebieten. Es ist
dumm, sie des Antisemitismus' zu verklagen.
Kann jemand ein Anti-Zionist sein, ohne ein Antisemit zu sein?
Absolut ja. Zionismus ist eine politische Ideologie und muss wie jede
andere behandelt werden. Man kann ein Anti-Kommunist sein, ohne
anti-chinesisch, ein Anti-Kapitalist sein ohne ein Anti-Amerikaner zu sein,
ein Antiglobalist, ein Anti- irgendetwas sein ...Doch wieder ist es nicht
einfach, eine klare Linie zu ziehen, weil wirkliche Antisemiten behaupten,
nur Antizionisten zu sein. Man sollte ihnen nicht helfen, den Unterschied
zu verwischen.
Kann jemand ein Antisemit und gleichzeitig pro-zionistisch sein?
Tatsächlich ja. Der Gründer des modernen Zionismus, Theodor Herzl,
versuchte schon, die Unterstützung von bekannten russischen Antisemiten zu
gewinnen, indem er ihnen versprach, die Juden aus ihrer Gesellschaft zu
holen. Vor dem 2.Weltkrieg hat die zionistische Untergrundorganisation IZL
(Irgun ) unter der Aufsicht antisemitischer Generäle ( die auch die Juden
los sein wollten) militärische Trainingslager in Polen eingerichtet. Heute
empfängt die zionistische extreme Rechte ungeheure Unterstützung von den
amerikanischen fundamentalistisch eingestellten Christen, die von der
Mehrheit der amerikanischen Juden nach einer in dieser Woche
veröffentlichten Umfrage - zu tiefst als antisemitisch betrachtet werden.
Ihre Theologie geht davon aus, dass am Vorabend der Wiederkunft Christi
alle Juden zum Christentum konvertieren müssen oder sie ausgerottet würden.
Kann ein Jude antisemitisch sein?
Das klingt wie ein Oxymoron ein Widerspruch in sich selbst. Aber die
Geschichte kennt einige Beispiele von Juden, die zu wilden Judenhassern
geworden waren. Der spanische Großinquisitor Torquemada war ursprünglich
Jude. Karl Marx schrieb ein paar garstige Dinge über Juden, wie auch Otto
Weininger, ein bedeutender jüdischer Schriftsteller am Ende des 19.
Jahrhunderts. Auch Herzl, sein Zeitgenosse und Wiener Landsmann, schrieb in
seinen Tagebüchern einige sehr wenig schmeichelhafte Bemerkungen über Juden.
Wenn jemand Israel mehr kritisiert als andere Länder, die dasselbe tun, ist
er dann ein Antisemit?
Nicht unbedingt. Es stimmt, es sollte für alle Länder und Menschen ein und
derselbe moralische Maßstab gelten. Die russischen Aktionen in
Tschetschenien sind nicht besser als unsere in Nablus, vielleicht sogar
schlimmer. Das Problem ist, dass Juden als "das Volk der Opfer" dargestellt
wird, und es sich selbst als solches darstellt und (tatsächlich) ein "Volk
der Opfer" war. Deshalb ist die Welt schockiert, dass die Opfer von gestern
die Täter von heute sind. An uns wird ein höherer moralischer Maßstab
gelegt als an andere Völker. Und das ist so ganz in Ordnung.
Ist Europa wieder antisemitisch geworden?
Nicht wirklich. Die Zahl der Antisemiten in Europa ist nicht gewachsen, ja,
sie ist eher zurück gegangen. Was gewachsen ist, ist das Maß der Kritik an
Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern, die nun als die "Opfer der
Opfer" erscheinen.
Die Situation in einigen Vororten von Paris, die oft als Beispiel für
wachsenden Antisemitismus genannt wird, ist aber eine ganz andere Sache.
Wenn nordafrikanische Muslime auf nordafrikanische Juden treffen, dann
übertragen sie den israelisch-palästinensischen Konflikt auf europäischen
Boden. Es ist auch eine Fortsetzung der Fehde zwischen Arabern und Juden,
die in Algerien begann, als Juden das französische Regime unterstützten und
die Muslime sie als Kollaborateure der verhassten Kolonialherren betrachteten.
Warum hat dann die Mehrheit in den europäischen Staaten bei einer vor
kurzer Zeit ausgeführten Umfrage ausgesagt, dass Israel für den Weltfrieden
eine größere Gefahr als andere Staaten darstellt?
Da gibt es eine einfache Erklärung. Die Europäer sehen in ihren
Fernsehprogrammen jeden Tag, was unsere Soldaten in den besetzten
palästinensischen Gebieten tun. Von dieser Konfrontation wird mehr als von
jedem anderen Konflikt auf Erden ( mit Ausnahme des augenblicklichen
Konfliktes im Irak) berichtet, weil Israel "interessanter" ist auf Grund
der langen Geschichte der Juden in Europa und weil Israel den westlichen
Medien näher steht als die muslimischen und afrikanischen Länder. Der
palästinensische Widerstand, den Israel "Terrorismus" nennt, scheint für
viele Europäer dem französischen Widerstand unter deutscher Besatzung zu
ähneln.
Und wie ist es mit der antisemitischen Manifestation in der arabischen Welt?
Zweifellos sind typisch antisemitische Anzeichen in letzter Zeit in den
arabischen Diskurs geraten. Es genügt zu erwähnen, dass die berüchtigten
"Protokolle der Weisen von Zion" auf arabisch veröffentlicht wurden. Das
ist ein typisch europäischer Import. Die Protokolle wurden von der
Geheimpolizei des zaristischen Russlands erfunden.
Was immer für Unsinnigkeiten von gewissen "Experten" ausgesprochen werden,
so gab es nie einen weit verbreiteten muslimischen Antisemitismus, wie er
im christlichen Europa existiert hat. Während seines Machtkampfes hat der
Prophet Muhammad auch gegen benachbarte jüdische Stämme gekämpft. So kamen
ein paar negative Passagen über Juden in den Koran. Dies kann aber nicht
mit den antijüdischen Passagen der neutestamentlichen Geschichte über die
Kreuzigung Christi verglichen werden, die die christliche Welt vergiftet
und unendliches Leid verursacht haben. Das muslimische Spanien war für die
Juden ein Paradies, und niemals gab es in der muslimischen Welt einen
jüdischen Holocaust. Selbst Pogrome waren äußerst selten.
Mohammad verfügte, dass die "Völker des Buches" (Juden und Christen)
tolerant behandelt werden sollten; sie wurden zwar Bedingungen unterworfen,
die aber unvergleichlich liberaler waren als im Europa der damaligen Zeit.
Die Muslime haben ihre Religion nie mit Gewalt Juden und Christen
aufgezwungen, was allein die Tatsache belegt, dass fast alle aus dem
katholischen Spanien vertriebenen Juden sich in muslimischen Ländern
ansiedelten und dort wohl fühlten. Nach Jahrhunderte langer muslimischer
Herrschaft sind Griechen und Serben durchaus Christen geblieben.
Wenn Frieden zwischen Israel und der arabischen Welt zustande gebracht
wird, werden wahrscheinlich (und hoffentlich ) die giftigen Früchte des
Antisemitismus aus der arabischen Welt zum größten Teil verschwinden ( so
wie die giftigen Früchte des Araberhasses in unserer Gesellschaft).
Sind die Äußerungen des Ministerpräsidenten von Malaysia, Mahathir bin
Muhammad, über die jüdische Weltkontrolle antisemitisch?
Ja und nein. Sicherlich illustrieren sie die Schwierigkeit, den
Antisemitismus festzunageln.
Von einem sachlichen Standpunkt aus hatte der Mann recht, wenn er
behauptet, die Juden hätten einen weit größeren Einfluss als ihr
prozentualer Anteil an der Weltbevölkerung dies allein berechtigen würde.
Es stimmt, dass die Juden einen großen Einfluss sowohl auf die Politik der
Vereinigten Staaten, der einzigen Supermacht, als auch auf die
amerikanischen und internationalen Medien ausüben. Man braucht nicht die
gefälschten "Protokolle", um sich diesen Fakten zu stellen und seine
Ursachen zu analysieren. Aber der Ton macht die Musik, und Mahathirs Musik
klang tatsächlich antisemitisch.
Sollten wir also den Antisemitismus ignorieren?
Ganz sicher nicht. Rassismus ist eine Art Virus, der in jeder Nation und in
jedem menschlichen Wesen existiert. Jean-Paul Sartre sagte, wir seien alle
Rassisten. Der Unterschied liegt nur darin, dass einige von uns dessen
bewusst sind und dagegen ankämpfen, während andere diesem Übel erliegen. In
normalen Zeiten gibt es eine kleine Minorität eklatanter Rassisten in jedem
Land; aber in Zeiten der Krise kann ihre Zahl plötzlich katastrophal
wachsen. Das ist eine ständige Gefahr, und jedes Volk muss gegen die
Rassisten in seiner Mitte kämpfen.
Wir Israelis sind wie alle anderen Völker. Jeder von uns kann in sich einen
kleinen Rassisten entdecken, wenn er ernsthaft genug danach sucht. Wir
haben in unserem Land fanatische Araberhasser, und die historische
Konfrontation, die unser Leben beherrscht, lässt ihre Macht und ihren
Einfluss noch mehr wachsen. Es ist unsere Pflicht, sie zu bekämpfen. Wir
sollten es den Europäern und den Arabern aber selbst überlassen, sich mit
ihren eigenen Rassisten zu befassen.
(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)
http://www.uri-avnery.de
erstellt am 17.01.2004
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Wed Jan 21 19:48:44 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Wed, 21 Jan 2004 20:48:44 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 82 - Leo Gabriel: TO DO OR NOT TO DOWSF 2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040121203938.02b6eeb0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 82 - Leo Gabriel: TO DO OR NOT TO DO… Bericht vom
Weltsozialforum/ WSF 2004 Mumbai (Indien)
Bad Ischl, 21.1.2004
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TO DO OR NOT TO DO…
Das Weltsozialforum Mumbai 2004 verbreitert seine Dimension
von: Leo Gabriel*)
20.1.2004
Ob vom vierten Weltsozialforum, das am 21. Januar in der südwestlichen
Hafenstadt Mumbai (ehemals Bombay) zu Ende geht, tatsächlich jene
weltbewegenden Impulse nach sich ziehen wird, die sich ein Grossteil seiner
122 000 registrierten BesucherInnen aus 132 Ländern erwarten, wird erst die
Zukunft zeigen. Sicher ist jedoch, dass seine über 1 100 Veranstaltungen,
die während der vergangenen fünf Tage stattgefunden haben, als das bisher
bunteste und vielfältigste Ereignis dieser Art in die Annalen der
Geschichte eingehen wird.
Denn während in den etwa 300 grösseren und kleineren Konferenzsälen auf dem
mit sparsamsten Mitteln akondizionierten NESCO-Ground, einem riesigen
Ausstellungszentrum im ärmlichen Stadtteil Goregaon die meisten
Konferenzen, Seminare und Workshops vor halbleeren Sesselreihen
stattfinden, drängt sich in den Gassen eine unübersehbare Menschenmenge,
die sich nur mühsam durch die trommelnden Prozessionen der farbenprächtigen
Demonstrationszüge windet, die aus den verschiedenen Teilen des
Milliardenstaates Indien gekommen sind. "Noch nie haben wir eine derartige
Energie und Vitalität gespürt", entfährt es da selbst dem Sambagewohnten
Chico Wittaker, einem der Organisatoren der Weltsozialforen im
südbrasilianischen Porto Alegre, wo das Welttreffen zeitgleich mit dem
Welwirtschaftsgipfel in Davos in den letzten drei Jahren stattgefunden hat.
Asiatische Konvergenzen
Die meisten der DemonstrantInnen gehören zu den so genannten Dalit; das ist
jene kastenlose Gesellschaft, die noch vor wenigen Jahren zu den outcasts
gezählt haben, inzwischen aber sogar Ministerpräsidenten und andere
wichtige Spitzen der äußerst komplexen politischen Landschaft des indischen
Subkontinents stellen. Neben den NGOs (Nichtregierungsorganisationen), den
sozialen Bewegungen gibt es hier nämlich auch noch die so genannten
Massenorganisationen, welche die Basis eines von vielfältigen Abspaltungen,
partiellen Koalitionen und punktuellen Allianzen gekennzeichneten Spektrums
der Linksparteien stellen. Dazu kommen noch die Flüchtlinge aus Bhutan und
Nepal, die südkoreanischen Gewerkschaftsdelegationen sowie Abordnungen von
Sri Lanka bis Japan. Sie alle haben die Gelegenheit genutzt, um teilweise
in wochenlangen Fussmärschen oder auf klapprigen Autobussen nach Mumbai zu
kommen, um ihren Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit Nachdruck zu
verleihen.
Besonders erwähnt werden in den indischen Medien auch die Delegationen aus
Pakistan, denen in der Folge der indisch-pakistanischen Entspannungspolitik
der beiden Regierungschefs eine besondere Bedeutung beigemessen wird. Aber
dieser potentielle Kriegsherd ist ohnedies nur einer von vielen, die auf
den Tribünen des Weltsozialforums zur Sprache gebracht werden.
Hauptachse: "Frauen gegen den Krieg"
Im Zentrum der Klagen und Anklagen gleichsam als Bindeglied zwischen den
hier vertretenen Kontinenten stehen vor allem die kriegerischen
Auseinandersetzungen im Irak, in Palästina und, in etwas geringerem Ausmaß,
in Afghanistan, Kolumbien und Tschetschenien. Die Tatsache, dass
insbesondere Frauen und Kinder in Mitleidenschaft gezogen werden, kam etwa
bei einer vielbeachteten Veranstaltung in der großen Arena des
Ausstellungsgeländes mit dem Titel: "Frauen gegen den Krieg Krieg gegen
Frauen" zum Ausdruck. Dabei handelt es sich bei den Kriegstreibern
keineswegs nur um blutrünstige Militärdiktatoren. "Viel schlimmer noch sind
die faschistischen Demokraten, die mit Billigung ihrer eigenen Bevölkerung
fett geworden sind", sagt die indische Schriftstellerin Arundhati Roy,
unter tosendem Beifall. Ihr steht dabei nicht nur die Vertreterin der
afghanischen Frauenorganisation Rawa zur Seite, die die von CNN
ausgestrahlten Berichte über eine angebliche Befreiung der Frauen in diesem
Land als Lüge entlarvt, sondern auch die Generalsekretärin von Amnesty
International, Irene Khan aus Bangladesch, die an mehreren Beispielen aus
dem Kongo und Tschetschenien nachweist, dass reihenweise Vergewaltigungen
zusehends als Kriegswaffe eingesetzt wird.
Darauf, dass der von der US-Regierung angezettelte "Krieg gegen den Terror"
in Wirklichkeit zu einer extremen Stärkung und Vertiefung der
Fundamentalismen geführt hat, verweist auch die jüngste
Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi aus dem Iran. Und der ehemalige
Generalstaatsanwalt Ramsey Clark geht sogar soweit, diesen "Krieg des
Terrors" nach denselben Maßstäben untersuchen zu wollen, die die USA bei
den Nürnberger Prozessen gegen die Nationalsozialisten angelegt hat:
Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die
Menschlichkeit.
In die gleiche Kerbe schlägt da der Beschluss jener weltweiten
Antikriegsnetzwerke, die am 15. Februar der vergangenen Jahres Dutzende
Millionen Menschen auf die Strasse gebracht haben und die für den 20. März
wieder zu einer weltweiten Demonstration gegen die Besetzung des Irak und
Palästinas aufrufen. Sie werden in den nächsten Monaten in Osaka, Brüssel,
Hiroshima, New York und Istanbul eine Reihe von Kriegverbrechertribunalen
veranstalten, auf deren imaginärer Anklagebank der Präsident der USA sitzen
wird.
Darüber, ob die Verhinderung der Wiederwahl von George W. Bush als
prioritäres Ziel der in Mumbai versammelten GlobalisierungskritikerInnen
(oder Altermundialisten wie sie sich jetzt zusehends nennen) angesehen
wird, laufen zwar noch heftige Diskussionen. Sicher ist jedoch, dass der
Kampf gegen die weltweiter Militarisierung und Kriegspolitik alle anderen
Ziele in Mumbai in den Schatten gestellt hat. Das ging sogar so weit, dass
der US-amerikanische politische Philosoph Immanuel Wallerstein in seinem
Seminar die provokante Frage aufwarf: "Ist die neoliberale Globalisierung
jetzt tot?". Wallerstein und andere politische Beobachter aus Asien,
Europa und Lateinamerika glauben nämlich, dass die traditionelle Politik
des so genannten "Freien Marktes" nach dem 11. September 2001 von einer
Politik der militaristischen Machtausübung verdrängt wurde, die zu einem
neuen Protektionismus und einem Wiedererstarken nationalistischer Tendenzen
sowohl in den USA als auch in Europa und in Südostasien geführt hat.
Gemeinsame Aktionspläne
Nichtsdestoweniger kamen aber auch die traditionellen Anliegen und Ziele
der globalisierungskritischen Bewegungen in zahlreichen Konferenzen und
Seminaren zur Sprache. Via Campesina, das u.a. vom französischen
Bauernführer José Bové und Rafael Alegría aus Honduras angeführte Netzwerk
von Bauern- und Landlosenbewegungen, verbuchte das Scheitern der
WTO-Verhandlungen in Cancun im September letzten Jahres als Erfolg ihrer
Bewegung und wird ab dem 17. April zu einem weltweiten Boykott von Coca
Cola und Nestlé auf, weil sich diese in den letzten Jahren zu den
weltgrößten Eigentümern der Wasserressourcen entwickelt hätten. Aber auch
die in Mumbai besonders stark vertretene Frauenbewegung ruft zum Schutz der
natürlichen Ressourcen und der Biodiversität (Artenvielfalt) auf.
Überhaupt scheint es in Mumbai gelungen zu sein, die sektoriale Abgrenzung
zwischen Bauern-, Friedens-, Frauen-, Umwelt und Gewerkschaftsbewegung
zumindest teilweise zu überwinden. "Angesichts der festgestellten
Bedrohungen muss es sehr rasch zu einer Vernetzung der verschiedenen Teile
der Bewegung kommen", forderten viele der Rednerinnen und Redner. Manche
sprechen sogar von einem "Netzwerk der Netzwerke" das nicht mehr nur einem
politischen Wunsch, sondern gemeinsamen Aktionen entspringen soll.
Dieser Trend spiegelt sich nicht zuletzt auch in den Diskussionen um eine
zukünftige Neugestaltung des Weltsozialforums wieder, das in einem Jahr
wieder in Porto Alegre stattfinden soll. Während sich bis dato das
Weltsozialforum nur als "öffentlicher Raum für den Austausch von Ideen,
demokratische Debatten und der Formulierung von Vorschlägen" (Art. 1 der
Charta von Porto Alegre) versteht, mehren sich jetzt die Stimmen, die
angesichts der gespannten Weltlage für eine eigenständige Politik des
Weltsozialforums eintreten, die ihren Niederschlag auch in den Perioden
zwischen den einzelnen Sozialforen finden soll.
Gleichsam als ersten Schritt in diese Richtung optierte das Internationale
Komitee, das die Leitung des Weltsozialforums innehat, in Mumbai, sich für
die Verwirklichung der so genannten Genfer Friedensinitiative einzusetzen.
Diese Initiative geht auf einen von verschiedenen Vertretern
zivilgesellschaftlicher Organisationen erarbeiteten Entwurf zur Lösung des
israelisch-palestinensischen Konflikts zurück.
"Vielleicht wird sich bald herausstellen, dass nicht nur - so wie die
Losung des Weltsozialforums lautet - eine andere Welt möglich ist, sondern
auch ein anderes Weltsozialforum", meint Walden Bello in einem
vielbeachteten Diskussionsbeitrag am vorletzten Tag von Mumbai 2004.
*) Publizist und Sozialanthropologe, Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts
für zeitgenössische Lateinamerikaforschung, Wien.
Erstabdruck in der "Wienerzeitung" v. 21.1.2004
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Fri Jan 23 18:04:36 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 23 Jan 2004 19:04:36 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 83 - WSF 2004 - Heidi Rest-Hinterseer, Berichte 20. -
21.1.2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040123190004.02618b40@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 83 - Heidi Rest-Hinterseer: World Social Forum 2004
Mumbai/ Bombay (Indien),
Berichte vom 20. - 21.1.2004: Wasser, Abschlußdemo, WEF Davos
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World Social Forum (WSF) 2004 Mumbai/ Bombay (Indien)
Berichte vom 20. - 21.1.2004
Heidi Rest-Hinterseer, Abg. z. NR, Grüne
20. Januar 2004: Tagebuch aus Mumbai Tag Fünf
Heute ist unser Wasser Schwerpunkttag. Am Vormittag beschäftigen sich
"Diverse Women for Diversity" mit dem Thema Frauen und Wasser. Maude Barlow
von den Water Warriors, Kanada, gibt in der Einleitung zu bedenken, dass
Frauen in vielen Teilen der Welt Tag für Tag damit beschäftigt sind, Wasser
kilometerweit zu ihren Familien zu schaffen. Sie haben oft nicht die
Gewähr, dass dieses Wasser rein ist und gefahrlos von den Kindern getrunken
werden kann. Jeden Tag sterben Tausende von Menschen an den Folgen des
Genusses von verunreinigtem Wasser.
Maria Mies, Deutschland, berichtet von den Kölner Erfahrungen mit dem
Instrument des Cross border leasing, das auch in Österreich schon für
Schlagzeilen sorgte: Verkauf des Kanalsystems einer Kommune an unbekannte
Investoren in den USA, Zurückleasen durch die Kommune am selben Tag und
Ausbezahlung des sogenannten Barwertvorteils an die Kommune. Für den
unbekannten Investor in den USA bedeutet dies enorme Steuerersparnis, einen
Teil davon überlässt er den Kommunen. Im Grunde ist es Steuerbetrug an
allen SteuerzahlerInnen. Nach letzten Pressemeldungen hat der Staat
Virginia diesem Treiben einen Riegel vorgeschoben und wird die
Steuerersparnis nicht mehr anerkennen. Ursula Oswald aus Mexiko listet jene
multinationalen Konzerne auf, die unter den verschiedensten Namen ihr
Geschäft mit dem Lebensmittel Wasser machen. Sie verweist auf das Problem,
dass althergebrachte Formen der Bewässerung und Reinigung von Wasser in
Vergessenheit geraten und sich viele Menschen in die Abhängigkeit von
externen Wasserversorgern begeben.
Joy Kennedy, Kanada, berichtet darüber, dass ihre US-Kollegin Marie Mason
überstürzt abreisen musste. Man gab ihr nur drei Tage Zeit, sich vor
Gericht einem Verfahren gegen sie zu stellen, sonst hätte sie eine
Gefängnisstrafe riskiert. "Zuerst geht es im Namen der
Terrorismusbekämpfung gegen Minderheiten, dann gegen AktivistInnen", ist
Joy über die Vorgangsweise der örtlichen Behörden entsetzt. Mason war mit
ihrer Sweet Water Alliance in ihrer Heimatstadt Detroit, Michigan,
unangenehm aufgefallen. "In den USA ist jetzt schon die Regierung
privatisiert", zeichnet Jean, die Moderatorin des Seminars, ein düsteres
Bild von der einstigen Vorzeigedemokratie.
Unser vorbereitetes Flugblatt "Our water is not for sale" findet Anklang.
Der Vorschlag eines World Water Contracts, übernommen von Riccardo Petrella
(Das Wassermanifest), wurde wenige Tage vorher in New Delhi unter
Beteiligung von großen NGOs unterstützt. Die Entscheidung, die
Wasserkonferenz abzuhalten, wurde übrigens kurz vorher in Cancún getroffen.
Die Umweltaktivistin Vandana Shiva hat mit anderen AktivistInnen innerhalb
von vier Monaten das Treffen auf die Füße gestellt. Im World Water Movement
http://www.pwwf.org finden alle jene Bewegungen Platz, die Wasser als
gemeinsames Erbe, als Menschenrecht oder als unveräußerliches Gut
bezeichnen. "Wasser ist keine Ware, und die Versorgung mit Wasser kann
nicht zum Geschäft werden", lautet ihr gemeinsames Credo.
Am Nachmittag geht es weiter mit "Creating a new water paradigm" mit dem
Water Stewards Network. Auch diese Organisation war in New Delhi beteiligt.
Es werden konkrete Projekte vorgestellt und es gibt enormes
ExpertInnenwissen. Lokale AkteurInnen stellen verschiedene "Rainwater
harvesting" ( Wasserernte ) - Projekte vor. Ein Biobauer aus Sri Lanka
berichtet über ermutigende Versuche mit der biologischen Bewirtschaftung
und der damit erreichten Wasserersparnis. Lokalkolorit kommt mit den Fragen
einer Studentin von Mumbai auf, die anhand einer Studie nachweisen konnte,
dass Arme in Mumbai mehr fürs Wasser bezahlen als Reiche. Zwar ist in
Mumbai genug Wasser vorhanden, es gibt jedoch zwei Probleme: Zum einen
erzeugt eine Tankerlobby künstliche Wasserknappheit, um die Preise
hochzutreiben. Zum anderen wird Müll über Grundwasservorkommen abgelagert
wie kann eine Kontamination verhindert werden? Solche und ähnliche Fragen
sollen in Zukunft auf der Internetplattform des "Peoples world water forum"
beantwortet werden und: es soll ein Globus abgebildet sein, auf dem alle
Regionen der Welt zu finden sein werden. Mit ihren spezifischen
Wasserproblemen und mit regionalem Wissenstransfer.
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21. Jänner 2004: Tagebuch aus Mumbai Tag 6
Nach einer ereignisreichen Woche sitzen wir wieder im Flugzeug Richtung
Wien. Am heutigen Tag war das NESCO-Gelände, ein weitläufiges
Industrieareal, auf dem das World Social Forum getagt hatte, geschlossen.
Stattdessen brach um die Mittagszeit im Stadtzentrum eine Demonstration zur
Abschluss-Kundgebung auf. Endpunkt der Demo: Azad Maidan, ein großer,
offener Platz in der Nähe des Hauptbahnhofes von Mumbai. Auch hier wieder
das inzwischen vertraute Bild des Open space: Menschen wandern in Gruppen
herum, dazwischen sammeln sich spontane Mini-Demonstrationszüge und ziehen
skandierend übers Gelände. Die Musik stammt von einer bekannten indischen
Formation. Die ersten Abschluss-Reden sind dem Ton nach feurig, aber in
Hindi gehalten und minimal übersetzt. Bevor der brasilianische Superstar
(und Kulturminister) Gilberto Gil auftreten konnte, mussten wir wegen
unserem nächtlichen Abflug bereits ins Taxi Richtung Flughafen steigen.
Was bleibt nun von dieser Woche? Die Methode des Open space eignete sich
für die Vielfalt der Anliegen, die aber doch in Schwerpunkte gebündelt waren:
Militarismus, Krieg und Frieden
Medien, Information, Bildung und Kultur
Arbeit, Beschäftigung und soziale Reproduktion
Ausgrenzung, Diskriminierung, Würde, Recht, Gleichheit: Nation,
Staat, Staatsbürgerschaft
Gesetz und Recht
Kaste, Rassen und andere Formen der Ausgrenzung
Religion, Kultur, Identität
Patriarchat, Geschlecht, Sexualität
Demokratie, Ökologie und ökonomische Sicherheit: Schulden und Handel
Neben den vielen Eindrücken, die beim Flanieren über das Forum-Gelände
entstehen, bleibt vor allem einer: Der Eindruck der verschiedenen
Geschwindigkeiten. Die Hoffnung der Menschen, die auf uns zukamen, uns die
Hand schüttelten, war überwältigend. Manche erzählten über ihre Anliegen
oder fragten uns, warum wir nach Mumbai gekommen seien. Immer wieder wurden
wir gebeten, auf Photos mit drauf zu sein. Es scheint eine fast magische
Erwartung damit verbunden zu sein, mit Menschen aus westlichen Demokratien
Kontakte zu haben. Ein junger indischer Wissenschaftler, der nach dem
Studium in den USA nach Hause zurückkehren will, formulierte es drastisch:
"In Indien haben wir keine Zeit mehr, auf demokratischere Verhältnisse oder
auf die Einführung der Tobin Tax zu warten. In den Dörfern meiner Heimat
Madhya Pradesh sterben heute und morgen Menschen daran, verunreinigtes
Trinkwasser zu trinken. Das ist unerträglich, weil wir einfache Methoden
der Trinkwasser Aufbereitung kennen. Wir haben aber nicht die Finanzmittel
dazu, die Leute in den Dörfern anzuleiten."
Während die einen also keine Zeit mehr haben, auf den guten Willen der
anderen zu warten, haben die anderen keine Zeit, auf das Wohlergehen der
vielen zu achten. Denn: "Speed wins" und das gilt immer für die Eliten.
Wenn seit gestern beim World Economic Forum in Davos/Schweiz darüber
beraten wird, ob die enormen Wachstumsraten in China zu einer neuen
Finanzkrise in Asien führen werden und/oder ob man "frisches Kapital" dort
anlegen soll, wird das Public eye on Davos (Organisation von NGOs unter der
Koordination der Erklärung von Bern) die Ereignisse beobachten. Hat das
World Social Forum Einfluss auf die Entscheidungen der Wirtschaftsbosse?
Oder wird die signifikante Machtverschiebung vom öffentlichen hin zum
privaten Sektor, die Beeinflussung der Politik durch die Macht der Konzerne
ungebremst weitergehen?
Die Rolle der Unternehmen und wie sie in die Verantwortung genommen werden
müssen, wird uns strategisch beschäftigen. Codes of Conduct und freiwillige
Verpflichtungen, wie sie UNO Generalsekretär Kofi Anan einfordert, werden
nicht ausreichen. Wir fordern ein unabhängiges Monitoring Modell, das die
Betriebe einer ständigen Kontrolle unterzieht und überprüft, ob im Bereich
der ArbeitnehmerInnenrechte, des Arbeitsschutzes und der Verhinderung von
Kinderarbeit die Auflagen eingehalten werden.
Das Thema Wasser für alle und die Versorgung mit Trinkwasser wird die
zentrale Rolle in der Politik der nächsten Jahrzehnte einnehmen. Wasser
darf keine Ware sein, sondern ist ein öffentliches Gut, ein Menschenrecht,
das allen zugänglich gemacht werden muss. Die Mittel für 1 Milliarde
Wasserhähne, wie Riccardo Petrella sie in seinem "Wassermanifest"
einfordert, sind durch die Einhebung der Tobin Tax, einer Steuer auf
Spekulationsgewinne, aufzubringen. Wir fordern die sofortige Einführung der
Tobin Tax weltweit das ParlamentarierInnenforum muss dafür in
Zusammenarbeit mit den zivilen Bewegungen den Weg bereiten!
Abg. z. NR Heidemarie Rest-Hinterseer
Regionensprecherin
Grüner Klub im Parlament
1017 Wien
Tel: +43 1 40110-6323
Fax: +43 1 40110-6793
heidi.rest-hinterseer@gruene.at
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- Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
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e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Sun Jan 25 20:30:36 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 25 Jan 2004 21:30:36 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 84 - WSF 2004 Mumbai - Call of the social movements
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040125212058.02865620@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 84 - World Social Forum/ WSF 2004 Mumbai - Call of the
social movements and mass organisations
Bad Ischl, 25.1.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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WORLD SOCIAL FORUM 2004
CALL OF THE SOCIAL MOVEMENTS AND MASS ORGANISATIONS
Mumbai, India, January 2004
We the social movements united in Assembly in the city of Mumbai, India,
share the struggles of the people of India and all Asians. We reiterate our
opposition to the neoliberal system which generates economic, social and
environmental crises and produces war. Our mobilisation against war and
deep social and economic injustices has served to reveal the true face of
neoliberalism. We are united here to organise the resistance against
capitalism and to find alternatives. Our resistance began in Chiapas,
Seattle and Genoa, and led to a massive world-wide mobilisation against the
war in Iraq on 15th February 2003 which condemned the strategy of global,
on-going war implemented by the United States government and its Allies. It
is this resistance that led to the victory over the WTO in Cancun. The
occupation of Iraq showed the whole world the existing links between
militarism and the economic domination of the multinational corporations.
Moreover, it also justified the reasons for our mobilisation. As social
movements and mass organisations, we reaffirm our commitment to fight
neoliberal globalisation, imperialism, war, racism, the caste system,
cultural imperialism, poverty, patriarchy, and all forms of discrimination
- economic social, political, ethnic, gender, sexual - including that of
sexual orientation and gender identity. We are also against all kinds of
discrimination to persons with different capacities and fatal illnesses
such as AIDS. We struggle for social justice, access to natural resources -
land, water and seeds - human and citizens' rights, paticipative democracy,
the rights of workers of both genders as guaranteed in international
treaties, womens' rights, and also the people's right to
self-determination. We are partisans of peace, international cooperation
and we promote sustainable societies that are able to guarantee access to
public services and basic goods. At the same time, we reject social and
patriarchal violence against women. We call for a mass mobilisation on 8th
March, International Women's Day. We fight all forms of terrorism,
including state terrorism. At the same time we are opposed to the use of
terrorism which criminalises popular movements and restricts civil
activists. The so-called law against terrorism restricts civil rights and
democratic freedom all over the world. We vindicate the struggle of
peasants, workers, popular urban movements and all people under threat of
losing their homes, jobs, land or their rights. We also vindicate the
struggle to reverse privatisation in order to protect common, public goods,
as is happening with pensions and Social Security in Europe. The victory of
the massive mobilisation of the Bolivian people in defense of their natural
resources, democray and sovereignty testifies to the strength and potential
of our movements. Simultaneously, peasants across the globe are struggling
against multinationals and neoliberal corporate agricultural policies,
demanding sovereignity over food and democratic land reform. We call for
unity with all peasants on 17th April, International Day of Peasants
Struggles. We identify with the struggle of the mass movements and popular
organisations in India, and together with them, we condemn the political
and ideological forces which promote violence, sectarianism, exclusion and
nationalism based on religion and ethnicity. We condemn the threats,
arrests, torture and assassinations of social activists who organised
communities in order to struggle for global justice. We also denounce
discrimination based on caste, class, religion, gender, sexual orientation
and gender identity. We condemn the perpetuation of violence and oppression
against women through cultural, religious and traditional discriminatory
practices. We support the efforts of mass movements and popular
organisations in India and Asia which promote the struggle for justice,
equality and human rights, especially that of the Dalits, Adivasis, and the
most oppressed and repressed sectors of society. The neoliberal policy of
the Indian government aggravated the marginalisation and social oppression
which the Dalits have suffered historically. For all these reasons we
support the struggle of all the marginalised throughout the world, and urge
everyone worldwide to join the call of the Dalits for a day
of mobilisation for social inclusion. As an escape from its crisis of
legitimacy, global capitalism is using force and war in order to maintain
an anti-popular order. We demand that the governments put a stop to
militarism, war, and military spending, and demand the closure of US
military bases because they are a risk and threat to humanity and life on
earth. We have to follow the example of the people of Puerto Rico who
forced the US to close its base in Vieques. The opposition to global
warfare remains our main object of mobilisation around the world.
We call on all citizens of the world to mobilise simultaneously on 20th
March in an international day of protest against war and the occupation of
Iraq imposed by the United States, Great Britain and the Allied Forces.
In each country, the anti-war movements are developing their own consensus
and tactics in order to guarantee as wide a participation and mobilisation
as possible. We demand the immediate withdrawal of all occupying troops and
support the right of the Iraqi to self-determination and sovereignity, as
well as their right to reparation for all the damages caused by the embargo
and war. The struggle against terrorism not only acts as a pretext for
continuing the war and occupation of Iraq and Afghanistan, but it is also
being used to threaten and attack the global community. At the same time,
the US is maintaining a criminal embargo against Cuba, and destabilising
Venezuela. We call upon all people to give maximum support this year to the
mobilisation for the Palestinian people, especially on 30th March,
Palestinian Land Day, against the building of the wall of apartheid. We
denounce imperialist forces that are generating religious, ethnic, racial
and tribal conflicts in order to further their own interests, increasing
the suffering of the people and multiplying the hate and violence between
them. More than 80 per cent of the ongoing conflicts in the world are
internal and especially affect African and Asian communities. We denounce
the unsustainable situation of debt in poor countries of the world, and the
coercive use by governments, multinational corporations and international
financial institutions. We strongly demand the total and unconditional
cancellation and rejection of the illegitimate debts of the Third World. As
a preliminary condition for the satisfaction of the fundamental economic,
social, cultural and political rights, we also demand the restitution of
the longstanding plunder of the Third World. We especially support the
struggle of the African peoples and their social movements. Once again we
raise our voices against the G8 Summit and the meetings of the IMF and
World Bank, who bear the greatest responsibility for the plunder of entire
communities. We reject the imposition of regional and bilateral free-trade
agreements such as FTAA, NAFTA, CAFTA, AGOA, NEPAD, Euro-Med, AFTA and
ASEAN. We are millions of persons united in the struggle against our common
enemy: the WTO. The indigenous people are struggling against patents on all
kinds of life-forms and the theft of biodiversity, water, land. We are
united in fighting the privatisation of public services and common goods.
We call upon everybody to mobilise for the right to water as a source of
life that cannot be privatised. We are endeavouring to recover control over
public, common goods and natural resources, previously privatised and given
to transnational enterprises and the private sector. In the victory at
Cancun, the death of Lee symbolised the suffering of millions of peasants
and poor people all over the world that are excluded by the "free market".
His immolation is a symbol for our struggle against the WTO. This proves
our determination to oppose any attempt to revive the WTO. WTO out of
agriculture, food, health, water, education, natural resources and common
goods!
With this determination in mind, we call upon all the social movement and
mass organisations of the world to join the mobilisation in Hong Kong or in
any other place where the WTO ministerial will be held. Let us join our
efforts to struggle against privatisation, in defense of common goods,
environment, agriculture, water, health, public services and education.
In order to achieve our objectives, we reiterate our strong desire to
reinforce the network of social movements and our capacity for struggle.
GLOBALISE THE STRUGGLE! GLOBALISE THE HOPE!
http://www.wsfindia.org
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
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From mareichl@ping.at Mon Feb 9 19:45:58 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 09 Feb 2004 20:45:58 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 85 - Termine Februar - Maerz 2004 (Stand 9.2.04)
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040209192748.0351aeb0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 85 - Termine Februar - Maerz 2004 (Stand 9.2.04
Bad Ischl, 9.2.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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Termine Februar - März 2004 (Stand 9.2.2004)
FEBRUAR 2004
bis 11.4. WIEN (Wien Museum Karlsplatz): Ausstellung "Gastarbajteri - 40
Jahre Arbeitsmigration". Dienstag - Sonntag 9:00 - 18:00. Ausstellung
"Medien und Migration" in der Hauptbücherei am Gürtel, Urban-Loritz-Pl. 2a.
10. 2. 19:00 WIEN: Podiumsdiskussion "Zauberformel Kerneuropa ?" (Zukunfts-
und Kulturwerkstätte, Schönlaterngasse 9, Tel.: 01-513 86 82, zuk@spoe.at,
www.diezuk.at)
10.2. 19.30, WIEN (wien station, Lerchenfelder Gürtel, Bogen 28):
FOKUS-Streitgespräch mit Präsentation des "Kurswechsel" Heft 4/2003:
"Bedeutung als Ware: Kultur und Ökonomie". (FOKUS - Forschungsgesellschaft
für kulturökonomische und kulturpolitische Studien, www.fokus.or.at,
www.kurswechsel.at)
10.2. 20:00 INNSBRUCK (Haus der Begegnung): "In welcher Welt wollen wir
leben? Nationalstaat und Demokratie in Zeiten der Globalisierung". Vortrag
und Ausstellungseröffnung von Armin Pongs. Ausstellung bis 10.3. (Grüne
Bildungswerkstatt Tirol, gruebi@tirolkultur.net).
11.2. 19.30 Uhr WIEN (Pfarre Akkonpl., Oeverseestraße 2): Serie "Wo die
Erde brennt!" Kriegsschauplätze, über die man nicht (mehr) redet. "MST -
die Bewegung der Landlosen in Brasilien. Ein exemplarischer
Befreiungskampf?" Vortrag und Diskussion mit Ralf Leonhard.
(Friedensinitiative 14/15, c/o Friedensbüro Wien, Kölblg. 18/1. 1030 Wien,
Tel. 01-7965021, pax.vienna@aon.at)
12.2. 20:00 MARDETSCHLAG/ LEOPOLDSCHLAG (OÖ, Gasthof Pammer):
Podiumsdiskussion "Atomstrom aus Temelin in Österreich! - Was erwartet uns
nach der EU - Erweiterung?" (Anti Atom Komitee)
14.2. 9:00 - 17:00 PUCHBERG b. Wels (OÖ): Seminar "Die beste aller Welten".
Wohin bewegt sich die Gesellschaft im 21. Jahrhundert? Mit Gerhard Schulze.
(Bildungshaus Puchberg, Puchberg 1, 4600 Wels, Tel. 07242-46558)
14.2. 13.00-17.00 SALZBURG (Seminarraum im oberen Container der ARGE
Kulturgelände Nonntal, Mühlbacherhofweg): Treffen zur Vorbereitung eines
inhaltlichen Arbeitsbeitrags des Salzbg. Social Forum/ SSF zum nächsten ASF
in Linz - Verschränkungsforum in etwa zum Thema "Antisemitismus in der
Sozialforenbewegung".
16.2. 19.00 WIEN (Bruno Kreisky Forum for International Dialogue,
Armbrusterg. 15): Lecture "Georgia and New Geostrategies" by Nino
Burjanadze, Chair of the Parliament of Georgia , Vice-President of the OSCE
Parliamentary Assembly. (Anmeldung: Tel. 3188260/20,
einladung.kreiskyforum@kreisky.org)
17.2. 20:00 BREGENZ (Vbg./ Studienzentrum, Belruptstr. 10): "Globalisierung
und Frauen". Vortrag und Gesprächsrunde mit Mascha Madörin.
(Frauengetriebe, www.frauengetriebe.at, )
18.2. 15.30 WIEN (Vienna International Centre, C-Building, 3rd floor, Press
Briefing Room):
Information and discussion meeting "Activities on peace issues of
international NGOs 2004". (Registration till 17.2. to, Thomas Schönfeld,
Tel. 01-6043987, Thomas.Schoenfeld@univie.ac.at) 23.2. 19:30 SEEKIRCHEN a.
Wallersee (Sbg., Pfarrsaal): "Auswirkungen der Globalisierung - was können
wir tun?" Vortrag und Diskussion mit Christian Felber. (KBW, Kontakt:
Hermann Moesl: moesl@utanet.at)
24.2. 18.30 WIEN (Altes Rathaus, Wipplingerstr. 8): Veranstaltung
"Europa-Plattform 2004" - "EU-Binnenmarkt und Wirtschaftswachstum: Wie den
Verkehr bewältigen?" (Renner-Institut, Tel: 01-8046501-28,
walla@renner-institut.at)
25.2. 18.30 WIEN (ÖH-Bundesvertretung, Liechtensteinstr. 13,
Sitzungszimmer, 2.St.): Aktionstreffen zur "Stopp GATS Kampagne" für den
2.4. im Rahmen des europaweiten Tages gegen Privatisierung und Sozialabbau,
eine Aktion zur Demokratisierung öffentlicher Dienstleistungen in Wien.
(Johannes Schimmerl, ÖH, Bundesvertretung, Liechtensteinstr. 13, 1090 Wien,
Tel: 01-310 88 80-13, www.oeh.ac.at)
26.2. 11:00-16:00 WIEN: "Globales Lernen". Workshop mit Annette
Scheibenpflug. (Lateinamerikainstitut, Türkenstr. 25, 1090 Wien, Tel.
01-4055515-314, franz.halbartschlager@oneworld.at)
26.2. 19:30 SALZBURG: Vortrag mit Siegfried Pater (Bonn) "Die Politik der
kleinen Schritte". Ein Umweltschutzprojekt in der Wüste Gobi/ China.
(Bildungshaus St. Virgil, Ernst-Grein-Str. 14)
27. - 29.2. LOCCUM (D): Tagung "Am Souverän vorbei? Der Prozess
europäischer Verfassungsgebung und die Öffentlichkeit". (Evang. Akademie
Loccum, Postf. 2158, D-31545 Rehburg-Loccum, Tel. 05766-81-113, e-mail:
eal@evlka)
MÄRZ 2003
4. - 5.3. BRÜSSEL (B, European Parliament, Room ASP 1G02): Conference
"Remaking the Global Trading System". With Tom Crompton-WWF, Ronnie
Hall-FoEI, Vandana Shiva-Research Foundation, India, Pascal Lamy-EU Trade
Commissioner, Michael Meacher-ex UK Environment Minister, Wolfgang
Sachs-Wuppertal Institute. (Registration necessary on
GreensTradeConference@europarl.eu.int)
4. - 5.3. WELS (OÖ): Europäisches Ökostromforum; 4. - 7.3.
Energiesparmesse, 4.3.: Tagung "Gebäude der Zukunft", 4.3. 17:30 - 21:00:
Abendevent "Megatrends der Ökoenergie" - zu den World Sustainable Energy
Days 2004. (Info: O.Ö. Energiesparverband, Landstr. 45, 4020 Linz, Tel.
0732-7720-14386, office@esv.or.at, www.esv.or.at)
6.3. STROBL (Sbg.): Tagung "Von einer Kultur des Krieges zu einer Kultur
des Friedens". Wege zur Friedensbereitschaft. (Bundesinstitut für
Erwachsenenbildung St. Wolfgang, BIfEB, 5350 Strobl, Tel. 06137-6621-0, Fax
-116, e-mail: office@bifeb.at, www.bifeb.at)
6.3. 10:00 - 18:00 SALZBURG: "Theater of Relevance - der gesellschaftliche
Kampf gegen Kinderarbeit". Theaterworkshop mit Manjul Bhardwaj aus Mumbai/
Indien. (AAI-Salzburg, Wr. Philharmonikerg. 2, 5020 Salzburg, Tel.
0662-841413-12)
11. - 12.3. LINZ: Tagung "Krieg und Medien".
11. - 13.3. VELM (NÖ): Theaterworkshop mit Manjul Bhardwaj aus Mumbai/
Indien zum Thema Kinderarbeit. (GfbV, Tel. 0676-5726675, bcrainer@aon.at,
www.gfbv.at, www.cozucare.org/ngos/etf)
14.3. - 2.4. DARTINGTON (GB): Course "Agri-Culture and Agro-Ecology: A New
Future for Rural Systems" with Tewoldge Egziabher, Jules Pretty and Miguel
Altieri. (Schumacher College)
14.3. 10:00 - 12:00 EUGENDORF (Landgasthof Holznerwirt, Sbg.): Vortrag zu
"WTO und Landwirtschaft" von Christian Felber. (Info: Georg Sams, Tel.
06216-4409)
18.3. 19:30 SALZBURG: Vortrag "Eiszeit der Ethik". Die Zehn Gebote als
Grenzpfähle für eine humane Gesellschaft mit Reimer Gronemeyer.
(Bildungshaus St. Virgil, Salzburg, Ernst-Grein-Str. 14)
18. - 19.3. STROBL (Sbg.): Werkstatt "Argumentationstraining zu Bildung &
Ökonomie". Bildung und/ oder Ausbildung - Kann Bildung Arbeitslosigkeit
verhindern? - Wer zahlt eigentlich für die Bildung? (Bundesinstitut für
Erwachsenenbildung St. Wolfgang/ BIfEB, 5350 Strobl, Tel. 06137-6621-0, Fax
-116, e-mail: office@bifeb.at, www.bifeb.at)
20.3. ÖSTERREICHWEIT: Europäischer "Aktionstag für den Frieden". Für den
Rückzug der Besatzungstruppen aus dem Irak, den Rückzug Israels aus den
besetzten Gebieten u.a.
20.3.WELTWEIT: "Aktionstag für den Frieden". Für den Rückzug der
Besatzungstruppen aus dem Irak, den Rückzug Israels aus den besetzten
Gebieten u.a. (Info: www.esf-fse.org)
27. - 28.3. PUCHBERG b. Wels (OÖ, Bildungshaus): Gesellschaftspolitische
Tagung "Der christliche Glaube muss politisch sein". Kirchliche Sozialethik
und politische Mitgestaltung in Österreich und Europa. (Pastoralamt Linz,
Sozialreferat, Kapuzinerstr. 84, 4020 Linz, Tel. 0732-7610-3251,
sozialreferat@dioezese-linz.at)
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Liebe Freunde!
Wie ihr seht, kann ich - dank der ärztlichen Künste - auch auf dem linken
Auge wieder 100%ig sehen - also auch die Licht- und Schattenseiten auf der
"Linken Hemisphäre". Damit bin ich wieder für's Netzwerken voll einsatzfähig!
Allerdings belasten uns die Kosten für unser Büro - v.a. für den Computer
und das Netzwerken - unser knapper werdendes (Finanz- und Zeit-)Budget.
Ich muß daher jene unter euch, die etwas aus ihrem Budget beisteuern
können, dringend um finanzielle Unterstützung auf unser Vereinskonto (siehe
unten!) bitten. Das richtet sich vor allem an Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter von größeren Organisationen. Sonst müßten wir unsere
Informationsdienste im Umfang und in der Verbreitung erheblich einschränken.
Wir bitten euch um eine Rückmeldung bis Ende Februar und danken euch für
jede Form von Unterstützung entsprechend euren Möglichkeiten.
Solidarische Grüße und herzlichen Dank
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Konto Nr. 0600-970305 (Blz. 20314) Sparkasse Bad Ischl, Geschäftsstelle Pfandl
IBAN: AT922031400600970305 BIC: SKBIAT21XXX
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From mareichl@ping.at Mon Feb 9 20:50:24 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 09 Feb 2004 21:50:24 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 86 - David Krieger: M.L. King's Vietnam-Message Relevant
to Iraq
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040209214457.03c48e20@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 86 - David Krieger: Martin Luther King's Message On
Vietnam is Relevant to Iraq
Bad Ischl, 9.2.2004
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Martin Luther King's Message On Vietnam is Relevant to Iraq
David Krieger*
January 27, 2004
In a lecture in late 1967 over the Canadian Broadcasting Company, Martin
Luther King, Jr. addressed the subject of "Conscience and the Vietnam War."
His conscience was clearly telling him that this was a war that made no
sense and must be stopped.
"Somehow this madness must cease," King said. "We must stop now. I speak as
a child of God and brother to the suffering poor of Vietnam. I speak for
those whose land is being laid waste, whose homes are being destroyed,
whose culture is being subverted. I speak for the poor of America who are
paying the double price of smashed hopes at home and death and corruption
in Vietnam. I speak as a citizen of the world, for the world as it stands
aghast at the path we have taken. I speak as an American to the leaders of
my own nation. The great initiative of this war is ours. The initiative to
stop it must be ours."
King went on to say in his speech, "The war is Vietnam is but a symptom of
a far deeper malady within the American spirit." Within a few months, that
malady would result in King's assassination, and over the years since
King's death that malady would lead America into other wars in other places.
Today, King's words could be transposed from Vietnam to Iraq: "I speak as a
child of God and a brother to the suffering poor of Iraq…." And it is still
the "poor of America" who are paying the greatest price, the ultimate price
on the battlefield and the loss of hope at home, while corporations such as
Halliburton reap obscene profits.
Over the decades the "malady within the American spirit" that King named
persists. It is a malady of power, arrogance and greed, a malady that takes
our high ideals and smashes them in the dust, along with human life, by
bombs dropped from 30,000 feet. With the power to wage war, our leaders
have again thumbed their noses at the international community and sent our
young soldiers to fight and die in an illegal war, authorized neither
constitutionally nor under international law.
King concluded his speech by saying, "We must move past indecision to
action. We must find new ways to speak for peace in Vietnam and for justice
throughout the developing world that borders on our doors. If we do not
act, we shall surely be dragged down the long, dark and shameful corridors
of time reserved for those who possess power without compassion, might
without morality, and strength without sight."
The world warned the US against going to war in Iraq. The UN Security
Council refused to be forced into war or to authorize it, and the US
president called the UN irrelevant. Millions of people throughout the world
took to the streets, and the US Administration dismissed them as irrelevant.
Today, the US Administration has had its way, and the terrible scourge of
war has again been unleashed. Thousands have died, including more than 500
American soldiers. Tens of thousands have been injured and maimed,
including thousands of American soldiers. Saddam Hussein has been pulled
from power and his statues toppled, but Iraq is in chaos as a result of the
US invasion and occupation, and experts are predicting that a terrible
civil war lies ahead. No weapons of mass destruction have been found in
Iraq, although the US president assured us they were there, and American
soldiers are being confronted daily by bullets, bombs and scorn.
What would King say to us today? Would he be resilient, or would he be
broken by the "shameful corridors" through which our leaders have dragged
us? Surely, he would be resilient. He knew the pain of struggle and he knew
that war and violence only breed more war and violence. But how his heart
would ache for the lost promise of those destroyed by this war and for the
poor who bear the burden most. How his heart would ache if he could see how
little we have progressed in overcoming the maladies of power, arrogance
and greed. Surely, King's message would be constant, and he would be
leading a nonviolent struggle today to find the way to peace and respect
for human dignity in America, Iraq and throughout the world.
*David Krieger is president of the Nuclear Age Peace Foundation. He is the
co-author of "Choose Hope: Your Role in Waging Peace in the Nuclear Age"
and "Peace: 100 Ideas".
http://www.wagingpeace.org/articles/2004/01/27_krieger_king-message.htm
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Tue Feb 10 09:03:08 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 10 Feb 2004 10:03:08 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 87 - Claudia von Werlhof - Frauen, Ökonomie, Krieg
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040210095322.0258ecb0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 87 - Claudia von Werlhof - Was haben die Hühner mit dem
Dollar zu tun? Frauen und Ökonomie
Bad Ischl, 10.2.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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Was haben die Hühner mit dem Dollar zu tun?
Frauen und Ökonomie
Vorwort für die japanische Übersetzung
Claudia von Werlhof
November 2003
Frühere Analysen im Licht des Heute.
Ich freue mich, dass nun auch dieser Teil meiner Schriften dem japanischen
Publikum zugänglich wird. Das Buch entstand vor 12 Jahren nach meiner
Habilitationsschrift: "Wenn die Bauern wieder kommen... Frauen, Arbeit und
Agrobusiness in Venezuela" (Bremen 1985) und der nachfolgenden Reflexion
der theoretischen Debatten in den 80iger Jahren. Der theoretische Ansatz,
den wir in dieser Zeit an der Universität Bielefeld entwickelten, der
sogenannte "Bielefelder Ansatz", eine ökofeministische Analyse
kapitalistischer Entwicklung und Unterentwicklung, hat bisher gehalten, was
er versprochen hat: Das Ihnen nun vorliegende Buch liest sich, als sei es
gerade erst geschrieben worden. Es fehlen nur Begriffe wie Globalisierung,
neue Kriege, WTO und GATS, weil sie zur damaligen Zeit als Begriffe bzw.
Phänomene noch nicht existierten. Aber die Probleme, um die es heute geht
und die heute überall diskutiert werden, waren schon damals bei uns voll
umfänglich im Blick und wurden in ihrer gesamten Tendenz und Brisanz
schonungslos aufgezeigt. Leider hat die Vorausschau gestimmt. Ich hätte
mich lieber geirrt.
Unsere Erkenntnisse wie die,
- daß auch der Osten immer schon zum "kapitalistischen Weltsystem" gehört
hat, oder - daß sowohl Nationalstaat wie Sozialstaat Illusionen sind, oder
- daß nicht die Entwicklung des Nordens zum Modell der Entwicklung des
Südens wird, sondern umgekehrt die Unterentwicklung - vielmehr das aktive
Unterentwickeln - des Südens nun auch zum Modell der Unterentwicklung und
Kolonisierung des Nordens geworden ist, oder
daß der sogenannte informelle Sektor und die "Informalisierung", oder, wie
wir sagen, die "Hausfrauisierung" der Arbeit, unsere Zukunft bestimmen
werden und nicht eine weitere Ausbreitung der freien Lohnarbeit,
sind heute zur handgreiflichen Wirklichkeit der meisten Menschen auf der
Welt geworden. Nicht Frieden, Wohlstand und Entwicklung sind überall
eingekehrt, sondern das Gegenteil. Wir sind heute sogar auf dem Weg in ein
globales "Kriegssystem" (Maria Mies/Claudia von Werlhof: "Krieg ohne
Grenzen. Die neue Kolonisierung der Welt", PapyRossa, Köln, 2004).
Heute erst recht sind wir gezwungen, über den Kapitalismus und den per
"Weltsystem" dazugehörigen Sozialismus hinauszudenken und insbesondere den
gemeinsamen patriarchalen Hintergrund zu thematisieren. In diesem Bereich
habe ich inzwischen weitergeforscht und zu einer grundlegenden und
differenziert anwendbaren Definition des Patriarchats als "alchemistischem
System" gefunden. Dabei wird endlich deutlich, warum Patriarchat seit
seinem Beginn vor rund 5000 Jahren nicht einfach bloß "Männerherrschaft"
bedeutet, sondern Herrschaft nur die Vorbedingung und Begleiterscheinung
eines viel umfassenderen Projekts ist. Dieses Projekt des Patriarchats
besteht in nichts Geringerem als dem Versuch der insbesondere seit der
Neuzeit auch technologischen Ersetzung der frauen- und naturgeschaffenen
Welt durch eine männliche "Schöpfung", die besser, edler, höher, ewig und
vor allem in Zukunft gänzlich unabhängig sein soll von Frauen und Natur
überhaupt. Unter dieser "utopischen" Perspektive werden heutige Vorhaben
und Tendenzen etwa auch der Globalisierung viel besser verstehbar.
Überhaupt kann eine disziplinäre Verengung der Analyse immer weniger
eingehalten werden, da sie die heute geradezu lebensbedrohlichen
Zusammenhänge zwischen kapitalistischer Wirtschaft, ökologischer
Zerstörung, globaler Verarmung, neuen technologischen Entwicklungen und
neuen Kriegen nicht erklären kann.
Dennoch oder eben deswegen hat inzwischen eine "postmoderne" Verschleierung
der so notwendigen Erkenntnis der Zusammenhänge stattgefunden: die
Abhängigkeit der Gesellschaft von ihren Naturgrundlagen und von der
Akzeptanz seitens der Frauen ist gerade in dem Moment völlig in den
Hintergrund getreten, als sich diese Abhängigkeiten immer deutlicher
bemerkbar machten: einmal als Krise des Ökosystems, ein andermal als
"Gebärstreik" der Frauen in den Industrieländern.
So wurde schnell der angebliche "technologische Ausweg" propagiert, nämlich
insbesondere in Gestalt der Bio-, Gen- und Reproduktionstechnologien.
Es gibt heute Frauen, die tatsächlich glauben, dass die Gentechnik ihnen
die Arbeit des Gebärens abnehmen würde, und dass dies sogar zu begrüßen
sei! Welch ein Wahn und welch eine geistige Verwirrung zeigt sich doch beim
Glauben an einen technischen Fortschritt mittels maßloser Gewalt, nämlich
auf der Basis der irreversiblen Zerstörung unseres genetischen Erbes! Dies
nenne ich "alchemistisch": nämlich die bereits in der Alchemie vor langer
Zeit propagierte Methode des "Teile und Herrsche" der und über die Materie,
um durch die Bearbeitung und Neuzusammensetzung der aus ihr herausgelösten
Stoffe zu einer männlich gemachten, statt weiblich geborenen Ersatzwelt zu
gelangen.
Der alchemistische Wunderglaube ist heute groß in Mode, obwohl man ihn
nicht mehr so nennt. Denn die Alchemie ist historisch gescheitert. Genau
das blüht ihr erneut. Nur, auf ihrem Weg hat sie inzwischen weltweit und
massenhaft das Leben zum Teil unwiederbringlich zerstört.
Auch mein "Lieblingsbegriff" der "fortgesetzten ursprünglichen
Akkumulation", den ich in Erweiterung von Karl Marx und Rosa Luxemburg
entwickelt habe, hat sich leider immer mehr bewahrheitet: Heute wird
durch Abkommen wie das GATS, das allgemeine Abkommen über den Handel mit
Dienstleistungen, der WTO, versucht, auch noch jene Bereiche zu
kapitalisieren, zu monetarisieren und zu kommerzialisieren, also in Kapital
zu verwandeln, die bisher aus guten Gründen gerade davon ausgenommen waren,
nämlich der öffentliche Sektor und die häusliche Sphäre. So ist auch die
Zerschlagung der letzten Gemeingüter, Almenden oder (englisch) "commons"
Ziel der Privatisierungspolitik des Neoliberalismus weltweit.
Der sog. Neoliberalismus begann mit dem Putsch gegen Salvador Allende 1973
in Chile und der Installation einer US-gestützten Militärdiktatur. Das
beweist, daß Neoliberalismus und Militarismus von Anfang an zusammen gehörten.
WTO - Politik wie die mit dem GATS, aber auch anderen Abkommen wie dem
gescheiterten MAI, mit dem 1997 die internationale zivilgesellschaftliche
Antiglobalisierungsbewegung begann, sieht vor, dass die Völker enteignet
werden und allen noch vorhandenen Wohlstand auf dem Altar der Konzerne
abzugeben haben. Auf der Basis einer derartigen fortgesetzten
ursprünglichen Akkumulation, nämlich eines globalen Raubzuges, soll dann
ein neues Wachstum möglich werden, eine neue Kapitalakkumulation zugunsten
von immer weniger Reichen auf dieser Welt.
Logisch ist, dass dabei die alte Kapitalismusdefinition, die wir immer
schon kritisiert haben, vor aller Augen zerfällt: Kapitalismus bedeutet
eben nicht einfach nur die Existenz von Kapitalisten und Lohnarbeitern,
sondern Kapitalismus bedeutet die sukzessive Verwandlung aller
Arbeitskraft, allen Bodens und allen Lebens in Waren. Ob und inwieweit
dabei Lohnarbeit entsteht, ist eben nicht das Problem des Kapitals. Es ist
höchstens das Problem der Gewerkschaften.
Wie wir aber sehen, setzt sich die Hausfrauisierung anstatt der sogenannten
Proletarisierung der Lohnarbeit nicht nur unter Frauen, sondern heute auch
unter Männern, und zwar selbst denen in den nördlichen Zentren durch. Alle
produzieren Waren, aber oft nur als neue Sklaven oder Leibeigene, neue
Zwangsarbeiter und unfreiwillige "Hausfrauen", das heißt praktisch umsonst.
Das sichert Profite und Wachstum für die Konzerne viel mehr als die
reguläre "proletarische" Lohnarbeit!
Es erlebt heute jeder am eigenen Leibe, damals haben wir es schon
prognostiziert. Wegen des GATS kommt heute aber noch verschärfend hinzu,
daß durch die Privatisierung nach und nach aller Dienstleistungen sich das
Leben auf der einen Seite enorm verteuert, während die Löhne auf der
anderen Seite ebenso enorm sinken. Gerade Frauen sind davon besonders
betroffen, weil sie nicht nur ihre Arbeitsplätze im öffentlichen Sektor
verlieren, und damit gezwungen sind, sich auf die Jagd nach "prekären" Jobs
zu machen. Sondern gleichzeitig werden sie verantwortlich gemacht für die
häusliche Versorgung von Kranken, Alten und Kindern, die aus Kostengründen
nun nicht mehr in Altersheime, Krankenhäuser oder Kindergärten gehen können.
All dies zusammen wird nicht möglich sein. Wir haben daher schon an einen
internationalen Frauenstreik gedacht, wie er einmal 1975 in Island
stattgefunden hat. Da wurde klar: Wenn die Frauen nicht mitmachen, dann
bricht die Gesellschaft zusammen und zwar auf der Stelle!
Auch das Problem der Abhängigkeit durch Verschuldung wird heute viel mehr
erkannt und diskutiert. Damals konnten wir noch kaum begreiflich machen,
dass es im Interesse des Kapitals wäre, dass auch kleine und fast
mittellose Produzenten und Produzentinnen sich verschulden. "Kredite für
Hausfrauen" sind eben keine Sozialpolitik, sondern eine "Investition in die
Armen", aus denen auf diese Weise auch dann noch Kapital geschlagen werden
kann, wenn sie gar keine Lohnarbeiter (mehr) sind.
So aktuell wie noch nie ist unsere Debatte über die Subsistenzperspektive.
Denn dort, wo die Warenproduktion zur neuen Zwangsarbeit wird, nicht nur im
Süden, sondern neuerdings auch im Norden was uns damals niemand glauben
wollte kann nur mit einem Ausstieg aus der Warenproduktion in Richtung
Subsistenzproduktion beantwortet werden. Diese Diskussion über eine
mögliche neue Subsistenz wurde uns immer am meisten verübelt. Inzwischen
sind aber auch im Norden viele solcher Initiativen entstanden, insbesondere
dort, wo der Neoliberalismus wie in Großbritannien oder in den USA schon
länger wütet. Wir haben dazu in englischer und deutscher Sprache ein neues
Buch mit Berichten und Analysen aus allen Erdteilen der Welt herausgegeben
(Veronika Bennholdt-Thomsen/Nicolas Faraclas/Claudia von Werlhof: "There is
an Alternative. Subsistence and Worldwide Resistance to Corporate
Globalization", Zed books, London 2001; und auf deutsch: "Subsistenz und
Widerstand. Alternativen zur Globalisierung", Promedia, Wien, 2003)
Die Frage nach den Alternativen zur heute sogenannten Globalisierung haben
uns also weiter beschäftigt und immer noch steht das Problem der
Einbeziehung der Ökologie- und der Frauenfrage im Mittelpunkt des Problems
einer weiteren Entwicklung der sozialen Bewegungen.
Es scheint besonders schwer, sich vom Glauben an den technischen
Fortschritt und der kapitalistischen Wohlstandspropaganda zu verabschieden
und insbesondere vom Patriarchat. Um diese Fragen wird der Streit wohl noch
lange dauern, und er wir zur Zeit immer heftiger bei denen, die noch an die
bürgerlichen Institutionen glauben, obwohl sie längst zerfallen wie der
Nationalstaat, der Sozialstaat, die Parteien, die Gewerkschaften, die
Familie, der Arbeitsplatz, die Menschenrechte und sogar die WTO (wie in
Seattle 1999 und in Cancún 2003)!.
Die Diskussionen, die wir vor 20 Jahren in der Peripherie über Alternativen
geführt haben, werden also jetzt langsam auch im Zentrum geführt. Denn das
Zentrum peripherisiert sich und wird ebenso kolonisiert wie die Peripherie.
Das anzuerkennen ist für die meisten am allerschwersten, auch wenn man es
hat kommen sehen können. Denn es bedeutet, daß die Menschen im Norden nun
selbst konfrontiert werden mit dem, was sie einst nur den anderen zugedacht
hatten: kolonialer Gewalt, Diktatur, Unterentwicklung und Versklavung.
Man sieht, die Geschichte verschwindet nicht in der Vergangenheit, sondern
hat ihre eigene Logik, die sich unerbittlich und konsequent bemerkbar
macht: "Was Du nicht willst, das man Dir tu`, das füg` auch keinem andern
zu!"
Auch der Streit unter den Frauen in der Frauenbewegung hat beträchtlich
zugenommen und zu einer unüberbrückbaren Spaltung geführt. Auf der einen
Seite Ökofeministinnen wie wir, auf der anderen Seite "Gender-Frauen", die
eigentlich keine Patriarchatskritik wünschen und schon gar kein Interesse
etwa an einer Matriarchatsforschung haben, sondern lediglich innerhalb des
Patriarchats als den Männern Gleiche und Gleichberechtigte anerkannt und
aufsteigen wollen, "aktive Objekte" und "bewusste Mittäterinnen" im
heutigen Drama! Welch ein Antagonismus! Zu diesen Fragen habe ich 1996 noch
das Buch "Mutter-Los. Frauen im Patriarchat zwischen Angleichung und
Dissidenz" (München) und im selben Jahr zusammen mit Annemarie Schweighofer
und Werner Ernst den Band "Herren-Los. Herrschaft Erkenntnis Lebensform"
(Frankfurt, Paris, New York) veröffentlicht. Das letztere Buch ist vor
allem eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob Herrschaft überhaupt
"notwendig" ist oder sich nicht viel eher äußerst kontraproduktiv für die
Entwicklung einer Alternative und die Alternative kann nur herrschaftsfrei
und egalitär sein auswirkt.
Kurz danach, 1997, begann die Auseinandersetzung mit den Projekten der
Globalisierung, zunächst dem MAI, dem Multilateralen Abkommen über
Investitionen, das den Konzernen jegliche Narrenfreiheit hätte geben
sollen. Dazu habe ich mit Maria Mies zusammen das Buch "Lizenz zum
Plündern. Das Multilaterale Abkommen über
Investitionen MAI Globalisierung der Konzernherrschaft und was wir
dagegen tun können", (eva, Hamburg, 1998, 4. Auflage 2003) herausgegeben.
Seitdem gehöre ich zu den unermüdlichen Aktivistinnen gegen Globalisierung,
Konzernherrschaft, Krieg und neoliberale Politik und nehme auch an
verschiedenen nationalen und internationalen Sozialforen, wie zuletzt auf
den Weltsozialforen in Brasilien und demnächst in Indien teil.
Dabei ist uns der Zusammenhang zwischen Globalisierung und Krieg immer
deutlicher geworden. Die Bedrohung ist also keineswegs "nur" ökonomischer,
sondern zunehmend auch militärischer Natur, wie es zuletzt der Jugoslawien-
, der Afghanistan- und der Irak-Krieg und der Krieg gegen den sogenannten
"Terrorismus" zeigen. Denn der sogenannte Terrorismus ist ein weitgehend
nicht von den Unterdrückten, sondern den Herrschenden selbst erfundenes
Phänomen, wie es der Kollege Michel Chossudovsky aus Kanada unter anderem
nachgewiesen hat (Michel Chossudovsky: "War and Globalization", Ottawa, 2003).
Des Terrorismus beschuldigt aber werden vor allem die, die sich gegen die
Projekte der Globalisierung wehren, und die ja bereits in Abkommen wie dem
GATS kriminalisiert werden: So kann ein Konzern beim WTO-Schiedsgericht
gegen Gemeinden oder Staaten klagen - und zwar mit allergrößter Aussicht
auf Erfolg - in denen ein Widerstand gegen sein "Engagement", z.B. bei der
Privatisierung des Trinkwassers, besteht.
In Europa trägt zur Zeit die Ausarbeitung einer Europäischen Verfassung
dazu bei, die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen. Wird doch das Europa
der Zukunft ein militaristisches und dem Neoliberalismus verfassungsmäßig
(!) verpflichtetes sein, wenn es nach dem noch tagenden EU-Konvent geht.
Aber selbst wenn sich die Europäer eine demokratischere Verfassung geben
würden, so haben sie sich - wenn sie gleichzeitig Verträgen wie dem GATS
zustimmen - sowieso für die Diktatur entschieden. Denn Abkommen wie das
GATS sehen nur noch die Interessen der Konzerne als legal und legitim an,
alle anderen als illegal und illegitim. Sie sind Abkommen auf Niveau des
Völkerrechts und stehen damit als eine globale Verfassung automatisch über
jeder anderen Verfassung.
Daher gilt es mit vereinten Kräften, die letztendliche Verabschiedung des
GATS in der WTO zu verhindern, indem möglichst viele WTO-Mitglieder sich
dagegen aussprechen. Die EU und die japanische Regierung scheinen nicht
dazuzugehören. Leider. Denn ich vermute, dass auch in Japan inzwischen
viele Menschen mitbekommen haben, worum es bei der neoliberalen
Globalisierung wirklich geht, und daß sie es ist, die für die neue
Arbeitslosigkeit und Verarmung auch der japanischen Bevölkerung
verantwortlich ist.
Claudia von Werlhof
Innsbruck, im November 2003
From mareichl@ping.at Thu Feb 19 22:19:46 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Thu, 19 Feb 2004 23:19:46 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 88 - Eduardo Galeano: Schlechte Gewohnheiten,
Resignation, Fatalismus...
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040219230748.04482be0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 88 - Eduardo Galeano - Schlechte Gewohnheiten,
Unwürdigkeit, Amnesie, Resignation und Fatalismus bestimmen unser Denken
und Handeln
Bad Ischl, 23.2.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Schlechte Gewohnheiten
Unwürdigkeit, Amnesie, Resignation und Fatalismus bestimmen unser Denken
und Handeln
Eduardo Galeano, Montevideo
Eduardo Galeano ist uruguayischer Schriftsteller und Journalist. Er ist
Autor der Bücher »Die offenen Adern Lateinamerikas« und »Erinnerungen an
das Feuer«. Die Übersetzung des vorliegenden Textes besorgte »ips
columnists service«.
Eine Geste nationaler Würde ist am Jahresanfang zu einem großen Skandal
geworden. Sie wurde zur weltweiten Schlagzeile, als würde man über etwas
ganz Ausgefallenes berichten, wie etwa: »Mensch beißt Hund.«
Was ist geschehen? Brasilien verlangte von Reisenden aus den USA das
gleiche, was die USA von Brasilianern forderte: Visa im Reisepaß,
Identitätskontrolle bei der Einreise, inklusive Foto und Fingerabdrücke.
Vielerorts ist diese natürliche Haltung als gefährliche Entgleisung
verurteilt worden. Vielleicht hätte man das anders gesehen, wenn die Welt
nicht so schlecht erzogen wäre. Denn, das Anormale an der Situation ist
eigentlich, daß der brasilianische Präsident Lula, der einzige gewesen ist,
der so agiert hat. Das Anormale ist doch, daß alle anderen ohne Murren die
neuen Bedingungen akzeptierten, die die Regierung Bush (mit Ausnahme
einiger wenigen Privilegierten, die jenseits von Terrorismus und Bosheit
stehen) der Welt aufgezwungen hat.
Natürlich erklärt sich das alles (das fehlte ja noch!) mit dem 11.
September. Jene Tragödie, die Präsident Bush noch immer, wie eine Art
Police für ewige Straffreiheit benutzt, eine Tragödie, die sein Land zur
ständigen Kampfbereitschaft vergattert.
Wir alle wissen, daß kein einziger Brasilianer etwas mit dem Anschlag gegen
die Zwillingstürme in New York zu tun gehabt hat. Umgekehrt aber, und daran
erinnern sich nur wenige, war die USA sehr wohl beim größten Attentat in
der Geschichte Brasiliens, dem Militärputsch im Jahr 1964, ganz
entscheidend beteiligt, sowohl politisch, wirtschaftlich, militärisch, wie
auch medial.
Diese Geschichte mit der Identitätskontrolle für Reisende, die einen
derartigen Wirbel verursacht hat, ist nichts weiter als ausgleichende
Gerechtigkeit. Es wäre jedenfalls lächerlich, eine späte geschichtliche
Rache hineininterpretieren zu wollen. Der routinierte Ablauf dieser
Schändlichkeit hat in Lateinamerika sehr viel mit der schlechten Gewohnheit
der Amnesie zu tun. Daher ist es sicherlich nicht falsch, daran zu
erinnern, daß die offizielle und offiziöse Beteiligung der USA am
terroristischen Putsch inzwischen eine mit Dokumenten und Eingeständnissen
der wichtigsten Beteiligten belegte Tatsache ist. Mehr noch, es lohnt sich
auch, daran zu erinnern, daß der militärische Staatsstreich nicht nur eine
lange Militärdiktatur eingeleitet hat, sondern daß damit die sozialen
Reformen, die von der demokratisch gewählten Regierung von Jango Goulart
gerade durchgeführt wurden um das ungerechteste Land der Welt etwas
gerechter zu machen beendet und begraben worden sind.
Der Gerechtigkeitsdrang in Brasilien hat 40 Jahre gebraucht, um wieder
aufzukommen. Wie viele brasilianische Kinder sind in diesen 40 Jahren
verhungert? Der Terrorismus, der verhungern läßt, ist nicht weniger
abscheulich, als der Terrorismus, der mit einer Bombe tötet.
***
Schlechte Gewohnheiten: Unwürdigkeit, Amnesie, Resignation.
Angst macht es uns schwer, sie zu ändern; Denkfaulheit macht es uns schwer,
uns selbst ohne diese schlechten Gewohnheiten vorzustellen.
Wir können uns die Umkehrung eines Anschlages die Gegenseite von jeder
Sache einfach nicht mehr vorstellen. Uns beispielsweise zu fragen: Was
wäre geschehen, wenn der Irak in die USA einmarschiert wäre, mit dem
Hinweis, die Vereinigten Staaten besäßen Massenvernichtungswaffen? Oder,
was wäre passiert, wenn die venezolanische Botschaft in Washington, einen
Versuch, die Regierung von George W. Bush zu stürzen, unterstützt und
begrüßt hätte? Was wäre passiert, wenn die Regierung Kubas 637 Attentate
gegen die Präsidenten der USA organisierte hätte als Antwort auf die 637
Anschläge, mit denen sie versucht haben, Fidel Castro umzubringen?
Und was würde geschehen, wenn sich die Länder des Südens einfach weigerten,
auch nur eine einzige der Auflagen des Internationalen Währungsfonds und
der Weltbank umzusetzen, wenigstens solange, bis diese Organisationen
beginnen, die gleichen Auflagen gegenüber den Vereinigten Staaten, der
größten Schuldnerin auf Erden anzuwenden? Und was, wenn der Süden darauf
besteht, die gleichen Subventionen und Handelsbeschränkungen einzuführen,
die die reichen Länder für sich beanspruchen, den anderen aber verbieten?
***
Schlechte Gewohnheit: der Fatalismus.
Wir akzeptieren, was unakzeptabel ist, als wäre es ein Teil der natürlichen
Ordnung, als wäre keine andere Ordnung möglich. Die Sonne macht kalt, die
Freiheit unterdrückt, die Integration desintegriert ... das ist halt so, da
kann man nichts machen, ob es uns nun gefällt oder nicht. Wählen Sie aus,
zwischen dem und dem. Genau in dieser Weise verkauft man zum Beispiel die
Freihandelszone (FTAA, spanisch ALCA) für den ganzen amerikanischen Kontinent.
***
Damals, zu Beginn der Zeitalter, hat sich der alte Zeus, der
Herrschsüchtige, keineswegs geirrt, als er unter allen Bewohnern des
griechischen Olymps Hermes auswählte er war der Verlogenste, der
Betrüger, der Dieb, der alle bestahl.
Zeus schenkte ihm ein Paar Sandalen mit goldenen Flügelchen und ernannte
ihn zum Gott des Handels. Es war Hermes, später Merkur, der die
Welthandelsorganisation (WTO), die Freihandelszonen, gemeinsame Märkte und
wie die Kreaturen alle heißen (NAFTA, FTAA, usw.) inspiriert und ganz nach
seinem Ebenbild geschaffen hat.
NAFTA, der Freihandelsvertrag zwischen Kanada, Mexiko und USA ist gerade
zehn Jahre alt geworden. Seit seiner Gründung trägt er die Handschrift von
Hermes.
Nachdem diese Art von Marktfreiheit nun über ganz Amerika ja sogar die
ganze Welt - gespannt werden soll, sollten wir uns an einige
charakteristische Entwicklungen erinnern.
1996 hat die kanadische Regierung den Verkauf eines
»gesundheitsgefährdenden Neurotoxins« verboten. Es handelte sich um einen
Zusatz für das Benzin, der von der US-Firma Ethyl produziert wurde. Diesen
giftigen Zusatz, der in den USA selbst verboten war, verkaufte man exklusiv
nach Kanada. Die Firma Ethyl, die sich schon Jahre der edlen Aufgabe
widmete, andere Länder zu vergiften, reagierte sofort und verklagte den
kanadischen Staat, weil das Verbot ihres Produktes eine Einschränkung der
Handelstätigkeit, eine schwere Schädigung des Ansehens und »eine
Enteignung« bedeute. Die kanadischen Anwälte warnten ihre Regierung, daß
der Fall praktisch verloren wäre, es sei da nichts zu machen. Im Freimarkt
NAFTA herrschen die Firmen. Mitte 1998 hat die kanadische Regierung das
Verbot aufgehoben, um Entschuldigung gebeten und eine Entschädigung von 13
Millionen US-Dollar an die US-Firma gezahlt.
1995 sah sich die US-Firma Metalclad daran gehindert, eine Deponie für
Giftmüll im mexikanischen Staat San Luis Potosí wieder zu eröffnen. Die
Bevölkerung war entschlossen, mit Macheten in der Hand jede weitere
Vergiftung der Böden und des Brunnenwassers zu verhindern. Metalclad
verklagte den mexikanischen Staat wegen dieser »Enteignung«, und nach den
Regeln des Freihandelsvertrages NAFTA mußte die Regierung 2001 der Firma
eine Entschädigung von 17 Millionen US-Dollar überweisen.
***
Die Organisation der Vereinten Nationen entstand Ende des Zweiten
Weltkrieges. John Fitzgerald Kennedy und Orson Wells waren damals unter den
2 500 Journalisten, die über dieses großartige Ereignis berichteten.In der
Charta der UNO wurde »die Gleichheit der Rechte der großen und kleinen
Nationen« festgelegt. Mit diesem großen Versprechen, der souveränen
Gleichheit aller Mitglieder, sollte es der neuen Organisation möglich
werden, den Lauf der Geschichte der Menschheit zu verändern. 60 Jahre
später, das kann jeder feststellen, hat sich die Geschichte zum
schlechteren verändert.
***
Daß die schlechten Gewohnheiten kein Schicksal sind, beweisen immer mehr
Länder, die es satt haben, bei der großen universellen Farce, die Rolle der
Dummen zu spielen.
Vor einem Jahr, stellte Thomas Dawson, Sprecher des Internationalen
Währungsfonds fest: »Wir haben immer mehr hervorragende Schüler in
Lateinamerika«. Das war die gewohnte Rede. Jetzt, warnt der argentinische
Präsident Néstor Kirchner: »Wir sind kein Fußabtreter mehr«. Das ist die
neue Sprache.
Neue Sprache, neue Haltung. Unsere Regierungen vertragen sich sehr schlecht
mit der Bevölkerung und noch schlechter mit den Nachbarn. Das ist eine
lange und traurige Geschichte von Scheidungen. Aber durch die letzten
internationalen Finanz- und Handelstagungen, in Cancún und Monterrey, weht
ein neuer Wind, der die Luft erfreut. Nach so vielen Jahren der Einsamkeit
haben wir Schwache begonnen zu verstehen, daß wer alleine marschiert, auch
geliefert ist. Nur ganz wenige Ausnahmen, wie der gegenwärtige uruguayische
Präsident, glauben an die Rolle des glücklichen Bettlers.
Sogar die Dickköpfigsten fangen an zu kapieren, daß auf diesem
erniedrigenden Feld, wo die Mächtigen ungestört mit einseitigem
Handelsprotektionismus, finanzieller Erpressung und militärischer
Gewaltanwendung schalten und walten, es nur eine Würde geben kann, nämlich
die geteilte.
Man müßte sich nur beeilen, meine ich, bevor wir so ausschauen wie die
neuen Bilder vom Mars!
Aus: "junge Welt", 14.02.2004
http://www.jungewelt.de/2004/02-14/026.php
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
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e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Thu Mar 4 11:01:40 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Thu, 04 Mar 2004 12:01:40 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 90 - RB Nr.112 - Krieg über den Computer/ SPAMS
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040304115215.025db3c0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 90 - RB. Nr 112 - Krieg über den Computer" -
Erfolgreiche" SPAMS/ ARGE DATEN NEWS
Krieg über den Computer
Angesichts der ausufernden Spam- und Wurm-/ Virus-mail-Flut wird das
Sortieren trotz Virenscanner immer mühsamer und problematischer. Die
Gefahr, dass wichtige e-mails untergehen bzw. ungelesen gelöscht werden,
wächst auch. Auch unsere Adresse wird seit längerem von Unbekannten
fallweise zum Spam-Versenden missbraucht. (Bitte entschuldigt, wenn ihr
sein solches e-mail erhalten habt - es kommt nicht aus unserem Computer.)
Ein Umstieg auf eine andere Adresse ist angesichts der weiten Verbreitung
in verschiedenen Netzen und öffentlich zugänglichen Verzeichnissen ziemlich
mühsam und nur kurz wirksam.
Dazu kommen noch ständig weiterentwickelte kommerzielle
Adressensammel-Techniken, die sich u.a. hinter "einschlägigen" Namen bzw.
Interessenangaben verstecken. Doch damit können auch "normale" Anfragen
"neuer" Interessenten darunterfallen. Die Entscheidungen werden immer
schwieriger.
Auch wenn die lästige und gefährliche Flut meist von profitorientierten
"Privaten" stammt, könnten sich auch gezielte strategische Behinderungs-
und Sabotagestrategien gegnerischer (politischer) Kräfte daruntermischen.
Der globale Krieg gegen die Globalisierungsgegner und ähnlich Engagierte
findet auch in diesem Segment längst statt. Wir sollten uns weder eine
Abschottung in Paranoia noch sorglose Ignoranz leisten. Umso notwendiger
wird es, dass eine schnell reagierende professionelle Beratungs- und
Unterstützungsstruktur zur Verfügung steht, v.a. auch für jene, zu denen
ich gehöre, die nicht immer Möglichkeiten und Zeit haben, sich laufend zu
informieren und auch technisch darauf zu reagieren. Auch wir sollten
endlich auf das Linux-System umsteigen!
Matthias Reichl
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Date: Wed, 3 Mar 2004 16:04:50 +0100
Subject: SPAM wird zum 'erfolgreichsten' e-business-Modell!
From: ARGE DATEN NEWS SERVICE
EU-Studie dokumentiert arlamierende Entwicklung - 7% der Benutzer bestellen
aufgrund von SPAM-Nachrichten - 51% der Mails sind SPAM - Gewinne ab einer
Bestellung je Million Mails
Bedrohung der Informationsgesellschaft
Rund 6 Trillionen SPAM-Nachrichten wurden 2003 verschickt (=
6.000.000.000.000.000.000 Mails), gegenüber 'nur' 3 Trillionen im Vorjahr.
Besonders beunruhigend ist das massive Wachstum. Waren 2001 7% aller Mails
SPAM-Nachrichten, waren dies 51% im Jahr 2003. Während der gesamte
Mailverkehr eher konservative Wachstumsraten hatte, etwa 40% in zwei
Jahren, betrug die SPAM-Steigerungsrate im Zweijahresabstand 1000% (!!).
Als besonderes Ärgerniss registriert die Studie falsche und irreführende
Angaben in der Betreffzeile, die Verschleierung des Absenders und das
wahllose Versenden jugendgefährdender Inhalte an Erwachsene und Jugendliche
gleichermassen.
Laut FTC, der US-Handelsbehörde, enthalten 22% der SPAMs falsche
Betreffangaben, 42% irreführende Betreffzeilen, die eine persönliche oder
geschäftliche Beziehung vorgaukeln, 44% enthalten falsche Absenderangaben,
40% waren als gefälschte Mails zu bewerten. Die FTC erhält über eine eigens
eingerichteten Datenbank täglich (!) 130.000 SPAM-Hinweise.
Unterschätzte indirekte Kosten
Während die direkten SPAM-Kosten offensichtlich sind (Kosten für entfernen
unerwünschter Nachrichten, Leitungs- und Speicherplatzkosten,
Konfigurationskosten für Filter und Software), bleiben die indirekten
Kosten oft unbeachtet.
Aufgrund der derzeitigen Filtertechniken werden immer öfter legitime
Nachtrichten nicht zugestellt ('falsche positive') oder Mails schlicht
nicht gelesen, weil sie wie SPAM wirken. In einer Umfrage gaben 25% der
Teilnehmer an, dass sie aufgrund der massiven SPAM-Zunahme weniger Mails
als bisher lesen.
Lukratives Geschäft
Während die tatsächlichen wirtschaftlichen Schäden schwer zu ermitteln
sind, die Aussagen diverser Marktuntersuchungen schwanken bis zu einem
Faktor 100, sind die Gewinnchancen für die Versender astronomisch.
Ein Versender von Massenpost gab an, er könne auch dann noch Gewinne
erzielen, wenn die Antwortrate unter 0,0001% liege, also bloß einer von
einer Million Angeschriebenen reagiert.
Laut Pew Internet haben 7% der Benutzer auf Grund von SPAM-Zusendungen
Bestellungen aufgegeben und 33% reagierten auf Links, die sie per SPAM
erhielten.
Siamesischer Zwilling WURM
Immer lukrativer wird der Geschäftszweig des 'erntens' von Mailadressen,
oft durch Würmer provoziert oder auch durch das Angebot, durch Reagieren
auf ein SPAM-Mail von weiteren SPAMs verschont zu werden.
Auch die Unsitte, Mails mit allen Empfängern im Header zu verschicken,
begünstigt die Weiterverbreitung von SPAM. Die ARGE DATEN beobachtet dieses
Phänomen ganz besonders intensiv bei der elektronischen Kommunikation
einzelner Behörden, allen voran das Bundeskanzleramt.
Definition von SPAM nach wie vor unklar
Probleme bereitet auch die Definition von SPAM. Der Begriff wird 'öfter
verwendet, als definiert', so die EU-Studie. So berührt jede
SPAM-Diskussion auch das verfassungsrechtliche Grundrecht auf
Meinungsfreiheit. Am angemessensten kann SPAM mit 'unerbetener Werbung über
elektronische Post' definiert werden. Damit würden Mails mit Anfragen,
Meinungsäußerungen und sonstigen Informationen an Politiker, Funktionäre
oder Unternehmen, auch wenn sie nicht erwünscht sind, nicht unter diese
Definition fallen und das Recht auf freie Meinungäußerung respektieren.
Im Internet veröffentlichte persönliche Daten dürfen laut allgemeiner
EU-Richtlinie Datenschutz (95/46/EG) nicht generell gesammelt werden. Ein
vergleichbares Verbot fehlt im österreichischen Datenschutzgesetz. Hier
steht die Datenschutzkommission auf den (EU-widrigen) Standpunkt, dass bei
einmal veröffentlichten Daten kein schutzwürdiges Interesse gegeben ist.
Vorgeschlagene Massnahmen eher dürftig
Leider folgen dem EU-Papier nach der genauen Problemanalyse kaum neue,
konkrete Vorschläge zu Massnahmen. Abgesehen von den bekannten gesetzlichen
und vertraglichen Regelungsvorschlägen, den Appellen an die Wirtschaft zur
Selbstregulierung und der Forderung nach mehr internationaler
Zusammenarbeit und mehr Informationsaustausch folgt wenig Konkretes.
Nicht einmal zur Forderung einer verpflichtenden Markierung von Werbemails
kann sich die EU-Studie durchringen. Technische Initiativen zur Sicherung
des e-mail-Verkehrs wurden - leider - ausdrücklich ausgeblendet. Wesentlich
wären jedoch europäische Initiativen, die sowohl bei technischen
Verbesserungen des Mail-Sende- (SMTP) und Mail-Empfangsprotokolls (u.a.
POP3), als auch bei der lokalen Mailverwaltung (dem
Enbenutzerbetriebssystem) ansetzen.
mehr --> http://www.argedaten.at/news/20031001.html
mehr --> http://www.argedaten.at/news/20040205.html
mehr --> http://www.argedaten.at/news/20040218.html
Archiv --> http://www.argedaten.at/news/20030607.html
andere --> http://spf.pobox.com
artikel - redaktionell/public (2004/03/03-9999/99/99) powered by e-CMS
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Thu Mar 4 11:36:24 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Thu, 04 Mar 2004 12:36:24 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 89 - RB Nr.112 - Einleitung - Inhaltsverzeichnis
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040304123106.025f0da0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 89 - RB. Nr 112 - Maria und Matthias Reichl: Einleitung
- Inhaltsverzeichnis
(1/2004, Februar 2004)
Liebe Freunde,
Während Matthias fast ohne Unterbrechung Termine und Infos zu
Globalisierung, WTO, World Social Forum und andere wichtige Informationen
aus aller Welt als E-Rundbrief Infos verschickt - eine Übersicht der Themen
findet ihr auf Seite 15 - muss ich eher noch leiser treten. Er hat sich
schon sehr gut von seiner Augenroperation erholt. Matthias muss auch noch
während meinem dreiwöchigen Heilaufenthalt im Hanuschhof in Bad Goisern,
vom 1. bis 20. März, meine Arbeiten übernehmen. Ich hoffe dass ich danach
wieder voll einsatzfähig sein werde.
Dr. Markus Distelberger ladet uns ein, Ende Mai, als Mitveranstalter des
Open Space Symposiums "Geld der Zukunft" mitzumachen. Diese Einladung geben
wir auch an euch weiter (siehe Seite 4)
Am 18. Februar war der 1. Todesjahrestag von Hanna Mandel und unserem
langjährigen Referenten Winfried Bergermann. Gerda Sitter stellt uns
Restexemplare seines letzten Buches (Winfried Bergermann: Focusing.
Anleitung zur ganzheitlichen Selbsthypnose. Carl-Auer-Systeme V. € 12,90)
zur Verfügung. Ihr könnt das Buch über uns bestellen.
Bei unsere Jahresabrechnung 2003 mussten wir leider feststellen dass nicht
nur unsere gesundheitlichen Probleme aber auch die Sparmassnahmen bei der
Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, für die Matthias früher
Rezensionen schreiben konnte, negativ auf unsere Einnahmen auswirkten.
Daher war es diesmal besonders schmerzhaft, dass 2003 einige Freunde ihren
Mitglieds- und Abobeitrag schuldig blieben. Die Jahreszahl bei eurer
Adresse entspricht dem Einzahlungsjahr der letzten Einzahlung. Da wir keine
zusätzlichen Schulden machen wollten, haben wir die offenen Beträge privat
vorfinanziert, in der Hoffnung bald eure Beiträge zu erhalten.
Ich möchte mich hier sehr herzlich bei allen bedanken die uns durch
konkrete Hilfe, durch finanzielle Beiträge und Spenden aber auch durch
Ermutigung und gute Wünsche unterstützt haben. Vermissen werden wir einen
unserer besten Helfer Toni Posch, der uns immer wieder bei schweren und
staubigen Arbeiten im Haus und Garten geholfen hat. Obwohl er viele Unfälle
überlebt hat, starb er 61-jährig nach einem Sturz am 25. Jänner .
Bitte merkt euch schon jetzt den 24. Juli 2004 als Sommerfest-Termin vor.
Damit es uns nicht so geht wie voriges Jahr wo wir, bedingt durch meine
Knieoperation, es nicht geschafft haben, euch rechtzeitig
einzuladen. Doris Strauss ladet - zu ihrem 40. Geburtstag - den
senegalesischen Musiker Keba Cissokho ein, bei unserem Sommerfest seine
Kora (afrikanische Harfe) zu spielen. Wir würden uns freuen wenn viele von
euch mitfeiern.
Friede, Kraft und Freude
Maria Reichl
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Liebe Freunde,
ich musste die Redaktion dieses Rundbriefes unterbrechen, um in der
Fragestunde des Bad Ischler Gemeinderates wieder einmal die Demokratie und
die Information und Mitbestimmung der Bürger einzumahnen. Konkreter Anlass
sind unter anderem drei absurde Hotelprojekte im Stadtzentrum und in
unserer Nähe, die angeblich von einem deutschen Investor (mit viel
SIEMENS-Kapital) finanziert und gebaut werden sollen. Weiters die sich
rapide verschlechternde Verkehrssitutation. Wegen des wachsenden
Budgetdefizits lehnen die Gemeindepolitiker alle größeren Investitionen ab.
Die komplexen Hintergründe der problematischen Projekte habe ich in zwei
satirischen Texten - eines davon ein Märchen - mit "Publikums-Erfolg" in
den beiden Lokalzeitungen publiziert. Fortsetzung folgt sicher.
Die Maria hat schon berichtet, dass ich nun wieder auch die Schönheiten und
Schrecklichkeiten von links her klar und ohne ("rosarote") Brille sehen
kann. In Zukunft reicht (hoffentlich!) nur eine Lesebrille.
Ihrem Bericht über den Tod von Toni Posch muss ich hinzufügen, dass wir
Schulkollegen waren und dass ich ihn schon damals als einen an den Rand
gedrängten bedauerte. Das verschlimmerte seine mentalen Probleme und die
Konflikte mit einigen seiner Verwandten, die er durch tatkräftige Mithilfe,
manchmal durch eine nervende Flucht in unser Haus, aber fallweise auch
durch Alkohol zu verdrängen versuchte. Seine Hoffnung, aus diesem Gefängnis
auszubrechen und auszuwandern konnte er nur durch seinen Tod verwirklichen
- auch eine soziale Tragödie.
Meine "Flucht" nach Paris hatte nicht nur politische Gründe. Zwar habe ich
mich vor dem "Sozialforums-Treffen" zufällig (als einziger Österreicher) in
die Vorkonferenz der "Europäischen Grünen" eingeschlichen. "Ein anderes
Europa für eine andere Welt" sollte als Motto der Vorkonferenz ihre
Verbundenheit mit den Sozialbewegungen illustrieren. Einer der Gäste, der
französische Bauernaktivist José Bové, der immer von Basisaktivisten
umringt wurde, verkörperte die "neuen Kräfte". (Auf meine Einladung zu
einer Tournee durch Österreich meinte er nur "Warum nicht?!") Daneben stand
einsam Daniel Cohn-Bendit, dessen rhetorischer Lobpreis der EU-Politik und
ihres Verfassungsentwurfes vorher von Bové souverän entzaubert wurde. Den
Zusammenschluss der vielfältigen grünen Parteien Europas zu einer
(einfältigen?) hätte Leopold Kohr sicher mit seinem Leitspruch "Klein sein
oder nicht sein" kommentiert. (Kohrs 10. Todestag war am 26.Februar 2004 -
ohne besondere Gedenkveranstaltungen "seiner" Akademie.)
Zwischen diesem Politspektakel flüchtete ich mich zu ERRÓ, einem "alten
Meister" der Pop-Art-Malerei, der mir in seinem Atelier einige seiner
Meisterwerke im Original zeigte. Mit einer Original-Lithographie und einige
wertvollen Katalogen bepackt - vor allem aber mit Erinnerungen an unseren
freundschaftlichen Dialog (den ich seither per Brief und Telefon fortsetze)
machte ich mich wieder auf den Weg. Hoffentlich kann er auch sein neuestes
Werk - ein 3 mal 6 Meter großes (Horror)Gemälde zum Irakkrieg - bald
fertigstellen. Auch im Grazer Museum will er - in einigen Monaten - seine
sehr kritischen politischen Bilder präsentieren.
Einige journalistische Aktivitäten in Paris - darunter einen telefonischen
Direktbericht für die monatliche Sendung "BegegnungsWege" im (freien) Radio
Salzkammergut - machten mir Spaß. Leider musste ich mit Jahresanfang die
"BegegnungsWege" beenden weil mir als Einzelner die Zeit zur
inhaltlichenVorbereitung, aber auch zur technischen Redaktion fehlt. Sie
werden nun Sendungen von "Radio ATTAC" und anderen Sendern übernehmen.
Der Platz ist zu knapp um auch noch über den 7. Kongress der Österr.
Gesellschaft für Philosophie - Thema "Gerechtigkeit" - zu berichten, den
unser Freund Clemens Sedmak mitorganisiert hatte. Als Univ. Prof. an der
Universität Salzburg hat er ein theologisch-sozialpolitisches Projekt
"Armutsforschung und Gerechtigkeitstheorien" initiiert an dem auch wir uns
beteiligen (siehe Seite 8). In diesem Projekt - und in unserer Erinnerung -
wirken auch Dorothee Sölle (+ 26.4.2003) und Robert Jungk (+ 14.7.1994 -
Gedenkveranstaltungen siehe Termine Seite 5 und 6) weiter.
Auch ich hoffe, dass die Maria wieder bald unbehindert mitarbeiten kann und
danke euch für eure Solidarität.
Matthias Reichl
Inhalt e-Rundbrief 112 (1/2004, Februar 2004):
Maria Reichl: Einleitung - Matthias Reichl: Einleitung - Inhalt e-Rundbrief
112 - Info 89
Matthias Reichl: Krieg über den Computer - ARGE DATEN News: "Erfolgreiche"
SPAMS - Info 90
Matthias Reichl: 2. European Social Forum - 2. Austrian Social Forum -
Irakkrieg fordert Weltsozialforum heraus - Info 91
Matthias Reichl: EU-Verfassungsentwurf - Info 92
Rolf Hochhuth: McKinsey kommt - Symposium "Das Geld der Zukunft" - Info 93
Termine Österreich, Deutschland, International - Info 94
Buchtipps - Info 95
Ishraga Mustafa Hamid: Eine Erde für uns alle - Friedensreich
Hundertwasser: Existenzgrundlagen verloren... - Impressum, Blattlinie - Info 96
Claudia von Werlhof: Frauen und Ökonomie - Info 87
Heidi Rest-Hinterseer: Wasser Schwerpunkttag, WSF 04 - Info 83
Leo Gabriel: TO DO OR NOT TO DO…WSF 2004 - Info 82
Matthias Reichl: Wer hat Angst vor Mordechai Vanunu? Weltweit für eine
atomfreie Zukunft - Info 97
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Thu Mar 4 21:50:01 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Thu, 04 Mar 2004 22:50:01 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 93 - RB Nr.112 - Rolf Hochhuth: McKinsey kommt -
Symposium "Geld der Zukunft"
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040304224315.041c0c00@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 93 - RB. Nr 112 - Rolf Hochhuth: McKinsey kommt;
Diskussion im Volkstheater Wien - Symposium "Geld der Zukunft"
Bad Ischl, 4.3.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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McKinsey kommt
Rolf Hochhuth
McKinsey- Zeit, McKinsey- Welt, McKinsey- Politik wird man noch in hundert
Jahren sagen, so wie wir heute von Gründerjahren sprechen. Denn "das
Effizienzprinzip hat einen Namen: McKinsey" (Dirk Kurbjuweit). Ebenso wie
jetzt Rationalisieren und Fusionieren das Denken aller Arbeitgeber auf
Kosten zahlloser einst Beschäftigter beherrscht, ebenso waren um 1900 - zum
Segen der Arbeitnehmer - die Bosse, die Wirtschaft überhaupt vom
Gründertrieb besessen, das heißt von der Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Seit Arthur Miller vor fünfzig Jahren "Tod eines Handlungsreisenden" auf
die Bühne brachte, wird hier erstmals wieder der "Rausrationalisierte" ins
Zentrum eines Dramas gerückt: Die Katastrophe der Entlassenen.
Ich zeige nicht McKinsey, sondern die Opfer einer weltweiten "Religion", zu
der die - von unseren Politikern total unbeaufsichtigte - Diktatur der
Weltwirtschaft geworden ist: Der Abbau von Arbeitsplätzen wurde zum Maß
aller Dinge. Ein Beispiel, das symptomatisch für den "Terror der Ökonomie"
überhaupt geworden ist:
Die Deutsche Bank, so alt wie das Deutsche Reich, 1871 gegründet, hat im
erfolgreichsten Jahr seit ihrem Bestehen - 9,8 Milliarden Reingewinn
2001/2002 - sämtliche Filialen mit weniger als acht Angestellten
geschlossen und mehr als elftausend ihrer Mitarbeiter hinausgeworfen, was
die Bosse mit zynischer Unmenschlichkeit "freisetzen" nennen. Der oberste
Herr Josef Ackermann "verdient" jährlich 6,95 Millionen Euro. Die Deutsche
Bank hat den "Propheten der Effizienz", der Firma McKinsey 179.000
Beraterstunden mit je 300 Euro bezahlt.
Zitat von Oliver Munk (Regie):
Arbeit und gesteigerte Leistungsfähigkeit werden wie kaum jemals zuvor
heute zu einem Mythos stilisiert, in einer Zeit, in der ein immer größer
werdender Anteil der Bevölkerung genau von dieser Arbeit ausgeschlossen
wird. Hier entsteht ein enormes gesellschaftliches Konfliktpotential, das
in seiner Dramatik geradezu nach einer Bühnenumsetzung schreit!
Hochhuth wendet sich in dem Stück gegen die Rhetorik der Heilung durch
Rausschmiss, die von den Medien und der Öffentlichkeit unisono propagiert
wird. Er greift in seinem Stück das Thema aus der Sicht der Betroffenen auf
und schafft somit eine Gegenöffentlichkeit zur kritiklos akzeptierten
scheinbaren Logik von Rationalisierung und Globalisierung, die nichts
anderes als bedingungslose Solidarität mit den Arbeitgebern kennt.
Für Brecht war ein entscheidendes Kriterium dafür, ob Theater politisch ist
oder nicht, die nach Frage nach der Haltung, sowohl des Autors als auch des
Regisseurs, der Darsteller etc. Wir wollen in unserer Haltung bewusst
parteiisch sein, polarisieren und für diejenigen Stellung beziehen, die
einer vordergründig ökonomisch legitimierten Denkweise geopfert werden,
eine Denkweise, die auch die mächtigen Entscheidungsträger nicht davor
schützt, sich selber zugunsten eines steigenden Aktienkurses ‚freizusetzen'.
Mit der Uraufführung in Brandenburg hoffen wir sehr, einen
gesellschaftlichen Diskurs über das Theater hinaus in Gang setzen zu
können, der vor allem auch wieder stärker die Belange der Betroffenen
thematisiert, zumal die Betroffenen, heute noch in einer Minorität, sich
schnell in eine Majorität verwandeln könnten...
www.culture1.de/theater/brandenburg.html
Buchtipp: Rolf Hochhuth: McKinsey kommt. Molières Tartuffe. Zwei
Theaterstücke (über Arbeitslose im Kampf gegen Banker und Rationalisierer -
der Autor als enthüllender Provokateur). 2003 dtv Nr. 13134. € 10,-)
Ergänzung von M. Reichl:
In der österreichischen Bankengruppe BA-CA sollen trotz hohem Gewinn die
Bediensteten um 1.500 Angestellte auf 10.000 reduziert werden. Auch in
Polen soll diese gewinnsteigernde Maßnahme forciert werden (STANDARD, 26.2.04).
Das US-Bankenkosortium US-City-Bank soll nach Medienmeldungen angeblich
ernsthaft am Kauf der Deutschen Bank interessiert sein. Auch der deutsche
Bundeskanzler Schröder soll damit einverstanden sein. (M.R. 4.3.04)
=======================================
Rolf Hochhuth diskutiert am 14.3. 11.00h im Volkstheater Wien.
Am Sonntag bei der Matineenreihe "Globalisierung und Gewalt" über "Global
Player beim Medientraining".
Wien - Mit seinem jüngsten Stück McKinsey kommt, einer bitteren Abrechnung
mit Neoliberalismus, Globalisierung und unkontrollierbaren
Wirtschaftsstrategen, hat er zuletzt wieder für Aufsehen gesorgt: Der
deutsche Dramatiker Rolf Hochhuth, berühmt geworden mit Der Stellvertreter
oder Wessis in Weimar, wird seine kontroversiell diskutierten Ansichten zur
"Kriminalisierung unseres Wirtschaftslebens" nun auch in Wien darlegen.
Am Sonntag, dem 14. März um 11.00 Uhr ist Hochhuth Gast der
VT/STANDARD-Matineenreihe "Globalisierung und Gewalt" und wird dort Auszüge
aus "McKinsey kommt" (inklusive einer neuen Szene) vortragen und mit
STANDARD-Kulturressortleiter Claus Philipp diskutieren: über "Global Player
beim Medientraining", Wilhelm Tell heute oder was das heißen könnte:
"Aktien steigen, wenn Arbeitnehmer fallen." Karten (zu je 5 Euro) kann man
unter 01-524 72 63, e-mail: tickets@volkstheater.at vorbestellen. (red
/DER STANDARD, Printausgabe, 4.3.2004)
Open Space Symposium
"Das Geld der Zukunft" und die Rehabilitation "weiblichen" Wirtschaftens
28. bis 31. Mai 2004 im Bildungshaus St. Hippolyt, Eybnerstr. 5, A- 3100
St. Pölten
Durch einseitige Fixierung auf Konkurrenz und Geldgewinn wird
"weibliches", gemeinschaftliches, subsistenzorientiertes Wirtschaften
abgewertet und ausgebeutet und "männliches" Forschen, Kämpfen, Streben nach
Entfaltung, Macht und Sicherheit zu einem destruktiven Wachstumswahn
pervertiert. Dabei werden global unsere Lebensgrundlagen in einer bisher
nicht dagewesenen Weise bedroht.
Aus dieser Krise kommen wir heraus, wenn wir die "männlichen" und
"weiblichen" Pole unseres Wirtschaftens wieder ins Gleichgewicht bringen.
Ein neues zins- und renditenfreies Geldsystem stärkt regionale
Gemeinschaft, gesellschaftliche Solidarität und Demokratie. So können wir
auch destruktiven Kapitalismus auf friedliche Weise von unten verändern und
eine Wirtschaft der Genüglichkeit, des Friedens und des guten Lebens für
alle aufbauen.
Referate von Bernard Lietaer, Veronika Bennholdt-Thomsen, Margrit
Kennedy, Heidemarie Schwermer, Liese-lotte Wohlgenannt, Anton Moser,
Helmut Waldert, Gerhard Margreiter, Heini Staudinger u.a.
Information: Dr. Markus Distelberger, Jubiläumsstraße 1, A-3130
Herzogenburg, Tel.:02782/82444 Fax:
02782/82929 info@7generationen.at www.7generationen.at mit Forum zum
Gedankenaustausch zum Symposiumsthema im Vorhinein)
Matthias Reichl
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Thu Mar 4 22:55:56 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Thu, 04 Mar 2004 23:55:56 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 94 - RB Nr.112 - Termine Maerz - April 2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040304235224.041c9aa0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 94 - Termine März - April 2004
Bad Ischl, 4.3.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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TERMINE ÖSTERREICH
MÄRZ 2004
4. - 5.3. WELS (OÖ): Europäisches Ökostromforum; 4. - 7.3.
Energiesparmesse, 4.3.: Tagung "Gebäude der Zukunft", 4.3. 17:30 - 21:00:
Abendevent "Megatrends der Ökoenergie" - zu den World Sustainable Energy
Days 2004. (Info: O.Ö. Energiesparverband, Landstr. 45, 4020 Linz, Tel.
0732-7720-14386, office@esv.or.at, www.esv.or.at)
4.3. 19.00 WIEN (Volkshochschule X, Arthaberpl. 18): Vortrag von Erwin
Weissel "Kapitalismus - Neoliberalismus".
4.3. 19.30 GRAZ (Universität, HS 1201, ehem. Heizhaus, Universitätsstr.
2-4): Vortrag v. Siegfried Zwerenz "Risiko Mobilfunk" Handy -
Mobilfunksender - WLAN - DECT-Schnurlostelefone. (Bürgerwelle Österr.,
Ingrid Grubauer , Alberstr. 13, 8010 Graz, Tel-Fax 0316-422496,
i.grubauer@gmx.net)
4.3. 20.00 INNSBRUCK (Sinne, 1.Stock, Wilhelm Greil Str.23):
Werkstattgespräch "In welcher Verfassung befindet sich Österreich?"
Diskussion zum Konvent mit Eva Lichtenberger und Peter Busjaeger. (Grüne
Bildungswerkstatt Tirol)
6.3. 10:00 - 18:00 SALZBURG: "Theater of Relevance - der gesellschaftliche
Kampf gegen Kinderarbeit". Theaterworkshop mit Manjul Bhardwaj aus Mumbai/
Indien. (AAI-Salzburg, Wr. Philharmonikerg. 2, 5020 Salzburg, Tel.
0662-841413-12)
8. - 10.3. LANNACH (Stmk./ Comm-Unity, Prof.-Rudolf-Zilli-Str. 4):
Zertifikatslehrgang - Basiskurs "internet + politische bildung" (26. -
28.4.: Aufbaukurs, 24. - 26.5. Fortgeschrittenenkurs). (Forum politische
Bildung, Friedrichg. 36, 8010 Graz, Tel. 0316-816089,
forum@gesellschaftspolitik.at, www.gesellschaftspolitik.at
und Informationszentrum politische Bildung, Tel. 01-5046858,
www.politischebildung.at)
11.3. 19.00 WIEN (Wiener Dom- und Diözesanmuseum, Stephanspl. 6):
Podiumsdiskussion "Zivilcourage in der Demokratie" Mit Emil Brix u.a.
(Anmeldung: oefg@oefg.at)
11. - 13.3. VELM (NÖ): Theaterworkshop mit Manjul Bhardwaj aus Mumbai/
Indien zum Thema Kinderarbeit. (GfbV, Tel. 0676-5726675, bcrainer@aon.at,
www.gfbv.at, www.cozucare.org/ngos/etf)
13.3. ab 9.15 WIEN (Urania): Tagung "Sozialforen und ihr Stellenwert in
unserer Gesellschaft" mit Referaten von Leo Gabriel, Connie Bwiza Sekamana,
Paula Manduca, Petra Bayr, Michel Rousseau, Gennearo Migliore, Tarafa
Baghajati, Johannes Schnizer, Walden Bello, Francois Dufour, Karin
Küblböck, Hannes Swoboda, Barbara Waschmann. (Anmeldung: Martin Janata,
Renner-Institut, Khleslplatz 12, 1120 Wien, Tel.: 01-804650113,
janata@renner-institut.at)
14.3. 11.00 WIEN (Volkstheater): Diskussion mit Rolf Hochhuth zu "Global
Player beim Medientraining" (und zu seinem neusten Stück "McKinsey kommt")
in der Reihe "Globalisierung und Gewalt" . Karten (zu je 5 Euro) unter
01-524 72 63, e-mail: tickets@volkstheater.at
14.3. 10:00 - 12:00 EUGENDORF (Landgasthof Holznerwirt, Sbg.): Vortrag zu
"WTO und Landwirtschaft" von Christian Felber. (Info: Unabhängiger
Bauernverband, Georg Sams, Tel. 06216-4409)
15.3. 17.00 WIEN: Arbeitstagung "Die Welt verändern, ohne die Macht zu
ergreifen" mit John Holloway. Lars Stubbe/Hamburg: "Peripherer Widerstand?
Herausforderungen durch die neuen Bewegungen in Lateinamerika." (Institut
für Wissenschaft und Kunst, Bergg. 17, 1090 Wien, Tel. 01-3174342,
iwk.institut@utanet.at)
16. - 19.3. MICHELDORF (Burg Altpernstein/ OÖ): Seminar für Zivildiener und
Junge Erwachsene "Gewaltfreie Konfliktaustragung" (Info bei Pax Christi OÖ,
Petra Gstöttner-Hofer, Kapuzinerstr. 84, 4020 Linz, Tel.: 0732/7610-3251,
pax.christi@dioezese-linz.at)
16.3. 18.00 WIEN (Neues Institutsgebäude (NIG), Hörsaal 3,
Universitätsstraße 7): "Transdisciplinaridad y Naturaleza". Vortrag des
chilenischen Ökonomen Manfred Max-Neef, Alternativer Nobelpreisträger,
Universidad Austral de Chile, im Rahmen der Ringvorlesung des
Interdisziplinären Lehrgangs für Höhere Lateinamerika-Studien.
17.3. 19.00 WIEN (LAI-Europasaal, Türkenstr. 25): "Economics and Reality".
Vortrag (in englischer Sprache) des chilenischen Ökonomen Manfred Max-Neef,
Alternativer Nobelpreisträger. In Kooperation mit der Grünen
Bildungswerkstatt und dem Bruno Kreisky Forum.
18.3. 19.00 WIEN (Diplomatische Akademie, Favoritenstr 15a):
Podiumsdiskussion: "Saddams schweres Erbe: Was tun mit den illegitimen
Schulden des Irak?" (Abg. z. NR Maga. Ulrike Lunacek, Grüner Klub im
Parlament, 1017 Wien, Tel: 01-40110-6716, www.gruene.at)
18.3. 19:30 SALZBURG: Vortrag "Eiszeit der Ethik". Die Zehn Gebote als
Grenzpfähle für eine humane Gesellschaft mit Reimer Gronemeyer.
(Bildungshaus St. Virgil, Salzburg, Ernst-Grein-Str. 14, www.virgil.at)
18.3. 19.30 SALZBURG: Vortrag u. Diskussion mit Christine Hirtl u. Lina
Eraso zu "Kolumbien - ein Land im Bürgerkrieg"."Unarmed Bodyguards" - Peace
Brigades International als Internationale Schutzbegleitung für
MenschenrechtsaktivistInnen in Kolumbien. (AAI-Salzburg, Wr.
Philharmonikerg. 2, 5020 Salzburg, Tel. 0662-841413-12)
18. - 19.3. STROBL (Sbg.): Werkstatt "Argumentationstraining zu Bildung &
Ökonomie". Bildung und/ oder Ausbildung - Kann Bildung Arbeitslosigkeit
verhindern? - Wer zahlt eigentlich für die Bildung? (Bundesinstitut für
Erwachsenenbildung St. Wolfgang/ BIfEB, 5350 Strobl, Tel. 06137-6621-0, Fax
-116, e-mail: office@bifeb.at, www.bifeb.at)
18.3. 18.00 WIEN (Museumspl. 1, Museumsquartier, Halle 1): Eröffnung
Literatur im März "Reich - Arm", Ausstellungseröffnung: "Semperit -
Portraits des Ausverkaufes und des Abschieds"; "Neotopia - Atlas zur
gerechten Verteilung der Welt". Anschl. Lesungen. 19.3. 15.30: Lesungen mit
Thomas Northoff, Christine Nöstlinger u.a., 19.00 Referate, Horst
Afheldt/D: "Wirtschaft, die arm macht". Emmerich Talos, Petra Wetzel, Peter
Rosner: "Bedarfsorientierte Grundsicherung". 20.15: Gesprächsforum zum
Thema "Reich oder Arm", 21.30: Lesung im Studio, 22.20 Film: "Kunst kommt
von Arbeit".
20.3. ÖSTERREICHWEIT: Demonstration in WIEN u. DORNBIRN. Europäischer
"Aktionstag für den Frieden". Für den Rückzug der Besatzungstruppen aus dem
Irak, den Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten u.a. (Info u.a.:
www.socialforum.at)
21.3. 10.00 - 18.30 WIEN (Amerlinghaus, Stiftg. 8): Antikriegskonferenz mit
Workshops. (Info: ASF, www.socialforum.at)
22. - 29.3. ÖSTERREICHWEIT (in allen Magistrats- und Gemeindeämtern):
Eintragungswoche für das Volksbegehren für gerechte und sichere Pensionen.
(Initiiert von SPÖ OÖ u. Wien)
23.3. 19:00 WIEN: Vortrag "Die biblische Landverheißung. Zum theologischen
und politischen Umgang mit einem umstrittenen Thema (im aktuellen
Nahostkonflikt). (Evang. Akademie, Schwarzspanierstr. 13, 1090 Wien, Tel.
01-400695-0, www.evang.at/akademie)
24.3. 15.30 WIEN (Vienna International Centre, C-Building, 3rd floor, Press
Briefing Room): Information and discussion meeting "Anti-personnel Mines
and explosive remnants of War". (Anmeldung bei: Thomas Schönfeld,
Tel.01-6043987, Thomas.Schoenfeld@univie.ac.at)
26.3. 14.00 - 18.00 SALZBURG (Afro-Asiatisches-Institut,
Wiener-Philharmoniker-G. 2): Seminar: Who cares, wins: MarkenMacht und
Sport. Zur CleanClothesKampagne (Südwind Entwicklungspolitik, Kaserng. 4,
5020 Salzburg, Tel: 0662/827813, www.suedwindsalzburg.at)
27. - 28.3. PUCHBERG b. Wels (OÖ, Bildungshaus): Gesellschaftspolitische
Tagung "Der christliche Glaube muss politisch sein". Kirchliche Sozialethik
und politische Mitgestaltung in Österreich und Europa. (Pastoralamt Linz,
Sozialreferat, Kapuzinerstr. 84, 4020 Linz, Tel. 0732-7610-3251,
sozialreferat@dioezese-linz.at)
30.3. 19.00 WIEN (Public Netbase t0, Zwischenquartier, Burgg. 21): Workshop
"Schnupper-Linux". Linux-Einführung für Windows-UmsteigerInnen.
(http://workshop.t0.or.at/w/knoppix)
30.3. 14.00 - 18.00 LINZ (Landwirtschaftskammer OÖ, Auf der Gugl 3): Tagung
"Weltmarkt oder regionaler Versorger? Neues über GATS und seine
Auswirkungen auf kommunale Dienstleistungen und Infrastrukturen." (OÖ
Akademie für Umwelt und Natur, Inst. f. Umwelt und Nachhaltige Entwicklung,
Stockhofstr. 32, 4020 Linz, Tel. 0732-7720-14407, uak.post@ooe.gv.at,
www.ooe.gv.at/veranstaltung)
APRIL 2004
2. - 3.4. ÖSTERREICHWEIT: Europäische Aktionstage zur öffentlichen
Mobilisierung aller Kräfte gegen den neoliberalen Kurs des Sozialabbaus und
für Gerechtigkeit und Solidarität. (Info: www.socialforum.at)
2.4. WIEN: STOPP-GATS-Kampagne - Aktion zur Demokratisierung öffentlicher
Dienstleistungen. (Info: Johannes Schimmerl, Ref. für internationale
Angelegenheiten, ÖH - Bundesvertretung, Liechtensteinstr. 13, 1090 Wien,
Tel: 01-3108880-13, www.oeh.ac.at)
14. - 16.4. STROBL (Sbg.): Werkstatt "Erwachsenenbildung und
Gemeinwesenentwicklung 04" - "Die große Welt und das Lokale: Gestalten,
teilhaben oder sich treiben lassen". Ideen und Konzepte für die
Erwachsenenbildung. (BIfEB, 5350 Strobl)
16. - 18.4. GRAZ (Bildungszentrum Raiffeisenhof): Seminar "Lust und Leid im
gesellschaftlichen Engagement". (Anmeldung: Parlamentsklub der Grünen,
Ingrid Wieser, Tel. 01-40110-6730, ingrid.wieser@gruene.at)
23.4. 9.00 - 15.00 RIED i.I. (OÖ): 13. OÖ. Klimabündnistreffen "Dem
Klimaschutz sein Recht - EU-Richtlinien als Chance oder Hemmnis". (OÖ
Akademie für Umwelt und Natur)
23. - 24.4. WIEN (Priesterseminar, Boltzmanng. 9): Open-Space-Forum
"Wissenschaftliche Enquete zur Verfassungsreform" (Österr.
Forschungsgemeinschaft, c/o Univ.-Doz. Dr. Jürgen Nautz, Institut für
Wirtschaftswissenschaften, Universität Wien, juergen.nautz@univie.ac.at)
24.4. 10.00 - 17.00 WIEN (Public Netbase t0, Zwischenquartier, Burgg. 21):
Workshop "Computer-Sicherheit". Die virtuelle Welt und die Privatsphäre -
sichere Kommunikation & Verschlüsselung. (http://workshop.t0.or.at/w/security8)
28.4. 9:00 - 17:30 LINZ (Universität): Tagung "Arbeitsmarkt und Politik".
Nationale und internationale Perspektiven zu Existenzsicherung und sozialer
Wirtschaft. (Mitorganisator: Sozialplattform OÖ, Weingartshofstr. 38, 4020
Linz, Tel. 0732-667594, e-mail: office@sozialplattform.at,
www.sozialplattform.at)
29.4. - 2.5. ?: Konferenz "Frauenbeteiligung im Europa von morgen! Konzepte
Europ. BürgerInnenschaft." (Organisation: Kath. Sozialakademie Wien, Tel.
01-3105159, e-mail: office@ksoe.at)
TERMINE DEUTSCHLAND
MÄRZ 2004
5. - 7.03. BAD BOLL (Evang. Akademie): Tagung "Minen, Mörser,
Maschinengewehre. Kleine und leichte Waffen eine große Herausforderung
für den Weltfrieden". (Infos: www.ev-akademie-boll.de/tagungen/_t3.htm)
12. - 13.03. HEIDELBERG: Regionalkonferenz zum Ökumenischen Prozess und zum
KAIROS Europa-Aufruf "Wirtschaft(en) im Dienst des Lebens. Globalisierung
von Gerechtigkeit". (Infos: www.kairoseuropa.de/events/index.html)
19.03. 19.00 KARLSRUHE (DGB-Haus, Ettlinger Str. 3 a): "Brandherd Nahost -
Oder : Die geduldete Heuchelei". Vortrag und Diskussion mit Felicia Langer
(Juristin, Menschenrechtsaktivistin, Trägerin des Alternativen
Nobelpreises). (Kontakt : Sonnhild und Ulli Thiel, Alberichstr. 9, D-76185
Karlsruhe, Tel. 0721-552270, pazifix@dfg-vk.de)
20.3. an vielen Orten: Kundgebungen und andere gewaltfreie Aktionen zum
Jahrestag des Kriegsbeginns gegen den Irak - gegen die
"Präventivkriegs"-Doktrin und für eine Zivilisierung der Politik. (Info:
www.friedenskooperative.de/netzwerk/20-03-00.htm)
20.3. RAMSTEIN (Pfalz): Marsch zur US-Airbase/Atomwaffenlager Ramstein.
(Info: www.ippnw.de/ramstein, www.friedenskooperative.de/netzwerk/ramstein.htm)
26. - 28.03. BAD BOLL (Evang. Akademie): Tagung "Den Mauerbau im 'Heiligen
Land' beenden". Ökumenische und gesellschaftliche Initiativen. (Info:
www.ev-akademie-boll.de/tagungen/_tIE.htm)
26. - 28.3. OBERURSEL: Sozialpolitisches Forum 2004
"Futur3 Selbstbestimmung im 3. Jahrtausend" (Anmeldg.: Bertold Happel,
Bundesbildungszentrum DGB-Jungend, Königsteinerstr. 29, D-61440 Oberursel,
Tel. 06171-5903-24, berthold.happel@hdgj.de, Informationen:
www.agspak.de/sozialpolitisches_forum_2004.htm)
27.3. 10.00 - 16.30 NÜRNBERG (Tagungshaus "eckstein", Burgstr. 1-3): Tagung
"Neue Sparstrategie oder echte Bürgerbeteiligung?" Ursprünge des Modells
"Bürgerhaushalt" in Brasilien und Umsetzungsversuche in Deutschland.
(Petra-Kelly-Stiftung Reichenbachstr. 3A, D-80469 München,
info@petra-kelly-stiftung.de, www.petra-kelly-stiftung.de/sites/termin.pl)
APRIL 2004
2. u. 3.4. BERLIN, KÖLN und STUTTGART: Großdemonstrationen, Aktionstage an
weiteren Orten - zur öffentlichen Mobilisierung aller Kräfte gegen den
neoliberalen Kurs des Sozialabbaus und für Gerechtigkeit und Solidarität.
(Info u.a. in: www.fse-esf.org)
23. - 25.4. HEPPENHEIM (Bergstr.): Zukunftswerkstatt in der Seminarreihe
"Konzepte von Robert Jungk und darüber hinaus". "Auf! Bruch... in die
Zukunft". Alternativen entwickeln: Sehnsüchte - Wünsche - Visionen. (Haus
am Maiberg, Akademie, Ernst-Ludwig-Str. 19, D-64646 Heppenheim, Tel.
06252-9306-12, t.moellenbeck@haus-am-maiberg.de, www.haus-am-maiberg.de)
23. - 25.4. HEPPENHEIM (Bergstr.): Zukunftswerkstatt mit Jugendlichen und
Erwachsenen (50plus). Action for the future! "Ne geile Zukunft entwickeln".
(Haus am Maiberg)
23. - 25.4. BAD BOLL (Evang. Akademie): "...und ist noch nicht erschienen,
was wir sein werden - Dorothee Sölles Vermächtnis für ein Christentum der
Zukunft". Poesie und Theologie, Mystik und Widerstand kennzeichnen Leben
und Werk der vor einem Jahr verstorbenen Theologin und Friedensaktivistin.
(Info: www.ev-akademie-boll.de/tagungen/_tRK.htm)
TERMINE INTERNATIONAL
MÄRZ 2004
19.3. MENWITH HILL (North Yorkshire/ GB): Gewalfreie Blockade und
Demonstration an der US-Militärbasis. (Info: www.motherearth.org)
20.3. WELTWEIT: "Aktionstag für den Frieden". Für den Rückzug der
Besatzungstruppen aus dem Irak, den Rückzug Israels aus den besetzten
Gebieten u.a. (Info u.a. in: www.fse-esf.org)
20. - 28.3. EUROPAWEIT: European-wide Action Week against Racism "racism:
spot it and stop it". (UNITED for Intercultural Action, PB 413, NL-1000 AK
Amsterdam, Tel. ++31-20-6834582, www.unitedagainstracism.org)
APRIL 2004
1. - 14.4. DOON VALLEY (NORDINDIEN): Course of The International College
for Sustainable Living Bija Vidyapeeth "Earth, Spirit & Activism" with John
Seed, Ruth Rosenhek and Vandana Shiva at Navdanya's organic farm. (Bija
Vidyapeeth, A-60, Hauz Khas, New Delhi, India, Tel: ++91-11-26561868,
bijavidyapeeth@vsnl.net, www.bijavidyapeeth.org)
2. - 3.4. EUROPAWEIT: Europäische Aktionstage zur öffentlichen
Mobilisierung aller Kräfte gegen den neoliberalen Kurs des Sozialabbaus und
für Gerechtigkeit und Solidarität. (Info u.a. in: www.fse-esf.org)
9. - 12.4. LONDON - ALDERMASTON (GB): Anti-nuclear March and Bike Ride 2004
to the Atomic Weapons Establishment Aldermaston. (Info:
www.aldermaston2004.net, www.reclaimthebases.org.uk)
17.4. WELTWEIT: International Day of Farmers' Struggle "WTO, Worldbank and
transnationals out of agriculture and food!" (Via Campesina/ CPE, Tel:
++32-2-2173112, cpe@cpefarmers.org, www.cpefarmers.org)
23. - 26.4. St. Petersburg (Russland) und Helsinki (Finnland): Gemeinsame
Kundgebung gegen die Atomkraft (Info: Ulla Kloetzer, Women Against Nuclear
Power, Finland, ullaklotzer@yahoo.com; Oleg Bodrov, Green World, St.
Petersburg/ Russia, green@sbor.net)
25.4. - 14.5. DARTINGTON (GB): Course "Earth, Spirit and Action" with John
Seed, Ruth Rosenhek, Starhawk, Alastair McIntosh and Verene Nicolas.
(Schumacher College, The Old Postern, Dartington, Totnes, Devon TQ9 6EA,
GB, Tel: ++44-1803 865934; Fax: 866899; e-mail: schumcoll@gn.apc.org)
Die Terminübersicht wurde von uns zu eurer Information zusammengestellt.
Wir können nicht überprüfen, ob Veranstaltungen abgesagt oder verschoben
werden. Bitte richtet eure Anfragen und Anmeldungen an die in Klammer nach
dem Termin angegebenen Organisationen. Bei mehreren Veranstaltungen einer
Organisation findet Ihr die Adresse bzw. Telefonnr. nur bei der ersten
angeführten Veranstaltung der gleichen Organisation. Aktuelle Ergänzungen
findet ihr unregelmäßig im e-Rundbrief Info, siehe
www.begegnungszentrum.at/archiv/
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Fri Mar 5 22:34:02 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 05 Mar 2004 23:34:02 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 91 - Rb Nr. 112 - 2. ESF Paris - 2. ASF Linz - 4. WSF
Mumbai
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040305232930.02592db0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 91 - Rb Nr. 112 - 2. Europ. Socian Forum Paris - 2.
Austrian Social Forum Linz - 4. World Social Forum Mumbai
Bad Ischl, 5.3.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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2. Europäisches Sozialforum (ESF) in Paris
Leider bleibt mir nicht genug Platz um über die - oft sehr bewegten und
bewegenden - Begegnungen am Rande des 2. Sozialforums in Randgebieten von
Paris zu berichten. Sich mit etwa 100.000 Leuten aus ganz Europa bei einer
Demonstration mitzubewegen hat seinen Reiz. Wesentlich weniger jedoch,
stundenlang quer durch Paris die Orte zu suchen, an denen in
Podiumsdiskussionen etwa 10 Experten drei Stunden lang über ihre
Erkenntnisse und Erlebnisse berichten. Für die Hunderten von Zuhörern blieb
kaum Zeit für detaillierte Fragen und Diskussionen, für
Begegnungen, Entspannen, Essen und Trinken. Nur das "Bauern-Zelt-Dorf" der
"Confederation Paysanne" in St. Denis bot für alle Bedürfnisse etwas - auch
für wertvolle Dialoge, Kooperationen usw.
Mein Gastgeber Bernard Dreano und seine Pariser Freunde von der "Helsinki
Citizens Assembly" nützten das ESF für eigenständige Seminare über Politik
und Projekte in Kaukasien und Balkan und betreuten ihre Experten aus diesen
Ländern auch für weitere Kontakte (siehe Buchtipps Nr. 5, 8 und 25).
An den organisatorischen Treffen der ESF beteiligte ich mich - auch aus
Zeitgründen - nicht. Entweder man hat die Ressourcen, um kontinuierlich zu
den (Vorbereitungs-) Treffen quer durch Europa zu fahren (ich hab' sie
nicht!) oder man betrachtet sie aus der Distanz (in jeder Beziehung).
Jedenfalls werde ich bei dem 3. ESF im teuren London nicht mit dabei sein,
sondern andere Möglichkeiten für Begegnungen suchen.
Sind also solche Großveranstaltungen (das gilt auch für das
Weltsozialforum) unproduktiv und inhuman!? Das wird sich im Herbst 2004 bei
dem nächsten European social Forum in London zeigen. Vorerst gibt es
zwischen führenden britischen Mitgliedern des Social Forums tiefere
inhaltliche und organisatorische Konflikte.
Matthias Reichl
2. Austrian Social Forum/ ASF (3. - 5.6.2004 Linz)
Die Erfahrungen mit traditionellen (Podiums-) Diskussionsforen haben die
Vorbereitungsgruppe des ASF zu Experimenten animiert. So soll der Einstieg
durch "Zugangsforen", die Vernetzung durch "Verschränkungsforen", die
weitere inhaltliche Vertiefung in "Seminaren" und der informelle
Informationsaustausch bei "Infotheken" geschehen. Die Licht- und
Schattenseiten sollen anschließend - am 6.6. - bei dem Treffen der
Sozialbewegungsleute reflektiert werden. (Mehr dazu auf www.socialforum.at)
Matthias Reichl
EU-Verfassungsentwurf
150 Aktive diskutierten Alternativen zur neoliberalen und militaristischen EU
Am 12. und 13. Dezember 2003 hätte bei der Regierungskonferenz der
Mitgliedsstaaten der EU in Brüssel ein neuer Verfassungsvertrag
verabschiedet werden sollen. Das Versprechen dazu im Vorfeld eine breite
zivilgesellschaftliche Debatte durchzuführen wurde nicht eingelöst. Selbst
am eigens dafür eingesetzten Konvent wurden wesentliche Teile des
Verfassungsvertragsentwurfs vorbeiverhandelt.
Auch inhaltlich gab es vehemente Kritik am Verfassungsentwurf. Das
Europäische Sozialforum vom November 2003 in Paris lehnte den
Verfassungsentwurf ab, weil er "...den Wirtschaftsliberalismus als
offizielle Doktrin der EU in den Verfassungsrang erhebt..." Im Entwurf
enthalten ist eine Aufrüstungsverpflichtung und die Selbstermächtigung für
globale Militärinterventionen. Fortschritte im Bereich nuklearer Abrüstung,
Ausstieg aus der Kernenergienutzung, Ökologie vor Freiheit des
Warenverkehrs, Verbesserung der Rechte der Asylsuchenden und MigrantInnen
werden vermißt. Ebenso der Ausstieg aus dem Euratom-Vertrag (siehe auch
Info 97)...
Die Regierungskonferenz scheiterte, weil man sich auf eine Zentralisierung
der Entscheidungsstrukturen in wesentlichen Bereichen nicht einigen konnte.
Die weitere Entwicklung ist offen. Verschiedene politische Kräfte wollen
den vorliegenden Entwurf nochmals auf die Tagesordnung setzen (darunter
auch Daniel Cohn-Bendit, der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Grünen
im EU-Parlament). Auf der anderen Seite wird das Konzept eines Europas der
zwei Geschwindigkeiten lanciert. Dieses Konzept würde die Hierarchisierung
innerhalb der EU weiter eskalieren.
Die Kampagnenvorschläge des Linzer Treffens (am 31.1.04) reichten von einer
Reform der EU ausgehend vom vorliegenden Verfassungsentwurf, der Forderung
nach einer gänzlichen Neuverhandlung des Verfassungsentwurfs bis zur
Schlussfolgerung, dass der Austritt aus der EU die einzige Möglichkeit ist,
diese politischen Ziele durchzusetzen.
(Die gesamte Presseaussendung - mit den Forderungen - erhaltet ihr von der
Friedenswerkstatt Linz, Waltherstr. 15, 4020 Linz, friwe@servus.at,
www.friwe.at)
Matthias Reichl
Irakkrieg fordert Weltsozialforum heraus
Worum es den Globalisierungskritikern und -gegnern primär geht, haben wir
seit langem berichtet (siehe auch das Info-Verzeichnis) und auch in diesem
"Rundbrief". Zunehmend versuchen politische Strategen der Globalisierer -
und ihre "Meinungsbildner" in vielen Medien - durch ihre Ablenkungsmanöver
mit Vorwürfen von "Befürwortung von Gewalt" und damit "Nähe zum
Terrorismus" die existentiellen Anliegen aller Opfer der Globalisierung zu
verdrängen. Und die Geheimdienste leisten ihren Beitrag dazu. Sie sind es,
die die Spirale der Gewalt in Gang brachten und weiter beschleunigen.
Arundhati Roy, in Indien und weltweit als gewaltfreie Aktivistin geachtet,
wurde daher wegen ihrer couragierten Rede beim Weltsozialforum (am
16.1.2004 in Mumbai) besonders kritisch beurteilt. Sie präzisierte - auch
nachträglich schriftlich - dass sie sich unter "Widerstand im Irak" nur
einen gewaltfreien vorstellen kann, der weltweit durch zivilen Ungehorsam
und andere gewaltfreie Widerstandsformen gegen die militärischen und
ökonomischen Eroberer unterstützt werden muss (siehe "E-Rundbrief-Info 80").
Doron Rabinovici, ein österreichischer Schriftsteller, kritisierte dies in
der Zeitung "Der Standard" (v. 7.2.04). Und nun auch uns in einem e-mail,
weil wir es wagten, diese Rede in unsere homepage zu stellen. Er versucht
darin, die veröffentlichten Klarstellungen Roys als "stalinistische
Geschichtsfälschung" zu denunzieren - entsprechend seiner für mich nicht
akzeptablen politisch-analytischen Methoden von "journalistischer
Wahrheitsfindung".
Unter den vielen Friedensaktivisten erwähne ich Michael Schmidt und seine
Mitarbeiter im "Lebenshaus", die die Kontroverse dokumentiert und
kommentiert haben (www.lebenshaus-alb.de/mt/archives/002105.html). Ein
Zitat daraus: "...Ein Beitrag wider den Schlagwort-Journalismus, der aus
Wortfetzen Stricke knüpft, um Altermondialisten - in diesem Fall Arundhati
Roy - daran aufzuhängen... Wogegen sie (Roy) sich wendet, sind
Feiertagsveranstaltungen - sie will zivilen Ungehorsam mit Biss. Das ist
nicht kriegerisch - das ist friedvoll im Sinne Gandhis und vernünftig im
Sinne der Effektivität..."
Matthias Reichl
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Mon Mar 8 15:00:32 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 08 Mar 2004 16:00:32 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 92 - Ergänzungen zu Info 91: 2. ESF Paris - EU-Verfassung
- 2. ASF - zu Rb Nr. 112
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040308154708.0260b540@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 92 - Ergänzungen zu Info 91: 2. ESF Paris -
EU-Verfassungsentwurf - 2. ASF Linz - zu Rb Nr. 112
Bad Ischl, 8.3.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Ergänzungen:
Zu "2. Europäisches Sozialforum (ESF)":
Termin des 3. Europäisches Sozialforums (ESF): 14. - 17.10.2004 in London.
========================================
Zu "EU-Verfassungsentwurf":
Den Text findet ihr im Info 91.
Zu "EU-Verfassungsentwurf" und "Weltweit für eine atomfreie Zukunft" (Info 97):
Nein zu Atomstrom ja zu erneuerbarer Energie!
Hintergrundinformation:
Europäische Verfassung: Als der Konvent über die Zukunft Europas im Juli
2003 seine Arbeit an der Europäischen Verfassung beendete,
- sprachen sich 97 Konventsmitglieder für eine Volksabstimmung über die
Europäische Verfassung aus,
- in 8 Staaten der EU werden Volksabstimmungen zur Verfassung stattfinden
in Irland und Dänemark wird das Ergebnis rechtlich bindend sein,
- in einer europaweiten Initiative haben sich nahezu 270 Organisationen
(www.european-referendum.org) zusammengefunden, die für eine
Volksabstimmung über die Verfassung eintreten.
Für die OÖ Plattform gegen Atomgefahr ist die Zurückhaltung der
österreichischen Politiker/innen in der Frage einer österreichischen
Volksabstimmung über die Verfassung unverständlich.
Bundeskanzler Dr. Schüssel hält eine Volksabstimmung allerdings nicht für
notwendig dabei werden mit dem Verfassungsentwurf auch die militärischen
Weichen der Europäischen Union gestellt!
In Richtung Zentralisierung, hin zu Militarisierung! Zu einem Europa, das
aufrüsten wird auch nuklear! die Verfassung gibt grünes Licht für eine
EU als Militärbündnis. Nach Ansicht von Experten bedeuten die Bestimmungen
(Art I-59) der Verfassung einen nachhaltigen Souveränitätsverlust
Österreichs vor Ratifikation des Verfassungsvertrages muss deshalb eine
Volksabstimmung durchgeführt werden.
Die Atomgegner Werden Sie sich für eine Volksabstimmung über die
EU-Verfassung in Österreich einsetzen? Welche Schritte werden Sie dazu
konkret unternehmen?
Wer sich ernsthaft für die österreichische Neutralität einsetzen will, wird
um eine eingehende Diskussion auch öffentliche Diskussion - des
vorliegenden Verfassungsentwurfes nicht herum kommen!
Die Atomgegner befürchten, dass die österreichische Neutralität über die
Hintertür geopfert werden soll. An Präsidentschaftskandidaten Fischer wurde
appelliert, das nicht zuzulassen.
Österreich ist umzingelt von Atomkraftwerken und wäre im Falle einer
Reaktorkatastrophe auch ohne eigene Atomkraftwerke massiv betroffen.
Tote und Elend, Evakuierung und Verseuchung wären die Folgen. Es ist
einerlei, ob die Bedrohung von den Atomreaktoren in Slowenien, Tschechien,
Deutschland, Ungarn oder der Slowakei ausgehen.
Nur ein europaweiter Ausstieg aus der Atomenergie kann die
Österreicher/innen - kann die Europäer/innen - vor einer nuklearen
Katastrophe bewahren.
19.2.2004
OOE Ueberparteiliche Plattform gegen Atomgefahr
A-4020 Linz, Landstr. 31
Tel.: +43 732 774275
post@temelin.at
http://www.temelin.at
===========================================
Zu "2. Austrian Social Forum (ASF)":
Christian Apl
Liebe Menschen!
Von 3. bis 6. Juni 2004 findet in Linz das 2. Austrian Social Forum, das 2.
Österreichische Sozialforum statt -> www.socialforum.at.
Die mittlerweile weltweit in allen Größenordnungen und zu verschiedensten
Themenschwerpunkten stattfindenden Sozialforen(1) sind allesamt Ausdruck
einer Schritt für Schritt zur Gewissheit werdenden Hoffnung: "Eine andere
Welt ist möglich." Immer mehr Menschen wollen - mit einer erfrischenden
Entschlossenheit - den Beweis antreten, dass das als Sachzwanglogik
daherkommende und das Schicksal von Milliarden Menschen bestimmende TINA
(there is no alternative) letztlich eine menschenverachtende Lüge ist.
Sozialforen sind Veranstaltungen, keine Dach- oder sonstigen
Organisationen. Sozialforen treffen deswegen auch keine Entscheidungen und
haben keine SprecherInnen. Sie sind "nur" Raum. Raum, der in einer hektisch
und gedankenlos sich in Unwesentlichkeiten verlierenden Welt dringend
benötigt wird. Raum, wo Menschen sich gleich frei bewegen und in einen
freiwilligen, weil gleichberechtigten Dialog eintreten können. Und es geht
diesmal hoffentlich wirklich um alle Menschen.
Deswegen ist es auch nicht eine Organisation. Es sind viele - sehr viele -
Organisationen, Netzwerke, Plattformen, Initiativen und SolistInnen(2) die
sich da zu einer riesigen und globalen Kooperative zusammenfinden und jede
bringt sich nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten in die Vorbereitungen ein. Es
geht dabei nicht um wieviel, um mehr oder weniger, sondern ob überhaupt
etwas geschieht. Es gibt Arbeit in Saus und Braus(3) und jeder Beitrag
bringt uns ein Stück der anderen Welt näher. Und es geht bei den
Sozialforen schließlich auch darum, sichtbar zu machen, wie weit es noch
zur anderen Welt ist, um erkennen zu können, was die nächsten Schritte sind.
Wer also der Meinung ist, dass eine andere Welt möglich, wenn nicht sogar
bitter nötig ist, möge www.socialforum.at konsultieren, Kontakt aufnehmen
und Anfang Juni in Linz in Erscheinung treten - jede/r ist eingeladen sich
einzubringen.
Herzliche Grüße
Christian Apl (Teil der ASF-Programmkoordination)
PS: Programmvorschläge, die bis zum 31.3. über
http://socialforum.at/sf/prog eingebracht werden, kommen in das gedruckte
Programm.
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Mon Mar 8 21:18:38 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 08 Mar 2004 22:18:38 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 97 - RB Nr.112 - Israel und Atomgegner Vanunu - Atomfreie
Zukunft weltweit
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040308221224.02602b40@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 97 - RB Nr.112 - Wer hat Angst vor Mordechai Vanunu? -
Weltweit für eine atomfreie Zukunft
Bad Ischl, 8.3.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Wer hat Angst vor Mordechai Vanunu?
Entlassung aus dem Gefängnis am 21.4.2004?
Der 21. April 2004 ist ein problematisches Datum für die Regierung Israels:
an diesem Tag soll der "Atomspion" Mordechai Vanunu (Alternativer
Nobelpreisträger) nach achtzehnjähriger Haft entlassen werden. Seine
Unterstützer kritisieren nicht nur die damalige Entführung und den
einseitigen Prozess sondern auch die Verleumdungskampagne, die u.a. von der
(konservativen) Zeitung "Yediot Ahronot" (u.a. v. 8.1.2004) angeheizt wird.
Yehiel Horev, für Atomsicherheit zuständiger Mitarbeiter des
Verteidigungsministeriums, behauptet Vanunu sei wie "ein Bulle, der Blut
geschmeckt hat". Niemals hätte er Bedauern für seine Taten gezeigt, sondern
sie weiterhin gerechtfertigt. In den langen harten Gefängnisjahren sei sein
Zorn auf die israelische Regierung gewachsen. Nach seiner Entlassung würde
er sofort das Land verlassen (er hat angekündigt, zukünftig in den USA
Geschichte zu unterrichten) und wieder Geheimnisse über Israels
Atomprogramm preisgeben.
"Yediot Ahronot" zitierte am 16.2.2004 einen ehemaligen Mithäftling, der
behauptete, dass Vanunu "aus Hass auf den israelischen Staat" nicht nur
mediale "Bomben hochgehen lassen will". (Eine bekannte Methode gewisser
Behörden und Medien, die damit eine "terroristische Gefährdung"
konstruieren wollen.)
Die Sicherheitsbehörden planen deshalb, Vanunu nach der Entlassung mit
einer Reihe von Restriktionsmaßnahmen zu belegen. Er könnte unter
"Verwaltungsarrest" gestellt werden obwohl dies juristisch problematisch
ist. Wahrscheinlicher ist ein Ausreiseverbot, ein eng begrenzter
Aufenthaltsort, auch um seine Kontakte zu überwachen und vor allem
Zensurmaßnahmen. Den Medien würde dann beispielsweise verboten, Interviews
mit ihm zu veröffentlichen.
Jedenfalls werden die Unterstützer Vanunus ihn am 21.April vor dem
Askhalon-Gefängnis mit einer Solidaritätskundgebung empfangen . Weitere
Infos auf den homepages: www.vanunu.freeserve.co.uk/htdocs/newsletter.htm
(Britische Unterstützer), www.serve.com/vanunu/ und
www.nonviolence.org/vanunu/ (US-Kampagnen).
Pax Christi Österreich wendet sich mit Unterschriftenlisten an die UN-Human
Rights Commission in Genf mit der Bitte, sich für die Freilassung von
Mordechai Vanunu einzusetzen (Pax Christi Österreich, Mengerstr. 23, A-4040
Linz, www.paxchristi.at).
Eine Unterstützerkampagne schlägt vor, die Nominierung von Vanunu für den
Friedensnobelpreis mit Briefen zu unterstützen. Der Direktor des
Friedensforschungsinstitutes sieht reale Chancen dafür, auch wenn
befürchtet werden muss, dass das Nobelpreiskommitee es nicht wagen wird,
damit die israelische Regierung zu "provozieren". Sendet eure
Unterstützerbriefe an: Geir Lundestad, Professor of History, University of
Oslo, E-mail: gl@nobel.no.
Auch die israelische Friedensorganisation "Gush Shalom" unterstützt die
Kampagnen und stellt sie in den größeren Kontext der zunehmenden Repression
gegen kritische Kräfte (Israelis und Palästinenser) durch die extrem
rechtsgerichteten Kreise in der israelischen Regierung (Info: www.
gush-shalom.org, www.uri-avnery.de - siehe Buchtipps Info 95).
Aktive Soldaten, die gezwungen waren, an Straf- und Zerstörungsaktionen im
Gebiet der Palästinenser teilzunehmen verweigern zunehmend ihren Dienst,
auch wenn sie zu strengen Gefängnisstrafen verurteilt wurden
(www.yesh-gvul.org, www.refuz.org.il/).
Matthias Reichl
(Siehe auch denAnhang unten:
U.S. Campaign to Free Mordechai Vanunu)
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Weltweit für eine atomfreie Zukunft
Am Symposium "In eine hellere Zukunft. Strategien für eine Welt ohne
atomaren Wahnsinn" (4. - 5.12.2003 in Linz/OÖ.) nahmen ca. 150 Menschen aus
20 Nationen teil. Die Teilnehmer/innen fühlten sich bestärkt in ihrem
Widerstand gegen die Atomindustrie und betonten, dass ihnen die
Veranstaltung viel neue Kraft und Energie gegeben hat. Es wurde sehr
begrüßt dass 2004 eine Folgekonferenz stattfinden wird.
Die Ergebnisse dieses internationalen Symposiums wurde in einer Broschüre
dokumentiert und sie werden in der folgenden Resolution zusammengefasst:
Gründung einer "International Platform for a Nuclear Free Future". Aufgaben
dieser Plattform: Zusammenschluss/ Internationales Netzwerk,
Informationsaustausch, Kooperation für Aufklärungsarbeit, Austausch von
internationalen Experten für Vorträge, Internationale Hilfe für NGOs gegen
Atomprojekte. (Diesen Arbeitskreis über die solidarische Kooperation
zwischen gefährdeten Aktivist/innen - aus 5 Kontinenten - habe ich
moderiert. Auch Vanunu wird unterstützt. M.R.)
Weiters wurde von den teilnehmenden Organisationen beschlossen, den Antrag
Österreichs auf die Einberufung einer Konferenz zur Revision des EURATOM
-Vertrages massiv zu unterstützen.
In einer gesonderten Presseaussendung präzisierten am 14.11.2003
österreichische Atomgegner ihre Kritik am Entwurf der EU-Verfassung (der
bald darauf in einer EU-Gipfelkonferenz vorerst scheiterte) und an der
österreichischen Regierung, die eine Volksabstimmung verhindert:
... Nach einer jüngst veröffentlichten Umfrage der EU-Kommission
(Eurobarometer) halten 84% der Befragten eine Volksabstimmung über die
künftige Verfassung für "unerlässlich" oder "sinnvoll". Neben den Tschechen
werden auch die Iren, die Dänen, die Spanier, die Franzosen, die Belgier,
die Holländer und die Portugiesen abstimmen.
In ihr wird die ungerechtfertigte Bevorzugung der Atomindustrie weiter
fortgeschrieben der Euratom-Vertrag wird gleichberechtigt neben der
Verfassung stehen und die Vorrechte der maroden und schrumpfenden Atomlobby
einzementiert. Das ist Minderheitenschutz der übelsten Sorte! Wir wollen
keine nuklear verseuchte EU-Verfassung. Und die österreichische Regierung
nimmt das mit einem Achselzucken hin!...
(OÖ. Überparteiliche Plattform gegen Atomgefahr, Landstr. 31, A-4020 Linz,
Tel.: 0732-774275, www.atomstopp.at, www.temelin.at)
Weiterer Termin:
23. - 26.4. ST. PETERSBURG (Russland) und HELSINKI (Finnland): Gemeinsame
Kundgebung gegen die Atomkraft (Info: Ulla Kloetzer, Women Against Nuclear
Power, Finland, ullaklotzer@yahoo.com; Oleg Bodrov, Green World, St.
Petersburg/ Russia, green@sbor.net)
Anhang:
From: U.S. Campaign to Free Mordechai Vanunu
Sent: Wednesday, March 03, 2004 10:00 AM
Subject: GLOBAL VIGILS ON APRIL 21 WILL CELEBRATE VANUNU'S FREEDOM
Please share this announcement with other groups and individuals!
People around the world are planning vigils on April 21, the scheduled day
of Mordechai Vanunu's release, to celebrate his freedom. Are you interested
in having a vigil in your city?
Please call the U.S. Campaign at 520-323-8697 or email
or the U.K. Campaign at ++44-207-378-9324 or
email to let us know, and to provide us
with a contact phone number or email address.
People who do not have Israeli embassies and consulates in their town plan
to be present in other public locations. Several Women in Black vigils have
already contacted us to say they are planning a special vigil to celebrate
Mordechai's release. If Israel does not do the right thing and release him
without condition or restriction, as befits a democratic nation, these
vigils will also raise the call for his unconditional freedom.
If you are planning to have a vigil please contact us so we can list your
vigils in international campaign media outreach and press releases.
As the date gets closer, we will post a list of all the international
vigils we know about on our websites at http://www.nonviolence.org/vanunu/
and http://www.vanunu.freeserve.co.uk/
Online petition for the unconditional release of Vanunu
http://www.ipetitions.com/campaigns/freemordechaivanunu/
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Wed Mar 10 22:14:35 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Wed, 10 Mar 2004 23:14:35 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 98 - Atomenergieprojekte in Tschechien geplant
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040310230956.049a5510@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 98 - Tschechien weiter auf Atomkurs! - Tschechische
Gemeinden mobilisieren gegen Atommüllager
Bad Ischl, 10.3.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Tschechien will weiter auf Atomkurs segeln!
Presseaussendung der OÖ Plattform gegen Atomgefahr am 10. März 2004
Nach monatelangen Kontroversen rund um das tschechische Energiekonzept
sprachen sich in der heutigen Abstimmung in Prag die Regierungsmitglieder
mit 9:8 Stimmen für die nukleare Option aus. Sollte es die weitere
energetische Entwicklung in der Tschechischen Republik erforderlich machen,
will man sich die Möglichkeit offen halten, um 2020 neue Atomkraftwerke zu
bauen.
Die Regierungsmitglieder folgten damit mehrheitlich dem Vorschlag aus dem
"grünen Szenario" des tschechischen Industrieministeriums, das den Ausbau
der Atomkraft vorsieht.
Mathilde Halla, Obfrau der OÖ Plattform gegen Atomgefahr zeigt sich
enttäuscht und fordert Schritte der österreichischen Bundesregierung ein:
"Aufgrund aller bisherigen Anzeichen ist nun mit einem weiteren Ausbau des
Atomstandortes Temelin zu rechnen! Hätte man in Wien Anfang der 90er-Jahre
die richtigen Schritte gesetzt, wäre das jetzige Atomkraftwerk Temelin
vielleicht nie in Betrieb gegangen. Doch die österreichischen Politiker
warteten und warteten und warteten … Noch einmal die atomare Entwicklung in
Tschechien derart zu verschlafen, wäre unverzeihlich! Bei der nächsten
Aktualisierung der tschechischen Energiepolitik, die schon in zwei Jahren
beginnen wird, hat Österreich reelle Chancen sich aktiv am
Diskussionsprozess rund um die Energiepolitik zu beteiligen!"
Es wird sich nun auch zeigen, wie ernst man in Wien den im Umweltausschuss
verabschiedeten Entschließungstext vom 29. Jänner 2004 nimmt. Die
Bundesregierung wird darin ersucht, aktiv gegen einen allfälligen weiteren
Ausbau der Atomenergie in Tschechien einzutreten. Der Text wurde mit den
Stimmen von ÖVP und FPÖ angenommen.
Weitere Informationen: Mathilde Halla +43 664 241 6806
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OOE Ueberparteiliche Plattform gegen Atomgefahr
A-4020 Linz, Landstr. 31
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Tschechische Gemeinden mobilisieren gegen Atommüllager
Gemeinsame Presseaussendung OÖ Plattform gegen Atomgefahr und
Aktionskomitee Stop Temelin,
vom 5. März 2004
Ttl. Nächster innertschechischer Schlag gegen die Atomlobby
Utl. Tschechische Gemeinden mobilisieren gegen Atom
Vertreter von 18 tschechischen Gemeinden lehnen jede weitere Zusammenarbeit
mit der Verwaltung der Lagerstätten für radioaktiven Abfall (SURAO) ab und
fordern gleichzeitig die Einstellung der Arbeiten in Zusammenhang mit der
Suche nach Lagerstätten. Eine entsprechende Erklärung haben gestern Umwelt-
und Industrieministerium und Premierminister Spidla erhalten.
"Wir sehen, dass der Widerstand auch auf die bestehenden Blöcke in Temelin
übergehen wird. Denn die Lagergegner wissen, solange es AKWs in Tschechien
gibt, wird es auch ein Atommülllager geben", ist der Obmann von Stop
Temelin, Konsulent Mag. Josef Neumüller sicher, dass der Widerstand in
Tschechien sich auch auf die beiden Blöcke ausdehnt.
Mathilde Halla, Obfrau der OÖ Plattform gegen Atomgefahr: "Den Widerstand
gegen die Errichtung von Endlagern für radioaktive Abfälle gibt es überall
in Europa. Die Italiener wehrten sich im letzten Sommer erfolgreich gegen
ein Dekret, das die Region Basilicata in einer Nacht- und Nebelaktion zum
Atommülllager gemacht hätte. Es ist skandalös, dass das Problem Atommüll
einfach auf zukünftige Generationen verschoben wird. Obwohl schon seit 50
Jahren Atommüll produziert wird, gibt es weltweit immer noch kein
geeignetes Endlager."
Erklärung der Gemeinden
Die Vertreter der unter angeführten Gemeinden der so genannten Lokalität
Budisov, aufgrund des Mandates, das ihnen durch die Bürger in den
Gebietreferenden gegeben wurde,
-identifizieren sich mit den Ergebnissen der Referenden, die bei ihnen
stattgefunden haben, und verpflichten sich, sie zu respektieren
-lehnen jede weitere Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Lagerstätten für
radioaktiven Abfall (SURAO) ab
-ersuchen, dass alle Arbeiten, verbunden mit der Suche der Lokalität für
den Bau der Tieflagerstätte für abgebrannten Kernbrennstoff auf Gebiet
ihrer Gemeinden, dauerhaft eingestellt werden und die Lokalität Budisov aus
der Liste der geeigneten Lokalitäten ausgestrichen wird
-unterstützen den Novellenvorschlag des so genannten Atomgesetzes in der
Form, wie er durch die Senatorengruppe am 6.1.2004 vorgelegt wurde
-ersuchen um eine kritische Überarbeitung der bisherigen
Regierungskonzeption des Umganges mit radioaktiven Abfall zum Vorteil
anderer Lösungen, als den Bau des Kernbrennstofflagers an jeder beliebigen
Stelle in der Tschechischen Republik.
Für die Gemeinde: Oslavicka: Bohuslav Kandrat, Bürgermeister
Hodov: Jiri Hort, Bürgermeister
Rudikov: Bohuslava Zlevorova, Bürgermeisterin
Naramec: Pavel Novacek, Bürgermeister
Diese Position unterstützen ebenfalls:
Jiri Valal, Bürgermeister der Gemeinde Slavicky, Kamil Korcek,
Bürgermeister der Gemeinde Stropesin, Jaroslav Zadrazil, Bürgermeister der
Gemeinde Dalesice, Kvetoslav Havlicek, Bürgermeister der Gemeinde
Vladislav, Jaroslav Zak, Bürgermeister der Gemeinde Kramolin, Karel Slavik,
Bürgermeister der Gemeinde Preckov, Jana Uchytilova, Bürgermeisterin der
Gemeinde Hroznatin, Vera Machatova, Bürgermeisterin der Gemeinde Pysel,
Hana Zakova, Bürgermeisterin der Gemeinde Konesin, Josef Boruvka,
Bürgermeister der Gemeinde Tasov, Ladislav Vafek, Bürgermeister der
Gemeinde Oslavice, Pavel Drapela, Bürgermeister der Gemeinde Baliny, Alois
Kominek, Vicebürgermeister der Gemeinde Rudikov, Ladislav Eichler,
Vicebürgermeister der Gemeinde Kamenna, Jan Kratochvil, Mitlieg der
Gemeindevertretung Vladislav, Ludmila Jelinkova, Mitglied der
Gemeindevertretung Naramec, Miroslav Majzlik, Mitglied der
Gemeindevertretung Trebenice
Weitere Informationen:
Mathilde Halla +43 664 241 6806
Andreas Reimer +43 664 13 28 370
------------------------------------------------------------------
OOE Ueberparteiliche Plattform gegen Atomgefahr
A-4020 Linz, Landstr. 31
Tel.: +43 732 774275
Fax: +43 732 785602
post@atomstopp.at
post@temelin.at
http://www.atomstopp.at
http://www.temelin.at
-----------------------------------------------------------------
Aktionskomitee für die Grenzregion - ‚Stop Temelín'
Komité hranicního regionu - Stop Temelín
Obmann: Mag. Josef Neumüller, 0 664 58 45 723
Geschäftsführer Julian Gillesberger 0 676 33 42 893
Pressestelle: Andreas Reimer 0 664 13 28 370
A-4271 St. Oswald, Brunngassen 18, Fax: 07942/77 800-24
E-Mail: office@stop-temelin.at
Web: http://www.grenzblockade.at; www.hungerstreik.at;
http://www.antiatom.info;
http://www.antiatom.at; http://www.einkaufsboykott.at
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sun Mar 21 10:09:56 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 21 Mar 2004 11:09:56 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 95 - RB Nr.112 - Buchtipps
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040321110741.025ac760@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 95 - RB Nr.112 - Buchtipps
Bad Ischl, 21.3.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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BUCHTIPPS
Neue Bücher und Materialien in unserer Bibliothek
1. VERGANGENHEIT - GEGENWART - ZUKUNFT - PHILOSOPHIE
Stiftung Entwicklung und Frieden: Globale Trends. Fakten, Analysen,
Prognosen 2004/ 2005. 2003 Fischer TB Nr. 16026. € 14,90
Marianne Gronemeyer: Die Macht der Bedürfnisse. Überfluss und Knappheit.
2002 Primus Verlag. € 14,90
Andreas J. Obrecht: Zeitreichtum - Zeitarmut. Von der Ordnung der
Sterblichkeit zum Mythos der Machbarkeit. 2003 Brandes & Apsel Verlag. € 22,90
Anton Pelinka/ Klaus Woltron/ Theo Faulhaber: Szenarien für die Welt von
morgen. Zukunftsentwicklungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Hg.
v. Austria perspektiv/ Bank Austria CA/ Industriellenvereinigung. Reihe "Im
Brennpunkt" Bd. 3. 2003 NP Verlag. € 14,90
Clemens Sedmak: Kleine Verteidigung der Philosophie. 2003 bsr 1546. € 12,90
Otfried Höffe: Lexikon der Ethik. 2003 bsr 152. € 14,90
Günther Anders: Übertreibungen in Richtung Wahrheit. Stenogramme, Glossen,
Aphorismen. 2003 bsr 1472. € 9,90
2. POLITIK - SOZIALISMUS - MEDIEN - KULTUR - KUNST
Bernd Faulenbach/ Rainer Eckert (Hg.): Auf dem Weg zur Zivilgesellschaft.
Mythos und Realität der 60er und 70er Jahre in Ost und West. 2003 Klartext
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Lord Ralf Dahrendorf: Auf der Suche nach einer neuen Ordnung. Vorlesungen
zur Politik der Freiheit im 21. Jahrhundert. 2003 Verlag C.H. Beck. € 14,90
Klaus Woltron: Die 7 Narrheiten des 21. Jahrhunderts. Politik, Wirtschaft
und Gesellschaft im Fadenkreuz. 2003 NP Verlag. € 21,90
Medien. Macht. Meinung. Red. Monika Juch/ Rosa Lyon/ Sigrid Rosenberger.
Hg. v. Zukunfts- u. Kulturwerkstätte u. Friedrich Austerlitz Institut
(Schönlaterng. 9, A-1010 WIEN). 2003 € 5,-
David Barsamian/ Edward W. Said: Culture and Resistance. Conversations with
Edward W. Said. 2003 Pluto Press. £ 11.99
Leah Carola Czollek/ Gudrun Perko (Hg.): Verständigung in finsteren Zeiten.
Interkulturelle Dialoge statt "Clash of Civilizations". 2003 PapyRossa
Verlag. € 19,80
Neue Helvetische Gesellschaft (Hg.): Die multikulturelle Schweiz. Jahrbuch
2002/ 2003. (In Deutsch/ Französisch/ Italienisch und Rätoromanisch). 2003
Rüegger Verlag. sFr 38,-
Friedensreich Hundertwasser: Das Paradies liegt um die Ecke. Text-Bildband.
2002 Pattloch Verlag. € 9,90
Friedensreich Hundertwasser: Was braucht der Mensch um glücklich zu sein?
Text-Bildband. 2002 Pattloch Verlag. € 9,90
ERRÓ: Political Paintings. Catalogue. 2000 Hong Kong Arts Centre
ERRÓ: E-mail breakfast. Catalogue d' une exposition 2001. 2001 Galerie
Sonia Zanettaci, Genéve
ERRÓ 1984-1998. IIIe Catalogue Général (des isländisch/ französischen
Pop-Art-Malers Erró). 1998 Fernand Hazan Editions.
3. POLITISCH ARBEITEN UND ORGANISIEREN - ALTERNATIVE PROJEKTE
Wolfgang Hauer: Couragiertes Handeln. 2002 zu Klampen Verlag. € 24,-
Wolfgang Ernst: Das Rumoren der Archive. Ordnung aus Unordnung. Nr. 243
2002 Merve Verlag. € 11,-
Wolfgang Hörner/ Jürgen Jonas (Hg.): Dagegen! Der große Zitatenschatz des
Abscheus, Widerwillens und Ekels. 2003 Eichborn Verlag. € 19,95
Ernst Gehmacher: Reich und Grün. Die Zukunft unserer Gesellschaft. 1998
Molden Verlag
4. GEWALT - GEWALTFREIER WIDERSTAND
Cathrin Schauer: Kinder auf dem Strich. Bericht von der
deutsch-tschechischen Grenze (über Kinderprostitution und Gewalt in
Tschechien). Hrsg. v. Deutsches Komitee für UNICEF - ECPAT Deutschland.
2003 Horlemann Verlag. € 9,90
5. FRIEDE - KRIEG - MILITÄR - WEHRDIENSTVERWEIGERUNG - RÜSTUNG
Pete Hämmerle/ Thomas Roithner (Hg.): Dem Rad in die Speichen fallen.
Stimmen von FriedensnobelpreisträgerInnen und das Österreichische Netzwerk
für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit. Ein Arbeitsbuch. 2003
Verlag Thomas Roithner (Moosleite 3a, A-4053 HAID). € 15,-
Bernard Dreano: L'Arc de la Paix. Du mouvement anti-guerre au mouvement
pour la paix. Text pour la Assemblée Européenne des Citoyens/ FSE. November
2003. HCA-France - CEDETIM (21 ter rue Voltaire, F-75011 PARIS). € 1,- +
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Collage-Caucasus 2/2003: Women for peace: Caucasus outlook. (English/
Russian). (c/o Isabella Sargasyan, HCA Armenia, e-mail: editor@collage.am)
Jochen Hippler (Hg.): Nation-Building. Ein Schlüsselkonzept für friedliche
Konfliktbearbeitung? EINE WELT-Texte Bd. 17. 2004 J.H.W. Dietz
Verlag. € 12,70
Norbert Blüm/ Heiner Geißler/ Rupert Neudeck: Nach dem Krieg. Vor dem
Frieden. Wie es weitergehen kann. 2003 Herder Verlag. € 18,50
war and peace in the information age. Peace news No. 2453 12/2003 - 2/2004.
Ed. by Peace News (5 Caledonian Road, LONDON, N1 9DY, GB). £ 3,- + Versand
Bob Woodward: Bush at War. Amerika im Krieg. Aktualisierte Ausgabe 11/2003.
Heyne TB Nr. 19/897. € 9,95
Loring Wirbel: Star Wars. US Tools of Space Supremacy. 2003 Pluto Press. £
11.99
Rüdiger Göbel/ Joachim Guillard/ Michael Schiffmann (Hg.): Der Irak. Krieg
- Besetzung - Widerstand. Neue Kleine Bibliothek 90. 2003 PapyRossa
Verlag. € 15,80
Paul Rogers: A War on Terror. Afghanistan and After. 2004 Pluto Press. £ 12.99
Arno Neuber: Militärmacht Europa. Die EU auf dem Weg zur globalen
Interventionsmacht. Report Nr. 56, 12/2003 isw - institut für
sozial-ökologische Wirtschaftsforschung (Johann-v.-Werth-Str. 3, D-80639
MÜNCHEN). DM 3,- + Versand
Karl von Wogau (Hg.): Auf dem Weg zur Europäischen Verteidigung. Gemeinsam
sind wir sicher. 2003 Herder Verlag. € 24,90
Kadogos Kindersoldaten (im Ostkongo). Red. Bernd Büscher. DER PAZIFIST Nr.
9-10/ 188-189. 2003 Dialog International (Postf. 260124, D-40094 DÜSSELDORF).
7. FASCHISMUS - NATIONALSOZIALISMUS - ZWEITER WELTKRIEG
Karl Kraus: Dritte Walpurgisnacht. (Fackel-Texte aus 1933 zur Abrechnung
mit dem Nazi-Regime). Schriften Bd. 12. 1989 st 1322. € 10,-
Conrad Taler: Asche auf vereisten Wegen. Eine Chronik des Grauens -
Berichte vom Auschwitz-Prozess. Neue Kleine Bibliothek 87. 2003 PapyRossa
Verlag. € 12,90
August von Kageneck/ Hélie de Saint-Marc: Unsere Geschichte.
(Deutsch-französischer Dialog zwischen Soldat und Widerstandskämpfer). 2003
Pendo Verlag . € 24,90
8. POPULISMUS - NATIONALISMUS - RECHTSEXTREMISMUS - RASSISMUS
Nationalism. The Collage Moldova Nr. 9, Winter 2002. (English/ Rumanian/
Russian). Ed. by Youth Helsinki Citizens' Assembly of Moldova (P.O.B. 1479,
CHISINAU - 2043, MOLDOVA).
9. MENSCHENRECHTE - MINDERHEITEN - FLÜCHTLINGE - MIGRANTEN- SICHERHEIT - TERROR
Human Rights in the OSCE Region: Europe, Central Asia and North America.
Report 2003 (Events of 2002). Ed. by IHF - International Helsinki
Federation for Human Rights (Wickenburgg. 14/7, A-1080 WIEN). 2003 Kostenlos
Jahrbuch 2002/ 2003. Medien, Menschenrechte und Demokratie. 2003 Hg. v.
Komitee für Grundrechte und Demokratie (Aquinostr. 7 - 11, D-50670
KÖLN). € 15,-
Anja Mihr/ Nils Rosemann: Bildungsziel: Menschenrechte. Standards und
Perspektiven für Deutschland. Studien zu Politik und Wissenschaft. 2004
Wochenschau Verlag. € 21,80
medico international (Hg.): Macht und Ohnmacht der Hilfe. Eine
Dokumentation über die Krise humanitären Handelns. medico Report 25. 2003
medico international (Obermainanlage 7, D-60314 FRANKFURT/M.). € 10,- +
Versand
Edith Saurer/ Birgit Wagner (Hg.): K/Eine Mauer im Mittelmeer. Debatten um
den Status des Fremden von der Antike bis zur Gegenwart. Wiener
Vorlesungen... Bd. 16. 2003 Facultas Universitätsverlag WUV. € 18,-
Elisabeth Schroedter, MdEP: An den neuen Grenzen von Europa. Begegnungen
auf einer Reise durch die Karpaten (mit Grenzbewohnern und Migranten). 2003
(Versand: Büro Elisabeth Schroedter, MdEP, Europäisches Parlament, Rue
Wiertz, B-1047 BRÜSSEL). Kostenlos
Gerhard Wisnewski: Operation 9/11. Angriff auf den Globus. 2003 Knaur TB
Nr. 77671. € 12,90
Christian C. Walther: 119 Fragen zum 11.9. (Ein makaber-aufklärendes
Fragespiel). 2003 Heyne TB Nr. 19/909 € 10,-
Stefan Aust/ Cordt Schnibben (Hg.): 11. September. Geschichte eines
Terrorangriffs. Feature (WDR/ SPIEGEL). 3 CD + Broschüre. 2003 WWF Wort +
Ton/ Der Audio Verlag. € 24,95
10. MANAGEMENT - WIRTSCHAFT - ARBEIT - LANDWIRTSCHAFT
Christian Girschner: Die Dienstleistungsgesellschaft. Zur Kritik einer
fixen Idee. 2003 PapyRossa Verlag. € 14,-
Erik Nagel (Hg.): Welchen Wandel wollen wir? Ansätze und Perspektiven für
die Gestaltung organisationaler Veränderungsprozesse. Luzerner Beiträge zur
Betriebs- und Regionalökonomie, Bd. 10. 2003 Rüegger Verlag. sFr 45,-
Patrick Hermann/ Richard Kuper - For the Confédération Paysanne: Food For
Thought. Towards a Future for Farming. Introduction by José Bové. 2003
Pluto Press. £ 9.99
11. SOZIALES - RANDGRUPPEN
Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich
(www.sozialwort.at). 2003 (Versand: KSÖ - Katholische Sozialakademie,
Schottenring 35/DG, A-1010 WIEN). € 9,80 + Versand
Karl Georg Zinn: Wie Reichtum Armut schafft. Verschwendung,
Arbeitslosigkeit und Mangel. Neue Kleine Bibliothek 84. 2003 PapyRossa
Verlag. € 14,80
Clemens Sedmak: Dichte Beschreibungen: Erzählte Armut. Vom Wert der
Literatur für die Armutsforschung. Working Papers facing poverty 02. 2003
Clemens Sedmak - Poverty Research Group University of Salzburg, Department
of Philosophy (Franziskanerg. 1, A-5020 SALZBURG).
R. Bühm/ R. Buggler/ J. Mautner (Hg.): Arbeit am Begriff der Armut. Working
Papers facing poverty 03. 2003 (Clemens Sedmak, Salzburg)
Social Watch Deutschland Report 2003/ Nr. 3: Die Armen und der Markt. Ein
internationaler Bericht zivilgesellschaftlicher Organisationen über den
Fortschritt bei Armutsbekämpfung und Gleichstellung der Geschlechter. 2003
Hg. v. Evangelischer Entwicklungsdienst/ EED (Ulrich-von-Hassel-Str. 76,
D-53123 BONN). € 5,-
12. STADT - WOHNEN - VERKEHR - FREMDENVERKEHR
Michael Zinganel: Real Crime. Architektur, Stadt & Verbrechen. 2003 Edition
selene. € 25,-
13. UMWELT - NATURSCHUTZ - GENTECHNIK
Günter Altner/ Heike Leitschuh-Fecht/ Gerd Gert Michelsen/ Udo E. Simonis/
Ernst U. von Weizsäcker (Hg.): Jahrbuch Ökologie 2004. 2003 bsr 1552. € 14,90
Neil Middleton/ Phil O'Keefe: Rio plus Ten. Politics, Poverty and
Environment. 2003 Pluto Press. £ 12.99
14. GESUNDHEIT - ERNÄHRUNG
Wolfgang Hagemann: Burn-Out bei Lehrern. Ursachen - Hilfen - Therapien.
2003 Verlag C.H. Beck. € 17,90
Martin Weidenfelder: Mit dem Vergessen leben: Demenz. Verwirrte alte
Menschen verstehen und einfühlsam begleiten. 2004 Kreuz Verlag. € 14,90
17. PÄDAGOGIK - BILDUNG
WIDERSPRUCH 45: Wissen, Bildung, Informationstechnologie.
Wissensgesellschaft, Internet-Politik, Kommunikationstechnologien in Afrika
u. Lateinamerika, UNO-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft,
Online-Gewerkschaft, Globaler Bildungsmarkt, Privatisierung des öffentl.
Bildungswesens, Bildungsarmut, Arbeit in der Dienstleistungsökonomie. 2003
Red. "Widerspruch" (Postf. 652, CH-8026 ZÜRICH). sFr 25,-
Marianne Gronemeyer: Lernen mit beschränkter Haftung. Über das Scheitern
der Schule. 1997 Primus Verlag. DM 14,90
21. RELIGIONEN - SPIRITUALITÄT - SEKTEN
Leonardo Boff: Gott erfahren. Die Transparenz der Dinge. 2004 Patmos
Verlag. € 14,90
Joachim Gnilka: Bibel und Koran. Was sie verbindet, was sie trennt. 2004
Herder Verlag. € 14,90
Dalai Lama XIV./ Howard C. Cutler: Glücksregeln für den Alltag. Happiness
at Work. 2004 Herder Verlag. € 19,90
Claus Eurich: Spiritualität und Ethik. Auf dem Weg zu einem Ethos des
Einsseins. 2003 Kreuz Verlag. € 19.90
22. CHRISTENTUM
Werner Alberts: Uta Ranke-Heinemann. Abschied vom Christentum. 2004 Patmos
Verlag. € 16,-
23. ENTWICKLUNGSPOLITIK - GLOBALISIERUNG - DRITTE WELT
Jürgen Osterhammel/ Niels P. Petersson: Geschichte der Globalisierung.
Dimensionen, Prozesse, Epochen. 2003 bsr 2320. € 7,90
Clive Hamilton: Growth Fetish. (Australischer Experte kritisiert globalen
Wachstumswahn). 2004 Pluto Press. £ 12.99
Transparency International (ed.): Global Corruption Report 2004. Special
Focus: Political Corruption. 2004 Pluto Press. £ 15.99
Corruption, Governance and Globalisation. Lessons from the New Thailand.
Briefing 29. 2003 The Corner House (PO. Box 3137, STURMINSTER NEWTON,
Dorset DT10 1YJ GB).
Underwriting Bribery. Export Credit Agencies and Corruption. Briefing 30.
2003 The Corner House.
Christiane Leidinger: Medien - Herrschaft - Globalisierung.
Folgenabschätzung zu Medieninhalten im Zuge transnationaler
Konzentrationsprozesse. 2003 Verlag Westfälisches Dampfboot. € 39,80
Claudia Haydt/ Tobias Pflüger/ Jürgen Wagner: Globalisierung und Krieg.
Attac Texte 5. 2003 VSA Verlag. € 6,50
Wessen Entwicklungsagenda? Eine Analyse der GATS-Forderungen der
Europäischen Union. Hg. v. Brot für die Welt/ WEED/ EED. 2003 Evangelischer
Entwicklungsdienst/ EED (Ulrich-von-Hassel-Str. 76, D-53123 BONN). Kostenlos
GATS zum Auf-hören. Radio ATTAC-Beiträge zu Demokratie, Bildung,
ArbeitnehmerInnen, Frauen, Soziale Dienste/ Gesundheit, Öffentlicher
Verkehr, Wasserversorgung, Entwicklungspolitik u. österreichische
STOPP-GATS-Kampagne. Hg./ Vertrieb v. Gerhard Gutschi, e-mail:
gerhard.gutschi@chello.at. 2004 Unkostenbeitrag € 6,-
Lisa Stadler/ Uwe Hoering: Das Wasser-Monopoly. Von einem Allgemeingut und
seiner Privatisierung. 2003 Rotpunkt Verlag. € 19,80
Wasser für alle - eine globale Herausforderung. Broschüre zur Kampagne.
www.menschen-recht-wasser.de. 2003 Hg. v. Brot für die Welt
(Stafflenbergstr. 76, D-70184 STUTTGART). € 2,50 + Versand
24. EUROPA - EU
EU-Verfassung - Europa der Konzerne und Generäle? Die EU-Verfassung aus der
Sicht von Friedens-, Anti-Atom- und globalisierungskritischer Bewegung. Hg.
v. Friedenswerkstatt Linz (Waltherstr. 15b, A-4020 LINZ). 2003 € 3,50 +
Versand
Europa erWEITERn. Zivilgesellschaft und EU. Dossier 09/2003. Hg. v. KSÖ -
Katholische Sozialakademie (Schottenring 35/DG, A-1010 WIEN). € 4,36
25. DEUTSCHLAND - ÖSTERREICH
Daniel Wiechmann: Immer bereit! Von einem jungen Pionier, der auszog, das
Glück zu suchen. (Jugenderziehung in der DDR). 2004 Droemer Verlag. € 14,90
Heinz Fischer: Wende-Zeiten. Ein österreichischer Zwischenbefund (des
SPÖ-Präsidentschaftskandidaten). 2003 Verlag Kremayr & Scheriau. € 25,-
Ralph Vallon: Harakiri. Die Selbstzerstörung der Partei (der Freiheitlichen
Partei Österreichs/ FPÖ). 2003 Molden Verlag. € 19,80
26. MITTEL-OSTEUROPA - BALKAN - GUS - KAUKASUS
Manfred Agethen/ Günter Buchstab (Hg.): Oppositions- und
Freiheitsbewegungen im früheren Ostblock. Hg. im Auftrag der
Konrad-Adenauer-Stiftung. 2003 Herder Verlag. € 12,-
Viktor Timtschenko: Putin und das neue Russland. 2003 Diederichs Verlag. €
22,-
Russland: Semi-Peripherie im Zeitalter der Globalisierung. Dossier:
Anti-Globalisierungs-Bewegungen in Tschechien und Polen. Hg. v.
Ost-West-Gegeninformationen Nr. 3/2003 (c/o Abt. f. SüdostEuropäische
Geschichte, Mozartg. 3, A-8010 GRAZ). € 3,-
Bernard Dreano: Dépression sur le Sud-Caucase. Voyage entre guerre et paix.
2003 Éditions Paris-Méditerranée. (Vertrieb: Bernard Dreano, c/o HCA-France
- CEDETIM, 21 ter rue Voltaire, F-75011 PARIS). € 15,-
27. NAHER OSTEN - ASIEN - AUSTRALIEN - OZEANIEN
Uri Avnery: Ein Leben für den Frieden. Klartexte über Israel und Palästina.
2003 Palmyra Verlag. € 17,90
Catherine Cook/ Adam Hanieh/ Adah Kay: Stolen Youth. The Politics of
Israel's Detention of Palestinian Children. (Palästinensische Kinder und
Jugendliche in israelischen Gefängnissen). 2004 Pluto Press. £ 12.99
Peretz Kidron (ed.): Refusenik! Israel's Soldiers of Conscience. Foreword
by Susan Sontag. (Israelische Soldaten als Kriegsdienstverweigerer.) 2004
Zed Books. £ 12.95
Israel - Palästina. Gewalt ohne Ende oder Verständigung und Kooperation?
Hg. v. Komitee für Grundrechte und Demokratie (Aquinostr. 7 - 11, D-50670
KÖLN). 2003 8 Expl. € 5,-
Navid Kermani: Schöner neuer Orient. Berichte von Städten und Kriegen. 2003
Verlag C.H. Beck. € 19,90
Kai Hafez/ Birgit Schäbler (Hg.): Der Irak. Land zwischen Krieg und
Frieden. Palmyra Verlag. € 19,90
Katajun Amirpur: Gott ist mit den Furchtlosen. Schirin Ebadi - Die
Friedensnobelpreisträgerin und der Kampf um die Zukunft Irans. 2003 Herder
Verlag. € 8,90
Christian Reder: Afghanistan, fragmentarisch (u.a. aus der Sicht des
Österr. Hilfskomitees für Afghanistan). 2004 Springer Verlag. € 25,-
Amélie Schenk: Mongolei. (Länderporträt). 2003 bsr 891. € 14,90
29. NORD- UND LATEINAMERIKA
Noam Chomsky: Hybris. Die endgültige Sicherung der globalen
Vormachtstellung der USA. 2003 Europa Verlag. € 19,90
Benjamin R. Barber: Imperium der Angst. Die USA und die Neuordnung der
Welt. 2003 Verlag C.H. Beck. € 19,90
Scott Lucas: The Betrayal of Dissent. Beyond Orwell, Hitchens and the New
American Century. (Politisch Dissidente in USA und Europa). 2004 Pluto
Press. £ 10.99
Ziauddin Sardar/ Merryl Wyn Davies: Woher kommt der Hass auf Amerika? 2003
zu Klampen Verlag. € 14,80
Hans-Eckehard Bahr: Erbarmen mit Amerika. Deutsche Alternativen. 2003
Aufbau Verlag. € 14,90
Rainer Prätorius: In God We Trust. Religion und Politik in den USA. 2003
bsr 1542. € 12,90
Madeleine K. Albright: Madam Secretary. Die Autobiographie. 2003 C.
Bertelsmann Verlag. € 28,-
Jahrbuch Lateinamerika - Analysen und Berichte 26: Religion und Macht. Hg.
v. Karin Gabbert, Clarita und Urs Müller-Plantenberg u.a. 2003 Verlag
Westfälisches Dampfboot. € 20,50
31. LITERATUR - KARIKATUREN
Rolf Hochhuth: McKinsey kommt. Molières Tartuffe. Zwei Theaterstücke (über
Arbeitslose im Kampf gegen Banker und Rationalisierer - der Autor als
enthüllender Provokateur). 2003 dtv Nr. 13134. € 10,-
Ishraga Mustafa Hamid: Trotzdem singe ich. (Widerständige Lyrik einer
sudanesischen Migrantin in Österreich). 2003 Milena Verlag. € 14,90
Antoine de Saint-Exupéry: Botschaft der Wüste. 2004 Patmos Verlag. € 9,95
Antoine de Saint-Exupéry: Man kennt nur die Dinge, die man zähmt. Eine
Anthologie. Hg. v. Rainer Thuß. 2004 Patmos Verlag. € 9,95
Antoine de Saint-Exupéry: Was du gibst, macht dich nicht ärmer. Eine
Anthologie. Hg. v. Rainer Thuß. 2004 Patmos Verlag. € 9,95
Eduardo Belgrano Rawson: In Feuerland. Roman (über die Vertreibung der
Indianer aus Feuerland und Südpatagonien). 2003 Verlag C.H. Beck. € 18,90
Paulo Coelho: Der Dämon und das Fräulein Prym. Roman (über Habgier,
Feigheit und Angst in den Pyrenäen). 2003 detebe Nr. 23388. € 8,90
Giles Foden: Sansibar. Roman (zu den Bombenattentaten auf die
US-Botschaften in Daressalam und Nairobi). 2003 Aufbau Verlag. € 19,90
Michael Obert: Regenzauber. Auf dem Fluss der Götter. (Reisebericht vom
Leben am westafrikanischen Fluss Niger). 2004 Droemer Verlag. € 22,90
Christoph Hein: Landnahme. Roman (über Vertriebene in Ostdeutschland). 2004
Suhrkamp Verlag. € 19,90
Anke Velmeke: Luftfische. Roman (einer widerständigen Tochter in deutscher
Kleinstadt). 2000 Verlag C.H. Beck. € 17,50
Christine Nöstlinger: Sowieso und überhaupt. Kinderbuch (über eine
ver-rückte Familie). 2004 Dachs Verlag. € 12,90
Freimut Wössner (Hrsg.): Ich pflege gern! Karikaturen. 2003 Mabuse
Verlag. € 13,90
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sun Mar 21 10:12:24 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 21 Mar 2004 11:12:24 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 96 - RB Nr.112 - Texte von Ishraga Mustafa Hamid und F.
Hundertwasser; Impressum
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040321111108.02611c50@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 96 - RB Nr.112 - Texte von Ishraga Mustafa Hamid und
Friedensreich Hundertwasser; Impressum, Blattlinie
Bad Ischl, 21.3.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Eine Erde für uns alle
Ishraga Mustafa Hamid
Gewidmet Ingeborg Bachmann
In Trauer, Krieg und Armut eingehülltes Damals
zerbombte Zeitlieder
die Erschütterungen
ihr Herz Blut Schreiben
Für das zweite Jahrtausend habe ich keine Hoffnung
keine Illusionen
Globalisierung macht unsere Welt
zu einem einzigen Dorf
Auch heute
ist unser Dorf
wie damals in Trauer gehüllt
Klüfte trennen
Reiche und Arme
Weiße und Schwarze
Nord und Süd
Frauen und Frauen
Innen und Außen
Im neuen Jahrtausend
vereinigt sich Europa
zerreißt Afrika
brennt Asien
explodieren Flüsse
wütend über das Unrecht
stehen Flüchtende vor den verschlossenen Türen
eines vereinten Europas
Zurückkehren wohin?
Sehnsucht nach Frieden
es brannte die Sehnsucht nach einer Welt
die nicht existieren will
Heute bleibt meine Sehnsucht
zwischen Himmel und Erde gefangen
meine Füße wollen die Erde spüren
wollen vor offenen Türen stehen
in Lagos
in Wien
in Teheran
in Chicago
in Afghanistan
Eine Erde für uns alle
Aus: Ishraga Mustafa Hamid: "Trotzdem singe ich". (Gedichte einer Sudanesin
im Exil in Wien). 2003, Milena Verlag, € 14,90
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Heute, wo unsere Existenzgrundlagen verloren gehen,
wo wir die Vegetation so sehr vergewaltigt haben
mit Hilfe von Experten, die noch immer straffrei sind,
wo wir in die größte Krise kommen,
die die Menschheit je gehabt hat,
wo wir vorfabrizierte Dinge annehmen,
sterile Architektur und giftiges Essen, ohne zu revoltieren,
weil Geist und Körper sich scheinbar an diese Gifte gewöhnt haben,
ist es von eminenter Bedeutung für uns alle, dass es Menschen gibt,
die anders denken und anders handeln und anders leben.
Friedensreich Hundertwasser
Aus: Friedensreich Hundertwasser: Was braucht der Mensch um glücklich zu
sein? Text-Bildband. 2002 Pattloch Verlag. € 9,90
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Impressum:
Inhaber, Herausgeber und Redaktion: Begegnungszentrum für aktive
Gewaltlosigkeit, Wolfgangerstr. 26, A-4820 Bad
Ischl. Eigenvervielfältigung (Layout und Druck: Maria Reichl).
Verlagsort: Bad Ischl.
Offenlegung nach § 25 Mediengesetz
Mitglieder des Vorstandes: Maria und Matthias Reichl, und Gerhard Winkler
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Blattlinie:
Mitteilungen des Vereins "Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit".
Der Inhalt orientiert sich am Vereinszweck:
Vereinszweck:
1. Ziel des Vereins ist es mitzuhelfen, einen einfacheren gewaltfreien
Lebensstil zu entwickeln.
2. Ausgehend davon, daß zuerst jeder einzelne der Mitglieder mit der
Änderung seines eigenen Lebensstils beginnt, wird in Solidarität mit
anderen angestrebt, daß sich diese ihre Veränderung auf alle Bereiche der
Gesellschaft auswirkt. Dabei wird angestrebt, daß diese Alternativen in
konkreten Modellen praktisch realisiert werden (z.B. Erziehung, Bildung,
Zusammenleben, Religion, Beruf, aber auch in Bereichen von Wirtschaft,
Technik, Umweltschutz, Verteidigung und anderen gesellschaftspolitischen
Bereichen).
3. Eine weitere Aufgabe ist die Verteidigung und Weiterentwicklung der
Menschenrechte und ähnlicher Gesetze. Einzelne bzw. Gruppen, die von der
Verletzung ihrer Rechte betroffen sind, sollen in ihren Bemühungen um
Gerechtigkeit unterstüzt werden.
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Mon Mar 22 21:22:57 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 22 Mar 2004 22:22:57 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 99 - Termine Maerz - April 2004 - Ergaenzungen zu Info 94
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040322221554.03dcb5e0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 99 - Termine März - April 2004 - Ergänzungen zu Info 94
vom 4.3.2004
Bad Ischl, 22.3.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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TERMINE MÄRZ - APRIL 2004
(Ergänzung zum Info 94 vom 4.3.2004)
MÄRZ 2004
24.3. 19.00 LINZ: "ÖsterreicherInnen an die Front!? - Bundesheerreform: Auf
dem Weg zur Angriffsarmee?" Vortrag und Diskussion mit Andreas Kollross,
Vorsitzender Sozialist. Jugend Österr., Mitglied der BH-Reformkomission.
(Friedenswerkstatt Linz, Waltherstr. 15b, 4020 Linz, Tel. 0732/771094)
25.3. 19.30 WIEN (Dachsaal, Urania, Uraniastr. 1): Podiumsdiskussion
"Armutsfalle Pensionsreform?!" mit Karl Blecha, Mag. Gertraud Knoll, Laura
Rudas, Dr. Dieter Schrage, Dr. Emmerich Talos. Zum Pensions-Volksbegehren
v. 22. - 29.3., Infos: Tel. 0800 201 200, www.pensionsvolksbegehren.at
(Renner-Institut, 1120 Wien, Khleslpl. 12 , T 01-8046501-0)
26.3. 19.30 WIEN (Wirtschaftsuniversität Wien, Hörsaal 05, Aug. 2-6):
Vortrag und Diskussion "Ökologische Marktwirtschaft - ein Widerspruch" mit
Saral Sarkar (Bonn), Autor des Buches "Die nachhaltige Gesellschaft - eine
kritische Analyse der Systemalternativen" (Rotpunktverlag, 2001). *)
26.3., 19:00, EISENERZ (Stmk./ Gasthaus Volkskeller): Podiumsdiskussion
"Verantwortung ade? - Privatisierung tut weh? Grundlegendes und Regionales
über Privatisierung und die Folgen". (U.a. zur Privatisierung des
Erzberges). (Kontakt: ulrich.pichler@gruene-akademie.at)
27.3. 10.30 - 17.30 SALZBURG (Arbeiterkammer Salzburg, Markus-Sittikusstr.
10): Österreichweites ASF-Vorbereitungstreffen.
29.3. 18:30 ST. PÖLTEN (Prandtauer - Raum, Klosterg. 15): Workshop "Wieviel
Arbeit braucht der Mensch". (Kath. Bildungswerk u. Kath.
ArbeitnehmerInnenbewegung)
31.3. 9.00 - 17.00 WIEN (ÖGB-Bildungszentrum, Strudlhofg.): Tagung
"Gewerkschaftsbewegung in Südafrika - 10 Jahre nach dem Fall der
Apartheid". (Anm. Tel. 01-5054484)
APRIL 2004
1.4. 19.00 WIEN (Diplomatic Academy, Favoritenstr. 15a): Lecture "After
Iraq: is the UN still relevant?" by M. Malloch Brown, Administrator, United
Nations Development Programme (UNDP). (Anmeldung: Fax 01-504 22 65,
info@da-vienna.ac.at)
6.4. 19.00 WIEN: Podiumsdiskussion "Islam in Europa. Gibt es ein eigenes
Islamverständnis in der Migration?" (Renner-Institut, Hoffingerg. 26-28,
1120 Wien, Tel: 01-8046501-30, churavy@renner-institut.at)
28.04. 19:00 WIEN: Workshop "Bilder von Bildung, die uns leiten. Eine
Auseinandersetzung mit dem Sozialwort der Kirchen". Grundsätzliche
Überlegungen zum Thema Bildung im planerischen Alltag von
(Erwachsenenbildungs-) Institutionen. Moderation Alois Riedlsperger SJ.
(kardinal könig haus, Lainzerstr. 138, 1130 Wien, Tel. 01/804 75 93 - 647,
www.kardinal-koenig-haus.at)
DEUTSCHLAND/ INTERNATIONAL
MÄRZ 2004
26.3. 20.00 ULM (D/ Grüner Hof): Vortrag von Hans-Peter Dürr (Global
Challenges Network) "Mäßigung des Entfesselten". (Informationen:
www.ippnw-ulm.de)
APRIL 2004
3.4. BERLIN, KÖLN und STUTTGART: Großdemonstrationen zum europäischen
Aktionstag: "Gemeinsam gegen Sozialabbau, Bildungsabbau und Lohndumping!
Für eine andere Politik in Deutschland und Europa. Schluss mit dem ruinösen
Konkurrenzkampf zwischen den Staaten, Menschen und Unternehmen!"
28. - 29.4. BRUSSEL (B): NGO -Conference "Promote food security by ending
dumping the unfinished agenda". (Info: Germanwatch, Voßstr. 1, D-10117
Berlin, Tel.: ++49/(0)30/2888356-3; wiggerthale@germanwatch.org,
www.germanwatch.org)
28. - 30.4. WARSCHAU (PL): European Economic Forum.
Alternativveranstaltungen dazu (Info: Polish Libertarian Milieu Organizing
the Anti-Summit Wa29, www.wa29.org)
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Zum Vortrag am 26.3. "Ökologische Marktwirtschaft - ein Widerspruch":
Zur Person:
Saral Sarkar wurde 1936 in Indien geboren. Er studierte Germanistik und
arbeitete als Deutschlehrer und Übersetzer. Seit 1982 lebt er in Köln.
Schon seit seiner Ankunft in Deutschland ist er beteiligt an der Ökologie-
und Friedensbewegung und seit 1997 an der Bewegung gegen die neoliberale
Globalisierung. Sarkar hat in vielen Debatten und Diskussionen über diese
Bewegungen teilgenommen und zahlreiche Beiträge dazu in Zeitschriften in
Indien, Europa und Nordamerika veröffentlicht. Im Auftrag der United
Nations University schrieb er eine zweibändige Studie über die
grün-alternative Politik in Westdeutschland: "Green-Alternative Politics in
West Germany" (Vol. I: The New Social Movements, Vol. II: The Greens).
Das Fazit seines Denkens veröffentlichte er in dem Buch "Die nachhaltige
Gesellschaft - eine kritische Analyse der Systemalternativen"
(Rotpunktverlag, Zürich, 2001).
Zum Inhalt des Vortrags:
In seinem Vortrag wird Sarkar die folgenden Thesen ausführlich begründen:
1. Wenn uns die Nachhaltigkeit menschlicher Gesellschaften nicht
gleichgültig ist, müssen wir einsehen, dass auf einer begrenzten Erde
stetiges Wirtschaftswachstum unmöglich ist.
2. Die Hoffnung, dass ein ökologisch nachhaltiges Wirtschaftswachstum
möglich ist, ist eine Illusion.
3. Die Wirtschaft einer nachhaltigen Gesellschaft muss also eine stationäre
(steady-state) sein.
4. Die hoch entwickelten Länder sind schon überentwickelt und sind eine
große Gefahr für die Umwelt. Ihre Wirtschaften müssen bis zu einem
niedrigen stationären Niveau schrumpfen.
5. Der notwendige Schrumpfungsprozess ist im Rahmen des Kapitalismus
unmöglich, weil in diesem ein Wachstumszwang eingebaut ist. Der
Kapitalismus kann also nicht ökologisiert werden.
6. Nur in einem neu konzipierten sozialistischen Rahmen sind sowohl
ökologisch als auch sozial nachhaltige Gesellschaften möglich.
Die Terminübersicht wurde von uns zu eurer Information zusammengestellt.
Wir können nicht überprüfen, ob Veranstaltungen abgesagt oder verschoben
werden. Bitte richtet eure Anfragen und Anmeldungen an die in Klammer nach
dem Termin angegebenen Organisationen. Bei mehreren Veranstaltungen einer
Organisation findet Ihr die Adresse bzw. Telefonnr. nur bei der ersten
angeführten Veranstaltung der gleichen Organisation. Aktuelle Ergänzungen
findet ihr unregelmäßig im e-Rundbrief Info, siehe
www.begegnungszentrum.at/archiv/
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Mar 23 11:39:42 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 23 Mar 2004 12:39:42 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 100 - H.- E. Richter - Rede zum Jahrestag der
Irak-Invasion
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040323123519.02598cc0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 100 - Horst-Eberhard Richter: Rede an der US-Air-Base
Ramstein (D) am 20.3. zum Jahrestag der Irak-Invasion
Bad Ischl, 23.3.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Rede zum Jahrestag der Irak-Invasion: "Wir müssen Nein sagen zum Krieg! Nur
Frieden wird Frieden hervorbringen"
Am 20. März 2004, dem ersten Jahrestag des Beginns der Irak-Invasion,
protestierten weltweit Millionen Menschen gegen Krieg.
Wir dokumentieren in den "Infos" 100 und 101 Reden, die beim
Internationalen Friedens-Aktionstag 20. März 2004 an der US-Air-Base und
dem Atomwaffenlager in Ramstein und in Landstuhl gehalten wurden.
Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard Richter
(Psychoanalytiker, Psychiater und Sozialphilosoph, Mitbegründer und
Ehrenvorstandsmitglied der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte zur
Verhütung des Atomkrieges - Ärzte in Sozialer Verantwortung [IPPNW])
Rede in Ramstein (D) am 20.3.2003
Liebe Freundinnen und Freunde,
als der Chef der Vereinigten Staatschefs der USA General Omar Bradley in
Pension ging, verabschiedete er sich mit Worten, die heute als Motto über
unserer Veranstaltung stehen könnten:
"Wir leben im Zeitalter der nuklearen Riesen und der ethischen Zwerge, in
einer Welt, die Brillanz ohne Weisheit, Macht ohne Gewissen erreicht hat.
Wir haben die Geheimnisse des Atoms entschlüsselt und die Lehren der
Bergpredigt vergessen. Wir wissen mehr über den Krieg als über den Frieden."
Heute sind wir zu diesem Ort marschiert, weil er uns in besonderer Weise
zwingt, der Wahrheit ins Auge zu sehen, die Bradley mahnend beschreibt. An
dieser Stelle liegt ein Teil der nuklearen Riesen, von denen noch 35.000 in
der Welt gehortet sind. Und wir benehmen uns in der Tat unwürdig, feige und
moralisch erniedrigt, wenn wir weiterhin einer Politik gehorchen, die sich
mit diesen Horrorwaffen gegen die eigene Friedensunfähigkeit versichern will.
Liebe Freundinnen und Freunde, hier und in Büchel sind insgesamt 65
amerikanische Atombomben vom Typ B61-11 gehortet, von denen jede einzelne
über die 5-fache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe verfügt, die auf einen
Schlag mehr als 200 000 Menschen getötet hat. Damit verstößt die
Bundesrepublik gegen den Atomwaffen-Sperrvertrag von 1970 Artikel II, wo es
heißt: "Jeder Nichtkernwaffenstaat verpflichtet sich, Kernwaffen von
niemandem unmittelbar oder mittelbar anzunehmen." Eine Bedrohung außer
derjenigen, die von diesen Bomben selbst ausgeht, ist nirgends in Sicht.
Die Bomben gehören den USA, die im Ernstfall genauso wenig fragen würden,
ob sie diese einsetzen dürfen, wie sie es im Falle der von Deutschland aus
gestarteten Kampflugzeuge im Irakkrieg getan haben. Ein künftiger Gegner
müsste also bestrebt sein, die hiesigen Atombomben vorsorglich auszuschalten.
Das heißt: Die Menschen in dieser Gegend leben in einer andauernden
nuklearen Geiselhaft. Weil das unerträglich ist, bemühen sie sich, wie
sonst auch große Teile unserer Bevölkerung, daran gar nicht zu denken. Aber
das entspricht dem Verhalten kleiner Kinder, die beim Versteckspielen die
Augen schließen, um unentdeckt zu bleiben. Deshalb sagen wir: Verdrängen
und Stillhalten sind auf Dauer tödlich!
Als der Experte Nummer eins auf dem Gebiet der Nuklearwaffen El Baradei
unlängst gefragt wurde, wann die Gefahr eines Atomkrieges am größten
gewesen sei, sagte er: "Gerade jetzt!" Alle haben es gelesen, dennoch blieb
es still. Aber wir dürfen nicht still bleiben, liebe Freundinnen und
Freunde, hier wie überall auf der Welt, wo immer die Menschen heute und in
Zukunft für den Frieden demonstrieren.
Wir veranstalten hier in Ramstein kein Schaulaufen von sektiererischen
Friedensprofis. Wir sehen uns vereint mit Millionen in vielen Ländern, die
vor einem Jahr verhindern wollten, dass im Irak 10.000 Zivilisten für die
Befreiung von einer Weltbedrohung sterben mussten, die dort gar nicht
existierte.
In diesen Tagen haben wir den Tod von 200 Menschen in Madrid zu betrauern,
die Opfer von verbrecherischem Terror geworden sind. Sie sind aber auch
indirekt Opfer des Irakkrieges. Das sieht die Mehrheit der Spanier genauso
und hat deshalb ihre Kriegsregierung abgewählt. Das ist inmitten der Trauer
ein Zeichen großer Hoffnung. Der amerikanische Philosoph Richard Rorty hat
soeben den Krieg gegen den Terrorismus eine schlimmere Gefahr als den
Terrorismus selbst genannt.
In Israel/Palästina gab es drei Jahre fast keinen Terrorismus, als die
Palästinenser nach der Vereinbarung von Oslo auf einen eigenen autonomen
Staat auf die Befreiung der besetzten Gebiete hoffen konnten. Das, liebe
Freundinnen und Freunde, ist das Rezept, Terrorismus zu überwinden. Das
Ziel des Westens muss sein, in Ebenbürtigkeit zusammen mit den islamischen
Ländern auf eine gemeinsame Sicherheit hinzuarbeiten, anstatt weiterhin in
dem Zirkel von Gewalt und Gegengewalt gefangen zu bleiben.
Aber zurück zu den Ausrottungswaffen, die hier gelagert sind und die selbst
eine terroristische Bedrohung der schlimmsten Art darstellen. Gerade vor
wenigen Tagen haben 93 Prozent der befragten Bundesbürger in einer
Forsa-Umfrage für eine umgehende Beseitigung der auf deutschem Boden
gehorteten Atombomben als ersten Schritt zu einer vollständigen atomaren
Abrüstung votiert. Wir verlangen, dass unsere Regierung handelt!
Wir wollen nicht länger zu den moralischen Zwergen gehören, die feige ihre
eigene Verantwortung an die verantwortungslosen Nuklearwaffen abtreten. Wir
weigern uns, die Politik atomarer Bedrohung zu unterstützen, die nur Angst,
Wut, Rache und Terrorismus schürt. Wir glauben an die menschliche Kraft,
mit der Nelson Mandela und die Menschen in Südafrika eine der furchtbarsten
Gewaltspiralen der Welt friedlich überwunden haben. Und wir kämpfen dafür,
dass diese Kraft die Politik der Zukunft bestimmen muss!
Quelle: www.IPPNW.de
Aus der Homepage http://www.lebenshaus-alb.de/mt/archives/002181.html
Ein guter Überblick über die weltweiten Demos und zahlreiche Bilder finden
sich bei de.indymedia.org unter: "20. März 2004: Millionen gegen Krieg bei
weltweiten Protesten - Überblick".
Auszüge aus weiteren Reden dokumentieren wir im "Info 101".
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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From mareichl@ping.at Wed Apr 21 11:49:09 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Wed, 21 Apr 2004 12:49:09 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 101 - Vandana Shiva: The ills of the world trading system
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040421123858.041c62e0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 101 - Vandana Shiva: The ills of the world trading
system. 'Collective preferences' is an EU attempt to silence domestic critique.
Bad Ischl, 21.4.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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'Collective preferences' is an EU attempt to silence domestic critique,
says Vandana Shiva in an interview (10/03/2004)
In short:
'Collective preferences' is an EU trade policy concept aiming to "silence
the critique domestically while increasing the aggression against the
South", says Vandana Shiva, development researcher, in an interview with
EurActiv.
Brief news:
The EU's emerging concept of 'collective preferences' in international
trade policy is viewed with scepticism by developing nations. It is an
attempt by the EU to "survive the critiques of its own citizens while still
managing to push free trade in the South," said Dr Vandana Shiva, Director
of Research Foundation for Science, Technology and Ecology, Dehra Dun, India.
According to EU Trade Commissioner Lamy, 'collective preferences' would
serve as a tool for 'good protectionism' - ie it would defend core values,
such as social rights, public services, environmental and public health
protection, from the excesses of free trade. The development of this new
principle is in its infancy within DG Trade of the European Commission but
has already triggered a significant amount of public interest following a
leaked internal Commission document, dated November 2003.
Dr Shiva talked to EurActiv about the 'excesses' of the World Trade
Organisation (WTO) and, in particular, its provisions relating to
intellectual property protection which prevent Indians from following their
long-standing tradition of saving seeds after each harvesting period to be
planted the year after. "We will treat other life forms as our kin, as our
family, and you are not going to force us into a relationship of property
with them," she said.
On the issue of Corporate Social Responsibility, Dr Shiva felt that
corporate behaviour has only changed "in terms of the language they use and
the brochures they put out" but not "in terms of those who are impacted by
these companies". "I think for the first time we really have corporate
crime as an epidemic on the planet," she added.
Dr Shiva pointed out that "globalisation would start to work for people of
the South" when agriculture and public services are "re-claimed as
democratic, nationally determined public policy issues". Then "we will
globalise responsibility, we will globalise compassion. Right now all that
has been globalised is greed," said Dr Shiva.
EurActiv interviewed Dr Vandana Shiva at a conference hosted by the
parliamentary group of the Greens/European Free Alliance on "Re-making the
Global Trading System", on 5 March 2004.
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Date: 08/03/2004
Full interview with Vandana Shiva on the ills of the world trading system
In short:
Vandana Shiva, Director of Research Foundation for Science, Technology and
Ecology, Dehra Dun, India, has shared her views with EurActiv on the EU's
emerging proposal to introduce a new principle, that of 'collective
preferences', in international trade policy.
Q.: Do you think introducing "collective preferences" as a new trade
principle, as discussed by the EU, would serve development goals or could
it become a barrier to trade?
VS.: I do not think becoming a barrier to trade should be the measure for
something that is supposed to correct the distortions of free trade. Free
trade is being seen as problematic which is why the 'collective
preferences' discourse has been created - you cannot then measure that
which is distorted to see whether the distortion is being removed. The
point is that the collective preferences discussion is a symptom that those
in power in Europe are realising that citizens of Europe are not going to
lie. They are not going to say 'feed us GMOs', they are not going to say
'get rid of all our environmental values'.
My worry is that the way it is being framed could satisfy European
citizens, while creating yet another tool of domination over the South. The
way the discourse on collective preferences has been structured, is
extremely colonial, very eurocentric, it talks of the South not having
cultural preferences. It talks of the South as not having interest in
environmental protection. Just because our people have been made so poor
that they are having to live with toxins... that does not mean that we
prefer to die... that does not mean we love to be polluted. Poverty has
become a block in the articulation of rights... there is a way of defining
third world rights and people have a structure that says richness is equal
to cultural preferences and poverty means no cultural preferences, which is
already creating unequal rights.
It is made more complicated than it is. As I have said very honestly, I
read in my document an attempt to substitute 'right' by 'preferences' and
shift from universal duties of states to a system of social choices that
have to be negotiated according to how much power you have access to. Now
that is a very dangerous trend.
Q.: To be fair, the issue of collective preferences is only at a discussion
stage...
VS.: I know but to me this is an attempt to say how do we survive the
critiques of our own citizens while still managing to push free trade in
the South. They are trying to achieve both. Silencing the critique
domestically while increasing the aggression against the South.
Q.: Could this not be seen as a balancing act between the EU and the US?
VS.: But the thing is that whatever brings a balance between the US and
Europe at the cost of the South will never be good enough as a human
solution. The planetary solution means you need to include two-thirds of
humanity in the planet. You cannot exclude two-thirds and say you are
saving the planet.
Q.: In your view, where does globalisation come from?
VS.: Free trade and globalisation as we see it today was invented with
colonialism. For the East India company to take over our markets in India
and destroy our domestic production it had to bribe its way through get a
free trade treaty in 1716. At that level, there is nothing new about the
way free trade treaties are written in order to create privileged rights
for external investors, traders, over and above the rights of local
producers and ordinary citizens. That has been rehearsed before - that is
how colonialism was entrenched.
The only difference between this round of free trade and earlier rounds of
free trade is that this is going much further. At best they could take over
the manufacturing of textile at that time, at best they could start
re-writing property rights on land which was handled all the time. But now
property rights are being written on life forms. New property rights are
defining life itself as the property of a handful of corporations,
especially in the biotech industry. It is also going further in terms of
where profits are being extracted from and by defining everything as trade,
including our ordinary lives, the way we educate ourselves, heal ourselves,
provide our water, everything has been turned into tradeable, a commodity,
a subject matter of trade rules, and free trade rules particularly. It has
a much farther reaching impact.
Q.: What measures could be taken to make globalisation work for developing
countries?
VS.: I think the first thing that has to be done is to recognise what are
the excesses of the institution, the organisation called the WTO, the rules
that have been written and are governed through it with its very coercive
system of dispute settlement and also anti-democratic structure of making
decisions because there are many areas that just do not belong to a trade
agreement. How we handle our seeds should be dependent on the culture of
the people. Now the European Union is talking about "cultural preferences"
- in India we have a cultural preference to save seeds. All peasants around
the world have always saved seeds [ie, putting aside some of the seeds
after havesting to be planted the year after]. Now intellectual property
rights from the WTO are making it illegal. We do not believe it is right
for the WTO to force us. We in fact have a huge movement which basically
tells both our government as well as the international systems what is not
their jurisdiction. We basically repeated the same. You cannot govern over
the way we relate to biodiversity in our life. That is our ethical
imperative. We will treat other life forms as our kin, as our family, and
you are not going to force us into a relationship of property with them.
Agriculture was always about livelihoods, was always about farmers, it was
always about the land, about producing nourishment. Agriculture and food do
not belong to a trade treaty. Services is the word for essential vital
needs, education, health and water, these do not belong to a trade treaty.
These need to be re-claimed as democratic, nationally determined public
policy issues in which ordinary people have a role. That is when
globalisation will start to work for people of the South because then we
will globalise responsiblity, we will globalise compassion. Right now all
that has been globalised is greed.
The suicide of the farmers is the biggest tragedy of the current rules of
globalisation which I call the rules of genocide. My institute started
monitoring and analysing what is going on since the first reported suicide.
The people who push trade liberalisation say there will always be winners,
there will always be losers, that is the first mantra. The second mantra is
that everything that is going wrong has always been around. But I can tell
you about farmer suicides - no Indian farmer had committed suicide. This is
the first time, a globalised, liberalised agriculture, creating corporate
monopolies, is forcing farmers to become dependent on purchased inputs,
seeds and chemicals from Monsanto on the one hand, which are raising the
cost of production and pushing farmers into debt, and on the other hand,
those rules are also pushing down the prices. We have done studies over the
years - we are talking about rates of suicide that have become
unimaginable. Every place where the suicides are the worst are the states
which globalised their agriculture fastest, where companies got in at a
more rapid rate. Indebtedness is very clearly the reason why farmers are
committing suicide. Farmer suicides based on our calculations are at 25,000
in the last four or five years.
Farmers' suicides in India are related very much to the 'new slavery'
showing up in terms of farmers' dependency on purchased seeds and purchased
chemicals. I can just tell you the example of the company that controls the
maximum of seed supply in the world now under the freedom globalisation
gave it. This is the company that sprayed agent orange on Vietnam. Agent
orange is a herbicide it is the company which controls the seed supply of
the world.
We are now preparing cases. We already have companies in courts for public
interest but now we will be working with individual farmers who have been
victims of this fraud to create a kind of precedent. We know it will not be
easy because these are not corporate citizens, these are corporate mafias.
Q.: Could you please give your assessment of the reform of the EU's Common
Agricultural Policy - is it going in the right direction?
VS.: No it is not. CAP was a wasteful system, I agree with that, it
promoted industrial agriculture and it did end up supporting the larger
proprietors and marginalised the family farmers. The two big changes in CAP
are de-coupled income support and an attempt to make it look like the green
box subsidies are going to start protecting the environment. As far as
de-coupled income support is concerned it is not a collective preference of
European farmers or European citizens. It is a 'Cargill' invention. Cargill
is the world's biggest 'green trader'. Cargill first put it into US policy,
Cargill then it put it into WTO policy and CAP is merely re-writing
Europe's policy in accordance with global agribusiness. So while it is true
that the small farmer was hurt and the big farmer gained, now the new
reform of CAP is going to make Cargill gain.
De-coupling is basically saying the cost of production will not be
reflected in the price of the commodity, the two things will be de-coupled.
This is a ready-made recipe for dumping on the one hand, but it is also a
ready-made recipe for these companies to buy cheap because as long as your
cost of production reflects in the product you have some way of keeping
track of how much they are getting farmers into debt. Because then public
policy is measuring the costs and is ensuring that farmers stay afloat.
Normally, subsidies in agriculture works cost of production this year,
farmers will get this much. De-coupled income support means that you will
get two thousand dollars, no matter how much you produce, which looks
wonderful, but in the meantime you could get into two million dollars of
debt. So I would say CAP reform is a reform to rip off the peasants and
farmers and the small family farmers even more. It's a pro agri-business
reform it is not a pro-environment reform, it is not a pro small family
farmer reform.
Q.: Could organic farming be the solution?
VS.: Organic farming is the only way is the only way we can produce enough
to feed the world given the fact that we are not short of people but we are
very short of resources. We are very short of water and we are very short
of fertile land. The only things that need to be maximised for productivity
are not labour; what we have to do is reduce the waste of resources in
agriculture. Only organic farming and sustainable agriculture uses
resources efficiently in order to use less to produce more. Let me give you
just two examples. There are now studies that show that intensive
industrial agriculture uses 300 units to produce 100 units of food. Whereas
ecological agriculture and sustainable farming uses 5 units to produce 100
units. So you are wasting 295 units of very scarce resources. The reason we
have a water crisis is because industrial agriculture led to us using ten
times more water to produce the same amount of food. If you look at the
water efficiency of all agricultural innovations and industrialism they
have been water wasteful. We have done calculations that if you shift to
diversity, you could increase food production five times and nutritional
availability 20 times.
Q.: What are your views on 'Corporate Social Responsibility'? Has corporate
behaviour changed in recent years?
VS.: Yes, there has been a change in terms of the language they use and the
brochures they put out. So if you look at Coca-Cola's brochure, it is
wonderful. But if you look at how Coca-Cola operates on the ground, they
are more criminal than ever before. Because trade liberalisation has
basically meant that what little fragile systems there were to hold
corporations to account have been dismantled. Trade liberalisation is
nothing more than removing the regulatory apparatus for capital and putting
in its place regulation over citizens. Coca-Cola is behaving like a
criminal in a small village where I have had to go repeatedly because the
tribal women have lost their drinking water. 1.5 million litres a day is
being mined. It has tried its 'very best' to terrorise our women, to
corrupt our courts, to bribe officials, it is just that we have continued
and persisted and have won some battles against coke. So Corporate Social
Responsibility is only showing up at the level of shareholders and the
brochures they receive but in terms of those who are impacted by these
companies, I think for the first time we really have corporate crime as an
epidemic on the planet. Corporate crime against the planet and against
people. And we need a much higher level of response.
Q.: But how about European corporations? Are they doing any better?
VS.: Shell in Nigeria, you just have to talk to the Nigerians and I have
lost friends, a fellow-environmentalist, who was killed. The partnership
between the Nigerian army, the Nigerian system and Shell to oppress those
whose lands were destroyed and polluted. So Shell is very European and yet
it has not really been different in terms of its criminal activity.
Q.: Would you have a comment on the access to medicines arrangements in the
WTO and their impact on India?
VS.: India happens to be the country that both has the highest amount of
indigenous medicine used by people as a living tradition (ajurveda) - 70
per cent of our health system is indigenous medicine. 30 percent is
allopathic. That 30 percent has become available because in the 1970s we
wrote a law through huge debate which under the colonial laws that allowed
people to innovate with new processes to make medicine. So you could have a
different way of making the same medicine and a patent holder could not
prevent you from making it. These were called process patents. The company
could at best could control the method of making a medicine but not the
medicine itself. That is what the WTO has undone. As a result of which AIDS
medicines which our companies could make for 200 dollars but the patented
version is sold for 20 thousand dollars, on average, Indian medicine is a
thousand times cheaper.
Last December, the final changes were made in our patent laws which will
make it impossible for Indian companies to make low-cost drugs. Just like
Indian farmers have committed suicide because of high debts, we are already
seeing the trends that medicine, which used to be affordable in India, is
going to be changed to a system where people will get into debt for health.
So we are going to see affordable medicine disappear and if it disappears
in India, it disappears from the world because India supplies Africa, India
has just got an order from Malaysia. If it was not for Indian medicines,
AIDS victims in the South would not have had healthcare.
As far as the jugglery in the WTO on public health and right to medicine is
concerned it was a non-delivery. It tied up the whole thing into such knots
that it is as good as not having the possibility.
Q.: Will it be beneficial to India to be able to export more to the least
developed countries?
VS.: India exports right now but it will be prevented from exporting.
Because those agreements that have been made are so complicated because you
have to have a separate line. You cannot make it for domestic production.
The patent holder will come and guarantee that you are only sending the
amount ordered. You will make it in a different packaging. The costs will
therefore increase. A small unit making the medicines will not be able to
bear the costs. You can export low-cost medicine but for the domestic
market we will not be able to produce. And the export will be tied to the
UN system of subsidies. But this is a system that denies the domestic
access and therefore means that Indians, the majority of whom are so poor,
will be condemned to not having health rights.
Aus der homepage:
http://www.euractiv.com/cgi-bin/cgint.exe/1042022-641?714&1015=10&1014=in_shiva
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Fri Apr 23 18:13:35 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 23 Apr 2004 19:13:35 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 102 - Agriculture Negotiations at the WTO
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040423190645.03e654e0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 102 - Agriculture Negotiations at the World Trade
Organization (WTO)
Bad Ischl, 23.4.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Agriculture Negotiations at the World Trade Organization
The European Union and the United States Launch New Effort to Impose their
Joint Pre-Cancun Ministerial Proposal for Agriculture Trade Over Broad
Country and Civil Society Opposition by Pushing a "Framework" Agreement.
GENEVA Through a series of meetings and consultations, the European Union
(EU), the United States (US) and the World Trade Organisation (WTO)
Secretariat staff are trying to re-vitalize the WTO "Doha Agenda" with
agriculture as one of the key issues. Although the EU and the US appear
open for dialogue, in reality there are no substantial changes in their
negotiating positions. They still stick to their common pre-Cancun position
on agriculture and continue to push for more access to agricultural
markets, especially in Southern countries. Simultaneously, there is not the
slightest indication that either the EU or the US are prepared to stop
dumping agricultural products, that is exporting products at very low
prices, below the cost of production. Dumping is only possible because of
low internal market prices, combined with "green box" direct payments or
other hidden export subsidies, all of which the WTO facilitates. As long as
agriculture remains in the WTO regime, such policies will continue to
dominate trade in agriculture. The only viable solution is that the WTO
must be removed from agriculture.
The EU, the US, and a selective group of countries are meeting in London on
the 30th of April to try to break the deadlock in the current agricultural
trade negotiations. They will also use an Organisation for Economic
Co-operation and Development (OECD) side meeting in Paris on the 14th of
May to push forward WTO negotiations. Press reports announcing that key G20
members - such as China, India and Brazil - will be invited to join this
exclusive "mini-WTO ministerial" indicate that agriculture will be high on
the agenda.
At the moment, the EU and the US are trying to impose a watered down,
general agriculture framework, barring any details and figures, in order to
lock all WTO member countries on the trade-liberalisation track and to
announce success in WTO negotiations this July, which is an internal
deadline for declaring that the Doha program is back on track.
Equally worrying is that the G20 seem to be open to negotiate along the
lines being proposed by the EU and the US, which would require G20
countries to open their markets while tolerating a continuation of dumping
by the EU and the US!
The EU is proposing a bi-lateral deal to the Mercosur countries, offering
increased beef exports to the EU in return for unacceptable trade-offs in
terms of services, industrial goods, government contracts and investments
in the WTO negotiations. This deal will hurt EU-beef producers, as well as
the people of the Mercosur countries, as it organises further EU-US
corporate "take over" of public sectors and investment in these countries.
The current dynamics in the WTO-negotiations confirm that "nothing has
changed," despite the emergence of strong developing country blocks, such
as the G20; the Alliance of Least Developed; and, African, Caribbean and
Pacific (ACP) countries that united to stop the negotiations in Cancun.
Dominant powers keep trying to impose their own liberalisation policies,
which destroy peasant based food production, especially in the developing
countries, and support the export interests of trans-national corporations.
We call upon governments to reject the WTO agriculture policies imposed by
the EU and the US and to adopt the following steps:
1) Stop any further negotiations leading to further "liberalisation" in the
agricultural sector.
2) Start international negotiations in a more appropriate international
frame work, where food and agriculture are not subject to horse-trading, on
the following issues:
- the ban of any form of public support if used to export at prices under
the cost of production, including export subsidies, green box direct
payments linked with low internal farm prices, or other such instruments;
-the right to protect domestic food production against low price imports
through the application of tariffs and import quotas. It is a basic right
to protect and develop food production for domestic needs. There is no
"right to export." Food should only be exported if there is a justified
demand and must not destroy domestic food production; and,
-a legal international instrument to curb overproduction especially by
supply management in the exporting countries. This will require a
re-opening of the debate on commodity agreements, as well as discussions on
effective supply management schemes at the national level in exporting
countries.
3) Give a stronger role to FAO and UNCTAD to discuss these issues,
incorporating the views and demands of peasants, small scale farmers and
fishers, and civil society organisations. Issues must include peasant based
(instead of corporate based) sustainable food production with local
resources (instead of industrial inputs) in a perspective of stronger
domestic food and agricultural policies at the national level. In this
regard, there must also be a stronger commitment of the state, as well as
commodity agreements and trade regulations that protect those who are the
most vulnerable producers, while placing limits on the practises of
trans-national corporations.
Signed by: APVVU - India, Aras Institute-Indonesia, Asia Pacific Network on
Food Sovereignty, CENSA-USA, COECOCeiba-Amigos de la Tierra-Costa Rica,
COSADER-Cameroon, Focus on the Global South-Thailand , Food First-USA,
IATP-USA, IBON-Philippines, Institute for Global Justice-Indonesia, IRDF-
Philippines, MIJARC, NAWF - India, Public Citizen-USA, Oakland
Institute-USA, PAN Asia-Pacific, Peoples food sovereignty Network Asia
Pacific, Q-Bar-Indonesia, REDES-Uruguay, ROOTS for Equity-Pakistan,
Sintesa-Indonesia, RRAFA-Thailand, Via Campesina-International
NOTES: The G20 is a group of countries with the following members:
Argentina, Bolivia, Brazil, Chile, China, Cuba, Ecuador, Egypt, Guatemala,
India, Indonesia, Mexico, Nigeria, Pakistan, Paraguay, the Philippines,
South Africa, Thailand, and Venezuela.
Argentina, Brazil, Paraguay, and Uruguay. Chile Peru and Bolivia are
associated members.
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Sat Apr 24 16:23:47 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 24 Apr 2004 17:23:47 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 103 - R. Mokhiber/ R. Weissman: Corporate Military Monster
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040424172002.03eedc90@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 103 - Russell Mokhiber/ Robert Weissman: The Rising
Corporate Military Monster
Bad Ischl, 24.4.2004
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The Rising Corporate Military Monster
By Russell Mokhiber and Robert Weissman
A corporate military monster is being created in Iraq.
The U.S. government is relying on private military contractors like
never before.
Approximately 15,000 military contractors, maybe more, are now working
in Iraq. The four Americans brutally killed and mutilated in Fallujah
March 31 were part of this informal army of occupation.
Contractors are complicating traditional norms of military command and
control, and challenging the basic norms of accountability that are
supposed to govern the government's use of violence. Human rights abuses
go unpunished. Reliance on poorly monitored contractors is bleeding the
public treasury. The contractors are simultaneously creating
opportunities for the government to evade public accountability, and, in
Iraq at least, are on the verge of evolving into an independent force at
least somewhat beyond the control of the U.S. military. And, as the
contractors grow in numbers and political influence, their power to
entrench themselves and block reform is growing.
Whatever the limitations of the military code of justice and its
in-practice application, the code does not apply to the modern-day
mercenaries. Indeed, the mechanisms by which the contractors are held
responsible for their behavior, and disciplined for mistreating
civilians or committing human rights abuses -- all too easy for men with
guns in a hostile environment -- are fuzzy.
It is unclear exactly what law applies to the contractors, explains
Peter W. Singer, author of Corporate Warriors (Cornell University Press,
2003) and a leading authority on private military contracting. They do
not fall under international law on mercenaries, which is defined
narrowly. Nor does the national law of the United States clearly apply
to the contractors in Iraq -- especially because many of the contractors
are not Americans.
Relatedly, many firms do not properly screen those they hire to patrol
the streets in foreign nations. "Lives, soldiers' and civilians'
welfare, human rights, are all at stake," says Singer. "But we have left
it up to very raw market forces to figure out who can work for these
firms, and who they can work for."
There are already more than a few examples of what can happen, notable
among them accusations that Dyncorp employees were involved in sex
trafficking of young girls in Bosnia.
In general, the performance of the private military firms is horribly
under-monitored.
Sometimes the lack of monitoring is a boon to the government agencies
that hire the contractors. Although there are firm limits on the kinds
of operations that U.S. troops can conduct in Colombia, Singer notes,
"it has been pretty loosey-goosey on the private contractor side." The
contractors are working with the Colombian military to defeat the
guerilla insurgency in Colombia -- unconstrained by Congressionally
imposed limits on what U.S. soldiers in Colombia may do.
Meanwhile, in Iraq, a problem of a whole different sort is starting to emerge.
The security contractors are already involved in full-fledged
battlefield operations, increasingly so as the insurgency in Iraq escalates.
A few days after the Americans were killed in Fallujah, Blackwater
Security Consulting engaged in full-scale battle in Najaf, with the
company flying its own helicopters amidst an intense firefight to
resupply its own commandos.
Now, reports the Washington Post, the security firms are networking
formally, "organizing what may effectively be the largest private army
in the world, with its own rescue teams and pooled, sensitive intelligence."
Because many of the security contractors work for the Coalition
Provisional Authority, as opposed to the U.S. military, they are not
integrated into the military's operations. "Under assault by insurgents
and unable to rely on U.S. and coalition troops for intelligence or help
under duress," according to the Post, the contractors are banding together.
Private occupying commandos? Corporate military helicopters in a
battlefield situation? An integrated occupation private intelligence network?
Isn't this just obviously a horrible idea?
Given the problems that have already occurred in places like Colombia
and Bosnia, the scale and now independent integrated nature of the
private military operations in Iraq is asking for disaster, beyond that
already inflicted on the Iraqis.
Making the problem still worse is that the monster feeds on itself.
The larger become the military contractors, the more influence they have
in Congress and the Pentagon, the more they are able to shape policy,
immunize themselves from proper oversight, and expand their reach. The
private military firms are led by ex-generals, the most effective
possible lobbyists of their former colleagues -- and frequently former
subordinates -- at the Pentagon. As they grow in size, and become
integrated into the military-industrial complex (Northrop Grumman has
swallowed a number of the military contractors, for example), their
political leverage in Congress and among civilians in the executive
branch grows.
Over the last decade or so, the phenomenon of private military
contracting has grown unchecked. We're now at a precipice, with action
to constrain the contractors about to become far, far more difficult
than if the madness of employing mercenaries had been averted in the
first place.
Russell Mokhiber is editor of the Washington, D.C.-based Corporate Crime
Reporter, http://www.corporatecrimereporter.com. Robert Weissman is
editor of the Washington, D.C.-based Multinational Monitor,
http://www.multinationalmonitor.org. They are co-authors of Corporate
Predators: The Hunt for MegaProfits and the Attack on Democracy (Monroe,
Maine: Common Courage Press; http://www.corporatepredators.org).
(c) Russell Mokhiber and Robert Weissman
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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From mareichl@ping.at Sun Apr 25 10:37:42 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 25 Apr 2004 11:37:42 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 104 - Nuclear Whistleblower Mordechai Vanunu (Israel)
released 21.4.2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040425095727.025ed030@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 104 - Nuclear Whistleblower Mordechai Vanunu (Israel)
released 21.4.2004
Bad Ischl, 25.4.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Nuclear Whistleblower Mordechai Vanunu Seeks Help From Norway
Recently-released Israeli nuclear whistle-blower Mordechai Vanunu wants
Norway to help him leave Israel now that he is out of prison, a leading
Norwegian peace activist has said.
Vanunu, a Christian (Anglican) convert and former technician at Israel's
nuclear reactor in Dimona, was released on Wednesday, April 21, 2004, after
18 years in prison for revealing his country's nuclear secrets.
Upon his release from Ashkelon prison, Vanunu was greeted by the Anglican
Bishop of Jersualem and went to the Cathedral Church of St George, where he
partook of the Holy Communion with bishops and clergy from England, the USA
and Australia as well as local Christians.
Israel has imposed strict controls on Vanunu, including a ban on his
leaving the country and speaking to foreigners.
One of the foreigners allowed to meet Vanunu, Norwegian peace activist and
lawyer Fredrik S Heffermehl, said the former prisoner asked for Norway's help.
To do so, Norway would have to give him a passport or another travel
document, plus a visa on humanitarian grounds, Heffermehl said.
Although many Israelis regard Vanunu as a traitor, his exposing Israel's
nuclear weapons program has gained him respect and support in many
countries. He has featured in Nobel Peace Prize nominations. (Source:
Ekklesia, Catholic Information Service, Nairobi)
(E-mail-Aussendung von "Der Pazifist"
v. 23.4.2004)
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Israelische Zeitung "Ma'ariv" suggeriert "Kill Vanunu"!
Ma'ariv Online's English edition is running a poll "What should be done
with Vanunu?" - in which one of the options is "be killed".
At the bottom of the page there is an option for contacting the editors.
Please express your disgust and protest at this dangerous and offensive
"opinion poll".
You should know, that an official complaint against Ma'ariv has been served
by Gideon Spiro of the Israeli Committee for Mordechai Vanunu for a
previous death threat that the paper carried in a column by Dan Margalit.
Please respond quickly.
Rayna Moss
sample letter, to be used as it is, or as inspiration for your own text:
To the editor of Maariv
I hereby urge you to immediately remove the disgusting Vanunu opinion poll.
A respectable newspaper does not publish a questionnaire in which killing a
person after he was released from prison is a legitimate option.
You can be accused of incitement to murder.
If you don't stop this immediately and I don't receive from you an apology
then I will from now on boycott your paper, the printed as well as the
electronic versions.
---------------------------------------------------------------------------------
This is a continuation of the earlier message. But the letter to Mazuz is
also self-explanatory. Please, send a fax, or if you can't, send us your
personalized letter to Mazuz, and we will fax it to him - our e-mail:
otherisr@actcom.co.il
To
Mr. Menny Mazuz
Attorney General
Jerusalem
Fax : +972-2-6708727, +972-2-6288065, +972-2-6466731
Dear Sir
I call upon you to open urgently an investigation on suspicion of
incitement to murder against the editor of Ma'ariv newspaper, Mr. Amnon
Dankner, as well as against the editor of the paper's internet edition.
I refer to a "readers' poll" published on the Ma'ariv English-languague
website today (April 23) on the question "what to do with Vanunu" to which
one of the answers the readers can choose is "kill him" (see site at the
address www.maarivintl.com). In my view, when a mass-ciruclation paper
publishes such a "poll", in which the idea of murdering in cold blood a
person whom large parts of the public regard with hatred is presented as a
legitimate oprtion among the spectrum of activities condoned by the paper
(and indeed, a large number of Ma'ariv readers did choose the option of
murder, and the paper published this) then there is a clear and present
danger that one or more readers will draw from this "poll" legitimation to
take up arms and actually implement what the paper considers a legitimate act.
This is precisely the point at which freedom of speech ends and naked
incitement to murder begins. It is you duty, as being in charge of
enforcing the laws of the state of Israel, to take appropriate steps.
Sincerely Yours
Copy : Ma'ariv editorial office fax 972-3-5610624
(E-Mail-Aussendung von "The Other Israel", e-mail: otherisr@actcom.co.il,
v. 23.4.2004)
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Free Mordechai Vanunu - Info & Action Alert #9, April 21, 2004
Jack Cohen-Joppa, U.S. Campaign to Free Mordechai Vanunu
e-mail: freevanunu@mindspring.com
"I am Mordechai Vanunu. I'm proud and happy to do what i did!"
With these words to the world, Israel's captive declared his freedom today,
after 18 years of "cruel and barbaric" treatment in prison for telling the
truth about Israel's secret nuclear arsenal
At 11 am, Vanunu walked out the door into Shikma prison's entry yard. A
roar erupted from hundreds of demonstrators outside the locked main
gate. Supporters at the gate were jostled by detractors behind, some
shouting "Kill Vanunu!"
Moving deliberately past the press, surrounded and trailed by assorted
officials and guards, Vanunu walked to the gate. Holding both hands high
with the signs of victory and peace, he stepped up, onto the bars to see
and acknowledge his supporters.
His brothers Asher and Meir, and Meir's young son Luca, had accompanied
Vanunu out the door, and rejoined him as he returned to the forest of
cameras and microphones.
Vanunu made a statement in English: "I have no more secrets to tell; I want
to leave Israel but they are restricting me. My treatment was cruel and
barbaric; I was punished hard because I am became a Christian. I am a
symbol of survival of the human spirit of freedom. I don't want to harm
Israel. Open the Dimona reactor for inspection. I want to go to the United
States and marry and have a life."
Vanunu then responded to questions for several minutes as Meir nudged him
to quit repeatedly. Given the extreme restrictions placed on Vanunu's
actions, Meir looked concerned that his brother might talk himself back
into prison.
Asked about being a hero, Vanunu replied, "All those who stood behind me
and who supported me for 18 years are the heroes."
Vanunu made a point to speak of his kidnapping in Italy, and to say that a
photo of the woman reported to be "Cindy" was not the female Mossad agent
who lured him to Rome in September 1986.
And he told the press, "I want President Bush, and Tony Blair, Gerhardt
Schroeder, and Putin to [work] for my release from Israel."
Before getting into a car, Mordechai Vanunu said he was going to St.
George's Anglican Church in Jerusalem to give thanks to God.
Weitere Infos:
http://nonviolence.org/vanunu
www.vanunu.com
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
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e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Sun Apr 25 10:44:09 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 25 Apr 2004 11:44:09 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 105 - Uri Avnery: Vanunu against secret Israeli Nuclear
Weapons
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040425114330.03d4cad0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 105 - Uri Avnery: Vanunu: The Terrible Secret - Israels
geheime Atomwaffen und die US-Politik
Bad Ischl, 25.4.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Vanunu: The Terrible Secret
Uri Avnery
24.4.04
In the darkness of a cinema, a woman's voice: "Hey! Take your hands off!
Not you! YOU!"
This old joke illustrates the American policy regarding nuclear armaments
in the Middle East. "Hey, you there, Iraq and Iran and Libya, stop it! Not
YOU, Israel!"
The danger of nuclear arms was the main pretext for the invasion of Iraq.
Iran is threatened in order to compel it to stop its nuclear efforts. Libya
has surrendered and is dismantling its nuclear installations.
So what about Israel?
This week it became clear that the Americans are full partners in the
creation of Israel's "nuclear option".
How was this exposed? With the help of Mordecai Vanunu, of course.
Throughout the week, a festival was being celebrated around the prisoner,
who was released on Wednesday.
The Security Establishment has not stopped harassing him even after he has
sat in prison for 18 years, 11 of them in complete solitary confinement a
treatment he himself described on leaving the prison as "cruel and
barbaric". After he was "set free", far-reaching restrictions were imposed
on him (e.g. he is forbidden to leave the country, is restricted to one
town, cannot go near any embassy or consulate, may not talk with foreign
citizens). All this under the colonial British emergency regulations that
were condemned at the time by the leaders of the Jewish community in
Palestine, as "worse then the Nazi laws".
Not, God forbid, because of any desire for revenge!
The security people declared from every podium that this is not revenge for
all the shame Vanunu caused the security services, and is by no means just
more persecution, but an essential security requirement. He must not be
allowed to leave the country or to speak with foreigners and journalists,
because he is in possession of secrets vital to the security of the state.
Everybody understands that he has no more secrets. What can a technician
know after 18 years in jail, during which technology has advanced with
giant steps?
But gradually it becomes clear what the security establishment is really
afraid of. Vanunu is in a position to expose the close partnership with the
United States in the development of Israel's nuclear armaments.
This worries Washington so much, that the man responsible in the State
Department for "arms control", Under Secretary John Bolton, has come to
Israel in person for the occasion. Vanunu, it appears, can cause severe
damage to the mighty super-power. The Americans are afraid of sounding like
the lady in the dark cinema.
(By the way, this John Bolton is an avid supporter of the group of Zionists
neo-cons who play a central role in the Bush theater. He opposes arms
control for the United States and its satellites, and was installed in the
State Department against the wishes of the Secretary of State himself.)
In the short address Vanunu was able to make to the media immediately on
his release, he made a strange remark: that the young woman who served as
bait for his kidnapping, some 18 years ago, was not a Mossad agent, as
generally assumed, but an agent of the FBI or CIA. Why was it so urgent for
him to convey this?
From the first moment, there was something odd about the Vanunu affair.
At the beginning, my first thought was that he was a Mossad agent.
Everything pointed in that direction.
How else can one explain a simple technician's success in smuggling a
camera into the most secret and best guarded installation in Israel? And in
taking photos apparently without hindrance? How else to explain the career
of that person who, as a student at Beer-Sheva University, was well-known
as belonging to the extreme left and spending his time in the company of
Arab fellow-students? How was he allowed to leave the country with hundreds
of photos? How was he able to approach a British paper and to turn over to
British scientists material that convinced them that Israel had 200 nuclear
bombs?
Absurd, isn't it? But it all fits , if one assumes that Vanunu acted from
the beginning on a mission for the Mossad. His disclosures in the British
newspaper not only caused no damage to the Israeli government, but on the
contrary, strengthened the Israeli deterrent without committing the
government, which was free to deny everything.
What happened next only reinforced this assumption. While in London, in the
middle of his campaign of exposures, knowing that half a dozen intelligence
services are tracking his every movement, he starts an affair with a
strange women, is seduced into following her to Rome, where he is kidnapped
and shipped back to Israel. How naive can you get? Is it credible for a
reasonable person to fall into such a primitive trap? It is not. Meaning
that the whole affair was nothing but a classic cover story.
But when the affair went on, and details of the year-long daily
mistreatment of the man became public, I had to give up this initial
theory. I had to face the fact that our security services are even more
stupid than I had assumed (which I wouldn't have believed possible) and
that all these things actually had happened, and that Mordecai Vanunu was
an honest and idealistic, if extremely naive, person.
I have no doubt that his personality was shaped by his background. He is
the son of a family with many children, who were quite well-to-do in
Morocco but lived in a primitive "transition camp" in Israel, before moving
to Be'er-Sheva, where they lived in poverty. In spite of this, he succeeded
in getting into university and got a master's degree, quite an achievement,
but suffered, so it seems, from the overbearing attitude and prejudices of
his Ashkenazi peers. Undoubtedly, that pushed him towards the company of
the extreme left, where such prejudices were not prevalent.
The bunch of "security correspondents" and other commentators who are
attached to the udders of the security establishment have already spread
stories about Vanunu "imagining things", his long stay in solitary
confinement causing him to "convince himself of all kinds of fantasies" and
to "invent all kinds of fabrications". Meaning: the American connection.
Against this background one can suddenly understand all these severe
restrictions, which, at first sight, look absolutely idiotic. The
Americans, it seems, are very worried. The Israeli security services have
to dance to their tune. The world must be prevented by all available means
from hearing, from the lips of a credible witness, that the Americans are
full partners in Israel's nuclear arms program, while pretending to be the
world's sheriff for the prevention of nuclear proliferation.
And the lady cried: "Not you! YOU!"
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18 years ago, Vanunu joined the ranks of historic whistleblowers for peace,
revealing to the world that Israel had a nuclear weapons program.
www.fas.org/nuke/guide/israel/nuke/
http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/3340639.stm
From: TFF PeaceTips , www.transnational.org/sitemap.html
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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From mareichl@ping.at Sun Apr 25 15:38:41 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 25 Apr 2004 16:38:41 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 106 - European Petition against Nuclear Power
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040425163357.03d84eb0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 106 - European Petition 1 Million Europeans demand the
Exit of Nuclear Power.
Bad Ischl, 25.4.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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EUROPEAN PETITION 1 MILLION EUROPEANS DEMAND THE EXIT OF NUCLEAR POWER
PRESS RELEASE, April 25th, 2004
Almost 50 organisations and movements from some 20 European countries are
on the Chernobyl-Memorial-day at April 26th launching a European Campaign
for collecting 1 million signatures against nuclear power.
For a period of maximum one year, the aim is to collect signatures and
activate more organisations to join the campaign in order to convince all
European countries to take the following measures without delay :
to stop or prevent the construction of new nuclear power plants and
facilities in the European Union,
to launch a plan to abandon nuclear power within the European Union,
to invest massively in energy saving and the development of renewable
energies,
to repeal the Euratom Treaty which massively supports nuclear power in
Europe by means of public funding
Only these measures will make it possible to fight against nuclear danger
and global warming at the same time.
Some of the organisations initiating the European "1 million signature
campaign" are taking part in the launching of the campaign in Helsinki in
Finland on April 26th. The organisations will be received by different
ministeries, there will be a press conference and a street action where
speeches will be held and signatures will be collected. The organisations
have also sent their complaints to the Finnish Ministry of Trade and
Industry about the plans to build a 1 600 MW EPR nuclear power plant in
Olkiluoto on the Finnish west coast. The EPR has not been built anywhere;
it exists only on paper. It is a prototype that will be tested in Finland
in spite of several warnings about severe safety deficits and too
optimistic cost calculation and costruction schedule.
The organisations will also be visiting St. Petersburg during the weekend
April 23rd 25th in order to promote the signature campaign also in Russia,
and in order to express deep worries about the plans of the Russian government,
to prolong the utility permit of the oldest Chernobyl type reactor in the
world at the Leningrad Nuclear Power Plant in Sosnovy Bor,
to let the temporary nuclear waste storage of the Leningrad Nuclear Power
Plant - situated only 90 meters from the Baltic Sea coast and containing
radioactivity corresponding to 40 50 Chernobyl accidents - continue its
existence,
to let harbours in Ust-Luga and Vysotsk be used for transports of
radioactive material.
The organisations taking part in the events in Helsinki and St.Petersburg
are amongst others:
Reseau "Sortir du Nucléaire", a French anti-nuclear network of some 700
organisations. This network is launching a one month anti-nuclear rally in
France on the 24th of April and this rally will cover 4 000 kilometres and
some 50 cities and localities. During the rally signatures will be
collected for the European petition, and protests will be made against any
construction of new nuclear power plants in France.
The German section of the IPPNW (International Physicians for the
Prevention of Nuclear War). The IPPNW in Germany is heavily critisising
the use of nuclear power as a source of material for producing nuclear
weapons. IPPNW is organising a big conference against nuclear power in
Berlin May 7th 9th this year.
The Austrian organisation "Atomstopp International", one of the
coordinators of the European 1 million signatures campaign. "Atomstopp" is
also organising a big conference against nuclear power next autumn.
The "World Information Service on Energy" (WISE) situated in Holland, a
large network of organisations against nuclear power and for the use of
renewable energy sources.
"Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand" from Germany, having a long tradition of
successful actions against nuclear transports in Germany.
The German party Liberale Demokraten
The Green Party of Sweden
The Peoples Campaign against Nuclear Power/Nuclear Weapons from Sweden
Women against nuclear power from Finland
The "No more nuclear power movement" from Finland
Women for Peace from Finland
This campaigning against nuclear power all over Europe is supported by a
Youth action, an open-end fast (hunger strike) for a "Nuclear-Free France",
starting on the 21st of June 2004.
A clear majority of the citizens of Europe are against the use of nuclear
power for energy production. Of the current EU Member States (EU-15) seven
are not using nuclear power as an energy source. In addition five
member-states have decided to give up the use of nuclear power. Amongst
these is Spain where the new Prime Minister Jose Luis Zapatero reaffirmed
the Spanish decision to phase-out nuclear power in a speech during his
swearing-in ceremony in Madrid on April 15th.
Nuclear accidents do not respect geographical borders. An accident anywhere
in Europe or the rest of the world can affect the lifes of millions of
people living not only today but also in the far future.
Therefore organisations from all over Europe have joined forces to fight
nuclear projects by democratic means.
WE DO NOT FIGHT INDIVIDUAL STATES OR ENERGY PRODUCERS, WE FIGHT AGAINST
NUCLEAR POWER IN THE NAME OF THE MAJORITY OF THE PEOPLE IN EUROPE!
The petition can be signed online on HYPERLINK "http://www.atomstopp.com"
www.atomstopp.com.
For further information:
Ulla Klötzer Women against nuclear power, Finland: +358-50-569 09 67
Lea Launokari Women for Peace, Finland: +358-50-55 22 330
Anna-Liisa Mattsoff - No more Nuclear Power movemen, Finland: +358-50-468 2895
Jean-Yvon Landrac Réseau "Sortir du nucléaire": +33-699 562 967
Roland Egger Atomstopp International: +43-664 421 5613
Lars Pohlmeier IPPNW, German section: +49-171-416 0139
Maria Braig Aktionsbündnis Castor-Widerstand: +49-160-957 109 99
Sten Danielsson The Green Party of Sweden: + 46-70 362 3404
HYPERLINK "http://www.atomstopp.com" www.atomstopp.com
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Matthias Reichl
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e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Thu Apr 29 15:20:11 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Thu, 29 Apr 2004 16:20:11 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 107 - Veranstaltungen Mai - Juni 2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040429161711.0470ca30@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 107 - Veranstaltungen Mai - Juni 2004
Bad Ischl, 29.4.2004
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www.begegnungszentrum.at
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Veranstaltungen Mai - Juni 2004:
ÖSTERREICH:
MAI 2004
3.5. 19.30 VILLACH (Ktn., Gasthof Kasino, Kaiser-Josef-Pl.): Vortrag und
Diskussion "EU-Osterweiterung: Entwicklungsachance, neokoloniales Projekt
oder was?"
5.5. 16.00 - 18.00 GRAZ (Tummelplatz): "Meine Altersvorsorge - (k)ein
Spielball auf globalen Finanzmärkten! Männer bestimmen die Spielregeln für
unsere Versicherungen und Pensionsfonds. Szenische Darstellungen -
Bewusstseinsbildung - Wirtschaftsalphabetisierung. (Veranst. DOKU Graz
u.a., in Koop. mit der Grünen Akademie)
5.5. 18.30 WIEN (Altes Rathaus, Wipplingerstr.8): Podiumsdiskussion "Europa
und eine neue globale Ordnung: Welche Rolle kann Europa spielen?" mit Jiri
Grusa u.a. (Renner-Institut, Anm: Tel. 01-8046501-28)
5.5. 19.00 SALZBURG (Kath. Hochschulgem., Wr.Philharmoniker G. 2): Vortrag
u. Diskussion "Armut sichtbar machen".
6.5. 18.00 LINZ (Universität, Altenbergerstr. 69, Keplergebäude, Raum K 033
C): Vortrag "Pierre Bourdieu und die Globalisierung in Laos" von Dr. Boike
Rehbein. (Infos: http://www.iwp.uni-linz.ac.at/iwp/ki/04/0403KIa.html)
6.5. 9.00 - 18.00 WIEN (HdB, Otto Bauer G. 9): Symposium "Globale
Ernährungssicherheit: Genug zu essen für alle Menschen? U.a. mit Amani
Opeople's Theater (Forumtheater aus Kenia). Nach 18.00 Fiesta.
8.5. ÖSTERREICHWEIT: Aktionstag für das Friedensvolksbegehren, für
Österreichs Neutralität und gegen die Militarisierung der EU(-Verfassung).
(Plattform Neutralität statt Euro-Armee, c/o Friedenswerkstatt Linz,
Waltherstr. 15b, 4020 Linz, Tel. 0732/771094,
office@friedensvolksbegehren.at, www.friedensvolksbegehren.at)
11.5. 19.00 GRAZ (Grüne Akademie, Paulustorgasse 3/I): "Neoliberalismus
pur: Von Löwen, Propheten und Beruhigungspillen. Wirtschaft - Frauen -
Medien". Ergebnisse einer Beobachtung von Printmedien vom 23. - 29.1.2003
zum Weltsozialforum in Porto Alegre und Weltwirtschaftsforum in Davos.
Präsentation und Diskussion mit Dr. Eva Klawatsch-Treitl (WIDE Österreich).
11.5. 19.00 WIEN (Diplomatische Akademie, Favoritenstr. 15a): Vortrag und
Diskussion MIT Michael Mann (USA): "Die ohnmächtige Supermacht - Warum die
USA die Welt nicht regieren können". (Renner Institut,
churavy@renner-institut.at, Tel: 01-8046501-30)
12.5. 15.30 WIEN (Vienna International Centre, C-Building, 3rd floor, Press
Briefing Room): Lecture "Towards the 2005 NPT-Review Conference -
Challenges and Prospects" (NPT = Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear
Weapons) with Mr. Tariq Rauf. (Anm. bis 11.5. bei: Thomas Schönfeld, Tel.
60 43 987, Thomas.Schoenfeld@univie.ac.at)
12.5. 19.00 LINZ (Friedenswerkstatt, Waltherstr. 15b): Vortrag und Disk.:
"Grünbuch - EU-Kommission: Die öffentlichen Dienste - ein profitabler Markt
oder eine demokratischeVerpflichtung?
13. - 14.5. ST. GEORGEN/ Längsee (Ktn., Bildungshaus): Seminar
"Internationale finanzmärkte und -Institutionen". Die Rolle von WTO, IWF,
Weltbank. Mit Dr. Karl Kumpfmüller. (Bf1W/ ÖIE, Tel. 04242-24617,
buendnis.oeie-bildung@aon.at)
14.5. 10.00 - 16.00 KLAGENFURT (Ktn.): Workshop "Internationale
Frinanzmärkte und GATS". Ref.: Ute Maierhofer. (Servicecenter der ÖH,
oeko@oeh-klagenfurt.at)
14.5. 17.00 - 21.00 SALZBURG (Robert-Jungk-Pl. 1): Nachhaltigkeitsseminar
"Worauf es wirklich ankommt im Leben" mit Hans Holzinger und Ingrid
Weydemann. (Robert-Jungk-Bibloiothek für Zukunftsfragen, Robert-Jungk-Pl.
1, 5020 Salzburg, Tel. 0662-873206-0, jungk-bibliothek@salzburg.at,
www.jungk-bibliothek.at)
16.5. 14.00 WIENER NEUSTADT (NÖ, Hotel Corvinus, Bahngasse 29 - 33): "Vier
Handelstheorien welche Lehre ist die faire Lehre?" Friede, Entwicklung, und
Zivilgesellschaft - Chancen und Möglichkeiten der wirtschaftlichen
Globalisierung für die Gestaltung einer friedvollen globalen Entwicklung.
Vortrag und Diskussion mit Johan Galtung. (Infos: www.suedwind-noesued.at,
suedwind.noesued@oneworld.at, Tel.: 02622/24832)
22. - 23.5. ST. GEORGEN/ Längsee (Ktn., Bildungshaus): Seminar "Gewaltlos,
aber nicht machtlos". Ref.: Pete Hämmerle/ IVB. (Info: Mag. Ernst
Sandriesser, Tel. 04213-2046, umweltreferat@bildungshaus.at)
24.5. 9.00 - 14.00 SALZBURG: Zum 10. Todestag von Robert Jungk. 10.00 -
16.00: Tag der offenen Tür, Bücherflohmarkt, Videos über Robert Jungk; 17.
00: Ausstellungseröffnung: "Mein Leben für die Zukunft." Mit
unveröffentlichten Fotografien aus dem Nachlass von Robert Jungk. 20.00
(Literaturhaus, Struberg. 23): Robert Jungk - eine Spurensuche. Peter
Stephan Jungk liest aus (unveröffentlichten) Texten seines Vaters. Anschl.
Gespräch. (Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Robert-Jungk-Pl. 1,
5020 Salzburg, Tel. 0662-873206-0, www.jungk-bibliothek.at)
25.5. 9.00 - 14.00 SALZBURG (Robert-Jungk-Bibliothek): Enquete:
"Zivilgesellschaft: Feigenblatt oder politische Zukunftsperspektive?" Mit
Adrian Reinert (Stiftung Mitarbeit, Bonn), "Freiwilligenarbeit als Säule
der Zivilgesellschaft" u.a. mit Norbert Müllert, Kurz-Zukunftswerkstatt
"Zivilgesellschaftliches Engagement in Salzburg".
26.5. 19.00 SALZBURG (Marmorsaal im Schloss Mirabell, Mirabellpl.):
Festvortrag von Prof. Hans-Peter Dürr (München) "Haben Utopien ausgedient?
Zum politischen Erbe von Robert Jungk". (Robert-Jungk-Bibliothek für
Zukunftsfragen)
26. - 27.5. WIEN: Tage des Forumtheaters "Theater statt Gewalt". Ein
Projekt zur Umsetzung des Sozialwortes des Ökumenischen Rates. (kardinal
könig haus, Lainzer Str. 138, 1130 Wien, Tel. 01-8047593-649,
kursanmeldung@kardinal-koenig-haus.at)
28. - 31.5. ST. PÖLTEN (NÖ, Bildungshaus St. Hippolyt, Eybnerstr. 5): Open
Space-Symposium "Das Geld der Zukunft und die Rehabilitation 'weiblichen'
Wirtschaftens". Referate von Bernard Lietaer, Veronika Bennholdt-Thomsen,
Margrit Kennedy, Heidemarie Schwermer , Lieselotte Wohlgenannt, Anton
Moser, Helmut Waldert, Gerhard Margreiter, Heini Staudinger u.a.
(Information: Dr. Markus Distelberger, Jubiläumsstraße 1, A-3130
Herzogenburg, Tel.:02782-82444, info@7generationen.at, www.7generationen.at)
28. - 30.5. SALZBURG: Gedenkdienst-Tagung "Demokratie raus - Faschismus
rein?" (Austrofaschismus im Windschatten der NS-Herrschaft). (Bildungshaus
St. Virgil)
JUNI 2004
3. - 5.6. LINZ: 2. Austrian Social Forum. 6.6. Treffen der Sozialen
Bewegungen. (Info: www.socialforum.at)
17. 6. SALZBURG: Vortrag "Ökologischer Landbau die Alternative - Verhungert
die Welt bei flächendeckender Öko-Landwirtschaft?" mit Bernward Geier,
Direktor für Internationale Beziehungen der "Vereinigung Biologischer
Landbaubewegungen - IFOAM. (AAI, Wr. Philharmoniker-G. 2, 5020 Salzburg,
Tel. 0662-841413-13, e-mail: elisabeth.moser@aai-salzburg.at)
26.6. SALZBURG: - 2. Fachtagung "Armutsvermeidung und Armutsbekämpfung
durch Grundeinkommen".
DEUTSCHLAND
MAI 2004
7. - 8.5. BAD HERRENALB (Evang. Akademie): Tagung "Pflugscharen zu
Schwertern? Perspektiven einer Friedensethik nach dem Irakkrieg". (Evang.
Akademie Baden, Tel. 0721-9175382)
7. 5. 20.15 LINDAU (Bodensee/ Stadttheater): Vortrag von Friedrich
Schorlemmer "Frieden gibt es nur im Herzen deines Feindes. Vom gerechten
Krieg zum gerechten Frieden". Auftaktveranstaltung zum 11.
Bodenseekirchentag. 8.5. 11.00 - 13.00 (Rokokosaal, Stiftsplatz 4):
Diskussion: "Die ganze Welt ist in der Habsucht ersoffen wie in einer
Sintflut" (Martin Luther). Chancen und Risiken der Globalisierung(Kontakt:
Erich Zucalli: vorarlberg@attac-austria.org,
www.bodensee-kirchentag.de/parser/parser.php?file=/programm/freitag.htm)
7. - 9.5.- BERLIN (Urania): Internat. IPPNW-Tagung "Atomwaffen &
Atomenergie in einer instabilen Welt - Analysen und Auswege" (IPPNW,
www.atomkongress.de)
7. - 9.5. LOCCUM: Tagung "Entwicklung für weltweite Gerechtigkeit. Ein
Kriterium für ethisches Investment?" (Evang. Akademie Loccum, Postf. 2158,
D-31545 Rehburg-Loccum, Tel. 05766-81-113, e-mail: eal@evlka, www.loccum.de)
8. 5. 10.00 - 18.00 Stuttgart (Mörike-Gymnasium): Konferenz "Alternativen
zur Gewalt - Handlungsperspektiven für eine friedliche Welt" (Anmeldung:
Konferenzbüro, DFG-VK LV Ba-Wü, Tel. 0711-2155112)
14. - 15.5.2004 TÜBINGEN (Universität, HS 25 Kupferbau): Gandhi-Tagung:
"Die Welt verwandeln - aus welchen Kräften?" Mahatma Gandhi und die Frage
der Globalisierung. Mit Nicanor Perlas/ Philippinen - Alternativer
Nobelpreis 2003; P. V. Rajagopal, Indien - Friedensaktivist
(www.gandhitagung.de.vu)
19. - 22.5. HEPPENHEIM (Bergstr.): 4. Heppenheimer DialogForumArbeit
"Arbeits-Welt im Wandel. Wie unser Leben umgekrempelt wird". (Haus am Maiberg)
19. - 21.5. MARBURG: Vormittagsseminar im Rahmen der ATTAC-Aktionsakademie
"Ziviler Ungehorsam mit ATTAC". (Infos: Tel. 069-900281-10,
www.attac.de/akademie2004/ziviler_ungehorsam.php)
20. - 22.5. BONN: Jahrestagung des Internationalen Versöhnungsbundes,
Deutscher Zweig "Frieden lernen - Wege zu einer Kultur der Gewaltfreiheit".
(Info: Tel. 0571-850875)
28. - 31.5. LOCCUM: Loccumer Pfingsttagung "Gewaltfrei leben - leben mit
der Gewalt". (Evang. Akademie Loccum)
31.5. - 8.6. SÜDDEUTSCHLAND: Friedens-Radtour "Radeln für Abrüstung - für
ein soziales Europa ohne Armee!" (Info: DFG-VK LV Ba-Wü, Tel. 0711-2155112)
JUNI 2004
4. - 6.6. LOCCUM : Tagung "Der Stärkste ist am mächtigsten allein. Die USA
als Weltmacht". (Evang. Akademie Loccum)
4. - 6.6. WÜRZBURG: Seminar "Macht haben - Macht gebrauchen".
Machtverhältnisse in Politik, Familie und Beruf. (Akademie Frankenwarte,
Thea Momper, Tel. 0931-8046433)
4. - 6.6. PASSAU (Bay.): Lateinamerikagespräche 2004, Thema "FREIHANDELn"
(Anmeldg. www.pla-online.de)
14. - 16.6. LOCCUM : Tagung "Frauenrechte. Perspektiven aus
islamisch-geprägten Kontexten". (Evang. Akademie Loccum)
18. 27.6. FREIBURG/ Br.: World Reunion 2004 "Global Heart Global Brain -
Global Earth - Peace Conference - Prophets Conference - "Das Herz der Erde
schlägt für alle Menschen". (Info: Carolina Hehenkamp, info@indigokinder.de)
21. - 23.6. LOCCUM : Tagung "Um-Steuern! Die Reform des Steuer- und
Abgabensystems". (Evang. Akademie Loccum)
23. - 27.6. DRESDEN: European-UNITED-Conference "Choosing Right?" Against
New Right Wing Extremism. (UNITED for Intercultural Action, PB 413, NL-1000
AK Amsterdam, Tel. ++31-20-6834582, www.unitedagainstracism.org)
25.-27.6. FRANKFURT/MAIN: Kongress "Gesteuerte Demokratie? Wie neoliberale
Eliten die Politik beeinflussen". (Info: www.gesteuerte-demokratie.de)
28. - 30.6. LOCCUM : Tagung "Was ist neu an den neuen Kriegen? Eine Tagung
für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II". (Evang. Akademie Loccum)
INTERNATIONAL
MAI 2004
till 22.5. FRANKREICH: Bycicle-Tour de France to phase out nuclear power.
Final manifestation in Rouen, 15.00h. (Info: www.sortirdunucleaire.org)
1. - 8.5. VARNA u. BURGAS (BULGARIEN): Workshop in Kooperation mit
kommunalen Einrichtungen: "Robert Jungk am Schwarzen Meer.
Zukunftswerkstatt als Modell für Bulgarien". (Zukunftswerkstätten, Verein
zur Förderung demokratischer Zukunftsgestaltung, Brüderstr. 63, D-42853
Remscheid, Tel. 02191-780385)
15.5. WELTWEIT: International Conscientious Objectors Day (Tag der
Wehrdienstverweigerer). (War Resisters' International/ WIR, 5 Caledonian
Road, London N1 9DX, GB, Tel +44-20-7278 4040, info@wri-irg.org,
http://wri-irg.org:
16.5. - 4.6. DARTINGTON (GB): Course "Ecological Design" with John and
Nancy Jack Todd, Bill Dunster and Alan Powers. (Schumacher College)
26. - 29.5. (GUADALAJARA, MEXIKO): Treffen Sozialer Bewegungen in Europa
und Lateinamerika "Alternativen aufbauen". (Info: rmalc@laneta.apc.org)
JUNI 2004
4. - 6.6. PARIS (F, Cité des Sciences et de l'Industrie): 1. Salon
International des Initiatives de Paix "Cultivons la paix". (Coordination de
l'Action Non-Violente de l'Arche, Communauté de l'Arche, F-38160 St.
Antoine l'Abbaye, Tel. 0033-04-76364552, e-mail: canva_am@yahoo.fr)
13.6. - 2.7. DARTINGTON (GB): Course "Living Earth: Gaia Theory Explored"
with Stephan Harding, James Lovelock, Lynn Margulis, Ricardo Guerrero and
Tom Wakeford. (Schumacher College)
========================================
Zusammengestellt von:
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Fri May 21 12:19:38 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 21 May 2004 13:19:38 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 109 - IPPNW zu Atomenergie und Atomwaffen - DU im Irak
u.a.
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040521130929.03e68b60@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 109 - IPPNW: Atomenergie und Atomwaffen in einer
instabilen Welt. Depleted Uranium (DU) im Irak und weltweit.
Bad Ischl, 21.5.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Atomenergie und Atomwaffen in einer instabilen Welt:
Europäischer IPPNW-Kongress zeigt Alternativen gegen gesundheitliche,
gesellschaftliche und sicherheitspolitische Gefahren der militärischen und
zivilen Nutzung der Atomenergie auf
Die USA bereiten sich für kommende Kriege auf den Einsatz von Atomwaffen
vor. Dies ist die einhellige Einschätzung der australischen Kinderärztin
Helen Caldicott, dem amerikanischen Arzt und IPPNW-Gründer Professor
Bernard Lown, dem malaysischen IPPNW-Präsidenten Ron McCoy, dem kanadischen
Ökonomie-Professor Michel Chossudovsky und dem EUROSOLAR-Präsidenten
Hermann Scheer. Sie warnten auf dem Kongress "Atomenergie und Atomwaffen in
einer instabilen Welt" der Internationalen Ärzte für die Verhütung des
Atomkrieges (IPPNW) an diesem Wochenende in Berlin vor dem geplanten
Einsatz von taktischen Atomwaffen, so genannten Mini-Nukes.
"Die neue Atompolitik der USA involviert ausdrücklich die großen
Rüstungsfirmen in der Planung des Atomkrieges", so Chossudovsky. "Diese
bestimmen auch die Agenda des Einsatzes von Atomwaffen mit." Dies sei
gleichbedeutend mit der "Privatisierung des Atomkrieges".
Private Industrieinteressen bestimmen auch die Agenda der
Atomenergiepolitik. Das IPPNW-Vorstandsmitglied Angelika Claußen wies auf
die Zufriedenheit der deutschen Atomwirtschaft mit dem so genannten
Atomkonsens hin. Nach Darstellung des Atomkraftwerksbetreibers RWE ist der
Weiterbetrieb der Atomkraftwerke "zukünftig ohne politisch motivierte
Störungen" möglich. Frau Claußen hält es für bedauerlich, dass "somit nach
Tschernobyl eine weitere Chance ungenutzt blieb, kurzfristig aus der
Atomenergie auszusteigen."
Die russische Wissenschaftlerin Lydia Popova beschrieb das Interesse
deutscher Unternehmen an einer nuklearen Schrottentsorgung in Russland.
"Die russische Regierung hat bereits Genehmigungen zur Beförderung von
radioaktiven Materialien für Ostseehäfen erteilt." Das sei ein Beleg für
den bevorstehenden "Nuklear-Handel" zwischen der westlichen Atomindustrie
und Russland.
Hermann Scheer wies darauf hin, dass Uran ebenso wie Öl und Erdgas ein auf
wenige Jahrzehnte begrenzter Rohstoff sei. Zur Verlängerung des
Atomzeitalters ziele die im Untergang begriffene Atomindustrie daher auf
besonders gefährliche und unausgereifte Technologien wie
Wiederaufarbeitung, Schnelle Brüter und Fusionsreaktoren ab. Die Menschheit
müsse sich entscheiden zwischen dieser zentralisierten Option mit
wirtschaftlichen Vorteilen für wenige und dem Solarzeitalter, dessen
dezentrale Technologien nicht nur ökonomisch und ökologisch allen Menschen
nutzen würde, sondern auch das Denken und die Moral revolutionieren würde.
Kriege ums Öl wären in einer Solarwirtschaft obsolet, so Scheer.
Für Ron McCoy liegt die "Lösung des Problems der Verbreitung von Atomwaffen
nicht in der Fortsetzung diskriminierender Politik oder im einseitigen
illegalen Präventiveinsatz, sondern in der Überwindung der Doppelmoral, der
Einhaltung von Verträgen und der Respektierung internationalen Rechts".
Über drei Kongresstage vom 7. bis 9. Mai informierten rund 40
internationale ReferentInnen etwa 800 TeilnehmerInnen in der Urania in
Berlin. Diesen wurde klar, dass für die Beendigung der militärischen und
zivilen Nutzung der Atomenergie eine andere Herangehensweise als bisher
erforderlich ist. Die entscheidenden ökonomischen, politischen und medialen
Hintergründe müssen durchschaut werden.
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW),
Körtestr. 10, D-10967 Berlin
Tel.: 030-698074-0, Fax: 030-6938166,
E-Mail: ippnw@ippnw.de, Kongress-Dokumente im Internet: www.atomkongress.de
==========================================================
Depleted Uranium (DU) im Irak und weltweit.
16 Puerto Rican soldiers tested for uranium
http://www.puertoricowow.com/
Friday, April 23rd, 2004.
SAN JUAN (AP)- At least 16 soldiers from local units of the United States
Armed Forces, who have recently returned from tours of duty in Iraq, have
attended the Veterans Hospital to request they be tested for depleted
uranium exposure.
It was confirmed by Veterans Hospital spokeswoman, Annie Moraza, who stated
that the request for testing was made after it was revealed that four
soldiers who participated in the war had tested positive for high levels of
contamination from depleted uranium.
A New York newspaper reported that four members of the New York National
Guard, three of whom were Puerto Rican, tested positive for contamination
from depleted uranium.
Reports state that over a 1,000 soldiers have requested testing from Walter
Reed medical center in Washington as a result of the New York cases.
Depleted uranium is a heavy metal used to reinforce projectiles and is
believed to cause kidney problems.
Veterans groups also claim that exposure to the hazardous material causes
cancer, although medical studies dispute that by itself it causes cancer.
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http://www.tehrantimes.com/Description.asp?Da=4/28/2004&Cat=2&Num=016
Tehran Times
April 27, 2004
U.S. Use of Depleted Uranium Weapons Causes Dangerous Rise in Radiation
Level in Iraq
TEHRAN (MNA) - Canadian research centers have reported that during the war
against Iraq the U.S. military used depleted uranium (DU) weapons which
caused the radiation level to rise at least 300 times above normal, and the
weapons caused similar effects in Afghanistan.
U.S. troops have recently begun removing contaminated topsoil in Iraq,
taking it to an unknown location.
Scientists believe the next generation of children of citizens of both
countries exposed to DU will suffer from higher rates of birth defects and
cancer.
The Uranium Medical Research Centre (UMRC) issued a report based on a
13-day survey throughout the primary conflict zones in urban and rural
areas of central and southern Iraq on October 2003, according to Risq News.
The team performed radiation surveys, nuclide analysis, interviewed
civilians and community leaders, collected biological and field samples,
and investigated the possible health effects of depleted uranium
contamination on Iraqi civilians.
According to the report, the U.S. has used uranium oxide deposits as strong
explosives in common and fire bombs.
The most disturbing circumstance was observed in the U.S. occupied base in
southwestern Baghdad in the Auweirj district. It is close to the
international airport and hosts one of the largest coalition bases around
Baghdad, occupying the operational headquarters of the Iraqi Special
Republican Guard. The area was subject to considerable aerial bombing and
rocket fire prior to the coalition ground forces' arrival followed by
several ground skirmishes along the main routes to the international
airport and western entrances to the city.
Departing the coalition-occupied base was a long, a steady stream of
tandem-axle dump trucks carrying full loads of sand, heading south away
from the city. Returning from the south was a second stream of fully loaded
dump trucks waiting to enter the base. As the team passed the base's main
entrance, the gates were opened to reveal bulldozers spreading soil while
front-end loaders were filling the trucks that had just emptied their loads
of soil (silt and sand). The arriving trucks were delivering loads of sand
into the base while the departing trucks were hauling away the base's topsoil.
The method of topsoil removal and replacement at U.S.-occupied bases,
living facilities, and administrative buildings is mechanically
resuspending tons of potentially contaminated particulate. The dust clouds
are lofting above and spreading over the entire area -- 5,000,000 residents
in Baghdad alone. It is also exposing thousands of U.S. military personnel
and the many frequent foreign visitors including NGO staff, reconstruction
crews, business and trade delegates, and diplomatic and foreign service
employees.
It's not just UMRC that has reported the high level of radiation in Iraq,
many American journalists and researchers have also confirmed the reports.
The situation in Afghanistan is worse, with tests showing even higher
levels of radiation than Iraq.
Soldiers in Desert Storm (Persian Gulf War I) knew the danger of uranium
toxicity from U.S. and British ordnance, and many believe that Gulf War
syndrome is caused by exposure to depleted uranium.
At a recent international conference on uranium contaminated weapons held
in Hamburg, Germany, researchers and witnesses from the U.S., Britain,
Canada, Italy, Japan, Greece, Spain, Iraq, and Afghanistan presented
various types of undeniable evidence and documents to illustrate the
connection between depleted uranium and Gulf War syndrome.
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Fri May 21 12:17:03 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 21 May 2004 13:17:03 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 108 - Termine Mai - September 2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040521131651.03e38dd0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 108 - Termine Mai - September 2004.
Bad Ischl, 21.5.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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TERMINE ÖSTERREICH
MAI 2004
24.5. 19.30 SALZBURG (Afro-Asiatisches Institut, Wiener-Philharmoniker G.
2): Film mit Diskussion "Die Königinnen von Salgueiro haben relative
Bürgerrechte. Perspektiven aus der Favela am Morro do Salgueiro", mit der
Regisseurin Silvia Santangelo Jura. (Info: Tel. 0662-841413-13)
24.5. 9.00 - 14.00 SALZBURG: Zum 10. Todestag von Robert Jungk. 10.00 -
16.00: Tag der offenen Tür, Bücherflohmarkt, Videos über Robert Jungk; 17.
00: Ausstellungseröffnung: "Mein Leben für die Zukunft." Mit
unveröffentlichten Fotografien aus dem Nachlass von Robert Jungk. 20.00
(Literaturhaus, Struberg. 23): Robert Jungk - eine Spurensuche. Peter
Stephan Jungk liest aus (unveröffentlichten) Texten seines Vaters. Anschl.
Gespräch. (Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Robert-Jungk-Pl. 1,
5020 Salzburg, Tel. 0662-873206-0, www.jungk-bibliothek.at)
25.5. 9.00 - 14.00 SALZBURG (Robert-Jungk-Bibliothek): Enquete:
"Zivilgesellschaft: Feigenblatt oder politische Zukunftsperspektive?" Mit
Adrian Reinert (Stiftung Mitarbeit, Bonn), "Freiwilligenarbeit als Säule
der Zivilgesellschaft" u.a. mit Norbert Müllert, Kurz-Zukunftswerkstatt
"Zivilgesellschaftliches Engagement in Salzburg".
25.5. 19.00 SALZBURG (ARGE Nonntal, Mühlbacherhofweg):
Diskussionsveranstaltung über "Europa: vom Aufrüstungsprojekt zur
Friedensstrategie" mit Leo Gabriel. (Info: www.linke.cc)
25.5. 19.15 WIEN (Kard. König Haus, 1130 Lainzerstr. 138): Diskussion "Die
EU - nachhaltiges Friedensprojekt oder Transithölle?" mit Eva Lichtenberger
(GRÜNE).
26.5. 19.00 GRAZ (ETC Graz, Schubertstr. 29): Diskussion
"Menschenrechtsbildung und Menschliche Sicherheit: Was bleibt von der
Dekade der Menschenrechtsbildung, was kommt danach?" (European Training
and Research Centre for Human Rights and Democracy, Schubertstr. 29, 8010
Graz, Tel.: 0316 322 888 1, www.etc-graz.at)
26.5. 19.00 KLAGENFURT(Ktn., Café im Künstlerhaus, Goethepark):
Diskussionsveranstaltung über "Europa der Regionen aber wie?" mit Leo
Gabriel. (Info: www.linke.cc)
26. - 27.5. WIEN: Tage des Forumtheaters "Theater statt Gewalt". Ein
Projekt zur Umsetzung des Sozialwortes des Ökumenischen Rates. (kardinal
könig haus, Lainzer Str. 138, 1130 Wien, Tel. 01-8047593-649,
kursanmeldung@kardinal-koenig-haus.at)
27.5. 19.00 SALZBURG (Marmorsaal im Schloss Mirabell, Mirabellpl.):
Festvortrag von Prof. Hans-Peter Dürr (München) "Haben Utopien ausgedient?
Zum politischen Erbe von Robert Jungk". (Robert-Jungk-Bibliothek für
Zukunftsfragen)
27.5. 19.00 VILLACH (Ktn., Café Platzl, Freihauspl.):
Diskussionsveranstaltung über "Europa der Regionen aber wie?" mit Leo
Gabriel. (Info: www.linke.cc)
27.5. 18.00 WIEN (Österr. Orientgesellschaft, Dominikanerbastei 6/6):
Vortrag "Raub und Zerstörung - Verlust von afghanischem Kulturerbe". 1010
Dominikanerbastei 6/6
28. - 31.5. ST. PÖLTEN (NÖ, Bildungshaus St. Hippolyt, Eybnerstr. 5): Open
Space-Symposium "Das Geld der Zukunft und die Rehabilitation 'weiblichen'
Wirtschaftens". Referate von Bernard Lietaer, Veronika Bennholdt-Thomsen,
Margrit Kennedy, Heidemarie Schwermer , Lieselotte Wohlgenannt, Anton
Moser, Helmut Waldert, Gerhard Margreiter, Heini Staudinger u.a.
(Information: Dr. Markus Distelberger, Jubiläumsstraße 1, A-3130
Herzogenburg, Tel.:02782-82444, info@7generationen.at, www.7generationen.at)
28. - 30.5. SALZBURG: Gedenkdienst-Tagung "Demokratie raus - Faschismus
rein?" (Austrofaschismus im Windschatten der NS-Herrschaft). (Bildungshaus
St. Virgil)
30.5. 18.30 WIEN (Vorstadtzentrum, Meiselstr.46/4): BBC-Dokumentarfilm
"Mordechai Vanunu - Israels Staatsfeind Nr.1".
JUNI 2004
1.6. 19.00 LINZ (Stadtwerkstatt, hinter Ars Electronica):
Diskussionsveranstaltung über "Strategien für ein Soziales Europa" mit Leo
Gabriel. (Info: www.linke.cc)
2.6. 19.00 INNSBRUCK (Universität, Gewi Gebäude): Diskussionsveranstaltung
über "Strategien für ein Soziales Europa" mit Leo Gabriel. (Info: www.linke.cc)
3.6. WIEN (Messe, Congress Center): Internation. Kongress "Flüsse
verbinden". Die Donau als Lebensader Europas. Veranstalter
Heinrich-Böll-Stiftung, WWF Österr., Berlin u. Grüne Bildungswerkstatt
(Anmeldung: Grüne Bildungswerkstatt, Neubaug. 8, 1070 Wien, Tel.
01-5269114, silvia.bojinova@gbw.at)
3.6. 19.00 WIEN (Dachsaal der Urania, Uraniastr. 1): Vortrag und Diskussion
"Wachstum, Beschäftigung und soziale Sicherheit - welche Reformen braucht
Europa?" u.a. mit Oskar Lafontaine. (Anmeldung: Tel. 01-804 65 01-0,
E-Mail: paukner@renner-institut.at)
3. - 5.6. LINZ: 2. Austrian Social Forum. 6.6. Treffen der Sozialen
Bewegungen. (Info: www.socialforum.at)
4.6 ab 13.00 LINZ (Hauptplatz zum Chemiepark): Demonstration "Genug für
alle". Forderung nach einer gerechter Steuerpolitik, die Austrocknung von
Steueroasen und die Besteuerung von Spekulationsgewinnen. (Info:
www.socialforum.at)
6.6. SALZBURG: Internation. Tagung 10 Jahre nach der EU-Volksabstimmung
"EU: Bilanz einer Fehlentwicklung". (Initiative Heimat & Umwelt, Hageng. 5,
3424 Zeiselmauer, Tel. 02242-70516)
7.6. GRAZ (Gemeinderats-Sitzungssaal): Startsymposium "Europaweiter
autofreier Tag 2004 - Schulisches Mobilitätsmanagement". (Maga. Margit
Braun, FGM-AMOR, Schönaug. 8a, 8010 Graz, Tel. 0316-810451-75,
braun@fgm.at, www.fgm-amor.at)
10.6. 11.00 WIEN (Volkstheater): Veranstaltungsreihe "Globalisierung und
Gewalt - Perspektiven nach dem 11. September", Vortrag "Terror im
Vergnügungspark - ein Einführungsvortrag" mit Julius Deutschbauer/Gerhard
Spring. (Info: Tel: 01-5233501-277, presse@volkstheater.at,
www.volkstheater.at)
11.6. 19.00 WIEN: Diskussion zur EU-Parlamentswahl mit Leo Gabriel und Hans
Voggenhuber organisiert vom Liberalen Forum (LIF). (Info: www.linke.cc)
13.6. ÖSTERREICHWEIT: Wahl des EU-Parlaments.
17. - 18.6. WIEN (Renner-Institut, Hoffingerg. 26-28): Internationale
Konferenz "Changes in Working Life and Right-wing Populism in Europe -
Wandel der Arbeitswelt und Rechtspopulismus in Europa" U.A. MIT Asbjorn
Wahl (Anti-GATS-Aktivist aus Norwegen). (Anmeldung: Forschungs- und
Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA), Aspernbrückeng. 4/5, 1020 Wien, Tel.
01-212 47 00, office@forba.at, www.forba.at)
17. 6. SALZBURG: Vortrag "Ökologischer Landbau die Alternative - Verhungert
die Welt bei flächendeckender Öko-Landwirtschaft?" mit Bernward Geier,
Direktor für Internationale Beziehungen der "Vereinigung Biologischer
Landbaubewegungen - IFOAM. (AAI, Wr. Philharmoniker-G. 2, 5020 Salzburg,
Tel. 0662-841413-13, e-mail: elisabeth.moser@aai-salzburg.at)
18.6. GRAZ (Annenhof-Kino, Annenstr. 29): 1. Steirisches Human Rights
Festival. (ARGE Jugend gegen Rassismus, Karmeliterpl. 2, 8010 Graz, Tel.
0316-877-4058, arge_jugend@argejugend.at, www.argejugend.at)
25. - 26.6. SALZBURG: Workshop "Global Competence II,
Kulturerfassungsansätze und die Patentpolitik der WTO" mit Daniela
Molzbichler und Elisabeth Moser (Afro-Asiatisches Institut, Wr.
Philharmonikerg. 2, 5020 Salzburg, Tel. 0662-841413-6;
elisabeth.moser@aai-salzburg.at)
JULI 2004
4. - 10.7. STADTSCHLAINING (Bgld.): 21. Internationale Schlaininger
Sommerakademie "Die Wiedergeburt Europas". Von den Geburtswehen eines
emanzipierten Europas und seinen Beziehungen zur "einsamen Supermacht".
(ÖSFK Außenstelle Wien, Tel. 0179 69 959, aspr.vie@aspr.ac.at,
www.aspr.ac.at/sak2004.htm)
25.7. - 1.8. STADTSCHLAINING (Bgld.): 1. Internationale Akademie für
Konfliktlösung "Compair - Methoden im Dialog". (ÖSFK, Heidi Pock, Tel.
03355-2498, aspr@aspr.ac.at, www.aspr.at/compair.htm)
30.7. - 1.8. SALZBURG: Internationale Konferenz "Religionen - Kulturen -
Globalisierung". (Bildungshaus St. Virgil).
TERMINE DEUTSCHLAND
MAI 2004
28. - 31.5. LOCCUM: Loccumer Pfingsttagung "Gewaltfrei leben - leben mit
der Gewalt". (Evang. Akademie Loccum)
31.5. - 8.6. OBERNDORF/ MÜNCHEN: Friedens-Radtour "Radeln für Abrüstung -
für ein soziales Europa ohne Armee!" (Info: DFG-VK LV Ba-Wü, Tel. 0711-2155112)
31.5. FREIBURG: Tagung "Vor dem Krieg ist nach dem Krieg - Ein Blick auf
die Situation im Kosovo 5 Jahre nach den NATO-Angriffen". (Info: Radio
Dreyecksland, www.rdl.de/radio.html#krieg)
JUNI 2004
4. - 6.6. BERLIN (D): ATTAC-Konferenz "Europa von unten". (Info:
www.attac.de/eu-ag)
4. - 6.6. LOCCUM : Tagung "Der Stärkste ist am mächtigsten allein. Die USA
als Weltmacht". (Evang. Akademie Loccum)
4. - 6.6. WÜRZBURG: Seminar "Macht haben - Macht gebrauchen".
Machtverhältnisse in Politik, Familie und Beruf. (Akademie Frankenwarte,
Thea Momper, Tel. 0931-8046433)
4. - 6.6. PASSAU (Bay.): Lateinamerikagespräche 2004, Thema "FREIHANDELn"
(Anmeldg. www.pla-online.de)
5.6. KÖLN: Internationale Konferenz "Stop the Wall - Für einen gerechten
Frieden in Palästina und Israel". (Kampagne gegen die Apartheidmauer in
Palästina, mauer@freepalestine.de, www.freepalestine.de)
9. - 12.6. STUTTGART (Forum 3 und Gewerkschaftshaus): Internation. Tagung
zur Alternativen Wirtschaft "Wie Wollen Wir Leben?". (Carol Bergin: Tel.
07071/52517, Carol.Bergin@t-online.de, www.sozialimpulse.de)
14. - 16.6. LOCCUM : Tagung "Frauenrechte. Perspektiven aus
islamisch-geprägten Kontexten". (Evang. Akademie Loccum)
18. - 20.6. MARBURG: Jahrestagung des Forums Friedenspsychologie "Konflikte
zwischen Gruppen und nachhaltige Lösungen". (Koord.: Prof. Dr. Gert Sammer,
Tel. 06421-34215, forum@friedenspsychologie.de, www.friedenspsychologie.de)
18. 27.6. FREIBURG/ Br.: World Reunion 2004 "Global Heart Global Brain -
Global Earth - Peace Conference - Prophets Conference - "Das Herz der Erde
schlägt für alle Menschen". (Info: Carolina Hehenkamp, info@indigokinder.de)
21. - 23.6. LOCCUM : Tagung "Um-Steuern! Die Reform des Steuer- und
Abgabensystems". (Evang. Akademie Loccum)
23. - 27.6. DRESDEN: European-UNITED-Conference "Choosing Right?" Against
New Right Wing Extremism. (UNITED for Intercultural Action, PB 413, NL-1000
AK Amsterdam, Tel. ++31-20-6834582, www.unitedagainstracism.org)
25.-27.6. FRANKFURT/MAIN: Kongress "Gesteuerte Demokratie? Wie neoliberale
Eliten die Politik beeinflussen". (Info: www.gesteuerte-demokratie.de)
28. - 30.6. LOCCUM : Tagung "Was ist neu an den neuen Kriegen? Eine Tagung
für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II". (Evang. Akademie Loccum)
JULI 2004
2. - 4.7. LOCCUM : Tagung "Welt - Kunst -Pädagogik". Das Fach
Kunsterziehung im Kontext der Globalisierung. (Evang. Akademie Loccum)
30.7. - 5.8. DRESDEN (D): ATTAC-Sommerakademie "Widerstand bilden -
Alternativen entwickeln". (Info: www..attac.de/sommerakademie)
AUGUST 2004
6. - 7.8. KÖLN: Tagung "Neunzig Jahre Versöhnungsbund. Erinnerung an das
Gründungsversprechen am Ausbruch des 1. Weltkrieges in Köln.
(Versöhnungsbund, Schwarzer Weg 8, D-32427 Minden, Tel. 0571-850875,
versoehnungsbund@t-online.de)
SEPTEMBER 2004
3. - 5.9. POTSDAM: Kongress "Zivilcourage und Kompromiss - Bausoldaten in
der DDR 1964 - 90." Zur Waffen- und Wehrdienstverweigerung in der DDR und
zur Suche neuer Visionen für eine friedliche Welt ohne Waffen. Nein zum
Kriegsdienst - Ja zum zivilen Friedensdienst. (Initiative
Bausoldatenkongress, Robert-Havemann-Gesellschaft, Schliemannstr. 23,
D-10437 Berlin, Tel. 030-44710810, www.bausoldatenkongress.de)
TERMINE INTERNATIONAL
MAI 2004
24.5. GENF (CH): NGO meeting as preparation for the WTO symposium. (Third
World Network, Rue de Lausanne 36, CH-1201 Geneva, Tel: 0041-22-9083550,
www.twnside.org.sg)
26. - 29.5. GUADALAJARA (MEXIKO): Soziales Treffen Europa - Lateinamerika
"Alternativen aufbauen". (Info: rmalc@laneta.apc.org)
27.5. - 1.6. PLYMOUTH (GB): Trident Ploughshare Peace Camp.
(www.tridentploughshares.org/devonport)
JUNI 2004
4. - 6.6. PARIS (F, Cité des Sciences et de l'Industrie): 1. Salon
International des Initiatives de Paix "Cultivons la paix". (Coordination de
l'Action Non-Violente de l'Arche, Communauté de l'Arche, F-38160 St.
Antoine l'Abbaye, Tel. 0033-04-76364552, e-mail: canva_am@yahoo.fr)
5. - 28.6. BRNO/ BRÜNN (CZ): ENAAT-Tagung. (European Network Against Arms
Trade/ ENAAT, Anna Spenglerstraat 71, NL-1054 Amsterdam, Tel.
0031-20-6164684, amokmar@antenna.nl, www.antenna.nl/enaat)
13.6. - 2.7. DARTINGTON (GB): Course "Living Earth: Gaia Theory Explored"
with Stephan Harding, James Lovelock, Lynn Margulis, Ricardo Guerrero and
Tom Wakeford. (Schumacher College)
26.6. DUBLIN (IRLAND): EU-Gipfel mit Bush-Besuch. - Gegenkonferenz mit
Demonstration. (Irish Anti War Movement, info@irishantiwar.org,
wwwirishantiwar.org)
JULI 2004
4. - 17.7. DARTINGTON (GB): Course "Complexity and Life" with Fritjof
Capra, Brian Goodwin and Stephan Harding. (Schumacher College)
18. - 23.7. DARTINGTON (GB): Course "Business and Sustainability: From
Complexity to Responsibility" with Fritjof Capra and Marjorie Kelly.
(Schumacher College)
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Zusammengestellt von Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Jun 1 19:21:53 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 01 Jun 2004 20:21:53 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 111 - RB Nr. 113 - Sommerfest, Vortrag Oekolog. Landbau,
ASF
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040601201313.025a5310@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 110 - RB Nr. 113 - Sommerfest im Begegnungszentrum;
Vortrag: Ökologischer Landbau, Salzburg; 2. Austrian Social Forum/ ASF Linz
Bad Ischl, 1.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Ein Blick Voraus:
Afrikanische Klänge beim Sommerfest am 24. Juli 2004, ab 17:00 Uhr im
Begegnungszentrum
Außergewöhnliche Musik für einen besonderen Anlaß meinen 40.
Geburtstag da fiel mir spontan unser langjähriger Freund Keba ein: Keba
Cissokho aus dem Senegal. Keba ist ein Jali, ein Griot vom Stamm der
Mandinka. Die Griots waren einst Geschichtenerzähler, fahrende Sänger und
Musikanten, die von Dorf zu Dorf zogen, traditionelle Feste animierten und
wegen ihrer Redegewandtheit als angesehene Berater und Vermittler im Dienst
der Könige standen.
Heute lebt Keba mit seiner oberösterreichischen Frau Petra und Tochter
Kalina in Wien, wo er Konzerte gibt und auch Instrumentalworkshops leitet
(Anfragen/Buchung unter Tel. 01/9467144). Sein Instrument ist die
Kora eine 22-saitige Stegharfe, deren Spiel er von seinem berühmten Vater
Soundioulou erlernt hat. Soundioulou Cissokho machte die Kora durch
zahlreiche Konzertreisen weltweit bekannt und wurde wegen seiner
Virtuosität auch "König der Kora" genannt.
Keba wird unser Sommerfest nicht nur musikalisch begleiten sondern auch
CD-Aufnahmen seiner großen Familie sowie traditionelle afrikanische
Gewänder anbieten. Auch Koras und Djemben in außergewöhnlicher Qualität aus
der Erzeugung seiner Familie kann er auf Wunsch gerne beschaffen. Ich freue
mich darauf, mit ihm und vielen von euch ein ausgelassenes Fest zu feiern
und in eine faszinierende Kultur einzutauchen.
Für alle Afrika-Fans noch ein interessanter Hinweis: Keba wird auch am 4.
KASUMAMA Afrika-Fest teilnehmen, das vom 7. 11. Juli 2004 in Moorbad
Harbach bei Weitra im Waldviertel über die Bühne geht nähere Infos zu
diesem Festival unter http://www.kasumama.at
Bis bald beim Fest, Doris Strauss
P:S.: Gute Laune, kreative Beiträge, Kulinarisches und möglichst gutes
Wetter sind selber mitzubringen.
Meldet euch bei uns im Begegnungszentrum, Wolfgangerstr. 26, 4820 Bad Ischl
(Tel. 06132-24590) wann ihr kommt.
Maria Reichl
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Vortrag:
Ökologischer Landbau die Alternative
Verhungert die Welt bei flächendeckender Öko-Landwirtschaft?
mit Bernward Geier, Direktor für Internationale Beziehungen der
"Vereinigung Biologischer Landbaubewegungen - IFOAM
Wann: Donnerstag, 17. Juni 04, 19 Uhr 30
Ort: Heffterhof Salzburg-Impulszentrum ländlicher Raum
Maria-Cebatori-Straße 1 - 7
Wenn über die biologische Landwirtschaft im Zusammenhang mit Welternährung
diskutiert wird, steht sofort die Frage im Raum, ob die Welt bei
flächendeckender biologischer Landwirtschaft verhungert. Die konventionelle
Landwirtschaft und die Propagandisten der Gentechnik in der Landwirtschaft
verkaufen sich als diejenigen, die allein in der Lage sein werden, den
Hunger in der Welt zu beseitigen und Nahrung für alle zu garantieren.
Dieser "Anspruch" kann nur als blanker Zynismus gewertet werden. Denn
Tatsache ist bereits heute, dass weltweit die Nahrungsmittel nicht zu
knapp, sondern ganz im Gegenteil, im Überfluss vorhanden sind. Es wird
genügend Weizen, Reis und anderes Getreide geerntet, um jeden Menschen mit
täglich 3500 Kalorien zu versorgen. Viele Menschen sind aber zu arm, um
sich die vorhandenen Lebensmittel kaufen zu können.
Der "Vereinigung Biologischer Landbaubewegungen - IFOAM" gehören weltweit
750 Mitgliedsorganisationen in über 100 Ländern an (www.ifoam.org).
Weltweit praktizieren Millionen von Bäuerinnen und Bauern biologischen
Landbau. Er deckt schätzungsweise eine Fläche von 50 Mio Hektar ab. Die
Hälfte der Produkte sind zertifiziert und finden ihren Weg in die
offizielle Biovermarktung. Diese beeindruckende Entwicklung zeigt auf, dass
biologischer Landbau kein "Luxus" der Länder des Nordens ist.
Bernward Geier wird sowohl die problematische Entwicklung der
konventionellen Landwirtschaft und in ihrem Gefolge die Gentechnik
analysieren und über die weltweiten Leistungen und Problemstellungen des
biologischen Landbaus berichten. Letztlich meint er, "müssen wir generell
Landwirtschaft so praktizieren und den Welthandel so gestalten, dass die
Menschen in ihren Regionen, sich selbst ernähren können."
Für alle Interessierten
AAI in Kooperation mit Bio ERNTE Austria,
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit, Bad Ischl, Österreichischer
Unabhängiger Bauernverband,
Intersol, Südwind Entwicklungspolitik Salzburg
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Eine andere Welt ist möglich!
Austrian Social Forum (ASF) von 3. bis 6. Juni 2004 in Linz
Alternativen zur neoliberalen Globalisierung finden und die Vernetzung
sozialer Bewegungen sind die Ziele des 2. Österreichischen Sozialforums
(ASF), das von 3. bis 6. Juni 2004 in Linz stattfindet. Das ASF findet
unter größtmöglicher Beteiligung von interessierten und engagierten
Menschen aus Nichtregierungsorganisationen, zivilgesellschaftlichen
Netzwerken, Initiativen, Parteien, Gewerkschaften, religiösen Vereinigungen
statt, die diese Alternativen wollen, für gleiche soziale und politische
Rechte eintreten und gegen Krieg als "Konfliktlösung" sind. Teil des ASF
ist eine "Steuereintreibungsdemo" bei der am Nachmittag des 4. Juni die
ASF-TeilnehmerInnen unter dem Motto "Genug für alle" ein Zeichen für
Steuergerechtigkeit setzen.
Das Österreichische Sozialforum steht für nachhaltige Entwicklung und faire
Wirtschaftsbeziehungen statt Neoliberalismus, für Friede und Solidarität
statt Krieg, für soziale Rechte statt Unterdrückung und für die Überwindung
der strukturellen Ungleichgewichte zwischen dem Reichtum im Norden und der
Armut im Süden. Es versteht sich als eine offene Begegnungsstätte zum
Austausch von Erfahrungen und Meinungen. An vier Tagen werden in Workshops
und Foren konkrete Alternativen zum Neoliberalismus und effektive Aktionen
entwickelt, um zu zeigen, dass eine andere Welt tatsächlich möglich ist.
Hunderte Organisationen und Netzwerke bieten beim ASF in Linz
Veranstaltungen aus verschiedensten Themenbereichen wie z. B. Bildung,
Feminismus, Ökologie, Migration, ArbeitnehmerInnenrechte,
Wirtschaftspolitik u.a. an. Das macht die große Stärke des ASF aus: Seine
Vielfalt, die Bereitschaft, auch unterschiedliche Positionen zu
respektieren und voneinander zu lernen. Verschiedene Blickwinkel werden
nicht verleugnet, sondern in die Debatte eingebracht.
Ein zentraler Programmpunkt des ASF ist die "Steuereintreibungsdemo".
ASF-TeilnehmerInnen und Interessierte versammeln sich am 4. Juni 2004 um 13
Uhr am Linzer Hauptplatz zu einer Demonstration Richtung Chemiepark. Unter
dem Motto "Genug für alle" fordern die DemonstrantInnen eine gerechte
Steuerpolitik, die Austrocknung von Steueroasen und die Besteuerung von
Spekulationsgewinnen.
Die Sozialforen - auf nationaler, europäischer oder internationaler Ebene -
verstehen sich als Gegenbewegung zur neoliberalen Durchdringung aller
Gesellschaftsbereiche und als Bewegung für Demokratie, Solidarität und
Frieden. Entstanden ist das ASF aus der mittlerweile globalen
Sozialforenbewegung, die 2001 mit dem ersten World Social Forum (WSF) in
Porto Alegre (Brasilien) initiiert wurde. Das erste ASF wurde im Jahr 2003
in Hallein abgehalten.
www.socialforum.at
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Jun 1 19:34:13 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 01 Jun 2004 20:34:13 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 112 - RB Nr. 113 - EU-Wahl und -Erweiterung, Kandidat
EU-Parlamentswahl
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040601202846.025a5080@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 112 - RB Nr.113 - Matthias Reichl: EU-Wahl und
-Erweiterung, Kandidat EU-Parlamentswahl
Bad Ischl, 1.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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EU-Wahl und -Erweiterung
Außer Spesen nichts gewesen?
Leopold Kohrs Kommentar zum EU-Beitritt Österreichs (Anfang der 90er Jahre):
Ich wurde von britischen Studenten gefragt, ob ich gegen oder für den
EU-Beitritt Großbritanniens sei. Überrascht reagierten sie auf mein "Ja"
zum Beitritt. Meine Begründung dafür: "Die EU ist wie ein schwankendes
Boot. Tritt euer Land mit all seinen Problemen bei, könnte es das Boot zum
Kippen bringen. Nur deshalb bin ich dafür!" Das EU-Boot ist zwar nicht
gekippt, doch es kam in noch größere Turbulenzen. Österreich mit seinen
Problemen hätte daher die Chance ...
Leopold Kohr starb am 26.2.1994. Was würde er als Warner vor dem
Überschreiten der "kritischen Größe" zur heutigen EU sagen? In seinen
Büchern hatte er überzeugend die chaotischen Mechanismen überentwickelter
Strukturen geschildert. Sein Motto war (frei nach Shakespeare): "Klein sein
oder nicht sein, das ist die Frage!" Damals meinte er zu mir: "Ich bin
froh, dass ich diese absehbare Katastrophe nicht mehr erleben muss."
EU in schlechter Verfassung
Eine niedrige Wahlbeteiligung - Prognosen zwischen 30 und 40 % - könnte die
bisher größte EU-Parlamentswahl (mit etwa 400 Millionen Wahlberechtigten)
in ein demokratiepolitisches Desaster führen. Die stark zunehmende Kritik
bzw. Ablehnung gegenüber den politischen Entscheidungsgremien der
Europäischen Union und ihrer Repräsentanten (besonders auch in Österreich)
ist nur einer der Gründe.
Übrigens täuschen die Begriffe "Europäisches Parlament", seine "europäische
Politik" usw. etwas vor, das (noch) nicht existiert - die Mitgliedschaft
aller Länder Europas (vom Atlantik bis zum Ural)! Darin zeigt sich eine
kolonialistische Rhetorik ähnlich jener der USA, die ganz Amerika
vereinnahmen - möchte.
Trotz mancher Kritik im Detail stehen die einflußreichen Fraktionen
(Konservative, Sozialdemokraten, Liberale und Grüne) hinter dem
Verfassungsentwurf der EU. Dabei wird verdrängt, dass später zu
nachträglichen Änderungen alle Mitgliedsregierungen zustimmen müssen - was
unwahrscheinlich ist. Mit welcher naiven EUphorie diese Debatte abläuft,
erlebte ich letzten November bei einer Tagung der Europäischen Grünen in
Paris, als deren Fraktionsobmann Daniel Cohn-Bendit für einen Beschluß ohne
irgendwelche Änderungen plädierte. Entsprechend absurd sind sein
Wahlkampfstil als "Robin Hood" wie auch die österreichischen Plakate mit
den karikierten Köpfen von Schüssel, Haider und Grasser. Die
europapolitischen Inhalte, um die es uns allen geht, kommen dabei zu kurz.
Wen unter den Entscheidungsträgern kümmert es, dass der EU-Vertrag die
neoliberale Ideologie über die sozialen Anliegen dominiert? Dass die
Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin unter dem Kommando von Militärs und
zivilen Sicherheitstechnokraten steht (siehe Seite 14). Dass die Atomlobby
nach wie vor den angeschlossenen EURATOM-Vertrag für ihre Expansion nützen
kann (siehe folgende Seiten). Dass transnationale Konzerne ihre
umweltgefährdenden Produkte - trotz EU-Parlaments-"Nein" - produzieren und
auf den Markt bringen können (siehe Seite 15). Selbst wenn alle unsere
Forderungen im Vertrag festgeschrieben würden, bliebe immer noch die
Realität, dass in der schlechten Verfassung, in der sich die EU befindet,
gut gemeinte Formulierungen meist nur leere Phrasen bleiben.
Wolfgang Ullmann, der ehemalige EU-Abgeordnete der GRÜNEN in Berlin, ein
überzeugter EU-Politiker, mußte der Analyse unserer Wiener EU-Expertin
Recht geben: der Ost-West-Konflikt um Finanzen wird andere Politikbereiche
verdrängen. Die fehlenden oder verkürzten Diskussionen und Entscheidungen
werden dann von den Lobbyisten und ihren EU-Partnern dominiert.
Umso wichtiger ist es, dass kritische Abgeordnete - und v.a. deren
Mitarbeiter - rechtzeitig die außerparlamentarischen Aktivisten und deren
Bewegungen informieren und von innen her deren gewaltfreien Widerstand
unterstützen.
Werden sie im neuen EU-Parlament (mit 725 Abgeordneten), in dem neoliberal
und nationalistisch orientierte Regierungsvertreter aus den neuen Ländern
die Mehrheit der Konservativen verstärken, noch mehr in die Minderheit
geraten. Wir mussten nach 1989 mit Entsetzen beobachten, wie in das
politische Vakuum der ehemals kommunistisch regierten Länder, neoliberale
und auch extrem rechte "Missionare" geschickt ihre Propaganda verbreiteten
und Stützpunkte aufbauten. Andreas Mölzer, einer ihrer Chefideologen und
Organisator der "Europäischen Rechten", hat auf der FPÖ-Liste einen
vorderen Platz. Naivität, mangelnde Organisation und zu knappe Ressourcen
hinderten grüne und linksorientierte Initiativen, jahrelang die
Bürgerbewegungen des "Ostens" effizient zu unterstützen.
Opposition für ein solidarisches Europa
Vor einem Monat hatte mich Leo Gabriel, unser alter Freund und
Unterstützer, um eine Solidaritätskandidatur gebeten. Die neu gegründete
"Linke - Opposition für ein solidarisches Europa" will Parteiunabhängige
und undogmatische Linke (auch Kommunisten) zu einer Plattform versammeln,
die weit über die EU-Wahl hinausreichen soll. Mein Platz 9 bewahrt mich vor
der Pflicht im scheußlichen Glaskäfig des Brüssler EU-Parlamentes zu
funktionieren. Dem Leo Gabriel auf Platz 1 könnte dieses Schicksal ereilen.
Trotz dieser grundsätzlichen Kritik hoffen wir auf möglichst viele
(Protest-)Stimmen - und auch auf die Zusammenarbeit mit kritischen Leuten
aus anderen Ländern. Mehr darüber findet ihr auf der homepage: http://linke.cc
Mein "Motivationstext":
Matthias Reichl
Friedensarbeiter (im Unruhestand)
Bad Ischl
Einer meiner Arbeitsschwerpunkte - als unabhängiger Basisaktivist und
Kandidat der "LINKE Opposition für ein solidarisches Europa" - ist die
Verteidigung unserer Lebensgrundlagen. Sie richtet sich gegen ihre
globalisierte, irreversible Zerstörung durch - zivile und militärische -
Atomtechnologien, Gentechnik, Ressourcen-Ausbeutung... Für die
Ernährungssicherung und -souveränität (gegen Patente und Monopole auf
Organismen...) und für eine vielfältige, gewaltfreie Lebenskultur.
Weitere Informationen über mein ehrenamtliches Engagement im
"Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit" in Bad Ischl findet ihr auf
der homepage "www.begegnungszentrum.at". Informationen zur Globalisierung,
WTO u. ähnl. versende ich per e-mail-Verteiler.
Unabhängig von einem Mandat im EU-Parlament geht es uns politisch aktiven
Parteiunabhängigen auf der Plattform vorrangig darum, dass Informationen
über bedenkliche und gefährliche Entwicklungen in der EU rechtzeitig
bekannt werden. Damit können die vielen Basisbewegungen und -initiativen
auch mit außerparlamentarischen Mitteln (Protestaktionen, Druck auf
EU-ParlamentarierInnen und andere PolitikerInnen usw.) Einfluß auf die
EU-Politik nehmen. Dass sich diese Politik bei Atomkraftwerken, Gentechnik,
Transit, der Aufrüstung einer EU-Armee und in weiteren Bereichen für ganz
Europa bedrohlich entwickelt, ist allgemein bekannt. Umso notwendiger sind
konstruktiver, gewaltfreier Widerstand und praktizierte Alternativen.
Aus mehr als 35 Jahren Erfahrung mit entwicklungspolitischen, Friedens-,
Sozial-, Umwelt-, Bildungs- und ähnlichen Initiativen und Bewegungen halte
ich offene, dezentrale und auch weltweite Netzwerke der Solidarität und
Zusammenarbeit für zukunftsweisend. Die Sozialforen sind ein gutes Beispiel
dafür. Dabei müssen wir v.a. aus den Erfahrungen von Befreiungsbewegungen
des "Südens" und ihrer PartnerInnen im "Norden" lernen, um unser Überleben
zu organisieren. Die sich abzeichnenden Konflikte und Zerfallprozesse
(nicht nur) in der EU sind deutliche Warnsignale, dass uns nicht mehr viel
Zeit dazu bleibt.
Parteien und andere Institutionen müssen wir hinterfragen, ob sie für ihre
engagierten MitgliederInnen die nötige organisatorische Unterstützung geben
oder sie im Gegenteil durch (ideologische und persönliche) Machtkämpfe,
Anpassungsdruck, Ausgrenzung u. ähnl. behindern und vertreiben. Meine
Erfahrungen damit bestärken mich in meinem Engagement in offenen
Basisbewegungen (obwohl auch sich auch in diesen versteckt oder offen
ähnliche Prozesse einschleichen).
Umso wichtiger ist es daher, dass wir uns nicht in Kämpfen verbeissen
sondern im Engagement eine vielfältige politische Kultur entwickeln und
praktizieren.
Matthias Reichl
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Jun 1 19:46:05 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 01 Jun 2004 20:46:05 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 113 - RB Nr. 113 - AKW-Fruehling in Europa?;
Antiatom-Appelle
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040601203538.025f6eb0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 113 - RB Nr.113 - AKW-"Frühling" in Europa?;
Antiatom-Appelle
Bad Ischl, 1.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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AKW-"Frühling" in Europa?
Matthias Reichl
In den letzten Tagen wagen vermehrt Politiker und Energielobbyisten - v.a.
aus der Slowakei, Tschechien, Bulgarien und anderen EU-Beitrittsländern -
Vorstöße für den weiteren Ausbau und die "Modernisierung" ihrer Atomanlagen
- ohne Rücksicht auf die bekannten Gefahren. Selbst in Österreich hat Hans
Haider, Chef der Österreichischen Verbundgesellschaft, im
ORF-Radio-Interview (Mittagsjournal am 29.5.04) bei seiner
Pro-AKW-Propaganda ausgerechnet George Bush's Aussage "We will go ahead
with nuclear because it's safe and clean" zitiert und aus seiner Sicht
bekräftigt. Vor kurzem hat sich in Dublin ein EU-Ausschuß ebenso für die
Atomenergie als Lösung für den prognostizierten Energiemangel
ausgesprochen. Und EU-Parlamentarier berichten von konzentrierten Vorstößen
der Lobbyisten.
Die besorgniserregende Propaganda dieser Lobbies für "den Ausbau der
'sicheren und sauberen' Nuklearenergie" wurde auch bei einer IPPNW-Tagung
in Berlin von einer Greenpeace-Aktivistin am Beispiel des finnischen
AKW-Projekts neuesten Typs illustriert. Sie schilderte die Propaganda- und
Finanztricks der französischen Atomfirma Framatome, die die finnische
Regierung zum Baubeschluß der Referenzanlage "bekehrten".
Die wiederauferstandenen "Atomgrufties" reaktivieren also ihre Argumente
aus ihren Lagerstätten des propagandistischen Atommülls. Dafür werden auch
die altbekannten Forderungen nach Klimaschutz und die Angst vor Ölknappheit
mißbraucht. Dabei verschweigen sie die bekannten radioaktiven Gefahren vom
Uranabbau bis zur Atommülllagerung - die auf unabsehbare Zeit nicht wirksam
kontrolliert bzw. beseitigt werden können. Die Uranminen bedrohen vor allem
auch die Lebensräume indigener Völker. Selbst der "Normalbetrieb" kann
nicht nur die Bediensteten der Atomanlagen sondern auch deren Familien und
andere Personen im näheren und weiteren Umkreis gefährden. Erst recht gilt
dies für "Störfälle" und größere Katastrophen.
Atomgegner und die sozialen Bewegungen als Gesamtes müssen diesem
profitorientierten Angriff der Atomlobby auf unsere Lebensgrundlagen
rechtzeitig auf EU-Ebene und global ihren gewaltfreien Widerstand
entgegensetzen. Zudem soll der Verbundchef Haider schleunigst durch einen
atomkritischen und für Alternativen aufgeschlossenen Manager ersetzt werden.
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Dazu ein Text von Friedrich Witzany (St. Florian/ OÖ-Plattform gegen
Atomgefahren):
Als jahrelanger Beobachter der Szene kann ich nur anmerken:
Tschechische Politiker, Farbe egal, und die Betreiber der Atomanlagen haben
bei Durchsetzung ihrer atomaren Interessen zusätzlich einen Spaß daran, mit
uns Österreichern Katz und Maus zu spielen. Allen offiziellen
österreichischen Beteuerungen zum Trotz ("Vereinbarungen werden auf Punkt
und Beistrich eingehalten") hat sich die tschechische Seite in der Realität
noch keinen Zentimeter auf uns zu bewegt. Die Politik in Wien ist
ausschließlich auf so genannte wirtschaftliche Interessen ausgerichtet und
trieft daher vor Anbiederung und Unterwürfigkeit. Tschechien, die Slowakei,
auch Deutschland, die könnten uns atomare Kraftwerke und
Atommüll-Lagerstätten vor die Nase setzen, so viele sie wollten, die
Bundespolitik wird hauptsächlich darüber nachdenken, wie sie die Bedenken
der eigenen Bevölkerung zerstreuen kann.
Zum einen: Die Wähler durchschauen natürlich diese Absichten. Kein Wunder
also, wenn die Politikverdrossenheit steigt.
Zum zweiten: Mit dieser zahnlosen Haltung verliert ein Land den Status
eines gleichberechtigten Dialogpartners. Die Atomdebatte mit Tschechien ist
der beste Beweis dafür, wie wenig wir - selbst verschuldet - ernst zu
nehmen sind.
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Antiatom-Appelle
Unter dem Motto "Eine Million Europäer verlangen den Ausstieg aus der
Atomenergie" starten Organisationen aus ganz Europa am
Tschernobyl-Gedenktag (26. April 2004) eine Unterschriftenaktion.
Europaweit sollen 1 Million Unterschriften von Menschen gesammelt werden,
um ohne Aufschub die Durchsetzung der folgenden Maßnahmen von den
Politikern einzufordern:
- Stoppen oder verhindern Sie den Neubau von Atomanlagen in Europa!
- Veranlassen Sie, dass die Europäische Union und jeder Staat der EU, der
Atomkraftwerke betreibt, Ausstiegspläne aus der Atomindustrie vorlegt der
Ausstieg soll so schnell wie möglich erfolgen!
- Setzen Sie sich für ein umfassendes Investitionsprogramm in Richtung
Energieeffizienz und Entwicklung von Erneuerbaren Energien ein!
- Setzen Sie sich für das Auslaufen des wettbewerbsverzerrenden und
veralteten Euratom-Vertrages ein! Mit diesem Vertrag werden öffentliche
Gelder für die Stützung der Atomindustrie verwendet!
Nur die Umsetzung dieser Maßnahmen ermöglicht uns gleichzeitig gegen die
Atomindustrie und gegen die Klimaveränderung zu kämpfen!
Die Unterschriften werden von April 2004 bis April 2005 gesammelt!
Verschaffen wir uns Gehör unterschreibt die Liste und bittet auch eure
Freunde, die Aktion zu unterstützen. Das Ergebnis der Unterschriftenaktion
wird medienwirksam veröffentlicht werden.
Weitere Informationen gibt es unter: post@atomstopp.at http://www.atomstopp.com
From mareichl@ping.at Tue Jun 1 19:52:33 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 01 Jun 2004 20:52:33 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 114 - RB Nr. 113 - A. Claussen: Einfluss der
Atomindustrie
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040601204950.025f6810@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 114 - RB Nr.113 - RB Nr. 113 - Angelika Claussen: Der
Einfluss der Atomindustrie
Bad Ischl, 1.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Der Einfluss der Atomindustrie
Dr. med. Angelika Claußen
Einführender Redebeitrag zum Themenkomplex Atomenergie auf dem Atomkongress
der IPPNW 8. Mai 2004
Sehr geehrte Damen und Herren,
Atomenergie ist schon in einer "stabilen" Welt weder beherrschbar, noch
verantwortbar, in einer "instabilen" Welt jedoch um so weniger.
Was heißt "instabile" Welt?
Deutlich ist zu sehen, dass die "Welt aus den Fugen gerät":
Terrorismusgefahr, Infragestellung der sozialen Sicherungssysteme,
Arbeitsplatzabbau, gesellschaftliche Verarmung, Verlust der internationalen
Rechtssicherheit, neue Kriege, ökologischer Raubbau, Überführung von
staatlichen Monopolen in private Monopole unter dem Diktat der neuen
globalen neoliberalen Weltordnung ...
Wie sollen unter solchen Bedingungen extrem störanfällige Atomanlagen
sicher bewacht, störungsfrei gewartet und vor terroristischen Attacken rund
um die Uhr über Jahrzehnte geschützt werden? Investieren die privaten
Eigner noch ausreichend in die Sicherheit ihrer Anlagen in Zeiten des
maximalen Profits für die Aktionäre?
Gewinne aus der Stromerzeugung werden privatisiert, für die
jahrtausendelange Bewachung des Atommülls aber soll letztendlich die
Allgemeinheit aufkommen.
Die Mehrheit der Bevölkerung in Europa lehnt Atomenergie ab. Warum gilt in
einer Demokratie der Wille der Menschen so wenig, die Forderungen der
Atomindustrie aber alles? Warum wiegt der Schutz des Eigentums mehr als das
Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit?
Im folgenden werde ich skizzenhaft die wesentlichen Akteure und Mechanismen
beschreiben, die die Atompolitik in Deutschland wirklich beeinflussen:
..., Der Beginn liegt in "Atoms for peace". Die sog. friedliche Nutzung der
Kernenergie wurde von Präsident Truman am 6.August 1945 um 13 Uhr Ortszeit
und nur 18 Stunden nach dem Abwurf der Atombombe propagiert. "Atoms for
Peace" stand für eine Politik, die glauben machen wollte, dass mit der
'friedlichen Nutzung' der Kernenergie die tödliche Wirkung der Bombe
überwunden werden könnte, eine Politik, die in Wirklichkeit aber
Atomwaffentechnologie verbreitete.
In den 50'iger Jahren entstanden verschiedene Organisationen,
internationale, europäische und deutsche, deren Ziel darin bestand,
die Nutzung der Atomenergie voranzutreiben. Aus dieser Zeit stammt auch
der Vertrag zwischen der Internationalen Atomenergie-Organisation und der
Weltgesundheitsorganisation WHO, ein Knebelvertrag, in dem festgelegt
wurde, dass die WHO bestimmte Forschungsergebnisse nicht veröffentlicht,
wenn diese nachteilig für die Ziele der Atomenergieorganisation sind.
Der Wissenschaft und Forschung wurde ein weiterer Maulkorb verpasst, indem
die wesentlichen internationalen und nationalen Gremien wie zum Beispiel
das Komitee der Vereinten Nationen zu den Effekten radioaktiver Strahlung
oder das Internationale Strahlenschutz-Komitee fast ausschließlich mit
Wissenschaftlern besetzt werden, die Atomenergiebefürworter sind.
Folgerichtig erklärte das UNO-Komitee im Jahre 2000 zu den Folgen von
Tschernobyl: Ich zitiere:
"Es gibt keinen Hinweis auf eine größere Auswirkung für die Gesundheit der
Bevölkerung, die man 14 Jahre nach dem Unfall der Strahlenbelastung
zuordnen könnte, abgesehen von einem hohen Anteil an (behandelbaren, nicht
tödlichen) Schilddrüsenkrebsfällen bei Kindern ... Es gibt keinen
wissenschaftlichen Hinweis auf Anstiege der Inzidenz oder Mortalität an
Krebs allgemein oder an nicht bösartigen Gesundheitsstörungen, die mit der
Strahlenbelastung in Beziehung gebracht werden können." Zitat Ende
Diese Aussage des UNO-Komitees ist nachweislich falsch. Sie leugnet zum
Beispiel den massiven Anstieg an Schilddrüsenkrebsfällen bei Erwachsenen
und die Anstiege bei den anderen Krebsarten. Denn es waren 1999 bereits
mehrere zusätzliche tausend Schilddrüsenkrebsfälle bei Erwachsenen
nachgewiesen.
..., Nach der Katastrophe von Tschernobyl im April 1986 hat Deutschland,
hat Europa eine historische Chance verpasst, aus der Atomenergie auszusteigen.
1998 blieb hier in Deutschland eine weitere Chance ungenutzt. Die neue
Bundesregierung war nicht zuletzt wegen ihres Versprechens gewählt worden,
kurzfristig aus der Atomenergie auszusteigen.
Doch schon wenige Wochen nach der Wahl war klar geworden, dass sich die
Politiker, die tatsächlich den Atomausstieg wollten, nicht gegen die
mächtige Atomindustrie mit ihren Einflussmöglichkeiten auf politische
Entscheidungen durchsetzen konnten.
Im Umweltbericht 2000 des Atomkraftwerksbetreibers RWE wird zum Ergebnis
der sog. Konsensverhandlungen treffend vermerkt: Ich zitiere:
"Mit dem erzielten Konsens zwischen Bundesregierung und den
Energieversorgungsunternehmen sind Rahmenbedingungen geschaffen worden, die
den Betrieb der Kernkraftwerke zukünftig ohne politisch motivierte
Störungen ermöglichen."
Und von anderer Stelle, Zitat:
"Die Bundesregierung wäre in der Lage gewesen, den Bestand und Betrieb der
Kernkraftwerke nachhaltig zu beeinträchtigen." Zitat Ende
Dr. Otto Majewski, Spitzenmanager der Atomindustrie, merkte süffisant an,
die Grünen seien dem "drolligen Missverständnis" erlegen, dass der
Atomkonsens eine Ausstiegsvereinbarung sei. Geregelt werde in dem Abkommen
indes der "reibungslose Betrieb der bestehenden Atomkraftwerke."
Damit bestätigt die Atomindustrie selbst, was die Anti-Atom-Bewegung von
Anfang an gesagt hat: Atomkonsens bedeutet nicht Atomausstieg. Mit dem
Atomkonsens wurde den Atomkraftwerksbetreibern vielmehr der ungestörte
Weiterbetrieb der Atomkraftwerke bis zu ihrem
betriebswirtschaftlich-technischen Ende zugesichert.
Der Atomausstieg in Deutschland ein drolliges Missverständnis.
Da möchte ich Herrn Majewski fragen: Ist die Demokratie auch nur ein
drolliges Missverständnis?
..., der so genannte Atomkonsens ist ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie
Politik funktioniert.
Betrachten wir zunächst das Gefüge aus Regierung und Opposition. Mit dem
Wechsel von Sozialdemokraten und Grünen auf die Regierungsbank,
war abgesehen von der schwachen PDS keine atomkritische Opposition mehr
im Bundestag vertreten. Von den Christdemokraten und den
Wirtschaftsliberalen kam erwartungsgemäß nur Unterstützung für die
Atomindustrie. Eine starke atomkritische parlamentarische Opposition, die
unter der Regierung Helmut Kohl jahrelang einen Durchmarsch der
Atomindustrie verhindert hatte, war seit Ende 1998 nicht mehr vorhanden.
Betrachten wir das Verhältnis des Bundeskanzlers zur Atomindustrie. Gerhard
Schröder hatte sich bereits als Oppositionspolitiker bei den
Atomkraftwerksbetreibern empfohlen, indem er in den 90er Jahren wiederholt
versuchte, einen von der Industrie gewünschten Atomkonsens herbeizuführen.
Nach dem Regierungswechsel 1998 wurde Werner Müller, Manager von
Deutschlands größtem Atomkraftwerksbetreiber, der heutigen E.ON AG,
Wirtschaftsminister im Kabinett Schröder.
Wirtschaftsminister Müller betrieb in der Bundesregierung ungeniert die
Geschäfte seines Konzerns: Er stellte sich gegen Bundesumweltminister
Trittin, der gemäß der Koalitionsvereinbarung zunächst einen
"unumkehrbaren" Atomausstieg anstrebte. Dann plädierte er für einen
öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen Staat und Atomindustrie, ganz im
Sinne der aktuellen Bestrebungen multinationaler Konzerne, die Staaten
dieser Erde durch bindende Vertragswerke in die Schranken zu weisen.
Schließlich war Müller maßgeblich an dem so genannten Atomkonsens vom
Sommer 2000 beteiligt. Kurz vor seiner Rückkehr zu E.ON ließ Müller seinen
Staatssekretär gegen das Votum des Bundeskartellamtes noch eine
Ministererlaubnis zur Fusion der Ruhrgas AG mit E.ON erteilen.
Betrachten wir in diesem Kontext einige weitere aufschlussreiche
Karriereschritte zwischen Politik und Atomwirtschaft. 1994 wechselte der
damalige Leiter der Atomaufsicht im Bundesumweltministerium, Walter
Hohlefelder, zum damaligen Atomkonzern VEBA und wurde dort
Generalbevollmächtiger. Heute ist er im Vorstand der E.ON Energie zuständig
für die Atomkraftwerke. Mit Gerhard Hennenhöfer wechselte nach dem
Regierungswechsel ein weiterer Spitzenbeamter der Atomaufsicht zum
Atomkonzern VIAG, heute E.ON. Die beiden ehemaligen Spitzenbeamten
Hohlefelder und Hennenhöfer waren auf Seiten der Atomindustrie maßgeblich
am Aushandeln des Atomkonsenses beteiligt. Im September 2000, nachdem der
Atomkonsens unter Dach und Fach war, bekam die ehemalige
Vorstandssprecherin der Grünen, Gunda Röstel, einen Managerposten bei der
E.ON-Tochtergesellschaft Gelsenwasser. Ein weiteres Beispiel: Bruno
Tomauske war beim Bundesamt für Strahlenschutz für die Durchsetzung und
Genehmigung der atomaren Zwischenlager zuständig. Nachdem er dies ganz im
Interesse der Atomindustrie erledigt hatte, wurde er 2003 Prokurist beim
Atomkraftwerksbetreiber Vattenfall.
Der Wechsel von der Industrie in die Politik und zurück ist uns zur Genüge
aus den Biografien der Bush-Regierung bekannt.
Betrachten wir die Rolle der Juristen. Bundeskanzler Gerhard Schröder gab
schon kurz nach der Wahl die Maßgabe vor, der Atomausstieg habe
entschädigungsfrei zu erfolgen. Dies war eine Steilvorlage für die Juristen
in der Atomindustrie, die von da an fortlaufend öffentlich
Entschädigungsforderungen in astronomischer Höhe für den Fall reklamierten,
dass die Atomkraftwerke vorzeitig abgeschaltet werden. Sie stützten ihre
Forderungen vor allem auf grundgesetzlich verbriefte Eigentumsrechte und
die Berufsfreiheit. Eine Argumentation, die leicht hätte entkräftet werden
können, weil das Bundesverfassungsgericht, Deutschlands höchstes Gericht,
in seinem maßgebenden Urteil für die Atomenergie zu dem klaren Ergebnis
kam, dass sich die Atomkraftwerksbetreiber weder auf weitreichende
Eigentumsrechte noch auf die Berufsfreiheit berufen können.
Betrachten wir die Rolle der Medien. Die Medien gaben während der
Verhandlungen der Bundesregierung mit der Atomindustrie über viele Monate
hinweg ausführlich die Positionen der Atomindustrie wieder. Beständig
wiederholten sie die behaupteten Eigentumsrechte und die
Entschädigungsansprüche der Atomindustrie. Die Politiker wurden in ihrem
defensiven Zurückweichen wiedergegeben. Ernsthafte Argumentationen der
atomkritischen Verbände und Initiativen hatten in den Medien ebenso wenig
Platz wie der Verweis auf das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
Selbst dann, als die IPPNW mit Hilfe des Kalkar-Urteils des
Bundesverfassungsgerichts die monatelang kolportierte These von den
weitreichenden Eigentumsrechten und Entschädigungsansprüchen stichhaltig
widerlegte, war nicht eine Zeitung dazu bereit, darüber zu berichten.
Die Medien nahmen, soweit sie nicht direkt mit der Atomindustrie
verflochten waren, entweder auf die Atomindustrie in Gestalt von
Anzeigenkunden Rücksicht. Oder sie waren wegen ihrer Nähe zu den
Regierungsparteien nicht bereit, über atomkritische Positionen zu berichten.
Betrachten wir schließlich die Rolle der Wissenschaft. Ein erheblicher Teil
der atomkritischen Experten auf den Gebieten der Reaktorsicherheit und des
Strahlenschutzes wurde durch die Berufung in Gutachtergremien und durch die
Vergabe von Aufträgen eng an die Regierungspolitik gebunden. Andere
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich nicht haben einbinden
lassen, werden häufig massiv angegriffen und persönlich diffamiert, wie zum
Beispiel die Professorin Inge Schmitz-Feuerhake.
..., Welche Lehren können wir aus dieser Analyse ziehen? Was können wir in
Zukunft anders machen? Lassen Sie mich hierzu einige Anregungen geben.
Was die inhaltlichen Schwerpunkte angeht, so meine ich, dass wir uns darauf
konzentrieren sollten, die Finger in die wunden Punkte der Atomindustrie zu
legen. Hier sehe ich fünf wichtige Schwerpunkte:
Erstens die Gefahr terroristischer Anschläge auf Atomkraftwerke. In unserer
instabilen Welt und der wieder zunehmenden Militarisierung der Außenpolitik
müssen wir jederzeit damit rechnen, dass Terrororganisationen gezielt eine
atomare Katastrophe herbeiführen wollen.
Zweitens stellt das ungelöste Atommüllproblem nach wie vor eines der
wichtigsten Argumente gegen den Weiterbetrieb oder gar Ausbau der
Atomenergie dar.
Drittens werden gerade wir als Ärztinnen und Ärzte immer wieder auf die
erhöhten Kinderkrebsraten um Atomanlagen hinweisen.
Viertens müssen wir das Kalkar-Urteil des Bundesverfassungsgerichts in die
Hand nehmen, nach dem der Betrieb von Atomkraftwerken verfassungswidrig
ist, wenn sie wie es der Fall ist nicht dem Stand von Wissenschaft und
Technik entsprechen.
Zuletzt stellt der Kostendruck auf den liberalisierten Strommärkten ein
noch wenig beachtetes Risiko für die Sicherheit von Atomanlagen dar. Viele
Menschen werden sich verwundert die Augen reiben, wenn sie erfahren, dass
immer weniger Prüfungen durchgeführt werden und Reparaturen von
Sicherheitssystemen aufgeschoben werden.
..., die besten Inhalte helfen allerdings nicht weiter, wenn wir sie nicht
den Menschen vermitteln können. Wenn wie gezeigt die Medien unsere
Argumente nur selten aufgreifen, dann müssen wir uns selbst helfen.
Das Internet öffnet uns seit Jahren neue Wege der unabhängigen und
eigenständigen Öffentlichkeitsarbeit. Ich meine, wir sollten in Zukunft
verstärkt die Kräfte der Anti-Atom-Bewegung bündeln und darüber nachdenken,
wie wir gemeinsam eine starke Gegenöffentlichkeit herstellen.
Die verstärkte Zusammenarbeit mit anderen sozialen Bewegungen, vor allem
auf europäischer Ebene, ist unverzichtbar. Anfänge sind durch das
Europäische Sozialforum, aber auch durch die grenzübergreifenden
Zusammenschlüsse gegen den Neubau eines Europäischen Druckwasser-Reaktors
in Finnland oder zur "Tour de France pour Sortir du Nucléaire" gemacht.
..., wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen. Die Anti-Atom-Bewegung ist
keineswegs schwach.
Noch vor Jahren hat sich ein Spitzenmanager der deutschen Wirtschaft bitter
über die ich zitiere "zermürbenden Auseinandersetzungen" um die
Atomenergie beklagt. Das zeigt, welche Wirkung die Anti-Atom-Bewegung
entfalten kann.
Wie viele Atomprojekte sind allein in Deutschland am Zusammenspiel eines
ausstiegsorientierten Gesetzesvollzuges, am Widerstand auf der Straße, an
der anhaltend fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung und an den zunehmend
hohen Kosten der Atomenergie gescheitert. Denken Sie nur an Whyl,
Wackersdorf, Kalkar, Hanau, Mülheim-Kärlich oder an Hamm Uentrop.
Denken wir an die vergangenen Monate: Siemens wollte eine Hermes-Bürgschaft
für den Bau eines Atomkraftwerks in Finnland. Nach öffentlichen Protesten
zog Siemens den Antrag zurück. Siemens wollte darüber hinaus die Hanauer
Plutoniumfabrik nach China liefern. Ein öffentlicher Sturm der Entrüstung,
maßgeblich mit ausgelöst durch eine Kampagne der IPPNW, führte jetzt dazu,
dass die chinesische Regierung die Verhandlungen über den Export als
eingestellt betrachtet.
Warum soll es uns jetzt nicht auch gelingen, die geplanten neuen
Atomkraftwerke in Finnland und Frankreich zu verhindern?
..., die Industrie meint, es müsse sich alles rechnen. Lassen Sie mich als
Ärztin dem entgegenhalten: Das Leben rechnet sich nicht. Gesundheit rechnet
sich auch nicht. Glück, Zufriedenheit, Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit
lassen sich nicht in Euro und auch nicht in Dollar ausdrücken.
Wir dürfen und wir werden uns als Menschen nicht auf das reduzieren lassen,
was der Atomindustrie Gewinne in die Kassen spült. Wir kämpfen für unser
Leben und für das Leben nachfolgender Generationen.
Vielen Dank.
Dr. med. Angelika Claußen, IPPNW
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Tue Jun 1 18:24:37 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 01 Jun 2004 19:24:37 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 110 - RB Nr. 113 - Inhalt, Einleitungen
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040601183225.025f1eb0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 110 - RB Nr.113 - Inhalt, Einleitungen
Bad Ischl, 1.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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113. Rundbrief (2/2004), 28. Jhg., Frühling 2004, Mai 2004
Aus dem Inhalt
E-Rundbrief - Info Nr.:
110 Maria Reichl und Matthias Reichl: Einleitung
111 Ein Blick voraus: Afrikanische Klänge beim Sommerfest am 24.Juli im
Begegnungszentrum, Vortrag von Bernward Geier: "Ökologischer Landbau die
Alternative", 2. Austrian Social Forum 2004, Linz
112 Matthias Reichl: EU-Wahl und -Erweiterung
113 Matthias Reichl: AKW-"Frühling" in Europa?, Anti-Atomappelle
109 Atomenergie und Atomwaffen in einer instabilen Welt: Europäischer
IPPNW-Kongress
114 Angelika Claußen: Der Einfluss der Atomindustrie
115 Buchtipps, Lutz Rathenow: Gute Fahrt
116 Termine
117 Keine österreichische Beteiligung an EU-Schlachtgruppen!
(Friedensvolksbegehren), Joe Kemptner - Ein Leben für Klimaschutz, fairen
Handel und globale Gerechtigkeit
118 Kurzinfos: Greenpeace: Kein Markt für umstrittenen Gentech-Mais - Aus
für Cross-Border-Leasing - Kirchenasyl für Vanunu in Jerusalem - Zwei
USA-kritische Filme
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Liebe Freunde!
Wir versuchen diesen Rundbrief noch rechtzeitig vor dem Austrian Social
Forum (ASF) (siehe Info 111) fertigzustellen.
Dieser Rundbrief kann nur einen kleinen Teil der brisanten Themen
aufgreifen die uns momentan beschäftigen. Die EU-Erweiterung und die
bevorstehenden EU Wahlen sind aktuelle Themen ab Seite 3. Damit sich
Österreich nicht an der EU-Armee beteiligt, wäre es wichtig das
Friedensvolksbegehren zu unterstützen (siehe Info 117). Ihr könnt euch auch
an den Anti-Atomappellen beteiligen. Die Beiträge über die Atomenergie und
die Atomwaffen, vor denen die internationalen Ärzte für die Verhütung des
Atomkrieges (IPPNW) eindringlich warnen, sprechen für sich (siehe Info 109,
113, 114).
Die Tatsache dass die EU-Kommission den Anbau von Gentech-Mais Bt11
genehmigt hat, fordert uns als Konsumenten besonders auf, wachsam zu sein
und Gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht zu kaufen, nur so können wir
die Weiterverbreitung aufhalten (siehe Info 118). AAI hat in Kooperation
mit uns und anderen Organisationen für den 17. Juni in Salzburg einen
Vortrag geplant wo auch dieses Thema Platz hat. Wir laden euch herzlich ein
zum Vortrag vom Bernward Geier "Ökologischen Landbau - die Alternative" -
in den Heffter-Hof Salzburg zu kommen und mit uns zu diskutieren.
Von Lutz Rathenow drucken wir nochmals einen Text (siehe Info 115). Er
würde sich freuen wenn ihn Freunde nach Österreich für eine Lesung einladen
würden.
Einige Freunde leben nur mehr in unsere Erinnerung oder in ihrem Werk
weiter. Friederike Raudaschl, die uns jahrelang bei Veranstaltungen und vor
allem beim Rundbrief zusammenlegen geholfen hat, verstarb Ende Februar im
68. Lebensjahr und Joe Kemptner Anfang April im 56. Lebensjahr. Dank meiner
neu gewonnenen Beweglichkeit, nach meinem Heilaufenthalt mit intensiven
Therapien im Hanuschhof in Bad Goisern, konnte ich am 8. April zum
Begräbnis nach Salzburg fahren. Wir bringen einen Nachruf (siehe Info 117).
Vieles was in unseren Rundbriefen keinen Platz mehr findet, wie Texte zum
Irakkrieg, Israel, WTO usw., konntet ihr in den vorhergegangenen
[E-rundbrief] Infos lesen.
Wir danken allen die ihren Mitglieds- bzw. Kostenbeitrag für den Rundbrief
schon überwiesen haben.
Damit wir uns gegenseitig ermuntern und stärken können, laden wir euch am
24. Juli zu unserem Sommer-Begegnungsfest, dieses mal mit afrikanischen
Klängen, herzlich ein (siehe Info 111).
Ich wünsche euch schöne Frühlings- und Sommertage, Friede, Kraft und Freude
Maria Reichl
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Liebe Freunde!
Als wir vorgestern (am 27.5.) in Salzburg in Robert Jungk's
Zukunftsbibliothek die Gedenkveranstaltungen zu seinem 10. Todestag (am
14.7.04) mit einem spontanen Gespräch mit Hans Peter Dürr beendeten,
vermischten sich seine damaligen Probleme mit unseren aktuellen. Diese sind
nicht allein globale, sondern auch der alltägliche Kampf mit den Bergen von
Büchern, Materialien und anderen Informationsträgern. Dürrs köstliche Art
als Naturwissenschaftler seine philosophischen Erkenntnisse mit
praktisch-organisatorischen Tipps zu verbinden war erfrischend ermutigend -
ganz im Sinne Jungk's.
Bei dem Abendvortrag gelang es Dürr trotz seiner pessimistisch stimmenden
Erfahrungen die Widerstandskräfte gegen Bedrohung durch Atomtechnologien
und ähnliches zu wecken und zu stärken. Voraussetzungen dafür sind die
Kreativität von Einzelnen und Gemeinschaften, ihre Kommunikation als
Gegenmittel gegen das Diktat der Beschleunigung und des Kopierens in der
Naturwissenschaft und Technik. (Ein Mitschnitt auf CD ist um EURO 10,- in
der Zukunftsbibliothek erhältlich - Tel. 0662-873206-0, e-mail:
jungk-bibliothek@salzburg.at). In den vorangegangenen Tagen berührten uns
Peter Stephan Jungk's Lesung und die Erinnerungen an seinen Vater sowie
eine Zukunftswerkstätte von Initiativgruppen und Engagierten zum "Zuhören
und Hinterfragen von gesellschaftlichen Realitäten".
Ich knüpfte bei dem Treffen mit Dürr an eine Begegnung bei der IPPNW-Tagung
in Berlin an, bei der er gemeinsam mit Jakob von Uexküll und dem
Liedermacher Konstantin Wecker auf dem Podium über die atomaren Bedrohungen
sprach. In einer weiteren Diskussion warnten Horst Eberhard Richter und
Eugen Drewermann dramatisch vor der unheiligen Allianz von Atomenergie und
-rüstung sowie deren zunehmende Weiterverbreitung (siehe Info 109).
Konstantin Wecker hatte mich anschließend freundschaftlich eingeladen, bei
seinem geplanten Projekt einer Pazifismus-Tagung mitzumachen. Mit Dürr und
Uexküll überlegte ich, ob und wie doch noch im nächsten Jahr in Salzburg
das Preisträger-Treffen "25 Jahre Alternativer Nobelpreis" zustande kommen
kann. Die Beratungen mit der Salzburger Landesregierung gehen weiter.
Allerdings zeichnen sich wegen eines 70 Millionen EURO Defizites im
kommenden Jahr erhebliche Ausgabenkürzungen ab. Wir alle würden ein
Scheitern des Projektes bedauern.
So nebenbei traf ich in Berlin wieder alte Freunde aus den Bürgerbewegungen
und kümmerte mich darum, dass im Archiv des ehemaligen DDR-Geheimdienstes
"Stasi" auch die restlichen Akten über mich gesucht werden.
Nicht nur das Leopold-Kohr-Institut, sondern auch wir haben darauf
vergessen, öffentlich an Leopold Kohrs zehnten Todestag (am 26.2.04) zu
erinnern. Seine Kritik an Fusionen in unterschiedlichen Bereichen, die
immer öfter zu Konfusionen führen sowie an dem scheinbar unbegrenzten
Wachstum ist aktueller denn je (siehe Info 112).
Statt konstruktiver Debatten über nationale und internationale Politik
dominierten bei der Bundespräsidentenwahl kleinkarierte
Nebensächlichkeiten. Benita Ferrero-Waldner, die Diplomatin und
Außenministerin, behauptete von sich, sie habe noch nie gelogen. Und ein
besonnener, zuhörender Heinz Fischer, der die Wahl gewann, konnte in diesem
mittelmäßigen politischen Klima zu wenig seine Fähigkeiten entfalten.
Ähnliches zeichnet sich auch in der Kampagne für die EU-Parlamentswahl (am
13.6.2004) ab. Den wachsenden Tendenzen einer erweiterten EU, in der immer
leichter scheinbare "Minderheitenprobleme" (wie Neutralität,
Gentechnikfreiheit, soziale Grundsicherung, weltweite Solidarität und
vieles mehr) unter Sitzungstische, Podiumsteppiche und Rednerpulte gekehrt
werden, muss eine wirksame Opposition entgegengesetzt werden. Leo Gabriel,
seit Jahrzehnten unser treuer Textautor und Weggefährte bei internationalen
Solidaritäts- und Sozialbewegungen, hatte mich zu einer
Solidaritätskandidatur auf Platz 9 seiner Plattform "Linke Opposition für
ein solidarisches Europa" (Liste Nr 5) mitzuarbeiten. Es war von Anfang
klar, dass es für mich als "Friedensarbeiter in Pension (im Un-Ruhestand)"
- so die offizielle Bezeichnung auf dem Stimmzettel - primär darum geht,
unsere Anliegen ohne Rücksicht auf Wahlchancen zu transportieren. Und dass
ich dabei zwischen meinem Engagement in der Wahlplattform und im
Begegnungszentrum konsequent unterscheide.
Ähnliche Verbindungen und Unterscheidungen gibt es mit dem Österreichischen
Sozialforum (siehe Info 112), an dem auch ich als einfacher Aktivist
teilnehmen werde. Leider werdet ihr diesen Rundbrief erst knapp vor Beginn
des 2. ASF (in Linz) erhalten. (Unser "e-Rundbrief"-Info dient
zwischendurch als eine aktualisierte Ergänzung!)
Ich könnte auch noch von unserem Konflikt mit dem Bad Ischler Bürgermeister
und seiner Stadtregierung berichten - ausgelöst durch undemokratische
Entscheidungen für unakzeptierbare Tourismusprojekte, denen u.a. auch ein
Park zum Opfer fallen soll. Seit ich in der Zeitung "Ischler Woche" in
einem satirischen Märchen vom Konflikt der "Prinzessin Stadt Bad Ischl" mit
dem "Ortskaiser" (Bürgermeister) und seinem Regierungsteam berichtet habe,
reagieren zwar viele Bewohner von Ischl interessiert und solidarisch. Dafür
"strafen" mich diese Politiker mit ihrer Ignoranz. (Auf Wunsch e-maile ich
euch die Texte.)
Umso unkonventioneller und internationaler werden wir unser Sommerfest -
auch als Geburtstagsfeier für Maria, Martina und unsere Freundin Doris -
gestalten. Mehr darüber auf der folgenden Seite.
Auch ich freue mich über euren Besuch - oder zumindest über eure Unterstützung
Euer Matthias Reichl
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Jun 1 20:13:51 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 01 Jun 2004 21:13:51 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 115 - RB Nr.113 - Buchtipps; Lutz Rathenow: Gute Fahrt
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040601211216.025928b0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 115 - RB Nr.113 - Buchtipps; Lutz Rathenow: Gute Fahrt
Bad Ischl, 1.6.2004
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www.begegnungszentrum.at
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BUCHTIPPS
Neue Bücher und Materialien in unserer Bibliothek
1. VERGANGENHEIT - GEGENWART - ZUKUNFT - PHILOSOPHIE
Robert Cowley (Hg.): Was wäre geschehen, wenn? Wendepunkte der
Weltgeschichte (aus dem Blick von US-Militärhistorkern). 2004 Droemer
Verlag. € 19,90
Peter Böhmer/ Ronald Faber: Die Erben des Kaisers. Wem gehört das
Habsburgervermögen. 2004 Ueberreuter Verlag. € 17,95
Wilhelm Richard Baier/ Franz Manfred Wuketits (Hrsg.): Zeitzauber.
Reflexionen über die Zeit zur Jahrtausendwende. 2001 dbv-Verlag/ Österr.
Urania Stmk. (Burgg. 4/1, A-8010 GRAZ). € 12,10 + Versand
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Wilhelm Zauner. 2004 Tyrolia Verlag. € 12,90
Jean-Carl Honoré: Slow Life. Neue Kreativität und Lebensqualität durch die
Verwirklichung von Eigenzeit. 2004 Riemann Verlag. € 19,-
2. POLITIK - SOZIALISMUS - MEDIEN - KULTUR - KUNST
Noam Chomsky: Eine Anatomie der Macht. Der Chomsky-Reader. 2004 Europa
Verlag. € 24,90
Hans Herbert von Arnim: Das System. Die Machenschaften der Macht. 2004
Knaur TB Nr. 77658. € 8,90
Susan George: The Lugano Report. On preserving Capitalism in the
Twenty-First Century. 2003 Pluto Books. £ 9,99
Paolo Flores d'Arcais: Die Demokratie beim Wort nehmen. Der Souverän und
der Dissident. 2004 WAT 496. € 10,90
Anja Besand: Angst vor der Oberfläche. Zum Verhältnis ästhetischen und
politischen Lernens im Zeitalter Neuer Medien. 2004 Wochenschau Verlag Dr.
Kurt Debus. € 32,-
Kristina Borjesson (Hrsg.): Zensor USA. Wie die amerikanische Presse zum
Schweigen gebracht wird. Mit Vorworten von Jean Ziegler und Gore Vidal.
2004 Pendo Verlag. € 24,90
Freedom and Responsibility. Yearbook 2001/ 2002. 2002 Ed. by OSCE
Representative on Freedom of the Media (Kärntnerring 5-7, A-1010
WIEN). Kostenlos
From Quill to Cursor. Freedom of the Media in the Digital Era. Papers from
the Workshop in Vienna 30.11.2002. 2003 Ed. by OSCE Representative on
Freedom of the Media. Kostenlos
Media Freedom in Times of Anti-Terrorist Conflict. 3rd Central Asian Media
Conference, Almaty, 12/2001. 2002 Ed. by OSCE Representative on Freedom of
the Media. Kostenlos
Freedom of the Media and Corruption. 4th Central Asian Media Conference,
Tashkent 9/2002. 2003 Ed. by OSCE Representative on Freedom of the
Media. Kostenlos
The Impact of Media Concentration on Professional Journalism. Researcher:
Johannes von Dohnany, Assisting: Christian Möller. 2003 OSCE Representative
on Freedom of the Media. Kostenlos
Warum so verlegen? Über die Lust an Büchern und ihrer Zukunft. Hg. v. Klaus
Wagenbach anläßlich des 40jährigen Verlagsjubiläums. 2004 WAT 487. € 5,-
Theresia Heimerl/ Karl Prenner (Hg.): Macht- Religion - Kultur. Können die
Weltreligionen einen Beitrag zur Bildung einer Weltkultur leisten?
Theologie im kulturellen Dialog 12. 2004 Tyrolia Verlag. € 18,-
Der Spielmacher. Gespräche mit George Tabori. Hrsg. v. Wend Kässens. 2004
Wagenbach Verlag. € 19,50
Miles (Hg.): Frank Zappa - in eigenen Worten. 2004 Palmyra Verlag Georg
Stein. € 9,90
Lukas Beck/ Peter Hiess: Kurt Ostbahn. Seid vuasichtig und losst's eich nix
gfoin! (Text-Bildband des österreichischen Sängers und seiner Bands.) 2004
NP Verlag. € 27,90
3. POLITISCH ARBEITEN UND ORGANISIEREN - ALTERNATIVE PROJEKTE
Dorothee Sölle. Eine feurige Wolke in der Nacht... (Texte von Dorothee
Sölle und von ihren Freunden). Publik-Forum EXTRA 2004 Publik-Forum
Verlagsges. € 6,50
European Address Book Against Racism. Edition 2004. (2295 Addresses). 2004
UNITED for Intercultural Action (Postbus 413, NL-1000 AK
AMSTERDAM). Kostenlos
Intergovernmental Negotiations and Decision Making at the United Nations. A
Guide. Ed. UN Non-Governmental Liaison Service (NGLS) with Gretchen Sidhu.
2003 NGLS (Palais des Nations, CH-1211 GENEVA 10). Kostenlos
Marianne Gronemeyer: Von der Selbstbegrenzung zur Fähigkeit - von der
Fähigkeit zur Selbstbegrenzung. Vortrag v. 15.1.2004 in Salzburg. CD. Kath.
Bildungswerk Salzburg (Raiffeisenstr. 2, A-5061 ELSBETHEN). € 10,- + Versand
4. GEWALT - GEWALTFREIER WIDERSTAND
Amollo Maurice Amollo: From Playing to Learning to Change. Theatre in
Conflict Transformation and Peace Building. 2002 Amani People's Theatre
(APT) (P.O. Box 13909, NAIROBI, KENIA).
Amollo Maurice Amollo/ Babu Joseph Ayindo: Reflections on Impact Assessment
Indicators: Issues in the Arts and Peace Building. 2002 Amani People's
Theatre (APT).
Überwinde das Böse durch das Gute. Konflikttransformation: Geistliche
Basis, Methoden und Modelle (bei John Paul Lederach). Theologie & Frieden
9. 2004 Hrsg. v. Church & Peace (Ringstr. 14, D-35641 SCHÖFFENGRUND). € 3,-
5. FRIEDE - KRIEG - MILITÄR - WEHRDIENSTVERWEIGERUNG - RÜSTUNG
Jonathan Schell: Die Politik des Friedens. Macht, Gewaltlosigkeit und die
Interessen der Völker. 2003 Hanser Verlag. € 25,90
Politikziel Weltrechtsordnung. Das UN-Friedens- und Sicherheitssystem als
Antrieb für eine globale Rechtsstaatlichkeit? SEF NEWS Nr 19 3/2004 Hrsg.
v. Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) (Gotenstr. 152, D-53175 BONN).
Hans-Peter Dürr: Frieden braucht Zivilgesellschaft. Welchen Fragen und
Herausfordeforderungen müssen wir uns stellen? 2 Reden. 2004 Global
Challenges Network (Frohschammerstr. 14, D-80807 MÜNCHEN).
Horst-Eberhard Richter und die IPPNW. Zum 75. Geburtstag. Hg. v. IPPNW.
1998 IPPNW-Pressestelle, (Körtestr. 10, D-10967 BERLIN).
Ferien vom Krieg - Sommer 2003. 10 Jahre Begegnungen von Jugendlichen aus
Kroatien, Bosnien, Serbien, Kosovo, Israel und Palästina. 2004 Hrsg. v.
Komitee für Grundrechte und Demokratie (Aquinostr. 7 - 11, D-50670
KÖLN). € 5,-
Bernard Dreano: The Peacebow. From anti-war movement to peace movement.
2004 HCA-France - CEDETIM (21 ter rue Voltaire, F-75011 PARIS). € 1,- +
Versand
Dan Smith: The Atlas of War and Peace. 2003 Earthscan Publications. £ 11,99
Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hrsg.):
Schurkenstaat und Staatsterrorismus. Die Konturen einer militärischen
Globalisierung. Red.: Thomas Roithner. 2004 Dialog Bd. 44. Agenda
Verlag. € 24,-
Sabine Kurtenbach/ Peter Lock (Hg.): Krieg als (Über)Lebenswelten.
Schattenglobalisierung, Kriegsökonomien und Inseln der Zivilität. EINE
WELT-Texte Bd. 16 2004 J.H.W. Dietz. € 12,70
Stefan Krempl: Krieg und Internet: Auswege aus der Propaganda? (U.a. zu
Kosovo u. Irak). 2004 Telepolis/ Heise/ dpunkt.verlag. € 18,-
Hans Blix: Mission Irak. Wahrheit und Lügen. Der Chef der
UN-Waffenkontrollore zieht kiritsche Bilanz. 2004 Droemer Verlag. € 19,90
Vera Bohle: Mein Leben als Minenräumerin. 2004 Krüger Verlag. € 19,90
Anne Gut/ Bruno Vitale: Depleted Uranium. Deadly, Dangerous and
Indescriminate. The Fall Picture. Ed. Peter Low. 2003 Campaign Against
Depleted Uranium/ Spokesman Books (Russell House, Bulwell Lane,
GB-NOTTINGHAM, NG6 0BT). € 10,-
6. BALKAN-KRIEGEr dabei. Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht. 2004
Zsolnay Verlag. € 17,90
Freimut Duve/ Achim Koch (Eds.): We Are Defending Our Future.
mobile.culture. container 2001 - 2003. (Über die Tour eines "Demokratische
Cultur"-Containers durch ex-jugoslawische Länder - Mit CD-ROM). 2003 Fonds
Verteidigung unserer Zukunft/ Vertrieb: u.a. OSCE Representative on Freedom
of the Media (Kärntnerring 5-7, A-1010 WIEN).
7. FASCHISMUS - NATIONALSOZIALISMUS - ZWEITER WELTKRIEG
Josef Hindels: Der Weg zum 12. Feber 1934. So starb ein junger Sozialist.
Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen. 2004 Sozialistische
Jugend NÖ (Kastellig. 2, A-3100 ST. PÖLTEN). Kostenlos
Peter Godman: Der Vatikan und Hitler. Die geheimen Archive. 2004 Droemer
Verlag. € 19,90
Guido Knopp: Sie wollten Hitler töten. (Attentäter im Dritten Reich). 2004
C. Bertelsmann Verlag. € 24,90
John Cornwell: Forschen für den Führer. Deutsche Naturwissenschaftler und
der Zweite Weltkrieg. 2004 Gustav Lübbe Verlag. € 24,90
Michaela Zehetner (Hrsg.): Nicht stillhalten, wenn Unrecht geschieht. Die
Lebenserinnerungen von Agnes Primocic. (Im Widerstand gegen Faschismus in
Hallein/ Salzburg.) 2004 Akzente Salzburg (Glockeng. 4c, A-5020 SALZBURG).
8. POPULISMUS - NATIONALISMUS - RECHTSEXTREMISMUS - RASSISMUS
Andrea Röpke/ Andreas Speit (Hg.): Braune Kameradschaften. Die neuen
Netzwerke der militanten Neonazis. 2004 Ch. Links Verlag. € 14,90
9. MENSCHENRECHTE - MINDERHEITEN - FLÜCHTLINGE - MIGRANTEN- SICHERHEIT - TERROR
Mira Hamermesh: The River of Angry Dogs. A memoir (einer Frau auf der
Flucht über europäische Grenzen). 2004 Pluto Books. £ 18.99
Eine Europäische Sicherheitsstrategie. Fiktion oder Fundament einer
effektiven gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik? SEF NEWS Nr. 18
12/2003 Hrsg. v. Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) (Gotenstr. 152,
D-53175 BONN).
John Gray: Die Geburt al-Quaidas aus dem Geist der Moderne. 2004 Antje
Kunstmann Verlag. € 16,90
Elmar Theveßen: Schläfer mitten unter uns. Das Netzwerk des Terrors in
Deutschland. 2004 Knaur TB Nr. 77730. € 8,90
10. MANAGEMENT - WIRTSCHAFT - ARBEIT - LANDWIRTSCHAFT
PROKLA 134: Die kommende Deflationskrise? 2004 Verlag Westfälisches
Dampfboot. € 10,50
Margrit Kennedy/ Bernard A. Lietaer: Regionalwährungen. Neue Wege zu
nachhaltigem Wohlstand. 2004 Riemann Verlag. € 18,-
Bittere Ernte. Die moderne Sklaverei in der industriellen Landwirtschaft
Europas. Hg. v. Europäisches BürgerInnenforum/ Europ. Komitee für die
Verteidigung der Flüchtlinge und GastarbeiterInnen (CEDRI). 2004 Verlag
Europäisches BürgerInnenforum/ CEDRI (Lobnik 16, A-9135 EISENKAPPEL). €
12,- + Versand
11. SOZIALES - RANDGRUPPEN
Alain de Botton: StatusAngst. (Über Anstand und andere Stände). 2004 S.
Fischer Verlag. € 19,90
Pflicht zum Risiko? Gesundheit - Daseinsvorsorge - Empowerment - Soziale
Sicherheit. Fünfte Österreichische Armutskonferenz. Dokumentation 05. Hg.
v. Die Armutskonferenz, österr. Netzwerk gegen Armut und soziale
Ausgrenzung (Radetzkystr. 27/2/14a, A-1030 WIEN). 2004 € 15,-
12. STADT - WOHNEN - VERKEHR - FREMDENVERKEHR
Francois Höpflinger: Traditionelles und neues Wohnen im Alter. Age Report
2004. 2004 Seismo Press. sFr 20,-
13. UMWELT - NATURSCHUTZ - GENTECHNIK
Mark Lynas: Sturmwarnung. Berichte von den Brenpunkten der globalen
Klimakatastrophe. 2004 Riemann Verlag. € 20,-
Wolfgang Lauber (Hg.): Wasser zwischen öffentlichen und privaten
Interessen. Internationale Erfahrungen. Perspektiven für ArbeitnehmerInnen
und Konsument-Innen. Informationen zur Umweltpolitik 150. 2002 AK
Wien. Kostenlos
David Hall/ Klaus Lanz: Kritik der Studie von PricewaterhouseCoopers über
Wasserver- und Abwasserentsorgung. Informationen zur Umweltpolitik 148.
2001 AK Wien (Prinz-Eugen-Str. 20-22, A-1040 WIEN). Kostenlos
Ökoferienjobs & Praktika. Angebote im In- und Ausland (Österreich und
Ausland). Sommer 2004. Hg. v. FORUM Umweltbildung (Alser Str. 21, A-1080
WIEN). Kostenlos
14. GESUNDHEIT - ERNÄHRUNG
Trudi Hofstetter (Hg.): Grauzonen des Leidens. Leben mit unsichtbaren
Behinderungen (bei Hirnverletzungen). 2004 Seismo Press. sFr 26,-
Daniel Agustoni: Craniosacral Selbstbehandlung. Wohlbefinden und
Entspannung durch sanfte Berührung. 2004 Kösel Verlag. € 19,95
Lorelies Singerhoff: Weiblich, 44, Herzinfarkt. Wie Frauen den Knock-Out
vermeiden. 2004 Kreuz Verlag. € 17,90
Eleanor Conney: "Ich hörte dich so gerne lachen". Als meine Mutter
Alzheimer bekam. 2004 Droemer Verlag. € 18,90
Menschenwürdig sterben. Tauwetter Nr. 1/2004 Hrsg. v. Missionszentrale der
Franziskaner (Postf. 200953, D-53139 BONN).
15. NATURWISSENSCHAFT - TECHNOLOGIE - COMPUTER
John Briggs/ David Peat: Chaos. Abschied von der Sehnsucht, alles in den
Griff zu bekommen. 2000 Knaur MensSana.
Klaus Götzer/ Udo Schneiderath/ Berthold Maier/ Torsten Komke:
Dokumenten-Management. Informationen im Unternehmen effizient nutzen. 2004
dpunkt.verlag. € 54,-
Alexander Geschonneck: Computer Forensik. Systemeinbrüche erkennen,
ermitteln aufklären. iX-Edition. 2004 dpunkt.verlag. € 38,-
Armin Medosch: Freie Netze. Geschichte, Politik und Kultur offener
WLAN-Netze (Drahtlose, freie Bürgernetze). 2004 Telepolis/ Heise/
dpunkt.verlag. € 18,-
Christiane Hardy/ Christian Möller (Eds.): Spreading the Word on the
Internet. 16 Answers to 4 Questions. Amsterdam Conference, 6/2003. 2003
OSCE Representative on Freedom of the Media (Kärntnerring 5-7, A-1010
WIEN). Kostenlos
16. ENERGIE - ATOMTECHNOLOGIE
Martin Schwarz/ Heinz Erdmann: Atomterror. Schurken, Staaten, Terroristen -
die neue nukleare Bedrohung. 2004 Knaur TB Nr. 77753. € 12,90
17. PÄDAGOGIK - BILDUNG
Jürgen vom Scheidt: Das Drama der Hochbegabten. Zwischen Genie und
Leistungsverweigerung. 2004 Kreuz Verlag. € 19,95
18. PSYCHOLOGIE
Nossrat Peseschkian: Das Leben ist ein Paradies, zu dem wir den Schlüssel
finden können. 2004 Herder TB Nr. 7030. € 6,-
Peter Schellenbaum: Hingabe, die Grenzen sprengt - ja aus Liebe. Im
Gespräch mit Ingeborg Szöllösi. 2004 Kösel Verlag. € 17,95
21. RELIGIONEN - SPIRITUALITÄT - SEKTEN
Hans Maier: Das Doppelgesicht des Religiösen. Religion - Gewalt - Politik.
2004 Herder TB Nr. 5468. € 9,90
Carola Meier-Seethaler: Das Gute und das Böse. Mythologische Hintergründe
des Fundamentalismus in Ost und West. 2004 Kreuz Verlag. € 24,90
Religionen öffentlich präsent? Dossier 03/2004 Hrsg. v. Katholische
Sozialakademie (Schottenring 35/DG, A-1010 WIEN). € 4,36
Fouad Allam: Der Islam in einer globalen Welt. 2004 WAT 490. € 11,90
Islam und Islamismus. Denkanstösse Nr. 50. 2004 Hg. v. Studiengesellschaft
für Friedensforschung (Aldringenstr. 10, D-80639 MÜNCHEN). € 0,50 + Porto
Hannes D. Galter: Die Aleviten. Eine Sonderform des Islam. 1998 Österr.
Urania Stmk. (Burgg. 4/1, A-8010 GRAZ).
Dalai Lama: So einfach ist das Glück. Hg. v. Karin Lichtenauer. 2004 Herder
TB Nr. 7031. € 6,-
Dalai Lama: Goldene Worte des Glücks. 2004 Gustav Lübbe Verlag. € 9,90
Thich Nhat Hanh: Das Leben berühren. Atmen und sich selbst begegnen. 2004
Herder TB Nr. 5442. € 8,90
22. CHRISTENTUM
Heiner Geißler: Was würde Jesus heute sagen? Die politische Botschaft des
Evangeliums. 2003 Rowohlt Berlin Verlag. € 16,90
Manfred Kock (Hg.): Kirche im 21. Jahrhundert. Vielfalt wird sein.
zeitzeichen. Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft. 2004
Kreuz Verlag. € 14,90
Maria Jepsen (Hg.): Evangelische Spiritualität heute. Mehr als ein Gefühl.
zeitzeichen. 2004 Kreuz Verlag. € 14,90
(Karikatur Aus "Publik-Forum" 2004 Nr. 9 - Nur in gedruckter Version des
Rundbriefes)
23. ENTWICKLUNGSPOLITIK - GLOBALISIERUNG - DRITTE WELT
Wolfgang Kessler: Weltbeben. Auswege aus der Globalisierungsfalle. 2004
Publik-Forum Verlagsges. € 14,-
Joseph Stieglitz: Die Roaring Nineties. Der entzauberte Boom. 2004 Siedler
Verlag. € 24,-
PROKLA 133: Imperialistische Globalisierung. 2003 Verlag Westfälisches
Dampfboot. € 10,50
PROKLA 131: Korruptes Empire. 2003 Verlag Westfälisches Dampfboot. € 10,50
Österreichs Aussenwirtschaft. Jahrbuch 2003. Jahresthema: Handelspolitische
Herausforderungen: Voraussetzungen für eine erfolgreiche WTO-Runde.
(English summary). Hrsg. v. Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
(Stubenring 1, A-1011 WIEN). 2003
Leo Kühberger: we make history. bewegungen - widerstand - GLOBAL -
institutionen - kapitalismus. Hrsg. Grüne Akademie/ crew8020. 2004 Grüne
Akademie Steiermark (Paulustorg. 3/I, A-8010 GRAZ).
Wem gehört das Wasser? Die Kommodifizierung öffentlicher Dienstleistungen.
Red.: Bettina Köhler. Journal für Entwicklungspolitik, vol. XIX 4-2003.
Mandelbaum/ Südwindverlag. € 9,80
Wolfgang Lauber (Hg.): Ausverkauf des Staates? Zur Privatisierung der
gesellschaftlichen Infrastruktur. Symposium 11/2002. Informationen zur
Umweltpolitik 155. 2003 AK Wien. Kostenlos
Wolfgang Lauber (Hg.): Was kostet die Umwelt? GATS und die Umweltrelevanz
der WTO-Abkommen. Informationen zur Umweltpolitik 154. 2002 AK Wien
(Prinz-Eugen-Str. 20-22, A-1040 WIEN). Kostenlos
Werner Rügemer: Cross Border Leasing. Ein Lehrstück zur globalen Enteignung
der Städte. 2004 Verlag Westfälisches Dampfboot. € 19,90
Erik Millstone/ Tim Lang: The Atlas of Food. Who eats what, where and why.
2003 Earthscan Publications. £ 12.99
Antonio Carmona Báez: State Resistance to Globalisation in Cuba. 2004 Pluto
Books. £ 16.99
Dolores M. Bauer: Der lange Schatten des Adlers. Menschenverachtung made in
USA. 2004 Edition va bene. € 24,90
24. EUROPA - EU
Nicole Schley/ Sabine Busse/ Sebastian J. Brökelmann: Knaurs Handbuch
Europa Daten - Länder - Perspektiven. Aktuell: Die neuen EU-Länder. 2004
Knaur TB Nr. 77731. € 12,90
Andreas Wehr: Europa ohne Demokratie? Die europäische Verfassungsdebatte -
Bilanz, Kritik und Alternativen. 2004 PapyRossa Verlag. € 12,90
Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung &
International Institute for Peace (Hrsg.): Neutralität im Neuen Europa.
Österreichs Beitrag zur Finalität der Union. Symposium-Dokumentation
"Europäische Verfassung, Sicherheit und Neutralität", 12/2003. Red.:
Wolfgang Koch/ Franz Leidenmühler/ Peter Steyrer. Dialog Bd. 45. 2004
Agenda Verlag. € 12,80
25. DEUTSCHLAND - ÖSTERREICH
Atlas. Deutsche Autoren über ihren Ort. Hg. v. Klaus Wagenbach. 2004
Wagenbach Verlag. € 18,-
Falco Werkentin (Hg.): Der Aufbau der "Grundlagen des Sozialismus" in der
DDR 1952/53. Schriftenreihe Bd. 15. 2002 Der Berliner Landesbeauftragte für
die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
(Scharrenstr. 17, D-10178 BERLIN).
Sandra Pingel-Schliemann: Zersetzen. Strategie einer Diktatur (der DDR).
Schriftenreihe Bd. 8. Eine Darstellung der Ereignisse und deren
Interpretation nach 1945. Schriftenreihe Bd. 6. 2002
Robert-Havemann-Gesellschaft (Schliemannstr. 23, D-10437 BERLIN). € 22,-
Matthias Domaschk. (Porträt der im Stasi-Gefängnis gestorbenen Aktivisten
aus Jena). 2003 "Horch und Guck" Sonderheft I. Hrsg. v. Bürgerkomitee "15.
Januar", (Ruschestr. 103, Haus 1, D-10365 BERLIN).
Erich Hackl: Anprobieren eines Vaters. Geschichten und Erwägungen
(Unterdrückte und Widerständige in Österreich und im Rest der Welt). 2004
Diogenes Verlag. € 18,90
27. NAHER OSTEN - ASIEN - AUSTRALIEN - OZEANIEN
Felicia Langer: Brandherd Nahost oder: Die geduldete Heuchelei. (Israels
Militärherrschaft in Palästina.) 2004 Lamuv TB Nr. 326. € 9,90
Amira Hass: Bericht aus Ramallah. Eine israelische Journalistin im
Palästinensergebiet. 2004 Diederichs Verlag. € 19,95
Heiko Flottau: Vom Nil bis an den Hindukusch. Der Nahe Osten und die neue
Weltordnung. 2004 Droemer Verlag. € 19,90
Tareq Y. Ismael/ Jacqueline S. Ismael: The Iraqui Predicament. People in
the Quagmire of Power Politics. 2004 Pluto Books. £ 19.99
Colette Harris: Control and Subversion. Gender Relations in Tajikistan.
2004 Pluto Books. £ 16.99
Helena Norberg-Hodge: Faszination Ladakh (Nordindien). Vorwort des Dalai
Lama. Aktualisierte Neuauflage. 2004 Herder TB Nr. 5484. € 9,90
28. AFRIKA
Zwischen Untergang und Aufbruch. Gewalt und ihre Überwindung im Herzen
Afrikas. Dokumentation der Jahrestagung des Internationalen
Versöhnungsbundes Okt. 2003. "Versöhnung" Sonderausgabe. 2004
Versöhnungsbund (Schwarzer Weg 8, D-32423 MINDEN). € 4,- + Versand
Gerlinde Zdralek-Huber: Ein Volk tanzt. Begegnungen im Senegal. 2003
Edition pro mente (Köglstr. 19, A-4020 LINZ). € 18,70
Judith Gardner/ Judy El Bushra/ CIIR (eds.): Somalia - The Untold Story.
The War Through the Eyes of Somali Women. 2004 Pluto Books.
29. NORD- UND LATEINAMERIKA
George Soros: Die Vorherrschaft der USA - eine Seifenblase. 2004 Karl
Blessing Verlag. € 20,-
Noam Chomsky: Power and Terror. US-Waffen, Menschenrechte und
internationaler Terrorismus. 2004 Europa Verlag. € 9,90
He, Sie da! Keine Fragen bitte! Oder wir inhaftieren Sie illegal in
Guantánamo. Kriegspropaganda, durchgesehen und aktualisiert von Micah Ian
Wright. 2004 Antje Kunstmann Verlag. € 12,-
Wilhelm Dietl: Schwarzbuch Weißes Haus. Außenpolitik mit dem Sturmgewehr.
2004 Area Verlag. € 9,95
Elmar Theveßen: Die Bush-Bilanz. Wie der US-Präsident sein Land und die
Welt betrogen hat. 2004 Droemer Verlag. € 18,-
Al Franken: Kapitale Lügner. Eine faire und ausgewogene Betrachtung von
G.W. Bush und seinen Neokonservativen. 2004 Riemann Verlag. € 15,-
Eric Schlosser. Die scheinheilige Gesellschaft. Sex, Drogen und
Schwarzarbeit - Die dunkle Seite der USA. 2004 Riemann Verlag. € 21,-
Madeleine K. Albright: Madam Secretary. Die Autobiographie (der ehem.
US-Außenministerin). 2003 C. Bertelsmann Verlag. € 28,-
31. LITERATUR - KARIKATUREN
Monica Ali: Brick Lane. Roman (einer Frau aus Bangladesh in London). 2004
Droemer Verlag. € 19,90
Ken Bugul: Die Nacht des Baobab. Eine Afrikanerin in Europa. (Konflikte
einer Senegalesin.) 2003 UT 258 € 8,90
Henning Mankell: Der Chronist der Winde. Roman (von Straßenkindern in
Kenia). 2002 dtv Nr. 12964. € 9,-
Yanick Lahens: Tanz der Ahnen. Roman (Konflikte zwischen weißer und
afrokaribischer Kultur in Haiti). 2004 Rotpunktverlag. sFr 29,-
Josan Hatero: Der Vogel unter der Zunge. Roman (über Soldaten und Deserteur
in einem fernen Krieg). 2004 Wagenbach Verlag. € 14,50
Yadé Kara: Selam Berlin. Roman (über junge Türken zwischen Istanbul und
Berlin). 2003 Diogenes Verlag. € 19,90
Ivan Klima: Warten auf Dunkelheit, Warten auf Licht. Roman (über
tschechische Kunstschaffende unter kommunistischer und kapitalistischer
Diktatur). 2000 dtv TB Nr. 12742
Jáchym Topol: Nachtarbeit. Roman (Jugend in der Tschechoslowakei nach dem
"Prager Frühling" 1968). 2003 Suhrkamp Verlag. € 22,90
Eugenie Kain: Hohe Wasser. Erzählungen (über Wellengänger in europäischen
Landschaften). 2004 Otto Müller Verlag. € 16,-
Wolfgang Hermann: Das Gesicht in der Tiefe der Straße. Momente einer Stadt.
2004 Otto Müller Verlag. € 16,-
Lutz Rathenow: Fortsetzung folgt. Prosa zum Tage. 2004 Verlag Landpresse
Ralf Liebe. € 14,-
"...ich bin des regenbogens angeklagt". texte zur toleranz von thomas
brasch, reiner kunze, lutz rathenow, dieter wellershoff u.a. geseufzt,
gebrüllt, gehaucht und gerapt von heinz ratz. CD. 2002 Audiobuch ISBN
3-933199-72-7
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Gute Fahrt
Lutz Rathenow
Langstreckenfahrer kennen das: Wer bei der Bahn einen Fahrschein für einen
ICE erwirbt, bekommt seine Fahrkarte in einem kleinen Umschlag
ausgehändigt. Klappt man ihn auf, so findet man oben in der
Schutzhülleninnenseite einen Spruch vor: "Kopf frei für eine gute Fahrt!"
Und darunter den Hinweis auf ein Schmerzmittel. Aha, denkt der Leser,
Reklame. Und er beschließt, nicht weiter zu lesen. Werbung wirkt so lange,
wie sie nicht als solche erkannt ist. Oder aber sie erzwingt sich mit
Frechheit und Penetranz doch den aufmerksamkeitsheischenden Respekt.
So ist das Leben. Der eine kämpft darum und schluckt und inhaliert
fleißig Medizin. Zum Beispiel Pülverchen, die zu Tabletten verpresst worden
sind. Für den Kopf. Etwa die vom Fahrkarten-Umschlag. In dem
Mini-Schutzbrief könnte eigentlich gleich eine Probetablette liegen. Der
eine also probiert alles und schluckt sich so über die Zugverspätung hinweg.
Ein anderer hingegen resigniert. Weil sein zweiter Selbstmordversuch
missglückte. Und er wieder und wieder in jedem Zug beim Präsentieren seines
Fahrausweises auf den Spruch gestoßen wird: "Kopf frei für eine gute Fahrt!"
Auf einmal beunruhigt mich dieser Satz. Was will uns die
werbeauftragerteilende Firma damit sagen? Wer befreit hier wen? Frei für
was? Eine gute Fahrt. Des Kopfes? Dem setzt mein Körper Grenzen. Er will
alle seine Teile zusammenhalten wie egoistisch von ihm. Erst der entköpfte
Körper gibt den Weg frei für ein Haupt, das zielsicher Richtung Boden
fällt. Die gute Fahrt als freier Fall.
Wenn die Bahn schon für ein Guillotinieren ihrer Fahrgäste wirbt, sollte
sie auch Behältnisse zum Auffangen bereitstellen. Denn die meisten im Zug
sind für Köpfe gänzlich ungeeignet. Immerhin: das Schmerzmittel verspricht
Hilfe. Dem Kopf a.D. oder dem Restkörper? Allmählich vergnügt der scheinbar
sinnlose Spruch. Es geht doch nichts über die inspirierend kreative Kraft
der Missverständnisse.
Ihnen einstweilen eine gute Fahrt!
Aus "Fortsetzung folgt. Prosa zum Tage", Landpresse Verlag, Weilerswist,
125 S., 14 € , 2004
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Jun 1 20:19:26 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 01 Jun 2004 21:19:26 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 116 - RB Nr. 113 - Termine
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040601211726.025aab80@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 116 - RB Nr.113 - Termine
Bad Ischl, 1.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
=============================================================
TERMINE ÖSTERREICH
JUNI 2004
3.6. WIEN (Messe, Congress Center): Internation. Kongress "Flüsse
verbinden". Die Donau als Lebensader Europas. Veranstalter:
Heinrich-Böll-Stiftung, WWF Österr., Berlin u. Grüne Bildungswerkstatt
(Anmeldung: Grüne Bildungswerkstatt, Neubaug. 8, 1070 Wien, Tel.
01-5269114, silvia.bojinova@gbw.at)
3.6. 19.00 WIEN (Dachsaal der Urania, Uraniastr. 1): Vortrag und Diskussion
"Wachstum, Beschäftigung und soziale Sicherheit - welche Reformen braucht
Europa?" u.a. mit Oskar Lafontaine. (Anmeldung: Tel. 01-804 65 01-0,
E-Mail: paukner@renner-institut.at)
3. - 5.6. LINZ: 2. Austrian Social Forum. 6.6. Treffen der Sozialen
Bewegungen. (Info: www.socialforum.at)
4.6 ab 13.00 LINZ (Hauptplatz zum Chemiepark): Demonstration "Genug für
alle". Forderung nach einer gerechter Steuerpolitik, die Austrocknung von
Steueroasen und die Besteuerung von Spekulationsgewinnen. (Info:
www.socialforum.at)
6.6. SALZBURG: Internation. Tagung 10 Jahre nach der EU-Volksabstimmung
"EU: Bilanz einer Fehlentwicklung". (Initiative Heimat & Umwelt, Hageng. 5,
3424 Zeiselmauer, Tel. 02242-70516)
7.6. GRAZ (Gemeinderats-Sitzungssaal): Startsymposium "Europaweiter
autofreier Tag 2004 - Schulisches Mobilitätsmanagement". (Maga. Margit
Braun, FGM-AMOR, Schönaug. 8a, 8010 Graz, Tel. 0316-810451-75,
braun@fgm.at, www.fgm-amor.at)
10.6. 11.00 WIEN (Volkstheater): Veranstaltungsreihe "Globalisierung und
Gewalt - Perspektiven nach dem 11. September", Vortrag "Terror im
Vergnügungspark - ein Einführungsvortrag" mit Julius Deutschbauer/Gerhard
Spring. (Info: Tel: 01-5233501-277, presse@volkstheater.at,
www.volkstheater.at)
11.6. 19.00 WIEN: Diskussion zur EU-Parlamentswahl mit Leo Gabriel und Hans
Voggenhuber organisiert vom Liberalen Forum (LIF). (Info: www.linke.cc)
13.6. ÖSTERREICHWEIT: Wahl des EU-Parlaments.
17. - 18.6. WIEN (Renner-Institut, Hoffingerg. 26-28): Internationale
Konferenz "Changes in Working Life and Right-wing Populism in Europe -
Wandel der Arbeitswelt und Rechtspopulismus in Europa" U.A. MIT Asbjorn
Wahl (Anti-GATS-Aktivist aus Norwegen). (Anmeldung: Forschungs- und
Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA), Aspernbrückeng. 4/5, 1020 Wien, Tel.
01-212 47 00, office@forba.at, www.forba.at)
17. 6. SALZBURG 19.30h (Heffeter-Hof, Maria-Cebotari-Str. 1): Vortrag
"Ökologischer Landbau die Alternative - Verhungert die Welt bei
flächendeckender Öko-Landwirtschaft?" mit Bernward Geier, Direktor für
Internationale Beziehungen der "Vereinigung Biologischer Landbaubewegungen
- IFOAM. (AAI, Wr. Philharmoniker-G. 2, 5020 Salzburg, Tel. 0662-841413-13,
e-mail: elisabeth.moser@aai-salzburg.at)
18.6. GRAZ (Annenhof-Kino, Annenstr. 29): 1. Steirisches Human Rights
Festival. (ARGE Jugend gegen Rassismus, Karmeliterpl. 2, 8010 Graz, Tel.
0316-877-4058, arge_jugend@argejugend.at, www.argejugend.at)
25. - 26.6. SALZBURG: Workshop "Global Competence II,
Kulturerfassungsansätze und die Patentpolitik der WTO" mit Daniela
Molzbichler und Elisabeth Moser (Afro-Asiatisches Institut, Wr.
Philharmonikerg. 2, 5020 Salzburg, Tel. 0662-841413-6;
elisabeth.moser@aai-salzburg.at)
JULI 2004
4. - 10.7. STADTSCHLAINING (Bgld.): 21. Internationale Schlaininger
Sommerakademie "Die Wiedergeburt Europas". Von den Geburtswehen eines
emanzipierten Europas und seinen Beziehungen zur "einsamen Supermacht".
(ÖSFK Außenstelle Wien, Tel. 0179 69 959, aspr.vie@aspr.ac.at,
www.aspr.ac.at/sak2004.htm)
24.7. ab 17h BAD ISCHL (OÖ): Sommer-Begegnungsfest u.a. mit Keba Cissokho
(Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit, Wolfgangerstr. 26, 4820 Bad
Ischl, Tel. 06132-24590)
25.7. - 1.8. STADTSCHLAINING (Bgld.): 1. Internationale Akademie für
Konfliktlösung "Compair - Methoden im Dialog". (ÖSFK, Heidi Pock, Tel.
03355-2498, aspr@aspr.ac.at, www.aspr.at/compair.htm)
30.7. - 1.8. SALZBURG: Internationale Konferenz "Religionen - Kulturen -
Globalisierung". (Bildungshaus St. Virgil, Salzburg, Ernst-Grein-Str. 14,
www.virgil.at)
TERMINE DEUTSCHLAND
JUNI 2004
4. - 6.6. BERLIN (D): ATTAC-Konferenz "Europa von unten". (Info:
www.attac.de/eu-ag)
4. - 6.6. WÜRZBURG: Seminar "Macht haben - Macht gebrauchen".
Machtverhältnisse in Politik, Familie und Beruf. (Akademie Frankenwarte,
Thea Momper, Tel. 0931-8046433)
4. - 6.6. PASSAU (Bay.): Lateinamerikagespräche 2004, Thema "FREIHANDELn"
(Anmeldg. www.pla-online.de)
5.6. KÖLN: Internationale Konferenz "Stop the Wall - Für einen gerechten
Frieden in Palästina und Israel". (Kampagne gegen die Apartheidmauer in
Palästina, mauer@freepalestine.de, www.freepalestine.de)
9. - 12.6. STUTTGART (Forum 3 und Gewerkschaftshaus): Internation. Tagung
zur Alternativen Wirtschaft "Wie Wollen Wir Leben?". (Carol Bergin: Tel.
07071/52517, Carol.Bergin@t-online.de, www.sozialimpulse.de)
18. - 20.6. MARBURG: Jahrestagung des Forums Friedenspsychologie "Konflikte
zwischen Gruppen und nachhaltige Lösungen". (Koord.: Prof. Dr. Gert Sammer,
Tel. 06421-34215, forum@friedenspsychologie.de, www.friedenspsychologie.de)
21. - 23.6. LOCCUM : Tagung "Um-Steuern! Die Reform des Steuer- und
Abgabensystems". (Evang. Akademie Loccum, Postf. 2158, D-31545
Rehburg-Loccum, Tel. 05766-81-113, e-mail: eal@evlka, www.loccum.de)
25.-27.6. FRANKFURT/MAIN: Kongress "Gesteuerte Demokratie? Wie neoliberale
Eliten die Politik beeinflussen". (Info: www.gesteuerte-demokratie.de)
28. - 30.6. LOCCUM : Tagung "Was ist neu an den neuen Kriegen? Eine Tagung
für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II". (Evang. Akademie Loccum)
JULI 2004
2. - 4.7. LOCCUM : Tagung "Welt - Kunst -Pädagogik". Das Fach
Kunsterziehung im Kontext der Globalisierung. (Evang. Akademie Loccum)
30.7. - 5.8. DRESDEN (D): ATTAC-Sommerakademie "Widerstand bilden -
Alternativen entwickeln". (Info: www..attac.de/sommerakademie)
AUGUST 2004
6. - 7.8. KÖLN: Tagung "Neunzig Jahre Versöhnungsbund. Erinnerung an das
Gründungsversprechen am Ausbruch des 1. Weltkrieges in Köln.
(Versöhnungsbund, Schwarzer Weg 8, D-32427 Minden, Tel. 0571-850875,
versoehnungsbund@t-online.de)
SEPTEMBER 2004
3. - 5.9. POTSDAM: Kongress "Zivilcourage und Kompromiss - Bausoldaten in
der DDR 1964 - 90." Zur Waffen- und Wehrdienstverweigerung in der DDR und
zur Suche neuer Visionen für eine friedliche Welt ohne Waffen. Nein zum
Kriegsdienst - Ja zum zivilen Friedensdienst. (Initiative
Bausoldatenkongress, Robert-Havemann-Gesellschaft, Schliemannstr. 23,
D-10437 Berlin, Tel. 030-44710810, www.bausoldatenkongress.de)
TERMINE INTERNATIONAL
JUNI 2004
4. - 6.6. PARIS (F, Cité des Sciences et de l'Industrie): 1. Salon
International des Initiatives de Paix "Cultivons la paix". (Coordination de
l'Action Non-Violente de l'Arche, Communauté de l'Arche, F-38160 St.
Antoine l'Abbaye, Tel. 0033-04-76364552, e-mail: canva_am@yahoo.fr)
5. - 28.6. BRNO/ BRÜNN (CZ): ENAAT-Tagung. (European Network Against Arms
Trade/ ENAAT, Anna Spenglerstraat 71, NL-1054 Amsterdam, Tel.
0031-20-6164684, amokmar@antenna.nl, www.antenna.nl/enaat)
26.6. DUBLIN (IRLAND): EU-Gipfel mit Bush-Besuch. - Gegenkonferenz mit
Demonstration. (Irish Anti War Movement, info@irishantiwar.org,
wwwirishantiwar.org)
JULI 2004
4. - 17.7. DARTINGTON (GB): Course "Complexity and Life" with Fritjof
Capra, Brian Goodwin and Stephan Harding. (Schumacher College, The Old
Postern, Dartington, Totnes, Devon TQ9 6EA, GB, Tel: ++44-1803 865934; Fax:
866899; e-mail: schumcoll@gn.apc.org)
18. - 23.7. DARTINGTON (GB): Course "Business and Sustainability: From
Complexity to Responsibility" with Fritjof Capra and Marjorie Kelly.
(Schumacher College)
Die Terminübersicht wurde von uns zu eurer Information zusammengestellt.
Wir können nicht überprüfen, ob Veranstaltungen abgesagt oder verschoben
werden. Bitte richtet eure Anfragen und Anmeldungen an die in Klammer nach
dem Termin angegebenen Organisationen. Bei mehreren Veranstaltungen einer
Organisation findet Ihr die Adresse bzw. Telefonnr. nur bei der ersten
angeführten Veranstaltung der gleichen Organisation. Weitere Juni-Termine
findet ihr auch im vorigen Rundbrief und aktuelle Ergänzungen unregelmäßig
im e-Rundbrief Info, siehe www.begegnungszentrum.at/archiv/
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Zusammengestellt von Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
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e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Tue Jun 1 20:26:33 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 01 Jun 2004 21:26:33 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 117 - RB Nr.113 - EU-Schlachtgruppen; Nachruf Josef
Kemptner
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040601212344.025a9aa0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 117 - RB Nr.113 - Keine österreichische Beteiligung an
EU-Schlachtgruppen!; Dr. Josef Kemptner - Ein Leben für Klimaschutz, fairen
Handel und globale Gerechtigkeit
Bad Ischl, 1.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Keine österreichische Beteiligung an EU-Schlachtgruppen!
"Headline Goal 2010" nennt sich das neue Modewort der
EU-Militaristen. Ziele sind die rasche Verfügbarkeit von Truppen, eine
hohe Durchhaltefähigkeit im Einsatz, sowie ein möglichst rasches Erreichen
der militärischen Fähigkeiten der Mitgliedsstaaten. Die EU-Direktoren
Chirac, Blair und Schröder haben zum Erreichen dieser Ziele die Einrichtung
mehrerer "battle-groups"(Schlachtgruppen) angeordnet. Über die im Aufbau
befindliche "Europäische Verteidigungsagentur" sollen die technischen
Voraussetzungen geschaffen werden.
Anstatt dieser Provokation für die Menschen in Österreich und in Europa
entgegenzutreten, apportiert unser Verteidigungsminister Platter, das
Hölzl, das ihm geworfen wurde. "Der Reformprozeß des Österreichischen
Bundesheeres wird dazu beitragen, dass wir uns den geforderten Fähigkeiten
maßgeblich nähern." so Platter. "Der Verteidigungsminister strebt eine
Kooperation im Rahmen einer Europäischen Battle-Group an." heißt es in
einer Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums, vom 17.05.04. 49
Jahre nach Unterzeichnung des Staatsvertrages, 49 Jahre nachdem Österreich
gelobte, sich nie mehr an Kriegen zu beteiligen, strebts dem Minister
danach, österreichische SoldatInnen zu deutsch-französischen Rambo-Truppen
zu entsenden. Der Minister steht damit außerhalb geltenden Rechts. Er steht
in Widerspruch zu Haltung und Wille der Mehrheit der Menschen. Freuen kann
er sich über den Applaus aus Industriellenvereinigung und politischem
Establishment.
Die katastrophale Entwicklung im Irak, Pogrome unter den Augen der KFOR
im Kosovo, zeigen: Frieden, Demokratie und Menschenrechte lassen sich mit
Kolonialtruppen nicht durchsetzen. Darum geht's in Wahrheit auch nicht. Die
Industriellenvereinigung spricht Klartext: Es geht um die Sicherung der
Rohstoffversorgung. Es geht um die Sicherung von Absatz- und
Kapitalmärkten. So fordert die Industriellenvereinigung die kurzfristige
Indienststellung von "Finanz- und Wirtschaftsexperten" bei Ramboeinsätzen
des österreichischen Bundesheeres.
Der Skandal, daß beinahe das gesamte politische Establishment an Recht
und Menschen vorbei, eine Politik des militärischen Abenteurertums
betreibt, muß beendet werden. Diesem Ziel dient das Friedensvolksbegehren
mit seinen Forderungen:
Ja zur Neutralität!
Keine Beteiligung an der EU-Armee!
Keine Anbindung an die Nato!
Soziale Sicherheit statt Aufrüstung!
.... Boris Lechthaler, Koordinator des Friedensvolksbegehren, : "Wenn es
gelingt bis Herbst die notwendige Anzahl an Unterstützungserklärungen für
die Einleitung des Friedensvolksbegehrens zusammenzubringen, wird es eine
Stimme der Vernunft gegen diesen Rückfall in militaristisches Abenteurertum
geben, die nicht mehr überhört werden kann."
Plattform "Neutralität statt Euro-Armee" p.A.: Friedenswerkstatt Linz,
Waltherstr. 15, 4020 Linz E-Mail: office@friedensvolksbegehren.at Web:
www.friedensvolksbegehren.at
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Ein Leben für Klimaschutz, fairen Handel und globale Gerechtigkeit
Dr. Josef Kemptner leitete von 1996 bis 2003 die
Klimabündnis-Regionalstelle in Salzburg. Er war gute Seele und weiser
Ratgeber des Klimabündnis-Teams, durch seine eigenwillige Herangehensweise
allseits beliebter Klima-Philosoph, der tiefe Einsichten mit praktischem
Tun zu neuer Hoffnung verdichtet. Davor arbeitete er lange Jahre in der
Informationsarbeit der EZA 3. Welt, ebenfalls in Salzburg.
Joe Kemptner, der im Sommer 2003 die Leitung der
Klimabündnis-Regionalstelle Salzburg krankheitsbedingt abgeben musste, hat
in den letzten 25 Jahren einen guten Teil dazu beigetragen, die Ideen von
Sozial- und Umweltverträglichkeit in die Köpfe und die Herzen von vielen
Menschen hinein zu tragen.
Als für die Informationsarbeit zuständiger Mitarbeiter der EZA 3. Welt
reiste Joe Kemptner seit 1977 landauf, landab und motivierte viele Gruppen,
im Sinne des Fairen Handels aktiv zu werden, nicht nur zu lamentieren,
sondern aktiv etwas zu tun: mit ihrem Engagement und ihrem
Alltagskonsumverhalten eine neue Alternative mitaufzubauen, in der ein
fairer Ausgleich zwischen Nord und Süd das zentrale Thema sein sollte. Aus
der damals kleinen Initiative ist inzwischen das größte Unternehmen des
Fairen Handels in Österreich geworden.
Mitte der 90er Jahre hat Joe Kemptner dann den Weg zum Klimabündnis
gefunden. Durch seine Arbeit gelang es ihm, viele neue Gemeinden für die
Idee zu begeistern. Der Erfolg der Klimabündnis-Betriebe in Salzburg war
ohne ihn, seine Beharrlichkeit und seine ansteckende Begeisterungsfähigkeit
für das Thema Klimaschutz schlicht nicht vorstellbar. Auch hier ist es ihm
darum gegangen, gegen die Entmutigung anzukämpfen und jeden Einzelnen an
seine/ihre persönliche Verantwortung zu erinnern und damit die Wichtigkeit
des eigenen Tuns anzumahnen.
Joe Kemptner lebte seine Ideale auch vor, nicht nur als streitbarer
Leserbriefschreiber oder als begeisterter all-year-round-Radfahrer. Dies
hat ihm, zusammen mit seiner philosophischen und schriftstellerischen
Herangehensweise an die oft so trockene Materie des Klimawandels, eine hohe
Glaubwürdigkeit beschert und die Anerkennung von vielen Seiten gebracht.
In unser aller Herzen lebt er weiter.
Jean-Marie Krier, Klimabündnis Salzburg
Danke für die Semesterstunden;
"Wenn ich die Frage höre, "ab wann rechnet sich eine Klima-Investition?",
muß ich immer an das Wort Amortisation denken. In diesem Terminus steckt
das lateinische Wort für Tod, es heißt MORS. Wenn die Frage, wann rechnet
sich was, weiterhin so engstirnig gestellt wird, kann das nicht gut
ausgehen. Wir müssen uns vom ökonomischen Fundamentalismus verabschieden.
Es hilft nichts. Nackter Ökonomismus, das pure Streben nach Geld allein,
ist eine Beleidigung für Moral und Verstand."
Joe Kemptner
aus: Die Hoffnung ist in das Gelingen verliebt in: Laufender Achter.
Geschichten und Träume, 2003
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Tue Jun 1 20:35:29 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 01 Jun 2004 21:35:29 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 118 - RB Nr. 113 - Gentech-Mais, Cross-Border-Leasing,
Vanunu, USA-kritische Filme
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040601212702.025a9e20@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 110 - RB Nr.113 - Greenpeace: Kein Markt für
umstrittenen Gentech-Mais - Aus für Cross-Border-Leasing - Kirchenasyl für
Vanunu in Jerusalem - Zwei USA-kritische Filme
Bad Ischl, 1.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Greenpeace: Kein Markt für umstrittenen Gentech-Mais
Von der Kommission genehmigt - von den Konsumenten abgelehnt
Wien, Brüssel - Schwere Kritik an der EU-Kommission übt die
Umweltorganisation Greenpeace: In Brüssel wurde heute Vormittag der
Gentech-Mais Bt11 zugelassen. Die Entscheidung fiel trotz
Unregelmäßigkeiten im Antrag und gegen den massiven Widerstand der
Konsumenten. Von den 25 EU-Staaten hatten sich bloß 6 für die Zulassung
ausgesprochen. "Ich bin überzeugt, dass sich Gentech-Mais in den
Supermarkt-Regalen nicht durchsetzen wird", kommentiert
Greenpeace-Molekularbiologin Susanne Fromwald. Lebensmittel, die Bt11-Mais
enthalten, müssen als "gentechnisch verändert" gekennzeichnet sein.
"Die EU-Kommission sollte die Interessen der Menschen und der Umwelt in
Europa vertreten. Stattdessen hat sie sich für die Interessen der
Gentech-Industrie entschieden", ärgert sich Fromwald.
Der Bt11-Mais ist seit 1998 die erste Gentech-Pflanze, die in der EU
zugelassen wird. Nachdem die EU-Landwirtschaftsminister der Zulassung nicht
zugestimmt hatten, war die Entscheidung an die Kommission übergegangen. Mit
der heutigen Entscheidung ignoriert die Kommission sowohl die
Sicherheitsbedenken als auch die fehlende Unterstützung durch die
EU-Mitgliedsstaaten. "Die überwältigende Mehrheit der europäischen
Konsumenten will keine Gentechnik auf dem Teller", so Susanne Fromwald.
Greenpeace fordert die zuständige Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat
auf, den Gentech-Mais in Österreich zu verbieten. Greenpeace wird
jedenfalls weiterhin die Konsumenten informieren, wenn in Österreich
Gentech-Lebensmittel auftauchen. ...
Aus: Presseaussendung Mittwoch, 19. Mai 2004
Greenpeace/Umwelt/Gentechnik/Bt11/Mais
http://www.greenpeace.at/gentechnik.html
Wir alle müssen wachsam sein und uns weigern diese Produkte zu kaufen bzw.
zu konsumieren.
M. Reichl
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Aus für Cross-Border-Leasing
Der US-Senat hat am Dienstag das Aus für Cross-Border-Leasing (CBL)
beschlossen. Falls das Gesetz auch durch den Kongress geht, gibt es ab 31.
Mai keine CBL-Geschäfte mehr mit Kanalnetzen, U-Bahnen oder Kraftwerken in
Österreich, Deutschland und anderswo. Das Steuergesetz würde rückwirkend ab
11. Februar 2004 in Kraft treten. Der US-Fiskus schätzt, durch CBL jährlich
mehr als drei Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen zu verlieren. (siehe:
http://quote.bloomberg.com/apps/news?pid=nifea& &sid=ax8LYRdBK150). Aus:
ATTAC-News - Wöchentliche Attac-Info (20/04) v. 16.5.2004
Generaldirektor Reinhardt Platzer von der Spezialbank Kommunalkredit
Austria kündigt an, dass sie die Spezialisierung auf schwierige und
Maastricht-konforme Konstruktionen 2004 weiter ausbauen werden. Als Ersatz
für die wahrscheinlich auslaufenden Cross-Border-Lease-Geschäfte mit
US-Investoren werde man neue steuerschonende Lösungen erarbeiten. Zudem
sehe man im Bereich "Private Public Partnership (PPP)" große Chancen. (Aus
einem Bericht der "Salzburger Nachrichten")
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Kirchenasyl für Vanunu in Jerusalem
Mordechai Vanunu, Aufdecker des israelischen Atomwaffenprogramms, hat in
der St. Georgs Kathedrale in Jerusalem vorläufig Asyl gefunden bis seine
Ausreise nach Europa oder in die USA bewilligt wird.
Er freut sich über Zeichen der Solidarität, auch wenn ihm die Zeit fehlt,
Briefe bzw. e-mails zu beantworten. Seine Adresse: Mordechai Vanunu, c/o
Cathedral Church of St. George, 20 Nablus Road, PO Box 19018, Jerusalem
91190, Israel
Ein e-mail-Netzwerk mit aktuellen Informationen von und zu Vanunu versendet
Jack Cohen-Joppa, e-mail: freevanunu@mindspring.com
Zum Reuters-Korrespondenten Yann Tessier, sagte Vanunu, sein Arrest sei
"ein Teil des fortgesetzten Krieges von Shabak (interner Sicherheitsdienst
von Shin Bet) gegen mich, meine Unterstützer und jene, die die
Atomgeheimnisse Israels aufdecken wollen".
(Siehe unseren Bericht im "Rundbrief" Nr. 112, Info 97.)
Matthias Reichl
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Zwei USA-kritische Filme
Die "Goldene Palme" in Cannes für Michael Moore's Film "Fahrenheit 0911",
der rechtzeitig potentielle Bush-Wähler schockieren und noch zum Umdenken
bringen will, soll ab August doch durch kleinere Filmverleihe in die
US-Kinos gebracht - und ab November auf Video und DVD verkauft - werden.
Der Disney-Konzern hatte dies aus Angst um staatliche Förderungen abgelehnt.
Andreas Horvath, ein junger Salzburger Filmemacher, wurde vor kurzem bei
dem "Chicago International Documentary Film Festival" für seinen Film "This
Ain't No Heartland" mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Im Stil ganz anders
als Moore hat er ein verwandtes Thema gewählt. In Interviews mit Bewohnern
des Mittelwestens der USA dokumentiert er kritisch deren Sympathien für
Bush und ihre Ansichten zum Irakkrieg. Er sucht noch immer einen
US-Filmverleiher. Der Dokumentarfilm wird zumindest bald im Salzburger
"Das Kino" zu sehen sein.
M. R.
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
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e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Sat Jun 12 10:15:35 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 12 Jun 2004 11:15:35 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 119 - Ulrich Duchrow: Der Gott der EU-Verfassung
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040612102234.0259ccf0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 119 - Ulrich Duchrow: Der Gott der EU-Verfassung
Bad Ischl, 12.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Vorbemerkung:
Am Vorabend der EU-Parlaments-Wahl, deren Wahlkampf dominiert war von
Verschleierungen und Ablenkungen. Trotz der direkten (z.B. Kampagnen gegen
die neoliberale und militarisierte EU) und indirekten (z.B. Wahlboykott)
Proteste wird die Verfassung wahrscheinlich bei dem EU-Gipfeltreffen am
17./ 18.6. abgesegnet werden. Wenn nicht die Verfassung in einer der
Volksabstimmungen in den abgelehnt wird, wird sie für immer die EU-Politik
dominieren. Spätere Änderungen müssten von allen Staaten mitgetragen
werden, was praktisch kaum realisierbar ist.
Somit gehört dieser Text zu den grundlegenden Dokumenten, die die
politische und soziale Selbstzerstörung Europas (indirekt auch der
Nicht-EU-Länder) vorbereiten und festschreiben.
Matthias Reichl
12.6.2004
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Der Gott der EU-Verfassung
Von Ulrich Duchrow
"Schöpfend aus den kulturellen, religiösen und humanistischen
Überlieferungen Europas ... sind die Hohen Vertragsparteien wie folgt
übereingekommen: ..." - so heißt es u.a. in der Präambel zu dem im Juli
2003 vom Europäischen Konvent abgeschlossenen Entwurf der "Verfassung für
Europa ". Verschiedenen Staaten ist das nicht genug. Sie fordern die
Erwähnung des "christlichen Erbes". Der Vorsitzende der Kommission der
EU-Bischofskonferenzen (COMECE), Bischof Josef Homeyer, der vormalige
Ratsvorsitzende der EKD, Präses Kock, sowie die CDU/CSU plädierten darüber
hinaus für einen ausdrücklichen Bezug auf "Gott" in der Verfassung.[1]
Wie immer man diese Diskussion beurteilen mag, interessant wäre es gewesen,
wenn die Kirchen sich auch einmal gefragt hätten, welcher Gott denn
inhaltlich in dem vorliegenden Entwurf der Verfassung angebetet wird. Auch
die europäischen Kreuzzüge beriefen sich auf Gott. Auch Herr George W.
Bush, auch Herr Osama Bin Laden führen Gott im Munde und meinen damit
imperialen Staats- und anti-imperialen Gegenterror. Und der europäische
Verfassungsentwurf?
Er beginnt zunächst mit hehren Grundsätzen und Zielen. Unter den genannten
"Werten" finden sich Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität
(I.2). Unter den Zielen fällt bereits auf, dass nach den allgemeinen
Zielen, Frieden, Werte und Wohlergehen zu fördern (I.3.1), als oberstes
konkretes Ziel "Freiheit ... ohne Binnengrenzen" und ein Binnenmarkt "mit
freiem unverfälschten Wettbewerb" angegeben wird (I.3.2). Als Grundlage für
die Entwicklung Europas wird dann zwar noch von der "sozialen
Marktwirtschaft" gesprochen, aber qualifiziert als "wettbewerbsfähige
soziale Marktwirtschaft" (I.3.3).
Die dann folgende Zielbestimmung im internationalen Bereich beginnt lapidar
mit dem Satz: "In ihren Beziehungen zur übrigen Welt schützt und fördert
die Union ihre Werte und Interessen" (I.4.4). Auch will sie beitragen zu
"Frieden, Sicherheit, nachhaltiger Entwicklung etc.", aber gekoppelt mit
"freiem und gerechtem Handel". Innerhalb der Union werden "der freie
Personen-, Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr sowie die
Niederlassungsfreiheit" garantiert. Was dies alles konkret bedeutet, wird
an den weiteren Teilen des Entwurfs zu prüfen sein.
Teil II Charta der Grundrechte
Immerhin ist es nach harten Kämpfen im Konvent gelungen, als Teil II der
Verfassung die Charta der Grundrechte der Union zu integrieren. Zu ihnen
gehören die Würde des Menschen, Freiheiten, Gleichheit, Solidarität,
bürgerliche und justizielle Rechte. Ohne in alle Einzelheiten gehen zu
können, sind doch einige Beobachtungen angebracht.
Als neues Grundrecht wird die unternehmerische Freiheit eingeführt
(Art.II.16). Die Brisanz dieser Neuerung wird aber erst deutlich, wenn man
sie zusammensieht mit dem Artikel zum Eigentumsrecht (II,17). Im deutschen
Grundgesetz [2] heißt es in einem ersten Abschnitt (Art. 14.1): "Das
Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden
durch die Gesetze bestimmt." Hier wird also Eigentum von vornherein nicht
absolut gesetzt, sondern im Blick darauf relativiert, was vom Gesetzgeber
als Inhalt und Grenzen bestimmt wird.
Unternehmerische Freiheit
Im EU-Verfassungsentwurf dagegen steht ohne wenn und aber: "Jeder Mensch
hat das Recht, sein rechtmäßig erworbenes Eigentum zu besitzen, zu nutzen,
darüber zu verfügen und es zu vererben." Im Grundgesetz folgt dann Art.
14.2: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der
Allgemeinheit dienen". Daraus wird in der EU-Verfassung (II.17.1): "Die
Nutzung des Eigentums kann gesetzlich geregelt werden, soweit dies für das
Wohl der Allgemeinheit erforderlich ist."
Wenn man auf diesen Unterschied aufmerksam macht, so geht es nicht um
belanglose Spitzfindigkeiten, sondern um eine fundamentale Verschiebung der
Gewichte weg von der Sozialpflichtigkeit des Eigentums, die der Gesetzgeber
die Pflicht hat durchzusetzen ("soll"!) hin zur grundsätzlichen Herrschaft
des Eigentums, dessen Nutzung der Gesetzgeber allenfalls in Richtung auf
Gemeinwohl beeinflussen kann - wenn denn die politischen Kräfteverhältnisse
dazu ausreichen, um ihn dazu zu zwingen. Für die internationalen
Beziehungen wird dann noch eins draufgesetzt, indem ausdrücklich
hinzugefügt wird:
"Geistiges Eigentum wird geschützt" (II.17.2). Damit bekommen die
TRIPS-Abkommen der WTO mit ihren verheerenden Folgen für die
Grundversorgung der Völker, z.B. mit Saatgut und Medikamenten, in Europa
Verfassungsrang!
Solidarität
Unter den Grundrechten findet sich auch die Solidarität. Im Teil I der
Verfassung war dieses Stichwort nur allgemein in den Werten und Zielen
aufgetaucht und konkret im Zusammenhang der Terrorismusbekämpfung (I.42).
Nun wird es als soziales Grundrecht angesprochen und kommentiert
(II.27-38). Dabei ist zunächst festzustellen, dass ein wichtiges soziales
Recht fehlt: das garantierte Recht auf Rente. Der Zugang zu allen anderen
sozialen Rechten und Diensten wird unter einen Vorbehalt gestellt: "...
nach Maßgabe des Unionsrechts und der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften
und Gepflogenheiten". Was das konkret bedeutet, zeigt sich in Teil III, der
Darlegung der Politikbereiche.
Teil III Interne Politikbereiche
Die internen Politikbereiche (Titel III) führt an - was anderes wäre zu
erwarten? - der Binnenmarkt. Dabei werden entfaltet: 1. Freizügigkeit und
freier Dienstleistungsverkehr, 2. freier Warenverkehr, 3. freier Kapital-
und Zahlungsverkehr, 4. die Wettbewerbsregeln, 5. die steuerlichen und 6.
die Rechtsvorschriften.
Freizügigkeit und Dienstleistungsverkehr
Zu 1: Ausländische Arbeitnehmer von außerhalb der Union sind von der
Freizügigkeit ausgenommen (III.25). Damit bleibt das Problem ausgeklammert,
dass Kapital global mobil sein darf, nicht aber die Menschen, die Opfer
jener Mobilität sind. Was mögliche Beschränkungen des freien
Dienstleistungsverkehrs von Anbietern innerhalb der Union betrifft, so sind
sie "verboten" (III.29). Dieses Verbot kann durch Gesetze auf Anbieter aus
Drittländern ausgedehnt werden. Die Liberalisierung der mit dem
Kapitalverkehr verbundenen Dienstleistungen der Banken und Versicherungen
soll "im Einklang mit der Liberalisierung des Kapitalverkehrs durchgeführt"
werden (III.31).
Im Thema der Dienstleistungen liegt ein massives Problem verborgen, das
sowohl die soziale Zukunft Europas wie auch der Entwicklungsländer
betrifft. Es hängt zusammen mit den GATS-Verhandlungen im Rahmen der WTO.
Hier hat die EU von allen Ländern die Liberalisierung (und damit
Privatisierung) auch in den "sensiblen" Bereichen der Grundversorgung
gefordert (Wasser, Energie, Bildung, Gesundheit, Transport etc.), im Blick
auf das Angebot der eigenen Liberalisierung aber diese Bereiche (zunächst)
angesichts des wachsenden öffentlichen Drucks ausgeklammert.
Die Wirkungen auf die Entwicklungsländer sind bekanntlich verheerend (im
bekanntesten Beispiel von Cochabamba/Bolivien kam es zu bürgerkriegsartigen
Zuständen, weil die Armen das privatisierte Trinkwasser nicht mehr zahlen
konnten und wollten).
Aber auch in Europa selbst würde die weitere Liberalisierung und
Privatisierung der grundlegenden Dienstleistungen, die die EU offenbar
anstrebt und die bereits im Verfassungsentwurf enthalten ist, die Tendenz
zu einer Spaltung der Gesellschaft in zwei Klassen verschärfen.
Kaufkräftige könnten sich dann die Grundversorgung leisten,
Nicht-Kaufkräftige nicht.
Waren- und Zahlungsverkehr Wettbewerb
Zu 2: Im Abschnitt über freien Warenverkehr stecken mindestens zwei
Probleme. Einmal kann der Warenverkehr aus Drittländern beschränkt werden
(III.36.2) - ein bekannter gravierender Nachteil für die Agrarprodukte der
Entwicklungsländer. Zum anderen lässt sich ein Druck auf öffentliche
Einrichtungen in Richtung Privatisierung feststellen: "Die Mitgliedsländer
formen ihre staatlichen Handelsmonopole derart um, dass jede
Diskriminierung in den Versorgungs- und Absatzbedingungen zwischen den
Angehörigen der Mitgliedsstaaten ausgeschlossen ist" (III.44).
Zu 3: Im Kapital- und Zahlungsverkehr sind Beschränkungen nicht nur
zwischen den Mitgliedsstaaten, sondern auch zwischen ihnen und dritten
Ländern verboten. Damit wären nun endgültig politische Instrumente, z.B.
gegen spekulative Angriffe auf die Währung, ausgeschlossen.
Zu 4: Der Abschnitt über Wettbewerbsregeln verbietet in Artikel III.55
ausdrücklich, dass Staaten im allgemeinen Interesse öffentliche Unternehmen
besonders fördern können: "Die Mitgliedsstaaten werden in Bezug auf
öffentliche Unternehmen und auf Unternehmen, denen sie besondere oder
ausschließliche Rechte gewähren, keine den Bestimmungen der Verfassung und
insbesondere deren Artikel I.4.2 (gegen die Diskriminierung von
ausländischen Firmen) und den Artikeln III.55 bis III.58 widersprechende
Maßnahmen treffen oder beibehalten."
Nach III.56 "sind Beihilfen der Mitgliedstaaten oder aus staatlichen
Mitteln gewährte Beihilfen gleich welcher Art, die durch die Begünstigung
bestimmter Unternehmen oder Produktionszweige den Wettbewerb verfälschen
oder zu verfälschen drohen, mit dem Binnenmarkt unvereinbar".
Hierbei handelt es sich faktisch um einen Anschlag auf das innerhalb der EU
besonders in Deutschland ausgeprägte Prinzip der "öffentlichen
Daseinsvorsorge" etwa in Form von Subventionen für das staatliche
Bildungswesen, öffentliche Medien etc. Dieser Aspekt steht in unmittelbarem
Zusammenhang mit GATS und der von der EU unterstützten Liberalisierung des
Handels mit (bis heute öffentlichen) Dienstleistungen.
Zu 5: Nur die indirekten Steuern sollen harmonisiert werden (III.62), nicht
jedoch die direkten Steuern wie z.B. die Unternehmenssteuern. Gerade aber
hier müsste auf EU-Ebene das Steuerdumping der Konzerne gestoppt werden,
einer der Hauptgründe für die Überschuldung der öffentlichen Haushalte.
Insgesamt wird also der Binnenmarkt nicht nur als oberster Politikbereich
behandelt, sondern in ihm steht das private, nicht das soziale und
öffentliche Interesse an oberster Stelle.
Privatwirtschaftliches Interesse an erster Stelle
Dieser Trend wird noch einmal verschärft in dem zweithöchsten
Politikbereich, der Wirtschafts- und Währungspolitik. Art. III.69.1 stellt
fest, dass sie nur einem einzigen Grundsatz verpflichtet ist, dem
"Grundsatz einer offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb". Damit ist
die Katze aus dem Sack. Kein Wort mehr von "sozialer" Marktwirtschaft.
Diese gehört in die Lyrik der allgemeinen "Werte und Ziele".
III.69.2 setzt noch eins drauf durch die "Geld- und Wechselkurspolitik, die
beide vorrangig das Ziel der Preisstabilität verfolgen und unbeschadet
dieses Zieles die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Union unter
Beachtung des Grundsatzes einer offenen Marktwirtschaft mit freiem
Wettbewerb unterstützen sollen". Was das alles impliziert, wird in den
folgenden Artikeln in aller wünschenswerten Deutlichkeit ausgeführt. Dazu
gehört u.a. erneut das Verbot, öffentliche Einrichtungen besonders zu
fördern (III.74).
Damit soll nun eine reine "freie" Marktwirtschaft mit monetaristischer
Geldpolitik für Europa in der Verfassung festgeschrieben werden.
Neoliberalismus als Verfassungsgut. Das ist es, was auf uns zukommt, wenn
diese Verfassung in Kraft treten sollte.
Beschäftigung und Sozialpolitik neoliberalen Vorstellungen unterworfen
Nachdem Binnenmarkt sowie Wirtschafts- und Geldpolitik mit gewichtigen
eigenen Kapiteln an erster Stelle behandelt wurden, wendet sich nun der
Verfassungsentwurf allem übrigen unter der verräterischen Bezeichnung "Die
Politik in anderen Einzelbereichen" zu.
Das erste "Andere" ist Beschäftigung. Gleich im Einleitungsartikel III.97
werden wir belehrt, wozu in der EU eine Beschäftigungspolitik dient: "Die
Union und die Mitgliedstaaten arbeiten ... insbesondere auf die Förderung
der Qualifizierung, Ausbildung und Anpassungsfähigkeit der Arbeitnehmer
sowie der Fähigkeit der Arbeitsmärkte hin, auf die Erfordernisse des
wirtschaftlichen Wandels zu reagieren." Das heißt im Klartext, Arbeitende
und Arbeitsmärkte werden ausschließlich im Blick auf die Anpassung an die
(neoliberal globalisierte) "offene Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb"
gefördert. Dabei wird "das Ziel eines hohen Beschäftigungsniveaus ...
berücksichtigt" (III.99.2).
Wie tröstlich angesichts der Tatsache, dass die Durchführungsmaßnahmen der
Wirtschaftsliberalisierung und der monetaristischen Geldpolitik in den
vorrangigen Kapiteln der Verfassung alle mit Verboten und Sanktionen
eisernes Gesetz sind!
Das zweite "Andere" ist die Sozialpolitik. Auch sie wird komplett der
neoliberal-monetaristischen Wirtschafts- und Geldpolitik untergeordnet.
Denn die Union und Mitgliedsstaaten - so wird in Art. III.103 festgestellt
- tragen bei der Verfolgung der Sozialpolitik "der Notwendigkeit, die
Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft der Union zu erhalten, Rechnung". Damit
kann sowohl Lohndumping wie das Entlassen der Kapitalseite aus den
paritätischen Verpflichtungen der solidarischen Sozialsysteme begründet
werden.
Geradezu zynisch mutet es an, wenn im gleichen Artikel festgestellt wird,
dass das Wirken des Binnenmarktes die Abstimmungen der Sozialordnungen der
verschiedenen Mitgliedsstaaten "begünstigen" wird. Denn in der Realität
heißt dies, dass sie alle dem Globalisierungsdruck des Sozialabbaus
unterworfen werden.
Für den "Europäischen Sozialfonds" wird darüber hinaus die Flexibilisierung
der Menschen im Interesse der Wirtschaft als Ziel angegeben, nämlich "die
berufliche Verwendbarkeit und die örtliche und berufliche Mobilität der
Arbeitnehmer zu fördern sowie die Anpassung an die industriellen
Wandlungsprozesse und an Veränderungen der Produktionssysteme insbesondere
durch berufliche Bildung und Umschulung zu erleichtern" (Art. III.113).
Beim Abschnitt über die Landwirtschaft (III.121ff.) sucht man vergeblich
nach Hinweisen auf Verträglichkeitsmaßnahmen hinsichtlich Ökologie und
"Dritte Welt". Als oberstes Ziel wird nach wie vor angegeben: "die
Produktivität ... durch Förderung des technischen Fortschritts,
Rationalisierung der landwirtschaftlichen Erzeugung und den bestmöglichen
Einsatz der Produktionsfaktoren, insbesondere der Arbeitskräfte, zu
steigern" (III.123).
Aus den übrigen "anderen" Politikbereichen noch eine Bemerkung zu 5.,
Umwelt (Art. III.129ff.), und 10., Energie (Art. III.157). Franz Alt hat
darauf aufmerksam gemacht, dass über ein Zusatzprotokoll zum
Euratom-Vertrag nun auch die Atomenergie als privilegierte Energiequelle
Verfassungsgut werden soll.[3] Obwohl nur noch vier EU-Staaten langfristig
auf Atomstrom setzen, wurde im Verfassungsentwurf die Chance nicht genutzt,
für die Zukunft die erneuerbaren Energien zu privilegieren.
Das auswärtige Handeln der Union (Titel V des III. Teils der Verfassung)
hat mehrere Unterkapitel. Auch hier ist deren Hierarchie nicht
uninteressant: 1. Allgemein anwendbare Bestimmungen, 2. Außen- und
Sicherheitspolitik, 3. Handelspolitik, 4. Zusammenarbeit mit Drittländern
und humanitäre Hilfe usw.
Umwandlung der EU in eine Militärmacht
Zu 1: Die angeführten Grundsätze sind insgesamt zu begrüßen. Sie reichen
von Demokratie über Menschrechte und Solidarität bis zur Anerkennung des
Völkerrechts gemäß den Grundsätzen der UN-Charta. Auch gegen die Ziele wie
die Förderung von Sicherheit, Demokratie, Völkerrecht, Frieden usw. lässt
sich nichts einwenden. Ausdrücklich heißt es dann unter Ziel d): "die
nachhaltige Entwicklung in Bezug auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt in
den Entwicklungsländern zu fördern mit dem vorrangigen Ziel, die Armut zu
beseitigen" (III.193.2).
Wie aber verhält sich dazu Ziel e): "die Integration aller Länder in die
Weltwirtschaft zu fördern, unter anderem auch durch den allmählichen Abbau
von Beschränkungen des internationalen Handels"? Was, wenn die Ziele d) und
e) in Widerspruch zueinander treten? Und was bedeutet in diesem
Zusammenhang Ziel h), "eine Weltordnung zu fördern, die auf einer
verstärkten multilateralen Zusammenarbeit und einer verantwortungsvollen
Weltordnungspolitik beruht"? Analysieren wir zur Beantwortung dieser Fragen
die einzelnen Politikbereiche.
Zu 2: Gleich Abschnitt 1, Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik
gibt einen ersten Hinweis. Schon in Teil I hieß es unter Zuständigkeiten
der Union: "Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich, ihre militärischen
Fähigkeiten schrittweise zu verbessern. Es wird ein Europäisches Amt für
Rüstung, Forschung und militärische Fähigkeiten eingerichtet, dessen
Aufgabe es ist, den operativen Bedarf zu ermitteln und Maßnahmen zur
Bedarfsdeckung zu fördern, zur Ermittlung von Maßnahmen zur Stärkung der
industriellen und technologischen Grundlage des Verteidigungssektors
beizutragen" (Art. I.40).
Im Klartext: Die Verfassung soll einen Aufruf an die Mitgliedsstaaten zur
permanenten Aufrüstung enthalten und gemeinsam soll ein Amt für Aufrüstung
geschaffen werden, obwohl unter dessen Aufgaben auch Abrüstung genannt
wird. Wozu soll die Umwandlung der EU in eine Militärmacht dienen? Dazu
heißt es in Art. III.210.1: "Die in Art. I.40.1 vorgesehenen Missionen, bei
deren Durchführung die Union auf zivile und militärische Mittel
zurückgreifen kann, umfassen gemeinsame Abrüstungsmaßnahmen, humanitäre
Aufgaben und Rettungseinsätze, Aufgaben der militärischen Beratung und
Unterstützung, Aufgaben der Konfliktverhütung und der Erhaltung des
Friedens sowie Kampfeinsätze im Rahmen der Krisenbewältigung einschließlich
Frieden schaffender Maßnahmen und Operationen zur Stabilisierung der Lage
nach Konflikten. Mit allen diesen Missionen kann zur Bekämpfung des
Terrorismus beigetragen werden, unter anderem auch durch die Unterstützung
für Drittstaaten bei der Bekämpfung des Terrorismus".
Die EU soll also per Verfassung in eine weltweit operierende militärische
Interventionsmacht umgewandelt werden. Was das bedeutet, kann man unschwer
an den Strategieentwicklungen und faktischen Kriegen des vergangenen
Jahrzehnts ablesen. Die NATO hat sich bereits das Recht der
Selbstmandatierung genommen. Auch Angriffskriege wie gegen das ehemalige
Jugoslawien und Afghanistan wären nun in Europa verfassungsmäßig
legitimiert. So wird man sich wahrscheinlich auch bald der
Präventivkriegsstrategie der USA anschließen.
Entwicklungspolitik, die Armut schafft
Damit wird das deutsche Grundgesetz endgültig ausgehebelt. Es erlaubt nur
Verteidigungskriege und enthält das Friedensgebot. Freilich hat es sich die
deutsche Öffentlichkeit seit den neuen Richtlinien des
Verteidigungsministeriums im Jahr 1992 gefallen lassen, auch die weltweite
Sicherung der eigenen wirtschaftlichen Interessen und die
"Aufrechterhaltung des freien Welthandels" als Legitimation für
militärisches Eingreifen zuzulassen. Aber mit der EU-Verfassung erhielte
das Brechen des Grundgesetzes nachträglich und für alle voraussehbare
Zukunft seine volle Rechtfertigung.
Bei Kapitel 3, Gemeinsame Handelspolitik, überrascht es kaum, dass noch
einmal ein umfassendes Bekenntnis zur Liberalisierung abgelegt wird: "Durch
die Schaffung einer Zollunion zwischen den Mitgliedsstaaten beabsichtigt
die Union, im gemeinsamen Interesse zur harmonischen Entwicklung des
Welthandels, zur schrittweisen Beseitigung der Beschränkungen im
internationalen Handelsverkehr und bei den ausländischen
Direktinvestitionen sowie zum Abbau der Zoll- und anderer Schranken
beizutragen" (III.216). Im Artikel III.217 werden dann ausdrücklich
Dienstleistungen, inklusive der kulturellen und audiovisuellen, eingeschlossen.
Wie kommt in dem allen die in Kapitel 4 nur sehr kurz behandelte
"Entwicklungszusammenarbeit" zu stehen? Zwar wird hier als Hauptziel "die
Bekämpfung und auf längere Sicht die Beseitigung der Armut" festgestellt
(III.218). Die Erreichung dieses Hauptziels kann aber nur scheitern, wenn
man die zwei fundamentalen Widersprüche ins Auge fasst, die ihm im Rahmen
dieser Verfassung entgegenstehen. Der erste besteht in der überragenden,
die ganze Verfassung durchziehenden Priorität der Liberalisierung. Denn die
Entwicklung von schwächeren Ländern im Rahmen der Weltwirtschaft kann nur
mit Hilfe von Schutzmaßnahmen der eigenen Wirtschaft gelingen. Das ist eine
Binsenweisheit, die in der Geschichte des Kapitalismus hundertfach belegt
werden kann.
Der zweite Widerspruch besteht darin, dass die Entwicklungszusammenarbeit
im gleichen Artikel III.218 ausdrücklich an die Politik der zuständigen
internationalen Organisationen gebunden wird, d.h. u.a. an IWF, Weltbank
und WTO. Auch hier ist empirisch feststellbar, dass deren Politik Armut
schafft, statt sie zu beseitigen.
Rückfall hinter das deutsche Grundgesetz
Wirft man zum Schluss noch einen Blick auf die Artikel zur Arbeitsweise der
Union (III.232ff.), so stellt man zwar eine vorsichtige Aufwertung des
Europäischen Parlaments fest, aber von einer eindeutig
demokratisch-parlamentarischen Ordnung kann im Verfassungsentwurf keine
Rede sein. Weder darf das Parlament den Kommissionspräsidenten wählen, noch
hat es das Recht zu eigenen Gesetzesinitiativen. Die Verfassung besiegelt
auf absehbare Zeit das massive Demokratiedefizit der Europäischen Union.
Zusammenfassend kann man feststellen, dass der Verfassungsentwurf auf keine
Weise dem Standard des deutschen Grundgesetzes entspricht. Weder ist die
Sozialpflichtigkeit des Eigentums ausdrücklich erwähnt, noch das
Sozialstaatsgebot, noch die Beschränkung des Militärs auf Verteidigung,
noch das Friedensgebot, um nur einige entscheidende Punkte zu nennen. Auf
seiner Basis hätte man eine europäische Verfassung entwickeln können, die -
angesichts der immer völkerrechtswidriger und unverantwortlicher handelnden
US-Regierungen und angesichts der Übermacht der Finanzmärkte über
demokratisch gewählte Regierungen (nach dem früheren Präsidenten der
Bundesbank, Tietmeyer, sollen die Finanzmärkte als Fünfte Gewalt die
Regierungen kontrollieren) - die Vision eines Europa der sozialen und
internationalen Gerechtigkeit, des Friedens und der Nachhaltigkeit in
Rechtsformen fasst. Konkrete Vorschläge in dieser Richtung lagen dem
Konvent vor.[4]
Welcher Gott wird stattdessen in dem Entwurf der EU-Verfassung angebetet,
welcher Gott soll uns in Zukunft regieren? Es ist der Gott der
Neoliberalen. Es ist der Gott der Konzerne, der Gott der militärischen
Stärke zur Durchsetzung der eigenen Interessen. Es ist der Gott der Starken
im absoluten Wettbewerb. Es ist nicht der Gott, für den das Leben aller
Menschen und darum das Leben der Armen zuerst wichtig ist. Es ist nicht der
Gott des Friedens auf der Basis der Gerechtigkeit. Es ist nicht der Gott,
der die Schöpfung liebt und sie darum in all ihrer Vielfalt und Schönheit
erhalten will.
Im Gegenteil: Wie es im Klartext eines der Väter des Neoliberalismus,
Friedrich von Hayek, heißt, können Menschen, die nicht den Kriterien des
Eigentums und Vertrags als Grundelementen des konkurrenzgesteuerten Markts
(zur Kapitalakkumulation) genügen, geopfert werden: "Eine freie
(Markt-)Gesellschaft benötigt moralische Regeln, die sich letztendlich
darauf zusammenfassen lassen, dass sie Leben erhalten: nicht die Erhaltung
aller Leben, weil es notwendig sein kann, individuelles Leben zu opfern, um
eine größere Zahl von anderen Leben zu erhalten. Deshalb sind die einzig
wirklichen moralischen Regeln diejenigen, die zum 'Lebenskalkül' führen:
das Privateigentum und der Vertrag."[5] Genau dies aber tut die
EU-Verfassung, sie opfert die Menschen dem Götzen der offenen
Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb, deren zentrales Ziel die Vermehrung
des Eigentums der Kapitaleigner ist.
Götze Marktwirtschaft
Um diese Gottesfrage hätten sich die europäischen Kirchen kümmern sollen.
Dabei hätte ihnen der ökumenische Prozess zu den Fragen der Globalisierung
helfen können. In dem Brief an die Kirchen in Westeuropa von 2002 in diesem
Zusammenhang heißt es: "Kirchen, die an dem ökumenischen Prozess ...
teilgenommen haben, bekräftigten, dass die Ideologie des Neoliberalismus
unvereinbar ist mit der Vision der oikoumene, der Einheit der Kirche und
der ganzen bewohnten Erde. Weitreichende und wachsende Ungerechtigkeit,
Ausschluss und Zerstörung sind der Gegensatz zum Teilen und zur
Solidarität, die unabdingbar dazugehören, wenn wir Leib Christi sein
wollen. Was hier auf dem Spiel steht, ist die Qualität kirchlicher
Gemeinschaft, die Zukunft des Gemeinwohls der Gesellschaft sowie die
Glaubwürdigkeit des Bekenntnisses der Kirchen und ihrer Verkündigung
Gottes, der mit den Armen und für die Armen da ist. Um der Integrität ihrer
Gemeinschaft und ihres Zeugnisses willen, sind Kirchen aufgerufen, gegen
die neoliberale Wirtschaftslehre und praxis aufzutreten und Gott zu folgen."[6]
Praktisch würde das für die Kirchen heißen, gemeinsam mit Attac und dem
Europäischen Sozialforum zu fordern, dass der vorliegende neoliberale
EU-Verfassungsentwurf einer Volksabstimmung unterworfen wird, und dann
dafür zu arbeiten, dass eine Mehrheit mit Nein dagegen stimmt.
Anmerkungen
1 Vgl. zu dieser Diskussion EKD, Europa-Informationen Nr. 99, Nov./Dez. 2003.
2 Dazu vgl. U. Duchrow/F.J. Hinkelammert, Leben ist mehr als Kapital.
Alternativen zur globalen Diktatur des Eigentums, Oberursel 2002, S. 97ff.
3 In: Publik-Forum, 16/2003, S. 21.
4 Vgl. die vorzüglichen Eingaben der Europaabgeordneten Sylvia-Yvonne
Kaufmann im Europäischen Konvent, "Ein Verfassungsvertrag für ein soziales
Europa" (Conv 190/1/02 Rev.1, 15.07.2002) und "Anforderungen an den
Verfassungsvertrag für eine friedensfähige Europäische Union" (Conv 681/03,
Contrib 303, 19.05.2003).
5 In einem Interview im Mercurio, Santiago de Chile, vom 19.4.81. Vgl.
Duchrow/Hinkelammert, aaO.
6 Vgl. epd-Dokumentation 43a/2002, S. 9.
* Der Autor ist Professor für systematische Theologie an der Universität
Heidelberg und Mitarbeiter von Kairos Europa.
Dieser Beitrag erschien in: "Zeitschrift Entwicklungspolitik", Heft 5/6/2004
Dem Beitrag zugrunde liegt
http://european-convention.eu.int/Docs/Treaty/cv00850.de03.pdf
========================================
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sun Jun 13 10:03:44 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 13 Jun 2004 11:03:44 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 120 - Mokhiber/ Weissman/ Bello: Kritik an Reaganomics
aus Nord und Süd
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040613110227.02598710@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 120 - Kritik an Reaganomics aus Nord und Süd: Russell
Mokhiber/ Robert Weissman (USA): Remembering Reagan; Walden Bello
(Philippinen/ Thailand): Ronald Reagan - A view from the Global South.
Bad Ischl, 13.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Remembering Reagan
By Russell Mokhiber and Robert Weissman
Ronald Reagan was a paradigm shifter.
He was what Charles Derber in his new book, Regime Change Begins at
Home, calls a "regime-changer," moving decisively to end the flagging
New Deal era and launching the modern period of corporate rule.
Reagan changed the framework of expectations. He called into question a
lot of things that had been taken for granted (such as the obligation of
the government of the richest country in history to take care of its
poorest people), and made it possible to consider things which had
previously seemed unthinkable (for example, cutting the knees out from
the powerful U.S. labor movement.)
Reagan was indeed a historic figure, and his death deserves the massive
media attention it is receiving. But the odes to his cheerfulness and
optimism should be replaced with reflections on how his policies
destroyed lives. Pacifica's Amy Goodman has appropriately titled her
retrospective coverage of the Reagan era "Remembering the Dead."
The standard commentaries recall Iran-contra as a blotch on the end of
Reagan's presidency, but the incident was trivial compared to the long
list of administration crimes and misdeeds, among them:
1. Cruelly slashing the social safety net. Reagan cuts in social
spending exacerbated a policy of intentionally raising the unemployment
rate. The result was a huge surge in poverty. With homelessness
skyrocketing, Reagan defended his administration's record: "One problem
that we've had, even in the best of times, and that is the people who
are sleeping on grates, the homeless who are homeless, you might say, by
choice."
2. Taking the world to the brink of nuclear war. Reagan's supposed
contribution to the downfall of the Soviet Union was a military spending
contest that drove the USSR into economic collapse. Neglected in most
present-day reminiscences is that this military spending spree nearly
started a nuclear war. Development and deployment of a host of nuclear
missiles, initiating Star Wars, acceleration of the arms race -- these
led the Bulletin of the Atomic Scientists to move its Doomsday Clock in
1984 to three minutes to midnight.
3. A targeted tax cut for the rich. The 1981 tax cut was one of the
largest in U.S. history and heavily targeted toward the rich, with major
declines in tax rates for upper-income groups. The tax break helped
widen income and wealth inequality gaps. As David Stockman admitted, one
of its other intended effects was to starve the government of funds, so
as to justify cuts in government spending (for the poor -- the cash
crunch didn't restrain government spending on corporate welfare).
4. Firing striking air traffic controllers. Reagan's decision to fire
1,800 striking air traffic controller early in his term sent a message
that employers could act against striking or organizing workers with
virtual impunity.
5. Deregulating the Savings & Loan industry, paving the way for an
industry meltdown and subsequent bailout that cost taxpayers hundreds of
billions of dollars.
6. Perpetrating a bloody war in Central America. The Reagan-directed
wars in El Salvador, Guatemala and Nicaragua submerged Central America
in a climate of terror and fear, took tens of thousands of lives,
destroyed a democratic experiment in Nicaragua, and entrenched narrow
elites who continue to repress the poor majorities in the region.
7. Embracing South Africa's apartheid regime (Said Reagan in 1981, "Can
we abandon this country [South Africa] that has stood beside us in every
war we've ever fought?" He followed up in 1985 with, "They have
eliminated the segregation that we once had in our own country.") and
dictators worldwide, from Argentina to Korea, Chile to the Philippines.
8. Undermining health, safety and environmental regulation. Reagan
decreed such rules must be subjected to regulatory impact analysis --
corporate-biased cost-benefit analyses, carried out by the Office of
Management and Budget. The result: countless positive regulations
discarded or revised based on pseudo-scientific conclusions that the
cost to corporations would be greater than the public benefit.
9. Slashing the Environmental Protection Agency budget in half, and
installing Anne Gorsuch Burford to oversee the dismantling of the agency
and ensure weak enforcement of environmental rules.
10. Kick-starting the era of structural adjustment. It was under Reagan
administration influence that the International Monetary Fund and World
Bank began widely imposing the policy package known as structural
adjustment -- featuring deregulation, privatization, emphasis on
exports, cuts in social spending -- that has plunged country after
country in the developing world into economic destitution. The IMF chief
at the time was honest about what was to come, saying in 1981 that, for
low-income countries, "adjustment is particularly costly in human terms."
11. Silence on the AIDS epidemic. Reagan didn't mention AIDS publicly
until 1987, by which point AIDS had killed 19,000 in the United States.
While the public health service advocated aggressive education on
prevention, Reagan moralists like Secretary of Education Bill Bennett
insisted on confining prevention messages to abstinence.
12. Enabling a corporate merger frenzy. The administration effectively
re-wrote antitrust laws and oversaw what at the time was an
unprecedented merger trend. "There is nothing written in the sky that
says the world would not be a perfectly satisfactory place if there were
only 100 companies, provided that each had 1 percent of every product
and service market," said Reagan's antitrust enforcement chief William Baxter.
The Reagan administration didn't succeed at imposing all of his agenda.
But even Reagan's failures had paradigm-shifting impacts. Among policies
he sought but failed to impose were: eliminating the Consumer Product
Safety Commission, consummating an unprecedented giveaway of coal mining
rights on federal land, and stripping benefits from thousands of
recipients of Social Security disability (a move ultimately counteracted
by the courts).
It's important to remember Reagan all right, but let's remember him for
what he did, not for his ability to deliver a scripted line. Ronald
Wilson Reagan played up and exacerbated economic and racial divisions,
and he left the country, and the world, meaner and more dangerous.
Russell Mokhiber is editor of the Washington, D.C.-based Corporate Crime
Reporter, http://www.corporatecrimereporter.com. Robert Weissman is
editor of the Washington, D.C.-based Multinational Monitor,
http://www.multinationalmonitor.org. They are co-authors of Corporate
Predators: The Hunt for MegaProfits and the Attack on Democracy (Monroe,
Maine: Common Courage Press; http://www.corporatepredators.org).
(c) Russell Mokhiber and Robert Weissman
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RONALD REAGAN: A VIEW FROM THE GLOBAL SOUTH
By Walden Bello*
One thing you can say about Ronald Reagan: he knew when to cut
and run. When a suicide bomber took the lives of 241 US marines
in Lebanon in 1983, he withdrew the US intervention force without
batting an eyelash, keen to avoid what he and his advisers feared
was a morass that could compromise the US strategically. His
stubborn ideological successor at the White House could take a
few lessons from him on when to retreat.
The Lebanon withdrawal, however, is the one positive element that
this writer sees in the Reagan record.
His strategic policy was scary: to get Washington to achieve
decisive nuclear superiority over the Soviet Union and prepare it for
the possibility of a "limited nuclear war" with the Soviets. D?tente
was abandoned and the number of potential targets in the Soviet
Union was raised from 25,000 to an astounding 50,000 sites by his
nuclear war planners.
It was actually in the Third World, however, that Reagan waged
war, and he did it with the gusto of a playground bully where and
when he could get away with it. Early on, he invaded minuscule
Grenada and ousted its left- leaning government, with his diplomats
manufacturing a "request" for intervention from the little known
Organization of Eastern Caribbean States (OECS). Also brazen in
its violation of international law was his mining of Nicaragua's
harbors and his financing and arming of mercenaries-the "contras"-
to try to bring down the Sandinista government in Nicaragua. Then
there was the 1986 bombing of Tripoli and Benghazi-an effort to
murder Muam mar Khaddafy via the use of "surgical" airpower that,
instead, ended up killing, the Libyan strongman's daughter and
scores of innocent Libyan civilians.
Upon news of Reagan's election, the right wing in El Salvador
celebrated with firecrackers. They were not to be disappointed.
Neither was Ferdinand Marcos, to whom Reagan's emissary
George H.W. Bush offered the followin g toast in Manila in a 1981
visit: "We love you, sir...We love your adherence to democratic
rights and processes." It took tremendous pressure on the part of
State Department pragmatists like then Undersecretary Michael
Armacost to get Reagan to abandon Marcos during the People's
Power Uprising in 1986. But while giving in to political realities,
Reagan made sure to ensconce his good friend Ferdinand
comfortably in exile in Hawaii.
Reagan and his ideological partner Margaret Thatcher initiated the
neoliberal free-market revolution that ended the post-war
compromise between management and labor in the North and
swept away development-oriented policie s in the global South.
It is said that Reagan did not believe in income redistribution. He
did, so long as it was in favor of the rich. In the North, anti-union
policies, indiscriminate layoffs, tight budgets, and social security
cuts gutted the income of the working masses. The statistics are
telling: Between 1979 and 1989 in the US, the hourly wages of 80
per cent of the work force declined, with the wage of the typical (or
median) worker falling by nearl y 5 per cent in real terms. By the
end of the Republican era in 1992, the bottom 60 per cent of the
population had the lowest share, and the top 20 per cent the
highest share, of total income ever recorded. And indeed, among
the top 20 per cent, wealth gains were concentrated among the top
one per cent, which captured 53 per cent of the total income
growth among all families.
Reagan's Treasury Department took advantage of third world
countries' massive indebtedness to US commercial banks to push
them to adopt radical programs of trade liberalization, deregulation,
and privatization that were a dministered by the International
Monetary Fund (IMF) and the World Bank under the rubric of
"structural adjustment." For most of the developing world, the
1980's came to be known as the "Lost Decade."
In Latin America, owing to structural adjustment, the number of
people living in poverty rose from 130 million in 1980 to 180 million
by the beginning of the 1990s. In most countries, the burden of
adjustment policies fe ll disproportionately on low-income and
middle-income groups while the top five per cent of the population
in most countries retained or increased its income share. By the
beginning of the nineties, the top 20 per cent o f the continent's
population was earning 20 times that earned by the poorest 20 per
cent.
In Africa, structural adjustment was one of the key factors that led
to an astonishing drop in per capita income by over two per cent
per year in the 1980s, so that at the end of the decade, per capita
income had plunged to its level at the time of independence in the
1960s and some 200 of the region's 690 million people were
classified as poor by the World Bank. Surveying the devastated
landscape created by free-market programs, the Wor ld Bank's
chief economist for Africa admitted: "We did not think that the
human costs of these programs could be so great, and the
economic gains so slow in coming."
Even key US allies in the Cold War felt the Reagan sting.
Demanding more liberal terms for the entry of US goods and
investments into the "Newly Industrializing Countries" (NICs) of
East Asia, a Reagan subordinate warned : "Although the NICs may
be regarded as tigers because they are strong, ferocious traders,
the analogy has a darker side. Tigers live in the jungle and by the
law of the jungle. They are a shrinking population." Trade warfare
was waged against South Korea, so that in the space of four years,
the US' massive trade deficit with that country was turned into a
trade surplus. Washington also forced Tokyo to drastically raise
the value of t he yen relative to the dollar, to reduce imports from
Japan and increase exports there; this was one of the factors that
eventually led to that country's long recession in the 1990s.
If I were asked what epitaph I would write for Ronald Reagan, it
would be "Here lies a man who was good for the upper 20 per cent
of his fellow Americans and his rich and powerful buddies
elsewhere, but bad for the rest o f us."
Oh yes, Reagan gave this left-wing exile political asylum in the US
in 1985, but that, I have been assured, was the result of a
bureaucratic foul-up. But, thank you anyway, Mr. Reagan, and do
rest in peace.
* Walden Bello is executive director of the Bangkok-based Focus
on the Global South and professor of sociology and public
administration at the University of the Philippines.
Focus on the Global South (FOCUS)
c/o CUSRI, Chulalongkorn University
Bangkok 10330
THAILAND
Tel: 662 218 7363/7364/7365/7383
e-mail: N.Bullard@focusweb.org
http://www.focusweb.org
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Mon Jun 14 13:50:31 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 14 Jun 2004 14:50:31 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 121 - Claudia von Werlhof: GATS-Enteignungsplan, Rede zum
2. ASF, Linz
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040614144948.0259b3c0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 121 - Claudia von Werlhof: GATS - Enteignungsplan gegen
diesen Globus, Rede für die Demonstration des 2. Österreichischen
Sozialforums, 4.6.2004 Linz; Offener Brief an die Vorbereitungsgruppe des
2. Österreichischen Sozialforums in Linz, 13.6.2004
Bad Ischl, 14.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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GATS - Enteignungsplan gegen diesen Globus
Rede für die Demonstration des 2. Österreichischen Sozialforums, 4.6.2004 Linz
Claudia von Werlhof
Wir haben die Projekte der Globalisierung nun lange genug analysiert und
kritisiert. Wir haben uns in aller Welt getroffen, jahrelang.
Jetzt muss eine neue Phase beginnen, eine des konsequenten Handelns. Denn
eine andere Welt ist nicht nur möglich, sie ist auch dringend nötig. Ja,
sie kann nur geschaffen werden, wenn wir jetzt, genau jetzt damit beginnen
- indem die Bewegung von einer "an sich" zu einer Bewegung "für sich" wird.
Paradoxerweise ist es ausgerechnet das GATS, das Dienstleistungsabkommen
der WTO, das uns zeigt, wo es lang geht. Denn das GATS ist die Lizenz für
einen allgemeinen Privatisierungs- und has heißt Enteignungsplan gegen
diesen Globus. Bei diesem Plünderungs-Projekt soll nichts ausgelassen
werden: kein Fleckchen Erde, kein Tier, kein Baum, der Boden nicht, das
Wasser nicht, das Wetter nicht, ja, die Luft unser Äußeres nicht und unser
Inneres nicht, unsere Vergangenheit nicht und am wenigsten unsere Zukunft!
GATS will auf dem Globus mit allem, was da kreucht und fleucht, endgültig
das big business machen, das große, das letzte Geschäft der Konzerne.
Das bedeutet, dass nicht leben wird, wer kein Geld hat, und dass nicht
leben wird, wer oder was in die Transformationsmaschine der
Kapitalverwertung gerät. Die Verwandlung in Kapital ist nicht gut für das
Leben. Es geht dabei drauf. Denn Kapital besteht aus vergangener, toter
Arbeit, aus getötetem Leben.
Das ist zwar nicht neu, aber jetzt geht es ans Eingemachte, an die
Grundlagen unserer Existenz selbst.
Das Ergebnis wäre: die tatsächliche Liquidierung der Erde im wahrsten
Sinne des Wortes ihre Verflüssigung zu Geld- und Kapitalströmen!
Fest steht: eine Globalisierung, die mit sichtbaren und unsichtbaren
Kriegen wie dem GATS daher kommt, können wir nicht wollen. Wir müssen also
etwas unternehmen, um diesen Prozess zu stoppen, ja, umzukehren und zwar
überall und auf allen Ebenen.
GATS ist die Aufforderung, es nicht nur nicht zuzulassen, sondern endlich
auch mit dem Gegenteil, den Alternativen zu beginnen.
GATS zielt nämlich auf genau das, was wir brauchen, um eine andere Welt
aufzubauen - die Erde und das Leben.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder die Erde wird privatisiert, oder
wir bauen auf und mit ihr eine neue gemeinsame Welt, unsere "Gemeinheit",
eine Art globale Allmende!
GATS hat daher ungewollt auch etwas Gutes. Es beseitigt auf radikale Weise
alle Unklarheiten darüber, worum es wirklich geht. Es zwingt uns nachgerade
in die Alternative, denn mit GATS gibt es keine Alternative zur Alternative.
GATS lässt uns keine Wahl:
Ob wir wollen oder nicht,
- wir haben uns der Zerstörungsarbeit an der Erde und zur
Kapitalverwertung zu verweigern
- wir haben stattdessen eine Aufbau- und Wiedergutmachungsarbeit zu
organisieren und zu unternehmen
- wir haben die Privatisierung der Böden, Wälder, Gewässer und
Landschaften zu verhindern
- wir haben sie stattdessen wieder in Besitz zu nehmen, uns im
wahrsten Sinne des Wortes darauf zu setzen, damit ihnen nichts mehr
geschehen kann
- wir haben sie zu pflegen, zu liebkosen und zu umarmen…
- wir haben in aller Welt Bäume zu pflanzen massenweise…
- wir haben durchzusetzen, dass man Motorsägen für das Bäumefällen
verbietet!
- wir haben in unseren Gemeinden dafür zu sorgen:
- dass die Korruption im Zusammenhang mit Privatisierungen aufgedeckt
wird, dass cross-boarder-leasing-Geschäfte und
public-private-partnership-Projekte zur Finanzierung von Privatisierungen
mit unseren Steuergeldern sowie die Privatisierungsprojekte selbst weder
beschlossen, noch vorbereitet, geschweige denn durchgeführt werden können
- ja, wir haben auch dafür zu sorgen, dass die bereits durchgeführten
Privatisierungen rückgängig gemacht werden!
- wir haben insbesondere die Beschädigung der Wasserkreisläufe
überall auf der Welt zu verhindern
- wir haben dafür zu sorgen, dass nirgendwo mehr das geistige
Eigentum der Völker gestohlen werden kann!
- wir haben überall mit einer biologischen Landwirtschaft zu beginnen
und Bauern und Farmer davon abzubringen, das Land weiterhin mit
Monokulturen, Giften und Maschinen zu töten
- wir haben dafür zu sorgen, dass gen-modifizierte Arten nirgendwo
mehr angebaut werden können, weder heimlich noch "un-heimlich"
- wir haben Lebensmittel zu boykottieren, die genetisch verändert
sind, und sei es nur im Milligrammbereich
- wir haben den Konsum von Waren zu unterlassen, die in freien
Produktionszonen in "hausfrauisierter" Sklaven- und Kinderarbeit
hergestellt wurden
- wir haben ganz allgemein damit anzufangen, für unsere
Lebensbedürfnisse selbst zu sorgen und um die dafür nötigen
Produktionsmittel überhaupt erst einmal zu kämpfen anstatt sie den
Konzernen zu überlassen!
- wir haben entsprechend auch dafür zu sorgen, dass die Bevölkerungen
im Süden ihre Produktionsmittel ebenfalls für sich selber anstatt in nach
wie vor kolonialer Manier für uns - nutzen können
- wir haben uns lokal und regional zu organisieren, wo auch immer wir
leben, um damit zu beginnen, eine neue Wirtschaft, eine neue Lebensform und
eine neue Kultur aufzubauen, in der wir untereinander und mit der äußeren
Natur kooperieren: unser Leben kann nur egalitär, herrschaftsfrei,
ausbeutungsfrei und ohne Unterdrückung organisiert sein. Wir haben das
Geschlechterverhältnis zu revolutionieren, Alte und Kinder nicht mehr zu
vernachlässigen, Tiere und Pflanzen zu respektieren und uns endlich
verantwortlich zu fühlen für das, was auf dieser Erde stattfindet!
- wir haben uns klarzumachen, dass wir, ob wir wollen oder nicht, an
zwei Fronten stehen: an der einen müssen wir uns wehren, an der anderen
eine neue Welt aufbauen…
- insbesondere müssen wir endlich akzeptieren, dass wir ohne die
lebendige Natur und ihre immensen Kräfte überhaupt nichts werden erreichen
können. Im Gegenteil ohne sie werden wir sterben. Deshalb müssen wir jetzt
anfangen und nicht erst dann, wenn auch der Kongo noch abgeholzt wurde, und
der Klimawandel aus der Erde eine Salzwüste gemacht hat!
- die Zeit ist jetzt! Die Konzerne oder wir! Kapital oder Leib Geld
oder Leben!
- viele von uns in der ganzen Welt, im Süden wie im Norden sind
längst dabei, die andere Welt zu schaffen. Schließen wir uns ihnen an!
Lernen wir von ihnen. Multiplizieren wir ihre und unsere Erfahrungen! Es
reichen 10%, um den Wahnsinn zu kippen. Diese "kritische Masse" könnten wir
erreichen. Ja, es ist womöglich das einzige, was wir überhaupt erreichen
können!
- dass andere bei der Globalisierung immer noch mitmachen, dass sie
immer wieder Kompromisse schließen, dass sie sich besänftigen, dass sie
sich spalten, dass sie sich kaufen lassen - das führt nirgendwo hin, es ist
zum Scheitern verurteilt, es geht gerade nicht! Verschwenden wir also nicht
unsere Kräfte an der falschen Stelle, sondern sehen wir uns um, und
krempeln wir uns endlich die Ärmel hoch!
- genau davor, dass wir das kapieren, dass wir nicht ohnmächtig sind,
davor haben die Konzerne und Regierungen Angst! Nicht wir brauchen Angst zu
haben. Sie sind es, die uns nichts mehr entgegenzusetzen haben. Sie sind
es, die ihre Projekte des Krieges gegen Mensch und Natur nicht
rechtfertigen können. Sie sind es, die deshalb Abkommen wie das GATS oder
die wahren neoliberal-totalitären und militaristischen, ja nuklearen
Absichten hinter der EU-Verfassung verheimlichen müssen! Sie sind es, die
Angst haben, dass wir sie durchschauen, dass wir vom Glauben an sie
abfallen, und dass wir die Konsequenzen aus dem ziehen, was sie vorhaben!
Die Wirtschaft und die Politik sind geistig und seelisch längst tot, und
auch materiell stoßen sie inzwischen an ihre Grenzen die des Globus! Ihre
Zeit ist vorbei.
- was tun? Diese Frage kann heute beantwortet werden. Denn: Wir haben
einen Traum! Und deshalb müssen wirt jetzt sofort aufwachen, um zusammen
mit Millionen anderer Menschen auf diesem Globus mit seiner Verwirklichung
zu beginnen.
(Den Inhalt des angehängten P.S. zum gewaltsamen Abbruch ihrer Rede hat
Claudia von Werlhof im folgenden "Offenen Brief" aktualisiert. M.R.)
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Prof. Dr. Claudia von Werlhof, Institut für Politikwissenschaft,
Universität Innsbruck, Universitätsstr. 15, A-6020 Innsbruck
13.6.2004
Offener Brief an die Vorbereitungsgruppe des 2. Österreichischen
Sozialforums in Linz, Juni 2004
Sehr geehrte Damen und Herren!
Das "Feministische Forum" innerhalb der Vorbereitungsgruppe zum 2.
Österreichischen Sozialforum in Linz im Juni 2004 hat mich am 19. Mai d. J.
in seinem eigenen Namen und als Teil der Vorbereitungsgruppe insgesamt
offiziell aufgefordert, auf der Demonstration des Sozialforums am 4.6.04 in
Linz eine zehnminütige Rede zum Thema GATS zu halten.
Ich habe zugesagt, die Rede vorbereitet und bin am 4.6. (auf eigene Kosten)
nach Linz gereist.
Als die Frauen des "Feministischen Forums" die Veranstalter der
Demonstration fragten, wann und wo meine Rede gehalten werden sollte,
erfuhren sie, dass ich gar nicht auf der Rednerliste stehen würde. Als die
Frauen protestierten, wurde mir ein Satz als "Rede" genehmigt. Nach
weiteren Protesten, bei denen die Frauen drohten, die Tribüne zu stürmen,
wurden 5 Minuten Redezeit "genehmigt". Dabei wurde mit Peter Schissler von
der Chemiearbeitergewerkschaft und Heinz Mittermayr von attac und der
Katholischen ArbeitnehmerInnen - Bewegung, dem Moderator der Reden auf der
Tribüne, "verhandelt".
Nur mit Mühe konnte ich anschließend die Tribüne erklimmen, weil der
Moderator und eine Frau vom ÖGB dies bis zum letzten Moment verhindern
wollten. Auch wurde inzwischen die Tribüne von martialisch aussehenden
Männern in gelben Schutzanzügen "gesichert".
Schließlich oben angekommen, erklärte der Moderator kurz, dass ich jetzt
reden würde, ohne aber das Feministische Forum zu erwähnen.
Unter großem Stress versuchte ich, die Rede kürzend, möglichst viel davon
"zu retten". Währenddessen stand der Moderator, aus mir unverständlichen
Gründen die ganze Zeit vor Wut bebend, dicht neben mir.
Nach genau 5 Minuten, als ich beim letzten Drittel der Rede angekommen war,
versuchte der Moderator, mir unter Anwendung physischer Gewalt das
Mikrophon mitten im Satz zu entreißen. Unter den Buhrufen, Protesten und
Pfiffen der Demonstranten, die offenbar die Rede zu Ende hören wollten,
fand auf der Tribüne ein längeres Gerangel um das Mikrophon statt, das
inzwischen ausgeschaltet worden war. (In dieser Zeit hätte die Rede längst
beendet werden können).
Die Frau vom ÖGB hatte inzwischen Musik angeschaltet mit der Bemerkung, man
sei eine friedliche und demokratische Organisation. Sie wollte damit sagen,
dass ich mir unfriedlicher- und undemokratischerweise mehr Redezeit als
andere hätte herausnehmen wollen. (Später hörte ich, dass es Reden bis zu
15 Minuten Länge gegeben hätte, abgesehen davon, dass ich ja ursprünglich
10 Minuten zugesagt bekommen hatte, und faktisch mit 6-7 Minuten
ausgekommen wäre).
Schließlich wurde mir ein Satz zum Schluss "genehmigt", da ich ja mitten in
der Rede unterbrochen worden war. Ich sagte daraufhin: "Wenn das hier ein
Sozialforum sein soll, dann hat es keine Zukunft!"
Anschließend verließ ich die Tribüne und mit dem Frauenblock und anderen
Demonstranten die Veranstaltung.
Das ganze Ereignis wurde vom ORF aufgenommen. Verschiedene Radiosender
interviewten mich noch auf dem Weg.
Die Frauen vom "Feministischen Forum" waren schockiert. Sie fühlten sich
von den Organisatoren betrogen, zensiert und auch noch mit einem Gewaltakt
gegen eine Frau konfrontiert und das alles auf einem Sozialforum!
Um 18 Uhr gingen wir noch zum alltäglichen "Forum" des Sozialforums, bei
dem die Dinge des Tages besprochen werden können. Dort war unter ca. 35
TeilnehmerInnen auch der Moderator, aber sonst keiner der Verantwortlichen.
Das Ereignis wurde auf Antrag des "Feministischen Forums" diskutiert. Der
Moderator wollte zunächst nicht einsehen, dass sein Verhalten irgendein
Problem darstellen könnte. Am Ende gab er mir gegenüber eine Art
Entschuldigung ab, ohne aber darauf zu verzichten, mir gleichzeitig einen
Teil der "Schuld" in die Schuhe schieben zu wollen. Er machte jedenfalls
nicht den Eindruck, als ob die Diskussion irgendeine Erkenntnis bei ihm
bewirkt hätte.
Fazit:
Ich erwarte von der Vorbereitungspruppe des 2. Österreichischen
Sozialforums eine Erklärung darüber, wie es möglich ist, dass ausgerechnet
bei einem Sozialforum, also einer Veranstaltung der
zivilgesellschaftlichen Bewegung gegen die sog. Globalisierung,
1. "Organisationsmethoden" angewandt werden, wie man sie nur bei
Rechtsextremen, Stalinisten oder Konzernveranstaltungen vermuten würde,
2. eine - noch dazu ältere - Frau von einem Mann während der
Ausübung seiner offiziellen Funktion körperlich bedroht werden kann,
3. ein offiziell beschlossener Programmpunkt im Nachhinein und ohne
Information der Betroffenen einfach abgesetzt werden kann,
4. eine offensichtliche Zensur gegen unerwünschte Inhalte ausgeübt wird,
5. ein altbekanntes und ebenso altgedientes Mitglied der
(inter)nationalen Sozialforums- und Antiglobalisierungsbewegung wie ich zum
1. Mal überhaupt eine derart unwürdige und verächtlich machende Behandlung
erfährt.
From mareichl@ping.at Tue Jun 22 15:10:22 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 22 Jun 2004 16:10:22 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 122 - EU-Verfassung - Militarisierung - EurAtomvertrag -
Friedensvolksbegehren
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040622160021.025ab560@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 122 - Friedenswerkstatt Linz: EU-Verfassung -
Militarisierung - EurAtomvertrag - Friedensvolksbegehren
Bad Ischl, 22.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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* Nach dem EU-Regierungsgipfel: Volksabstimmung über EU-Verfassung zwingend
erforderlich
I. Nach dem EU-Regierungsgipfel fordert die Friedenswerkstatt Linz die
Durchführung einer Volksabstimmung über den EU-Verfassungsvertrag. Die
Friedenswerkstatt sieht 3 Gründe für eine Volksabstimmung über die
EU-Militärverfassung
1. Die Durchführung einer Volksabstimmung über eine derart weitreichende
Entscheidung ist eine demokratiepolitische Selbstverständlichkeit. Von
einem "historischen Schritt" (Kanzler Schüssel) zu sprechen, aber eine
Volksabstimmung zu verweigern, ist absurd.
2. Die Bestimmungen des EU-Verfassungsvertrags stehen in einigen Punkten in
diametralem Gegensatz zur Rechtstradition der II. Republik:
a) Die Verankerung einer Aufrüstungsverpflichtung (Art. I-40
(3) EU-Verfassungsvertrag) ist ein einmaliger Akt in der internationalen
Rechtsgeschichte. Es steht aber auch konkret in Widerspruch zum
Friedensgebot des Neutralen und zu den Rüstungsbeschränkungen, denen sich
Österreich im Staatsvertrag unterworfen hat.
b) Der Verfassungsvertrag enthält die Selbstermächtigung zu globalen
Militärinterventionen (Art. I-40 (1)) "... gemäß den Grundsätzen der Charta
der Vereinten Nationen ..." heißt eben nicht im Rahmen der Satzung der
Vereinten Nationen. Die gewählte Formulierung entspricht der Washingtoner
Erklärung der Nato vom 18. April 1999. Diese Formulierung ist mit den
Interessen eines immerwährend neutralen Staates völlig unvereinbar.
c) Der Verfassungsvertrag enthält eine militärische Beistandspflicht bei
terroristischer Bedrohung. (Art. I-42) Diese Bestimmung wurde bereits nach
den Anschlägen von Madrid beschlossen. Gleichzeitig werden sogenannte
EU-"Schlachtgruppen" aufgebaut: 6-7 Rambobataillone für den raschen
globalen Interventionseinsatz. Mit dem EU-Verfassungsvertrag würden all
diese neutralitätspolitischen Staatsstreiche der Bundesregierung quasi
legitimiert.
d) Über das Europäische Amt für Rüstung, Forschung und militärische
Fähigkeiten wird Österreich systematisch in den im Aufbau befindlichen
EU-Militär-Industriellen Komplex einbezogen. Dieses Amt soll bis Ende 2004
eingerichtet sein. Dem gewaltigen Konzentrationsprozeß in der
westeuropäischen Rüstungsindustrie unter deutscher Führung, muß ein
politischer Konzentrationsprozeß folgen. Dieser Prozeß wird wesentlich
durch Berlin, Paris und London dominiert. Die kleinen Staaten werden immer
mehr zu Bütteln bei deren Rivalitäten. Das europäische Rüstungsamt dient
dazu, diese Abhängigkeiten zu zementieren. Österreich darf daran nicht
teilnehmen.
e) Mit der EU-Verfassung wird der Druck Richtung Aufrüstung zunehmen. Die
Bundesheerreformkomission hat jetzt schon die Erhöhung auf 1% des BIP
gefordert. Dabei nicht berücksichtigt wird, daß Brocken wie der
Euro-Fighter Kauf, oder die Auslandsmissionen des Bundesheeres nicht im
Verteidigungsbudget aufscheinen.
Die Offiziersgesellschaft fordert mittelfristig zur Erreichung des
EU-Durchschnitts 1,5% des BIP. Innerhalb des Verteidigungsbudgets soll
kräftig zugunsten Rüstung umgeschichtet werden, ein Drittel des Budgets
soll dafür dotiert werden. Mit der EU-Verfassung wären all jene, die gegen
diese politische Praxis opponieren, Verfassungsfeinde.
f) Wir stehen vor einer gewaltigen Renaissance der zivilen und
militärischen Nutzung der Kernenergie. Der EurAtomvertrag wird per
Protokoll in den Rechtsbestand hinübergerettet. Dadurch ist Österreich
verpflichtet sich mit jährlich 600 Mio € am Ausbau der Kernenergienutzung
zu beteiliegen. Eine Volksabstimmung über die EU-Verfassung ist auch eine
Volksabstimmung über den EurAtomvertrag.
g) Die vier Freiheiten des Binnenmarktes werden zu obersten
Rechtsprinzipien. (Art. I-3 und Art. I-4) Die Herausbildung des
"Finanzplatzes Europa" genießt oberste Priorität in den detailreichen
wirtschaftspolitischen Bestimmungen des EU-Verfassungsvertrages. Ein
kleines Land wie Österreich kann daran überhaupt kein Interesse haben. Der
Binnenmarkt hierarchisiert den Kontinent und zentralisiert
wirtschaftspolitische Entscheidungen. Ein großer Teil relevanter,
wirtschaftspolitischer Entscheidungen in Österreich werden heute in den
Zentralen meist deutscher Konzerne getroffen. Es ist Unsinn so einen
Zustand in einer Verfassung festzuschreiben.
h) Durch die EU-Verfassung würden alle öffentlichen Dienste im Bereich
Gesundheit, Bildung und Soziales mit Mehrheitsprinzip der Liberalisierung
geöffnet werden. Das ist unannehmbar. Die Zustimmung der nationalen
Parlamente in Fragen Liberalisierung und internationaler Handelsverträge
wird ausgeschaltet.
3. Der EU-Verfassungsvertrag ist ein schwerer Eingriff in die
österreichische Souveränität, mit Auswirkungen, die heute noch gar nicht
absehbar sind. Mit dem Verfassungsvertrag entsteht ein paralleles und
dadurch widersprüchliches Rechtssystem. Das eröffnet systematisch einen
breiten Raum für die quasi Legitimierung der Interessenspolitik der Mächtigen.
a) Die EU erklärt sich zur eigenständigen Rechtspersönlichkeit und fordert
in wesentlichen Bereichen für sich die alleinige Kompetenz. EU-Recht kann
Verfassungsrecht wie z. B. das Neutralitätsgesetz oder das Atomsperrgesetz
brechen. In jenen Bereichen, in denen ausschließlich die EU rechtszuständig
sein soll, würde EU-Recht unmittelbar wirksam. Außen- und
Sicherheitspolitik, bzw. die "schrittweise Festlegung einer gemeinsamen
Verteidigung" würden ausschließliche Unionskompetenz. Von Neutralität oder
einem Neutralitätsvorbehalt ist nirgends die Rede. "Österreich wäre nicht
mehr zuständig neutral zu sein, oder sein zu wollen!" (Univ. Prof. Dr.
Michael Geistlinger, Uni Salzburg).
Eingewendet wird an dieser Stelle das Einstimmigkeitsgebot bezüglich der
gemeinsamen Verteidigung gemäß Art. I-40 (2) im EU-Rat. Das heißt nichts
weniger, als daß Wohl und Wehe der Neutralität von Kanzler und
Außenminister im EU-Rat abhängig sind. Diese sind wohl verpflichtet "gemäß
ihren verfassungsrechtlichen Vorschriften" (Art. I-40 (2)) zu entscheiden,
dabei darf man aber nicht vergessen, daß mit dem Kriegsermächtigungsartikel
23f BVG, die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen für die definitive
Zertrümmerung der Neutralität durch Kanzler und Außenminister im EU-Rat
bereits geschaffen wurden. Diese Inszenierung gehört zu den
geschmacklosesten Täuschungsmanövern des heimischen politischen
Establishments. Wir können nicht mit dem Friedensvolksbegehren die
ersatzlose Streichung des Art. 23f BVG fordern und auf der anderen Seite
der EU-Verfassung zustimmen.
b) De facto wäre mit dieser EU-Verfassung ein Austritt nicht mehr möglich.
Gemäß Art. I-59 wäre ein Austritt nur noch mittels Austrittsvertrag
möglich. Angesichts der nunmehr vereinbarten Stimmgewichte im EU-Rat
erkennt man, daß gegen den Willen eines großen EU-Staats, insbesondere
Deutschlands, ein Austritt nicht mehr durchsetzbar wäre.
c) Gleichzeitig wird die Möglichkeit zur Herausbildung eines
militarisierten Kerneuropas unter dem Titel strukturierte Zusammenarbeit
eingerichtet. Im Ergebnis bleiben damit nur zwei Handlungsmöglichkeiten
offen: entweder mitmarschieren bei diesem Kerneuropa oder Verharren im
Status Quo. Eine Politik gegen die Interessen der EU-Großmächte ist
schlichtweg nicht mehr durchsetzbar.
Das sind nur einige Gründe, aber sie alleine sind ausreichend, um die
Durchführung einer Volksabstimmung über die EU-Verfassung als zwingend zu
betrachten. Die Einführung dieses Verfassungsvertrages heißt ein Recht
gegen den Willen der Mehrheit der Menschen einzuführen, heißt ein Recht
aufzuzwingen, dem sich die Menschen nicht verpflichtet fühlen.
II. Schüssel, Voggenhuber, Gusenbauer fordern immer wieder eine euopaweite
Volksabstimmung und wenn es diese nicht gebe, soll es gar keine geben. Das
ist ein leicht durchschautes Ablenkungsmanöver. Der einzige Grund, warum
manche die Durchführung einer Volksabstimmung in Österreich scheuen wie der
Teufel das Weihwasser, ist die Angst sich mit dieser Militärverfassung bei
den Menschen in Österreich eine Abfuhr zu holen.
Im Falle einer Ratifizierung des EU-Verfassungsvertrages durch den
Nationalrat ohne Volksabstimmung bedarf es dabei einer
Zwei-Drittel-Mehrheit. Ein Drittel der Abgeordneten kann aber eine
Volksabstimmung erzwingen. Der SP-EU-Parlamentarier Hannes Swoboda hat noch
vor den EU-Parlamentswahlen eine Volksabstimmung gefordert (Der Standard
09. Juni 2004). Hans Peter Martin hat ebenfalls die Durchführung einer
Volksabstimmung gefordert. (Auch die "Linke Liste - Opposition für ein
solidarisches Europa" fordert diese. M.R.) Wir rufen alle
UnterzeichnerInnen des Friedensvolksbegehrens dazu auf, eine
Volksabstimmung durchzusetzen.
III. Durch das Friedensvolksbegehren wird
* über die Legitimation von Rüstung und Krieg durch die EU-Verfassung breit
informiert.
* der Widerstand gegen die konkrete neutralitätswidrige Außen- und
Sicherheitspolitik organisiert.
* zur Verhinderung der EU-Militärverfassung beigetragen.
* die Möglichkeit, vermittels einer aktiven Neutralitätspolitik einen
konkreten Beitrag für Frieden und Solidarität zu leisten, sichtbar gemacht.
Die wachsende Unterstützung für das Friedensvolksbegehren garantiert
breiten Widerstand gegen die EU-Verfassung. So hat die Landeskonferenz des
BSA Kärnten auf Initiative der NR-Abgeordneten Melitta Trunk mit 83 Pro zu
3 Gegenstimmen bei 2 Enthaltungen die vollinhaltliche Unterstützung des
Friedensvolksbegehrens beschlossen.
Kontakt: Boris Lechthaler, 0732-771094, 0664-7607937
Friedenswerkstatt Linz
Waltherstr. 15b
A-4020 Linz
Tel. 0732/771094
Fax 0732/797391
e-mail: friwe@servus.at
www.friwe.at
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Sun Jun 27 16:20:34 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 27 Jun 2004 17:20:34 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 123 - Veranstaltungstermine Juni - August 2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040627171203.02621080@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 123 - Veranstaltungstermine Juni - August 2004
Bad Ischl, 27.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Veranstaltungstermine Juni - August 2004
ÖSTERREICH
JUNI 2004
29.6. 19.00 WIEN (Afroasiatisches Institut, Türkenstr. 3): Diskussion und
Buchpräsentation "Mediation, Brückenbauer zwischen Menschen verschiedener
Kulturen?"
30.6. ab 10.00 WIEN (Stephanspl.): Kundgebung zum Tag der Ökoenergie für
Klimaschutz, Arbeitsplätze, Versorgungssicherheit und eine atomstromfreie
Zukunft!
JULI 2004
1.7. 19.00 GRAZ (Hofcafe, Hofg. 6/8): Podiumsdiskussion zu 5 Jahre Forum
politische Bildung Steiermark "Der Wert der politisch-demokratischen
Bildung in Gegenwart und Zukunft". (Forum politische Bildung Steiermark,
Auschlößl, Friedrichg. 36, 8010 Graz, Tel.: 0316 / 81-60-89,
forum@gesellschaftspolitik.at, www.gesellschaftspolitik.at)
4. - 10.7. STADTSCHLAINING (Bgld.): 21. Internat. Schlaininger
Sommerakademie: "Die Wiedergeburt Europas - von den Geburtswehen eines
emanzipierten Europas und seinen Beziehungen zur "einsamen Supermacht".
(Anmeldg.: Tel. 01-7969959, aspr.vie@aspr.ac.at)
7.7. 16.00 - 18.00 GRAZ (Opernhaus - Hauptpl.): Demonstration "Wir bleiben
gesund! Keine Gentechnik in der Landwirtschaft und in Lebensmitteln!".
(Steirisches Aktionsbündnis Pro Leben)
7.7. 9.30 WIEN: Seminar "Zeit für Nachhaltigkeit - Herausforderung
Globalisierung". (: Institut für Umwelt - Friede - Entwicklung, 1120 Wien,
Tivoligasse 73, Tel. 01-814 20-25, h
8.7. 18.30 WIEN (Möllwaldpl. 5): Lecture and discussion "US Nuclear
Policies and the Quest for Disarmament" by David Krieger (Nuclear Age Peace
Foundation, USA, www.wagingpeace.org). (International Institute for Peace/
IIP, Möllwaldpl. 5, 1040 Wien)
8. - 10.7. PUCHBERG b. Wels (OÖ): Tagung "Mauern oder Brücken? Auswirkungen
der EU-Osterweiterung auf die Frauenmigration innerhalb Europas".
(Bildungshaus Schloss Puchberg, 4600 Wels, Puchberg 1, Tel. 07242/47537)
10.7. 9.30 - 18.00 INNSBRUCK (Bildungshaus Seehof, Hungerburg): "Open Space
- Konferenz" zur Gesundheitsreform "Ist unser Gesundheitssystem noch zu
retten?" (Grüne Bildungswerkstatt Tirol, Tel. 0512-580624,
gruebi@tirolkultur.net)
14. - 18.7. MÜRZZUSCHLAG (Schachner Hauptschule , Stmk.): ATTAC
Sommerakademie: "Losarbeiten Arbeitslos. Zwischen Überleben und
Selbstverwirklichung". (ATTAC: verwaltung@attac-austria.org, Tel.
01-54641430, www.attac-austria.org)
23. - 25.7. FREISTADT (OÖ): Österreichweites Leben-in-Gemeinschaft-Treffen
"Austrotopia". (Verein "Leben in Gemeinschaft OÖ", Ziegeleistr. 35, 4020
Linz, Tel. Barbara: 0650-4133283, Tel. Gotthold: 0650-4747017)
25.7. - 1.8. STADTSCHLAINING (Bgld.): 1. Internationale Akademie für
Konfliktlösung "Compair - Methoden im Dialog". (ÖSFK, Heidi Pock, Tel.
03355-2498, aspr@aspr.ac.at, www.aspr.at/compair.htm)
30.7. - 1.8. SALZBURG: Internationale Konferenz "Religionen - Kulturen -
Globalisierung". (Bildungshaus St. Virgil, Tel. 0662-65901-514,
kurssekretariat@virgil.at).
DEUTSCHLAND/ INTERNATIONAL
JULI 2004
3. - 5.7. BRUSSEL (Université Libre de Bruxelles, B): Faculty For
Israeli-Palestinian Peace : The 3 rd International Conference on An End to
Occupation, A Just Peace in Israel-Palestine. International Network in
Action. (Faculty for Israeli-Palestinian Peace/ FFIPP, www.ffipp.org)
4. - 17.7. DARTINGTON (GB): Course "Complexity and Life" with Fritjof
Capra, Brian Goodwin and Stephan Harding. (Schumacher College, The Old
Postern, Dartington, Totnes, Devon TQ9 6EA, GB, Tel: ++44-1803 865934; Fax:
866899; e-mail: schumcoll@gn.apc.org)
17. - 24.7. Cecina Mare (I): Anti-Racist Meeting on the right to asylum,
immigration and gender, internal/external migration, immigration and media
and radical discrimination. (Info: Tel: +39-06-416 091;
meeting.Toscana@arci.it)
18. - 23.7. DARTINGTON (GB): Course "Business and Sustainability: From
Complexity to Responsibiilty" with Fritjof Capra and Marjorie Kelly.
(Schumacher College)
23 - 30.7. RESNIK/ RAKOVICA/ BELGRAD (SERBIEN): PGA meeting, European
Conference of the People's Global Action Network "The Drugaciji Svet je
Moguc! (A Different World is Possible!)" (Serbia Peoples Global
Action/DSM!, drugacijimejl@yahoo.com; www.agp.org)
30.7. - 5.8. DRESDEN (D): ATTAC-Sommerakademie "Widerstand bilden -
Alternativen entwickeln". (Info: www..attac.de/sommerakademie)
AUGUST 2004
6. - 7.8. KÖLN: Tagung "Neunzig Jahre Versöhnungsbund. Erinnerung an das
Gründungsversprechen am Ausbruch des 1. Weltkrieges in Köln.
(Versöhnungsbund, Schwarzer Weg 8, D-32427 Minden, Tel. 0571-850875,
versoehnungsbund@t-online.de)
18.8. - 1.9. PEATON WOOD, COULPORT (GB): Coulport Disarmament against
Britain's weapons of mass destruction. (Info Trident Ploughshares: Tel:
++44-845-4588366; e-mail: coulport@tridentploughares.org;
http://tridentploughshares.org)
29. - 30.8. NEW YORK and whole USA: Say no to Bush! Protests in occasion of
the Republican National Convention. (Info: www.rncnotwelcome.org)
========================================
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Mon Jul 5 21:07:38 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 05 Jul 2004 22:07:38 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 124 - Arundhati Roy: Wie tief sollen wir graben? Gewalt
des Staates...
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040705215748.025d2ca0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 124 - Arundhati Roy: Wie tief sollen wir graben? Gewalt
des Staates und gewaltfreier Widerstand durch
Graswurzel-Widerstandsbewegungen - in Indien und weltweit.
Bad Ischl, 27.6.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Gewalt des Staates und gewaltfreier Widerstand durch
Graswurzel-Widerstandsbewegungen - in Indien und weltweit.
Am 6. April 2004 hielt die bedeutende indische Schriftstellerin und
Aktivistin Arundhati Roy einen großen Vortrag an der Aligarh Muslim
University. Obwohl in Indien inzwischen Wahlen stattgefunden haben und eine
neue Regierung gebildet wurde (siehe hierzu von Arundhati Roy: "Die
Dunkelheit weicht…") hat dieser Text nichts von seiner Brisanz und
Aktualität eingebüßt. Roy zeigt ausführlich staatliche Gewalttaten auf und
geht der Frage nach, wie einfache Menschen auf den Angriff eines zunehmend
gewalttätigeren Staates reagieren können. Obwohl sie sieht, dass der Boden,
auf welchem gewaltfreier Widerstand fruchtbar sein kann, ziemlich
ausgetrocknet worden ist, setzt sie sich nachhaltig für gewaltfreien
Widerstand durch Graswurzel-Widerstandsbewegungen ein.
Wie tief sollen wir graben?
Von Arundhati Roy
ZNet 01.05.2004
Kürzlich erzählte mir ein junger Freund aus Kashmir über das Leben dort.
Über den Morast politischer Käuflichkeit und über Opportunismus; über die
metallische Gewalt der Sicherheitskräfte, den sich formenden scharfen
Kanten, die sich schärfen, unter dem Druck einer von Gewalt übersättigten
Gesellschaft, in welcher Militante, PolizistInnen, BeamtInnen des
Geheimdienstes, Regierungsangestellte, Geschäftsleute, und sogar
JournalistInnen, aufeindandertreffen, und sich langsam, im laufe der Zeit,
immer ähnlicher werden. Er sprach davon, dass er mit diesen niemals
endenden Ermordungen leben muss, den immer mehr werdenden "Vermissten", dem
Flüstern, der Furcht, den unaufgeklärten Gerüchten, der wahnsinnigen Kluft
zwischen dem was wirklich passiert, von dem, was die Menschen in Kashmir
selbst vor Augen haben, und dem, was dem Rest von uns über die Ereignisse
in Kashmir erzählt wird. Er sagte: "Kashmir war einmal ein Geschäft. Jetzt
ist es ein Irrenhaus".
Je öfters ich über diese Bemerkung nachdenke, umso passender scheint mir
diese Beschreibung für ganz Indien. Man muss zugeben, dass Kashmir und der
Nordosten separate Flügel sind, welche den gefährlicheren Trakt der Anstalt
beherbergen. Aber auch im Herzen des Landes ist die Spaltung zwischen
Wissen und Information, zwischen dem was wir wissen, und dem was uns gesagt
wird, zwischen dem was man nicht weiß, und dem was behauptet wird, zwischen
dem was verborgen ist, und dem was ans Licht kommt, zwischen Fakt und
Dichtung, zwischen der "echten" Welt und der angeblichen Welt, zu einem Ort
nie endender Spekulation und potentiellem Wahnsinn geworden. Es ist ein
gefährliches Gemisch, das hier gebraut wird, das umgerührt und am sieden
gehalten wird, und welches einem ekelerregenden, zerstörerischen
politischen Ziel dient.
Jedesmal wenn es einen sogenannten "Terroranschlag" gibt, eilt die
Regierung herbei, um eifrig schuldzusprechen, mit wenig oder gar keinen
Untersuchungen. Der Brandanschlag auf den Sabarmati Express in Godhra, der
Angriff auf das Parlamentsgebäude am 13. Dezember, oder die Massaker an
Sikhs, welche von so genannten "Terroristen" in Chittisinghpura begangen
worden sein sollen, sind nur einige Beispiele, welchen große Aufmerksamkeit
geschenkt worden ist. (Die sogenannten Terroristen, welche später von den
Sicherheitskräften ermordet worden sind, stellten sich als unschuldige
Dorfbewohner heraus. Die Regierung dieses Bundesstaates hat anschließend
zugegeben, dass gefälschte Blutproben zur Durchführung von DNA-Tests
abgegeben worden sind).
In jedem dieser Fälle führte das Faktenmaterial das langsam an die
Oberfläche kam zu unangenehmen Fragen, und so wurde dieses sofort unter
Verschluss genommen. Man betrachte den Fall Godhras: gleich nachdem es
passiert ist, verkündete der Innenminister, dass dies ein Komplott des
[pakistanischen Geheimdienstes] ISI war. Die VHP [Hindi-Abkürzung für
"Weltrat der Hindus", eine nationalistische Partei] sagt, dass dies das
Werk eines muslimischen Mobs war, welcher Brandbomben warf. Wichtige Fragen
bleiben unbeantwortet. Die ununtermauerten Behauptungen hören nie auf.
Jeder glaubt, was er oder sie glauben will, aber der Vorfall wird zynisch
und systematisch dazu benutzt kommunale Raserei anzustacheln.
Die US Regierung nutzt die Lügen und Desinformation, welche sie um die
Angriffe am 11. September herum schuf, nicht nur für die Invasion eines
Landes, sondern von zweien - und wer kann sagen, was noch auf uns zukommt.
Die indische Regierung nutzt die gleiche Strategie nicht nur im Umgang mit
anderen Ländern, sondern auch gegen ihre eigene Bevölkerung.
Im letzten Jahrzehnt ist die Zahl der Menschen, welche von den Polizei- und
Sicherheitskräften getötet worden sind, im Bereich der Zehntausende
gewesen. Kürzlich sprachen mehrere Polizisten aus Bombay offen mit der
Presse darüber, wieviele "Gangster" sie auf "Befehl" von führenden Beamten
eliminieren mussten. Andhra Pradesh kommt auf ungefähr 200
"ExtremistInnen", welche im Durchschnitt jedes Jahr bei "Zusammenstößen"
sterben. In Kashmir, in einer Situation, welche beinahe einem Krieg
gleichkommt, wird geschätzt, dass 1989 ungefähr 80.000 Menschen getötet
worden sind. Tausende sind einfach "verschwunden". Laut Aufzeichnungen der
Vereinigung von Eltern verschwundener Menschen sind 2003 in Kashmir mehr
als 3.000 Menschen getötet worden, von denen 468 Soldaten waren. Seit die
Regierung Mufti Mohammed Sayeeds im Oktober 2002 mit dem Versprechen an die
Macht kam, "eine Heilende Wirkung" mitzubringen, gab es laut dieser
Vereinigung 54 Tote in den Gefängnissen.
In diesem Zeitalter des Hyper-Nationalismus können die Mordenden, solange
die Menschen, welche getötet werden, als Verbrecher, Terroristen,
Aufständische oder Extremisten bezeichnet werden, als Krieger in einem
Kreuzzug für das nationale Interesse herumstolzieren, und sind niemandem
Rechenschaft schuldig. Auch wenn es wahr wäre (was es sicherlich nicht
ist), dass jede Person, welche ermordet worden ist, tatsächlich ein
Gangster, Terrorist, Aufständischer oder Extremist war - so sagt uns dies
lediglich, dass mit einer Gesellschaft in welcher so viele Menschen zu so
verzweifelten Maßnahmen gezwungen werden etwas ganz falsch laufen muss.
Die Neigung des indischen Staates Menschen zu verfolgen und zu beleidigen
ist durch das Gesetz zur Verhinderung von Terrorismus (GVT, engl.:
Prevention of Terrorism Act, POTA) institutionalisiert und heilig
gesprochen worden. Es ist bereits in 10 Bundesstaaten ratifiziert worden.
Man sieht schon nach einmaligem durchblättern des GVT, dass dieses Gesetz
drakonisch ist und alles betrifft. Es ist ein für viele Zwecke einsetzbares
Gesetz, welches jeden anvisieren könnte - vom Al Kaida Anführer, der mit
einem Vorrat an Sprengstoff ertappt wird, bis zu einem Adivasi, der unter
einem Neem-Baum Flöte spielt, auch dich, auch mich. Die Genialität des GVT
ist, dass alles sein kann, was die Regierung gern hätte. Wir sind von der
Gunst jener abhängig, die uns regieren. In Tamil Nadu ist es dafür benutzt
worden um Kritik an der Regierung dieses Bundesstaats zum Schweigen zu
bringen. In Jharkhand wurden im Rahmen des GVT 3200 Personen angeklagt,
hauptsächlich arme Adivasis, denen vorgeworfen wird, Maoisten zu sein. Im
Osten Uttar Pradeshs wird das Gesetz dafür benutzt, jene zu bestrafen,
welche es wagen gegen die Entfremdung ihres Landes zu protestieren und
gegen die Zunichtemachung ihres Rechts auf ein würdiges Leben. In Gujrat
und Mumbai wird es fast ausschließlich gegen Muslime eingesetzt. In Gujarat
wurden nach dem staatlich unterstützten Pogrom des Jahres 2002, in welchem
schätzungsweise 2000 Muslime getötet und an die 150.000 aus ihren Heimen
verjagt worden sind, im Rahmen des GVT 287 Personen angeklagt. Von diesen
sind 286 Muslime und einer ist ein Sikh!
Das GVT gestattet es Geständnisse, welche in Polizeigefangenschaft
erzwungen worden sind, als juristischen Beweis gelten zu lassen. Das GVT
hat somit den Effekt, dass polizeiliche Folter die polizeiliche
Untersuchung ablösen wird. Das ist schneller, billiger, und garantiert
Ergebnisse. Das fällt wohl unter Sparmaßnahmen bei öffentlichen Ausgaben.
Letzten Monat war ich ein Mitglied eines Volkstribunales, das sich mit dem
GVT befasste. In einem Zeitraum von zwei Tagen hörten wir grauenhafte
Zeugenaussagen darüber, was in unserer wunderschönen Demokratie vor sich
geht. Ich kann versichern, dass es auf unseren Polizeistationen alles gibt:
Menschen werden gezwungen Urin zu trinken, sich ausziehen zu lassen, sie
werden gedemütigt, sie bekommen Elektroschocks, werden mit Zigarettenenden
verbrannt, Eisenstäbe werden in ihren After geschoben, sie werden
geschlagen und zu Tode getreten.
Als Konsequenz des GVT wurden überall im Land Menschen, auch einige sehr
junge Kinder, angeklagt und eingesperrt; es kann keine Kaution gestellt
werden, und sie erwarten eine Verhandlung in einem speziellen GVT-Gericht,
welches keiner öffentlichen Kontrolle untersteht. Eine Mehrheit von jenen,
welche aufgrund des GVT eingesperrt wurden, sind an einem dieser beiden
Verbrechen schuldig: Entweder sie sind arm - und meistens kastenlos oder
Adivasis. Oder sie sind Muslime. Das GVT dreht das akzeptierte Diktum des
Strafgesetzes um - dass nämlich eine Person solange unschuldig ist bis ihre
Schuld bewiesen ist. Unter dem GVT, kommst du nicht auf Kaution frei, wenn
du nicht beweisen kannst, dass du unschuldig bist - unschuldig eines
Verbrechen, dessen man gar nicht formell angeklagt worden ist. Im Endeffekt
musst du beweisen, dass du unschuldig bist, auch wenn du dir nicht denken
kannst, was für eines Verbrechen du bezichtigt wirst. Und das betrifft uns
alle. Technisch gesehen sind wir eine Nation, welche darauf wartet,
angeklagt zu werden.
Es wäre naiv anzunehmen, dass das GVT "missbraucht" wird. Ganz im
Gegenteil. Es wird genau für jene Zwecke verwendet, für welche es erlassen
worden ist. Natürlich wird das GVT bald überflüssig sein, wenn die
Vorschläge des Malimath Komitees umgesetzt werden. Das Malimath Komitee
schlägt vor, dass in gewissen Bereichen das gewöhnliche Strafgesetz mit den
Bestimmungen des GVT in Übereinstimmung gebracht werden soll. Es wird dann
keine Kriminellen mehr geben. Nur noch Terroristen. Das ist ziemlich schick.
Schon heute erlaubt es das Militärische Sonderermächtigungsgesetz, dass
nicht nur Offiziere, sondern auch niedrigrangigeres Armeepersonal,
gegenüber jeder Person die sie verdächtigen, die öffentliche Ordnung zu
stören oder eine Waffe zu tragen, Gewalt anzuwenden, und sie sogar zu
töten. Auf Verdacht! Niemand der in Indien lebt kann sich darüber
hinwegtäuschen, wozu das führen wird. Die Berichte von Folterungen, Leute
die verschwinden, Tode in Gefangenschaft, Vergewaltigung und
Gruppen-Vergewaltigung (durch Sicherheitskräfte), reichen aus, um einem das
Blut in den Adern kalt werden zu lassen. Die Tatsache, dass Indien trotz
all diesem in der internationalen Gemeinschaft und unter seiner
Mittelschicht einen Ruf als legitime Demokratie beibehalten kann, ist ein
Triumph.
Das Militärische Sonderermächtigungsgesetz ist eine verschärfte Version der
Verordnung, die Lord Linlithgow 1942 erlassen hat, um mit der Quit
India-Bewegung fertig zu werden. 1958 wurde sie in Gebieten in Manipur in
Kraft gesetzt, welche mit "disturbed" bezeichnet wurden. 1964 wurde das
ganze Mizoram, damals noch teil von Assam, als "disturbed" deklariert. 1972
wurde der Akt auf Tripura ausgeweitet. Bis 1980 ist ganz Manipur für
"disturbed" erklärt worden. Was für weitere Beweise sollte irgendjemand
noch verlangen, bevor es klar ist, dass repressive Maßnahmen das Gegenteil
von dem bewirken, wozu sie gedacht sind, und das Problem verschlimmern?
Einher mit dieser verkommenen Bereitwilligkeit, Menschen zu unterdrücken
und auszulöschen, geht die kaum verborgene Abgeneigtheit des indischen
Staates, Fälle, in welchen es jede Menge Beweise gibt, zu untersuchen und
vor ein Gericht zu bringen: das Massaker an 3000 Sikhs in Delhi, im Jahr
1984; die Massaker an Muslimen in Bombay 1993 und in Gujarat 2002 (es gab
bis heute keine einzige Verurteilung!); der Mord der vor wenigen Jahren an
Chandrashekhar, dem früheren Präsidenten der JNU Studentenvereinigung,
verübt worden ist; der Mord vor zwölf Jahren an Shankar Guha Nyogi von den
Chattisgarh Mukti Morcha; das sind nur einige wenige Bespiele. Berichte von
AugenzeugInnen und eine Menge beschuldigender Beweise sind nicht genug,
wenn die ganze Maschinerie des Staates gegen dich steht.
Inzwischen informieren uns jubelnde Ökonomen von den Seiten der
Wirtschaftszeitungen aus, dass die Wachstumsrate des BIPs phänomenal ist,
so etwas hat es noch nicht gegeben. Die Geschäfte sind mit Konsumgütern
überfüllt. Die Regierungswarenhäuser sind mit Getreide überfüllt. Außerhalb
dieses Kreises des Lichts bringen sich Bauern zu Hunderten um, weil sie so
stark verschuldet sind. Berichte von Hungertoten und Unterernährung kommen
aus dem ganzen Land. In der gleichen Zeit lässt die Regierung zu, dass 63
Millionen Tonnen Getreide in ihren Speichern verrotten. 12 Millionen Tonnen
wurden exportiert und zu einem subventionierten Preis verkauft, den die
indische Regierung den Armen in Indien nicht anbieten wollte.
Utsa Patnaik, der bekannte Agrarökonom, hat für einen Zeitraum von fast
einem Jahrhundert die Verfügbarkeit und den Verbrauch von Nahrungsgetreide
(foodgrain) in Indien aus offiziellen Statistiken heraus berechnet. In der
Zeit zwischen den frühen Neunzigern und 2001 ist die Aufnahme von
Nahrungsgetreide auf ein niedrigeres Niveau als in der Zeit des Zweiten
Weltkrieges gefallen, niedriger als während der Hungersnot in Bengalen, in
welcher 3 Millionen Menschen verhungerten. Wie wir von den Arbeiten
Professors Amartya Sen wissen, sehen Demokratien Hungertote nicht gern. Sie
ziehen zuviel ungewollte Aufmerksamkeit der "Freien Presse" auf sich.
Also ist heute gefährliche Unterernährung und permanenter Hunger das
bevorzugte Modell. 47% der unter drei-jährigen Kinder in Indien leiden an
Unterernährung, 46% wurden so in ihrer Entwicklung gehemmt. Utsa Ptanaiks
Studie zeigte, dass 40% der ländlichen Bevölkerung Indiens den gleichen
Verbrauch von Nahrungsgetreide hat wie das Afrika südlich der Sahara. Heute
isst eine durchschnittliche ländliche Familie im Jahr ungefähr 100 kg
weniger Nahrung als Anfang der 90er. In den letzten fünf Jahren gab es den
stärksten Anstieg der Ungleichheit zwischen Land und Stadt seit der
Unabhängigkeit.
Aber im städtischen Indien siehst du, wo auch immer du hingehst, ob in
Geschäfte, Restaurants, Bahnhöfe, Flughäfen, Gymnasien oder in
Krankenhäuser, überall Fernsehschirme, in welchen Wahlversprechen bereits
wahr geworden sind. Indien glänzt, Feeling Good. Und wenn der Stiefel eines
Polizisten auf die Rippen eines Menschen tritt, musst du nur deine Ohren
verschließen, um das Übelkeit erregende Brechen nicht zu hören; du musst
nur deine Augen vom Schmutz, den Slums, den zerlumpten gebrochenen Leuten
auf der Straße wegheben und einen freundlichen Fernsehschirm suchen, und du
wirst in dieser wunderschönen Welt sein. Die singende, tanzende Welt von
Bollywoods nie endendem Hüftschwung, von immer privilegierten, immer
glücklichen InderInnen, welche die indische Tricolore halten, Feeling Good.
Es wird immer schwieriger und schwieriger zu sagen, was die echte Welt und
was die gefälschte ist. Gesetze wie das GVT sind wie Knöpfe auf dem
Fernseher. Man kann sie benutzen um die Armen auszuschalten, die Störenden,
die Ungewollten.
In Indien findet eine neue Art von Abspaltungsbewegung statt. Werden wir
das Neuen Sezessionismus nennen? Es ist eine Umkehrung des Alten
Sezessionismus. Wenn Menschen die in Wirklichkeit Teil einer ganz anderen
Wirtschaft, eines ganz anderen Landes, eines ganz anderen Planeten sind,
vorgeben, dass sie von hier sind. Es ist jene Art von Sezessionismus, in
welchem eine relativ kleine Gruppe von Leuten unglaublich reich wird, indem
sie alles für sich beansprucht - Land, Flüsse, Wasser, Freiheit,
Sicherheit, Würde, fundamentale Rechte, wie das Recht zu protestieren - und
das alles einer großen Gruppe von Menschen wegnimmt. Es ist eine vertikale
Abspaltung, nicht eine horizontale, bzw. eine territoriale. Es ist die
wirkliche strukturelle Anpassung - jene Art, welche das glänzende Indien
von Indien trennt. Das Indien, die GmbH von Indien, dem öffentlichen
Unternehmen.
Es ist eine Art von Abspaltung, in welcher die öffentliche Infrastruktur,
der produktive öffentliche Besitz - Wasser, Elektrizität, Transport,
Telekommunikation, Gesundheitsdienste, Bildung, natürliche Ressourcen -
Besitz, den der indische Staat als Verwalter für die Menschen halten
sollte, welche er repräsentiert - vom Staat an private Unternehmen verkauft
werden. In Indien leben siebzig Prozent der Bevölkerung -
siebenhundertmillionen Menschen - in ländlichen Gebieten. Ihr Lebend hängt
vom Zugang zu natürlichen Ressourcen ab. Wenn diese ihnen weggerissen und
als Gut an private Unternehmen verkauft werden, beginnt das eine Enteignung
und Verarmung in einem barbarischen Umfang zu werden.
Die Indien-GmbH wird bald von einigen wenigen Unternehmen und großen
multinationalen Konzernen besessen werden. Die Vorsitzenden dieser
Unternehmen werden das Land kontrollieren, seine Infrastruktur und seine
Ressourcen, seine Medien und seine JournalistInnen, aber sie werden seinen
Menschen gegenüber keine Verpflichtungen haben. Sie sind auf keine Weise
zur Verantwortung zu ziehen - weder legal, sozial, moralisch oder
politisch. Jene, welche sagen, dass in Indien einige wenige dieser
Vorsitzenden mächtiger als der Premierminister sind, wissen genau, was sie
sagen.
Abgesehen von den wirtschaftlichen Folgen von all diesem, auch wenn alles
so wäre, wie es präsentiert wird (was es nicht ist) - wundervoll,
effizient, bemerkenswert, usw. - , ist die Politik, die damit einhergeht,
akzeptabel für uns? Wenn der indische Staat sich entschließt seine
Verantwortungen an eine Hand von Korporationen zu verpfänden, bedeutet das,
dass dieses Wahltheater, welches gerade jetzt in all seiner Heftigkeit
abgespielt wird, ganz ohne Bedeutung ist? Oder wird dem weiterhin eine
Rolle zukommen?
Der Freie Markt (der in der Wirklichkeit ganz und gar nicht frei ist)
braucht den Staat, und braucht ihn dringend. Während die Kluft zwischen den
Reichen und Armen wächst, ist die Arbeit für den Staat in armen Ländern
klar vorgegeben. Korporationen welche auf Jagd nach besonders
entgegenkommenden Geschäften sind, welche enorme Profite für sie bedeuten,
können diese Geschäfte in Entwicklungsländern nicht ohne die aktive
Beihilfe der Staatsmaschinerie erzwingen und diese Projekte ohne diese
nicht verwalten. Heute braucht die Globalisierung der Konzerne eine
internationale Vereinigung von loyalen, korrupten, am besten autoritären
Regierungen in armen Ländern, um unpopuläre Reformen durchzusetzen und
Aufstände niederzuschlagen. Das wird so bezeichnet: "Ein gutes
Investitionsklima schaffen".
Wenn wir in diesen Wahlen wählen, werden wir wählen, welcher politischen
Partei wir gerne die gewaltvolle, repressive Macht des Staates übergeben
wollen.
Gerade jetzt müssen wir in Indien die gefährlichen Querströmungen von
neoliberalem Kapitalismus und kommunalem Faschismus angehen. Während das
Wort Kapitalismus seinen Glanz noch nicht ganz verloren hat, wirkt die
Benutzung des Wortes Faschismus oft beleidigend. Also müssen wir uns
fragen, ob wir das Wort zu leichtfertig verwenden. Übertreiben wir unsere
Situation, oder ist das, was wir täglich erleben, als Faschismus einzuordnen?
Wenn eine Regierung mehr oder weniger offen ein Pogrom gegen Mitglieder
einer Minderheit unterstützt, in welchem bis zu zwei tausend Menschen
brutal getötet werden, ist das Faschismus? Wenn Frauen aus dieser
Minderheit öffentlich vergewaltigt und verbrannt werden, ist das
Faschismus? Wenn die Machthaber sich zusammentun um sicherzustellen, dass
niemand für diese Verbrechen bestraft wird, ist das Faschismus? Wenn
150.000 Menschen von ihren Häusern vertrieben werden, in Ghettos gesteckt
und wirtschaftlich und sozial boykottiert werden, ist das Faschismus? Wenn
die kulturelle Gilde, welche im ganzen Land Hasslager betreibt, den Respekt
und die Bewunderung des Premierministers, des Innenministers, des
Justizministers und des Desinvestierungs-Ministers bekommt, ist das
Faschismus? Wenn MalerInnen, AutorInnen, Intellektuelle und Filmemacher die
protestieren, missbraucht und bedroht werden, ihre Arbeit verbrannt,
verboten und zerstört wird, ist das Faschismus? Wenn eine Regierung ein
Edikt erlässt, welches die willkürliche Abänderung von Schulbüchern
vorschreibt, ist das Faschismus? Wenn Mobs Archive alter historischer
Dokumente überfallen und verbrennen, wenn jeder noch so kleine Politiker
sich als professioneller Historiker des Mittelalters und Archäologe
ausgibt, wenn gewissenhafte wissenschaftliche Arbeit durch populistische
Behauptungen zunichte gemacht wird, ist das Faschismus? Wenn Mord,
Vergewaltigung, Vergiftung und Lynchjustiz von der Partei an der Macht und
ihrem Stall voller braver Intellektueller als angemessene Antwort auf eine
echte oder eingebildete historische Ungerechtigkeit, die Jahrhunderte
zurückliegt, zugelassen werden, ist das Faschismus? Wenn die Mittelschicht
und alle jene, denen es sehr gut geht, dann einen Moment stehen bleiben,
Tut-Tut machen, und dann mit ihren Leben weitermachen, als wäre nichts
gewesen, ist das Faschismus? Wen der Premierminister, welcher all diesem
vorsteht, als Staatsmann und Visionär gepriesen wird, legen wir dann nicht
die Fundamente für einen schrankenlosen Faschismus?
Dass die Geschichte der unterdrückten und bezwungenen Menschen zum Großteil
ungeschrieben bleibt, ist eine Binsenweisheit, die nicht nur auf die
Savarna Hindus zutrifft. Wenn die Politik, historische Ungerechtigkeiten zu
rächen, der Weg ist den wir gehen wollen, dann haben sicherlich auch die
Daliten und Adivasis in Indien das Recht zu morden, zu vergiften und nach
belieben zu zerstören?
In Russland sagt man, dass die Vergangenheit unvorhersehbar ist. In Indien,
wissen wir aufgrund unserer jüngsten Erfahrung mit den Geschichtsbüchern in
der Schule, wie wahr das ist. Jetzt müssen alle "pseudo-weltlichen Leute"
hoffen, dass die Archäologen, welche unter der Babri Majid Moschee graben,
keine Überreste eines Ram-Tempels finden. Aber auch wenn es wahr wäre, dass
ein Hindu-Tempel unter jeder Mosche Indiens liegt, was war unter dem
Hindu-Tempel? Vielleicht ein anderer Hindu-Tempel, für einen anderen Gott.
Vielleicht eine buddhistische Stupa. Sehr wahrscheinlich ein
Adivasi-Schrein. Die Geschichte begann nicht mit dem Savarna Hinduismus,
oder? Wie tief sollen wir graben? Wie viel sollten wir umwerfen? Und warum
werden Muslime, welche sozial, kulturell und wirtschaftlich ein
untrennbarer Teil Indiens sind, als fremd bezeichnet, während die Regierung
zugleich eifrig Geschäfte mit Konzernen macht und Verträge für
Entwicklungshilfe mit einen Land abschließt, das uns für Jahre
kolonialisiert hat?
Zwischen 1876 und 1892, während der großen Hungersnöte, verhungerten
Millionen Inder, während die britische Regierung weiterhin Nahrung und
Rohmaterial nach England exportierte. Historische Aufzeichnungen schätzen,
dass zwischen 12 und 29 Millionen Menschen starben. Das sollte bei der
Politik der Rache auch eine gewisse Rolle spielen, oder etwa nicht? Oder
macht Rache nur Spaß, wenn die Opfer verwundbar und leicht anzugreifen sind?
Erfolgreicher Faschismus braucht harte Arbeit. Und diese ist auch nötig, um
"Ein gutes Investitionsklima zu schaffen". Arbeiten die beiden gut
zusammen? Historisch gesehen haben sich Korporationen selten vor Faschisten
geziemt. Korporationen wie Siemens, I.G. Farben, Bayer, IBM und Ford
machten mit den Nazis Geschäfte. Wir haben die aktuelleren Beispiele
unserer eigenen Konföderation der Indischen Industrie (CII), welche auch
noch nach dem Pogrom des Jahres 2002 mit der Regierung Gujarats Geschäfte
macht. So lange wie unsere Märkte offen sind, wird ein bisschen selbst
angebauter Faschismus keinem guten Geschäft in die Quere kommen.
Es ist interessant zu bemerken, dass gerade zu jener Zeit, in welcher
Manmohan Singh, damaliger Finanzminister, die indischen Märkte auf den
Neoliberalismus einstellte, L.K. Advana seine erste Rath Yatra
veranstaltete, die den Zorn der ländlichen Bevölkerung aufwiegelte, und uns
für den Neo-Faschismus vorbereitete. Im Dezember 1993 zerstören
randalierende Mobs die Babri Majid Moschee. 1993 unterzeichnete die
Regierung von Maharashtra ein Energiekauf-Abkommen mit Enron. Das war das
erste private Energieprojekt in Indien. Der Vertrag mit Enron, so desaströs
er sich auch entpuppte, startete die Zeit der Privatisierung in Indien.
Jetzt, wenn die Kongress-Partei von den Zuschauertribünen aus jammert, hat
die BJP den Prügel aus ihren Händen gerissen. Die Regierung veranstaltet
ein außergewöhnliches Doppelkonzert. Während der eine Arm damit beschäftigt
ist, die Reichtümer der Nation in großen Stücken auszuverkaufen,
organisiert der andere Arm, um Aufmerksamkeit abzulenken, einen bellenden,
schreienden und krankhaften Kultur-Nationalismus. Die unerbitterliche
Rücksichtslosigkeit des einen Projekts nährt direkt den Wahnsinn des anderen.
Auch wirtschaftlich betrachtet ist dieses Doppelkonzert ein gangbarer Weg.
Ein Teil der enormen Profite, welche in diesem Prozess der totalen
Privatisierung (und dem Anwachsen des Glänzenden Indiens) entstehen, geht
in die Finanzierung von Hindutvas riesiger Armee - dem RSS, dem VHP, dem
Bajrang Dal, und an eine Vielzahl anderer Organisationen, welche Schulen,
Spitäler und soziale Dienste verwalten. Der Hass, den sie predigen,
verbunden mit der unaufhaltsamen Frustration, welche durch die
rücksichtslose Verarmung und Enteignung durch das Globalisierungsprojekt
der Konzerne entsteht, schürt die Gewalt von Arm gegen Arm - die perfekte
Rauchwand, hinter welcher man die Strukturen der Macht intakt und ungestört
arbeiten lassen kann.
Aber es ist nicht immer genug die Frustration der Menschen in Gewalt
umzulenken. Um ein "Gutes Investitionsklima zu schaffen", muss der Staat
oft selbst eingreifen.
In den letzten Jahren hat die Polizei bei friedlichen Demonstrationen
wiederholt Feuer auf unbewaffnete Menschen eröffnet, meistens Adivasis. In
Nagarnar, Jharkhand; in Mendi Kheda, Madhya Pradesh, in Umergaon, Gujarat;
in Rayagara und Chilika, Orissa; in Muthang und in Kerala sind Menschen
getötet worden. Wenn es arme Menschen sind, und besonders Dali oder
Adivasi-Gemeinschaften, werden sie dafür umgebracht, einen Wald zu
betreten, (Muthanga), und auch wenn sie versuchen ihren Wald und ihr Land
vor Dämmen, Bergbauarbeiten oder Schwerindustrie zu schützen (Koel Karo,
Nagarnar). Der Widerstand geht weiter und weiter - Jambudweep, Kashipur,
Maikanj.
Fast jedesmal wenn die Polizei auf Menschen schießt, werden jene, die
beschossen worden sind, sofort Militante genannt (PWG, MC, ISI, LTTE).
Wenn die Opfer sich weigern Opfer zu bleiben, werden sie Terroristen
genannt, und man geht mit ihnen auch so um. POTA ist ein
Breitspektrumantibiotikum gegen die Krankheit Widerstand. Es gibt andere,
spezifischere, Schritte, welche auch unternommen werden - Gerichtsurteile
welche die Redefreiheit, das Recht zu streiken und das Recht zu leben
einschränken. Die Ausgänge werden alle verschlossen. Dieses Jahr haben 181
Länder bei einer UNO-Versammlung für den verstärkten Schutz der
Menschenrechte in der Zeit des Kriegs gegen den Terror gestimmt. Sogar die
USA stimmte dafür. Indien enthielt sich der Stimme. Es wird alles für einen
Großangriff auf die Menschenrechte vorbereitet.
Wie können also einfache Menschen auf den Angriff eines zunehmend
gewalttätigeren Staat reagieren?
Der Boden auf welchem gewaltfreier Widerstand fruchtbar sein kann, ist
ausgetrocknet worden. Nach mehrjährigen Anstrengungen stehen mehrere
gewaltfreie Widerstandsbewegungen jetzt mit dem Rücken zur Wand, und fühlen
ganz richtig, dass sie jetzt ihre Richtung ändern müssen. Ansichten
darüber, welche Richtung das sein soll, sind zutiefst polarisiert. Es gibt
jene welche glauben, dass ein bewaffneter Kampf der einzige Weg ist, der
noch übrig bleibt. Lässt man auch fürs erste Kashmir und den Nordosten
beiseite, so gibt es ganze Ketten von Gebieten, ganze Distrikte in
Jharkhand, Bihar, Uttar Pradesh, Madhya Pradesh und UP, die jetzt von jenen
kontrolliert werden, die dieser Ansicht sind. Andere glauben immer stärker,
dass sie sich an der Politik der Wahlen beteiligen müssen - bei diesem
System mitmachen müssen, um von innerhalb zu verhandeln. (Ist es nicht
ähnlich wie die Entscheidungen, vor welchen die Menschen in Kashmir
standen?) Was man aber nicht vergessen darf ist, dass, so sehr sich diese
beiden Gruppen auch unterscheiden, teilen beide doch den Glauben (um es
plump zu formulieren): Es Reicht! Ya Basta!
Es gibt zurzeit keine wichtigere Debatte in Indien. Das Ergebnis wird das
Leben in diesem Land verändern, zum besseren oder zum schlechteren. Für
alle. Reich, arm, ländlich, städtisch.
Bewaffneter Kampf führt zu einer massiven Eskalation der Gewalt von Seiten
des Staates. Wir haben gesehen, in welchen Morast dies in Kashmir und im
Nordosten geführt hat.
Also, sollten wir das tun, was unser Premierminister vorschlägt? Dem
Widerstand entsagen und uns ins Wahlgetümmel werfen? Bei der Roadshow
mitmachen? Beim schrillen Austausch von Beleidigungen mitmachen, welche nur
dazu dienen zu verbergen, was sonst ein fast totaler Konsens ist? Vergessen
wir nicht, dass bei all den großen Themen - den Nuklearwaffen, den großen
Dämmen, der Kontroverse um Badri Masjid, bei der Privatisierung - die
Kongresspartei die Saat gelegt hat, und die BJP herbeistürmte, um die
bösartige Ernte zu kassieren.
Das bedeutet nicht, dass das Parlament keine Bedeutung hat, und man Wahlen
ignorieren sollte. Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen einer
unverhohlen kommunalistischen Partei mit faschistischer Ausrichtung oder
einer opportunistischen kommunalistischen Partei. Natürlich gibt es einen
Unterschied zwischen einer Politik, welche offen und stolz Hass predigt und
einer Politik, welche schlau und still die Menschen gegeneinander aufbringt.
Und natürlich wissen wir, dass das Erbe der einen uns den Horror der
anderen gebracht hat. Zwischen ihnen haben sie jede echte Wahl ausgelöscht,
welche eine parlamentarische Demokratie bieten sollte. Die Raserei, die
Atmosphäre eines Messegeländes, die um die Wahl herum geschaffen wird,
bekommt in den Medien die größte Aufmerksamkeit, weil sich jeder darin
sicher ist, dass egal wer gewinnt, der Status Quo nicht herausgefordert
werden wird. (Nach den eifrigen Reden im Parlament, scheint eine
Widerrufung des GVT bei keiner der Parteien eine Priorität in ihrer
Wahlkampagne darzustellen. Sie wissen alle, dass sie es brauchen, in der
einen oder anderen Form.) Was auch immer sie während Wahlen oder wenn sie
gerade in der Opposition sind sagen, keine Regierung des Staates oder eines
Bundesstaates konnte die Hand des Neoliberalismus beiseite halten. Es wird
keine radikalen Veränderungen "von innen" geben.
Ich persönlich glaube nicht, dass ein gangbarer Weg zu einer alternativen
Politik über eine Beteiligung an den Wahlkämpfen führt. Nicht wegen der
gespielten Zierlichkeit der Mittelschicht, welche sich in Aussprüchen wie
"Politik ist schmutzig", oder "alle PolitikerInnen sind korrupt" äußert,
sondern weil ich glaube, dass man strategische Kämpfe von einer Position
der Stärke und nicht von einer der Schwäche aus führen muss.
Die Ziele eines zweifachen Angriffs von kommunalem Faschismus und von
Neoliberalismus sind die Armen und die Minderheiten (welche mit
fortschreitender Zeit immer mehr verarmt werden). Während der
Neoliberalismus seinen Keil zwischen Arm und Reich treibt, zwischen dem
Glänzenden Indien und Indien, wird es für jede Mainstream-Partei zunehmend
absurd vorzugeben, sowohl die Interessen der Armen als auch die der Reichen
zu vertreten, weil die Interessen der einen nur auf Kosten jener der
anderen vertreten können. Meine "Interessen" als eine reiche Inderin (würde
ich nach ihnen handeln), würden kaum den Interessen eines armen Bauern in
Andhra Pradesh ähneln.
Eine politische Partei, welche die Armen vertritt, wird eine arme Partei
sein, eine Partei mit sehr geringfügigen Geldern. Heute ist es nicht
möglich eine Wahl ohne Gelder zu führen. Ein paar gut bekannte soziale
AktivistInnen ins Parlament zu setzen ist interessant, aber nicht wirklich
politisch bedeutungsvoll. Kein Prozess, der es Wert wäre, all unsere
Energie zu schlucken. Individuelles Charisma und Personenpolitik kann keine
radikale Veränderung bewirken.
Aber arm zu sein bedeutet nicht schwach zu sein. Die Stärke der Armen liegt
nicht innerhalb von Regierungsgebäuden und Gerichtshöfen. Sie liegt
außerhalb, in den Feldern, den Bergen, den Straßen und auf jedem
Universitätscampus des Landes. Dort müssen die Verhandlungen abgehalten
werden. Dort muss der Kampf geführt werden.
Gerade jetzt sind diese Orte an die Hindu-Rechte abgegeben worden. Was auch
immer man von ihrer Politik hält, man kann nicht leugnen, dass sie da
draußen sind und sehr hart arbeiten. Während der Staat sich seiner
Verantwortung entledigt und Gelder für elementarste öffentliche Dienste wie
Gesundheit und Bildung reduziert, sind die Soldaten der Sangh Parivar
einmarschiert. Neben den zehntausenden Shakhas (örtlichen Vereinen) welche
tödliche Propaganda austeilen, betreiben sie Schulen, Spitäler, Kliniken,
Ambulanzdienste und Katastrophenschutzstellen. Sie verstehen die
Machtlosigkeit. Sie verstehen auch, dass Menschen, und besonders machtlose
Menschen, Wünsche haben, welche nicht nur praktische Alltagsbedürfnisse
sind, sondern auch emotional, spirituell und die Erholung betreffend. Sie
haben einen bösartigen Schmelztiegel entworfen, in welchen der Ärger, die
Frustration, die alltägliche Unwürdigkeit, und die Träume einer anderen
Zukunft abgegossen werden können, um für einen tödlichen Zweck eingesetzt
zu werden.
Inzwischen träumt die traditionelle Mainstream-Linke davon "an die Macht zu
kommen", aber bleibt seltsam festgefahren, nicht bereit sich den Fragen der
Zeit zu stellen. Sie hat sich selbst in eine Ecke gestellt und in einen
abgelegenen intellektuellen Raum zurückgezogen, wo antike Argumente in
archaischer Sprache, welche nur wenige verstehen, vorgelegt werden.
Die einzige mögliche Herausforderung für den Großangriff der Sangh Parivar
stellen die Graswurzel-Widerstandsbewegungen dar, welche im ganzen Land
verstreut sind, die Enteignung und Verletzung ihrer elementarsten Rechte
bekämpfen, was seinen Ursprung im aktuellen "Entwicklungs"-Modell hat. Die
meisten dieser Bewegungen sind isoliert und arbeiten (trotz nie endender
Anschuldigungen, dass sie "vom Ausland bezahlte ausländische Agenten"
seien) fast ohne Geld und Ressourcen. Sie sind hervorragende
Feuerwehrleute, sie stehen mit dem Rücken zur Wand. Aber sie stehen in
Kontakt zur Realität und sehen genau, was passiert. Sie wissen, wie die
düstere echte Welt aussieht. Wenn sie zusammenarbeiten würden, wenn sie
unterstützt und gestärkt werden würden, könnten sie zu einer Kraft werden,
die man beachten muss. Ihr Kampf wird, wenn er gefochten wird, ein
idealistischer sein müssen - kein starrer und ideologischer.
In einer Zeit, in welcher Opportunismus alles ist, wenn die Hoffnung
verloren scheint, wenn alles sich auf einen zynischen Geschäftsabschluss
reduziert, müssen wir die Courage finden zu träumen. Die Romantik
wiedererobern. Die Romantik, an Gerechtigkeit, Freiheit und Würde zu
glauben. Für alle. Wir müssen gemeinsam gehen, und um das zu tun, müssen
wir verstehen, wie diese große alte Maschine arbeitet - für wen sie
arbeitet und gegen wen sie arbeitet. Wer zahlt, wer profitiert? Im ganzen
Land führen gewaltfreie Widerstandsbewegungen isolierte Kämpfe um einzelne
Themen, und beginnen zu begreifen, dass diese Art der Politik, einzelne
Interessen zu vertreten, welche ihre Zeit und ihren Ort hatte, nicht länger
ausreichend ist. Dass sie sich in eine Ecke gedrängt und ineffektiv fühlen,
ist nicht Grund genug, vom gewaltfreien Widerstand als Strategie
abzukehren. Es ist jedoch Grund genug einige ernsthafte Fragen an uns
selbst zu stellen.
Wir brauchen eine Vision. Wir müssen sicherstellen, dass jene von uns
welche sagen, dass wir die Demokratie wiederaufrichten wollen, in unseren
eigenen Abläufen und Methoden egalitär und demokratisch sind. Wenn unser
Kampf ein idealistischer sein soll, können wir keine Ausnahmen für interne
Ungerechtigkeiten vorsehen, die wir einander, Frauen oder Kindern, antun.
Zum Beispiel dürfen jene, welche den Kommunalismus bekämpfen, die
wirtschaftliche Ungerechtigkeit nicht einfach ignorieren. Jene, welche
Dämme oder Entwicklungsprojekte bekämpfen, dürfen Themen wie Kommunalismus
oder Kastenpolitik in ihrer Einflusssphäre nicht einfach ausweichen - sogar
auf Kosten von kurzfristigen Erfolgen in ihren Kampagnen. Wenn
Opportunismus und Praktikabilität auf Kosten unserer Überzeugungen
akzeptiert werden, dann unterscheidet uns nichts von
Mainstream-PolitikerInnen. Es ist Gerechtigkeit, was wir wollen, und das
muss Gerechtigkeit und gleiche Rechte für alle bedeuten - nicht nur für
Einzelgruppen mit Einzelinteressen. Darüber kann nicht diskutiert werden.
Wir haben es zugelassen, dass der gewaltfreie Widerstand beim Theater der
Fühl-Dich-Gut-Politik mitmacht, was bestenfalls eine Photogelegenheit für
die Medien darstellt, und im schlechtesten Fall einfach ignoriert wird.
Wir müssen uns umsehen und dringend Strategien des Widerstandes besprechen,
echte Kämpfe führen und echten Schaden zufügen. Wir müssen uns daran
erinnern, dass der Salzmarsch nicht nur ein gutes politisches Theater war.
Er war ein Angriff auf das wirtschaftliche Fundament des britischen Imperiums.
Wir müssen die Bedeutung von Politik wieder neu definieren. Die
"NGO"-isierung der Gesellschaft führt uns geradewegs in die falsche
Richtung. Sie entpolitisiert uns. Sie macht uns abhängig von Hilfe und
Geschenken. Wir müssen die Bedeutung von zivilem Ungehorsam wiederentdecken.
Vielleicht brauchen wir ein gewähltes Schattenparlament außerhalb der Lok
Sabha, ohne deren Unterstützung und Bestätigung das Parlament nicht mehr
problemlos funktionieren kann. Ein Schattenparlament welches im Untergrund
einen Takt vorgibt und Informationen zur Verfügung stellt (was die
Mainstreammedien immer weniger machen). Furchtlos, aber gewaltfrei, müssen
wir die Bestandteile dieser Maschine, welche uns aushöhlt, ausschalten.
Uns geht die Zeit aus. Schon während wir sprechen, schließt sich der Kreis
der Gewalt um uns.
Auf welchem Weg auch immer, die Veränderung wird kommen. Sie könnte blutig
sein, oder sie könnte wunderschön sein. Es hängt von uns ab.
Quelle: ZNet Deutschland vom 19.06.2004. Übersetzt von: Matthias, mit
leichter Bearbeitung von Michael Schmid und Matthias Reichl.
Orginalartikel: "How Deep Shall We Dig?".
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Wed Jul 14 22:21:27 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Wed, 14 Jul 2004 23:21:27 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 125 - Uri Avnery: Richter in Den Haag; Gila Svirsky:
Thank you...
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040714224733.02628ca0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 125 - Uri Avnery: Es gibt Richter in Den Haag; Gila
Svirsky: Thank you, your honors - Eine Schandmauer trennt Palästinenser von
Israel
Bad Ischl, 14.7.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Jedem, der an der geplanten Route der Mauer entlang fährt, fällt sofort ein
Aspekt auf: der Verlauf der Mauer wurde ohne die geringste Rücksicht auf
das Leben der dort lebenden palästinensischen Menschen bestimmt. Die Mauer
trifft sie so, wie eine Ameise, die achtlos zertreten wird. Die Bauern
werden von ihren Feldern getrennt, die Arbeiter von ihren Arbeitsplätzen,
Schüler von ihren Schulen, kranke Leute vom Krankenhaus, die Trauernden von
den Gräbern ihrer Angehörigen.
Es gibt Richter in Den Haag
Uri Avnery
Haaretz, eine der israelischen Zeitungen, bringt die beiden Begebenheiten
auf ihrer Titelseite: den hundertsten Todestag von Theodor Herzl, dem
Gründer der modernen zionistischen Bewegung, und das Urteil des
Internationalen Gerichtshofes ( ICJ), der den israelischen Trennungswall
für illegal erklärte.
Die Verbindung zwischen beiden scheint zufällig. Welche Verbindung könnte
zwischen dem Gedenken eines historischen Datums und dem letzten aktuellen
Geschehen möglich sein?
Doch da gibt es eine Verbindung. Sie ist in einem von Herzl geschriebenen
Satz in „Der Judenstaat" enthalten, dem Buch, das zum Eckstein des
Zionismus wurde.
Er lautet: „Dort (in Palästina) werden wir ein Stück des Walles gegen Asien
bilden, wir würden den Vorpostendienst der Kultur gegen die Barbarei besorgen."
Dieser Satz könnte sogar heute geschrieben sein. Amerikanische Denker reden
vom „Zusammenstoß der Zivilisationen", der westlichen „judeo-christlichen"
Kultur, die auf die „islamische Barbarei" stößt. Amerikanische Führer
erklären, dass Israel der Vorposten der westlichen Zivilisation im Kampf
gegen den arabisch-muslimischen „internationalen Terrorismus" sei. Zu
diesem Zweck baut Sharon eine Mauer (so wird gesagt), um Israel vor dem
palästinensisch-arabischen Terror zu schützen. Man erklärt bei jeder
Gelegenheit, dass der Kampf gegen den „palästinensischen Terrorismus" ein
Teil des Kampfes gegen den „internationalen Terrorismus" sei. Die
Amerikaner unterstützen die israelische Mauer mit ganzem Herzen und mit
ihrem Geld.
Selbst der halboffizielle Name der Barriere – „Trennungszaun" – betont
diese Tendenz. Die Absicht ist, zwischen Nationen, zwischen Zivilisationen
und tatsächlich zwischen der Kultur (der unsrigen) und der Barbarei (der
ihrigen) zu trennen.
Dies sind profunde ideologische, meist unbewusste Gründe, um die Mauer zu
bauen. Oberflächlich betrachtet, scheint es eine praktische Antwort auf
eine wirkliche und gegenwärtige Gefahr zu sein. Ein gewöhnlicher Israeli
wird sagen: „Bist du verrückt? Wovon sprichst du eigentlich? Was hat das
mit Herzl zu tun? Er starb vor hundert Jahren!" Aber es gibt tatsächlich
eine direkte Verbindung.
Dies trifft auch auf einen anderen Aspekt der Mauer zu. Zu Herzls Zeit
wurde ein Satz geprägt, der zum Slogan der frühen zionistischen Bewegung
wurde: „ Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land." Mit anderen Worten:
Palästina ist ein leeres Land.
Jedem, der an der geplanten Route der Mauer entlang fährt, fällt sofort ein
Aspekt auf: der Verlauf der Mauer wurde ohne die geringste Rücksicht auf
das Leben der dort lebenden palästinensischen Menschen bestimmt. Die Mauer
trifft sie so, wie eine Ameise, die achtlos zertreten wird. Die Bauern
werden von ihren Feldern getrennt, die Arbeiter von ihren Arbeitsplätzen,
Schüler von ihren Schulen, kranke Leute vom Krankenhaus, die Trauernden von
den Gräbern ihrer Angehörigen.
Man kann sich gut vorstellen, wie sich Militärs und Siedler über eine
Landkarte beugen und den Verlauf der Mauer planen – als ob es eine leere
Landschaft wäre mit nichts außer Siedlungen, Armeebasen und Landstraßen.
Sie argumentieren über die Topographie, taktische Erwägungen und
strategische Ziele. Palästinenser? Was für Palästinenser?
Der israelische Oberste Gerichtshof, der letzte Woche seine Entscheidung
getroffen hat, konzentrierte sich vor allem auf diesen Punkt. Er bestritt
nicht die Erklärungen der Generäle, dass die Mauer notwendig sei. Wenn die
Generäle das sagen, steht das Gericht in Habachtstellung und salutiert Das
Gericht hat auch nicht entschieden, dass die Mauer auf der Grünen Linie,
der international anerkannten Grenze zwischen Israel und den 1967 besetzten
Gebieten gebaut werden solle – übrigens wäre es auch die kürzeste und am
leichtesten zu verteidigende Route. Es erkannte aber die Tatsache an, dass
diese Gebiete von palästinensischer Bevölkerung bewohnt sind, und
verlangte, dass ihre menschlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden müssten.
Während der vergangenen Woche wurde klar, dass die Armee bereit ist, einige
Korrekturen am Verlauf der Mauer zu machen, aber nicht die Grundkonzeption
zu ändern. Die korrigierte Route schafft für die Palästinenser immer noch
Enklaven und begrenzt ihre Bewegungsfreiheit, wenn auch weniger als vorher.
Einige der Bauern werden wieder mit ihrem Land verbunden werden. Mehr nicht.
Nun kommt der Internationale Gerichtshof und verkündet Prinzipien, die den
israelischen Friedenskräften, die gegen die Mauer demonstrierten, viel
näher stehen. Er sagt, dass die Mauer selbst illegal sei, außer dort, wo
sie an der Grünen Linie entlang geht. Alle innerhalb der besetzten Gebiete
gebauten Abschnitte verletzen das internationale Gesetz sowie die
Konventionen und Abkommen, die von Israel unterzeichnet wurden.
Der Gerichtshof sagt, dass diese Abschnitte der Mauer entfernt, die
Situation wieder wie zuvor hergestellt und die Palästinenser für den ihnen
zugefügten Schaden entschädigt werden müssen. Alle Staaten der Welt werden
dazu aufgerufen, sich jeder Hilfe für den Mauerbau zu enthalten.
Wird dies irgendeine Wirkung auf die Meinung der israelischen
Öffentlichkeit haben? Ich fürchte, nein. Während der letzten Monate
bereitete die offizielle Propagandamaschine die Öffentlichkeit auf diesen
Tag vor. Sie ließ verlauten, die Richter des Internationalen Gerichtshofs
seien Antisemiten, es sei ja wohl bekannt, dass alle Nationen, außer den
USA, den jüdischen Staat zerstören wollten. Vor ein paar Jahren gab es ein
lustiges Lied: „Alle Welt ist gegen uns, aber was kümmert uns das?" Sollen
sie zur Hölle gehen!
Wird dies irgendeine Wirkung auf die öffentliche Meinung der Welt haben?
Wahrscheinlich, obwohl die „beratende Stellungnahme" des Gerichtshofes
nicht bindend ist, und der Gerichtshof keine Armee oder Polizei hat, um
seine Entscheidungen durchzusetzen. Es hat keinen Zweck, diese dem
Sicherheitsrat zu unterbreiten, wo sie automatisch von einem amerikanischen
Veto abgeschossen werden. Jederzeit und erst recht kurz vor den Wahlen wird
eine amerikanische Regierung es sehr ungern tun, die pro-israelische Lobby
- die jüdische sowieso - und die christlich-fundamentalistische zu
verärgern. Die USA wird den Gerichtshof ignorieren und die Mauer weiter
finanzieren.
Aber in der veto-freien UN –Vollversammlung wird es eine ausführliche
Debatte geben, die die Scheinwerfer auf die wirkliche Natur der Mauer
werfen wird. Der Propagandamaschine der Sharon-Regierung, die von den
meisten Medien der Welt unterstützt und begünstigt wurde, ist es gelungen,
die Mauer als notwendiges Mittel zur Verhinderung von Selbstmordattentaten
innerhalb Israels darzustellen. Die Debatte innerhalb der Vollversammlung
kann helfen, dass viele den wirklichen Zweck des Monsters veröffentlichen.
Einen Tag vor dem Urteil des IJC war ich in einem großen Zelt in A-Ram,
nördlich von Jerusalem, einer Stadt, die eines der Hauptopfer der Mauer
ist. Dort fand ein Hungerstreik von Palästinensern und Israelis gegen die
Mauer statt. Der Ort zog Pilger von überall im Lande an.
Im Zelt fand die Weltpremiere eines Films statt. Seine Regisseurin Simone
Bitton, eine Israelin nordafrikanischer Herkunft, die in Paris lebt, zeigte
die Mauer, wie sie tatsächlich ist.
Im Film berichten Palästinenser, was die Mauer ihnen angetan hat. Ein
jüdischer Kibbuzbewohner sagt, dass sie für Israel ein Unglück sei, für das
wir selbst verantwortlich seien. Der Direktor des
Verteidigungsministeriums, General Amos Yaron (der von seinem Armeeposten
von der Kahan –Untersuchungskommission entlassen wurde, weil er in die
Sabra- und Shatila-Affäre verwickelt war) erklärt, dass die Palästinenser
selbst an ihrem Leiden schuld seien. Wenn sie nicht gegen die Besatzung
Widerstand leisten würden, dann wäre auch die Mauer nicht nötig.
Die bewegendste Szene war rein visuell, eine Sequenz ohne Worte. Man sieht
grüne Felder und Olivenhaine, die sich bis zum Horizont erstrecken -
dazwischen ein paar Dörfer mit ihren schlanken Minaretten. Ein riesiger
Kran zieht eine mächtige Betonplatte hoch und setzt sie an ihren Platz in
der Mauer. Sie deckt nun einen Teil der Landschaft zu. Eine zweite
Betonplatte verdeckt noch mehr der Landschaft, eine dritte Betonplatte
deckt sie völlig zu. Dabei wird einem klar, dass direkt vor den eigenen
Augen noch ein Dorf auf immer vom Leben abgeschnitten wurde – durch die 8
Meter hohe Mauer, die das Dorf von allen Seiten einschließt.
Im selben Augenblick blitzte mir ein Gedanke durch den Kopf: derselbe Kran,
der jetzt die Platten setzt, kann sie schließlich auch wieder entfernen. So
geschah es in Deutschland. Es wird auch hier geschehen. Die Entscheidung
der Richter in Den Haag, die aus 15 verschiedenen Ländern kommen, haben
ihren Beitrag geleistet.
Vielleicht ist es eine Ironie der Geschichte: die Richter, die die
europäische Kultur vertreten, fordern, dass die Mauer entfernt wird. Wenn
Herzl dies miterlebt hätte, würde er sich sehr gewundert haben.
(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)
[]
http://www.uri-avnery.de
erstellt am 10.07.2004
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From: Gila Svirsky
Sent: Saturday, July 10, 2004 11:26 AM
Subject: Thank you, your honors
Friends, this brief op-ed is more formal than I usually write, in an effort
to clarify to a wider audience what is actually wrong with the so-called
'security fence'. Please feel free to circulate further. Gila
Thank You, Your Honors
Gila Svirsky
In a carefully reasoned but unequivocal decision, the International Court
of Justice in the Hague did the expected: It found that Israel's
construction of its security wall inside Palestinian territory is illegal
according to international law.
As an Israeli deeply concerned about the security of my country, and a Jew
deeply concerned about the moral implications of building this barrier, I
applaud this decision.
Israel's security claims in favor of the wall are seriously flawed: As it
is now being constructed, the wall does not follow the 1967 border, but
rather reaches deep into Palestinian land, a route that will ultimately
leave hundreds of thousands of Palestinians on the Israeli side. How will
this prevent Palestinian suicide bombers from entering Israel?
On humanitarian grounds, the wall is unconscionable. It prevents
Palestinian access to farmland, schools, hospitals and jobs. Picture your
children having to wait at the wall twice a day for soldiers to show up and
unlock the gate, allowing them to get to and from school. Picture the
farmer who made a living from his olive trees, which are now inaccessible
or have been felled to make way for construction. Imagine that you
suddenly need to see a doctor, but have no permit to get through. Imagine
that you simply want to visit your elderly mother, but the wall now comes
between you. According to B'Tselem, the Israeli human rights organization,
when the wall is complete, some 38% of Palestinians will find their lives
disrupted and their livelihoods discontinued.
The presence of the wall is not only cruel to Palestinians; it will
ultimately harm Israeli security as well, as it intensifies the bitterness
and hatred directed toward us. Is this the security that the wall will
provide?
Unlike Palestinians who can hardly avoid it, most Israelis have never even
seen the wall; it is built inside Palestinian territory, where only Israeli
settlers (and the soldiers sent to protect them) now venture. If other
Israelis saw it, I hope they would be shocked. In several places, the wall
does not simply wend through Palestinian towns, it actually surrounds them
entirely, penning the residents inside - their right to enter or leave left
to the whim of young soldiers guarding the gate.
In these localities, civilian populations are now entirely encircled by a
30-foot-high, gray concrete battlement interrupted only by watchtowers from
where soldiers train binoculars and automatic rifles on the residents below.
Lights mounted on the wall shine down into the streets, making constant
surveillance that much easier. As a Jew whose ancestors were confined to
ghettoes during anti-Semitic periods of history, I find this
horrifying. Will keeping 100,000 Palestinians penned in ghettoes and
enclaves serve the security needs of Israel? Did forcing Jews into the
ghettoes of Europe serve the security needs of those countries?
Last week, the Israeli Supreme Court acknowledged the grave violations of
Palestinian human rights resulting from the wall, and ordered the army to
reroute it in specific locations. While our government is hoping that this
Israeli court ruling will make it possible for Israel to ignore the Hague
tribunal - on the grounds that "the wall is an internal security matter
that we are dealing with" - most Israeli peace activists do not
agree. Construction of the wall within Occupied Territory - meaning on
somebody else's property - is a violation of basic rights, no matter how
you look at it. And claims that the wall provides security are undercut by
the large numbers of Palestinians who will remain on the "Israeli" side.
Ultimately, the best way for my country to achieve security is to negotiate
peace with the Palestinians, and sufficiently improve the lives on both
sides so that there is a vested interest in maintaining the peace. The
wall, however, does just the opposite. As a result, it is not only bad for
Palestine, but bad for Israel too.
A few days ago, I watched an old Palestinian woman surveying with dismay
her family's olive trees that the army had cut down, shaving a swath on
which the wall will rise. "Those stupid people," she said, careful not to
name them, "If not for their stupidity, we could have lived in peace with
each other."
____________________
Gila Svirsky is a peace and human rights activist in Jerusalem.
_______________________________
Coalition of Women for Peace:
http://www.coalitionofwomen4peace.org
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Jul 27 10:41:39 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 27 Jul 2004 11:41:39 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 126 - WTO-Verhandlungen: Kritik von Focus on the Global
South u. Attac Oesterreich
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040727111836.02634180@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 126 - Kritik an WTO-Verhandlungen in Genf: Focus on the
Global South (Walden Bello, Thailand) und Attac Österreich.
Bad Ischl, 27.7.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Flawed July Framework Must be Rejected
Focus on the Global South, July 27, 2004
In preparation for the World Trade Organization General Council Meeting on
July 27-28, the Chairman has released a draft text as a basis for
negotiations. This July framework, as it is called, is projected as a
penultimate effort to bring the derailed organization back on track. As a
closer inspection will show, however, this framework does nothing to
address the demands of developing countries.
There is only one thing that developing country governments can do with he
proposed July framework: dump it. The text is so unbalanced in favor of the
interests of the trade superpowers that one wonders if these governments
have been listening at all to the rising crescendo of protest from
developing counties that culminated in the rebellion that resulted in the
collapse of the Fifth Ministerial in Cancun in September of last year.
The main reasons for rejecting this flawed text are the following:
- The Framework for Agriculture is simply an exercise to devise
increasingly intricate mechanisms to accommodate the United States and
European Union's efforts to maintain the high levels of subsidization of
their agricultural interests behind a smokescreen of vague promises to
address the concerns of developing countries.
- The Framework for Market Access for Non-Agricultural Products
(NAMA) simply reproduces a text rejected in Cancun by the developing
countries since it amounts to nothing less than a prescription for their
deindustrialization.
- The Framework on Trade Facilitation is nothing but a stubborn
effort on the part of the trading powers to keep alive an issue that lacks
the necessary explicit consensus of all members to be a subject of
negotiation.
- Lip service is paid to the main concerns of developing countries,
specifically, the cotton issue, special and differential treatment,
development, and implementation, but they are actually treated as secondary
issues the negotiation of which is consigned to future negotiations and
left in the air.
AGRICULTURE
This text does not form the basis for rectifying distortions in
agricultural trade. The EU and US provide between US$70-80 billion each in
domestic supports. This draft is the legal framework US and EU need for
legitimizing the continuation of these supports.
The key concerns of developed countries have been given the green light
whilst developing countries concerns have not:
- An enlarged Blue Box for the US to house its 2002 Farm Bill payments;
- No limits or reductions on the Green Box which is the major culprit
legitimizing dumping since for the US. Over $50 billion a year of supports
(or 70% of US¹ domestic supports) are accounted for under this category.
They are indirect export subsidies and should be treated as such.
Essentially, cuts will be made to trade-distorting supports but these will
be compensated through the Green and Blue boxes, i.e., this is a public
relations box shuffling exercise.
- Sensitive products for the EU (or up 20% of their tariff lines) will be
protected. In contrast, despite developing countries insistence over
defending crops critical for food security and rural livelihoods, the text
postpones dealing concretely with this issue.
- The pledge by the EU to eliminating export subsidies is also feeble since
it is depends on others first fulfilling their commitments, e.g. US in
export credits and food aid, and Canada as well as developing countries in
"disciplining" their State Trading Enterprises (STEs). The deregulation of
STEs, if applied also to developing countries STEs as the text implies,
would be disastrous since STEs stabilize prices and food supply and play a
critical role in ensuring food security.
COTTON
The text will not provide what the West African cotton countries have been
demanding: an end to subsidies in cotton. Moreover, contrary to their
demand, the text treats cotton as part of the agriculture negotiations,
thus undermining its satisfactory resolution.
Promises to cap the product-specific supports US gives (to the tune of
US$2.8 billion) is a futile exercise. Given the political weight of the US
cotton lobby, US supports to cotton will simply re-emerge in the new Blue
Box or the untouched Green Box.
MARKET ACCESS FOR NON-AGRICULTURAL PRODUCTS (NAMA)
There is hardly any difference between the reject Derbez Text and the July
package in this area, which means that developing countries should again
reject its reincarnation as Annex B of the text.
The language suggests that unbound tariff lines shall be subjected to
non-linear approach, after they are bound at twice he applied rate. This
would have very serious adverse implications for developing
countries. Firstly, the applied rates have never been used as the basis
for calculating tariff reductions. Secondly, the language of the text
suggests that after negotiations, countries should bind all their unbound
tariffs, which, again is a new addition to the modalities of negotiations.
The text directs that work continue on a non-linear formula applied on a
line-by-line basis. This means that higher tariff rates would be subject to
steeper tariff cuts. This kind of process of reduction of tariffs would
drastically reduce the space for a number of developing industrializing
countries to protect their small industries.
The approach suggested in the July package for tariff reduction does not
allow countries to choose their own rate, scope, pace and extent of future
liberalization so as not to cause further adverse effects on local
industries. Moreover it does not address problems that poor and developing
countries will face from erosion of preferences. This package would never
allow poor countries to build their supply capacity but would in fact lead
to massive deindustrialization. All these features go against the demands
being made by least developed countries on NAMA negotiating text since the
Cancun Ministerial Conference of the WTO.
SINGAPORE ISSUES
In order to appease countries such as India and Malaysia, the July text
says that negotiations on investment, competition and government
procurement will not form part of the Work Program and goes ahead to
mention that no work towards negotiations on any of these issues will take
place within the WTO during the Doha Round. This is a deceptive
formulation, for it does not mean that these issues are out of the WTO
system, as the developing countries have demanded. They can be resurrected
in some future round of negotiations.
In fact, the inclusion of trade facilitation in the July package as an item
for negotiation is questionable since the Doha language clearly states that
the explicit consensus of all members is necessary to begin negotiations on
any of the Singapore issues. Moreover, the Doha language is also clear
that if negotiations on any of the Singapore issues did not begin at the
next Ministerial (i.e. at Cancun Ministerial Conference), then there would
be no negotiations on any of these four issues. If this was the agreement
and the July package brags about being accountable to the Doha Mandate then
it has no right to include language that would suggest initiation on
negotiations on trade facilitation.
IMPLEMENTATION AND SPECIAL AND DIFFERENTIAL TREATMENT
This text, like the Doha Ministerial statement, trumpets its concern for
developing countries by including S&D and some language on developmental
concerns. The WTO however has to realize that people cannot be fooled by
the same trick twice.
The language is non-committal and at best can be described as vague.
Importantly all the vague promises in the paragraphs associated with these
issues, turn out to be wasted promises if the text within NAMA and
agriculture negotiations gets implemented.
Although new deadlines have been stated in the July package with respect to
completion of the work of the Committee on Trade and Development, the
history of negotiations at the WTO is replete with examples, which show
that deadlines are not honored when it comes to implementing decisions
benefiting developing countries.
SERVICES
The services paragraph in Annex C is kept the least controversial in order
to show that at least negotiations in this sector are on track. The truth
is far from this. Countries are not coming forward to make offers to
requests made. A number of developing countries do not see any reason for
offering their service sectors as they are still grappling with existing
problems and ambiguities in the GATS agreement. Their need for caution has
been underscored by the April 2004 WTO dispute panel ruling against Mexico
in the Telemex case where clauses in the GATS and auxiliary GATS annexes,
that seemingly allowed developmental aspects of domestic regulations, were
disregarded. In short, the services negotiations continue to be biased
against developmental concerns.
IN CONCLUSION
If there is one thing that links the July text, the Doha Ministerial
Declaration, the defunct Ministerial Draft in Cancun, and the rejected
Derbez text, it is this: all have been extremely unbalanced documents
designed to protect and advance the interests of the trade superpowers at
the expense of the developing countries.
It is extremely hypocritical for World Trade Organization Director General
Supachai Panitchpakdi to claim that the July text advances the "Doha
Development Agenda", since neither the Doha Ministerial Declaration nor the
July text have anything to do with advancing development.
The continuing intransigence of the trade superpowers and their
determination to push their interests within the WTO framework shows how
dysfunctional that framework has become as a mechanism for protecting, much
less advancing, the economic interests and welfare of the developing world.
The developing countries have waited for nearly ten years for the WTO to
show some responsiveness to their needs. For this patience, they have been
rewarded with a succession of anti-development proposals and programs
culminating in the July text. Thus, it is important that they not only
reject the July text but also move actively to find or create other
mechanisms or frameworks to secure their interests outside the WTO.
Development can no longer be pursued within a WTO paradigm.
Focus on the Global South (FOCUS)
c/o CUSRI, Chulalongkorn University
Bangkok 10330 THAILAND
Tel: 662 218 7363/7364/7365/7383
Fax: 662 255 9976
E-mail: N.Bullard@focusweb.org
Web Page http://www.focusweb.org
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WTO darf nicht in alter Form wiederauferstehen
Attac sieht wenig Chancen für Einigung bei Freihandelstreffen.
26.7.2004
Morgen Dienstag (27.7.) trifft sich der Allgemeine Rat, das höchste Gremium
der Welthandelsorganisation WTO, in Genf. Ziel ist die Wiederaufnahme der
Verhandlungen der 2001 begonnenen "Doha-Runde". Nach dem Scheitern der
Ministerkonferenz in Cancún ist es die letzte Chance zum Abschluss dieser
Welthandelsrunde bis 2006. Inhaltlich geht es vor allem um das
Rahmenabkommen der WTO-Verträge in den Punkten Landwirtschaft und
Marktzugang für Industriegüter. Attac Österreich sieht kaum eine Chance für
eine Einigung: "Die EU und die USA haben nichts aus dem Debakel von Cancún
gelernt. Der von WTO-Direktor Panitchpakdi Supachai vorgelegte Entwurf ist
eminent entwicklungsfeindlich und bedient fast ausschließlich die
Interessen der Industrieländer. Die Entwicklungsländer werden mit
allgemeinen Zusagen und dem Verweis auf die nächste Phase der
Verhandlungsrunde vertröstet", kritisiert Alexandra Strickner von Attac
Österreich.
So wird zum Beispiel der - vorgetäuschte - Abbau von Agrar-Exportstützungen
in den Ländern des Nordens (es handelt sich weitgehend um Umschichtungen)
"bezahlt" mit einer Marktöffnung der Entwicklungsländer, der die BäuerInnen
des Südens nicht gewachsen sind. Die von den Entwicklungsländern geforderte
Ausnahme lebenswichtiger Agrarerzeugnisse (z. B. Reis, Bohnen, Mais) von
der Zollreduktion, um ihre Ernährung sicher zu stellen, kommt im Entwurf
zwar vor, ihre Behandlung wird aber auf die nächste Verhandlungsphase
verschoben. Gleichzeitig können die EU und die USA ihre Märkte für eine
Reihe sensibler Produkte (z.B. Zucker, Milchprodukte, Getreide und
Rindfleisch) dicht halten.
Auch andere Stolpersteine, die für den Abbruch den Verhandlungen in Cancún
verantwortlich waren, wurden nicht ausgeräumt. "Die im Text vorgesehene
Reduktionsformel für Industriezölle würde in den armen Ländern zu weitaus
radikaleren Marktöffnungen führen als in den Industrieländern. Die Folge
wäre der Zusammenbruch zahlreicher Industrien in den armen Ländern,
steigende Arbeitslosigkeit und Armut", so Christian Felber. Selbst eines
der vier berüchtigten "Singapur-Themen" - Handelserleichterungen - soll
nach dem Textentwurf verhandelt werden, obwohl sich eine überwältigende
Mehrheit der WTO-Mitglieder in Cancún strikt gegen alle vier
Singapur-Themen ausgesprochen hat.
Attac-Fazit: "Die EU und die USA haben seit Beginn der Doha-Runde keine
Bereitschaft gezeigt, ernsthafte Zugeständnisse zu machen und die
bestehende Handelsverzerrungen - insbesondere im Landwirtschaftsbereich -
zu beseitigen. Das Debakel von Cancún hat gezeigt, dass die
"Entwicklungsrunde" eine rein rhetorische ist. Sollte Ende Juli erneut kein
Ergebnis zustande kommen, ist dies insbesondere den EU und den USA
zuzuschreiben, auch wenn sie wie gewohnt versuchen werden, den
Schwarzen Peter den Entwicklungsländern zuzuschieben", so Strickner.
"Freihandel in der Landwirtschaft führt zu einer großen Zahl von
VerliererInnen in Nord und Süd. Die WTO sollte sich daher aus diesem
Bereich zurückziehen, und ihre Mitglieder sollten die globalen
Handelsgespräche auf die entwicklungsfreundlichere UNCTAD verlagern,
anstatt auf bilaterale und regionale Freihandelszonen", so Christian Felber
von Attac Österreich abschließend.
Rückfragen:
Alexandra Strickner: 0041-79- 76 48 6 58
Christian Felber: 0676 - 935 90 97
a t t a c Österreich/Presse
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www.attac-austria.org
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Thu Aug 12 17:16:32 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Thu, 12 Aug 2004 18:16:32 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 127 - W. Bello/ A. Kwa: WTO - US-Triumph in Geneva over G
20 Leaders
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040812180458.02610dc0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 127 - Walden Bello and Aileen Kwa: G 20 Leaders Succumb
to Divide-and-Rule Tactics: The Story behind Washington's Triumph in Geneva
Bad Ischl, 12.8.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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G 20 Leaders Succumb to Divide-and-Rule Tactics:
The Story behind Washington's Triumph in Geneva
By Walden Bello and Aileen Kwa*
The July Framework Document is a major triumph for the big trade
superpowers, particularly the United States. As for the developing world,
the situation is more complex, with most countries losing but some claiming
that they have made gains. Among the few claiming to be in the win column
are Brazil and India, which are acknowledged as the leaders of the G 20 and
two of the Five Interested Parties (FIPS) that played the leading role in
drafting the Agriculture text.
Attention needs to be paid to the dynamics of the July framework
negotiations since they were a departure from traditional North-South
negotiations in trade and may set patterns for things to come.
General Council Supplants the Ministerial
Institutionally, among the innovations is that the General Council has now
become de facto the supreme institution for WTO decisionmaking. What the
July meeting came up with was effectively a ministerial declaration without
a ministerial meeting. Two ministerial collapses--Seattle and
Cancun--underlined to the WTO secretariat and the trade superpowers the
unwieldiness of the ministerial as an arena for decisionmaking. It
attracted NGO's and popular protests. It drew ministers, many of whom were
not professional negotiators but political people determined to stand up
for their country's interests. It brought the press in large numbers, thus
making decisionmaking more transparent despite the wishes of negotiators
accustomed to exclusive "Green Rooms."
Only some 40 trade ministers were present in Geneva for the July GC
meeting, with many representatives of countries that played a key role at
the Cancun ministerial, like Kenya and Nigeria, absent. Obviously, with
some 100 ministers of WTO member countries absent, a great many governments
failed to fully grasp the significance of the meeting.
As for global civil society, which had played such a critical role in the
outcome in Cancun, it was, for the most part, complacent, failing to
appreciate how quickly the trading powers could rebound from their state of
disarray. Very few NGOs had people in Geneva during the critical days in
July.
Dealing with the G 20
Yet, this was not simply the old-style manipulative behavior of the trade
superpowers and the WTO secretariat ofthe pre-Cancun period. The
post-Cancun situation made this impossible. Cancun marked the emergence of
the G-20 as a key player in trade negotiations. As Ambassador Clodualdo
Huguenuy of Brazil put it during the debate at the World Social Forum in
Mumbai last January, "The G 20 broke the monopoly over trade negotiations
by the EU and the US."
The US, however, failed to appreciate the change situation
immediately. Coming out of the Cancun summit, US Trade Representative
Robert Zoellick signalled a more aggressive, more unilateralist approach in
trade negotiations when he said that the US would thereafter put its
emphasis on concluding bilateral agreements with "can do" countries,
implying that it would expend less effort in negotiations within the
WTO. Washington also launched a frontal assault on the G 20, successfully
detaching El Salvador, Colombia, Peru, Costa Rica, and Guatemala from the
body in a few weeks' time.
As for other developing countries, the G 20 was a phenomenon that was
received positively. Yet there were apprehensions among them that the most
influential members of the G 20 were agro-exporters like Brazil and that
the main focus of the group was ending the EU and US' massive subsidy
systems and bringing down tariff barriers to market access in these
prosperous markets. Many countries, including Indonesia, were worried that
the G 20 governments were much less concerned with protecting developing
country markets and smallholder agriculture from low-priced
imports. Hence, the G 33 continued to put forward proposals for protected
"special products" and "special safeguard mechanisms."
Other countries felt the G 20 focus on agriculture was inadequate as a
strategy for defending developing country interests. This led to the
formation of the G 90 (composed of the Africa Group, ACP [African Caribbean
and Pacific countries]and the Least Developed Countries) , which united
around the effort to block the "New Issues" of investment, government
procurement, investment, and trade facilitation from coming under the
jurisdiction of the WTO.
Nevertheless, the G 20's formation did electrify the ranks of developing
countries, and many governments were inspired by Brazilian Foreign Minister
Celso Amorim's promise in his Cancun speech that the aim of the G 20 was
to"bring it [the world trading system] closer to the needs and aspirations
of those who have been at its margins--indeed the vast majority--those who
have not had the chance to reap the fruit of their toils. It is high time
to change this reality.''
By the spring of 2004, however, Washington's dual strategypursuing
bilateral agreements and destroying the G 20--was running into
trouble. The Free Trade Area of the Americas (FTAA) that it wanted failed
to materialize in the ministerial summit in Miami in November 2003, and it
also began to realize that bilateral agreements could complement but never
substitute for a comprehensive, multilateral free trade framework to
promote corporate trade interests. At the same time, the G 20, despite the
initial defections, held firm.
Shifting Gears
To get the WTO restarted, Washington, working closely with Brussels,
shifted gears. Instead of trying to destroy or undermine the G 20, they
moved to make its leaders, Brazil and India, a central part of the
negotiations in agriculture, which was the key obstacle to any further
moves at liberalization. Thus was formed in early April the informal
grouping called the Five Interested Parties (FIPS), composed of the US, EU,
Australia, Brazil, and India. It was in close consultation with this
grouping that WTO Agriculture Committee Chairman Tim Groser produced the
proposed agriculture text of the July Framework.
A shift in strategy was also evident towards other countries and
formations. In the spring, USTR Zoellick began visiting a number of
strategic developing countries. Instead of spurning invitations to the G
90 meeting in Mauritus in mid-July, the EU and the US sent high level
delegates, including Zoellick. There, confrontational language gave way to
rhetorical efforts to get the developing countries not only to come to a
compromise on agriculture but also to get talks moving on bringing down
non-agricultural tariffs, starting talks on trade facilitation, and getting
the negotiations on services underway. But perhaps the strongest message
that the developing countries heard from the trade superpowers was this was
the last chance to get the multilateral system movingthe implication being
that they would be held responsible if the late July General Council talks
did not get off the ground.
The US-EU drive to restart the WTO succeeded brilliantly. The US and the
EU were the main beneficiaries of the agreement to cut non-agricultural
tariffs, with the highest tariff rates being subjected to the deepest cuts;
indeed, Zoellick went back to the US trumpeting the claim that the accord
on NAMA (Non-agricultural Market Access) was a massive victory for US
corporations since it was but the beginning of a process that would reduce
industrial and manufacturing tariffs to zero. Both the EU and the US
scored a victory by getting the developing countries to agree to begin
talks on trade facilitation, one of the "new issues" that the developing
countries rejected in Cancun. But it was the US that scored the biggest
gain, getting as it did, in addition to the foregoing, an expanded "Blue
Box" in which to house a considerable portion of the subsidies to its
farmers legislated under the US Farm Bill of 2002.
Part of Washington's success stemmed from a wily negotiating strategy. For
instance, to get its new expanded Blue Box, Washington distracted the
developing countries attention by putting forward its demand that they
reduce their de minimis domestic supports, that is, the allowable rate of
subsidization of their production. Thrown on the defensive, these
countries spent much energy justifying their subsidies, so that they were
only too relieved when the US stepped back to compromise on the issue in
return for their agreeing to the expansion of the Blue Box. Similarly,
just before the General Council meeting, the EU suddenly brought in the
category of "Sensitive Products" to protect some 20-40 per cent of its
products from significant tariff cuts. Worried that the EU might put
blocks to their demand for protected Special Products essential to their
food security, the developing country negotiators acquiesced.
Neutralizing Brazil and India
But the key to the victorious US strategy was bringing in Brazil and India
to be part of the core group of the negotiations, then acceding to these
countries' core demands in order to detach them from the rest of the
developing countries. India's key concern was to avoid the so-called
"Swiss Formula" for cutting tariffs that would require it to bring down its
agricultural tariffs substantially, something on which it saw eye to eye
with the European Union. According to one developing country negotiator,
coming into the GC, protecting its tariffs was India's main focus, and it
was not going to push hard on the issue of eliminating agricultural
subsidies so as not to endanger the EU's support for its position on
tariffs. (The Indian government's position on subsidies had been watered
down by its informal alliance with the EU on the tariff issue after the
Doha Ministerial before the EU abandoned the Indians to align themselves to
a common position with the US]in the period leading up to Cancun.. Both the
EU and India were comfortable with a "Uruguay Round" approach to tariff
cuts as they regarded their average tariff level as high enough for them to
stomach another Round of this type of cuts. There were developing
countries, however, with much lower tariff averages, for which even a
Uruguay Round approach would be too drastic [eg. Honduras, Sri Lanka,
Indonesia].)
On the other hand, removing agricultural subsidies was Brazil's concern,
and here it got its way. The final text affirmed the phase-out of export
subsidies as well as certain categories of export credits. The big gainer
with the phase-out of subsidies is said to be Brazil, with some estimates
placing its gains as some $10 billion. According to Amorim, the July
decision marked the "beginning of the end" of export subsidies. Yet the
Brazilian "gains" are not secure unless locked in by the modalities of the
negotiations. A specific end-date for the elimination of export subsidies
will only be clinched in the next phase of discussions. Moreover, even when
elimination has supposedly taken place, the EU has after all been known to
replace export subsidies with indirect export subsidies by way of direct
payments to farmers under the Green Box. This is also the intention of the
current Common Agricultural Policy (CAP) reform. Furthermore, the framework
leaves untouched the Green Box, which houses up to 70 per cent of US' total
subsidies. Even the most optimistic analysts cannot say for certain that
overall levels of support from the two agricultural giants will be brought
down. In fact, it is predicted that subsidy levels will be maintained if
not increased.
Nevertheless, for now, Brazilian agribusiness is very happy. Indeed, it
was the pressure of Brazilian agribusiness that allegedly forced Celso
Amorim to clutch hard on the subsidy issue at the expense of a strong
defense of developing country interests in other areas. Having gained
nothing from failed negotiations on the FTAA and an EU-Mercosur trade pact,
Brazilian agro-exporters were hungry for a successful WTO agreement that
would enable them to hike their exports to the EU and US.
Among those that were left disadvantaged from India and Brazil placing
their specific interests in command were:
- the majority of developing countries which will find that their
markets will continue to be flooded by dumped products from the US and EU.
For the South as a whole, the opportunity to correct the distortions in
agriculture trade legitimized in the Uruguay Round has been lost
- the African cotton-producing countries which failed to get
negotiations on US cotton subsidies to be put on a fast-track independent
of the agriculture negotiations, or even a commitment that all cotton
subsidies will be eliminated;
- the Group of 33, which were left with nothing more than a vague
commitment that their demand for "Special Products" and the "Special
Safeguard Mechanism" and in particular, the coverage of products under such
a mechanism, would be a subject of negotiations;
- most developing countries, which had rightfully opposed the text
on market access of non-agricultural products as a prescription for their
deindustrialization. Indeed, the US scored a big win on NAMA for the text
is a detailed agenda for the radical liberalization that transnational
corporations have long wanted. As the US National Association of
Manufacturers saw it, "This is a huge accomplishment, and a big win for the
WTO, the United States, and the world economy. The really big
accomplishment for industrial negotiations is that all countries have
accepted the principle of big tariff cuts and sectoral tariff elimination."
- most developing countries, which have now agreed to speed up
their offers of services for liberalization.
Dilemma
It was not that lndia and Brazil were not sensitive to the demands of other
developing countries. In fact, they were given high marks for consulting
the different developing country groupings. It was simply that by becoming
central actors in the elaboration of the proposed framework,they had
painted themselves into an impossible situation. And the more meeting
interests began to diverge from a strategy of promoting the interests of
the bulk of the developing countries, the more they trumpeted the claim
that the July Framework Document was a victory for the South. It is
testimony to the prestige of India and Brazil among other countries in the
South that up till today, many developing countries do not realize how
badly they lost in Geneva.
The trade superpowers learned from the debacle in Cancun. The shift from a
confrontational strategy to one of cooptation and subtle divide-and-rule
was able to rip apart the superficial "Third World unity" that came out of
Cancun. The centerpiece of the strategy was to bring in the leaders of the
G 20, India and Brazil, into the center of the negotiations and play to
their specific interests. They fell for the trap. Moreover, having become
central players as members of the exclusive Five Interested Parties, their
ability to repudiate large parts of a text that they had been consulted on
prior to its release to the General Council was limited. That would have
invited the onus of being responsible for the "collapse" of the Doha Round
and the multilateral trading system.
During and after Cancun, the G 20 was seen in some circles as representing
a major power shift in the global trading order. Some even saw the G 20 as
the dynamo for a reinvigorated "New International Economic Order." The
reality is that the G 20, and in particular Brazil and India, have been
accommodated into the ranks of the key global trading powers, but it is
increasingly becoming clear that the price for this has been their diluting
the strength of the negotiating position of the South.
More than ever, the South needs leadership, one that is willing to take
risks for the whole and rejects the temptation to settle for small and
maybe illusory gains for one's country. Many had expected the leaders of
the G 20 to fill this role. In the first decisive post-Cancun encounter,
the latter have not lived up to expectations.
*Executive Director and Research Associate, respectively, of the
Bangkok-based Focus on the Global South
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sat Aug 14 11:00:54 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 14 Aug 2004 12:00:54 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 128 - Douglas Allen: Discovering Gandhi.
Friedensinitiativen in der USA. Gandhi-Zitate
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040814114416.025d4ba0@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 128 - Douglas Allen: Discovering Gandhi. Strukturelle
Gewalt in der Gesellschaft und die Friedensinitiativen in der USA.
Interview in "Times of India"; Gandhi-Zitate
Bad Ischl, 14.8.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Discovering Gandhi
Interview with Douglas Allen
Peace activism entails a certain degree of futility. But for Douglas
Allen, professor of philosophy at the University of Maine, USA, it has been
a way of life for close to 40 years. An ardent admirer of Mahatma Gandhi,
he has been active in the civil rights movement, the anti-Vietnam war
struggle, anti-apartheid and feminist movements and more recently anti-Iraq
protest.
Question: Gandhi is a revolutionary who offers a radical critique of the
oppressive and unjust status quo. His definition of violence was not
restricted to very physical violence. He spoke about structural violence
and the violence of the status quo that most of us do not even recognise as
violent.
How did you get interested in Mahatma Gandhi?
Douglas Allen: In 1963, I came to Banaras Hindu University on a Fullbright
Fellowship. I spent a year there, teaching an upper level English course,
studying philosophy and interacting with people who were vedantists, yogis
and experts in Indian philosophy, religion and culture. During the same
time Martin Luther King Jr. was gaining prominence as the most influential
leader of the 'civil rights movement'. I realised that in order to
understand King and his philosophy and methods of non-violent resistance,
one had to understand Gandhi. That is how I started studying Gandhi. Later,
I started doing research and teaching Gandhi, as well as lecturing and
writing about Gandhi.
Q.: How relevant is Gandhi today?
D.A.: Not all Gandhi said was correct and he himself realised that many of
his 'experiments in truth' were failed experiments. We have to be selective
about his philosophy. In my view Gandhi is a revolutionary who offers a
radical critique of the oppressive and unjust status quo. His definition of
violence was not restricted to overt physical violence. He spoke about
structural violence and the violence of the status quo that most of us do
not even recognise as violent. Poverty was violence to him. Humanly caused
and unnecessary suffering and doing nothing when you have the means to
alleviate suffering were essential features of his analysis of violence.
Q.: How does America view Gandhi?
D.A.: Americans who know of Gandhi usually admire him greatly, although
there is a tendency of some to romanticise him in unreal and impractical
ways. There are two main practical uses of Gandhi in American society
today. First, some relate to Gandhi primarily in terms of their
dissatisfaction with dominant values in the US society and their desire for
qualitative lifestyle changes. By focusing on simplifying their needs,
becoming more peaceful persons, and gaining greater control over their
lives, they use Gandhi to achieve more meaningful personal lives. Second,
some relate to Gandhi as a peace and justice activist who can be used in
resisting a world of violence, war, exploitation, and domination. Gandhi
provides them with positive alternatives and hope for transforming their
world in the desired direction of truth and non-violence.
Q.: But does he stand a chance in an overtly consumerist society?
D.A.: Millions of Americans are reacting against the dominant culture of
consumerism. They have found that a culture that defines success and
happiness in terms of how much you consume, how much you own and possess,
is hollow, meaningless, and reflects false and dangerous priorities.
It seems ironic that when the culture of consumerism is gaining such
influence over Indian society and the rest of the world, many Americans are
rejecting it. For some of these Americans, Gandhi helps them to understand
how modern consumerist conditioning maximises our ego desires, needs and
attachments and this leads to insecurity, selfishness, aggressive
competition, exploitation, violence and war. Gandhi teaches us not to allow
those who profit from consumerism to define who we are.
Q.: Tell us about the 'peace movement' which takes inspiration from the
teachings of Gandhi?
D.A.: In many ways, the Bush administration has energised and renewed the
peace movement. The movement is less visible and less effective as compared
to, say, the earlier civil rights movement or anti-war Vietnam movement
because it is so diverse with so many agendas involving militarism,
imperialism, jobs, healthcare, race, gender, environment, and so forth.
Q.: The aggression in US foreign policy is attributed by many to the
revival of Christian fundamentalism in the US. How serious is it?
D.A.: Americans often focus on the dangers of rising fundamentalism
throughout the world, especially in Muslim countries. They rarely focus on
the dangers of rising fundamentalism in the US. Christian fundamentalism in
the US tends to be narrow, exclusivist, intolerant and aggressive. What is
particularly dangerous about this fundamentalism is that it has become
highly politicised and now forms the most fanatical basis of the Republican
Party.
These fundamentalists are not crazy people. Fundamentalism with its simple
answers to complex problems arises out of contemporary conditions of
oppressive exploitation, alienation, meaningless and powerlessness, and it
fulfils real needs. Fundamentalists feel that their religion empowers them
and provides them with hope, meaning, and a sense of shared community.
Source: "Times of India", 4.8.2004
Einige Zitate von Mahatma Gandhi:
I have nothing new to teach the world. Truth and non-violence are as old as
hills. (in "An Autobiography")
My life is my message. (7.9.1947)
Die Vergangenheit gehört zu uns, aber wir gehören nicht zur Vergangenheit.
Wir gehören zur Gegenwart. Wir sind die Bereiter der Zukunft, aber wir
gehören nicht zur Zukunft.
If we are to make progress, we must not repeat history but make new history.
Life will not be a pyramid with the apex sustained by the bottom. But it
will be an oceanic circle whose centre will be the individual always ready
to perish for the village, the latter ready to perish for the circle of
villages, till at last the whole becomes one life composed of individuals,
never aggressive in their arrogance but ever humble, sharing the majesty of
the oceanic circle of which they are integral units... In this there is no
room for machines that would displace human labour and that would
concentrate power in a few hands. Labour has its unique place in a cultured
human family. Every machine that helps every individual has a place... (in
"Harijan" 28-7-'46)
You cannot build non-violence on a factory civilization, but it can be
built on self-contained villages. (in "Harijan", 4-11-'39)
The world has enough for everyone's needs, but never enough for even one
man's greed.
How can you account for the growing violence among your people on the part
of political parties for the furtherance of political ends? Is this the
result of the thirty years of non-violent practice for ending British rule?
Does your message of non-violence still hold good for the world?
I have condensed the sentiments of my correspondents in my own language. In
answer I must confess my bankruptcy, not that of non-violence. I have
already said that the non-violence that was offered during the past thirty
years was that of the weak. Whether it is a godd enough answer or not is
for others to judge. It must be further admitted that such non-violence can
have no play in the altered circumstances. India has no experience of the
non-violence of the strong. It serves no purpose for me to continue to
repeat that the non-violence of the strong is the strongest force in the
world. The truth requires constant and extensive demonstration. This I am
endeavouring to do to the best of my ability. What if the best of my
ability is very little? May I not be living in a fool's paradise? Why
should I ask people to follow me in the fruitless search? These are
pertinent questions. My answer is quite simple. I ask nobody to follow me.
Every one should follow his or her own inner voice. If he or she has no
ears to listen to it, he or she should do the best he or she can. In no
case should he or she imitate others sheeplike. There is no hope for the
aching world except through the narrow and straight path of non-violence.
Millions like me may fail to prove the truth in their own lives, that would
be their failure, never that of the eternal law."
(in "Harijan", 29.6.1947 quoted in M.K.Gandhi: "For Pacifists", Ahmedabad,
1949 p. 129-30, in Deutsch: Mahatma Gandhi: Für Pazifisten. Übersetzt von
Wolfgang Sternstein, 1996, LIT-Verlag)
In this picture every religion has it's full and equal place. We are all
leaves of a majestic tree whose trunk cannot be shaken off its roots which
are deep down in the bowels of the earth... (in "Harijan", 28-7-'46)
Vergebung ist kein Zeichen der Schwäche sondern ein Art der Stärke.
Sieh auf die Natur: Sie ist beständig in Aktion, steht nie still, und doch
schweigt sie.
Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.
From mareichl@ping.at Sat Aug 14 18:35:47 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 14 Aug 2004 19:35:47 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 129 - Gush Shalom (Israel/ Palästina): Hungerstreik der
Gefangenen für Verhandlungen.
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040814191528.025c8a60@pop.ping.at>
E-Rundbrief - Info 129 - Gush Shalom (Israel/ Palästina): Partner behind
the door; Palestinian prisoners to start hunger strike.
Wahlen in Palästina und Friedensverhandlungen; Hungerstreik der
Gefangenen gegen Folter und inhumane Haftbedingungen - für Verhandlungen
mit den Behörden - Internationaler Aufruf zur Unterstützung.
Bad Ischl, 14.8.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
==================================================================
GUSH SHALOM - pob 3322, Tel-Aviv 61033 www.gush-shalom.org
[] Partner behind the door / Gush ad English
[] Palestinian prisoners to start hunger strike
# Minister Hanegbi: Let them starve themselves to death
# "Refusal to talk is arrogant and disastrous"
(Gush Shalom press release)
# Call to solidarity action by the families of the prisoners
*****
[] Partner behind the door / Gush ad English
THE PARTNER BEHIND THE DOOR
Already a year and half ago the Palestinian Authority intended to hold
elections. But it's quite impossible to have free elections when army
checkpoints prevent traffic between cities and villages and with
candidates who can any moment be imprisoned by the army, if not targeted
for "elimination" by Apache helicopters.
This week the Palestinian President Yasser Arafat suggested again that
the State of Israel removes the obstacles and facititates democratic
elections among the Palestinians, under international supervision.
Simultaneously there should be declared a general cease-fire between
Israel and the Palestinians, the Palestinian Authority would impose it on
all the factions and militias, and right after the elections an Israeli
delegation would start accelerated negotiations with the elected
Palestinian leadership.
This message Arafat transmitted through a delegation of some twenty Gush
Shalom activists who visited him in his Ramalla Compound. It was
published widely in foreign media, but our own political establishment
ignored it totally. Instead we continue to hear also this week, again and
again, the same mantra: "we don't have a partner, it's all corruption and
chaos over there...
DO PALESTINIANS HAVE A PARTNER ON THE ISRAELI SIDE?
Gush Shalom ad published in Ha'aretz, August 13 2004
~~~
[] Palestinian prisoners to start hunger strike
# Minister Hanegbi: Let them starve themselves to death
# "Refusal to talk is arrogant and disastrous"
(Gush Shalom press release)
# Call to solidarity action by the families of the prisoners
# Minister Hanegbi: Let them starve themselves to death
English
http://www.haaretz.com/hasen/spages/464469.html
http://www.maarivintl.com/index.cfm?fuseaction=article&articleID=10670
# "Refusal to talk is arrogant and disastrous"
Gush Shalom Press Release, August 14, 2004
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Negotiate with the Palestinians - on prison conditions and on overall
solutions; "Refusal to talk - arrogant and disastrous"
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Gush Shalom, the Israeli Peace Bloc, calls upon the Sharon Government to
open immediate negotiations on prison conditions with the representatives
of the Palestinian prisoners held in Israeli jails - ahead of the
prisoners' hunger strike scheduled for tomorrow. Many of the prisoners'
demands are reasonable, and their fulfilment would detract nothing from
"security" - for example, providing regular family visits. At present,
family visits to Palestinian prisoners are rare and irregular, with
families often having to spend a whole day's traveling for a visit of
half or three quarters of an hour. Moreover, many prisoners-for example,
prisoners from Nablus - get no family visits at all.
Internal Security Minister Hanegby expressed an intransigent and arrogant
position, declaring his blanket and outright rejection of all the
prisoners' demands. This is part and parcel of a government policy which
insists upon imposing unilateral solutions and rejects any negotiations
with the Palestinians - on prison conditions, and overall solution, or
anything in between. Hanegby's demagoguery on "murderous terrorists" and
"blood on the hands" relies on the ignorance of the general public. Few
Israelis know, for example, that more than a thousand Palestinians are
held in "administrative detention" without trial, against whom no charges
were ever presented, much less proven. Also, in many of the cases where
Palestinians are serving prison terms handed down by a court, these terms
in fact result from unfair "show trials" whose result was in fact
predetermined in advance - such as the Maerwan Bargouti trial.
It is futile for the state of Israel to re-invent basic rules and ignore
the historical experience gathered in dozens of countries around the
world. A significant part of the present UN member states emerged out of
a struggle by underground organizations - organizations invariably called
"terrorist murderers" but the colonial authorities and considered by
themselves to be freedom fighters, and with whom the authorities
eventually had to negotiate.
Indeed, Israel itself is a clear case in point. In the years previous to
1948, Jewish underground organizations challenged British rule in
mandatory Palestine. The British authorities conducted a fierce campaign
against these organizations, declared their members to be dangerous
terrorists, imprisoned thousands of them and executed many. Indeed,these
organizations were responsible for such acts as the 1946 blowing up of
the King David Hotel in Jerusalem, in which more than a hundred people
were killed in a single minute - a horrific 'record' which none of the
Palestinian organizations, in their numerous attacks on Israeli targets,
ever came close to matching.
Nevertheless, the British had to release all of the Jewish underground
prisoners. From their ranks, and those of the 'wanted terrorists' on
whose heads the British authorities had declared a price, there
eventually emerged no less than three prime minsters of the state of
Israel - Yithchak Rabin, Menachem Begin and Yitchak Shamir. (Rabin,
arrested in 1946 and held in a large British prison camp at Rafah, was
elected by his fellow prisoners to represent them, and was involved in
negotiations with the administration on prison conditions.)
All three ex-prisoner or ex-terrorist Prime Minsters of Israel were in
turn invited to state visits in Britain and received with full honours at
10 Downing Street. There can be no doubt that a similar stage will be
reached in Israel's relations with the Palestinians in general, and with
the Palestinian prisoners in particular. The sooner the government comes
to this realization, the lesser the number of casualties and the amount
of suffering still in store for both peoples.
Further info: Adam Keller, Gush Shalom Spokesperson
+972-(0)3-5565804, +972-(056)709603
# Call to solidarity action by the families of the prisoners
------- Forwarded message follows -------
Date sent: Thu, 12 Aug 2004 21:34:11 +0300
From:
Campaign for the Rights of Political Prisoners
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Palestinian Political Prisoners in Israeli Prisons Begin Hunger Strike
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
To all Friends and Supporters of Human Rights around the World:
The Committee for the Families of Political Prisoners and Detainees in
the West Bank, representing 7,500 political prisoners currently in
Israeli prisons, is seeking the support of the international community in
its campaign against the gross violations of their rights that the
prisoners are enduring and against the appalling conditions under which
they are being detained.
Political prisoners in Israeli prisons will be commencing a hunger strike
on Sunday, August 15, 2004 to protest their conditions. They complain
that the conditions they experience are reminiscent of the former Abu
Ghoraib facility in Iraq which gained worldwide notoriety recently for
its treatment of detainees.
When informed by the prisoners of their intended hunger strike prison
authorities responded with harsher treatment, vowing not to give in to
any of the prisoners' demands even if the hunger strikes result in the
deaths of prisoners.
Some of the conditions that the prisoners are protesting include:
-- Arbitrary and indiscriminate beating of prisoners in their cells,
in prison courtyards and during transportation to and from prisons.
-- Arbitrary and indiscriminate firing of tear gas into prisoner's cells
and prison courtyards and intimidation of prisoners by guards entering
their cells with guns.
--Humiliating strip searches of prisoners in full view of other prisoners
and guards each time they enter or exit their cells
--Subjecting prisoners to solitary confinement for excessive periods of
time, for months and even years.
--Arbitrary imposition of financial penalties on prisoners for minor
infractions, arbitrary revocation of visitation rights and extended
confinement to cells as punishment for minor infractions such as singing
or speaking too loudly
--Confining children with adult prisoners and political prisoners with
criminals
--Withholding or delaying medical treatment and the provision of
medication to sick detainees
--Severely restricting the category of family members entitled to visit
prisoners thus denying visitation rights to other close family members
--Arbitrary denial of travel permits to family members of prisoners
living in the West Bank or Gaza so that they cannot travel to prisons to
see their relatives
--Imposing conditions on travel for family members and obstacles that
result in travel of a few hours being prolonged to 16 or 17 hours for a
45-minute visit
--Conducting humiliating strip searches of visiting family members even
though they are usually separated from the prisoners by a full glass
barrier as well as a wire mesh barrier.
--Providing such poor visitation facilities that prisoners find it
difficult to see or hear their loved ones
--Maintaining prisoners on near starvation diets that are insufficient to
sustain health.
--Applying rules concerning items that prisoners may receive from their
families arbitrarily and inconsistently, on the whim of the guards, with
each visit.
--Withdrawing studying privileges that in the past allowed prisoners to
continue their high school or university studies through correspondence
courses
The treatment of Palestinian prisoners in Israel violates both
international and Israeli laws, as well as rules governing the
administration of Israeli prisons. The Committee for the Families is
planning a series of activities in the West Bank to coincide with the
start of the hunger strike on August 15th. A press conference in Ramallah
will kick off the campaign. Hunger strike solidarity tents will be set up
in the centre of all the cities in the West Bank and in all the Red Cross
Centres and will be occupied by the public around the clock for as long
as the prisoners' strike lasts. The Palestinian Prime Minister's office
has declared August 18th a National Day for Prisoners for all
Palestinians to show solidarity with the prisoners. All government
ministers, members of the Palestinian National Council and heads of all
political parties will join the public in the Solidarity Tents and fast
in support of the prisoners.
Other planned activities are: On Friday, August 20, after Jum'a prayers
at mosques processions will march towards the Solidarity Tents. On
Saturday, August 21st, Palestinians in various Israeli cities will march,
together with other supporters, to the prisons where Palestinian
political prisoners are being held and on Sunday, August 22, after church
services processions will march to the Solidarity Tents. These
processions will be held every weekend during the campaign. On August
23rd children of the prisoners will lead a procession. On August 25th all
professionals involved in the Justice system in Palestine will congregate
at the Solidarity Tents in their official legal gowns and will lead a
procession to the centre of their cities. On August 26th the grandson of
Mahatma Gandhi, Arun Gandhi, will lead a mass procession in Ramallah. On
August 29th all members of the public are invited to join the open hunger
strike and in the evening candlelight processions will be held.
The families of the Palestinian political prisoners plead with you, the
members of the international community, to join in solidarity with our
sons, daughters, fathers, mothers, brothers and sisters who are being
held in Israeli prisons by organizing an International Day of Solidarity
with Palestinian Prisoners on September 4, 2004. We ask you to
demonstrate, march, hold silent vigils or activities to publicize the
plight of the political prisoners and bring pressure on the government of
Israel to cease these violations of law and to treat Palestinian
prisoners as human beings entitled to basic human rights.
We ask you also register your protests by letter, fax, email, or
telephone to the officials listed below. Ask them to stop the harsh
treatment of Palestinian political prisoners and to accede the demands of
the striking prisoners so that the conditions under which they are
imprisoned are consistent with international norms of human rights and
basic decency.
Also, please register your protest with your own political
representatives and governments ministers.
Please send a copy of your protest message to alhureih@yahoo.com Messages
of support from organizations would also be appreciated by the prisoners
and their families. Please send them to the same address with some
details of the organization. For more information visit our temporary
website at www.palsolidarity.org/prisoners or telephone (972) 2 277 4602
or email: info@palsolidarity.org
With much appreciation for your valued support,
Mahmoud Ziadi, General Secretariat,
Families of Palestinian Political Prisoners
PO Box 2151, Ramallah, Palestine.
List of Israeli government officials:
Prime Minister Ariel Sharon,
Office of the Prime Minister
3 Kaplan Street, P O Box 187
Jerusalem 91919, Israel
Fax: +972 2 6705475
E-mail: pm_eng@pmo.gov.il
Minister of Justice Yosef Lapid
Ministry of Justice
29 Salah al-Din Street
Jerusalem 91010, Israel
Fax: +972 2 6285438
E-mail: sar@justice.gov.il
Minister of Defence Shaul Mofaz
Ministry of Defence,
37 Kaplan St., Tel-Aviv 61909, Israel.
Fax: +972-3-69-62757/16940/17915
e-mail: sar@mod.gov.il or pniot@mod.gov
Minister of Interior Security Tzahi Hanegbi
Ministry of Interior Security
Kiryat Hamemshala, P O Box 18182
Jerusalem 91181
Tel: 972-2-5309999 Fax: 2-5847872/11832
sar@mops.gov.il
Addresses of Israeli embassies worldwide can be found at
www.embassyworld.com/embassy/isreal1.htm or go to the Government of
Israel website at www.info.gov.il/FirstGov/
~~~
....
# Truth against Truth - opposite views on the history of the conflict
in 101 steps
English
http://www.gush-shalom.org/Docs/Truth_Eng.pdf
# Boycott List of Settlement Products (newly updated)
Now also with list of settlements
English
http://gush-shalom.org/Boycott/boyceng.htm
--
http://www.gush-shalom.org/english/index.html (English)
with
\\photos of recent actions
\\the weekly Gush Shalom ad
\\the columns of Uri Avnery
\\Gush Shalom's history & action chronicle
\\position papers & analysis (in "documents")
\\and a lot more
N.B.:
On the Gush Shalom website links for
Articles and documents in German, French and Spanish
In order to receive Gush Shalom's Hebrew-language
press releases mail to:
gush-shalom-heb-request@mailman.gush-shalom.org
+ NB: write the word "subscribe" in the subject line.
Archive of email reports:
https://mailman.gush-shalom.org/pipermail/gush-
shalom/2004/thread.html#start
If you want to support Gush Shalom's activities you can
send a cheque or cash, wrapped well in an extra piece
of paper to:
Gush Shalom
pob 3322
Tel-Aviv 61033
Israel
or ask us for charities in your country which receive
donations on behalf of Gush Shalom
Please, add your email address where to send our
confirmation of receipt. More official receipts at
request only.
(Etwas gekürzt. M.R.)
========================================
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Mon Aug 16 21:00:21 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 16 Aug 2004 22:00:21 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 130: Ernesto Cardenal zum revolutionären Prozess in
Venezuela
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040816215038.025f35e0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 130 - Ernesto Cardenal: Eine neue Revolution in
Lateinamerika. Augenzeugenbericht vom ehemaligen nicaraguanischen
Kulturminister und Dichter von seinem Besuch in Venezuela. Referendum-Sieg
von Präsident Chavez.
Bad Ischl, 16.8.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
===========================================================
Vorbemerkung:
Der Ausgang des gestrigen Referendums: 58% für Präsident Chavez - von
seinen Gegnern nicht anerkannt, doch von den internationalen
Wahlbeobachtern (darunter der ex-US-Präsident Carter) als korrekt
beurteilt. 80% Wahlbeteiligung, wegen der zeitaufwendigen Apparate mussten
die leute stundenlang anstehen und die Schließung der Wahllokale musste um
Stunden verschoben werden.
Die Protestbewegung gegen Chavez bedient sich einiger Methoden der
gewaltfreien Bürgerbewegungen (Referendum, Demonstrationen...). Doch ihre
politischen Motive entsprachen der neoliberalen Strategie der Reichen, die
die Verstaatlichung der Ölförderung, aber auch die volksnahen Bildungs- und
Sozialprogramme sabotieren möchten.
Ernesto Cardenal beschreibt aber auch den militärischen Hintergrund von
Präsident Chavez. Hätte dieser ohne die Hilfe der Militärs die versuchten
Staatsstreiche seiner Gegner nicht abwehren können?
Wir müssen die widersprüchliche Realität - nicht nur in diesem
lateinamerikanischen Land - zur Kenntnis nehmen. Noch entscheidender wird
es sein, ob er und sein Team der ökonomischen Intervention und Invasion von
Seiten neoliberaler Wirtschaftslobbies, der US-Regierung und ihrer
Geheimdienste und anderer Mächte standhalten kann. Aber auch den
Todesschwadronen einiger seiner Gegner, die vor nichts zurückschrecken.
Daher sind gerade die Basisbewegungen herausgefordert, die Entwicklung
ihres Landes in die richtige, gewaltfreie Richtung zu lenken. Die
Abstimmung war ein entscheidender Schritt dazu.
Matthias Reichl, 16.8.2004
EINE NEUE REVOLUTION IN LATEINAMERIKA
In Venezuela vollzieht sich ein sozialer und politischer Wandel, der von
außen totgeschwiegen wird, deshalb aber nicht weniger wirkungsvoll ist. Ein
Augenzeugenbericht vom ehemaligen nicaraguanischen Kulturminister und Dichter
ERNESTO CARDENAL
In der Stadt Valencia in Venezuela wurde mir erzählt, dass einmal Neruda
dort eine Lesung hielt und nur 30 Leute kamen. Ich war soeben dort bei
einem Poesie-Festival (mit Dichtern aus allen fünf Kontinenten), und das
Auditorium war nicht nur voll, sondern eine ebenso große Anzahl von Leuten
musste draußen bleiben, wollte jedoch nicht weggehen, so dass wir nach Ende
unseres Auftritts das Ganze noch einmal präsentierten für dieses Publikum,
das uns vorher nicht hören konnte. In Caracas im Theater Teresa Carreño,
das 2 500 Leuten Platz bietet, mussten für dasselbe Festival für die vielen
Menschen, die auf der Straße geblieben waren, die Lesungen draußen auf
einer Riesenleinwand übertragen werden. Einige Dichter sagten mir, diese
Begeisterung für die Poesie habe keine Tradition in Venezuela, sondern sie
sei ein Ergebnis der Revolution.
Alle sprechen vom "Prozess"
Es überraschte mich in Venezuela, dass jeder vom "Prozess" spricht und
andere, noch deutlicher, von der "Revolution". Im Ausland hört man nichts
davon. Dort wird nur die Unzufriedenheit der Opposition propagiert. Im
Ausland weiß man nichts davon, dass in Venezuela eine
Alphabetisierungskampagne an ihrem Höhepunkt steht und dass in zwei Monaten
die Analphabetenrate auf Null Prozent gesenkt werden soll. Der
Schulunterricht erfolgt jetzt auch in den indianischen Sprachen, das sind
insgesamt 38, und es erscheinen auch Publikationen in diesen Sprachen. Die
Amtssprache ist nicht mehr nur Spanisch, sondern auch diese indianischen
Sprachen. Drei Indio-Vertreter sitzen im Parlament, und bis vor kurzem war
eine Indianerin Ministerin (für Umweltangelegenheiten). Der Minister für
Erziehung, Kultur und Sport ist ein Schwarzer, und der Vizeminister für
Kultur, der dieses Internationale Poesie-Festival ins Leben gerufen hat,
erzählte mir, dass in Venezuela 25 Millionen Bücher verschiedener Titel
gedruckt und gratis an die Menschen verteilt wurden. Er erzählte mir auch,
dass die Errichtung einer Kette von Buchhandlungen im ganzen Land und eines
Buchvertriebs sowie eines staatlichen Verlages für politische Bücher
geplant ist, denn die Bevölkerung sei sehr begierig nach revolutionären
Büchern, und man fände fast nur rechte Bücher vor. (Als Beispiel dafür, was
die Rechte ist: die große Tageszeitung "El Nacional" hat am Tag der
Eröffnung des Poesiefestivals keine einzige Zeile darüber geschrieben.)
Massenhafte Ausweitung der Bildung
Das Unterrichtswesen hat nunmehr Millionen von Menschen integriert, die
vorher davon ausgeschlossen waren. Die Bildungspläne beginnen bereits mit
einjährigen Kindern. Die bolivarianischen Schulen, deren Besuch kostenlos
ist, sind für die Kinder, die früher das Schulgeld nicht bezahlen konnten.
Es sind Schulen mit integralem Unterricht, mit Mittagessen und Jause. Neben
dem Basisunterricht wird auch Kultur und Sport unterrichtet. Es sind auch
nicht mehr von der Gemeinschaft getrennte Schulen, sondern sie sind auch
Zentren, wo kommunale Aufgaben erledigt werden. Die Bolivarianische
Universität, deren Besuch ebenfalls kostenlos ist, ist für alle jene, die
sich die Hochschule früher nicht leisten konnten Es gibt auch ein großes
Kontingent von Studierenden in Kuba, gut ausgewählte Jugendliche, die
keinen politischen Parteien angehören dürfen und die dafür ausgebildet
werden, in Zukunft Regierungsaufgaben zu übernehmen. Was ich in Venezuela
auch erfahren habe ist, dass Präsident Chávez auf sein Gehalt verzichtet
hat und dieses Geld in einen Topf zur Bezahlung von Stipendien an
Studierende fließt. In Mérida sagte mir ein junger Dichter, dass auch die
politischen Manifestationen einen Bildungscharakter hätten und dass er
selbst, als Intellektueller, daraus lernen würde, denn es wären echte
kulturelle Veranstaltungen mit Dichtung und Musik und Tanz und Gesang.
Sogar am Land Gratiszugang zu Internet
Die Revolution spielt sich auf allen Ebenen ab. In den Stadtteilen, den
kleinen Dörfern und Weilern werden Gemeindezentren errichtet, mit
Bibliotheken und Räumen für kulturelle Aktivitäten und mit einem
kostenlosen Internet-Zugang für alle. Es werden Sportstadien und
einrichtungen gebaut, Tausende Häuser für die Bevölkerung und große Blöcke
mit billigen Wohnungen. Landtitel werden vergeben, zusammen mit Werkzeug,
Kredit und technischer Beratung. Die Misión Barrio Adentro erteilt jener
Bevölkerung medizinische Betreuung, die vorher davon ausgeschlossen war,
einschließlich der indigenen Völker. Der Großteil der Ärzte sind Kubaner,
denn nur wenige venezolanische Ärzte kommen dorthin. Und jede Woche fliegt
ein Flugzeug nach Kuba und bringt Kranke zur Behandlung hin und Behandelte
zurück. 40.000 Soldaten sind in eine Gesundheitskampagne involviert. Andere
bauen Straßen und Wohnhäuser, organisieren Genossenschaften oder helfen den
Indios in der Landwirtschaft. Die Armen fliegen mit ihren Hühnern in den
Hubschrau-bern und Flugzeugen der Armee, und die Marine hilft den
Fischer-Kooperativen. Das Wichtigste ist die Verbrüderung von Zivilen und
Soldaten, die in einer einzigen Revolution vereint sind. Die Einbindung des
Militärs in die Revolution ist sehr groß. Kurz bevor ich ankam, haben drei
Generäle um ihre Verabschiedung angesucht, um für das Amt des Gouverneurs
zu kandidieren, da sie die Führung der Massen der militärischen Laufbahn
vorziehen.
Keine improvisierte Revolution
Es handelt sich dabei nicht um eine Revolution, die Präsident Chávez
überhastet auf die Beine gestellt hat. In einem Interview von 15 Stunden,
das er Marta Harnecker gab und das als Buch erschienen ist, erzählt Chávez,
dass er diese Revolution zusammen mit anderen Freunden ausgefeilt hat, seit
er ins Militär eingetreten ist obwohl er ursprünglich eigentlich
Fußballspieler werden wollte. Er kommt aus einem kleinen Dorf; als Kind
verkaufte er barfuß Süßigkeiten in den Straßen. Seit er mit 17 Jahren in
die Militärakademie eintrat, so berichtet Chávez, habe er alles gelesen,
was ihm in die Hände gefallen sei. In seinen Studien der
Politikwissenschaft hat er sich für Mao begeistert, eine Begeisterung, die
er immer noch verspürt, und seit damals hat er den Satz von Mao im Kopf:
"Das Volk ist für die Armee das, was das Wasser für den Fisch ist." Seit
damals ist er überzeugt, dass Armee und Volk vereint sein müssen. Er hat
die Erfahrung von Torrijos in Panama bewundert und die peruanische
Revolution von Velazco Alvarado. Er ist kein Marxist, sagt er, aber auch
kein Antimarxist. Chávez glaubt, dass die Lösung für Venezuela eine andere
ist. Er ist sicherlich ein Antikapitalist und ein überzeugter
Antiimperialist. Er besteht darauf, dass in Venezuela eine demokratische
und friedliche Revolution abläuft. Doch keine waffenlose: neben der
Unterstützung der Bevölkerung, die bei 80 % liegt, genießt sie auch die der
Streitkräfte, die wenn auch nicht ganz, so doch fast vollständig ist.
Die Verfassung als Waffe
Neben diesen beiden Waffen, der Bevölkerung und der Armee, hat die
Revolution eine dritte, etwas merkwürdige Waffe: die Bolivarianische
Verfassung. Das ist nicht irgendeine Verfassung wie in unseren Ländern,
sondern in ihr sind alle Veränderungsschritte für eine große Revolution
enthalten, und da sie durch ein Referendum der ganzen Bevölkerung
angenommen wurde, könnte sie auch nur durch ein Referendum wieder geändert
werden. Mit dieser Verfassung, sagt Chávez, wird die rechtlich-politische
Umgestaltung durchgeführt; die wirtschaftliche wird dann mit mehr Ruhe
erfolgen. Es ist ein Prozess sui generis, sagt Marta Harnecker, der die
vorgefassten Schemata revolutionärer Prozesse durchbricht. Die
Bolivarianische Verfassung, die einzige, die nicht von einem Parlament
verabschiedet wurde, sondern von Millionen von BürgerInnen, legt die Rechte
der Arbeiter fest, der Kinder, das Verbot der Privatisierung des Erdöls,
die Verpflichtung des Staates, den Großgrundbesitz abzuschaffen, die
Unterstützung der Fischer, die Wahl der Gewerkschaften durch die Basis, die
Rechte der indigenen Völker, das Recht auf eine wirklichkeitsgetreue
Information. Die Verfassung wurde in verschiedenen Formaten verlegt.
Darunter in einer ganz kleinen, fast Miniatur-Fassung, die gratis an alle
verteilt wird und die jeder bei sich trägt. Es gibt kaum einen Venezolaner,
der sie nicht gelesen hätte. Sie ist das Programm der Revolution. In den
Straßen und in den Parks findet man Volks-Experten der Verfassung. Auch die
Rechte beruft sich die ganze Zeit auf die Verfassung. Beim Staatsstreich
gegen Chávez, dessen Regierung nur 37 Stunden an der Macht war, haben die
Putschisten als erstes die Verfassung aufgehoben. Und als die Menschen in
ganz Venezuela auf die Straßen gingen und die Kasernen umstellten und
Chávez aus seinem Gefängnis befreiten, hielten sie dieses Büchlein in
Händen. Man könnte glauben, unter Chávez sei Venezuela in zwei gleiche
Teile gespalten, doch das stimmt nicht. Die Teilung verläuft zwischen 80 %
(die Armen) und 20 % (die Privilegierten), auch wenn in manchen Bereichen,
etwa im Mediensektor, diese 20 % mehr wiegen als die 80 %. Die zwei großen
traditionellen Parteien, die Christdemokraten und die Sozialdemokraten,
sind Leichen. Die kleineren Parteien sind noch bedeutungsloser und sind
aufgesplittert. Chávez hat seine eigene Partei gegründet, die der "V.
Republik" (Quinta República), die, wie mir gesagt wurde, sehr heterogen ist
und die aus ehemaligen Aktivisten anderer Parteien, auch der
Kommunistischen, und aus vielen Leuten, die nie in Parteien aktiv waren,
zusammengesetzt ist. Der Ausdruck "bolivarianisch", den Chávez so oft
benützt, ist kein leeres Wort, sondern die Essenz seiner Revolution. Es
wird viel Bezug genommen auf die "500 Jahre": Was sich in diesen 500 Jahren
ereignet hat, muss geändert werden. Mit anderen Worten: was Bolívar begann,
muss vollendet werden. Einschließlich der Vereinigung Lateinamerikas in
einer Föderation. Chávez sagt auch, dass er sich in einem Kampf befindet,
der die nächsten 200 Jahre bestimmen wird. Fidel hat ihm in Kuba gesagt,
dass das, was er bolivarianisch nenne, dort eben als Sozialismus bezeichnet
wird. Und dass er keinen Einwand gegen dieses Wort habe; er hätte auch
nichts dagegen, wenn man es christlich nenne.
Die Medien im Frontalangriff
Chávez hat alle privaten Kommunikationsmedien gegen sich, und auch die
ausländischen. Die Opposition bedient sich auch terroristischer Mittel.
Ihre politischen Manifestationen sind vandalenhaft. In Valencia wurde mir
erzählt, dass einigen Studenten, die aus Kuba zurückgekehrt waren, von
Oppositionellen in der Straße das ganze Gepäck und alles, was sie bei sich
hatten, auch das Geld, abgenommen wurde. Über 80 Bauernführer sind bereits
ermordet worden.Ein Psychiater erzählte mir, dass viele Patienten wegen der
Terrorkampagnen der Rechten behandelt werden müssen. Die Zeitungen werden
wegen ihren Attacken auf Chávez immer weniger gekauft, und infolgedessen
verringert sich auch ihr Anzeigenvolumen. Das geben sie selbst zu. In den
Straßen sieht man am Abend viele ungeöffnete Packen von El Nacional und El
Universal, die zurückgeschickt werden. Die Frage, die sich die Leute
stellen, ist, wer den Verlust dieser Zeitungen bezahlt. Und wer die
Fernsehsender bezahlt, die ihre wertvolle Zeit nicht Einschaltungen oder
Nachrichten widmen, sondern politischen Angriffen. Chávez wird in diesen
Medien immer lächerlich gemacht, mit einem für Venezuela neuen Rassismus.
Er wird wegen seinen Gesichtszügen und seiner Hautfarbe verspottet. Da es
Parteigänger gibt, die ihn "Mí Comandante" nennen, hat die Rechte ihm den
Spitznamen "Mico Mandante" (Affe, der Befehle austeilt) gegeben: weil er
Mestize oder Mulatte oder vielleicht alles beide ist und wegen seiner etwas
kupfernen Hautfarbe. Die Kampagne der Rechten ist ganz klar ge-gen die
Masse der Bevölkerung gerichtet. Man hat mir von einem Fernsehspre-cher
erzählt, der die Armen als hässlich, zahnlos und als gewalttätige Neger
bezeichnet. Die Medien rufen außerdem zum Aufstand auf. Die
Respektlosigkeit hat keine Grenzen. Der Präsident einer Partei schrie
Chávez im Fernsehen "El coño de tú madre!" ins Gesicht (äußerst vulgäres
Schimpfwort; coño weibl. Geschlechtsorgan, übertragen auch Scheiße;
Anm.d.Ü.). In welchem Land hat man je einen Staatschef so beschimpft? "Ich
glaube, in keinem anderen Land gibt es so viel Freizügigkeit für die
Medien", schreibt Marta Harnecker. Trotz all dem, was geschehen ist, wurden
keine Zeitung, kein Fernsehsender, keine Radiostation geschlossen. In
Mérida übernachtete ich in einem Hotel, wo auch Chávez absteigt, wenn er
diese Stadt besucht. Man erzählte mir, dass dann viele Leute, vor allem
Studenten, vor dem Hotel eine Art Nachtwache halten, in der Hoffnung, ihn
in irgendeinem Moment zu sehen und mit ihm reden zu können, und dass er
dann, normalerweise am frühen Morgen, herauskommt und sie grüßt und sich
mit ihnen unterhält. Chávez wird des Populismus angeklagt, aber ich glaube,
das stimmt nicht, sondern dass er ein authentischer Revolutionär ist, wenn
auch mit etwas populistischem Einschlag. Seine Liebe zum Volk und seine
Bevorzugung der Armen ist offenkundig. Er wird mit Du angesprochen, vor
allem von den Leuten der untersten Gesellschaftsschichten. Seit Jahren,
seit er in die Politik eingestiegen ist, durchquert er unermüdlich das
Land. Er ging mit Indios fischen, die mit der Hand oder mit einem großen
Stein Fische fangen, und er hat ihnen Fischereigerät gegeben. Er zitiert
jeden Augenblick Bolívar, den er offenbar auswendig kennt. Auch wenn er
viele Stunden unaufhörlich spricht, so sind die Menschen die ganze Zeit
aufmerksam, und sie unterbrechen ihn zur gegebenen Zeit mit Beifall, Rufen,
Losungen, Schreien oder Pfiffen, je nachdem, was er gesagt hat. Mit diesen
langen Ansprachen ist er Fidel ähnlich und auch darin, wie die beiden die
Zuhörerschaft fesseln - , doch Fidel ist ziemlich ernst, während Chávez
ziemlich spaßig ist. Zum Unterschied von Fidel spricht er in seinen Reden
viel von Gott und Christus. Er zitiert viel aus dem Evangelium, und
manchmal sind es falsche Zitate, die er Christus in den Mund legt, doch
sinngemäß stimmt es schon. Ich möchte nicht verschweigen, dass ich in
Venezuela aufrichtige Intellektuelle getroffen habe, einige sind Freunde
von mir, die zutiefst gegen Chávez sind. Doch für mich ist seine Revolution
so, als wäre Bolívar nach Venezuela zurückgekehrt, von wo ihn die
Oligarchie verstoßen hat. Für mich spielt sich dort eine authentische
Revolution ab, und Chávez ist nicht nur ein charismatischer Führer, sondern
er hat Millionen von Venezolanerinnen und Venezolanern hinter sich. Es ist
eine Revolution, die anders ist als alle anderen, aber bei den Revolutionen
ist ja niemals eine wie die andere.
Hallo Präsident!
Das Populärste von Chávez ist wohl sein Fernsehprogramm "Aló Presidente"
jeden Sonntag, wo er Telefonanrufe aus dem ganzen Land beantwortet und sich
mit der Bevölkerung 5, 6 oder 7 Stunden lang unterhält. In dieser Zeit
steht fast ganz Venezuela still. Eine Schriftstellerin erzählte mir, ihr
Vater gehe vom Beginn bis zum Ende des Programms nicht vom Fernseher
weg. Jemand anderer erzählte mir, dass sich sein Sohn mit Heft und Stift
vor den Apparat setze und Notizen mache, wie in der Schule, und er das
Ganze seine "Klasse" nenne. Dieses Programm wird jeden Sonntag an einem
anderen Ort abgehalten. Bei meinem Besuch in Venezuela wurde ich von ihm
selbst zu so einem Programm eingeladen. Es wurde in einer Stadt in der Nähe
von Caracas abgehalten und dauerte sechs Stunden. Es waren große Zelte
aufgebaut, in denen mehrere Tausend Leute waren, vor allem einfache
Menschen aus der Gegend und besonders viele Jugendliche, die sich mit
Ministern und hohen Beamten vermischten. Chávez saß hemdsärmelig an einem
Tisch, an dem eine Weltkarte und Bleistifte lagen. Er machte sich Notizen
von dem, was die AnruferInnen sagten, und gab dann sehr detaillierte lange
Antworten, häufig von Witzen unterbrochen. Auch das Publikum schaltete sich
ein und machte Witze. Ich bemerkte, dass er ein gebildeter Mensch ist. Er
zitiert häufig Autoren und Bücher und bezieht sich oft auf die Verfassung,
wobei er dann das kleine Büchlein, das auch er immer bei sich trägt,
hochhält. Es kam mir wie etwas Einmaliges auf der Welt vor, dass ein
Staatschef ganz offen mit seiner Bevölkerung plaudert, sowohl mit den
physisch Anwesenden als auch mit den Abwesenden, in einem viele Stunden
langen Live-Programm. Eine Dichterin aus Australien war mit mir bei dieser
Veranstaltung, und während Chávez die uns umgebende Landschaft und die
Berge, in denen einst Bolívar gelagert hatte, beschrieb, schrie sie zu ihm
hin: "Du bist ein Dichter!" Die Rede des Präsidenten ist ein Wortfluss mit
vielen Abschweifungen, doch er greift immer wieder den Faden auf und kehrt
zum Thema zurück. Und obwohl er pausenlos redet, kann er auch zuhören und
lässt sich unterbrechen. Eine Frau vom Land, aus einem ganz entlegenen
Winkel, unterbrach ihn mit folgenden Worten: "Aber mein Lieber, so hör doch
zu, du lasst mich ja nicht reden, lass mich dir erklären ..." Er
beantwortet die Anrufe mit dem Stift in der Hand. Oft verwendet er
Zahlenangaben, wie Fidel. Seine Kenntnis der Geschichte und der Geografie
Venezuelas ist sehr tief. Bei seinen öffentlichen Auftritten betreibt er
immer wieder Werbung fürs Lesen, empfiehlt Bücher und zitiert. Dieses Mal
hat er zu meinen Ehren ein Gedicht von mir zitiert.
Kampf gegen Korruption
Zu den Defekten von Chávez zählt, sehr impulsiv zu sein, manchmal sehr
brüsk, vielleicht auch willkürlich zu agieren, von seinen Mitarbeitern zu
viel zu verlangen, weshalb es schwierig ist, mit ihm zusammenzuarbeiten
das gibt er selbst zu. Aber er hat kein Problem damit, seine Irrtümer und
Fehler anzuerkennen. Bei dieser Fernsehsendung, die ich miterlebte, hörte
ich, wie er die Schuld für falsche Entscheidungen auf sich genommen hat.
Die katholische Kirche ist eine Gegnerin der Revolution, so wie überall.
Und, wie in Nicaragua: sie ist korrupt. Der Präsident der Bischofskonferenz
ist einer der Schlimmsten. Beim Staatsstreich kam der mittlerweile
verstorbene Kardinal zu Chávez ins Gefängnis und wollte ihn dazu bewegen,
zurückzutreten. In Caracas gibt es ein sehr großes und schönes weißes
Gebäude, das einst die Zentrale des venezolanischen Erdölkonzerns war. Hier
wurde der Reichtum aus dem Erdöl autonom verwaltet, ohne dass der Staat
intervenieren konnte, und die Leute steckten sich diesen Reichtum in ihre
Taschen. Erst jetzt, durch die neue Verfassung, konnte die Regierung die
Kontrolle über dieses Unternehmen gewinnen. Chávez hat Tausende von
korrupten Personen entlassen und alle aus diesem weißen Gebäude geholt
heute ist es der Sitz der Bolivarianischen Universität, der Universität der
Armen. Tausende arme Jugendliche studieren nun in hellen, mit weichen
Teppichen ausgelegten Räumen, mit luxuriösen Toiletten und Lederstühlen.
(Chávez dachte vorher daran, ihnen seinen Amtssitz Miraflores zu übergeben,
da er es sich überall einrichten könne, wie er sagte.)
Der Aufstand der Privilegierten
Die venezolanische Revolution sah sich mit einem zwei Monate andauernden
Streik des Erdölunternehmens konfrontiert, der das ganze Land lahmlegte.
Förderschächte, Raffinerien und Leitungen wurden beschädigt, die
Tankstellen gesperrt, die Häfen blockiert, Tankschiffe fahruntauglich
gemacht. Es gab kein Benzin für die Autos und kein Gas zum Kochen; in
vielen Orten musste mit Brennholz gekocht werden. Gleichzeitig haben die
Supermärkte und andere große Kaufhäuser sowie Fabriken und Verteiler von
Lebensmitteln gesperrt. Die Regierung musste Erdöl zu Weltmarktpreisen
einführen, ebenfalls große Mengen von Lebensmitteln: Fleisch aus Brasilien,
Milch aus Kolumbien, Reis und Mais aus der Dominikanischen Republik. Dann
begann die Regierung, selbst Volks-Supermärkte einzurichten, wo die Leute
billiger einkaufen konnten. Diese Einrichtung ist seither geblieben. Die
Weihnachtstage vergingen inmitten dieser allgemeinen Mangelsituation, doch
die Bevölkerung hat nicht aufgegeben. Eine Spanierin, die sich in diesen
Tagen im Land befand und jetzt wiederkehrte, erzählte mir, dass die
Menschen alles mit viel Humor und mit Selbstinitiative ausgehalten haben.
Wegen allem Möglichen musste man sich in langen Schlangen anstellen, doch
dabei wurde keine Verbitterung über Chávez oder keine Schuldzuweisungen
laut. Am selben Tag, an dem ich bei der Sendung "Aló Presidente" war,
wurden alle Dichterinnen und Schriftsteller des Poesie-Festivals zum
Abendessen in seinem Amtssitz Miraflores eingeladen. Obwohl Chávez gerade
von seinem sechsstün-digen Programm zurückgekehrt war, nahm er sich noch
Zeit, vor dem Essen zwei Stunden mit uns zu plaudern. Er erzählte uns, dass
in eben diesem Salon, in dem wir uns befanden, die Putschisten sich
versammelt hatten und der Präsident der Unternehmervereinigung sich selbst
als einzige Staatsgewalt vereidigt und das Parlament, den Obersten
Gerichtshof und das Wahlgericht aufgelöst hatte, während alle Hochrufe auf
die Demokratie ausstießen. Als sich der Staatsstreich ereignete, waren
gerade einige Iren zu Dreharbeiten im Präsidentenpalast. Sie haben dann
alles gefilmt. Chávez gab uns Kopien dieses Films. Es war der kürzeste
Militärputsch der Welt, denn die Armen haben Miraflores umstellt und sind
in allen Teilen des Landes auf die Straßen geströmt, die Bauern ebenfalls;
die Studenten haben die Universitäten besetzt und die Arbeiter die
Fabriken; die Indios sind aus den Urwäldern gekommen. Als Chávez auf der
Insel, wo man ihn hingebracht hatte, befreit wurde, war der Anführer der
Putschisten bereits in Haft.
'La revolución bonita', die liebliche Revolution, wie sie Chávez nennt
Beim Abendessen saß ich neben dem Präsidenten. Während wir speisten, trat
jemand zu ihm und informierte ihn, es gebe den Versuch, das Wasser in
Venezuela (Seen, Flüsse, einschließlich dem Orinoco) zu privatisieren.
Chávez sagte mir, das wäre gegen die Verfassung und er werde diesen Versuch
stoppen, noch in dieser Nacht werde er den Präsidenten des Parlaments
anrufen obwohl es bereits fast Mitternacht war. Nachdem sich Chávez
zurückgezogen hatte und auch wir dasselbe tun wollten, sagte mir ein
Angestellter aus seiner Umgebung: Er legt sich noch nicht hin; er geht
immer erst sehr spät schlafen." Ich fragte ihn, wann er denn aufstehe, und
erhielt die Antwort: "Sehr früh". Bevor er ging, bat mich Chávez noch um
einen Segen. Ich wollte mich ausreden, wie ich es manchmal mache, und sagte
ihm, er sei bereits gesegnet. Doch er bestand darauf, und ich sah, dass er
es sehr ernst meinte und dass das wichtig war für ihn. So gab ich ihm und
seinem Volk einen feierlichen Segen, den er voller Rührung entgegennahm.
Als ich nach Nicaragua zurückkehrte und nur einige Schlagzeilen der
Zeitungen sah, wurde mir der Abgrund bewusst, der unsere beiden Länder trennt.
(Aus "El Nuevo Diario", 17. und 18. April 2004. Übersetzung: Werner Hörtner)
Kommentar des Lateinamerikakenners:
"Mittlerweile habe ich auch aus anderen Quellen gehört, dass in Venezuela
nunmehr sehr viel Geld in soziale und kulturelle Belange investiert wird.
Das ist wohl das einzige Land der Welt, wo die Einnahmen aus dem
gestiegenen Ölpreis sinnvoll eingesetzt werden.
Mit herzlichen Grüßen
Werner Hörtner"
Nicaragua-Nachrichten, Mai 2004
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Mon Aug 23 15:31:55 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 23 Aug 2004 16:31:55 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 131 - Kritischer Journalist Helmut Waldert gestorben -
Texte und Informationen
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040823162756.03b89550@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 131 - Erst der Tod brachte ihn zum Schweigen. Der
kritische (ehem.) ORF-Journalist und Aktivist Helmut Waldert (1942 - 2004).
Eine Erinnerung von Matthias Reichl und weiteren Freunden. Texte und Liste
seiner Sendungen und Publikationen.
Bad Ischl, 23.8.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Erst der Tod brachte ihn zum Schweigen.
Der Journalist und Aktivist Helmut Waldert (25.7.1942 - 16.8.2004).
Eine Erinnerung von Matthias Reichl.
"Das Ergebnis der absurden Rüstung, inklusive der atomaren, war schon
bisher nicht Frieden , sondern Erpreßbarkeit und Unterwerfung. Diese
sogenannten 'Dienstleistungen' werden heute von der Ökonomie nachgefragt.
Politik, Investoren und Konzerne reden, wenn sie den Bau neuer Imperien
meinen, ganz offen von der Eroberung der Märkte und von Ressourcen.
Menschen wird eine Karriere zugedacht, die sie zu 'human ressources'
degradiert. 'Wettbewerb' ist organisiert als Vernichtungs-Konkurrenz, um
Sieger und Verlierer zu ermitteln. Wirtschaft wird zu einer Fortsetzung des
Krieges mit anderen Mitteln. Es gibt also neue Gründe, ein altes
Gewalt-Konzept zu bekämpfen..."
(Helmut Walderts Stellungnahme zum Hiroshima-Gedenktag 2001, Wien,
http://www.hiroshima.at)
"Wenn wir uns die Frage stellen, was denn die Gesellschaft zusammenhält,
erkennen wir, daß NGOs, NPOs und soziale Vereine eine wesentliche Rolle
dabei spielen. An dieser Stelle wird auch die Rolle des Internets bei der
Kommunikation immer wichtiger".
(Moderation zum NGO-Internet-Fiesta/ Workshop 2, 1999)
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Einige wenige Worte eines Moderators in einem der ORF-Radioprogramme
informierten uns, dass Helmut Waldert, einer der wenigen couragierten
Rundfunkjournalisten des ORF am 16.8. Wien gestorben ist. Dies wurde durch
die "sanft-alternative" Sendung "Kautzen" ergänzt - anstatt einer seiner
globalisierungs- und gesellschaftskritischen Beiträge.
Ich war mit Helmut Waldert seit vielen Jahren durch Treffen bei den
verschiedensten alternativen Veranstaltungen und ähnlichem freundschaftlich
verbunden. Seine Radiosendungen und Beiträge bei Veranstaltungen waren für
uns alle in unserem Engagement für tiefgreifende gewaltfreie Veränderungen
unverzichtbar. Besonders engagierte er sich für globalisierungskritische
Themen und für Alternativen - vor allem zur herrschenden Geldwirtschaft.
(Eine Liste der Sendungen und Publikationen findet ihr unten.)
Er hatte mir auch öfters über seinen - in den letzten Jahren sich
zuspitzenden - Kampf gegen den wachsenden Einfluß der Neoliberalen im ORF
und über ein verstärktes Mobbing erzählt. Wir überlegten schon, wie wir ihn
durch Solidaritätsaktionen unterstützen könnten.
Vor allem sein Status als "Freier Mitarbeiter im ORF-Hörfunk" seit ca. 1975
war entscheidend für seine Situation. Mit eingeschriebenem Brief erhielt er
die Kündigung seines (befristeten) "Freien-Mitarbeiter-Vertrags" und musste
auf Befehl seiner - als sozialliberal geltenden Vorgesetzten - mit 1.
August 2003 seinen Arbeitsplatz im ORF räumen. Helmut klagte dagegen beim
Arbeitsgericht und auf Anstellung. Er wollte nicht bei erstbester
Gelegenheit in die Frühpension abgeschoben werden, sondern - unterstützt
von vielen Kollegen und Kolleginnen - weiterarbeiten Das wird ihm wohl
zusätzlich Kräfte geraubt haben.
Sein Herzinfarkt am Montag, 16.8. Vormittag, bewahrte ihn vor einer
weiteren nervenaufreibenden Arbeitsgerichtsverhandlung. Er wird am Freitag
den 27. August 2004 um 12.00 im Friedhof Jedlesee, Wien, 21. Bezirk,
Audorfgasse 47, begraben.
Sein Tod im Alter von 62 Jahren - wir sind gleichaltrig - hat nicht nur
mich betroffen gemacht. Das Engagement für unsere gemeinsamen Ziele - trotz
aller Schwierigkeiten - ist wohl die beste Form, seine Pionierarbeit
fortzusetzen.
Zur prekären Situation vieler ORF-Mitarbeiter
Wie Helmut Waldert mir und an deren Freunden in den letzten Jahren
erklärte, haben sich die Arbeitsbedingungen von ORF-Mitarbeitern generell
verschlechtert. Zunehmend wurden viele von ihnen in den ungesicherten
Sektor "Freie Mitarbeiter" abgedrängt. Dass diese wesentlich leichter unter
Druck gesetzt werden können (z.B. durch Reduktion ihrer Aufträge,
weitergereichte Kritik und Druck einflußreicher Personen und Institutionen)
ist offensichtlich. Ähnlich wie in der Privatwirtschaft setzt sich das
neoliberale Prinzip "Hire and Fire" immer mehr durch. Gerade Helmut, der
als Unbeugsamer deswegen als "schwierig" galt, gab wegen seiner sozial-,
wirtschafts- und finanzkritischen Sendungen (er hat an die 1000 Sendungen
und Veranstaltungen moderiert bzw. sie gestaltet) eine willkommene
Zielscheibe für Interventionen ab.
Zu denken gibt mir auch die allgemeine Situation von (Rundfunk- und
Presse-)Journalisten, von denen die meisten keine existenzsichernde
Alternativen (in privaten bzw. alternativen Medien) finden und daher einen
Job in einem anderen Beruf suchen müssen. (Auch unser junger Freund Manfred
Madlberger, zeitweise Moderator bei regionalen kommerziellen Privat- und
Freien Radios und ehrenamtlich unser Karikaturist, ist ökonomisch völlig
ungesichert.) Das sollten v.a. jene in globalisierungskritischen und
ähnlichen Bewegungen bedenken, die vom riskanten Engagement der wenigen
mutigen Medienleute profitieren. Es geht nicht allein um eine unabhängige
finanzielle "Grundsicherung" sondern auch darum, die Möglichkeiten zu
schaffen, weiter effizient und unzensuriert zu publizieren!
Übrigens, bei der ORF-Anrufsendung "Von Tag zu Tag" (die auch Helmut
fallweise moderierte) ist es seit einiger Zeit für bestimmte kritische
Anrufer (inklusive mich) fast nicht möglich, telefonisch durchzukommen.
Ähnlich Betroffene vermuten, dass ein automatisierter Filter in der
Telefonanlage, bestimmte Nummern abblockt. Vor Jahren passierte es noch,
dass eine Frau, die die Anrufe weiterleitete ihr Ablocken ehrlich
begründete: die Kombination Waldert - Reichl sei zu brisant. Umso mehr
freue ich mich, dass weniger bekannte Anrufer ähnlich unbequeme Fragen und
Kommentare transportieren. Was ist aus all den ermunternden Sendungen - die
u.a. der Helmut gestaltete - geworden?
Auch meine Erfahrung ist, dass auch uns immer öfter die Luft (und die
Spucke) wegbleibt angesichts der wachsenden Bedrohungen im Großen gepaart
mit nervtötenden Kleinlichkeiten des Überlebenskampfes im Alltag.
Umso wichtiger ist diese Art einer zivilen, persönlichen und
gemeinschaftlichen "Luft- (und Aktions-) Raumverteidigung" !
Matthias Reichl
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Drei betroffene Stimmen - unter vielen anderen:
"...So habe ich soeben erst von Helmut Walderts Tod erfahren und bin sehr
erschüttert. Auch ich war seit vielen Jahren freundschaftlich mit ihm
verbunden. Erst vor nicht allzu langer Zeit sassen wir gemeinsam am Podium
bei attac. Noch in den vergangenen Wochen habe ich ihn und seine Frau
öfters im 1 Bezirk getroffen und erschrocken festgestellt, daß es ihm
zunehmend schlechter ging. Er litt an einem schweren Asthma und manchmal
fiel es ihm gar nicht leicht auch nur zu sprechen. Akut wurde das Asthma
mit seiner Kündigung im ORF, sie haben ich tatsächlich die Luft zum Leben
abgeschnitten. Daß er einen Herztod erlitt, wundert mich nicht, Lunge und
Herz gehören zusammen. Ich bin sehr traurig..."
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"Der bekannte Journalist und alter Freund ist einem Herzinfarkt erlegen.
Waldert war einer der letzten globalisierungskritischen unbequemen
Journalisten im ORF-Hörfunk. Als einer jener, die Helmut gut kannten und
mit ihm auch immer wieder zusammen gearbeitet haben, tun mir vor allem die
Umstände weh, unter denen es passierte.
Helmut war ein Querkopf. Ein kritischer Geist, der alle Themen gegen den
Strich gebürstet hat. Er hat die Auseinandersetzung gesucht, aber oft hat
er im ORF keine Widerparts gefunden, sondern den üblichen Intrigenfilz.
Dieser Filz, der auf den unglaublich prekären Arbeitsverhältnissen der
ORF-JournalistInnen wächst, und die deutlich gestiegene Abneigung des ORF,
globalisierungskritisches Material zu senden ... hat ihm letzten Endes ein
beispielloses Mobbing und den Rauswurf beschert. Nicht, dass er sich in
dieser Situation immer geschickt verhalten hätte, aber wer hätte das schon
unter solchem Druck, und nichts davon ist eine Entschuldigung für das, was
man ihm im ORF angetan hat. Diesen Rauswurf hat er nicht verwunden. Leider
ist Helmut Waldert damit ein Beispiel geworden, wie bei uns
globalisierungskritische JournalistInnen "mundtot" gemacht werden. Leider
ein sehr tragisches."
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Ein Spezialist für politische Songs aus den USA dazu:
Kennst du das Lied "It could have been me" von Holly Near (Ausschnitt)?
It could have been me
But instead it was you
So I'll keep doing the work you were doing
As if I were two
I'll be a student of life
A singer of songs
A farmer of foods
And a righter of wrongs
It could have been me
But instead it was you
And it may be me, dear sisters and brothers
Before we are through
But if you can fight for freedom
Freedom, freedom, freedom
If you can fight for freedom
I can, too.
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Einige der journalistischen Arbeiten von Helmut Waldert:
GELD MACHT WERTE, 6-teilige Sendereihe des "Radiokolleg" plus Audio-CD u.a.
zu den Problemen und ökologischen Auswirkungen unseres Geld- und
Zins-Systems (ORF 2003)
Das PPP Prinzip: Öffentliche Dienstleistungen im freien Markt (ORF 2002)
Banken: die großen Räder in der Geldmaschine (ORF 2002)
Der Erfolg liegt immer vorne: eine Expedition in die Wachstumsbranche der
Coachings und Trainings (ORF 2001)
Diagnose: Der Extremismus des Geldes.Therapie: Die Re-Regulierung der
Finanzmärkte (ORF 2001)
Wie die Häuser Zukunft lernen. Das Experimentierfeld der Öko-Häuser (ORF 2001)
Wenn das Wasser im Eimer ist: Die Verknappung eines Umweltmediums und
Lebensmittels (ORF 2000)
Eine Region ist (k)ein Unternehmen. Die schwierige Inszenierung von
Regionalentwicklungen (ORF 2000)
Arbeitszeit. Grauzone der Solidarität (ORF 2000)
Geld Macht Werte. Internationale Finanzwirtschaft- die unersättliche
Ökonomie (ORF 1999)
Geld Macht Werte. Der alltägliche Umgang mit Geld (ORF 1999)
Geld Macht Werte. Strategien für ein Leben ohne Geld und Zinsen (ORF 1999)
Energische Energiepolitik. Die skandinavischen Energiepioniere im Vergleich
mit Österreich (ORF 1999)
Die Mitarbeiter-Unternehmer: Selbstverwaltete Betriebe (ORF 1998)
Erneuerbare Energie (ORF 1997)
Grundeinkommen für Alle? oder: was kommt nach dem Sozialstaat? (ORF 1997)
Geld frißt Welt (ORF 1996)
Buch: "Gründungen: Starke Projekte in schwachen Regionen", 1992, Falter-Verlag.
Von 1979 bis 1983 Herausgabe der 14-tägigen Publikation "Nachrichten und
Stellungnahmen der KSÖ (Katholische Sozialakademie Österreichs)"
Broschüre: Verantwortete Zukunft - mit oder ohne Atomenergie (1980)
Broschüre: Der Vatikan zur Rüstung. Ein Weg aus der Gefahr der
Selbstvernichtung der Völker (1979)
(Zusammenstellung: ÖKOWEB, www.oekoweb.at)
Nachwort
von Helmut Waldert
(aus dem Jahr 1979)
Von der Zeit des Wettrüstens kann man sagen,
daß die Menschen nicht wissen, wie spät es eigentlich ist.
Manche sagen, es ist schon viel später.
Viele sagen, so spät ist es noch gar nicht.
Nötig ist also ein Zeitvergleich.
Apparate, die die Zeit anzeigen, sagen,
was jetzt für eine Zeit ist.
Aber sie zeigen auch an, wie spät es sein wird.
Mit ihnen kann man die Zukunft an der Gegenwart ablesen.
Sie haben eine prophetische Dimension.
Das Vatikanische Dokument (gegen die Rüstung, M.R.) ist mit diesen
Apparaten zu vergleichen.
Der Vergleich ist nötig,
weil man zwar den Zeitapparaten glaubt, nicht aber den Propheten.
Man glaubt ihnen nachher, wenn es zu spät ist.
Denn von der Zeit des Wettrüstens kann man sagen,
daß die Menschen nicht wissen, wie spät es eigentlich ist.
(Aus: "Der Vatikan zur Rüstung", 1979, S. 73)
========================================
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Mon Aug 30 21:22:30 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 30 Aug 2004 22:22:30 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 132 - Eduardo Galeano: Between Venezuela and Nothingland
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040830220507.02594c00@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 132 - Eduardo Galeano: Between Venezuela and Nothingland
Bad Ischl, 30.8.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Vorbemerkungen:
Dieser Text des Wissenschafters Eduardo Galeano aus Uruguay wurde sofort
nach dem Referendum in Venezuela geschrieben. Er konfrontiert die mündig
gemachten Bürgerinnen und Bürger mit jenen, die sie vor der Regierungszeit
von Präsident Chavez in einem politischen "Niemandsland" gefangen gehalten
hatten.
Er ergänzt treffend den Text von Ernesto Cardenal zum revolutionären
Prozess in Venezuela, siehe unseren E-Rundbrief - Info 130: Ernesto
Cardenal zum revolutionären Prozess in Venezuela,
http://webmail.horus.at/pipermail/e-rundbrief//2004/000183.html
Matthias Reichl
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The following article on the Venezuelan referendum by Eduardo Galeano --
written in that Uruguayan journalist's inimitable style -- came to me by
way of Reconquista Popular. I apologize in advance for any translation
errors I may have made. My thanks to Nestor for passing it along.
Mike Friedman
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Between Venezuela and Nothingland
Eduardo Galeano
18.8.2004
What a strange dictator, this Hugo Chavez. Suicidal and a masochist: he
created a Constitution that permits the people to kick him out, and took
the risk that this would happen in a referendum that Venezuela carried out
for the first time in universal history.
There was no punishment. And this became the eighth election that Chavez
has won in five years, with a transparency that would have given Bush a
reason to party.
Obedient to his own Constitution, Chavez accepted the referendum promoted
by the opposition, and placed his job at the disposal of the people: "You
decide." Until now, Presidents only interrupted their turn in office as the
result of death, coup de etats, insurrections or parliamentary decisions.
The referendum has inaugurated an unheard of kind of direct democracy. An
extraordinary event: How many presidents, of any country in the world,
would be inspired to do it? And how many would continue being president
after doing it?
This tyrant, invented by the mass media, this terrible demon, just gave a
huge dose of vitamins to Democracy, which in Latin America -- and not only
in Latin America -- has been weak and lethargic.
A month before, Carlos Andres Perez, the angel of God, a democrat beloved
by the mass media, announced a coup d'etat to the four corners of the
earth. Simply and concisely, he affirmed that "the path of violence" was
the only possible way in Venezuela, and dismissed the referendum "because
it isn't part of the Latin American idiosyncrasy." The Latin American
idiosyncrasy, in other words our precious heritage: a deaf and dumb people.
Until a few years ago, Venezuelans went to the beach when elections were
held. Voting wasn't and isn't mandatory. But, the country has gone from
total apathy to total enthusiasm. The torrent of voters, enormous lines
waiting in the sun, afoot, for long hours, overflowed all of the procedures
set up for voting. The democratic flood also hindered the proposed
application of the latest technology to prevent fraud, in this country
where the dead have the bad habit of voting and where some of the living
vote several times each election, perhaps because of Parkinson's Disease.
"There is no freedom of expression here!" blare the television screens,
radio waves and newspaper headlines, with absolute freedom of expression.
Chavez has not closed a single one of the mouths that spit insults and lies
every day. The chemical warfare designed to poison public opinion continues
with impunity. The only television channel shut down in Venezuela, Channel
8, was not a victim of Chavez, but rather of those who usurped his
presidency for a couple of days, during the brief coup d'etat in April 2002.
And when Chavez returned from prison and recovered the presidency borne on
the shoulders of an enormous crowd, the Venezuelan mass media weren't aware
of the news. Private television stations spent the whole day showing Tom
and Jerry movies. Those exemplary television stations deserved the prize
that the king of Spain awards for the best journalism. The king gave his
prize for a film made about those turbulent days in April. The film was a
hoax. It showed the savage Chavistas shooting at an innocent demonstration
of unarmed dissidents. Irrefutable evidence proved that the demonstration
never took place, but this small detail was unimportant, as the prize was
never withdrawn.
Until just yesterday, in the Saudi Venezuela, petroleum paradise, the
census officially recognized a million an a half illiterates, and there
were five million disenfranchised Venezuelans. These, and many other
invisible people are unwilling to return to Nothingland, which is the
country inhabited by the nobodies. They have conquered their country, which
was so foreign to them. This referendum has proven, once again, that they
are staying there.
Übermittelt von: Reconquista Popular
Übersetzt von: Mike Friedman
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Mon Sep 6 21:09:49 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 06 Sep 2004 22:09:49 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 133 - Termine Veranstaltungen September - November 2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040906215838.02595700@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 133 - Eduardo Galeano: Between Venezuela and Nothingland
Bad Ischl, 6.9.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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TERMINE ÖSTERREICH
SEPTEMBER 2004
7.9. 19.00 WIEN (Hoffingerg. 26-28): Podiumsdiskussion von FIAN -
Österreich u. Renner-Institut "Brauchen wir eine neue internationale
Agrarpolitik?" (Renner-Institut, Tel. 01-8046501-30, e-mail:
churavy@renner-institut.at)
10.9. 17.00 - 21.00 SALZBURG (AK-Brunauerzentrum, Elisabethstr. 45a):
Informationsveranstaltung der AUGE "Der Staat spart uns zu Tode". (Info
u.a.: www.buergerliste.at)
11.9. 10.00-18.00 LINZ (Kongresssaal der Arbeiterkammer, Volksgartenstr.
40): Informations- und Aktionskonferenz zum Friedensvolksbegehren "Europa
in schlechter Verfassung". (Friedenswerkstatt, Waltherstr. 15, 4020 Linz,
Tel. 0732-771094, email: friwe@servus.at, www.friwe.at)
11.9. 18.00 - 21.30 SALZBURG (ICCM, Gyllenstormstr. 8, Aigen): Salzburger
Europadialog 2004 "Auf der Suche nach einer gemeinsamen Identität in
Europa". (GBKL-CBCR - Europäisches Institut für Gemeinschaftsbasierende
Konfliktlösung, e-mail: office@conflict-resolution.at)
11.9. 10.00 - 19.00 WIEN (Amtshaus, Gatterburgg. 19): Tagung "Auswirkungen
der Geldordnung" (Institut für kritische Gesellschafts- und
Kulturphilosophie, Tel. 01-2595650, e-mail: kulturphilosophie@chello.at)
13. - 15.9. STROBL (Sbg.): Lehrgang "Internet + politische Bildung". (BIfEb
St. Wolfgang, Tel. 06137-6621-0)
13.9. WIEN: Symposium "Die Zukunft der Zivilgesellschaft". (Haus der
Industrie, Schwarzenbergpl. 4, 1030 Wien, Tel. 01-58900-152)
14.9. 18.00 WIEN (Tech Gate Vienna, Saal 0.1, Ebene 0, Gate 3,
Donau-City-Straße 1): Vortrag von Robert O. Boorstin "The US-Elections
2004, Programmes and Prospects". (Renner Institut, Khleslpl. 12, 1120 Wien,
Tel. 01-8046501, e-mail: churavy@renner-institut.at, www.renner-institut.at)
17.9. WIEN (Ares-Tower): Tagung "Sozialdemokratische Wirtschaftspolitik" -
mit A. Gusenbauer, Ch. Matznetter, M.J. Rodrigues (EU). (Renner Institut,
Tel. 01-8046501-43, e-mail: kuehbauer@renner-institut.at)
17. - 19.9. MATTERSBURG (Bgld.): Internationale Tagung "Enlargement - Race
to the Bottom" zur EU-Erweiterung und der Situation in den neuen
Mitgliedsstaaten. (Info: Attac Österr.,
www.attac-austria.org/aktuell/mattersburg04/mattersburg04.php)
20.9. WIEN: Vortrag "Der europäische Traum. Die Vision einer leisen
Supermacht" von Jeremy Rifkin. (Renner Institut, Tel. 01-8046501-30,
e-mail: churavy@renner-institut.at)
22.9. SALZBURG (Verwaltungsgebäude Salzburg Energie AG): Vortrag von Franz
Alt über erneuerbare Energien. (Info u.a. bei: Robert-Jungk-Bibliothek,
Tel. 0662-873206-0)
24. - 25.9. GOLDEGG (Schloss, Seminarzentrum , Sbg.): Lehrgang
"De-Eskalation und Konfliktanalyse". (Friedensbüro Salzburg, Tel.
0662-873931m, www.friedensbuero-salzburg.at)
25.9. WIEN: Aktionstag und Demonstration gegen Besatzung und Krieg in
Palästina und Irak. Westbahnhof ab 14:00, Schlusskundgebung um ca. 16:30
bei der Oper. (Aktionsbündnis für den 25. September 2004, Infos u.a. bei:
Karin Wil )
26.9. 16.00 WIEN (Evang. Pfarrgemeinde HB, Schweglerstr. 39): Diskussion zu
Thema "Befreiungsbewegung - Befreiungskampf versus Terrorismus - am
Beispiel der Regionen Lateinamerika, Naher Osten und Südafrika".
(Friedensbüro Wien, e-mail: pax.vienna@chello.at)
OKTOBER 2004
1. - 2.10. LINZ (Ursulinenhof, Landstr. 31): Folgesymposium "In eine
hellere Zukunft Strategien für eine Welt ohne atomaren Wahnsinn!". Die
Lüge von der friedlichen Nutzung der Atomenergie Atomwaffen und
Atomkraftwerke zwei Seiten einer Medaille. (Atomstopp International, OÖ
Plattform gegen Atomgefahr, Landstr. 31, 4020 Linz, Tel: 0732-774275,
post@atomstopp.at, www. atomstopp.at).
2.10. 14.30 - 18.30 PUCHBERG b. Wels (OÖ): 4. Vernetzungstreffen von
Initiativen für Demokratie und Menschenrechte, gegen Rechtsextremismus
Antisemitismus und AusländerInnenfeindlichkeit. "Seid wachsam!".
(Bildungshaus Schloss Puchberg, Puchberg 1, 4600 Wels, e-mail:
bildungshaus.puchberg@dioezese-linz.at)
2.10. GRAZ?: Vorbereitungstreffen für die LINKE-Konferenz (am 13.11.).
(Info: http://linke.cc)
4.10. WIEN: Diskussion "Global Governance im Informationssektor". (Renner
Institut, Tel. 01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
7., 14. u. 22.10. WIEN: Forumtheaterworkshops mit Barbara
Pfaffenwimmer.(kardinal könig haus, Lainzer Str. 138, 1130 Wien, Tel.
01-8047593-649, kursanmeldung@kardinal-koenig-haus.at,
www.kardinal-koenig-haus.at)
8. - 10.10. SEMRIACH (Stmk., Trattnerhof, Wildhof 81): Seminar
"Argumentationstraining zu Politik & Ökonomie". Wirtschaftliche
Argumentationsmuster auf dem Prüfstand. (Forum politische Bildung
Steiermark, Friedrichg. 36, 8010 Graz, Tel. 0316-8161-54, e-mail:
forum@gesellschaftspolitik.at)
8.10. WIEN (Hochholzerhof, BAWAG): Vortrag "Sozialpolitik in Brasilien und
das Null-Hunger-Problem" von Frei Betto (Brasilien). (Renner Institut, Tel.
01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
9.10. WIEN (Diplomatische Akademie): Fachtagung "Entwicklungspolitische
Perspektiven für das neue Jahrtausend" u.a. mit Frei Betto. (Renner
Institut, Tel. 01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
9.10. 14.30 - 18.00 PUCHBERG b. Wels (OÖ): Seminar "Die Amerikaner. Ihre
Religion - ihre Politik (in den USA)" mit Michael Freund. (Bildungshaus
Schloss Puchberg)
13.10. 19.00 WIEN: Vortrag "Alles wurde schneller, damit mehr Zeit sei...
Es ist immer weniger Zeit" mit Marianne Gronemeyer. (kardinal könig haus, Wien)
13.10. WIEN: Vortrag "Die Demokratie beim Wort nehmen: Der Souverän und der
Dissident" mit Paolo Flores d'Arcais (I). (Renner Institut, Tel.
01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
15.10. LINZ (BFI): "Vollbeschäftigung und Soziale Sicherheit für alle:
Welche Politik brauchen wir dafür?" (Eva Belabed, ISW - Institut für
Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, www.isw-linz.at)
18. - 19.10. WIEN: Bundestagung von schwarzen Frauen für schwarze Frauen in
Österreich. Networking und Empowerment. (Renner Institut, Tel.
01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
21.10. 19.00 WIEN (Hauptbücherei, ): Vortrag "Theater & Partizipation - Die
Kunst des sozialen Zusammenhalts" von Augusto Boal (Rio de Janeiro/
Brasilien), Begründer des "Theaters der Unterdrückten". (22. - 26.20. VHS
Meidling, Längenfeldg. 13-15): Seminar der Arbeitsgemeinschaft Forumtheater
mit A. Boal in der Reihe "Theater statt Gewalt". (kardinal könig haus und
VHS Meidling, Wien, www.theatreoftheoppressed.org)
22. - 23.10. SALZBURG: 3. Forum Frieden und Gewaltfreiheit. Themen u.a.
"Die Herausbildung des Militärisch-Industriellen-Komplexes in der EU" mit
Winfried Wolf; "Lebt der Friedensprozess in Israel/Palästina?" mit Uri
Avnery und Vernetzung der Aktivitäten und Projekte. (Friedensbüro Salzburg,
Platzl 3, 5020 Salzburg, Tel/Fax 0662-873931, E-mail:
friedensbuero.salzburg@aon.at, www.friedensbuero-salzburg.at)
27.10. 13.00 - 20.00 LINZ (AK-Jägermayerhof): "Tag des legislativen
Theaters" - als Mittel politischer Beteiligung, mit Augusto Boal und Sohn
Julian (Rio de Janeiro/ Brasilien). (Anmeldung: Tel. 050-6906-5416, e-mail:
schietz.m@ak-ooe.at).
28. - 29.10. WIEN: Workshop "Wachsende Ungleichheit. Europa und die USA im
Vergleich". (Renner Institut, Tel. 01-8046501-29, e-mail:
riedl@renner-institut.at)
Ende Oktober WIEN: Diskussion "Internationale Finanzmärkte und das Problem
der Spekulation". (Renner Institut, Tel. 01-8046501-30, e-mail:
churavy@renner-institut.at)
NOVEMBER 2004
4.11. WIEN: Diskussion "Die Zukunft der Nahost-Region". Die "Genfer
Initiative" und die israelisch-palästinensichen Beziehungen. (Renner
Institut, Tel. 01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
13.11. ? : LINKE-Konferenz. (Info: http://linke.cc)
20.11. WIEN: Fachtagung "Verscherbeln oder polieren? Die Zukunft kommunaler
Daseinsvorsorge zwischen Modernisierung und Privatisierung" (u.a. zu WTO,
GATS u. EU). (Renner Institut, Tel. 01-8046501-43, e-mail:
kuehbauer@renner-institut.at)
TERMINE DEUTSCHLAND
SEPTEMBER 2004
12.9. 15:00 20:00 KÖLN (Maternushaus, Kardinal-Frings Str.1-3):
Alternativkonferenz mit Vandana Shiva und anderen ReferentInnen - gegen das
Treffen der Agro-Bio-Lobby und -Konzerne "ABIC goes Europe" (13.9.:
Protestaktionen an der Kölner Messe). (Kontakt: BioSkop: Erika Feyerabend
Tel. 0201-53 66 706; erika.feyerabend@t-online.de; Misereor, Bernd Nilles,
Tel. 0241 442-515, e-mail: nilles@misereor.de)
18. - 19.9. .......: Strategiekonferenz der Kooperation für den Frieden.
(Netzwerk Friedenskooperative, Römerstr. 88, D-53111 Bonn, Tel.
030-204502-56, koop.frieden@gmx.de, www.koop-frieden.de)
OKTOBER 2004
1. - 3.10. HEPPENHEIM: Methoden-Seminar "Kreativität von A bis Z" Soziale
Kreativitätsmethoden kennenlernen und einüben. (Verein Zukunftswerkstätten
und Haus am Maiberg, Ernst-Ludwig-Str. 19, D-64646 Heppenheim, Tel.
06252-930612, e-mail: t.moellenbeck@haus-am-maiberg.de, www.haus-am-maiberg.de)
1. - 3.10. SCHWERTE bei Dortmund: Attac-Deutschland- Kongress zum "Mythos
Wachstum". (Attac Deutschland, www.attac.de)
2.10. STUTTGART: Kundgebung und gewaltfreie Aktionen bei dem
NATO-Kommandozentrum EUCOM u.a. gegen die Militarisierung des Weltraums.
(Infos.: e-mail: Wolfgang.Schlupp-Hauck@t-online.de)
9.10. GRONAU: Anti-Atomkraft-Demonstration - Ablehnung der UAA
(Urananreicherungsanlage). (Arbeitskreis Umwelt - AKU - Gronau, Tel.
02562/23125, e-mail: uaanee@web.de)
15. - 17.10. MAGDEBURG: Tagung "Pazifismus heute - Gewaltfreiheit
angesichts von Krisen und Kriegen". (Bund Soziale Verteidigung, Schwarzer
Weg 8, D-32423 Minden, Tel. 0571-29456,
www.soziale-verteidigung.de/aktuell-19.htm)
TERMINE INTERNATIONAL
SEPTEMBER 2004
10.9. WELTWEIT: International Action-Day - to commemorate Lee who sacrified
himself; to stop the terror of neo-liberal "Free" Trade! (Via Campesina,
Tel& fax : + 504 235 99 15, E-mail: viacampesina@multivisionhn.net, KPL -
Liga Campesina Coreana, E-mail: junsaa@naver.com , KWFA - Asociacion Corean
de Mujeres Campesinas, E-mail: junyeonong@hanmail.net)
17. - 19.9. BEIRUT (LIBANON): Ant-War- and Anti-Globalization-Assembly.
(Focus on the Global South (FOCUS), c/o CUSRI, Chulalongkorn University,
Bangkok 10330, THAILAND
Tel: ++662 218 7363, Email: marylou@focusweb.org, www.focusweb.org)
23. - 26.9. BOBIGNY/ PARIS (F): Biennale de l'environnement, pour un
développement durable. Forums, débats, animations, marché fermier, ...
(Info: www.cg93.fr/biennale2004/)
24. - 26.9. NAIROBI (UNEP Headquarters, Kenya): 3rd International IFOAM
Conference on Biodiversity and Organic Agriculture "The Role of Organic
Agriculture for Biodiversity: Current Contributions and Future
Possibilities". (IFOAM Head Office, Charles-de-Gaulle Strasse 5, D-53113
Bonn, Tel: +49-228 926 50-16, e-mail: n.sorensen@ifoam.org, www.ifoam.org)
25.9. - 3.10. WELTWEIT: Keep Space for Peace Week: International Days of
Protest to Stop the Militarization of Space. (Infos: Global Network Against
Weapons & Nuclear Power in Space, www.space4peace.org, Women's Int'l League
for Peace & Freedom, www.wilpf.org)
OKTOBER 2004
1. - 3.10. STOCKHOLM (S): Conference "Nuclear weapons in space? NPT and the
Nordic countries role in US space plans". (Infos: e-mail:
agneta.norberg@spray.se)
NOVEMBER 2004
2.11. USA-WEIT: Präsidentschaftswahlen.
2.11. WELTWEIT: Global action in occasion of the US-presidental election.
Alternative elections with a table, ballot boxes, etc ... where people do
not choose between G.W. Bush or John Kerry (Mr. Bush Light!), but can vote
for the end of the U.S. occupation of Iraq, for Kyoto-protocol, for nuclear
disarmament, the end of U.S. support of Israel, .... and can vote/ decide
for the companies they will boycott. (Boycott Bush Campaign, International
Secretariat, c/o For Mother Earth, K. Maria Hendrikaplein 5, B-9000 Gent,
Tel: +32 9 242 87 52, www.boycottbush.org)
9.11. EUROPAWEIT: International Day Against Fascism and Antisemitism "Hope
Not Fear". (UNITED for Intercultural Action, Postbus 413, NL-1000 AK
Amsterdam, Tel. +31-20-6834778, e-mail: info@unitedagainstracism.org,
www.unitedagainstracism.org)
========================================
Zusammengestellt von:
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Sep 21 18:08:42 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 21 Sep 2004 19:08:42 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 134 - Alternative Nobelpreistraeger 2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040921184749.025ade50@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 134 - Alternative Nobelpreistraeger 2004: Swami Agnivesh
and Asgar Ali Engineer (India), Memorial (Russia), Bianca Jagger
(Nicaragua), Raul Montenegro (Argentina)
Bad Ischl, 21.9.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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2004 Right Livelihood Awards Highlight Human, Social and Environmental
Rights Worldwide
PRESS RELEASE 20.9.2004
The 2004 Right Livelihood Honorary Award goes to two distinguished Indian
religious figures who have worked unceasingly for social justice and
communal harmony for more than two decades. The Right Livelihood Award Jury
honours Swami Agnivesh, a leading Hindu social reformer, and Asgar Ali
Engineer, a prominent Muslim scholar and activist, "for their strong
commitment and cooperation over many years to promote the values of
co-existence, tolerance and understanding in India and between the
countries of South Asia".
Three recipients share the Right Livelihood cash Award, totalling 2 million
Swedish kronor:
Memorialís work in Russia and surrounding countries to document past human
rights violations and protect civil liberties today is both unique and
exemplary. The Jury honours Memorial, its members and staff "for showing,
under very difficult conditions, and with great personal courage, that
history must be recorded and understood, and human rights respected
everywhere, if sustainable solutions to the legacy of the past are to be
achieved".
Bianca Jagger, (Nicaragua), has shown over many years how celebrity can be
put at the service of the exploited and disadvantaged. The Jury recognizes
"her long-standing commitment and dedicated campaigning over a wide range
of issues of human rights, social justice and environmental protection,
including the abolition of the death penalty, the prevention of child
abuse, the rights of indigenous peoples to the environment that supports
them and the prevention and healing of armed conflicts."
Raul Montenegro, (Argentina), shows how much one committed scientist and
activist can do to raise ecological awareness and prevent environmental
degradation. The Jury honours Montenegro "for his outstanding and
wide-ranging work with local communities and indigenous peoples to protect
the environment and conserve natural resources in Latin America and elsewhere.
Further details about the work of the recipients are given on separate sheets.
Founded in 1980 the Right Livelihood awards are presented annually in the
Swedish Parliament and are often referred to as "Alternative Nobel Prizes".
They were introduced "to honour and support those offering practical and
exemplary answers to the most urgent challenges facing us today".
Jakob von Uexkull, a Swedish-German philatelic expert, sold his valuable
postage stamps to provide the original endowment. Alfred Nobel wanted to
honour those whose work "brought the greatest benefit to humanity". Von
Uexkull felt that the Nobel prizes today ignore much work and knowledge
vital for our world and future.
A press conference with the recipients will be held in Stockholm on
Wednesday, December 8th. The award presentation ceremony in the Swedish
Parliament will be held on December 9th.
For further information and photos of the 2004 Award recipients, including
contact addresses:
Kerstin Bennett, Administrative Director Right Livelihood Award, Stockholm
Mobile phone at the press conference: +919848387009
The press conference to announce the recipients will be held in
Jubilee Hall, Hyderabad, India at 10.00 a.m. on September 20th, 2004.
A Video clipping of the press conference can be viewed by accessing our website
For more information:
Tel: +46(0) 8-702 03 40
Fax: +46(0) 8-702 03 38
E-mail: info@rightlivelihood.se
Website: www.rightlivelihood.org
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The recipients:
ASGHAR ALI ENGINEER (India)
Asghar Ali Engineer was born in 1940, and took a BSc. in civil engineering
from Vikram University. From 1980 he edited the journal The Islamic
Perspective, and during the 1980s he published a string of books on Islam
and communal violence in India, the latter based on his field
investigations into the communal riots in post-independence India. By 1987
he was well enough known to receive the Distinguished Service Award from
the USA International Student Assembly and the USA Indian Student Assembly.
In 1990 he received the Dalmia Award for communal harmony and in 1993 was
awarded an honorary D.Litt. by the University of Calcutta.
1992 saw the destruction of the Babir Mosque and provided the impetus for
the foundation by Engineer in 1995 of the Centre for Study of Society and
Secularism (CSSS), of which Engineer is still the Chairman and which has
been the organisational focus of his work since then. The objectives of
CSSS are to spread the spirit of communal harmony, to study problems in the
area and organise inter-faith dialogues. To this end CSSS undertakes
research, organises seminars, conducts training and mass awareness
programmes, publishes books and pamphlets and networks with other
organisations. Through CSSD and otherwise Engineer has given many lectures
and been involved in many workshops (some abroad, mainly in India, some for
the Indian police) promoting communal understanding and harmony. He has
published 47 books, many papers and articles, including those for scholarly
journals. He edits a journal, Indian Journal of Secularism, and a monthly
paper, Islam and Modern Age. Through the 1990s, Engineer received a number
of awards, including the National Communal Harmony Award in 1997, and the
USA Award from the Association for Communal Harmony in Asia in 2003.
Engineer is a Bahra Muslim, and an important component of his work has been
both to promote a better external understanding of Islam and to critique
some of its manifestations from the inside (for example, Rethinking Issues
in Islam in 1998). His progressive interpretation of the scriptures has
often brought him into headlong conflict with the orthodox clergy at a
great personal risk. Post-2001 some of Engineer's work has addressed the
issues of globalisation, Islam and terrorism, but most of his work has
remained focused on the communal situation in India and, to a lesser
extent, its relations with Pakistan.
Asghar Ali
Engineer Mobile
number: 9819781006
Centre for Study of Society and Secularism Phone:
+91(0)226149668, 56987135
9B, Himalaya Apts.,1st Floor Fax:
+91(0)2256987134
6th Road, TPS III, Opp. Dena Bank E-mail:
csss@vsnl.com
Santacruz (E), Mumbai-400055 Website:
www.csss-isla.com
India
-----------------------------------------------------------------------------------
SWAMI AGNIVESH (India)
Swami Agnivesh was born Vepa Shyam Rao on 21st September 1939, the grandson
of the Diwan (Chief Minister) of a princely state called Shakti, now in
Chhattisgarh. He gained law and business management degrees, became a
lecturer in Calcutta and for a while also practised law. He comes from an
orthodox Hindu family, but in 1968 he became a full-time worker of the Arya
Samaj, a Hindu reformist movement, and two years later became a sanyasi,
renouncing worldly possessions and becoming, in the process, Swami
Agnivesh. On the same date that he became a "renouncer".
Agnivesh co-founded a political party, the Arya Sabha, to work for
political order, founded on Arya Samaj principles. The principles were
spelt out in a book published in 1974, Vaidik Samajvad (Vedic Socialism).
This rejects the lopsided materialism of both capitalism and communism in
favour of what the Arya Sabha constitution calls 'social spirituality."
When Prime Minister Indira Gandhi declared a state of emergency in 1975,
cracking down on opposition parties, Agnivesh and some colleagues were
arrested. He was in jail for 14 months. After the 1977 elections which
swept Indira Gandhi from office, Agnivesh was elected to the Haryana state
legislative assembly, becoming education minister. He rapidly became
disillusioned, resigned and decided to devote all his energy and time to
social justice movements.
During this period he began to denounce bonded labour, a cause for which he
became well known. He founded the Bandhua Mukti Morcha (BMM, the Bonded
Labour Liberation Front) in 1981, and is still its Chairperson. Swami
Agnivesh puts the number of child labourers in India (despite
constitutional provisions) at 65 million. Some are in debt bondage or have
been pledged by parents in return for financial advances; some are lured by
procurers who promise bright prospects after training. BMM has secured the
release of more than 172,000 Indian workers, and has helped create a number
of trade unions, including the All India Brick Kiln Workers, the Stone
Quarry Workers and the Construction Workers. Working also at the
international level, Agnivesh has also thrice been elected as Chairperson
of the UN Trust Fund on Contemporary Forms of Slavery.
Agnivesh has had a high profile with a number of social issues apart from
child and bonded labour:
· In 1987 he led a 18 day long 'padhyatra' (march on foot) from Delhi to
Deorala in Rajasthan to protest against sati (the immolation of widows on
their husband's funeral pyres) following a particularly notorious incident.
The march was stopped, and Agnivesh briefly gaoled, but both received
widespread, sympathetic coverage. The Indian Parliament later enacted the
Sati Prevention Act. Back in Delhi Agnivesh launched a campaign against
female infanticide, which also resulted in legislation.
· In 1988/89 he led a movement to secure the entry of 'untouchables' into
Hindu temples which were discriminating against them. Again he was arrested
but the action had a substantial impact on public opinion.
· In 1989 he led a multi-religious march from Delhi to Meerat to protest
against and defuse communal violence that had claimed the lives of 45
Muslim youths. Dr. Asghar Ali Engineer was also a prominent participant in
the march.
· From 1989-95, he participated in a number of people's movements
(including Narmada Bachao Andolan) in respect of land, water, forests and
fisheries issues, and campaigned with women's movements against alcohol in
both Andhra Pradesh and Haryana, winning total prohibition (for a short
period) in both states.
· In 1999, concerned about escalating religious fundamentalism and
obscurantism, he helped to launch a multi-religious forum called Religions
for Social Justice, which led a group of 55 religious leaders to the place
where an Australian Christian missionary and his two sons had been burned
to death while they slept, by Hindu religious fanatics. The leaders in The
Times of India on the theme of religious tolerance and reconciliation,
written by Agnivesh, attest to the impact of this initiative. For many
years he has also written articles in leading newspapers jointly with a
Christian priest, Rev. Valson Thampu.
· In other recent newspaper articles Agnivesh has deplored the consumerism
andmaterialism that he perceives to be undermining Indian culture. The Arya
Samaj movement, with which he is still involved, launched a people's
movement in 1997 against the 'western cultural invasion' and the
'neo-colonialism' of the WTO and World Bank.
In 2001, Agnivesh led a protest march from Mumbai to Gujarat against
economic globalisation.
Swami Agnivesh was deeply disturbed by the massacre in Gujarat in 2002. He
once again organized a group of 72 eminent religious - social leaders who
spent five days in the violence affected areas of Gujarat and denounced the
Hindu fundamentalist organizations and sectors responsible.
High point of Communal harmony has been the fact of Swami Agnivesh and a
Christian priest Rev. Valson Thampu working together for years as brother
and comrades in the same mission and writing articles in leading newspapers
under their joint names.
Swami
Agnivesh Tel: +91
11 2336 6765
Bonded Labor Liberation Front Fax: +91 112 336 8355
7 Jantar Mantar
Rd website:
www.swamiagnivesh.com
New Delhi 110 001
Bharat
India
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MEMORIAL (Russia)
Memorial is the short name of the International Volunteer Public
Organisation Memorial Historical Educational, Human Rights and Charitable
Society. It was founded at the end of the 1980s as a result of a major
movement in October 1988, which took the form of Initiative Groups
appearing in Moscow, St. Petersburg and other cities. The union of regional
Memorial societies was the first non-politicial NGO not organised by the
state in Russia's recent history. Its first leader was Andrei Sakharov.
Today Memorial unites 87 organisations: in many regions of Russia, in
Ukraine, in Poland, Latvia and Germany. Its 18-member Board of Directors is
elected every 4 years at a conference of all Memorial member organisations.
As embodied in its Charter, Memorial's "primary missions" are:
- To promote mature civil society and democracy based on the rule
of law and thus to prevent a return to totalitarianism;
- To assist formation of public consciousness based on the values
of democracy and law, to get rid of totalitarian patterns, and to establish
firmly human rights in practical politics and in public life;
- To promote the revelation of the truth about the historical
past and perpetuate the memory of the victims of political repression
exercised by totalitarian regimes.
Memorial work falls into three main areas:
1. Creating a historical memory about the crimes committed by the Soviet
regime through research and publications.
Memorial has built an enormous network of archives specialized in the field
of historical research into totalitarian repression that are open to the
public. This work is co-ordinated by the Moscow-based
'Scientific-Informational and Enlightenment Center, Memorial', which has
70,000 documents and 23,000 books, and paintings and graphic works by GULAG
prisoners. Many of the Memorial regional branches also have archives and
museums. Near the city of Perm in the North West Urals Memorial has built
the only existing museum of a Soviet concentration camp on the site of the
last camp for political prisoners. Memorial's archive includes 400,000
letters from 'Ostarbeiter' (people taken as slave labour to Germany during
the Second World War), and has published CDs with brief details of
political prisoners - the most recent, 2CDs entitled Victims of Political
Terror, was published in 2004 and also released at the 2004 Frankfurt Book
Fair. They contain records and short histories of about 1.3 million people
of 120 ethnic origins born in all areas of the USSR, who were killed by the
Soviet regime. Memorial estimates that this accounts for only about 10% of
the total number. In Russia Memorial organised an essay competition (this
is the fifth year) about "the life experience of man and family against the
background of 20th century history". 2,400 entries were received, about the
same as in previous years.
On the basis of its archives Memorial has also published the so-called
Stalin Lists, with the names of 35,000 people executed on the personal
order of Stalin. Memorial also campaigns for the victims of political
repression to receive compensation from the state.
2. Social work for the victims of the Soviet regime and their relatives.
Examples of Memorial's work in this area include the organisation of
meetings, care for the elderly, and medical help for victims; provision of
care for people who have been raised in KGB children's homes, because their
fathers had been shot as alleged traitors and their
mothers detained; and helping victims to enforce their rights under the act
on the rehabilitation of the politically prosecuted.
This act is presently under review, and the 'moral responsibility of the
Russian state' for the Soviet crimes, which Memorial had helped to include
in the law when it was enacted in 1993, will probably be deleted. They are
now trying to prevent this. There is also currently a proposal that the
special benefits granted to the politically prosecuted (like free use of
public transport etc.) should be replaced by direct payments. Memorial has
calculated that these would be worth less than the benefits and is
campaigning to maintain the benefits.
3. Human rights work in present-day Russia.
Memorial monitors the situation in so-called 'hot spots' of actual or
potential conflict and human rights abuse - Azerbaijan, Armenia, Georgia,
Tajikistan, Turkmenia, Moldavia, Crimea (Ukraine) and, in Russia, North
Ossetia, Krasnodar region, and Ingushetia. Since 1994 Memorial's main focus
for this work has been Chechnya. Memorial also generally monitors
'contemporary political repression' in the former territories of USSR,
analyses and seeks judicial assistance for displaced people in Russia and
works for equal rights for national minorities in several regions in
Russia. Specific examples of Memorial's work in this area include giving
legal assistance and lobbying support on behalf of refugees from Chechnya
and from 'older' conflict regions like Armenia and Azerbaijan or
Afghanistan (from the time after the Russian invasion); and publishing
reports of, and campaigning against human rights violations in Russia,
especially in Chechnya. They have five offices in and around Chechnya, with
four offices in Grosny, and publish a monthly web documentation about the
disappeared and about 'cleansings' that have taken place.
There are three different units of about the same size in Memorial for
these three different fields. Some staff members are very much specialised
in one field, e.g. historians working with the documentary work. However,
as much of the work is project based, there is some internal fluctuation of
staff, when a project in one field is running
out and another one starting in another field.
The rationale that links these three different work areas of Memorial is
that the documentation of past violations of human rights is connected with
the present human rights situation, because historical knowledge is needed
to sensitise people for present and future abuses, and to understand
present conflicts better. They have all along kept the three fields
together in one organization rather than separating them, because they view
the connection of the three aspects as their specific strength. In the
public perception, Memorial is mainly known for their present-day human
rights work.
Memorial's work can be dangerous. Its office in Petersburg was attacked in
2003. In 2004, the Memorial member and expert on minority rights Prof.
Girenko was shot dead in his flat in Petersburg, probably by a right wing
group. He had given testimony in cases against right wing extremists. There
have also been repeated anonymous threats on the life of Wladimir
Schnittke, head of Memorial Petersburg.
In April 2002, Memorial received the Lew-Kopelew-Award for peace and human
rights in Cologne, and in June 2003 Svetlana Gannushkina, who is head of
the legal network at Memorial and works with legal advice to refugees and
displaced persons, received a human rights prize from the German Amnesty
section. In 2004 Memorial's Human Rights Centre received the UNHCR's Nansen
Refugee Award for helping 'dozens of thousands of refugees and internally
displaced persons'. In June 2004 Memorial received the National Endowment
for Democracy Award in Washington DC.
Memorial
Human Rights and Humanitarian Society
Elena Zhemkova, Executive Director (speaks Russian)
Irina Sherbakova, Head of Educational Youth Programme (speaks Russian, German)
127051 Moscow
Maly Karetny per. 12
Russian Fed
Phone +7 095 209 7883
Fax +7 095 973 2094
Website: www.memo.ru
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BIANCA JAGGER (Nicaragua)
Bianca Jagger was born in 1950 in Nicaragua, where she experienced the
harsh US-backed military rule of the Somoza family, which ruled Nicaragua
for almost half a Century until 1979. At the age of 16 she won a
scholarship to study at the Paris Institute of Political Studies. She was
married to Mick Jagger from 1971-79.
During her childhood and adolescence she witnessed first hand the terror of
Somoza's National Guard, and when she returned to the capital Managua as a
young woman in 1972 to search for her parents after the disastrous
earthquake that left 10,000 dead - she witnessed the Somoza regime
profiting from the tragedy of the victims, ruthlessly pocketing millions of
dollars Nicaraguans were meant to receive from humanitarian aid. Ms
Jagger's early experiences had a profound effect on her life and inspired
her to campaign for human rights, social and economic justice throughout
the world. Over the years she has received international attention as both
a passionate and effective campaigner.
In 1981, she was part of a US congressional fact-finding mission visiting
a UN refugee camp in Honduras, when an armed death squad from El Salvador
crossed the border, entered the camp and abducted 40 refugees, and
proceeded to march them towards El Salvador. Bianca Jagger and fellow
members of the delegation gave chase along a dry river bank, armed only
with cameras. The abductors pointed their guns at them, but were told "You
would have to kill us all or we will denounce your crime to the
world." There was a long silence and without explanation, the death squads
released their captives and disappeared.
In the 1990s Ms Jagger evacuated 22 children from the worst war zones in
Bosnia.
Mohamed Ribic, a boy 8 years old, lived with her in New York for a year
after a successful heart operation, before returning to his parents. In
1993, Ms. Jagger went to the former Yugoslavia to document the mass rape of
Bosnian women by Serbian forces as part of a campaign of ethnic cleansing.
For many years she campaigned to stop the genocide in Bosnia and make the
perpetrators accountable before the International Criminal Tribunal for the
former Yugoslavia (ICTY). Her reports on the war crimes against ethnic
Albanians in Kosovo contributed to the international community
decision, to intervene and stop the genocide. She has been on many
fact-finding missions which have taken her to Nicaragua, Guatemala,
Honduras, El Salvador, to remote rainforests in Brazil and Ecuador, to
Bosnia, Kosovo, Zambia, Afghanistan, Iraq, India and Pakistan.
In the 1990s she also spoke out on behalf of indigenous Populations rights
in Latin America, and to save the tropical rainforests where they live,
campaigning on behalf of the Miskito Indians in Nicaragua against the
government's granting of a logging concession to a Taiwanese company which
would have endangered their habitat on the Atlantic Coast; helping
demarcate the ancestral lands of the Yanomami people in Brazil against an
invasion of gold miners; and working with other rainforest groups against
the threatened clearance of about 40 per cent of the Amazon rainforests for
soybean plantations for international export.
In 1996, she was given the Abolitionist of the Year Award by the National
Coalition to Abolish the Death Penalty in the USA for her efforts on behalf
of Guinevere Garcia, a death row prisoner in Illinois, whose sentence was
commuted, after Jagger's campaign. In November of that same year, Ms Jagger
received a Champion of Justice Award as a "steadfast and eloquent advocate
for the elimination of the death penalty in America" . Her articles,
lectures and press conferences on the subject continue to challenge a penal
system that is unfair, arbitrary and capricious, and jurisprudence fraught
with racial discrimination and judicial bias. In 2004 she was appointed a
Goodwill Ambassador for the Fight Against the Death Penalty by the Council
of Europe. Jagger has also been a goodwill ambassador for the Albert
Schweizer Institute and has worked for Amnesty International on their,
"Stop Violence Against Women, "Torture"" and Death Penalty Campaigns". She
spoke at the anti war rallies in London in spring 2003.
In 2004 Jagger added her name to the international campaign seeking
compensation from ChevronTexaco for gross environmental damage in the
Ecuadorian Amazon. The US-based oil company is accused of creating a
'Rainforest Chernobyl', turning the Ecuadorian Amazon into an environmental
quagmire. During two decades of operations in Ecuador (1971-1992) Texaco
(now ChevronTexaco) dumped more than 50 per cent more oil into the
rainforest environment than that spilled during the Exxon Valdez disaster.
The waste has spread over many years to contaminate groundwater, rivers and
streams on which 30,000 people - including five indigenous groups – depend
for water.
Jagger was part of a fact-finding mission to the area in October 2003 and
2004. She confronted ChevronTexaco's CEO at the company's annual
shareholders' meeting in April. "Instead of a single, dramatic spill that
captured headlines around the world, what happened in Ecuador was far
more... insidious," she said. "Over the course of 20 years, Texaco slowly
poisoned the residents of the Oriente Region by dumping toxic waste and
crude oil into the water systems. None of my past experiences as a human
rights' campaigner prepared me for the environmental devastation I
witnessed in the provinces of Orellana y Sucumbios. Nor was I prepared for
the sad stories of human suffering and the heightened incidents of cancer
and spontaneous abortions."
She argued that the oil company neglected to use the technology available
at the time to protect the environment. "The reason why they did not do it
is they believe life in the third world is worth nothing," she
said. "That's why this case is so important. We need to make them
accountable." In an earlier speech in Ecuador itself, she said: "These
visits lead me to conclude that until ChevronTexaco addresses the
environmental damage it has caused in Ecuador, it should be treated as an
outlaw company that does not deserve the right to do further business or
make further investments in any country anywhere in the world." Jagger also
played a prominent role with Greenpeace in the launch of their "Boycott
Esso campaign".
On June 9, 2004 Bianca Jagger received the World Achievement Award from
President Gorbachev for "Her Worldwide Commitment to Human Rights, Social
and Economic Justice and Environmental Causes".
In March 2004 Jagger made a keynote speech at the launch of Amnesty
International's Stop Violence Against Women campaign. She plans to make
campaigning against sexual exploitation of children a central plank of her
future work.
Bianca Jagger, is a member of the Executive Director's Leadership Council
for Amnesty International USA, member of the Advisory Committee of Human
Rights Watch -America. Ms. Jagger also serves on the Advisory Board of the
Coalition for International Justice. She is a member of the Twentieth
Century Task Force to Apprehend War Criminals; a Board member of People for
the American Way and the Creative Coalition
Ms Jagger has written articles for the op-ed page of the New York Times,
the Washington Post, The Miami Herald, the Observer (UK), The Independent
on Sunday (UK) The Mail on Sunday (UK), The Guardian (UK), The Sunday
Express (UK), The New Statesman (UK), Liberation (FR), Le Journal du
Dimanche (FR), Le Juriste International (FR), Panorama (IT) and the
European (UK), The Dallas Morning news, the Columbus Dispatcher, to name a
few.
Bianca Jagger
9E Warwick Square
London SW1 2AA
UK
Tel: +44 207 931 9331, +1 212 826 3175
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RAUL MONTENEGRO (Argentina)
Raul Montenegro was born in 1949. Since 1985 he has been Professor of
Evolutionary Biology at the National University of Cordoba. In 1982 he was
the principal founder of FUNAM (Environment Defense Foundation), and has
been its President since 1995.
Since 1980 Montenegro has been involved, normally in an initiating role, in
an astonishing range and number of environmental activities, which include:
· Anti-nuclear: this has been probably Montenegro's single largest field of
activities, which have included: a six-year successful campaign to close
Los Gigantes uranium mine; campaigns against plans for nuclear waste dumps,
nuclear waste shipments and nuclear releases; a successful campaign to stop
the construction of a reprocessing/MOX plant and a Cobalt 60 irradiation
plant; a successful campaign to stop nuclear prospecting in the
Traslasierra Valley; promotion, with substantial take-up, of the concept of
municipal nuclear-free zones; campaigns against the privatisation of
Argentina's two nuclear plants (third under construction), against the
construction of a fourth plant, and against the import of Canadian CANDU
reactors, into both Argentina and Guatemala. All these campaigns have been
successful so far. Montenegro was also chairman of the campaign against
Argentina's nuclear plan, with many demonstrations, meetings and articles,
and exposure of nuclear leaks and accidents and illegal nuclear testing.
· National parks: Montenegro has been instrumental in the establishment of
six national parks or nature reserves. He has prevented car rallies through
one, and received death threats for campaigning against the building of a
golf course in another.
· Disposal of toxic waste: Montenegro has fought many successful campaigns
against plans to build toxic waste incinerators, exposed, and forced the
clean-up of, a number of toxic waste dumps.
· Pollution by chemicals and high-voltage power lines: Montenegro has
exposed polluting releases by factories and successfully fought to have
high-voltage lines located away from population settlements.
· Forests, wildlife and biodiversity: he has stopped the deforestation of
at least 500,000 hectares, campaigned to prevent forest fires, run
campaigns to protect endangered ecosystems, and acted to tighten up the
protection, and national trade rules affecting the export, of several
endangered species.
· Water environment: he has run several campaigns against dams and for the
provision of clean water and for ecologically sensitive water management.
In June 2000, action by FUNAM led to cancellation of the Canal Federal
project to move water from two of the poorest provinces to another which
would benefit properties of the rich. FUNAM challenged the government on
legal and environmental grounds and eventually Montenegro was informed that
the project had been dropped.
· Environmental legislation: for 4 years Montenegro was Cordoba's
Under-Secretary of the Environment, 'an independent and non-political
member of the Cabinet, promulgating many environmental laws and
initiatives, including Argentina's first requirement for Environmental
Impact Assessment for both private and public projects. He formed an
Environment Council and launched the Environment Defence Brigade of
conservation volunteers. Out of office he contributed to the drafting of a
number of environmental laws and has launched more than 40 prosecutions for
environmental destruction in the courts.
· Environmental education: for five years Montenegro wrote a column on
ecology in one of the main weekend newspapers. He was Chairman of FUNAM's
Children's Campaign for Peace and Life, which worked with 350,000 children
in Argentina, and coordinated the Voice of the Children International
Campaign at the time of the Earth Summit, which involved more than 600,000
children in 42 countries. For 20 years he has been a familiar figure on
Argentine TV and radio. He was Project Director of FUNAM's 'Only One
Environment' project, which produced 36 videos on ecological subjects for
distribution throughout Argentina and neighboring countries.
· International representation: Montenegro has been a member of the
Executive Committee of the Environment Liaison Center International in
Nairobi (ELCI, 1988-91), a Vice-President of Greenpeace (1987-89). He is
now Director of the international Biomass Users Network and FUNAM's main
representative of the UN Economic and Social Council (ECOSOC).
In addition to all this Montenegro has had a full academic life, publishing
in journals and keeping abreast of (and sometimes contributing to) advances
in ecological science, which he then tries to implement.
In 2003 Montenegro joined indigenous groups in their struggle against
logging and mining companies. In the case of the Mby'a Guarain, the threat
is that logging will reduce the land available to them from 4,000 ha to 300
ha. Living with the Mby'a Montenegro helped them map their land and
biodiversity needs. Having documented their customary use of the land, he
is now helping them to fight for their rights in the courts. His approach
is spreading to other tribes. With regard to mining, Montenegro is helping
to convene an historic and unprecedented meeting of 140 indigenous leaders
to fight for their land rights.
Other work in the last two years has been with a number of citizens' groups
to fight off environmental menaces. In one case Montenegro's scientific
analysis of the drinking water, which seemed inexplicably to be making
residents ill, revealed a toxic build up of arsenic and heavy metals in
domestic water tanks, many of which had not been replaced or cleaned for
10-30 years. This simple discovery, with a new government campaign to
ensure that all household water tanks are drained and cleaned, could save
thousands of people from debilitating illness and death. More recently he
contributed to stop the provision of polluted water in a 50,000 people
area, and presented a judicial claim against governmental responsible and
private companies. Two top governmental leaders resigned and 13
neighbourhoods are currently provided with clean water.
In all his activities Montenegro combines an expert use of science with
community-based campaigning, and an ability to generate enormous media
coverage.
Montenegro received University of Buenos Aires' Prize to Scientific
Research when he was a student (1971) and the national 'Argentina has
examples' prize in 1996. FUNAM received a Global 500 Award from the United
Nations Environment Programme (UNEP) in 1987, and Montenegro received the
same Award personally in 1989. In 1998 Montenegro was in Salzburg as one of
four recipients to be accorded the Nuclear-Free Future Award.
Raul Montenegro, President
FUNAM (Fundacion para la defensa del ambiente)
Casilla de Correo 83, Correo Central
5000 Cordoba
Argentina
Tel +54 351 455 7710, +54 351 4690282 (FUNAM)
Fax +54351 452 02 60
Website: www.funam.org.ar
---
M. Reichl, Begegnungszentrum fuer aktive Gewaltlosigkeit
Center for Encounter and active Non-Violence
Wolfgangerstr.26, A-4820 Bad Ischl, Austria, fon/fax: +43 6132 24590
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sat Sep 25 17:57:39 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 25 Sep 2004 18:57:39 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 135 - Arundhati Roy: Die Macht der Zivilgesellschaft in
einer imperialen Zeit
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040925185629.02849b20@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 135 - Arundhati Roy (Indien): Die Macht der
Zivilgesellschaft in einer imperialen Zeit
Bad Ischl, 25.9.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Die Macht der Zivilgesellschaft in einer imperialen Zeit
Von Arundhati Roy
Democracy Now! / ZNet 24.08.2004
Vollständige Transkription der von Arundhati Roy am 16. August 2004 in San
Francisco, Kalifornien, gehaltenen Rede.
Ich bin gebeten worden über die "Macht der Zivilgesellschaft in einer
imperialen Zeit" zu sprechen. Ich bin es nicht gewohnt zu tun was mir
aufgetragen wird, aber durch einen glücklichen Zufall ist das genau das
Thema über welches ich heute Abend sprechen wollte.
Wenn die Sprache verstümmelt und ihrer Bedeutung beraubt worden ist, was
können wir dann unter "Macht der Zivilgesellschaft" verstehen? Wenn
Freiheit Besatzung, wenn Demokratie neoliberalen Kapitalismus, wenn Reform
Unterdrückung, wenn Worte wie "Bevollmächtigung" und "Friedenserhaltung"
einem einen kalten Schauer über den Rücken jagen - dann kann die Bedeutung
von "public Power" beliebig ausgesucht werden. Ein Bizepstrainingsgerät,
eine öffentliche Powerdusche. Also werde ich "Macht der Zivilgesellschaft"
eben zu definieren haben.
In Indien ist Public jetzt ein Hindi-Wort. Es bezeichnet das Volk. In Hindi
haben wir sarkar und public, den Staat und die Menschen. Dieser Wortwahl
liegt die Annahme zu Grunde, daß der Staat etwas ganz anderes als "das
Volk" ist. Diese Unterscheidung hat mit der Tatsache zu tun, daß Indiens
Freiheitskampf, obwohl er großartig war, auf keinste Weise revolutionär
war. Die indische Elite trat problemlos und elegant in die Fußstapfen der
britischen Imperialisten. Eine zutiefst verarmte, eigentlich feudale,
Gesellschaft wurde zu einem modernen unabhängigen Nationalstaat. Auch heute
noch, fünfzig Jahre danach, betrachten die wirklich Verlorenen den Staat
als Mai-Baap, als elterlichen Fürsorger. Die etwas radikaleren, jene die
noch immer Feuer im Bauch haben, bezeichnen ihn mit Chor, den Dieb, jemand
der alles an sich reißt.
In jedem Fall ist Sarkar für die meisten InderInnen etwas anderes als das
Volk. Aber sobald man auf der indischen sozialen Leiter emporkommt,
verschwimmt die Unterscheidung zwischen dem Sarkar und dem Volk. Der
indischen Elite fällt es, wie allen anderen Eliten auf dieser Welt, sehr
schwer sich vom Staat zu unterscheiden. Sie sieht wie der Staat, sie denkt
wie der Staat, sie spricht wie der Staat.
In den Vereinigten Staaten ist die Verwischung der Grenzen zwischen Sarkar
und Volk viel gründlicher geschehen und in tiefere Schichten der
Gesellschaft gedrungen. Das könnte ein Zeichen für eine robuste Demokratie
sein, aber leider ist es etwas komplizierter und unerfreulicher als das.
Unter anderem hat es mit dem fein ausgearbeiteten Netz der Paranoia zu tun,
welches der US-Sarkar, die Massenmedien der Konzerne und Hollywood
gesponnen haben. Gewöhnliche AmerikanerInnen sind so manipuliert worden,
daß sie sich für ein Volk im Belagerungszustand halten, deren einzige
Rettung und deren einziger Beschützer ihre Regierung ist. Wenn es nicht die
Kommunisten sind, ist es al-Kaida. Wenn es nicht Kuba ist, ist es Nicaragua.
Als Konsequenz wird diese mächtigste Nation der Welt - mit ihrem
konkurrenzlosen Waffenarsenal, ihrer historischen Bereitschaft, endlose
Kriege zu führen und zu unterstützen, und diese einzige Nation, welche
jemals wirklich Atombomben benutzt hat - von einer von Angst gepeinigten
Bürgerschaft bewohnt, welche aufspringt, wenn ein Schatten vorbeihuscht.
Einem Volk, welches nicht durch soziale Dienste, oder öffentliche
Gesundheitsversorgung, oder Arbeitsgarantien an den Staat gebunden ist,
sondern durch Furcht.
Diese synthetisch hergestellte Furcht wird dazu benutzt, öffentliche
Duldung für weitere Akte der Aggression zu erhalten. Und so geht es weiter,
so baut man einen Turm von sich selbst erfüllenden Hysterien, welche nun
ganz formell durch die verblüffenden, in technicolor gehaltenen,
Terroralarmstufen der US-Regierung feinabgestimmt werden: Fuchsia, Türkis,
Lachsrosa.
Für Beobachter von außerhalb macht es diese Verschmelzung von Sarkar und
Zivilgesellschaft in den Vereinigten Staaten oft schwer, die Taten der US-
Regierung von jenen des amerikanischen Volkes zu unterscheiden. Es ist
diese Verwirrung, welche den Antiamerikanismus auf der Welt anflammt.
Antiamerikanismus wird dann von der US-Regierung aufgegriffen und mithilfe
ihrer getreuen Medien ausgestrahlt. Sie kennen die Routine: "Warum hassen
sie uns? Sie hassen unsere Freiheit" … usw. … usw. Dies verstärkt das
Gefühl der Isolation unter den AmerikanerInnen und macht die Umarmung von
Sarkar und Gesellschaft sogar noch enger. Wie das kleine Rotkäppchen, das
zum Kuscheln zum Wolf ins Bett springt.
Die Bedrohung eines äußeren Feindes dafür zu gebrauchen, ein Volk für seine
Zwecke aufmarschieren zu lassen, ist ein lahmer alter Gaul, auf welchem
Politiker seit Jahrhunderten in die Macht geritten sind. Aber könnte es
sein, daß die einfachen Menschen diesen alten Gaul satt haben und sich nach
etwas anderem sehnen? Es gibt ein altes indisches Filmlied, das geht so:
yeh public hai, yeh sab jaanti hai (das Volk, es weiß alles). Wäre es nicht
schön, wenn dieses Lied recht hätte, und die PolitikerInnen falsch lägen?
Vor Washingtons illegaler Invasion des Iraks hat eine internationale
Gallup-Umfrage gezeigt, daß die Unterstützung für einen im Alleingang
durchgeführten Krieg in keinem einzigen europäischen Land mehr als 11
Prozent betrug. Am 15. Februar 2003 gingen nur wenige Wochen vor der
Invasion mehr als zehn Millionen Menschen auf verschiedenen Kontinenten
gegen den Krieg auf die Straße, auch in Nordamerika. Und doch zogen die
Regierungen vieler angeblich demokratischer Länder in den Krieg.
Die Frage ist: ist "Demokratie" noch demokratisch?
Sind demokratische Regierungen den Menschen, die sie gewählt haben, zur
Rechenschaft verpflichtet? Und, was besonders bedeutsam ist, ist das Volk
in demokratischen Ländern für die Taten ihres Sarkars verantwortlich?
Wenn man darüber nachdenkt, erkennt man, daß die Logik, welche dem Krieg
gegen den Terrorismus und jene welche dem Terrorismus zugrunde liegt, genau
die gleiche ist. Beide lassen gewöhnliche Menschen für die Taten ihres
Sarkars leiden. Al-Kaida nahm die Leben von Menschen in den Vereinigten
Staaten als Rache für Taten ihres Staates in Palästina, Saudi-Arabien, Irak
und Afghanistan. Die US-Regierung hat die Menschen in Afghanistan mit
tausenden [Toten] für die Taten der Taliban zahlen lassen, und die Menschen
im Irak mußten mit hunderttausenden [Toten] für die Taten Saddam Husseins
zahlen.
Der entscheidende Unterschied ist, daß niemand Al-Kaida, die Taliban oder
Saddam Hussein gewählt hat. Aber der Präsident der Vereinigten Staaten ist
gewählt worden (oder naja… wenn man das so nennen will).
Die Premierminister Italiens, Spaniens und Großbritanniens sind gewählt
worden. Könnte man dann argumentieren, daß die BürgerInnen dieser Länder
für die Taten ihrer Regierungen verantwortlicher sind als die Irakis es für
die Taten Saddam Husseins oder die AfghanInnen für jene der Taliban sind?
Wessen Gott entscheidet, was ein "gerechter Krieg" ist, und was nicht?
George Bush Senior hat einmal gesagt: "Ich werden mich niemals für die
Vereinigten Staaten entschuldigen. Es interessiert mich nicht, was die
Fakten sind." Wenn der Präsident des mächtigsten Landes auf dieser Welt
sich nicht darum kümmert was die Fakten sind, dann können wir zumindest
sicher sein, daß wir ins imperiale Zeitalter eingetreten sind.
Also was bedeutet die Macht der Zivilgesellschaft in einer
imperialistischen Zeit? Bedeutet sie überhaupt etwas? Existiert sie überhaupt?
In diesen angeblich demokratischen Zeiten behauptet das konventionelle
politische Denken, daß die Macht des Volkes sich in Wahlen ausdrückt. In
einer großen Zahl von Ländern werden dieses Jahr Stimmen abgegeben werden.
Die meisten (aber nicht alle) werden die Regierung bekommen, für welche sie
gestimmt haben. Aber werden sie jene Regierung bekommen, die sie haben wollen?
In Indien haben wir dieses Jahr die Hindu-NationalistInnnen aus dem Amt
gewählt. Aber auch als wir das feierten, war uns bewußt, daß bei
Atombomben, Neoliberalismus, Privatisierungen, Zensur, riesigen Dämmen -
bei jedem Thema außer unverhohlenem Hindu-Nationalismus, der Kongress und
die BJP keine größeren ideologischen Unterschiede aufwiesen. Wir wissen,
daß es das fünfzig Jahre alte Erbe der Kongresspartei ist, welches das Land
kulturell und politisch für die Rechtsextremen vorbereitet hat. Es war auch
die Kongresspartei, welche Indiens Märkte als erstes der Globalisierung
durch die Konzerne eröffnet hat.
In ihrer Wahlkampagne hat die Kongresspartei angedeutet, daß sie bereit
wäre einige Punkte ihrer früheren Wirtschaftspolitik zu überdenken.
Millionen von Indiens Ärmsten kamen in großer Stärke hervor, um in diesen
Wahlen ihre Stimme abzugeben. Das Spektakel der großen indischen Demokratie
ist live ausgestrahlt worden - die alten BäuerInnen, die Alten und
Schwachen, die verhüllten Frauen mit ihrem wunderschönen Silberschmuck,
welche auf Elefanten, Kamelen und Ochsenkarren wunderliche Reisen zu den
Wahlurnen unternahmen.
Im Widerspruch zu den Vorhersagen aller Experten und Umfrageinstituten
Indiens gewann der Kongress mehr Stimmen als irgendeine andere Partei. Die
kommunistischen Parteien Indiens gewannen einen größeren Anteil der Stimmen
als je zuvor. Indiens Arme haben klar gegen die "Wirtschaftsreformen" des
Neoliberalismus und gegen den heranwachsenden Faschismus gestimmt. Sobald
die Stimmen gezählt wurden, entließen die kommerziellen Medien jene [Armen
WählerInnen] wie schlecht bezahlte und überflüssige Personen auf einem
Drehort. Die Sender boten nun geteilte Bildschirme. Die eine Hälfte zeigte
von außen das Haus von Sonia Gandhi, die Führerin der Kongresspartei, als
die Koalitionsregierung zusammengefunden wurde.
Die andere Hälfte zeigte aufgeregte AktienhändlerInnen vor der Börse in
Bombay, welche bei dem Gedanken in Panik gerieten, daß die Kongresspartei
tatsächlich ihre Versprechen einhalten werde und das Mandat mit dem sie
gewählt worden war auch umsetzen würde. Wir sahen wie der Sensex-Index
hinauf, hinunter und seitwärts ging. Die Medien, deren eigenen öffentlich
gelisteten Aktien an Wert verloren berichteten über den Einsturz an der
Börse wie wenn Pakistan Interkontinentalraketen gegen Neu-Delhi abgefeuert
hätte.
Noch bevor die neue Regierung formell eingeschworen worden war, machten
führende PolitikerInnen der Kongresspartei beruhigende Bekanntmachungen für
die Investoren und die Medien; daß nämlich die Privatisierung der
öffentlichen Industrien weitergehen werde. Inzwischen hat die BJP, welche
jetzt in Opposition ist, zynisch und komisch, damit begonnen ausländische
Direktinvestitionen und die weitere Öffnung der indischen Märkte zu
kritisieren.
Das ist die unaufrichtige sich weiterentwickelnde Dialektik der
Wahldemokratien.
Was die Armen in Indien angeht: sobald sie ihre Stimmen bereitgestellt
haben, erwartet man von ihnen, daß sie wieder nach Hause abmarschieren. Die
Politik wird ohne sie gemacht.
Und die Wahlen in den USA?
Und wie sieht es mit den Wahlen in den USA aus? Haben die WählerInnen in
den USA eine echte Wahl?
Es ist wahr, daß wenn John Kerry Präsident wird, sich einige Öltycoons und
christliche Fundamentalisten im Weißen Haus ändern werden. Wenige werden
traurig darüber sein Dick Cheney, Donald Rumsfeld oder John Ashcroft
mitsamt ihrer unverhohlenen Gaunerei abtreten zu sehen. Aber was wirklich
bedenklich ist, ist daß auch in der neuen Verwaltung ihre Politik
weitergehen wird. Wir werden Bushismus ohne Bush haben.
Die Positionen mit echter Macht - die Vorsitzenden der Banken, die CEOs -
sind durch keine Wahl angreifbar (… und wer es auch wird, beide Seiten
werden von diesen finanziert)
Unglücklicherweise hat sich die Wichtigkeit der US-Wahlen zu einer Art
Persönlichkeitswettkampf verschlechtert. Eine Streiterei darüber, wer
besser darin wäre, dem Imperium vorzustehen. John Kerry glaubt genauso
stark an die Idee eines Imperiums wie George Bush.
Das politische System der USA ist sorgfältig konstruiert worden, so daß
niemand, der die grundlegende Richtigkeit der
militärisch-industriellen-korporativen Machtstruktur bezweifelt, durch die
Tore der Macht schreiten kann.
Bedenkt man dies, ist es kein Wunder, daß man in dieser Wahl vor zwei
Absolventen der Yale Universität steht, welche beide Mitglieder von Skull
and Bones sind, der gleichen Geheimgesellschaft; beide sind Millionäre,
beide geben sich gerne als Soldaten, beide reden gerne den Krieg hoch und
argumentieren fast kindisch darüber, wer den Krieg gegen den Terrorismus
besser führen wird.
Wie Präsident Bill Clinton vor ihm wird Kerry die Expansion der
US-Wirtschaft und ihre militärische Durchdringung der Welt weiterführen. Er
sagt, daß er Bush auch dann die Berechtigung dafür gegeben hätte in den
Krieg gegen den Irak zu ziehen, wenn er gewußt hätte, daß der Irak keine
Massenvernichtungswaffen besitzt. Er verspricht mehr Truppen in den Irak zu
entsenden. Er sagte kürzlich, daß er Bushs Politik Israel und Ariel Sharon
gegenüber zu 100 Prozent unterstütze. Er sagt, daß er 98% der
Steuerkürzungen Bushs beibehalten will.
So liegt unter dem schrillen Austausch von Beleidigungen fast absoluter
Konsens. Es sieht so aus, als würden die AmerikanerInnen auch dann Bush
bekommen, wenn sie Kerry wählen. Präsident John Kerbush oder Präsident
George Berry.
Es ist keine echte Wahl. Es ist eine Scheinwahl. Es ist als wähle man eine
Marke von Waschmittel. Egal ob man Ivory Snow oder Tide kauft, sie gehören
beide Proctor & Gamble.
Das bedeutet nicht, daß man eine Meinung vertritt, welche keine Abstufungen
kennt, daß der Kongress und die BJP, New Labour und die Tories, die
Demokraten und die Republikaner ununterscheidbar wären. Das ist natürlich
nicht so. Auch nicht bei Tide und Ivory Snow. Tide hat Sauerstoff-Boosting
und Ivory Snow ist ein sanfter Reiniger.
In Indien gibt es einen Unterschied zwischen einer offen faschistischen
Partei (die BJP), und einer Partei welche schlau eine Gruppe gegen die
andere ausspielt (Kongress) und die Saat für den Kommunalismus aussät,
welche dann von der BJP so geschickt geerntet wird.
Bei den heurigen Kandidaten für die US-Präsidentschaft gibt es Unterschiede
in den I.Q.s und dem Ausmaß ihrer Rücksichtslosigkeit. Die
Antikriegsbewegung in den Vereinigten Staaten hat beim Aufzeigen der Lügen
und Käuflichkeit, welche zur Invasion des Iraks geführt haben, eine
phänomenale Arbeit geleistet, trotz der Propaganda und der Einschüchterung,
die sie erfuhr.
Das war nicht nur ein Dienst für die Menschen hier [in den USA], sondern
auch für die ganze Welt. Aber jetzt, wenn die Antikriegsbewegung offen für
Kerry wirbt, glaubt der Rest der Welt, daß sie dessen "sensiblen"
Imperialismus unterstützt. Ist der Imperialismus der USA besser, wenn er
von den Vereinten Nationen und den europäischen Staaten unterstützt wird?
Ist es besser wenn die UNO indische und pakistanische Soldaten dazu
auffordert, das Töten und Sterben im Irak zu erledigen, anstatt daß die
US-Soldaten dies tun? Ist die einzige Veränderung, auf welche die Irakis
hoffen dürfen, daß französische, deutsche und russische Firmen auch bald an
der Beute aus der Besatzung ihres Landes Anteil haben dürfen?
Wäre das wirklich besser oder schlechter für jemanden von uns, die wir in
untergebenen Ländern leben? Ist es besser für die Welt einen intelligenten
Herrscher an der Macht zu haben als einen dummen? Ist das unsere einzige Wahl?
Es tut mir leid; Es ist mir klar, daß dies unangenehme und sogar brutale
Fragen sind, aber sie müssen gefragt werden.
Tatsache ist, daß die Wahldemokratie ein Prozess zynischer Manipulation
geworden ist. Sie bietet uns heute nur einen sehr eingeengten politischen
Raum. Zu glauben, daß dieser Raum eine echte Wahl darstellt, wäre naiv.
Die Krise der modernen Demokratie
Unabhängig von der Gesetzgebung souveräner Staaten stehen internationale
Instrumente des Handels und des Geldes einem komplexen System von
länderübergreifenden Gesetzen und Verträgen vor, durch welche Methoden der
Aneignung festgesetzt und ermöglicht worden sind, die den Kolonialismus
kleinlich wirken lassen. Dieses System erlaubt den ungehinderten Transfer
riesiger Mengen spekulativen Kapitals - heißen Geldes - in Drittweltländer,
und aus ihnen heraus, was diesen in der Praxis ihre Wirtschaftspolitik
vorschreibt. Die Fluchtdrohung aufrecht haltend, kann das internationale
Kapital sich tiefer und tiefer in diese Wirtschaften saugen. Riesige
transnationale Korporationen übernehmen die Kontrolle über ihre wichtigste
Infrastruktur und ihre bedeutendsten natürlichen Ressourcen, ihren Bergbau,
ihr Wasser, ihre Energieversorgung. Die Welthandelsorganisation, die
Weltbank, der Internationale Währungsfond und andere Finanzinstitutionen
wie die Asiatische Entwicklungsbank schreiben deren Wirtschaftsprogramme
und parlamentarischen Gesetze de facto selbst. Mit einer tödlichen
Kombination aus Arroganz und Rücksichtslosigkeit nehmen Sie einen großen
Vorschlagshammer, gehen damit in fragile, von einander abhängige,
historisch komplexe Gesellschaften, und zerschlagen sie.
Über all diesem weht die Fahne der "Reform".
Als Konsequenzen dieser Reformen haben in Afrika, Asien und Lateinamerika
tausende kleiner Unternehmen und Industrien geschlossen, Millionen
ArbeiterInnen und BäuerInnen haben ihre Beschäftigung und ihr Land verloren.
In einer Londoner Zeitung, dem Spectator, kann man sich wieder die
Zuversicht holen, daß "wir in der glücklichsten, gesündesten und
friedlichsten Ära der Menschheitsgeschichte leben". Milliarden staunen
verwundert: Wer ist "wir"? Wo lebt er? Was ist sein christlicher Vorname?
Was man verstehen muß ist, daß die moderne Demokratie stark auf einer
nahezu religiösen Akzeptanz des Nationalstaates beruht. Aber die
Globalisierung durch die Konzerne ist dadurch nicht gebunden. Und das
bewegliche Kapital auch nicht. Und so, obwohl das Kapital die Gewalt des
Nationalstaates braucht um Aufstände seiner DienerInnen niederzuschlagen,
macht es diese Konstellation für jeden einzelnen Staat unmöglich, sich
alleine gegen die Konzernglobalisierung zu stellen.
Radikale Veränderung kann und wird nicht durch Staaten und Regierungen
ausgehandelt werden. Sie kann nur von den Menschen erzwungen werden. Eine
Zivilgesellschaft welche sich über Grenzen hinweg die Arme reicht.
Wenn wir also von "Der Macht der Zivilgesellschaft in einem imperialen
Zeitalter" sprechen, empfindet es hoffentlich niemand als vorschnell
anzunehmen, daß das einzige, was es wert ist diskutiert zu werden, die
Macht einer widersprechenden Zivilgesellschaft ist. Einer
Zivilgesellschaft, welche das Konzept des Imperiums an sich ablehnt. Einer
Zivilgesellschaft, welche sich als Gegenkraft zur eingesessenen Macht sieht
- [welche] gegen internationale, nationale, regionale oder provinzielle
Institutionen und Regierungen [auftritt], die dem Imperium dienen und es
stützen.
Was für Wege sind Menschen offen, welche sich gegen das Imperium stellen
wollen? Mit Widerstand meine ich nicht nur die Artikulation einer
widersprechenden Auffassung, sondern auch das effektive Erzwingen von
Veränderung. Das Imperium spielt in unterschiedlichen Situationen
unterschiedliche Karten aus. Es verwendet verschiedene Waffen um
verschiedene Märkte aufzubrechen. Sie kennen das, [manchmal ist es] das
Scheckbuch und [manchmal] die Cruise Missile.
Den Armen begegnet das Imperium in vielen Ländern nicht immer in der Form
von Cruise Missiles und Panzern, wie es im Irak, in Afghanistan und in
Vietnam geschah. Es erscheint in der Form verschiedenster Avatars vor Ort
in ihrem Leben [Anm.: Ein Avatar ist die Verkörperung einer Gottheit auf
Erden] - sie verlieren ihren Job, ihnen werden unbezahlbare Stromrechnungen
zugesandt, ihnen wird die Wasserversorgung abgedreht, sie werden von ihren
Häusern vertrieben und von ihrem Land entwurzelt. All dies wird von der
repressiven Staatsmaschinerie überwacht oder durchgeführt, der Polizei, der
Armee, der Justiz. Es ist ein Prozess erbarmungsloser Verarmung, mit
welchem die Armen historisch gesehen sehr vertraut sind. Das Imperium
verstärkt bestehende Ungleichheiten und verschlimmert sie.
Noch bis vor kurzem war es für die Menschen oft schwierig sich als Opfer
einer Eroberung des Imperiums zu sehen. Aber nun haben Anstrengungen und
Kämpfe vor Ort begonnen, ihre Rolle in größerer Klarheit zu sehen. Wie
übertrieben dies auch klingen mag, Tatsache ist, daß sie auf verschiedenste
Weise das Imperium auf ihre eigene Art konfrontieren. Dies geht im Irak, in
Indien und in Argentinien unterschiedlich vor, und wieder anders sieht es
auf den Straßen Europas und der Vereinigten Staaten aus.
Widerstand oder Terrorismus?
Massenwiderstandsbewegungen, individuelle AktivistInnen, JournalistInnen,
KünstlerInnen und FilmemacherInnen sind zusammengekommen, um dem Imperium
seinen Glanz zu nehmen. Sie haben die Informationen zusammengeführt und die
Cash-Flow-Diagramme und Vorstandsreden in echte Berichte über echte
Menschen in echter Verzweiflung verwandelt. Sie haben gezeigt, wie das
neo-liberale Projekt Menschen ihren Wohnraum, ihr Land, und ihre Jobs, ihre
Freiheit und ihre Würde genommen hat. Sie haben das abstrakte berührbar
gemacht. Sie haben dem früher körperlosen Feind einen Körper gegeben.
Das ist ein großartiger Erfolg. Er konnte durch die Zusammenkunft von
verschiedenen politischen Gruppen, mit einer Vielzahl von Strategien,
erreicht werden. Aber sie alle erkannten, daß das Ziel ihres Ärgers, ihres
Aktivismus und ihrer Verbissenheit das gleiche war. Das war der Beginn der
echten Globalisierung, der Globalisierung des Dissenses.
Grob gesprochen gibt es heute in der Dritten Welt zwei Arten von
Massenwiderstandsbewegungen. Die Bewegung der Landlosen LandarbeiterInnen
in Brasilien, die Anti-Damm Bewegung in Indien, die Zapatisten in Mexiko,
das Anti-Privatisierungs-Forum in Südafrika, und hunderte weitere, kämpfen
gegen ihre eigenen souveränen Regierungen, welche zu Agenten des
neoliberalen Projekts geworden sind. Viele dieser Anstrengungen sind
radikal; sie kämpfen um die Struktur und die Art des Entwicklungsmodells
ihrer eigenen Gesellschaft zu verändern.
Dann gibt es jene, welche brutale neokoloniale Unternehmungen in
umstrittenen Gebieten bekämpfen, deren Grenzen und Bruchlinien in vielen
Fällen im vergangenen Jahrhundert künstlich von imperialistischen Mächten
eingezeichnet worden sind. In Palästina, Tibet, Tschetschenien, Kaschmir
und mehreren Staaten Indiens nordöstlicher Provinzen, kämpfen Menschen für
ihre Selbstbestimmung.
Viele dieser Kämpfe waren vielleicht radikal, möglicherweise revolutionär,
als sie begannen; aber oft zwingt sie die Brutalität der Unterdrückung in
eine konservative, vielleicht sogar reaktionäre Position, aus welcher
heraus sie die gleichen brutalen Strategien nutzen und die gleiche Sprache
des religiösen und kulturellen Nationalismus sprechen wie die Staaten,
welche sie ersetzen wollen.
Viele FußsoldatInnen dieser Anstrengungen wird es wie jenen gehen, welche
in Südafrika die Apartheid bekämpft haben. Sobald sie die offensichtliche
Besatzung überwunden haben, werden sie bemerken, daß ihnen noch ein großer
Kampf bevorsteht - der Kampf gegen den verborgenen wirtschaftlichen
Kolonialismus.
Inzwischen, in einer Zeit, in welcher die Kluft die Arm und Reich trennt,
noch tiefer gegraben wird und der Kampf um die Kontrolle der Ressourcen
dieser Welt sich intensiviert, wird der wirtschaftliche Kolonialismus durch
militärische Angriffe wieder gestärkt.
Der heutige Irak ist ein tragisches Beispiel für diesen Prozeß. Eine
illegale Invasion. Eine brutale Besatzung im Namen der Befreiung. Eine
Neuauflage der Gesetze, welche den Korporationen eine schamlose Aneignung
des Reichtums dieses Landes erlaubt; und jetzt die Scharade einer
"irakischen Regierung".
Aus diesen Gründen ist es absurd, den irakischen Widerstand gegen die
US-Besatzung allein als geistiges Werk von Terroristen, Aufständischen oder
Unterstützern Saddam Husseins zu sehen. Wenn die Vereinigten Staaten
überfallen und besetzt werden würden, würde dann jeder, der kämpft, um sie
wieder zu befreien, TerroristIn oder Bush-AnhängerIn sein?
Der irakische Widerstand kämpft auf der Frontlinie des Kampfes gegen das
Imperium. Und daher ist dieser Kampf unser Kampf.
Wie jede Widerstandsbewegung vereinigt diese bunt zusammengewürfelte
Fraktionen. Frühere Baathisten, Liberale, IslamistInnen, beleidigte
Kollaborateure, KommunistInnen und andere. Selbstverständlich ist sie voll
von Opportunismus, inneren Streitigkeiten, Demagogie und Kriminalität. Aber
wenn wir nur makellose Bewegungen unterstützen, dann wird keine
Widerstandsbewegung unserer moralischen Reinheit würdig sein.
Das soll nicht heißen, daß wir Widerstandsbewegungen nicht kritisieren
sollen. Viele von ihnen leiden an einem Demokratiemangel, an einer
Verherrlichung ihrer "Führer", einem Mangel an Transparenz, einem Mangel an
Vision und Zielrichtung. Aber am meisten leiden sie an ihrer Verteufelung,
Unterdrückung und einem Mangel an Ressourcen.
Bevor wir vorgeben, wie ein moralisch hochwertiger irakischer Widerstand
seinen weltlichen, feministischen, demokratischen, gewaltfreien Kampf zu
führen hat, sollten wir den Widerstand auf unserer Seite verstärken, und
die USA, sowie die mit ihr verbündeten Staaten dazu zwingen, sich aus dem
Irak zurückzuziehen.
In den Vereinigten Staaten fand die erste militante Konfrontation zwischen
der Bewegung für weltweite Gerechtigkeit und der neoliberalen Junta, wie
gut bekannt ist, im September 1999 bei der WTO-Konferenz in Seattle statt.
Für viele Massenbewegungen in Entwicklungsländern, wo sie schon seit langem
einsam und isoliert gekämpft hatten, war Seattle das erste erfreuliche
Zeichen, daß ihr Zorn und ihre Vision für eine andere Art von Welt, von
Menschen in den imperialistischen Ländern geteilt wird.
Weltsozialforum
Im Januar 2001 kamen 20.000 AktivIstinnen, StudentInnen, FilmemacherInnen -
einige der besten Köpfe dieser Welt - in Porto Alegre, in Brasilien,
zusammen, um ihre Erfahrungen bei und ihre Ideen für die Konfrontation mit
dem Imperium auszutauschen. Das war die historisch gewordene Geburt des
Weltsozialforums. Es war das erste formale Treffen einer aufregenden,
anarchischen, unindoktrinierten, kraftvollen, neuen Art von
"Zivilgesellschaft". Der Aufruf des Weltsozialforums ist "Eine andere Welt
ist möglich". Es ist zu einer Plattform geworden, auf welcher
hunderttausende Gespräche, Debatten und Seminare dabei geholfen haben eine
Vision auszuarbeiten und ausreifen zu lassen, was für eine Art von Welt
dies sein soll.
Im Januar 2004, als das vierte Weltsozialforum in Mumbai, in Indien,
stattfand, zog es 200.000 Menschen an. Ich war noch nie Teil eines so
kraftvollen Treffens. Es war ein Zeichen für den Erfolg des Sozialforums,
daß die Mainstream-Medien in Indien es vollkommen ignorierten. Aber das
Weltsozialforum ist wegen seinem Erfolg in Gefahr. Die sichere, offene,
festliche Atmosphäre des Forums hat es PolitikerInnen und
Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die eng mit dem politischen und
wirtschaftlichen System verbunden sind, welches das Forum ablehnt,
ermöglicht, sich Gehör zu verschaffen.
Eine andere Gefahr ist, daß das Weltsozialforum, welches eine so
entscheidende Rolle in der Bewegung für weltweite Gerechtigkeit gespielt
hat, ein Ziel für sich wird. Allein die jährliche Organisation verbraucht
die Energien einiger der besten AktivistInnen. Wenn Gespräche über
Widerstand echten zivilen Ungehorsam ersetzen, dann könnte das
Weltsozialforum eine wertvolle Institution für jene werden, denen sich das
Forum ursprünglich entgegenstellte. Das Forum muß stattfinden und muß
wachsen, aber wir müssen Wege finden, unsere Gespräche dort in konkrete
Taten zu verwandeln.
Als Widerstandsbewegungen begonnen haben, über nationale Grenzen hinweg zu
arbeiten und eine echte Bedrohung darzustellen, haben die Staaten ihre
eigenen Strategien entwickelt, um mit ihnen fertig zu werden. Von
Kooptation bis zur Unterdrückung.
Massenbewegungen und Massenmedien
Ich werde über drei Gefahren sprechen, welche Widerstandsbewegungen heute
bedrohen: die problematische Beziehung zwischen den Massenbewegungen und
den Massenmedien, der Gefahr der NGO-isierung des Widerstandes, und der
Konfrontation der Widerstandsbewegungen mit zunehmend repressiven Staaten.
Das Zusammentreffen von Massenmedien und Massenbewegungen ist kompliziert.
Staaten haben gelernt, daß von Krisen angetriebene Medien es sich nicht
leisten können, zu lange beim selben Thema zu verweilen. Wie
Wirtschaftsbetriebe einen Umsatz von Geld brauchen, brauchen die Medien
einen Umsatz von Krisen. Ganze Länder werden zu Nachrichten von gestern.
Sie hören auf zu existieren, und die Dunkelheit wird schwärzer als noch zur
Zeit, bevor das Licht kurz auf sie gefallen war. Wir sahen wie das mit
Afghanistan geschah, als die Sowjets sich zurückzogen. Und nun, nachdem die
Operation Enduring Freedom die CIA-Figur Hamid Karzai installiert hat, ist
Afghanistan wieder seinen Warlords zurückgegeben worden.
Eine andere CIA-Figur, Iyad Allawi, ist im Irak installiert worden, und so
ist für die Medien vielleicht die Zeit gekommen, sich auch von dort wieder
zu entfernen.
Während Regierungen die Kunst, eine Krise auszusitzen, perfektionieren,
werden die Widerstandsbewegungen im Wirbel der Krisenproduktion vermehrt
dazu verführt, Wege zu finden, Krisen in einem einfach verdaubaren und
zuschauerfreundlichen Format herzustellen.
Von jeder Bewegung, welche ernstgenommen werden will, von jedem "Thema"
wird erwartet, daß es seinen eigenen Heißluftballon starten lässt, um sein
Markenzeichen und seinen Zweck zu bewerben.
Deswegen sind Hunger-Tote ein effektiveres Werbemittel für die Verarmung
als Millionen unterernährter Menschen. Dämme sind nicht für Nachrichten
gut, bis die von ihnen verursachten Verwüstungen gute Bilder liefern. (Und
dann ist es zu spät).
Tagelang im ansteigenden Wasser eines Reservoirs zu stehen und dabei sein
Haus und seine Habseligkeiten wegschwimmen zu sehen, war einmal eine
effektive Strategie beim Protest gegen große Dämme, aber das funktioniert
nicht mehr. Die Medien langweilen sich dabei inzwischen zu Tode. Also
erwartet man von den hunderttausenden Menschen, die von Dämmen vertrieben
werden, daß sie sich neue Tricks einfallen lassen oder den Kampf aufgeben.
Bunte Demonstrationen und Wochenendmärsche sind ein kraftvoller Ausdruck,
aber reichen nicht aus, um einen Krieg zu verhindern. Kriege werden nur
dann gestoppt werden, wenn SoldatInnen sich weigern zu kämpfen, wenn
ArbeiterInnen sich weigern, Waffen auf Schiffe und Flugzeuge zu laden, wenn
die Menschen die wirtschaftlichen Außenposten des Imperiums, welche sich
über die ganze Welt erstrecken, boykottieren.
Wenn wir Raum für zivilen Widerstand zurückerobern wollen, werden wir uns
selbst von der Tyrannei der Krisenberichterstattung und ihrer Furcht vor
dem Weltlichen befreien müssen. Wir werden unsere Erfahrung, unsere
Kreativität und unsere Kunst dafür einsetzen, die Methoden dieses Zustands
zu hinterfragen; Methoden welche sicherstellen, daß "normal" bleibt was
grausam, ungerecht, inakzeptabel ist. Wir müssen jene politischen Programme
und Prozesse für alle sichtbar machen, welche ganz gewöhnliche Dinge -
Nahrung, Wasser, eine Unterkunft, Würde - zu einem so unerreichbaren Traum
für gewöhnliche Menschen machen. Für eine erfolgreiche Prävention ist es
notwendig zu verstehen, daß Krieg die Folge eines mangelhaften und
ungerechten Friedens ist.
Was die Massenwiderstandsbewegungen betrifft, ist es so, daß keine Menge an
Berichterstattung durch die Medien eine große und starke Massenbeteiligung
vor Ort ersetzen kann. Es gibt einfach keine Alternative zu altmodischer,
aufwendiger, politischer Mobilisation.
Die Konzernglobalisierung hat die Distanz zwischen den Entscheidungsträgern
und jenen vergrößert, welche die Konsequenz ihrer Entscheidungen zu
ertragen haben. Foren wie das Weltsozialforum ermöglichen es örtlichen
Widerstandsbewegungen, diese Distanz zu reduzieren und sich mit den
Bewegungen aus den reichen Ländern zu verbinden. Diese Allianz ist wichtig
und sehr fruchtvoll. Als zum Beispiel Indiens erster privater Damm, der
Maheshwar-Damm gebaut wurde, hat eine Allianz zwischen Narmada Bachao
Andolan (NBA), der deutschen Organisation Urgewald, der Erklärung von Bern
und dem International Rivers Network in Berkeley es geschafft, einige
internationale Banken und Korporationen dazu zu bringen, aus dem Projekt
wieder auszusteigen. Das wäre ohne eine solide Widerstandsbewegung vor Ort
unmöglich gewesen. Die Stimme dieser örtlichen Bewegung ist von
UnterstützerInnen überall auf der Welt verstärkt worden, was die Investoren
in eine peinliche Situation brachte und sie dazu zwang sich zurückzuziehen.
Eine Vielzahl ähnlicher Allianzen, welche spezifische Projekte und
spezifische Konzerne als Ziel hätten, würden dabei helfen, eine andere Welt
möglich zu machen. Wir sollten mit den Konzernen beginnen, welche mit
Saddam Hussein Geschäfte machten und nun von der Zerstörung und Besatzung
des Iraks profitieren.
Die NGO-isierung des Widerstandes
Eine zweite Gefahr, welche die Massenbewegungen heute bedroht, ist die
NGO-isierung des Widerstandes. Es wird einfach sein, das was ich sagen
werde, als eine Anklage gegen alle NGOs darzustellen. Das wäre nicht
richtig. Es gibt zwar schmutzige Gewässer, in welchen Schein-NGOs
schwimmen, die dazu gegründet werden, um Geld zu machen oder um Steuern
auszuweichen (in Staaten wie Bihar werden sie als Mitgift gegeben), aber es
gibt auch NGOs, die wertvolle Arbeit machen. Aber es ist wichtig, die NGOs
in einem breiteren politischen Kontext zu betrachten.
In Indien begann der NGO-Boom zum Beispiel in den späten 80er und frühen
90er Jahren. Er fiel mit der Öffnung indischer Märkte für den
Neoliberalismus zusammen. Zu diesem Zeitpunkt reduzierte der indische
Staat, um den Erfordernissen der strukturellen Anpassung zu genügen, die
Finanzierung der Entwicklung ländlicher Regionen und von Bereichen wie
Landwirtschaft, Energie, Transport und öffentliche Gesundheitsversorgung.
Als der Staat sich von seiner traditionellen Rolle trennte, kamen NGOs, um
in genau diesen Bereichen zu arbeiten. Der Unterschied ist natürlich, daß
die Gelder, welche sie zur Verfügung haben, nur ein winziger Bruchteil der
Reduktionen in den öffentlichen Ausgaben sind. Die meisten großen NGOs
werden von Hilfs- und Entwicklungsagenturen finanziert und patronisiert,
welche wiederum von westlichen Regierungen, der Weltbank, der UNO und
einigen multinationalen Konzernen finanziert werden. Obwohl sie vielleicht
nicht die gleichen Agenturen sind, sind sie sicherlich Teil derselben losen
politischen Formation, welche das neoliberale Projekt überwacht und den
Einschnitt in der öffentlichen Finanzierung erst gefordert hat.
Warum sollten diese Agenturen NGOs finanzieren? Könnte es einfach
altmodischer missionarischer Eifer sein? Schuldgefühle? Es ist ein bisschen
mehr als das. NGOs vermitteln den Eindruck, daß sie das Vakuum füllen,
welches der Staat zurückgelassen hat. Und das machen sie auch, aber in
einem substanziell nicht relevanten Ausmaß. Ihr echter Beitrag ist, daß sie
politischen Ärger entschärfen und das, auf was ein jeder ein Recht haben
sollte, als Hilfe oder im Namen der Wohltätigkeit austeilen.
Sie verändern die Psyche der Bevölkerung. Sie machen Menschen zu abhängigen
Opfern und stumpfen die Ecken des politischen Widerstandes ab. NGOs bilden
eine Art Puffer zwischen dem Sarkar und der Bevölkerung. Zwischen dem
Imperium und seinen Untertanen. Sie sind zu den Vermittlern, den Erklärern
und den Umsetzern geworden.
Auf lange Sicht gesehen, sind NGOs ihren Finanziers verpflichtet, nicht den
Menschen mit welchen sie zu tun haben. Sie sind, was BotanikerInnen eine
Indikatorspezies nennen würden. Es ist fast so, daß je größer die vom
Neoliberalismus verursachte Zerstörung geworden ist, umso mehr NGOs
auftauchen. Nichts illustriert dies passender als das Phänomen in den USA,
welche sich dazu vorbereitet, in einem Land einzufallen und gleichzeitig
die NGOs bereit macht, um in dieser Zerstörung wieder aufzuräumen.
Um sicherzustellen, daß ihre Finanzierung nicht gefährdet ist, und daß die
Regierungen der Länder, in welchen sie arbeiten, ihnen weiterhin erlauben
werden, ihre Funktion zu erfüllen, müssen NGOs ihre Arbeit in einem hohlen
Rahmen darstellen, dem der politische und historische Hintergrund
herausgerissen worden ist. Oder zumindest jener historische und politische
Hintergrund, den man nicht gerne hört.
Apolitische (und daher in Wirklichkeit extrem politische) Notrufe aus armen
Ländern und Kriegszonen lassen diese (dunkelhäutigen) Menschen dieser
(dunkelhäutigen) Länder schließlich wie pathologische Opfer aussehen. Noch
ein unterernährter Inder, noch eine verhungernde Äthiopierin, noch ein
afghanisches Flüchtlingslager, noch eine verkrüppelte Sudanesin … welche
alle der Hilfe des weißen Mannes bedürfen. Sie verstärken, ohne es zu
wissen, rassistische Vorurteile und betonen die Errungenschaften, den
Komfort und das Mitgefühl (die harte Liebe) der westlichen Gesellschaft.
Sie sind die weltlichen Missionare der modernen Welt.
Und schließlich spielt das für NGOs verfügbare Kapital die gleiche Rolle in
alternativer Politik, wie das spekulative Kapital, welches in armen
Wirtschaftsräumen ein- und wieder ausfließt, in einem geringeren Maße zwar,
aber auf heimtückischere Weise. Es beginnt die Themen zu bestimmen. Es
macht Konfrontationen zu Verhandlungen. Es entpolitisiert den Widerstand.
Es mischt sich in regionale Bewegungen ein, welche traditionell
selbstständig gearbeitet hatten. NGOs haben Gelder, mit welchen Menschen
angestellt werden können, die sonst AktivistInnen in Widerstandsbewegungen
sein könnten, aber nun fühlen, daß sie etwas sofort wirksames,
konstruktives und gutes machen können (und sich ihren Lebensunterhalt
verdienen, während sie das tun). Echter politischer Widerstand bietet keine
solchen Abkürzungen.
Die NGO-isierung der Politik droht den Widerstand in einen respektablen,
vernünftigen, bezahlten 9-bis-17-Uhr-Job zu machen. Und dazu gibt es noch
einige Vergünstigungen. Echter Widerstand hat echte Konsequenzen. Und er
wird nicht bezahlt.
Der Kampf zwischen Zivilgesellschaft und Imperium: In Indien und anderswo
Das bringt uns zur dritten Gefahr, über welche ich heute sprechen will: die
gefährliche Art der eigentlichen Konfrontation zwischen
Widerstandsbewegungen und immer repressiveren Staaten. Zwischen der
Zivilgesellschaft und den Agenten des Imperiums.
Wann immer ziviler Widerstand die geringsten Anzeichen gezeigt hat, sich
von symbolischen Aktionen zu irgendetwas auch nur im entferntesten
Gefährlichen zu entwickeln, wurde die Unterdrückung gnadenlos. Wir haben
gesehen, was bei den Demonstrationen in Seattle, in Miami, in Göteburg und
in Genua passiert ist.
In den Vereinigten Staaten hat man nun den USA Patriot Act, welcher für
Regierungen überall auf der Welt zu einem Entwurf für Antiterrorgesetze
geworden ist. Freiheiten werden eingeschränkt, und dies wird mit dem Schutz
der Freiheit gerechtfertigt. Und wenn wir einmal unsere Freiheiten
aufgegeben haben, wird es eine Revolution geben müssen, um sie wieder
zurückzugewinnen.
Einige Regierungen haben viel Erfahrung bei der Einschränkung von
Freiheiten und sehen noch immer viele Möglichkeiten dabei. Die Regierung
von Indien, schon lange ein Teilnehmer bei diesem Spiel, wirft Licht auf
den Pfad.
Über die Jahre hat die indische Regierung eine Vielzahl von Gesetzen
erlassen, welche es ihr erlauben, fast jeden als terroristisch,
aufständisch oder militant zu kennzeichnen. Bei uns gibt es das
Militärische Sonderermächtigungsgesetz, das Gesetz für Öffentliche
Sicherheit, das Gesetz für Sicherheit in besonderen Gebieten, das
Gangster-Gesetz, den Terrorist and Disruptive Areas Act (den es formal zwar
nicht mehr gibt, aber unter welchem noch immer Menschen vor Gericht stehen)
und POTA (Gesetz zur Verhinderung von Terrorismus), was ein
Breitband-Antibiotikum gegen die Krankheit des Dissens ist.
Es werden noch weitere Schritte unternommen, wie Gerichtsurteile, welche
darauf hinauslaufen, die Redefreiheit einzuschränken,
Regierungsangestellten das Recht zu streiken nehmen, und Menschen das Recht
auf einen Lebensunterhalt nehmen. Gerichte haben begonnen, unsere
Lebensweise in Indien zu bestimmen. Und die Gerichte zu kritisieren ist
strafbar.
Die Zahl jener Menschen, welche im letzten Jahrzehnt von Polizei- und
Sicherheitskräften getötet worden ist, muß in Zehntausenden angegeben
werden. Im Staat Andhra Pradesh (dem Vorzeigemodell für
Konzernglobalisierung in Indien) werden pro Jahr im Durchschnitt etwa 200
"ExtremistInnen" bei etwas getötet, das "Zusammenstöße" genannt wird. Die
Polizei in Bombay gibt damit an, wieviele "Gangster" sie in "Shoot Outs"
erschossen hat. In Kashmir, wo ein Zustand herrscht der eine Art von Krieg
darstellt, wurden seit 1989 ungefähr 80.000 Menschen getötet. Tausende sind
einfach "verschwunden". In den nordöstlichen Provinzen ist die Situation
ähnlich.
In den letzten Jahren hat die indische Polizei häufig Feuer auf
unbewaffnete Menschen eröffnet, meistens Dalits und Adivasis. Die
bevorzugte Methode ist es, sie umzubringen und sie dann TerroristInnen zu
nennen. Indien steht hier aber nicht alleine da. Wir haben gesehen, wie
ähnliches in Ländern wie Bolivien, Chile und Südafrika passiert ist. In der
Ära des Neoliberalismus ist Armut ein Verbrechen und Widerstand gegen sie
wird vermehrt als Terrorismus bezeichnet.
In Indien wird POTA (Prevention of Terrorism Act) auch oft Production of
Terrorism Act genannt. Es ist ein vielseitig einsetzbares, für alles
verwendbares Gesetz, das genausogut gegen ein Mitglied Al-Kaidas wie gegen
einen verärgerten Busfahrer angewendet werden kann. Wie bei allen
Antiterrorgesetzen ist die Genialität hinter POTA, daß es sein kann, was
auch immer die Regierung gerade braucht. Nach dem Pogrom in Gujarat vom
Jahr 2002, in welchem etwa 2.000 MuslimInnen brutal von Hindu-Mobs getötet
worden sind und 150.000 von ihren Häusern vertrieben wurden, sind 287
Menschen unter POTA angeklagt worden. Von diesen sind 286 MuslimInnen und
einer ein Sikh.
POTA läßt unter Polizeigewahrsam erhaltene Geständnisse als Beweismittel
vor Gericht zu. Das führt dazu, daß Folter die Nachforschungen ersetzt. Das
South Asia Human Rights Documentation Center berichtet, daß es in Indien
die meisten Folterungen und Todesfälle während der Inhaftierung weltweit
gibt. Regierungsdaten zeigen, daß es allein 2002 1.307 Todesfälle in
Polizeigewahrsam gegeben hat.
Vor einigen Monaten war ich Mitglied eines Volkstribunals, welches sich mit
POTA befasste. Während einer Dauer von zwei Tagen hörten wir uns
entsetzliche Berichte darüber an, was in unserer wundervollen Demokratie
vor sich geht. Es gibt alles - von Leuten, welche dazu gezwungen werden
Urin zu trinken, denen das Gewand vom Leib gerissen wird, die gedemütigt
werden, denen elektrische Schocks gegeben werden, die mit Zigaretten
verbrannt werden, denen Eisenstäbe in den After geschoben werden, die zu
Tode geschlagen und getreten werden. Die neue Regierung hat versprochen
POTA aufzuheben. Ich wäre überrascht, wenn das passiert, bevor eine neue
Gesetzgebung unter einem anderen Namen in Kraft getreten ist. Wenn es nicht
POTA ist, dann wird es MOTA sein, oder etwas Ähnliches.
Wenn jeder Weg des gewaltfreien Widerstandes gesperrt wird und jeder, der
gegen die Verletzung von Menschenrechten protestiert, Terrorist genannt
wird, sollten wir dann wirklich überrascht sein, wenn große Teile des
Landes von jenen überrannt werden, welche an einen bewaffneten Kampf
glauben und mehr oder weniger außerhalb der Kontrolle des Staates stehen:
in Kashmir, in den nordöstlichen Provinzen, in großen Teilen von Madhya
Pradesh, Chattisgarh, Jharkhand und Andhra Pradesh. Die einfachen Menschen
in diesen Regionen sind zwischen der Gewalt der Militanten und der des
Staates gefangen.
Die Armee schätzt, daß in Kashmir zu jeder Zeit zwischen 3.000 und 4.000
Militante operieren. Um sie zu kontrollieren, setzt der indische Staat dort
etwa 500.000 SoldatInnen ein. Es sind offensichtlich nicht nur die
Militanten, welche die Armee kontrollieren will, sondern eine ganze
Bevölkerung von gedemütigten unglücklichen Menschen, welche die indische
Armee als eine Besatzungsmacht betrachten.
Das Militärische Sonderermächtigungsgesetz erlaubt es nicht nur Offizieren,
sondern auch niedrigrangigerem Personal der Armee, Gewalt gegen jede Person
anzuwenden und sie auch zu töten, wenn sie verdächtigt wird, die
öffentliche Ordnung zu stören. Es wurde 1958 zunächst für einige Gebiete in
Manipur erlassen. Heute wird es beinahe im ganzen Nordosten und in Kaschmir
angewandt. Die Berichte von Folterungen, Verschwundenen, Todesfällen
während der Gefangenschaft, Vergewaltigungen und Massenhinrichtungen durch
Sicherheitskräfte ist genug, um einem den Magen umzudrehen.
In Andhra Pradesh, in einem der bedeutendsten Staaten Indiens, ist die
marxistisch-leninistische Volkskriegsgruppe seit Jahren an einem
gewalttätigen bewaffneten Konflikt beteiligt und war das Hauptziel bei
vielen vorgetäuschten "Zusammenstößen" der Polizei Andhra Pradeshs. Sie
hielten am 28. Juli 2004 in der Stadt Warangal ihr erstes öffentliches
Treffen seit Jahren.
Hunderttausende Menschen kamen. Unter POTA gelten diese nun alle als
TerroristInnen. Wird man sie alle in einer indischen Version von Guntanamo
Bay einsperren?
Der ganze Nordosten und das Kaschmir-Tal stehen vor einem Aufruhr. Was wird
der Staat mit diesen Millionen Menschen machen?
Es gibt heute keine Diskussion auf der Welt, welche wichtiger ist, als die
Debatte über die Strategien des Widerstandes. Und die Wahl der Strategie
ist nicht ganz in den Händen der Bevölkerung. Sie liegt auch in den Händen
des Sarkars.
Denn wenn die USA den Irak in jener Art überfällt und besetzt, wie sie es
gemacht hat, nämlich mit überwältigender militärischer Übermacht, kann man
vom Widerstand dann erwarten, daß er ein gewöhnlicher militärischer sein
wird? (Natürlich würde er auch terroristisch genannt werden, wenn er ein
gewöhnlicher wäre.) Auf eine seltsame Art macht das Arsenal von Waffen und
konkurrenzloser Luftwaffe und Feuerkraft den Terror zur unausweichlichen
Antwort. Was den Menschen an Geld und Macht fehlt, werden sie durch
Verborgenheit und Strategie wettzumachen versuchen.
Wenn die Staaten in diesen unruhigen Zeiten, die einen zur Verzweiflung
bringen können, nicht alles tun, um die gewaltfreien Widerstandsbewegungen
anzuerkennen, dann privilegieren sie automatisch jene, welche sich der
Gewalt zuwenden. Keine Verurteilung des Terrorismus durch einen Staat ist
glaubwürdig, wenn dieser nicht vorzeigen kann, daß er offen für
Veränderungen durch gewaltfreien Dissens ist.
Aber anstelle dessen werden gewaltfreie Widerstandsbewegungen zerschlagen.
Jede Art von politischer Massenmobilisierung oder -organisation wird
bestochen, gebrochen oder einfach ignoriert.
Inzwischen widmen die Staaten, die Konzernmedien - und vergessen wir nicht
die Filmindustrie - , ihre Zeit, ihre Aufmerksamkeit, ihre Technologie,
ihre Forschung und ihre Bewunderung dem Krieg und dem Terrorismus. Die
Gewalt ist vergöttlicht worden.
Die Botschaft, die daraus hervorgeht, ist beunruhigend und gefährlich: Wenn
du versuchen willst einem Ärger der Bevölkerung Ausdruck zu verleihen, ist
Gewalt effektiver als Gewaltfreiheit.
Während die Kluft, die Arm und Reich trennt, größer wird, während die
Notwendigkeit immer akuter wird, die Ressourcen der Welt zuzuweisen und zu
kontrollieren um die große kapitalistische Maschine zu füttern, wird der
Aufruhr sich verstärken.
Für jene von uns, welche auf der falschen Seite des Imperiums leben, wird
die Demütigung unerträglich.
Jedes irakische Kind, welches von den Vereinigten Staaten getötet worden
ist, war unser Kind. Jeder Gefangene, der in Abu Ghraib gefoltert worden
ist, war unser Kamerad. Jeder ihrer Schreie war unserer. Wenn sie
gedemütigt werden, so sind es wir, die gedemütigt werden. Die
US-SoldatInnen, welche im Irak kämpfen - zum Großteil Freiwillige aus einer
Konskription in Kleinstädten und armen Stadtteilen, sind genauso Opfer
dieses schrecklichen Vorgangs, wie die IrakerInnen, einem Vorgehen, das von
ihnen fordert für einen Sieg zu sterben, der niemals ihrer sein wird.
Die Mandarine der Konzernwelt, die CEOs, die Bankiers, die PolitikerInnen,
die RichterInnnen und Generäle sehen von oben auf uns herab und schütteln
ernst ihre Häupter. "Es gibt keine Alternative", sagen sie. Und lassen wir
die Hunde des Kriegs von den Ketten.
Dann kommt aus den Ruinen Afghanistans, den Schutthaufen des Iraks und
Tschetscheniens, von den Straßen des besetzten Palästinas, aus den Bergen
Kaschmirs, von den Hügeln und Prärien Kolumbiens und aus den Wäldern Andhra
Pradehs und Assms die kalte Antwort: "Es gibt keine Alternative außer dem
Terror". Terrorismus. Bewaffneter Kampf. Aufstand. Nenne es wie du willst.
Terrorismus ist bösartig, ekelhaft und entmenschlicht sowohl diejenigen,
die ihn ausüben, wie auch seine Opfer. Aber genauso tut es der Krieg. Man
könnte sagen, daß der Terrorismus die Privatisierung des Krieges ist.
TerroristInnen sind die Freihändler des Krieges. Es sind Leute die nicht
glauben, daß der Staat ein Monopol auf die legitime Anwendung von Gewalt hat.
Die menschliche Gesellschaft steuert einen furchtbaren Ort an.
Natürlich gibt es eine Alternative zum Terrorismus. Sie wird Gerechtigkeit
genannt.
Es wird Zeit zu erkennen, daß keine noch so große Zahl nuklearer Waffen
oder Daisy Cutters, weder eine Full-spectrum Dominance noch falsche
Regierungsräte oder Loya Jirgas, den Frieden auf Kosten der Gerechtigkeit
kaufen können.
Das Verlangen nach Hegemonie und Übermacht von manchen wird dazu führen,
daß andere sich noch stärker nach Würde und Gerechtigkeit sehnen.
Welche Form der Kampf haben wird, ob er wunderschön oder blutdürstig sein
wird, hängt von uns ab.
Quelle: ZNet Deutschland vom 16.09.2004. Übersetzt von: Matthias, leichte
Bearbeitung von Michael Schmid. Orginalartikel: "Tide? Or Ivory Snow?"
Veröffentlicht am 16.09.04
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aus: www.lebenshaus-alb.de/mt/archives/002507.html ( und weitere Artikel
von Arundhati Roy )
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Archiv: www.begegnungszentrum.at
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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From mareichl@ping.at Wed Sep 29 11:50:47 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Wed, 29 Sep 2004 12:50:47 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 136 - Veranstaltungstermine Okt. - Dez. 2004, Stand
29.9.2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20040929123932.025e2650@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 136 - VERANSTALTUNGSTERMINE OKTOBER - DEZEMBER 2004,
STAND 29.9.2004
Bad Ischl, 29.9.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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VERANSTALTUNGSTERMINE OKTOBER - DEZEMBER 2004, STAND 29.9.2004
OKTOBER 2004
1. - 2.10. LINZ (Ursulinenhof, Landstr. 31): Folgesymposium "In eine
hellere Zukunft Strategien für eine Welt ohne atomaren Wahnsinn!". Die
Lüge von der friedlichen Nutzung der Atomenergie Atomwaffen und
Atomkraftwerke zwei Seiten einer Medaille. (Atomstopp International, OÖ
Plattform gegen Atomgefahr, Landstr. 31, 4020 Linz, Tel: 0732-774275,
post@atomstopp.at, www.atomstopp.at).
1.10. 14.30 PUCHBERG b. Wels (OÖ): Welthaus-Veranstaltung "Indianer in
Brasilien - gestern - heute -morgen". (WEKEF, Kapuzinerstr. 84, 4020 Linz,
Tel. 0732-7610-3271, linz@welthaus.at, www.wekef-linz.at)
2.10. 15.00 WIEN (Naturhistorisches Museum, Burgring 7): 15 Jahre EUROSOLAR
AUSTRIA Festveranstaltung, mit Elektroauto-Treffen. (Info:
www.nhm-wien.ac.at, Eurosolar Austria, Tel. 01-7992888, www.eurosolar.at)
2.10. 10.00 - 19.00 SALZBURG (Pfarrhaus der Christuskirche, Schwarzstr.
25): Eine-Welt-Tag "Von der Hoffnung, die in uns ist". U.a. zu AIDS in
Ostafrika und Konziliarer Prozess in Österreich - "Total global - total
egal?" (Anmeldung bis 28.9. u.a. bei: Tel.64 60 20, ilsehanak@gmx.at)
2.10. 14.30 - 18.30 PUCHBERG b. Wels (OÖ): 4. Vernetzungstreffen von
Initiativen für Demokratie und Menschenrechte, gegen Rechtsextremismus
Antisemitismus und AusländerInnenfeindlichkeit. "Seid wachsam!".
(Bildungshaus Schloss Puchberg, Puchberg 1, 4600 Wels, e-mail:
bildungshaus.puchberg@dioezese-linz.at)
2.10. GRAZ: Vorbereitungstreffen für die LINKE-Konferenz (am 13.11.).
(Info: http://linke.cc)
3.10. 18.00 WIEN (Hotel Altstadt Vienna, Kircheng. 41): Podiumsdiskussion
"It's Unfair Enough - Kulturpolitik, Kulturvermittlung, Kulturschaffen im
Umgang mit den neuen Übergriffen des Imperiums". (projekt theater studio.,
Eva Brenner/Andreas Kövary,
www.experimentaltheater.com/fleisch_rezitation/download/fleisch_rezitation_kurz.doc)
4.10. WIEN: Diskussion "Global Governance im Informationssektor". (Renner
Institut, Tel. 01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
5.10. 17.30 WIEN (Palais Ferstl, Freyung 2): Lesung von Gore Vidal "Die
Vergessliche Nation - Wie die Amerikaner ihr politisches Gedächtnis
verkaufen". Anschl. Diskussion mit Alfred Gusenbauer. (Renner Institut,
Tel. 01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
5.10. 19.00 WIEN (Seidengasse 28): Vortrag "Vorurteile in Zeiten der
Globalisierung: Grundsätzliche Überlegungen". (Info unter: 01/4069793)
5.11. 10.00 - 16.00..........: 2. Fachtagung des "Netzwerks Grundeinkommen
und sozialer Zusammenhalt": "Generationenvertrag sozial gedacht". (Info.:
Kath. Sozialakademie, Schottenring 35 DG, 1010 Wien, Tel. 01-3105159,
e-mail: office@ksoe.at, www.grundeinkommen.at)
6. - 26.10. WIEN (Kunsthalle Wien project space, Treitlstr. 2/Karlspl.,
täglich 16-24:00; So/Mo 13-19:00): Transferprojekt Afrika - Sahara. (Info
unter: 01/52189-33)
6.10. 20.00 SALZBURG (Robert-Jungk-Bibliothek, Robert-Jungk-Pl. 1): Lesung
und Diskussion zu "Lebenstanz". Frauenrechte und Arbeitswelt, mit der
Buchautorin Lindsay Collins (Mauritius/ Afrika). (AAI Salzburg, Südwind
u.a., Info: Jungk-Bibliothek, Tel. 0662-873206-0)
7., 14. u. 22.10. WIEN: Forumtheaterworkshops mit Barbara
Pfaffenwimmer.(kardinal könig haus, Lainzer Str. 138, 1130 Wien, Tel.
01-8047593-649, kursanmeldung@kardinal-koenig-haus.at,
www.kardinal-koenig-haus.at)
7.10. 10.00 WIEN (Café Landtmann): Pressekonferenz: "Wege in den
Postkapitalismus" Buchpräsentation des Club of Vienna (mit Univ.Prof.
Hermann Knoflacher, Dr. Klaus Woltron). (Dr. Agnieszka Rosik - Kölbl, Club
of Vienna, Rilkepl. 2 / Top 4, 1040 Wien, Tel. 01-5056030-60,
Agnieszka.Rosik@clubofvienna.org, www.clubofvienna.org)
7.10. 18.00 WIEN (Univ., Juridikum, SE 20 (2.Stock), Schottenbastei 10-16):
Vortrag "Die Logik von unten": Partizipative vs. repräsentative Demokratien
in Lateinamerika. (Info unter: 01-3107465)
7.10. 19.00 WIEN (Rathaus, Stadtsenatssitzungssaal, Lichtenfelsgasse 2,
Feststiege I): Podiumsgespräch "Globale Abrüstung und menschliche
Sicherheit. Ein Plädoyer für den Multilateralismus" mit Jody Williams
(Nordirland/ 'International Campaign to Ban Landmines') und Wolfgang
Petritsch. (Anmeldung: Lilli Gneisz, OIIP - Österreichisches Institut für
Internationale Politik, Operng. 20B, 1040 Wien, Tel: 01-5811106-12,
gneisz@oiip.at, www.oiip.at)
7.10. 19:30 STEYR (Kulturverein Röda, Gaswerkg. 2, OÖ): Infoabend über die
geplante EU-Verfassung. (Info unter: 07252/76285)
8. - 10.10. SEMRIACH (Stmk., Trattnerhof, Wildhof 81): Seminar
"Argumentationstraining zu Politik & Ökonomie". Wirtschaftliche
Argumentationsmuster auf dem Prüfstand. (Forum politische Bildung
Steiermark, Friedrichg. 36, 8010 Graz, Tel. 0316-8161-54, e-mail:
forum@gesellschaftspolitik.at)
8.10. 19:30 INNSBRUCK (Haus der Begegnung, Rennweg 12): Vortrag "Politik
und Wirtschaft -wer steuert wen? Von der sozialen zur neoliberalen
Marktwirtschaft".
8.10. WIEN (Hochholzerhof, BAWAG): Vortrag "Sozialpolitik in Brasilien und
das Null-Hunger-Problem" von Frei Betto (Brasilien). (Renner Institut, Tel.
01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
9.10. 14.00 - 18.00 WIEN (Diplomatische Akademie, Favoritenstr. 15a):
Fachtagung zu 25 Jahre Südwind/ ÖIE "Entwicklungspolitik in Bewegung" u.a.
mit Frei Betto u. Lindsay Collen. Anschließend Fest "25 Jahre Südwind/ ÖIE"
im Vienna Art Centre (Anmeldung erforderlich bei: Südwind, Tel.
01-4055515-0, e-mail: suedwind.agentur@oneworld.at)
9.10. 14.30 - 18.00 PUCHBERG b. Wels (OÖ): Seminar "Die Amerikaner. Ihre
Religion - ihre Politik (in den USA)" mit Michael Freund. (Bildungshaus
Schloss Puchberg)
11. - 14.10. RETZ (NÖ): Seminar "Schule des Sanften Reisens 2004: Fairness
im Tourismus" (Info unter: 01/895 62 45-19)
12. - 13.10. WIEN (Denkfabrik, Josefstädter Str. 15 / Lange G. 33): Seminar
"Governance - Politik und Management im Sinne einer neuen
Bürgergesellschaft". (Info: Tel. 01/8923492-16)
13.10. 19.00 WIEN: Vortrag "Alles wurde schneller, damit mehr Zeit sei...
Es ist immer weniger Zeit" mit Marianne Gronemeyer. (kardinal könig haus, Wien)
13.10. WIEN: Vortrag "Die Demokratie beim Wort nehmen: Der Souverän und der
Dissident" mit Paolo Flores d'Arcais (I). (Renner Institut, Tel.
01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
15.10. LINZ (BFI): "Vollbeschäftigung und Soziale Sicherheit für alle:
Welche Politik brauchen wir dafür?" (Eva Belabed, ISW - Institut für
Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, www.isw-linz.at)
16. - 17.10. WIEN (Carla, Mittersteig 10): Diskurs und Event "Die lange
Nacht der Sozialpolitik". (Die Armutskonferenz, www.armut.at)
18. - 19.10. WIEN: Bundestagung von schwarzen Frauen für schwarze Frauen in
Österreich. Networking und Empowerment. (Renner Institut, Tel.
01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
18.10. 19.30 WIEN (Kultur unter der Brücke, Wipplinger Str. 23): Vortrag
"Wem gehört das Wasser".
20. - 21.10. Oberwart/Felsöör (Messezentrum, Bgld./ H): Österr.
Klimabündnis - Jahrestreffen "Offene Grenzen geschlossene Kolonnen". (Info
unter: 01/5815881)
21. - 22.10. WIEN (Urania): Tagung "Methoden und aktuelle Kontroversen der
politischen Bildung" (u.a. mit Erhard Meueler u. Klaus-Peter Hufer).
(Informationszentrum Politsche Bildung, Mayerhofg. 6/3, 1040 Wien, Tel.
01-5046858, info@politischebildung.at, www.politischebildung.at)
21.10. 19.00 WIEN (Hauptbücherei, ): Vortrag "Theater & Partizipation - Die
Kunst des sozialen Zusammenhalts" von Augusto Boal (Rio de Janeiro/
Brasilien), Begründer des "Theaters der Unterdrückten". (22. - 26.20. VHS
Meidling, Längenfeldg. 13-15): Seminar der Arbeitsgemeinschaft Forumtheater
mit A. Boal in der Reihe "Theater statt Gewalt". (kardinal könig haus und
VHS Meidling, Wien, www.theatreoftheoppressed.org)
22.10. 10.00 WIEN (Wirtschaftskammer Österr., Julius Raab Saal, Wiedner
Hauptstr. 63): 37. Lateinamerika-Tag des Österr. Lateinamerika-Instituts
"Mexiko: Politik - Wirtschaft - Kultur". (Info unter: 01-3107465)
22. - 23.10. SALZBURG: 3. Forum Frieden und Gewaltfreiheit. Themen u.a.
"Die Herausbildung des Militärisch-Industriellen-Komplexes in der EU" mit
Winfried Wolf; "Lebt der Friedensprozess in Israel/Palästina?" mit Ari Rath
(Jerusalem) u. Viola Raheb (Wien/ Palästina) und Vernetzung der Aktivitäten
und Projekte. (Friedensbüro Salzburg, Platzl 3, 5020 Salzburg, Tel/Fax
0662-873931, E-mail: friedensbuero.salzburg@aon.at,
www.friedensbuero-salzburg.at)
24. - 26.10. ST. JOHANN/ Pg. (Sbg.): Friedenstage 2004. (25.10. 9.00 -
16.00 Gesprächsforen zu Europathemen mit Thomas Roithner, Marianne
Gronemeyer, Pavel Kohout, Hans Eder, 16.00 Podiumsdiskussion "Sicherheit,
Verteidigung, Einigung"). (Info: Hans Steinlechner, Gemeindeamt St. Johann,
Tel. 06412-8001-31, umwelt@stjohannimpongau.at, www.salzburgervolkskultur.at)
27.10. 13.00 - 20.00 LINZ (AK-Jägermayerhof): "Tag des legislativen
Theaters" - als Mittel politischer Beteiligung, mit Augusto Boal und Sohn
Julian (Rio de Janeiro/ Brasilien). (Anmeldung: Tel. 050-6906-5416, e-mail:
schietz.m@ak-ooe.at).
28. - 29.10. WIEN: Workshop "Wachsende Ungleichheit. Europa und die USA im
Vergleich". (Renner Institut, Tel. 01-8046501-29, e-mail:
riedl@renner-institut.at)
28.10. 18.00 WIEN (Univ., Juridikum, SE 20 (2.Stock), Schottenbastei
10-16): LAI-Vortrag von Francois Houtart (Brüssel) "Interculturalidad y
autonomías en la globalización de las resistencias". (Info unter: 01-3107465)
Ende Oktober WIEN: Diskussion "Internationale Finanzmärkte und das Problem
der Spekulation". (Renner Institut, Tel. 01-8046501-30, e-mail:
churavy@renner-institut.at)
NOVEMBER 2004
4.11. WIEN: Diskussion "Die Zukunft der Nahost-Region". Die "Genfer
Initiative" und die israelisch-palästinensischen Beziehungen. (Renner
Institut, Tel. 01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
4.11. 19.00 WIEN (Albert-Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstr. 13): Lesung
"Gottes Starke Töchter. Texte und Gedichte von Dorothee Sölle". (Erstes
Wiener Lesetheater & Zweites Stegreiftheater)
4.11. 18.00 SALZBURG: Konstituierende Sitzung des Vereins Total Equality
mit seinem Netzwerk "offensiv - Forum gegen Ausgrenzung" in Kooperation mit
dem Salzburger Migrantinnen-Forum. (Doris Doblhofer & Angelika Reichl,
Total Equality Österreich, Franz-Josef-Str. 16, 5020 Salzburg, T:
0043-662-880723-12, office@equality.at)
12.11. 14.00 - 18.30 SALZBURG (Pfarrhaus der Christuskirche, Schwarzstr.
25): "Wirtschaft gestalten - Steuermoral und sozialer Verantwortung auf der
Spur". (Eine-Welt-Kreis, AAI und Südwind Salzburg)
17. - 18.11. LINZ (Pädagogische Akademie des Bundes, Kaplanhofstr. 40):
Südwind-Workshop "Welche Bildung braucht die Welt? - ein-binden oder
hinaus-drängen?" (Info unter: 0732/795664)
19.11. 15.00 - 18.00 WIEN (Kirche in der Donaucity, Donaucitystr. 2):
Diskussion "Ein Jahr Ökumenisches Sozialwort". (ÖkumenischerRat der Kirchen)
20.11. ? : LINKE-Konferenz. (Info: http://linke.cc)
20.11. WIEN: Fachtagung "Verscherbeln oder polieren? Die Zukunft kommunaler
Daseinsvorsorge zwischen Modernisierung und Privatisierung" (u.a. zu WTO,
GATS u. EU). (Renner Institut, Tel. 01-8046501-43,
kuehbauer@renner-institut.at)
ab 22.11. LINZ: Akademielehrgang "Globales Lernen" (3 Semester). (Birgit
Seyerl, PÄDAK-Bund, Kaplanhofstr. 40, Tel. 0732/7470-3008,
birgit.seyerl@phlinz.at)
27.11. WIEN: Tagung "Philosophie trifft Migrationsforschung. Migrations-
und Asylpolitik in Zeiten der Globalisierung". (IWK, Bergg. 17, 1090 Wien,
Tel. 01-3174342, iwk.institut@utanet.at)
29. - 30.11. SALZBURG (Bildungshaus St. Virgil): 2. Regionale Salzburger
Armutskonferenz "Nichts über uns ohne uns". (Salzburger Armutskonferenz)
DEZEMBER 2004
3. - 4.12. WIEN: Internationale Tagung "Menschenrechte zwischen Wirtschaft,
Recht und Ethik. Theoretische und praktische Perspektiven". (IWK, Bergg.
17, 1090 Wien)
4.12. 10.00 - 17.00 WIEN (Don-Bosco-Haus, St. Veit-G. 25): 3-Jahrestagung
des Versöhnungsbundes "Friede als Frucht der Gerechtigkeit - Für eine
Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit im zusammenwachsenden Europa".
Studientag "Gewalt überwinden - als Nachbarn in Europa voneinander lernen".
(Versöhnungsbund Österr., Ledererg. 23/3/27, 1080 Wien, Tel. 01-4085332,
office@versoehnungsbund.at, www.versoehnungsbund.at)
DEUTSCHLAND
OKTOBER 2004
2.10. STUTTGART: Kundgebung und gewaltfreie Aktionen bei dem
NATO-Kommandozentrum EUCOM u.a. gegen die Militarisierung des Weltraums.
(Infos.: Wolfgang.Schlupp-Hauck@t-online.de)
2.10. 14.00 - 22.00 KARLSRUHE: Jubiläumsfest "20 Jahre Werkstatt für
Gewaltfreie Aktion, Baden - Aktiv und gewaltfrei das Land verändern -
Aufgaben und Perspektiven von sozialen Bewegungen". (Infos: Renate Wanie,
Werkstattbüro Heidelberg, Tel. 06221-161978, buero.heidelberg@wfga.de)
2.10. 11.00 - 17.00 MÜNCHEN (EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80):
Aktionskonferenz gegen Sozialkahlschlag. (Sozialforum München, Christian
Boissevain, Tel. 089-54072283)
6.10. 19.00 MÜNCHEN (EineWeltHaus): Diskussion "Cochabamba - eine
Wasser-Befreiungs-Geschichte". (Attac München, reboerger@aol.com)
9.10. GRONAU: Anti-Atomkraft-Demonstration - Ablehnung der UAA
(Urananreicherungsanlage). (Arbeitskreis Umwelt - AKU - Gronau, Tel.
02562/23125, uaanee@web.de)
11.10. 19.00 MÜNCHEN (EineWeltHaus): Vortrag und Diskussion
"Beteiligungsdemokratie am Beispiel Porto Alegre" (mit Antonio Andrioli,
Porto Alegre). (Nord-Süd-Forum, Tel. 089-85637523, www.nordsuedforum.de)
12.10. 19.30 MÜNCHEN (EineWeltHaus): Informationsveranstaltung "Für Mensch,
Wald und Klima - Reise in den amazonischen Regenwald" (mit Guillermo Naco/
Asháninka-Volk/ Peru). (Petra-Kelly-Stiftung/ Nord-Süd-Forum)
15. - 17.10. MAGDEBURG: Tagung "Pazifismus heute - Gewaltfreiheit
angesichts von Krisen und Kriegen". (Bund Soziale Verteidigung, Schwarzer
Weg 8, D-32423 Minden, Tel. 0571-29456,
www.soziale-verteidigung.de/aktuell-19.htm)
20.10. 19.00 MÜNCHEN (EineWeltHaus): Diskussion "Menschenrechte -
Frauenrechte - Landrechte. Frauen aus Guatemala und Brasilien berichten".
(Info: Marlies Olberz, FIAN Gruppe München, Tel. 089-82071284)
21.10. 19.00 MÜNCHEN (EineWeltHaus): Kompakt-Workshop "Kinder sind keine
Sklaven". (Nord-Süd-Forum)
22. - 24.10. LOCCUM: Tagung "In tempore belli". Desinformation als Waffe im
politischen Meinungskampf. (Evang. Akademie Loccum, Postf. 2158, D-31545
Rehburg-Loccum, Tel. 05766-81-113, e-mail: eal@evlka)
25. - 27.10. LOCCUM: Tagung "Sparen und Verschulden. Die öffentlichen
Haushalte und die Handlungsfähigkeit des Staates". (Evang. Akademie Loccum)
27.10. 19.30 MÜNCHEN (EineWeltHaus): Diskussion "Konstruktive Koexistenz
der Kulturen - Brückenschlag durch die moderne Naturwissenschaft".
Hans-Peter Dürr diskutiert mit VertreterIn einer nicht-christlichen Kultur.
(Interkulturelles Forum München, Tel. 089-85637521)
27. - 29.10. LOCCUM: Tagung "Die Faszination der Gewalt". (Evang. Akademie
Loccum)
NOVEMBER 2004
1. - 3.11. LOCCUM: Tagung "The Rule of Law". Die Förderung von
Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit in Entwicklungs- und
Friedensprozessen. (Evang. Akademie Loccum)
5. - 7.11. LOCCUM: Tagung "Frankreich und Deutschland im größeren Europa.
Sozialstaat quo vadis?" (Evang. Akademie Loccum)
8. - 10.11. LOCCUM: Tagung "Wirtschaftswachstum oder Klimaschutz?" (Evang.
Akademie Loccum)
19. - 20.11. HEPPENHEIM: 2. Heppenheimer Gendergespräche "Zumutungen.
Männer und Frauen im Dialog". (Haus am Maiberg, Ernst-Ludwig-Str. 19,
D-64646 Heppenheim, Tel. 06252-930612, e-mail:
t.moellenbeck@haus-am-maiberg.de, www.haus-am-maiberg.de)
26. - 28.11. LOCCUM: Tagung "Was blüht unseren Pflanzen? Die Besitznahme
der Erde durch den Menschen". (Evang. Akademie Loccum)
DEZEMBER 2004
10. - 12.12. LOCCUM: Tagung "Deeskalation von Gewaltkonflikten nach 1945.
Eine vergleichende Geschichte der Konfliktbearbeitung in symmetrischen und
asymmetrischen Konstellationen". (Evang. Akademie Loccum)
INTERNATIONAL
OKTOBER 2004
13. - 15.10. BRÜSSEL (B): Europ. Klimabündnis-Jahrestreffen, Internationale
Jahreskonferenz des Klima-Bündnis / Alianza del Clima. (Info unter:
0049-69-717139-0)
14. - 17.10. LONDON (GB): 3. Europäisches Sozialforum "Ein anderes Europa
in einer anderen Welt". (ESF, c/o T+G, 218 Green Lanes, London N42HB,
www.fse-esf.org)
22. - 23.10. BRÜSSEL (B): Séminaire européen: "Construction européenne -
Paix et démocratie" (in French and English). (CNAPD, Rue Blanche 29, B-1060
Bruxelles, Tel.: ++32-2-6405262, cnapd.dg@skynet.be, www.cnapd.be)
NOVEMBER 2004
2.11. USA-weit: Präsidentschaftswahlen.
2.11. WELTWEIT: Global action in occasion of the US-presidental election.
Alternative elections with a table, ballot boxes, etc ... where people do
not choose between G.W. Bush or John Kerry (Mr. Bush Light!), but can vote
for the end of the U.S. occupation of Iraq, for Kyoto-protocol, for nuclear
disarmament, the end of U.S. support of Israel, .... and can vote/ decide
for the companies they will boycott. (Boycott Bush Campaign, International
Secretariat, c/o For Mother Earth, K. Maria Hendrikaplein 5, B-9000 Gent,
Tel: +32 9 242 87 52, www.boycottbush.org)
7. - 26.11. DARTINGTON (GB): Course "Future Sense" (with Derrick Jensen,
Anne Baring, Jules Cashford and John Lash). (Schumacher College, The Old
Postern, Dartington, Totnes, Devon TQ9 6EA, GB, Tel: ++44-1803 865934; Fax:
866899; e-mail: schumcoll@gn.apc.org)
9.11. EUROPAWEIT: International Day Against Fascism and Antisemitism "Hope
Not Fear". (UNITED for Intercultural Action, Postbus 413, NL-1000 AK
Amsterdam, Tel. +31-20-6834778, e-mail: info@unitedagainstracism.org,
www.unitedagainstracism.org)
13. - 14.11 BOBIGNY b. Paris (F): Gathering "Estates general"/ Rèunion
"Etats generaux" (Treffen von Vertretern von Basisbewegungen nach der Idee
von Pierre Bourdieux, konkretisiert u.a. von Susan George). (Info:
www.789etatsgenerauxdusocial.com)
13. - 20.11. (und 26.12.04 - 2.1.05)....... (ÄGYPTEN): Die Initiative
"Reise zu Hoffnungsträgern" besucht den Alternativen Nobelpreisträger
SEKEM, ein Netzwerk biologischer Landwirtschaften und soziale
Bildungszentren. (Info: Südwind OÖ, Bismarckstr. 16, A-4020 Linz, Tel.
++43-70-795664, e-mail: gerhard.zwingler@oneworld.at)
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Zusammengestellt von:
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Sun Oct 3 17:47:22 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 03 Oct 2004 18:47:22 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 137 - Howard Zinn: Der Optimismus der Ungewissheit
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041003184405.028fe8e0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 137 - Howard Zinn: Der Optimismus der Ungewissheit
Bad Ischl, 3.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Der Optimismus der Ungewissheit
Howard Zinn
ZNet Kommentar 30.09.2004
Wie kann ich weitermachen und glücklich wirken in dieser furchtbaren Welt,
in welcher die Anstrengungen von Menschen oft geringfügig erscheinen, wenn
man sieht, was von jenen, welche Macht haben getan wird?
Ich bin mir nicht vollkommen sicher, daß die Welt besser werden wird, aber
durchaus, daß wir nicht aufgeben sollten, bevor alle Karten gespielt worden
sind.
Die Metapher ist bewußt gewählt; das Leben ist ein Spiel. Nicht zu spielen
hieße gleich auf jede Gewinnchance zu verzichten. Zu spielen, zu handeln,
schafft zumindest die Möglichkeit, die Welt zu verändern.
Es gibt eine Tendenz zu denken, daß die Welt in jener Art, wie wir sie im
Augenblick sehen, auch so bleiben wird. Wir vergessen, wie oft wir durch
das plötzliche Einstürzen von Institutionen überrascht worden sind, durch
außergewöhnliche Veränderungen in den Gedanken der Menschen, durch
unerwartete Ausbrüche der Rebellion gegen Tyranneien, durch den raschen
Zusammenbruch von Machtsystemen, welche bis Tags zuvor unbesiegbar schienen.
Was von der Geschichte der letzten hundert Jahren hervorsticht, ist ihre
vollkommene Unvorhersehbarkeit. Eine Revolution zum Sturze des Zaren von
Rußland, in diesem trägesten semi-feudalen Imperium, welche nicht nur die
fortgeschrittensten imperialen Mächte geschreckt hat, sondern selbst Lenin
überraschte und ihn in den nächsten Zug nach Petrograd springen ließ.
Wer hätte die bizarren Wendungen des Zweiten Weltkrieges vorhergesehen? -
den Nazi-Sowjet Pakt (diese peinlichen Photos von Ribbentrop und Molotov
beim Händeschütteln), und die deutsche Armee, wie sie über Rußland rollt,
anscheinend unbesiegbar, kolossale Opferzahlen hinter sich lassend, wie sie
vor den Toren Leningrads und vor Moskau zurückgewiesen wird, und in den
Straßen von Stalingrad geschlagen, gefolgt vom Sieg über die deutsche
Armee, und Hitler, wie er sich in seinem Berliner Bunker versteckt und
darauf wartet zu sterben.
Und dann in der Nachkriegswelt, welche eine Form annimmt, die niemand hätte
ahnen können: die kommunistische Revolution in China, die laute und
gewaltvolle Kulturrevolution, und dann die nächste Wendung, wie das
post-maoistische China seine kompromisslosesten Ideen und Institutionen
begräbt, Annäherungsversuche an den Westen macht, es den kapitalistischen
Unternehmungen recht machen will, und jeden sprachlos macht.
Niemand hat die Aufsplitterung der alten westlichen Imperien für so knapp
nach dem Krieg vorhergesehen, oder die seltsame Vielzahl an Gesellschaften
welche in den damit unabhängig werdenden Nationen entstanden, vom sanften
Dorfsozialismus in Nyereres Tansania bis zum Wahnsinn in Idi Amins Uganda.
Spanien wurde bestaunt. Ich erinnere mich noch, wie ein Veteran der Abraham
Lincoln Brigade mir sagte, daß er sich nicht vorstellen könne, daß der
Faschismus in Spanien ohne einen weiteren blutigen Krieg gestürzt werden könne.
Aber nachdem Franco verschwunden war entwickelte sich eine parlamentarische
Demokratie, in welcher SozalistInnen, KommunistInnen, AnarchistInnen, und
jeder leben konnte.
Das Ende des Zweiten Weltkrieges hinterließ zwei Supermächte mit ihren
Einflusssphären und den von ihnen kontrollierten Gebieten, um militärische
und politische Macht wetteifernd. Und doch konnten sie auch jene Gebiete
der Erde, welche als ihre Einflusssphären betrachtet worden sind, nicht
kontrollieren.
Das Versagen der Sowjetunion sich in Afghanistan durchzusetzen, und ihre
Entscheidung sich nach fast einem Jahrzehnt ekelhafter Intervention
zurückzuziehen, war der überzeugendste Beweis, daß selbst der Besitz von
thermonuklearen Waffen nicht die Herrschaft über eine entschlossene
Bevölkerung garantieren kann.
Die Vereinigten Staaten wurden mit derselben Realität konfrontiert. Sie
führten einen Krieg unter Einsatz fast aller Mittel in Indochina,
bombardierten eine kleine Halbinsel brutaler als es die Weltgeschichte je
gesehen hatte, und waren doch gezwungen, sich zurückzuziehen. Die
Schlagzeilen zeigen uns jeden Tag neue Fälle, in welchen die scheinbar
Mächtigen vor den scheinbar Machtlosen weichen müssen, wie in Brasilien, wo
eine Graswurzelbewegung von ArbeiterInnen und Armen einen neuen Präsidenten
gewählt hat, welcher verspricht, die zerstörerische Macht der Konzerne zu
bekämpfen.
Wenn wir uns diesen Katalog von riesigen Überraschungen ansehen wird es
klar, daß der Kampf für Gerechtigkeit niemals aufgegeben werden darf, und
sicher nicht wegen der anscheinend überwältigenden Macht jener, welche die
Waffen und das Geld haben, und welche in ihrer Entschlossenheit, jene zu
behalten, unbesiegbar scheinen.
Diese scheinbare Macht hat sich, immer und immer wieder, als verletzlich
herausgestellt, verletzbar durch menschliche Qualitäten welche weniger
messbar sind als Bomben und Dollars: moralischer Wille, Entschlossenheit,
Einigkeit, Organisierung, Opferbereitschaft, Humor, Einfallsreichtum,
Courage, Geduld - ob von Schwarzen in Alabama und Südafrika, BäuerInnen in
El Salvador, Nicaragua und Vietnam, oder ArbeiterInnen und Intellektuellen
in Polen, Ungarn und der Sowjetunion selbst. Keine kalte Berechnung der
Balance der Macht sollte Menschen abschrecken können, welche überzeigt
sind, daß sie für eine gerechte Sache einstehen.
Ich habe mich sehr bemüht, den Pessimismus meiner Freunde über die Welt zu
teilen (sind es nur meine Freunde?), aber ich treffe immer wieder auf
Menschen, welche mir Hoffnung geben, trotz all der Beweise, was für
schreckliche Dinge überall passieren. Besonders junge Menschen, von welchen
die Zukunft abhängt.
Wo auch immer ich hingehe, finde ich solche Menschen. Und über die paar
AktivistInnen hinaus, scheint es noch hunderte, tausende und mehr zu geben,
welche für unorthodoxe Ideen offen sind. Aber sie wissen oft nichts
voneinander, und während sie standhaft bleiben, tun sie das mit der Geduld
eines Sisyphus, welcher für alle Zeiten den Stein auf den Berg hinaufrollt.
Ich versuche jeder Gruppe zu sagen, daß sie nicht alleine ist, und daß
gerade jene Menschen, welche unglücklich über das Fehlen einer nationalen
Bewegung sind, der Beweis für das Potential einer solchen Bewegung sind.
Revolutionäre Veränderung kommt nicht durch einen kataklysmischen Moment
(man hüte sich vor solchen Momenten!), sondern durch eine endlose Folge von
Überraschungen, einer Zickzack-Bewegung zu einer besseren Gesellschaft hin.
Wir müssen keine großartigen, heroischen Aktionen durchführen, um am Prozeß
der Veränderung teilzuhaben. Kleine Handlungen können die Welt verändern,
wenn Millionen sie machen.
Selbst wenn wir nicht "gewinnen" ist es schön und erfüllend, mit anderen
guten Menschen dabei involviert gewesen zu sein, etwas Richtiges zu machen.
Wir brauchen Hoffnung.
Ein Optimist ist nicht notwendigerweise ein Mensch, der in unseren dunklen
Zeiten heiter pfeift. In schlechten Zeiten hoffnungsvoll zu sein, ist nicht
nur dumme Romantik. Es basiert auf der Tatsache, daß die Geschichte der
Menschheit nicht nur eine Geschichte der Grausamkeit, sondern auch eine des
Mitgefühls, der Opfer, der Courage und der Liebenswürdigkeit ist. Das wofür
wir uns entscheiden, in dieser komplexen Geschichte hervorheben zu wollen,
wird unsere Leben bestimmen. Wenn wir nur das schlimmste sehen, zerstört es
unsere Fähigkeit, etwas zu tun.
Wenn wir uns an die Zeiten und Orte erinnern - und es gibt so viele - wann
und wo Menschen sich großartig verhalten haben, gibt uns das die Energie zu
handeln und zumindest die Möglichkeit, diesen wirbelnden Kreisel Welt in
eine andere Richtung zu schicken. Und wenn wir handeln, egal auf welche
kleine Weise, müssen wir nicht auf irgendeine großartige utopische Zukunft
warten. Die Zukunft ist eine unendliche Folge von Augenblicken, und jetzt
so zu leben, wie wir glauben, daß menschliche Wesen leben sollten, trotz
alldem, was um uns herum so schlecht ist, ist schon für sich ein
wunderbarer Sieg.
Quelle: ZNet Deutschland vom 01.10.2004.
Übersetzt von: Matthias. Leichte Bearbeitung von Michael Schmid.
Orginalartikel: "The Optimism of Uncertainty":
http://www.zmag.org/sustainers/content/2004-09/30zinn.cfm
Veröffentlicht am 02.10.04
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Thu Oct 14 21:01:37 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Thu, 14 Oct 2004 22:01:37 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 138 - Veranstaltungen Okt./ Nov. 2004 - Ergaenzungen zum
Info 136
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041014213414.0259d970@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 138 - Veranstaltungen Okt./ Nov. 2004 - Ergaenzungen zum
Info 136
Bad Ischl, 14.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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TERMINE ÖSTERREICH 2004
Ergänzungen zur Aussendung am 29.9.2004 - Info 136
OKTOBER 2004
15.10. 10:00 WIEN (Cafe Schottenring, Schottenring 19): Pressekonferenz zur
globalen Aktionswoche 2004 zum Welternährungstag 16. Oktober "Kein Land in
Sicht?" In Guatemala kämpfen täglich Tausende von Frauen um Zugang zu Land
und ihr Recht sich zu ernähren. Mit Eulalia Elena Silvestre Hernandez,
Alianza de Mujeres Rurales (Landfrauenorganisation Guatemala) u.a.
Kaffeehausgespräch. 14:30 (Cafe Eiles, Josefstädter Str.)
Kaffeehausgespräch "Interventionen von FIAN International". 18.30 (Kultur
unter der Brücke, Wipplingerstr. 23): "Mutter Erde Kein Land für ihre
Töchter?" (FIAN-Österreich, DI Gertrude Klaffenböck, Tel: 01-40 555 15-316,
0650-40 555 11, e-mail: fian-oe@oneworld.at)
16.10. 10.00 - 12.00 WIEN (Mariahilferstr./Ecke Museumsquartier):
Informations- und Straßenaktion von FIAN-Ö "Kein Zugang zu Land - Kein
Zugang zu Nahrung- Hunger verletzt Menschenrechte! (FIAN-Österreich)
16.10.2004, ab 14:00 WIEN (Westbahnhof - Stephanspl.):
Solidaritätsdemonstration für die Menschen in Darfur (Sudan). (Info bei/
Unterstützungserklärungen an: harounishak@yahoo.de, mukhtareshaq@yahoo.de)
16.10. 12:05 - 15:00 WULLOWITZ (OÖ., Grenzstation zu Tschechien):
Grenzblockade gegen das Atomkraftwerk Temelin. (Info u.a.: Plattform gegen
Atomgefahr, Landstr. 31, 4020 Linz, Tel.: 0732-774275, E-mail:
post@atomstopp.at, www.atomstopp.at, www.temelin.at)
18.10. 19.30 SALZBURG: Vortrag "Das ökumenische Sozialwort im weltweiten
Kontext". (Bondeko, Schönleitenstr. 1, 5020 Salzburg, Tel. (Fax): 0662 /
432901-147 (-120), E-Mail: markus.bondeko@msc-salzburg.at, www.bondeko.org)
18.10. 19:30 WIEN (Kultur unter der Brücke, Wipplinger Str. 23): Diskussion
mit Eric Swyngedouw (Oxford) "Wem gehört das Wasser? Über die
Privatisierung der Wasserversorgung weltweit".
20.10. 20.00 WIEN (Österr. Filmarchiv, Obere Augartenstr. 1):
Filmpräsentatiomn "Noam Chomsky in our times". (Info:
www.lai.at/veranstaltungen/oktober 2004)
21.10. 19.00 SALZBURG (Dom): Politisches Nachtgebet gemeinsam mit
Flüchtlingen "... verwurzeln in fremderErde..." (FIMDAS)
21. - 22.10. WIEN (Kongresshaus, Margarethengürtel 138): Fachtagung
"grünstadtgrau" - zur Stadtökologie als Auftakt der Kampagne "NATUR findet
Stadt". (Naturschutzbund Österr., Museumspl. 2, 5020 Salzburg, Tel.
0662-642909, www.gruenstadtgrau.at)
22.10. 16.45 SALZBURG (AK-Saal, Markus Sittikus Str. 10: Vortrag und
Diskussion "Die Militarisierung der EU". Globalisierung und
Militärisch-Industrieller Komplex" mit Winfried Wolf (Berlin). 19.30:
Vortrag und Diskussion "Lebt der Friedensprozess in Israel/ Palästina?" mit
Ari Rath (Jerusalem) und Viola Raheb (Bethlehem/ Wien). 23.10. 9.00
Christuskirche, Schwarzstr. 25: Ökumenisches Friedensgebet, 10.00 - 18.00:
Projektpräsentationen, Networking, Diskussionsforum von
Friedensinitiativen. (Koordination: Friedensbüro Salzburg, Platzl 3, 5020
Salzburg, Tel/Fax 0662-873931, E-mail: friedensbuero.salzburg@aon.at,
www.friedensbuero-salzburg.at)
27.10. WIEN (BAWAG, Hochholzerhof, Seitzerg. 2): Symposium "Tobin Tax -
Möglichkeiten der Besteuerung von internationalen Devisentransaktionen".
(Renner Inst., Tel. 01-8046501-30, churavy@renner-institut.at)
27. - 28.10. WIEN (Diplomatic Academy Vienna, Favoritenstrasse 15a ):
International Symposium "Turkey - Austria - The European Union".
(Anmeldung: OIIP, Tel: 01/581 11 06, email: info@oiip.at , www.oiip.at)
NOVEMBER 2004
3.11. 19.00 SALZBURG (AAI, Wr. Philharmoniker G. 2): Friedensgebet der
Weltreligionen in Salzburg.
7.11. 20.00 WIEN (Schikaneder Kino, Margaretenstr. 24): "Die offene
Gesellschaft - ein sinnlich-philosophischer und praktischer Abend mit
Premiere des Films ""wonderful - Urlaub wie noch nie" Obdachlose machen
Ferien (in Rovinj/ Kroatien). Produktion und taoistische Regie: Hubsi
Kramar. (Weitere Aufführungen: 8., 14., 15.11. 20.00)
9. - 10.-11. WIEN (Messe Center): 7. Europäische Konferenz der Kommunalen
Unternehmen "Die kommunalen Unternehmen als Garant für Lebensqualität in
einem Europa der Bürger". (Verband Kommunaler Unternehmen Österreichs/ VKÖ,
Stadiong. 6-8, 1016 Wien, Tel. 1-408 22 04-14, E-Mail: vkoe@voewg.at)
11.11. 9.30 - 17.30 WIEN (Diplomat. Akademie, Favoritenstr. 15a): Workshop
"Europe - USA, Transatlantic Communication Problems" (Renner Institut,
Khleslplatz 12, 1120 Wien, walla@renner-institut.at, tel.01- 804 65 01 DW 28)
11. - 15.11. SALZBURG: Jugend-Umwelt-Tage 2004 "What are you doing to make
the world a better place?" 5-tägiges Forum für umweltengagierte
Jugendliche. Seminare, Workshops, Veranstaltungen ein Umweltfest
organisiert vom Jugend-Umwelt-Netzwerk der Katholischen Jugend Österreich.
Motto in diesem Jahr: "Aktiv für den Klimaschutz". (Infos auf
www.jugend-umwelt-netzwerk.at)
15. - 25.11. SALZBURG (GESWI, Rudolfskai 42): Entwicklungspolitische
Hochschulwochen zu "Wa(h)re Bildung: Ökonomisierung der Bildung" (u.a. zu
WTO-GATS, China, interkulturelle Kommunikation, Internationalisierung und
Globalisierung der Bildung...). (Info: Südwind Salzburg, e-mail:
office@suedwind-salzburg.at)
19. - 20.11. SALZBURG (AAI, Wr. Philharmoniker G. 2): Seminar "Global
Competence - Patentpolitik und Kultur". (Anmeldung: AAI, Tel.
0662-841413-12, www.aai-salzburg.at)
22.11. 19.00 WIEN (Albert Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstr. 13):
Diskussion "Israel Ein Staat wie jeder andere?" (Kath. Bildungswerk,
Evang. Akademie, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Österreich)
INTERNATIONAL
OKTOBER 2004
29. - 31.10. Saintes (Charente Maritime/ F): Rencontres Internationales
pour le Désarmement Nucléaire, Biologique et Chimique. (Jean-Marie Matagne/
ACDN, ACDN.FRANCE@wanadoo.fr)
NOVEMBER 2004
12. - 14.11. LINZ - CZESKY KRUMLOV/ KRUMAU (CZ): Sunnseitnreise "zug
der zeit". diese reise ist zugleich die "5. biennale von krummau" auch als
"fest der
freien künste" bekannt. Gespräche zu historischen und aktuellen
Geschehnissen. (Organisator: sunnseitn, Gotthard Wagner, Oberwallsee 2a,
A-4101 Feldkirchen/Donau, Tel. 07233-7069, mail@sunnseitn.org,
www.sunnseitn.org)
29.11. - 3.12. NAIROBI (Kenia): The Nairobi Summit for a Mine-Free World.
1. Überprüfungskonferenz der Konvention zum Verbot von Antipersonenminen.
(Infos unter: www.reviewconference.org, www.nairobisummit.org sowie von der
International Campaign to Ban Landmines: www.icbl.org)
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Zusammengestellt von:
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Thu Oct 14 21:40:44 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Thu, 14 Oct 2004 22:40:44 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 139 - Serge Halimi: Bush’s appeal to (US-)America’s
underclass
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041014223427.025f4dd0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 139 - Serge Halimi: Bush's appeal to (US-)America's
underclass. What's the matter with West Virginia?
Bad Ischl, 14.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Bush's appeal to America's underclass
What's the matter with West Virginia?
The race between the presidential election candidates in the United States
is close. George Bush's policies in his first term mainly benefited the
rich but surprisingly he is most popular in the poorest states, which were
former union and Democrat strong holds.
By Serge Halimi
SOME of the most down-at-heel homes in the remotest villages of West
Virginia sport posters for George Bush and Dick Cheney, although their
occupants surely do not expect to gain from any further reductions in
capital gains tax. We see a lot of "We support our troops" signs. We meet a
brother and sister in the state capital, Charleston, who will vote
Republican for "religious reasons"; yet the brother is a schoolteacher and
he has no health insurance.
West Virginia is coal-mining country. Mines with their pithead gear are
still a common sight among the hills and rivers, served by winding roads
and railways. Free trade is not popular here. Nor are environmentalists,
who are suspected of endangering the few remaining jobs in industry that
relocations and pit closures have spared. And the issue of gun control
plays into the hands of the most reactionary candidates. In early November
schools close on the day that the deer-hunting season opens. Several
thousand animals are slaughtered in just a few hours but, we are told:
"They're as common as pigeons round here."
The two presidential candidates have already visited West Virginia half a
dozen times since January, both are well briefed on local concerns: faith,
patriotism, mining and guns. And they will be back again. On 2 November the
state, which is even poorer than Louisiana or Mississippi, will vote for
five out of 538 Electors who will in turn choose the next president. But
given the uncertainty as to the outcome in this part of the Appalachians,
West Virginia is one of a dozen states on which candidates are concentrating.
West Virginia is a stronghold of the United Mine Workers of America and has
a long history of social unrest. It was here that a key figure of the
labour movement, Mother Jones, organised some of the toughest conflicts
between industrial workers and employers for almost 20 years at the
beginning of the 20th century (1).
The area went on to become a bastion of President Franklin D Roosevelt's
New Deal, which saved many poor people from starvation in the 1930s. In
1960 Kennedy's victory in the West Virginia Democratic primary was a
decisive moment in his presidential campaign, as it proved that a Catholic
could win a Protestant state. In the 1980 election West Virginia was one of
only six states to vote against Ronald Reagan.
This Democratic stronghold - it has a Democratic governor, four out of its
five members of Congress are Democrats, along with 70% of local
representatives and two-thirds of the adult population who are registered
to vote - nevertheless did the unthinkable at the last presidential
election and came out in favour of George Bush (2). The history of the
United States would have been very different if West Virginia had not
broken with tradition last time.
"How could anyone who has ever worked for someone else vote Republican,
vote against their own interests?" asks Thomas Frank, the author of an
unexpected best-seller (3) that explains this derangement particularly
well. Whether or not voters have gone crazy, the Republicans are now in
control, thanks in part to support from the working-class vote, plus
executive, legislative and judiciary power nationwide as well as most of
the governorships. Before John Kerry starts taking advice from President
Bill Clinton he should recall that it was Clinton's mix of free market
economics with pseudo-progressive social measures that made the Democrats
into a minority party.
Old-time virtues
Campaigning in West Virginia would remind him of this simple fact. It would
be difficult to find anywhere in the US further from the bourgeois Bohemian
neighbourhoods and talking-shops of New York, Boston or San Francisco. Here
the two main parties are at odds to demonstrate their attachment to
Christian and protectionist values; they focus on hunting, mining,
industrial policy and old-time virtues.
Attending one of Bush's campaign meetings in West Virginia soon makes it
clear why neither his problems with the war in Iraq nor his economic and
social setbacks have dented his popularity. He may not have the
manipulative charm of Reagan or Clinton but he knows how to make a point.
No doubt his anti- intellectual stance and his feel for ordinary people
connect with the expectations and resentments of his least fortunate
supporters. At the end of August a highly charged crowd of 10,000 people
welcomed him in a packed hall in Wheeling. Ten days later he went to
Huntington. Wherever he goes in this impoverished area, the atmosphere is
the same. So is his speech.
Banners in the front row of the meeting in Wheeling proclaimed
"Steelworkers for Bush" or "W, like West Virginia". With a few friendly
words of welcome a guy called Rick introduces "the man who saved steel, a
man of steel, our president George Bush".The speech that follows is long
and detailed. Bush leaves nothing out: education, welfare, coal, terrorism,
Iraq, steel. He may have already said it 100 times but he triggers a
particularly long ovation when he says: "I will never turn over our
security concerns to other countries."
He doesn't forget energy. In a poor state where traditional industry is
still important, although under threat, he is sitting pretty. The
international community is an easy target, particularly when it uses the
World Trade Organisation to prevent Washington from protecting the local
steel industry. Here, as in other swing states - Ohio, Pennsylvania,
Michigan - the free trade policies of many leading Democrats are proving a
distinct disadvantage.
Obviously, Bush did not save US steel. He is in favour of free trade and so
are the Republicans. But he at least makes some pretence of caring (4).
And, as the Iraq war has shown, he is not afraid of unilateralism. He never
uses the global market as an excuse for inaction. On the contrary he
maintains that it is up to the US to decide most of the rules governing the
new - strategic and business - world order. With Bush, things are simple
and it is clear where he stands.
With Kerry, everything is complicated and no one can say how he will react;
for example his stance on Iraq varies from day to day with the polls. That
is not all. Bush's family may be rich but George W doesn't show off his
wealth as ostentatiously as does his ultra-rich contender. Kerry comes of a
long-established east coast family; he was privately educated in
Switzerland, he married a billionaire, he owns five houses and a jet to
travel between them. In winter he goes snowboarding, and in summer he goes
windsurfing. Even his bicycle cost $8,000.
The money behind Bush is not so noticeable. He is proud of his country,
indeed he verges on the arrogant, but when he faces its people he acts
humble: "I appreciate the steel workers who are standing behind me. Thank
you all. Thank you all very much for coming. It's good to be back here.
Thank you all for the hospitality. You know, this isn't my first time here.
(Applause.) I've liked it every time I've come. (Applause.) Because the
people are down-to-earth, hardworking, decent, and they love America just
like I do. (Applause.) I'm here to ask for the vote. (Applause.) I'm here
to let you know that I'm willing to get amongst the people and say, I need
your vote and I need your help to win this election." The audience chants:
"Four more years!"
Heart and soul of America
A few days later in Huntington Bush touches on an issue that was partly
responsible for his victory in West Virginia four years earlier: "I'm here
because I'm a hunter and I like to fish. (Applause.) I understand a lot of
people in these parts like to fish. (Applause.) A couple of you like to
hunt. (Applause.) I just don't get to do enough of it: I'm hunting for
votes." The powerful gun lobby, detested by intellectuals and artists,
supports the Republicans who in exchange comply with its demands.
It is a popular, dynamic mass movement and Bush knows how to pander to it:
"There's a lot of differences in this campaign. You know, one of the most
notable differences came up the other day when my opponent said, well, you
can find the heart and soul of America in Hollywood." The audience boos.
"Yes. I think you find the heart and soul of America right here in West
Virginia."
Over the past four years Bush has repeatedly introduced measures making the
rich richer, in this acting even more openly than his predecessors. But he
is well-known for his tongue-twisted Bushisms and at times he can seem
almost simple-minded. In his leisure time he likes to dress up in cowboy
gear and clear brush on his ranch. Like it or not such gestures count.
During the Republican convention the film presenting Bush, which hinged
exclusively on 11 September, included a telling comment by the narrator:
"Some things about George Bush are well-known. Like his lack of
pretension." To prove the point the video showed him in a military hospital
inviting a soldier who had lost a leg in Iraq and had an artificial limb to
go jogging with him round the White House.
Bush never forgets family values: this theme is also often personalised and
presented in an affable, unthreatening way. Paying tribute to his wife
Laura is a way of reminding the audience about Clinton and the Monica
Lewinsky affair.
"Zell [Miller, a Democratic senator who supports Bush] said: 'I wish you'd
have brought Laura.' He's got really good judgment. (Laughter.) You know,
when I asked Laura to marry me, she said: 'Fine . . . I'm willing to marry
you, just so long as I never have to give a political speech.'(Laughter.)
She was a public school librarian who didn't particularly care about
politics or politicians. I said: 'That's fine, you'll never have to give a
speech.' I love her dearly. (Applause.) Perhaps the most important reason
of all in putting me back in office is so that Laura will have four more
years as your first lady."
The appropriately corny note is emphasised by country music. The words of
the song say it all: "I don't use a lot of big words. But everyone
understands what I mean. I am a little rough around the edges. But I think
I am exactly what you need."
In Charleston we talked to a former Democrat, now a keen Republican
supporter. He was very excited to have attended a very similar meeting at
another venue, and said: "Bush, when you see those photos of him on his
ranch down in Texas, with jeans and a cowboy hat, that's genuine. I was in
Beckley when he was there a couple weeks ago, and that crowd, 4,000 people,
they loved the man. They loved the man. Personally. You had to have been
there to know what I mean, and you can't manufacture that, you can't fake
it. They love him. They connect with him, they think he understands them,
and I think he does, too."
'Best-dressed poverty'
Beckley is in a mining area and the pollution is all too visible. It was in
a run-down area like this, home to "the best-dressed poverty the world has
ever known" that Michael Harrington had the idea of writing The Other
America (5) in the late 1950s. At the time it was more conventional to
celebrate the affluent society, which supposedly heralded the end of politics.
Harrington's book made a huge impact and contributed to the start of
federal programmes to fight poverty. Those are a distant memory. On 1
August the Democratic governor of West Virginia decided to cut cash
assistance by 25%, from $453 to $340 for a family of three. The plan also
eliminated the $100 marriage incentive. At the same time the state
government, which is led by a Democrat majority, took advantage of the
plentiful state funds available to allocate a $750,000 subsidy to a golf
tournament.
Harrington noted that the natural beauty of the area concealed its poverty.
Summer visitors to the Appalachians saw mountains, rivers and forests, but
not the poor. The same is true now. You have to leave the freeway and
venture along narrower roads (well surfaced, thanks to the influence of one
of the two senators in Washington) to find little Baptist chapels and
clusters of mobile homes. Over the past 20 years the population, which is
mainly concentrated in the valleys, has declined and now stands at 1.81
million.
In Mullens (population 1,800) half the houses and shops look as if they
have been empty for years. But people are still talking about Bush's visit
to Beckley: "People were very excited. Bush is for coal. He's all for
mining West Virginia coal and banning imports."
The front page of the local paper has a story all about Adam T Johnston,
known locally as Lattie, who is home on leave from Iraq. It begins: "When
he joined the National Guard his senior year in high school, Adam never
dreamed he would be deployed to defend freedom. 'I thought it would be just
weekends that I'd be gone and free college money'" (6). His education may
cost more than expected. In nearby Justice (population 500) Gwen's Country
Kitchen, a diner serving nourishing fare and pie at $1 a slice, has posted
a "Support our troops" sticker right next to the list of church services.
According to the waitress, voting for the Democrats in the presidential
election, even though they still hold the majority locally, is a weird
idea: "Once it is in their head [to vote that way], it does not matter how
good the president is. I think he did a good job. One of the main reasons I
like Bush is that he isn't for abortion. Gore was for the environment and
it would have hurt states like these. He was against logging. You are not
against coal- mining in Logan [County], and that's about it." She had never
heard of the film Matewan, which tells the story of a violent local strike
that happened in 1920. Similar events had encouraged electors not to vote
for candidates fielded by the bosses. The town of Matewan is less than 20
miles from Justice as the crow flies.
Phoney populism
The Republicans' phoney populism and constant insistence on issues of
cultural identity - religion, hunting and tradition - take advantage of the
fact that people have little time for social history. The local treasurer
of the American Federation of Labour-Congress of Industrial Organisations,
Kenny Purdue, recalls the long history of class struggle in West Virginia.
The 12,000 miners who are still in work, most of whom are union members,
take home much better pay-packets than their fellow workers at Walmart.
For them the fight has been justified, even if at times they had to face
the National Guard as well as thugs hired by management, which was more
concerned about protecting its mules than its miners. In 1907 there were
3,242 deaths in the mines, and there were three times more accidents than
in British mines.
Purdue stresses how difficult it is to teach social history at school,
despite the victories of the past. The unions have produced a remarkable
book on the subject, Labour History Class, which contains miners' letters,
press-cuttings and essay topics. It's very clear that its objective is to
raise young people's awareness about the class struggles of the past. But
local schools rejected the book since they seem to prefer to promote
well-known commercial brand names rather than teach social history.
Jobs and the environment are connected. The miners dislike
environmentalists, despite their attempts to improve safety at work and
restrict pollution of rivers and drinking water. This is mostly because
miners often identify with the interests of their bosses. The mining
companies have set up a pressure group, Friends of Coal, fronted by a local
football star, to sponsor civic activities and sporting events. They have
convinced miners that blowing the tops off hills and dumping arsenic and
slag in valley bottoms is the only way of saving mining jobs. The Bush
administration has generally agreed to all the employers' demands, making
mountain removal much easier and loosening the rules on health and safety.
Silicosis still kills hundreds of miners every year in the US.
The Republicans naturally have a ready-made answer, given with conviction
by Kris Warner, the party's chairman in West Virginia: "That area [in the
south of the state] is very mountainous. You could never develop this land
except by taking the top of the mountains off and taking the coal. Because
of lawsuits, because we are taxed to death, we have got to allow people to
work or there won't be anybody left. The mere existence of the firms that
remain in business is threatened. If the likes of Massey Energy closes
their doors in West Virginia, there will be absolutely no hope [in the
south of the state]. And these guys are good neighbours. They not only
comply with the federal government regulations, but they build ball fields
for the kids, they put on events. The way of life in southern West Virginia
would be severely curtailed without the likes of Massey Energy."
Green issues lose jobs
It is easy to see why it is tough going for environmentalists here, with
popular voters supporting the Republicans because of the environment. The
media does not help because it presents each court case brought by green
activists against the mine owners as a blow to employment. We talked to
Anna Sale, who works for the Sierra Club environmental pressure group. She
explained that there had been a court ruling in June that was seen as a big
victory for the environment. But the local television channel took the
opposite view, focusing on the fact that the decision would cost hundreds
of jobs and highlighting a group of delighted activists.
Is Sale, who is highly educated and fresh out of Berkeley University,
really furthering the cause of the environment in West Virginia? At one
point she lets slip that "Mining jobs account for less than 2% of the
workforce and I would compare the number of jobs that have been lost
through mining and the number of streams that have been lost through
mining." The Sierra Club is calling on voters to support Kerry, but he has
taken care to distance himself from the environmental extremism for which
Gore was criticised four years ago.
Robert Byrd, an influential Democratic senator who voted against
ratification of the Kyoto protocol says: "Mr Gore and the Clinton
administration were drifting too far away from the shore with respect to
environmental issues largely having to do with coal. John Kerry went
several times to West Virginia. He is going to put some coal in his
nostrils, in his hair, and he will be OK."
Nick Casey led the West Virginia delegation at the Democratic convention in
Boston in July. He is a leftwinger, close to the unions, well-versed in the
social history of his state, impervious to intellectual fads and
distrustful of the global market. He is also against the war in Iraq, as
were most of the overwhelming majority of delegates at Boston. At the start
of the campaign he did not back Kerry but party loyalty has prevailed and
he is now forecasting a victory in West Virginia. Casey cannot stand Bush's
cynicism but does acknowledge his political savvy.
Unlike Michael Moore and many other American progressives, he avoids the
pitfall of portraying Bush as a fool manipulated by his clique or a crazed
preacher just waiting for the apocalypse and the return of the Messiah. He
says: "Bush is very comfortable with people. He can deliver a message. He
has this attitude which unfortunately America likes: 'Somebody hit me, I am
going to hit that somebody in the butt.' He is not wise, but he is very
very decisive even if it's sometimes stupid. I think he's a very formidable
guy politically."
Since 9/11 and the constant reminders of its horrors (repeated security
alerts help to maintain the pressure) most Americans support the idea of a
blow for a blow. And they expect their president to be prepared to take
decisions. In terms of leadership Kerry is not at an advantage. Bush's
policy on Iraq has run into a dead end and some Republicans even
acknowledge that (7). But his presentation of the situation is more or less
constant and consistent. He has cleverly turned the initially tricky matter
of weapons of mass destruction on its head. If a handful of men armed with
box-cutters can destroy two skyscrapers in Manhattan and part of the
Pentagon, then it is only right to treat an anti-US dictator, such as
Saddam Hussein, as a WMD.
In Huntington Bush preaches to the converted, particularly as the crowd has
been filtered at the entrance: "He [Saddam] wasn't about to comply. So I
had a choice to make at this point in time: Do I take the word of a madman,
forget the lessons of 11 September, or take action to defend America? Given
that - given that choice, I will defend America every time." The crowd
applauds, shouting: "USA! USA! USA!" Bush goes on: "Because we acted -
because we acted to defend ourselves, 50 million people now live in
freedom. (Applause.) Because we upheld doctrine, because the most solemn
duty of government is to defend the security of the people of this country,
50 million people now in Afghanistan and Iraq are free."
Europeans, intellectuals and artists may argue all night about exaggerated
threats, torture at Abu Ghraib prison and the looting of art treasures. But
this carries no weight with conservative working- class people in the US.
The Republicans are past-masters of presenting themselves as victims of the
liberal elite, a horde of quibbling lawyers, haughty academics, depraved
journalists and know-it-all actors. And at times they are quite right.
There is no doubt that most intellectuals and "experts" are out of touch
with ordinary life and are hopelessly self-centred. They laugh at popular
tradition and all the hicks in remote places in the back country who still
support Bush. But Fox News and the Republicans thrive on the bitterness
their divisive attitude creates.
It is clear from what we saw in the Appalachians that the populism of the
US right no longer feeds mainly on racism (West Virginia came out against
slavery during the civil war) or on xenophobia. On the contrary it draws on
resentment fuelled by the upper classes' undisguised contempt for those not
in the know. This particular kind of populism almost exclusively targets
the cultural elite; it does not target business. This con trick is only
possible because the smugness of those in the know is even more
insufferable than the insolence of the rich.
(1) See Mary Harris Jones, Autobiography of Mother Jones, Dover
Publications, Mineola, 2004.
(2) Bush polled 51.92% of the vote, Gore 45.59%, Nader 1.65% and Buchanan
0.49%.
(3) Thomas Frank, What's the Matter with Kansas? See also his "Cette
Amérique qui votera républicain", Manière de Voir, N° 77, October-November
2004.
(4) In 2003 Bush introduced tariffs to cut the volume of steel imports. He
lifted them a few months later, after a decision by the WTO.
(5) Michael Harrington, The Other America: Poverty in the United States,
Simon & Schuster, New York, 1962.
(6) "Lattie Home from Iraq for R&R", The Mullens Advocate, Mullens, 4
August 2004.
(7) Bill O'Reilly, conservative host of Fox News's most popular nightly
talk-show, said on 9 August: "The Iraq war is a big screw-up. Everyone
knows it."
English language editorial director: Wendy Kristianasen - all rights
reserved © 1997-2004 Le Monde diplomatique.
Aus: Le Monde Diplomatique, English Edition, October 2004,
http://mondediplo.com/2004/10/02usa
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Sat Oct 16 15:27:06 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 16 Oct 2004 16:27:06 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 140 - Adolfo Perez Esquivel: A letter to the President
George W. Bush (Engl./ Span.)
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041016162656.03573a70@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 140 - Adolfo Perez Esquivel: A letter to the President
George W. Bush (April 2003) - in English translation and Spanish original.
Bad Ischl, 16.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Does George Bush sleep without pangs of conscience? The Argentinian Peace
Nobel Prize Laureate and organiser of non-violent grassrotos-initiatives,
Adolfo Perez Esquivel, asks him: how to justify what is unjustifiable - the
wars, violations and other destructions worldwide, executed in the name of
dominating US-policy?
A letter to the President
(Original letter in Spanish - see below)
Adolfo Perez Esquivel
Mr. George W. Bush,
President of the United States of Northamerica
I don't know if you will read this letter, not because it will not reach
you, but because you are incapable of reading it. Your heart is so
hardened by hatred and fear, that you have neither the capacity nor the
courage to open your mind and your spirit to compassion. In spite of that,
however, I cannot keep from sending it to you, because if you do not read
it, I am sure it will be read by many men and women, those who are asking
you to stop the massacre of the people of Iraq.
When you decided to invade Iraq, in spite of the opposition of the people
of the world, you did not listen to their cries, "No to War, Yes to
Peace;" you closed your ears and your heart when the United Nations, the
Churches and humanitarian and human rights organizations demanded that the
rule of law and respect of the people had to prevail. You were not
interested in hearing that.
I asked you in another letter do not defy God, do not build the Tower of
Babel of pitilessness and hate; do not let yourself be ruled by your
ambitions of power to impose your political, economic and military
interests. I asked you to think, because you reap what you
sow. Regrettably, you do not know how to honor life; you have profoundly
damaged humanity as a whole and your own Northamerican people.
You will win wars with your imperial army and with that of your allies; you
will show the power of your weapons and the high technology of death; but
none of that justifies you. The greatest of your defeats is that you have
lost the respect of the people of the world, and, for all the crimes you
are committing, you have earned rejection in the conscience of
humanity. In this flight from decency you are joined by your
deadly allies: Tony Blair, Jose Maria Aznar and Australia.
You hide the true motives of the invasion of Iraq and seek to justify the
massacres to seize that country's oil resources and dominate the Middle
East to impose your plans of world hegemony and of globalized
dictatorship. You have turned the United States into a terrorist State.
Did you need to massacre the people of Iraq, did you have to kill children
and women to oust a dictator who used to be your allied?
We need to remember, not to live in the past; but because it must
illuminate our present. The long Northamerican history of invasions
confirms it: Vietnam, Cambodia, Yugoslavia, Nicaragua, El Salvador, Haiti,
Santo Domingo, Cuba, and the military dictatorships the United States
imposed; the present militarization of and the military bases all over
Latin America and in other parts of the world. You can dominate
militarily; but you will never be able to convince anyone.
The people are not taken in by the campaigns of lies and
disinformation the accomplice mass media of communications uses as
psychological tools, showing Northamerican and British soldiers in
charitable acts, giving away candy to Iraqi children, after having
massacred their families and bombarded the population. How will you try
to justify your crimes, those you call, "collateral damages"? How will
you explain to the world that you want to destroy the United Nations and
refuse to acknowledge international law, seeking to apply your policies of
domination, without concern for human suffering or for the destruction of
other countries, applying State terrorism?
How to justify the unjustifiable? Can you sleep without being punished by
your conscience? Your army bombs cities and civilian populations with
thousands of missiles; it fires against the people yellow "cluster bombs"
and boxes of food also color yellow; aberrant methods used in Vietnam,
Cambodia and in the Persian Gulf War. Your "medicines of death" are bombs
and food. Your generals say that they don't count copses; they only count
the bombs that produce the corpses.
Perversion has no boundaries: you say to pray to God and believe you are
predestined for humanity. Hitler thought the same when he unleashed his
madness wanting to dominate the world. The God of Life will call you into
account for your crimes. You are guilty of crimes against humanity and
will be judged for so many murders and suffering you inflict against the
people of Iraq and other peoples of the world.
The world sees with horror that you are parceling up and giving away that
which is not yours, that the vultures that surround you are ready to throw
themselves over the carcasses and the blood of the Iraqi people, to make
lucrative business with their oil. They talk of the "reconstruction of
Iraq," colonized and subjected to the interests of the United States, and
think of the profits they will make.
You talk of God. But you detest God. You talk of freedom and you destroy
freedom. You talk of democracy and dignity, and you do not hesitate in
sacrificing them in the altar of the god Molok, your god of destruction and
death. You talk of human rights and you violate them systematically.
The United Nations are a nuisance to your interests. Or they subordinate
themselves to your will, or you destroy them. You want to create a
tribunal to judge your ex ally, Saddam Hussein, because he is no longer
useful to you; but you ignore the International Criminal Court to judge
crimes against humanity. You want to get impunity for the crimes of your
soldiers and want your own impunity. Do not defy God and the peoples of
the world. Empires fall, no matter how powerful they are.
You could have planted Peace and Solidarity; but you didn't do it. You
could have generated programs for the life and development of the people,
and you didn't do it. You elected to follow the worst of the paths. Who
will be your next victims?
I cannot give you my greetings of Peace and Good Will, because you do not
believe in Peace and you do not practice the Good. But I can tell you to
repent from your crimes and start to mend the Evil that you are doing.
A Revised Free Translation done at
REFUGIO DEL RIO GRANDE, Texas
Published at the WSF-Homepage by www.planetaportoalegre.net: 14/10/2004
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Adolfo Pérez Esquivel*
Carta a Bush: detén la matanza
Señor Presidente de Estados Unidos de Norteamérica.
George W. Bush:
No sé si leerás esta carta, no porque no te llegue, sino porque eres
incapaz de leerla, porque tu corazón está endurecido por el odio y los
miedos, no tienes capacidad ni coraje para abrir tu mente y espíritu a la
compasión. A pesar de todo, no puedo dejar de enviártela, porque si tú no
la lees, estoy seguro que la leerán muchos hombres y mujeres, los que te
piden que detengas la matanza contra el pueblo iraquí.
Cuando decidiste la invasión a Irak, a pesar de la oposición de los pueblos
del mundo, no escuchaste su clamor de "No a la guerra, sí a la paz",
cerraste tus oídos y tu corazón cuando las Naciones Unidas, las iglesias,
las organizaciones humanitarias y de derechos humanos, reclamaban que debía
imperar el estado de derecho y el respeto de los pueblos. Tú no estabas
dispuesto a oírlo.
Te expresaba en otra carta que no desafíes a Dios, que no construyas la
torre de Babel de la inmisericordia y el odio, que no te dejes dominar por
la ambición del poder para imponer tus intereses políticos, económicos y
militares. Te decía que reflexiones, porque lo que siembras, recoges.
Lamentablemente no sabes honrar la vida, has dañado profundamente a toda la
humanidad y a tu propio pueblo.
Ganarás batallas con tu ejército imperial y el de tus aliados; podrás
demostrar el poderío de las armas y la alta tecnología de muerte; pero nada
de eso te da la razón. La mayor de tus derrotas es que perdiste el respeto
de los pueblos del mundo, y ganaste el rechazo en la conciencia de la
humanidad, por todos los crímenes cometidos. En esta fuga hacia adelante te
acompañan tus aliados de la muerte: Tony Blair, José María Aznar y John Howard.
Ocultas los verdaderos motivos de la invasión a Irak y buscas justificar
las matanzas para apoderarte de los recursos del petróleo iraquí, y dominar
el Medio Oriente para imponer tus planes de hegemonía mundial y la
dictadura globalizada. Has transformando a Estados Unidos en un Estado
terrorista. ¿Necesitaste masacrar al pueblo de Irak, matar niños y mujeres
para sacar a un dictador que fue tu aliado?
Es necesario hacer memoria, no para quedarse en el pasado; nos debe
iluminar el presente. La larga historia de invasiones lo confirma, Vietnam,
Camboya, Yugoslavia, Nicaragua, El Salvador, Santo Domingo, Haití, Cuba y
las dictaduras militares que Estados Unidos impuso; la actual
militarización y las bases militares en toda América Latina, y en otras
partes del mundo. Podrás dominar militarmente, pero nunca podrás convencer.
Los pueblos no se dejan engañar por las campañas de desinformación y
mentiras, que los medios de comunicación cómplices utilizan como acción
sicológica, mostrando a los soldados estadunidenses y británicos en actos
caritativos, regalando caramelos a los niños iraquíes, después de matar a
sus familias y bombardear a la población ¿Cómo tratarás de justificar tus
crímenes que llamas daños colaterales? ¿Cómo explicarás al mundo que buscas
destruir las Naciones Unidas y desconoces el derecho internacional, para
aplicar tus políticas de dominación, sin importarte el costo humano y la
destrucción de otro países, aplicando el terrorismo de Estado?
¿Cómo justificar lo injustificable? ¿Puedes dormir sin que tu conciencia te
castigue? Tu ejército bombardea con miles de misiles, ciudades y población
civil; arroja bombas racimo de color amarillo y paquetes de comida de color
amarillo al pueblo; métodos aberrantes empleados en Vietnam, Camboya y en
la guerra del Golfo. Bombas y comida son tus "medicinas de la muerte". Tus
generales dicen que ellos no cuentan cadáveres; cuentan las bombas que los
producen.
La perversión no tiene límites; pero dices orar a Dios y te crees un
predestinado para la humanidad. Lo mismo pensaba Hitler al desatar su
locura y querer dominar el mundo. El Dios de la Vida te pedirá cuenta de
tus crímenes. Eres responsable de crímenes de lesa humanidad y serás
juzgado por tantas muertes y dolor contra el pueblo de Irak y otros.
El mundo ve con horror que repartes lo que no te pertenece, que las aves de
rapiña que te rodean están al acecho para lanzarse sobre los despojos y la
sangre del pueblo iraquí, para hacer negocios con el petróleo. Hablan de la
"reconstrucción de Irak" colonizado y sometido a los intereses de Estados
Unidos, y piensan cuanto ganarán.
Hablas de Dios y reniegas de él. Hablas de libertad y la destruyes. Hablas
de democracia y dignidad, y no vacilas en sacrificarlas en el altar del
dios Molok, tu dios de destrucción y muerte. Hablas de los derechos
humanos, violándolos sistemáticamente.
La Organización de las Naciones Unidas es un estorbo para tus intereses. O
se somete a tu voluntad o la destruyes. Pretendes constituir un tribunal
para juzgar a tu ex aliado, Saddan Hussein, porque ya no te sirve; pero
desconoces la Corte Penal Internacional para juzgar los crímenes de lesa
humanidad. Quieres lograr la impunidad de tus soldados y la de ti mismo. No
desafíes a Dios y a los pueblos del mundo. Los imperios caen, por más
poderosos que sean.
Pudiste sembrar la paz y la solidaridad, y no lo hiciste. Pudiste generar
programas para la vida y desarrollo de los pueblos, y no lo hiciste.
Elegiste el peor de los caminos. ¿Quiénes serán tus próximas víctimas?
No puedo darte mi saludo de paz y bien, porque no crees en la paz y no
practicas el bien. Sí puedo decirte que te arrepientas de tus crímenes y
repares el mal que haces.
Buenos Aires, 9 de abril de 2003
* Premio Nobel de la Paz
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Tue Oct 26 16:15:32 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 26 Oct 2004 17:15:32 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 141 - RB Nr. 114 - Inhalt; Einleitungen; Begegnungsfest;
Nachrufe
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041026165142.02981490@mbox.tiscali-business.at>
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114. Rundbrief (3/2004), 28. Jhg., Herbst 2004, Oktober 2004
Aus dem Inhalt:
E-Rundbrief - Info Nr.:
141 Inhaltsverzeichnis; Einleitungen von Maria Reichl und Matthias
Reichl; Fest der Begegnung 2004 mit "Prince" Keba Cissokho (Senegal);
Nachrufe für Hans A. Pestalozzi, Werner Katzmann, Wolfgang Ullmann und
Helmut Waldert
142 Protestaktionen gegen das AKW-Temelin, Replacing IAEA - Letter to UNO
- Kofi Annan
143 Alternativer Nobelpreis 2004 - (Info 134 Right Livelihood Award/
RLA - Press Release in English)
144 World Social Forum/ WSF 2005 Porto Alegre (Brasilien)
145 Israel kauft 5.000 "schlaue Bomben"; Appell der "Frauen in Schwarz,
Wien" für palästinensische Opfer in Gaza; Gush Shalom's position on the
"Disengagement Plan" (in the Gaza Strip )
146 Termine/ Veranstaltungshinweise November 2004 - Jänner 2005
147 OSZE überwacht Präsidentschaftswahlen in den USA; Michael Moore's
Film "Fahrenheit 9/11" und neue Bücher
148 Buchtipps; Impressum; Matthias Michael Reichl: Computer Forensik -
Computerkriminalität (Buchrezension)
149 Aktions- und Informationskonferenz "Europa in schlechter Verfassung".
Schlusserklärung v. 11.9.2004
150 Frei Betto: Zero Hunger Social Mobilization in Brasilien.
Sozialpolitik des brasilianischen Präsidenten Lula.
153 Leo Gabriel: Wiedersehen in Falludscha? Bericht aus Beirut vom
weltweiten Treffen von Antikriegsbewegungen; Abschlußerklärung (in Englisch)
152 Harald Neuber: Wunderwaffe des Tages. US-Mikrowellenkanone gegen
Aufständische und Demonstranten im Test
153 Elfriede Jelinek: Beitrag zur Hiroshima-Gedenkfeier 2004 in Wien
154 Friedensnobelpreis 2004 für Wangari Maathai und ihr Umweltengagement
155 Gentechnikfreie Regionen in Europa; Scheinheilige
Haftungsbestimmungen für Gen-Verschmutzung in Österreich; Iraq legislation
on GMOs
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Liebe Freunde!
Etwas später als ursprünglich geplant, bekommt ihr unseren 114. Rundbrief.
Wir haben uns sehr gefreut dass Wangari Maathai Umweltschützerin aus Kenia,
die wir 1999 bei der 20 Jahr-Feier der Alternativen Nobelpreisträger in
Salzburg kennen und schätzen gelernt haben, den Friedensnobelpreis erhalten
wird. Der Literaturnobelpreis für Frau Elfriede Jelinek, die sich vorallem
durch ihre kritische Außerungen zur Schwarz-Blauen Regierung bei manchen
unbeliebt machte, gibt uns wieder etwas Hoffnung. Wir bringen im Info 153
ihren Beitrag zur Hiroshima Gedenkfeier 2004 in Wien.
Dass jede Stunde auf der Welt 1000 Menschen an Hunger sterben, das sind
mehr als das Doppelte von denjenigen die durch Krankheiten, Terrorismus,
Krieg, Verkehrs- und Arbeitsunfälle zusammen ihr Leben lassen, sollte uns
mobilisieren mehr gegen den Hunger zu unternehmen. (Siehe den Vortrag von
Frei Betto im Info 150.) Leider wird von den Gentechnik-Befürwortern oft
der Hunger als Argument benützt um die Entwicklung von genmanipulierten
Lebensmitteln zu propagieren statt das Augenmerk mehr auf die gerechte
Verteilung der Lebensmittel zu legen. Über das Beispiel "Gentechnikfreie
Regionen in Europa" lest ihr im Info 155.
Matthias berichtet auf der nächsten Seite über weitere aktuelle Themen. Da
der Platz in diesem Rundbrief nicht ausreicht um alle wichtige Themen
aufzunehmen möchte ich auch auf unsere E-Rundbrief-Infos hinweisen, die ihr
jederzeit auf unserer Homepage unter www.begegnungszentrum.at/archiv
nachlesen könnt.
Verschärfungen bei den Bestimmungen zum Postversand zwangen uns, unser
Layout anzupassen damit der Rundbrief in die, nun auch fürs Inland zwingend
vorgeschriebenen, Kuverts passt. Einige Mühe bereitete es für mich die
vielen Adressen an die formalen Voraussetzungen zur maschinellen
Bearbeitung anzupassen, u.a. dürfen die Länderkürzel vor der Postleitzahl
ins Ausland nicht mehr verwendet werden.
Gerade noch rechtzeitig vor dem Winter haben wir einige schadhafte alte
Fenster gegen neue mit besseren Isolierwerten ausgetauscht. Die Vor- und
Nachbereitungen dafür hielten mich einige Wochen von der Büroarbeit ab. So
schaffte ich es auch nicht mehr, Mahnschreiben zu verschicken. Alle die bei
ihrer Adresse noch nicht Abo 2004 oder Austausch stehen haben, bitten wir
daher dringend ihre Beiträge für 2004 zu überweisen. Teilt uns mit, wenn
ich mich geirrt habe, oder wenn ihr anonym eingezahlt habt, und ihr den
Rundbrief weiter erhalten wollt. Ich danke allen die schon einen Beitrag
geleistet haben.
Ich wünsche euch einen schönen Herbst, Friede, Kraft und Freude
Maria Reichl
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Liebe Freunde,
im K(r)ampf mit den Folgen einer starken Erkältung versuchte ich einen
klaren Kopf zu bekommen, um aus der Fülle von Informationen und
grundsätzlichen Texten einiges in diesen "Rundbrief" zu pressen. Einiges
müssen wir auf den nächsten "Rundbrief" verschieben, den wir hoffentlich
bis Anfang Dezember fertig bekommen.
In den vier Monaten seit dem letzten Rundbrief spürte ich wieder einmal die
Kluft zwischen der paralysierenden Enge im unmittelbaren Lebensumfeld und
den weltbewegenden Entwicklungen, an denen Basisinitiativen international
maßgeblich beteiligt waren und sind. Eines dieser positiven Beispiele ist
die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai mit ihren zehntausenden
Frauen, die nicht nur Millionen Bäume pflanzten sondern auch die
dazugehörigen Gemeinschaften entwickelten und sich auch gegen die
wachsenden neoliberalen Zerstörungskräfte aktiv wehren (siehe Info 154).
Umso beengender wirken die politischen und ökonomischen Krisen im lokalen
Bereich, vor denen die betroffenen Bürger oft hilflos in eine resignative
Isolation fliehen - wie wir es auch in Bad Ischl sehen. Es gibt aber auch
hier Ausnahmen, wie die Bürgerinitiative "Schützt den Bauerpark" zeigt, die
wir seit längerem unterstützen. Seit eine Informationskampagne - gestaltet
und organisiert v.a. vom Ehepaar Gschwandtner und von mir durch Artikel in
Lokalzeitungen unterstützt - eine größere Breitenwirkung bekam, mussten
nicht nur die Lokalpolitiker ihre Ignoranz aufgeben. In der Jahrestagung
der Umweltakademie des Landes zum Thema Bauen und Wohnen bestärkten uns
einige der Referenten, dass nur Druck "von unten", von den betroffenen
Bürgern positive Veränderungen bewirken.
Dazu passt die Erinnerung, dass vor 20 Jahren in der eisigen Hainburger-/
Stopfenreuther Au wir Umweltschützer das Wahnsinnsprojekt eines
Wasserkraftwerkes durch gewaltfreien Widerstand verhindert haben und damit
ein Naturschutzgebiet vor Rodungen gerettet haben. Das war auch eine
wichtige Etappe für die "Grünbewegungen" generell. Bewegungen, die man mit
allen Mitteln mundtot machen will um ihre dramatischen Warnungen vor dem
absehbaren Zusammenbruch des gesamten Ökosystems zu ersticken.
Ein vergleichsweise kleiner, aber folgenschwerer Kahlschlag soll unseren
Naturgarten treffen. Seit Jahren fordert eine unserer Nachbarinnen, dass
wir an unserer Grundgrenze (etwa 40 Meter lang) alle (Laub)Bäume beseitigen
und damit den Schutz gegen Abgase, Lärm, Staub und Sturmwind - auch von den
benachbarten Straßen und Einkaufszentren - demontieren. Ein inakzeptables
Ultimatum (bis 10.11.) durch einen Rechtsanwalt - inkl. hoher
Honorarforderung - soll uns dazu zwingen. Hinter dieser Einzelaktion steht
offenbar eine Strategie um uns einzuschüchtern, mit (teuren) juristischen
Prozeduren einzudecken, um schließlich unsere knappen (Zeit- und
Finanz-)Ressourcen für die eigentlich wichtigen Tätigkeiten zu vernichten.
(Eine bekannte Methode, die auch anderswo gegen unbequeme Personen und
Initiativen angewendet wird.) Zur gewaltfreien Gegenwehr haben wir
alternative Experten um Rat gebeten. Wir bitten euch, helft uns, sowohl die
Bäume um das Haus wie auch das Begegnungszentrum selbst zu schützen! Ruft
uns an, um genaueres zu erfahren!
Für einen Nachruf auf einige unserer Mitstreiter (siehe unten) bleibt
diesmal leider kein Platz. Auch das Leben von Helmut Waldert - wie Werner
Katzmann im meinem Alter - war zunehmend dominiert nicht nur vom
journalistischen Kampf gegen Umweltzerstörer und Globalisierer, sondern
auch gegen das Mobbing an seinem Arbeitsplatz ORF, das seinen Herzinfarkt
mitverursachte. Mit vielen seiner Freunden wollen wir in einer
Veranstaltung seinen wertvollen journalistischen und basisbewegten Impulsen
und Beiträgen gedenken. Der Termin ist noch nicht fix.
Gentechnikfreie Regionen (siehe Info 155) oder eine schleichende und
irreversible Verseuchung der Umwelt durch Gen-Pflanzen durch das - von
EU-Regelungen geforderte und von der österreichischen Regierung abgesegnete
- Öffnen der Landwirtschaft für Monsanto & Co.? Das Agrarbündnis, die
Grünen und andere protestieren dagegen. Welche Konsequenzen Protestaktionen
dagegen haben können, zeigt sich für José Bové und Kollegen, die in
Frankreich ein Gentech-Feld gerodet hatten. Nun droht die Justiz dem Bové
und anderen Wiederholungstätern mit bis zu 10 Jahren Gefängnis. (Hoffen
wir, dass José seinen angekündigten Österreich-Besuch von 1.-5.4.2005
trotzdem realisieren kann.)
Bei der Linzer Antiatomkonferenz hörten wir über neue AKW-Projekte (Type
EPR) in Südfinnland und in Flamanville (Normandie), die den Atomwahnsinn
prolongieren sollen
Nach soviel ökologischen Kahl- und Tiefschlägen wende ich mich wieder den
weltweiten sozialen, friedenspolitischen und anderen Themen zu. Leider
konnte ich in der vergangenen Woche nicht zum Europäischen Sozialforum
(ESF) nach London fahren und kann auch nicht beim WSF in Porto Alegre
(siehe Info 144) Engagierte treffen. Ich muß mich daher auf kleinere
Einheiten konzentrieren. So soll ich beim Gewaltlosigkeits-Treffen in
Salzburg in 7 Minuten möglichst umfassend über "Kampagnen und Aktionen"
berichten. (Anmerkung: Wegen Krankheit musste ich kurzfristig absagen.)Ich
werde im nächsten Rundbrief einiges dazu klarstellen - gerade auch zu den
wachsenden Diffamierungs- und Unterdrückungskampagnen, denen kaum wirksame
Strategien entgegengesetzt werden.
Schließlich wünschen wir unserem Karikaturisten Mandi Madlberger
nachträglich zu seinem 30. Geburtstag alles Gute und bedauern, dass diesmal
er keine Zeit - und wir keinen Platz - für seine Karikatur hatte.
Mein Kopf wurde in der Zwischenzeit etwas klarer, auch ohne totalen
Durchblick. So bald wir die Postschikanen - die uns zusätzliche Zeit und
Geld kosten - vorläufig überstanden haben, kümmere ich mich wieder um die
persönlichen und elektronischen Kontakte.
Herzliche Grüße und Dank für die Solidarität
Matthias Reichl
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Fest der Begegnung 2004 mit "Prince" Keba Cissokho aus dem Senegal
Trotz des verregneten Abends war das diesjährige Fest der Begegnung im
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit in Pfandl bei Bad Ischl für 56
Mitarbeiter und Freunde aus mehreren europäischen Ländern wie in den
vergangenen Jahren eine Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zum Feiern.
Erstmals stand es in Verbindung mit dem internationalen Netzwerk "permanent
breakfast", das auch dem für alle offenen Beisammensein bei einem "Früh-
oder Spätstück" dienen soll.
Doris Strauss - mit Maria und Martina eines der drei gefeierten
"Geburtstagskinder" - hatte "Prince" Keba Cissokho aus dem Senegal
eingeladen, der jetzt in Wien lebt und - wie seine Familie - europaweit
Konzerte gibt und Instrumentalworkshops leitet. Sein Instrument ist die
Kora - eine 22-saitige Stegharfe - deren Spiel er von seinem berühmten
Vater Soundioulou erlernt hat, ein Jali, ein Griot vom Stamm der Mandinka.
Die Griots waren einst Geschichtenerzähler, fahrende Sänger und Musikanten,
die von Dorf zu Dorf zogen, traditionelle Feste animierten und wegen ihrer
Redegewandtheit als angesehene Berater und Vermittler im Dienst der Könige
standen. Es waren nicht nur seine Instrumentalstücke (auch mit der
Djembe-Trommel von Doris, Maria und Herta begleitet) und Lieder, sondern
vorallem auch dazwischen seine Erzählungen über das harte Leben in
Westafrika und hier in Europa, die faszinierten. Das abendliche Fest -
erleuchtet auch durch den Feuerjongleur Dalibor - setzte sich am folgenden
Frühstück im kleineren Kreis fort.
Die Gespräche über afrikanische und europäische Kultur samt musikalischen
Improvisationen sollen möglichst bald, vielleicht in einem Seminar,
fortgesetzt werden bei dem wieder Keba die kulturellen Reichtümer in seinen
Erzählungen - aber auch seine CDs, afrikanische Kleider und
Musikinstrumente zum Verkauf - mitbringen wird. Möglicherweise werden diese
bald auch im Ischler Weltladen zu kaufen sein.
Matthias und Maria Reichl
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Nachrufe für Hans A. Pestalozzi, Werner Katzmann, Wolfgang Ullmann und
Helmut Waldert.
Folgenden Freunden möchten wir noch im nächsten Rundbrief bzw. demnächst im
e-Rundbrief gedenken: Hans A. Pestalozzi (mit Auszug aus "Aufruf zur
Rebellion"), Werner Katzmann (mit Auszug aus "Nachhaltigkeit"), Wolfgang
Ullmann. Helmut Walderts Kampf mit dem ORF und seinen tragischen Tod
dokumentierten wir im " Info 131". Eine erste Erinnerungsveranstaltung für
ihn: 20.11. 14.00 - 24.00 WIEN (Tanzschule Schwebach, Karl-Seitz-Hof,
Jedleseerstr. 6, Floridsdorf): "Global Dancing in Jedlesee". Symposium,
Tanz und Film "Darwin's Nightmare" - in memoriam Helmut Waldert. (Info bei:
Hanswerner Mackwitz, e-mail: mackwitz@alchemia-nova.net)
M. R.
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Oct 26 16:30:24 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 26 Oct 2004 17:30:24 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 142 - RB Nr. 114 - AKW Temelin Protest; Kritik an IAEA
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041026172631.02931e00@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 142 - RB Nr. 114 - Protest gegen das AKW Temelin; Kritik
an der Internationalen Atomenergie Agentur/ IAEA
Bad Ischl, 26.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Protest gegen das AKW Temelin
Dreihundert Österreicher/innen, Deutsche und Tschechen blockierten am 16.
Oktober ab Mittag bei Wullowitz die Grenze. Ihr Protest richtete sich gegen
die am 11. Oktober überraschend erfolgte Genehmigung für den kommerziellen
Betrieb des AKW Temelin durch das tschechische Staatsamt für
Kernsicherheit. Die AKW-Gegner werten dies als Bruch des "Melker Abkommens"
und zürnen über "beschwichtigende" Kommentare von Umweltminister Dipl. Ing.
Josef Pröll.
Die Umweltaktivisten drohen mit einem "Marsch auf Wien", wenn Pröll nicht
rasch der tschechischen Regierung den österreichischen Protest vorträgt. Er
beinhaltet auch die Forderung nach einer hundertprozentigen Garantie für
die Beseitigung der Sicherheitsmängel im AKW-Temelin.
Ernst Gansinger. Aus "Kirchenzeitung der Diözese Linz Nr. 43 / 21.10.2004)
Zur Zeit läuft noch die Unterschriftenkampagne "Einwendung im Rahmen des
grenzüberscheitenden UVP-Verfahrens zum Projekt Zwischenlager für
abgebrannte Brennstäbe am Gelände des AKW Temelin". (Unterschriftenlisten
u.a. bei der Überparteilichen Plattform gegen Atomgefahren, Landstr.
31/223, Tel. 0732-774275, www.antiatom.info)
Mathilde Halla von der überparteilichen o.ö. Plattform gegen Atomgefahren
hatte vor kurzem gemeinsam mit Initiativenvertretern aus Salzburg,
Niederösterreich und Wien einen 20-minütigen Gesprächstermin bei dem
neugewählten Bundespräsident Heinz Fischer. Sie bemühten sich, ihm die
wachsenden Gefährdungen durch die AKWs sowohl in den Nachbarländern als
auch weltweit, sowie die Forderungen der Kampagne für eine atomfreies
Europa einsichtig zu machen. Die zu knappe Zeit erlaubte keinen
tiefergehenden Dialog, was die Atomgegner enttäuschte, hatte doch Heinz
Fischer im Wahlkampf wesentlich mehr Verständnis und Engagement signalisiert.
Über die internationale Linzer Konferenz über die militärische und zivile
Atomgefahren und den Vorstoß zur Umgestaltung der Internationalen
Atomenergie Agentur (IAEA) in eine Institution zur Forderung erneuerbarer
Energien berichte ich im nächsten "Rundbrief" (bzw. mit Originaltexten im
"e-Rundbrief").
Matthias Reichl
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Eines der Resultate der internationalen Linzer Konferenz über die
militärische und zivile Atomgefahren
Kritik an der Internationalen Atomenergie Agentur/ IAEA
PLEASE SIGN AND FORWARD THE LETTER TO YOUR MAILINGLISTS!
Dear Ladies and Gentlemen, dear friends,
below we send you the letter "Inevitable connection between nuclear power
and nuclear weapons - Deficiencies of international non-proliferation
regimes connected with the promotion of nuclear energy" which was drafted
by Prof. Yablokov at the Follow-up meeting on 3rd/4th of October in Linz.
This is a very serious problem and therefore it is very important that many
organisations worldwide sign this letter in order to achieve as much
attention as possible. If you agree with this letter, please send an email
to elvira.poeschko@aon.at until the latest stating your name,organisation
and country. The letter will be sent on the memorial day of the bikini
atoll. Please also circulate this letter to your mailing lists!
Thanks in advance for your support!
Mathilde Halla ATOMSTOPP INTERNATIONAL
To: UN Secretary General With copies to: IAEA, national representatives to
UN, media, NGO community
We, the undersigned organisations, would like to bring your attention to
the urgent deficiencies of international non-proliferation regimes
connected with the promotion of nuclear energy.
Today, many countries can obtain nuclear weapons because of the undeniable
and inevitable connection between nuclear power and nuclear weapons. The
existing system of non-proliferation treaties and IAEA safeguard systems
have failed to put a halt to proliferation since their conception.
The fact that the concepts of "atoms for peace" and "atoms for war" are
indistinguishable from one another has led to the current crisis situation
where the nuclear programs of countries such as Iran and North Korea are
causing such concern amongst the international community.
The IAEA has identified the prevention of nuclear weapons proliferation as
a major challenge but it acknowledges the "failed operation of the export
control regime, as evidenced by the recently discovered black market of
nuclear material and equipment" and " the perilous spread of fuel cycle
technology." As the IAEA states, under the current non-proliferation
regime, there is nothing illicit in a non-nuclear-weapons state having
enrichment or reprocessing technology, or possessing weapon-grade nuclear
material; and if a State with a fully developed fuel-cycle capability and
highly industrialised infrastructure were to decide to reject its non-
proliferation commitments, it could produce a nuclear weapon within a
matter of months.
The IAEA has recently acknowledged that in order to address these
vulnerabilities, it needs to bring the production of new fuel, the
processing of weapon-usable material, and the disposal of spent fuel and
radioactive waste under multi-national control and claims that advantages
in terms of cost, safety, security and non- proliferation could accrue from
such a multi-national approach. It is not clear how the same multi-national
approach that has failed to accomplish non-proliferation of nuclear weapons
or addressed many other crucial issues could accomplish this.
This public admission of failure by IAEA amounts to an appeal for the
overhaul of international non-proliferation regimes and we the undersigned
would like to add our support to this call.
At present, the nuclear establishment operates as a state within a state
without any accountability, transparency or public debate, especially where
budgetary considerations are involved. It is not in the public interest to
allow such practices to continue. Civil society has experienced the erosion
of democratic and human rights and we would request that you initiate a
discussion on these matters within the UN structure and would, as principal
stakeholders, be willing to participate in such a discussion.
Our aim is a world free of nuclear technology and to achieve this we
suggest that the existing IAEA be substituted with an agency for the
efficient control of all nuclear facilities (military and civilian) and
materials, and that excludes the promotion of nuclear technology from its
mandate. We would also advocate the installation of a new International
Renewables Energy Agency (IREA) for the promotion of renewable energy,
which is today already capable of completely substituting the dangerous and
environmentally destructive nuclear and fossil fuel energy sources, and
supports the efficient use of energy. The sun sends 7000 times the amount
of energy as the sum consumed by the entire world at present to the surface
of the earth. It is a question of political will, and not of technology, to
enable the provision of the global supply of electrical energy with clean
renewable energy sources within a decade or two.
Überparteiliche Plattform gegen Atomgefahren, Landstr. 31/223, A-4020 Linz,
Tel. 0732-774275, www.antiatom.info
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Oct 26 16:57:44 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 26 Oct 2004 17:57:44 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 143 - RB Nr. 114 - Alternative Nobelpreisträger 2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041026175445.029371f0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 143 - RB Nr. 114 - Alternative Nobelpreisträger 2004
Bad Ischl, 26.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Alternative Nobelpreisträger 2004
Dieses Jahr stehen uns inhaltlich vor allem zwei mit dem "Right Livelihood
Award" ausgezeichnete Personen bzw. Gruppen nahe:
Raul Montenegro aus Cordoba (Argentinien) beschäftigt sich in seinem
Umweltengagement und in seiner Organisation FUNAM v.a. auch mit den
Atomkraftwerken seines Landes und deren gefährlichen Folgen. So protestiert
er gegen den Umgang mit dem Atommüll und dessen Transporte in andere
Kontinente. Seine homepage: www.funam.org.ar
Memorial aus Russland wurde Ende der 80er Jahre als erste staatsunabhängige
NGO u.a. von Andrej Sacharow als Menschenrechtsorganisation gegründet.
Inzwischen haben sich dem Netz 87 Organisationen in Russland, Ukraine,
Lettland und Deutschland angeschlossen. Die ursprünglichen Ziele
"Dokumentation von und Erinnerung an die Verbrechen des Sowjetregimes",
"Soziale Unterstützung der Opfer" und "Menschenrechtsarbeit im heutigen
Russland" führten Memorial jetzt zu den Brennpunkten der Konflikte auch
nach Tschetschenien und in die ehemaligen Sowjetrepubliken. Einige ihrer
russischen Büros wurden mehrmals mit Gewalt angegriffen. Prof. Girenko,
einer ihrer Experten für Rechtsextremismus wurde - möglicherweise von
Rechtsextremisten - erschossen. www.memo.ru
Bianca Jagger, aus Nicaragua stammend, lebt nun in London und engagiert
sich seit langem für ihre Landsleute in Mittelamerika. Amnesty
International ernannte sie zu ihrer "Botschafterin gegen die Todesstrafe".
Sie will sich auch gegen Gewalt an Frauen und die sexuelle Ausbeutung von
Kindern engagieren. Für die meisten Medien war aber primär ihre frühere Ehe
mit dem Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger das erwähnenswerte Merkmal.
Die beiden Ehrenpreisträger Swami Agnivesh (Hindu und Sozialreformer,
www.swamiagnivesh.com) und Asgar Ali Engineer (Muslim-Gelehrter und
Aktivist, www.csss-isla.com) sind beide in Indien für Toleranz und
Verständigung aktiv. Agnivesh fühlt sich einem vedischen Sozialismus mit
sozialer Spiritualität verbunden. Engineer entwickelt u.a. im Centre for
Study of Society and Secularism (CSSS) Initiativen zur "kommunalen
Harmonie" und zu regionalen Problemen.
Die detaillierten Porträts (inkl. Adressen) in Englisch findet ihr auf der
RLA-homepage www.rightlivelihood.org und in unserem e-Rundbrief-Info Nr.
134 auf www.begegnungszentrum.at/archiv/ .
Matthias Reichl
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Oct 26 17:02:14 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 26 Oct 2004 18:02:14 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 144 - RB Nr. 114 - World Social Forum/ WSF 2005 in Porto
Alegre (Brasilien)
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041026180057.02951380@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 144 - RB Nr. 114 - World Social Forum/ WSF 2005 in Porto
Alegre (Brasilien)
Bad Ischl, 26.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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World Social Forum/ WSF 2005 in Porto Alegre (Brasilien)
Wieder in seine "Geburtsstadt" zurückgekehrt werden sich vom 26. -
31.1.2005 wieder voraussichtlich 100.000 aktive Leute aus der ganzen Welt
versammeln, um den Vernetzungs- und Kooperationsprozess der sozialen
Bewegungen weiter vorwärts zu bringen. Mehr dazu findet ihr auf der
offiziellen homepage www.forumsocialmundial.org.br. (2006 wird sich das WSF
irgendwo in Afrika treffen.)
Die Teilnehmer-Registrierung läuft schon. Für österreichische Teilnehmer
bietet AMIGO-Tours günstige Flüge an - Anmeldeschluß 15. 11. 04! (Gusti
Glanzer, AMIGOTOUR, Hauseggerstr. 93, 8020 Graz, Tel.: 0316-574500,
www.amigotour.org). Allerdings mußten sowohl die brasilianischen
WSF-Organisatoren als auch AMIGO-Tours feststellen, dass die Hotelmanager
von Porto Alegre ein Preiskartell bildeten, das unakzeptable Preise und
Buchungsbedingungen diktiert. Private Unterkünfte sind eher rar. Trotzdem
bemühen sich die WSF-Organisatoren weiter um eine akzeptabel Unterbringung.
Mein Eindruck ist, dass es dem Hotel-Kartell nicht allein um Geldgier geht,
sondern auch um die politische Behinderung des WSF, da Leute mit knappen
Finanzen unter diesen Umständen vor den Kosten zurückschrecken. Auch ich
musste meine ursprünglich geplante Teilnahme (und die Besuche u.a. bei
Lutzenbergers ökologische Stiftung Gaia) zumindest auf einen günstigeren
Termin verschieben. Wir können euch daher über das WSF nur elektronische
Informationen weitergeben.
Matthias Reichl
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WSF - E-mail-newsletter "Other Words"
To subscribe to "Other Words", just visit www.portoalegre2002.net and key
in your e-mail address in the appropriate box, or send a blank e-mail to
. There's no need to write anything
in the subject line or in the body of the message.
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Information on how to register to World Social Forum 2005
http://www.forumsocialmundial.org.br/main.asp?id_menu=8&cd_language=2
The registrations for WSF 2005, to be held in Porto Alegre (Brazil) from
January 26 to 31, 2005, are open to organisations and individuals. The 2005
World Social Forum will adopt a new perspective and a new methodological
approach, to increase collaboration and dialogue during the event, and
avoid repetitive activities on similar issues that have been developed
independently of each other. This initiative starts from the premise that
its not possible to build another world without combining efforts, building
alternatives and interlinking common actions and campaigns.
The first step in this process was the Thematic Consultation, held between
May and July, in which 1800 organisations participated. In this
consultation process, organisations described which issues, struggles,
questions, problems, proposals and challenges they intend to discuss during
the Forum. Eleven thematic terrains and three transverse themes were
developed from an analysis of the results of this consultation process.
Understanding the new methodological approach adopted for WSF 2005 is
fundamental before registering. As with past Forums, to propose a
self-organised activity each organisation must link its effort to one of
the eleven thematic areas. The most important innovation is that contact
details and the content of proposed activities of all registered
organisations will be accessible for public consultation. To facilitate
this process, the registration page of the website has a search engine to
allow organisations dealing with common issues and proposals to reach each
other, by keyword or by proposed activities and thematic terrains. More
advanced search options will be added to the registration page over time.
Before registering an activity, check the list of proposals
Before registering a self-organised activity, it is very important to check
the list of proposals, to verify which interlinks have been formed on the
same issue, campaign, struggle, question, problem, proposal or challenge.
An important means to help you in this search is the keywords/expressions
list, which identifies proposal contents.
The self-organised registration form for WSF 2005 has a preliminary list
with 117 suggestions of keywords and expressions, gathered through the
Thematic Consultation and from previous Forums. Choosing a keyword is
crucial for facilitating the process of linkage with others that have
similar proposals. If you think these keywords/expressions do not fit your
activity, you can still propose a new one, and it will be analysed and
translated for possible inclusion in the list.
While consolidation will be encouraged, it will be done in a voluntary
manner. All organisations can hold their own activities by registering
them. Nevertheless, if you choose to come together or consolidate your
activities with those of other organisations, you can access your form once
more and modify, delete or include new proposals, until November 10, 2004
(Midnight - Brasilia Time). Please, pay attention to this deadline and
don't leave this task to the last minute. Because so many try to access the
system at the very end, the registration system is usually very slow nearer
the deadline.
Registration deadline for individuals and organisations is November 30.
Individual registration
In this Forum, registration will also be open to individuals who are not
necessarily attached to any organisation. People who don't represent an
organisation can be registered and can participate in all programme events,
but they can't propose activities themselves.
Cultural activities and Press registration
There will be a specific form for registering cultural activities, which
will be available in October.
However, all organisations and individuals who deal with this issue must be
registered right away. You can address your questions to
fsmcultura@forumsocialmundial.org.br. Press registration will be open
around October. For further information, send an email to:
credenciamento@forumsocialmundial.org.br.
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Oct 26 17:10:07 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 26 Oct 2004 18:10:07 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 145 - RB Nr. 114 - Israels Bombenkauf; Gaza-Opfer; Kritik
an "Disengagement Plan"
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041026180223.02950eb0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 145 - RB Nr. 114 - Israel kauft 5.000 "schlaue Bomben";
Palästinensische Opfer der israelischen Militäroffensive, Appell der
"Frauen in Schwarz, Wien"; Gush Shalom's position on the "Disengagement
Plan" (in the Gaza Strip )
Bad Ischl, 26.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Israel kauft 5.000 "schlaue Bomben"
Bei dem Deal mit den USA handelt es sich um einen der größten israelischen
Rüstungsaufträge seit etlichen Jahren. US-Rüstungsfirmen verkaufen Israel
einem Zeitungsbericht zufolge 5.000 Präzisionsbomben. Das
US-Verteidigungsministerium habe dem 319.000 Dollar (262.941 Euro) schweren
Vertrag zugestimmt, damit Israel den militärischen "Qualitätsvorsprung" vor
seinen Nachbarländern aufrechterhalten und die strategischen und taktischen
Interessen der USA bedienen könne, berichtete die israelische Tageszeitung
"Haaretz" am 21.9.2004
Israel werde sich dafür aus dem Topf mit 1,8 Milliarden Dollar bedienen,
die die USA dem Land jedes Jahr an Militärhilfe bereitstellen. Bei einem
Zehntel der Bestellung handelt es sich dem Bericht zufolge um Bomben mit
einem Gewicht von einer Tonne, die zwei Meter dicke Betonwände sprengen
können. Es handle sich um einen der größten israelischen Rüstungsaufträge
seit etlichen Jahren, berichtete das Blatt.
Aus einer Aussendung von nahostfriede@gmx.at v. 2.10.04, red. v. M.R
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Palästinensische Opfer der israelischen Militäroffensive
Appell der "Frauen in Schwarz, Wien" (Auszug)
... Wir bitten Sie auch die Österreichische Regierung zu kontaktieren und
von ihr zu verlangen, dass sie gegen die Invasionen in Gaza Stellung nimmt,
welche einen Pfad der Verwüstung hinterlassen und Besitz und Bäume
ruinieren, sowie das Leben von Tausenden von Menschen auf die Dauer von
Monaten gefährden. ...
Weitere Informationen: www.fraueninschwarz.at
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Gush Shalom's position on the "Disengagement Plan" (in the Gaza Strip )
26.10.2004 in "Ha'aretz"
The occupation is the original sin, from which myriads of daily acts of
oppression flow. The end of the occupation is a vital national interest. We
will support the ending of the occupation in any part of the Palestinian
territories, as a step towards peace.
The settlements are a disaster, a threat to the country's future -
externally and internally. We will support the evacuation of any
settlement, as a step towards peace.
Does the "Disengagement Plan" of Ariel Sharon serve these aims?
That is highly doubtful:
Sharon and those who speak on his behalf stated that the aim of the plan is
to "freeze" the peace process for decades, put peace in "formaldehyde",
prevent forever the creation of a Palestinian state, destroy the elected
Palestinian leadership and extend the settlements all over the West Bank.
Had Sharon seriously intended to evacuate the Gaza Strip and dismantle the
settlements there, a timetable of several weeks would have been quite
sufficient. Delaying implementation until next year casts grave doubts its
seriousness.
With implementation distant and doubtful, unconditional support of the
Disengagement Plan gives Sharon an Israeli and international legitimacy
which he might abuse in highly dangerous ways.
Therefore, any direct or indirect support of the peace camp for the
"Disengagement Plan" must be made conditional upon the following eight
conditions:
1) All stages of the plan shall be, from now on, planned and implemented in
accord with the Palestinian Authority .
2) Israel will agree to a total cease-fire in the Gaza Strip, and in this
context its armed forces will cease all military activity in the strip
including "liquidations" and incursiuons.
3) International observers will be invited to monitor the handing over of
the Strip to Palestinian Authority.
4) Freedom of movement will be restored to the President of the Palestinian
Authority, Yasser Arafat, so as to enable him to come to the Gaza Strip,
restore order and establish a functioning Palestinian administration.
5) With the evacuation, the Gaza Strip will have open access to the outside
world by land, sea and air. The "Philadelphi Route" along the Egyptian
border shall be abolished.
6) All structures in the settlements shall be handed over, in reasonable
condition, to the Palestinian Authority or to an international institution,
as a contribution to solving the refugee problem.
7) Settlement construction in the West Bank shall be frozen and the
"outposts" evacuated.
8) Peace ("Final Status") negotiations between the government of Israel and
the Palestinian leadership will be immediately resumed, from the point
where negotiations were broken off by the Barak Government at Taba in
January 2001. There shall be a binding timetable for finalizing the
negotiations and establishing the Palestinian state.
If these conditions are not fulfilled, any direct or indirect support for
the "Disengagement Plan" will sabotage the chances of peace.
GUSH SHALOM pob 3322 Tel-Aviv 61033 www.gush-shalom.org
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Oct 26 17:14:10 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 26 Oct 2004 18:14:10 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 146 - RB Nr. 114 - Termine 11/2004 - 1/ 2005
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041026181015.029511a0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 146 - RB Nr. 114 - Terminübersicht November 2004 -
Jänner 2005
Bad Ischl, 26.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Termine Österreich
NOVEMBER 2004
1.11. 20.15 ÖSTERREICH: Michael Moore's Film "Fahrenheit 9/11" im Fernsehen
im ORF auf Ö1, anschließend dazu eine Diskussionsrunde in "Offen gesagt
spezial".
3.11. 19.00 SALZBURG (AAI, Wr. Philharmoniker G. 2): Friedensgebet der
Weltreligionen in Salzburg.
4.11. WIEN: Diskussion "Die Zukunft der Nahost-Region". Die "Genfer
Initiative" und die israelisch-palästinensischen Beziehungen. (Renner
Institut, Tel. 01-8046501-30, e-mail: churavy@renner-institut.at)
4.11. 19.00 WIEN (Kleiner Festsaal der Universität, Dr. Karl Lueger Ring
1): Podiumsdiskussion "US-Präsidentschaftswahlen und deren Bedeutung für
Europa?" (OIIP - Österr. Institut für Internationale Politik, Operng. 20B,
1040 Wien, Tel: +43 1 581 11 06-12, e-mail: gneisz@oiip.at, www.oiip.at
4.11. 19.00 WIEN (Albert-Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstr. 13): Lesung
"Gottes Starke Töchter. Texte und Gedichte von Dorothee Sölle". (Erstes
Wiener Lesetheater & Zweites Stegreiftheater)
4.11. 18.00 SALZBURG: Konstituierende Sitzung des Vereins Total Equality
mit seinem Netzwerk "offensiv - Forum gegen Ausgrenzung" in Kooperation mit
dem Salzburger Migrantinnen-Forum. (Doris Doblhofer & Angelika Reichl,
Total Equality Österreich, Franz-Josef-Str. 16, 5020 Salzburg, T:
0043-662-880723-12, office@equality.at)
5.11. 19.00 WIEN (AAI, Türkenstr. 3): Vortrag und Diskussion mit Roni
Hammermann "Israelischer Widerstand gegen die Besatzungs- und
Annexionspolitik". Organisiert von "Jüdische Stimme für gerechten Frieden
in Nahost (Österreich)".
6.11. 19.00 WIEN (Marea Alta, Gumpendorferstr. 28): Präsentation des Buches
von Sonja Russ (Hg.): Frauen Fakten. Netzwerke - Organisationen -
Institutionen. Von Business bis Feminismus. (Milena Verlag, Tel: 01/402 59
90, www.milena-verlag.at)
6.11. AMSTETTEN: Tagung "Generationenvertrag - sozial gedacht -
Grundsicherungsmodelle im Alter". (KSÖ, www.grundeinkommen.at)
7.11. 20.00 WIEN (Schikaneder Kino, Margaretenstr. 24): "Die offene
Gesellschaft - ein sinnlich-philosophischer und praktischer Abend mit
Premiere des Kinofilms ""wonderful - Urlaub wie noch nie" Obdachlose machen
Ferien (in Rovinj/ Kroatien). Produktion und taoistische Regie: Hubsi
Kramar. (Weitere Aufführungen: 8., 14., 15.11. 20.00)
8.11. 19.00 WIEN (Rathaus, Festsaal, Lichtenfelsg. 2): Wiener Vorlesung
"Kollaps. Das Scheitern der Reformer in der Sowjetunion" mit Aleksandr
Yakovlev und Franz Vranitzky. (Anmeldung: ÖIIP, Tel: 01/581 11 06, email:
info@oiip.at)
9.11. 9.00 - 13.00 LINZ (Redoutensäle, Promendade 39): Tagung "Verkehr
heute und 2020". (OÖ. Akademie für Umwelt und Natur, Tel. 0732/7720-14402,
www.ooe.gv.at/veranstaltung)
9. - 10.-11. WIEN (Messe Center): 7. Europäische Konferenz der Kommunalen
Unternehmen "Die kommunalen Unternehmen als Garant für Lebensqualität in
einem Europa der Bürger". (Verband Kommunaler Unternehmen Österreichs/ VKÖ,
Stadiong. 6-8, 1016 Wien, Tel. 1-408 22 04-14, E-Mail: vkoe@voewg.at)
11. - 13.11. WIEN (Albert-Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstr. 13): Tagung
zu 30 Jahre AUF "Frauenbewegung, Gesellschaftliche Bedeutung und -wirkung.
Identitätsbildung, Bewegungsgeschichte und Wechselwirkungen.
11.11. 9.30 - 17.30 WIEN (Diplomat. Akademie, Favoritenstr. 15a): Workshop
"Europe - USA, Transatlantic Communication Problems" (Renner Institut,
Khleslplatz 12, 1120 Wien, walla@renner-institut.at, tel.01- 804 65 01 DW 28)
11. - 15.11. SALZBURG: Jugend-Umwelt-Tage 2004 "What are you doing to make
the world a better place?" 5-tägiges Forum für umweltengagierte
Jugendliche. Seminare, Workshops, Veranstaltungen ein Umweltfest
organisiert vom Jugend-Umwelt-Netzwerk der Katholischen Jugend Österreich.
Motto in diesem Jahr: "Aktiv für den Klimaschutz". (Infos auf
www.jugend-umwelt-netzwerk.at)
12.11. 14.00 - 18.30 SALZBURG (Pfarrhaus der Christuskirche, Schwarzstr.
25): "Wirtschaft gestalten - Steuermoral und sozialer Verantwortung auf der
Spur". (Eine-Welt-Kreis, AAI und Südwind Salzburg)
15. - 25.11. SALZBURG (GESWI, Rudolfskai 42): Entwicklungspolitische
Hochschulwochen zu "Wa(h)re Bildung: Ökonomisierung der Bildung" (u.a. zu
WTO-GATS, China, interkulturelle Kommunikation, Internationalisierung und
Globalisierung der Bildung...). (Info: Südwind Salzburg, e-mail:
office@suedwind-salzburg.at)
17. - 18.11. LINZ (Pädagogische Akademie des Bundes, Kaplanhofstr. 40):
Südwind-Workshop "Welche Bildung braucht die Welt? - ein-binden oder
hinaus-drängen?" (Info unter: 0732/795664)
19. - 20.11. SALZBURG: Seminar "Global Competence - Patentpolitik und
Kultur" mit Daniela Molzbichler und Elisabeth Moser. (Afro-Asiatisches
Institut/ AAI, Wr. Philharmoniker-G.2, 5020 Salzburg, Tel. 0662-841413-12,
www.aai-salzburg.at)
19.11. 15.00 - 18.00 WIEN (Kirche in der Donaucity, Donaucitystr. 2):
Diskussion "Ein Jahr Ökumenisches Sozialwort". (Ökumenischer Rat der Kirchen)
20.11. 10.00 - 18.00 WIEN (WUK, Währingerstr. 59): 1. Konferenz der LINKEN
- Opposition für ein solidarisches Europa. (Info: http://linke.cc)
20.11. 14.00 - 24.00 WIEN (Tanzschule Schwebach, Karl-Seitz-Hof,
Jedleseerstr. 6, Floridsdorf): Global Dancing in Jedlesee. Symposium, Tanz
und Film "Darwin's Nightmare" - in memoriam Helmut Waldert. (Info bei:
Hanswerner Mackwitz, e-mail: mackwitz@alchemia-nova.net)
20.11. WIEN: Fachtagung "Verscherbeln oder polieren? Die Zukunft kommunaler
Daseinsvorsorge zwischen Modernisierung und Privatisierung" (u.a. zu WTO,
GATS u. EU). (Renner Institut, Tel. 01-8046501-43,
kuehbauer@renner-institut.at)
ab 22.11. LINZ: Akademielehrgang "Globales Lernen" (3 Semester). (Birgit
Seyerl, PÄDAK-Bund, Kaplanhofstr. 40, Tel. 0732/7470-3008,
birgit.seyerl@phlinz.at)
22.11. 19.00 WIEN (Albert Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstr. 13):
Diskussion "Israel Ein Staat wie jeder andere?" (Kath. Bildungswerk,
Evang. Akademie, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Österreich)
25.11. 19.30 SALZBURG: Vortrag mit Diskussion zum Internationalen Tag gegen
Gewalt an Frauen "Stoppt die Beschneidung der Mädchen im Sudan!". (Info:
AAI, Tel. 0662-841413-12)
27.11. WIEN: Tagung "Philosophie trifft Migrationsforschung. Migrations-
und Asylpolitik in Zeiten der Globalisierung". (IWK, Bergg. 17, 1090 Wien,
Tel. 01-3174342, iwk.institut@utanet.at)
29. - 30.11. SALZBURG (Bildungshaus St. Virgil): 2. Regionale Salzburger
Armutskonferenz "Nichts über uns ohne uns". (Bildungshaus St. Virgil,
Salzburg, Ernst-Grein-Str. 14, www.virgil.at)
DEZEMBER 2004
3. - 4.12. WIEN: Internationale Tagung "Menschenrechte zwischen Wirtschaft,
Recht und Ethik. Theoretische und praktische Perspektiven". (IWK, Bergg.
17, 1090 Wien)
3.12. 9.00 - 17.00 LINZ (Kath.Theolog. Privatuniv., Bethlehemstr. 20):
Studientag zum Thema Verteilungsgerechtigkeit "Wer hat dem wird gegeben -
Verteilung in der Schieflage". (Anmeldg.: Bischöfliche
Arbeitslosenstiftung, Franziska Mühlberger, Linz, Tel. 0732-781370, e-mail:
arbeitslosenstiftung@dioezese-linz.at)
4.12. 10.00 - 17.00 WIEN (Don-Bosco-Haus, St. Veit-G. 25): 3-Jahrestagung
des Versöhnungsbundes "Friede als Frucht der Gerechtigkeit - Für eine
Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit im zusammenwachsenden Europa".
Studientag "Gewalt überwinden - als Nachbarn in Europa voneinander lernen".
(Versöhnungsbund Österr., Ledererg. 23/3/27, 1080 Wien, Tel. 01-4085332,
office@versoehnungsbund.at, www.versoehnungsbund.at)
8.12. WIEN - HAINBURG: Sonderzug nach Bad Deutsch Altenburg zum Treffen von
Umweltinitiativen "20 Jahre Besetzung der Hainburger/ Stopfenreuther Au".
Abfahrt 10.30 Wien Westbhf., Rückkehr ca. 20.00. (Anmeldg. bis 26.11. bei
Österr. Regionalbahn-Ges./ ÖRGB, Hr. Ornette Jan Novotny, c/o Amerlinghaus,
Stiftg. 8, 1070 Wien, Tel. (Hr. Vogler) 01-2942083, e-mail: oerbg@reflex.at)
TERMINE DEUTSCHLAND
NOVEMBER 2004
5. - 7.11. LOCCUM: Tagung "Frankreich und Deutschland im größeren Europa.
Sozialstaat quo vadis?" (Evang. Akademie Loccum, Postf. 2158, D-31545
Rehburg-Loccum, Tel. 05766-81-113, e-mail: eal@evlka, www.loccum.de)
5. -9.11. FRANZÖS. GRENZE - GORLEBEN: Proteste gegen den Castor-Transport
von Atommüll nach Gorleben. (Infos: www.x1000malquer.de/, www.castor.de/).
6.11.12.00 Dannenberg: Auftaktdemo.
6.11. ab 12.00 NÜRNBERG: Grossdemo: Gemeinsam gegen Sozialraub, Agenda 2010
und Hartz IV! (Info: http://www.grossdemo-nuernberg.tk)
7. - 17.11. BUNDESWEIT: 25. Ökumenische Friedensdekade "Recht ströme wie
Wasser" (Infos: www.friedensdekade.de )
8.11.19.00 TRAUNSTEIN (Ev. Gemeindehaus): Vortrag und Diskussion
"Nachhaltiges Wirtschaften zwischen lokaler Ökonomie und Globalisierung"
mit Dr. H. Diefenbacher (Evang. Kirchengemeinde Traunstein, Tel.:
0861/98967-10)
8. - 10.11. LOCCUM: Tagung "Wirtschaftswachstum oder Klimaschutz?" (Evang.
Akademie Loccum)
10.11. 19.30 NÜRNBERG: Vortrag und Diskussion "Kein Zuschauer sein" -
Martin Luther King und seine Ausstrahlung auf die Friedens- und
Bürgerrechtsbewegung in der DDR. (Friedensmuseum Nürnberg, Kaulbachstr. 2,
90408 Nürnberg, Tel.: 0911/3609577, www.friedensmuseum.odn.de)
11.11. 19.30 TRAUNSTEIN Pfarrsaal Hl. Kreuz, Schloßstr. 15):
Diskussionsveranstaltung "Wirtschaftswachstum in, Ökologie out",
Einführungsreferat: Prof. Hans-Peter Dürr, anschl. Podiumsdiskussion mit
WirtschaftspolitikerInnen der bayerischen Landtagsfraktionen,
(Petra-Kelly-Stiftung, Reichenbachstr. 3a, 80469 München, Tel.:
089/242267-30, www.petra-kelly-stiftung.de)
13. - 14.11. TÜBINGEN: IMI-Kongress 2004 "Die Militarisierung der
Europäischen Union". (Infostelle Militarisierung/ IMI, Hechingerstr. 203,
72072 Tübingen, Tel.: 07071/49154, www.imi-online.de)
19. - 20.11. TRIER: Tagung "Perspektiven Ziviler Konfliktbearbeitung" Neue
Perspektiven ziviler Bearbeitung nationaler und internationaler Konflikte.
Multi-Track Diplomacy... (Kath. Akademie Trier.
www.klaus-jensen-stiftung.de, http://kath-akademie-trier.de)
19. - 20.11. HEPPENHEIM: 2. Heppenheimer Gendergespräche "Zumutungen.
Männer und Frauen im Dialog". (Haus am Maiberg, Ernst-Ludwig-Str. 19,
D-64646 Heppenheim, Tel. 06252-930612, e-mail:
t.moellenbeck@haus-am-maiberg.de, www.haus-am-maiberg.de)
26. - 28.11. LOCCUM: Tagung "Was blüht unseren Pflanzen? Die Besitznahme
der Erde durch den Menschen". (Evang. Akademie Loccum)
DEZEMBER 2004
3. - 4.12. BERLIN: 10. Konferenz "Armut und Gesundheit" zu "Gesundheit &
Globalisierung". Debatten, Konzepte & Handlungsoptionen einer
internationalen Gesundheitsbewegung. (Gesundheit Berlin, Friedrichstr. 231,
D-10969 Berlin, Tel. 030-44319060, e-mail: anmeldung@gesundheitberlin.de)
3. - 5.12. HOFGEISMAR: Tagung "Krieg um Öl - Frieden durch die Sonne". (Ev.
Akademie Hofgeismar, Postf. 1205, D-34362 Hofgeismar, Tel.: 05671/881-0,
www.ekkw.de/akademie.hofgeismar)
4. - 5.12. KASSEL (Universität, Wilhelmshöher Allee 73): 11.
Friedenspolitischer Ratschlag "Frieden durch Krieg?" (Bundesausschuß
Friedensratschlag c/o DGB-Kreis Kassel, Spohrstr. 6, D-34117 Kassel, Tel.:
0561/72095-0, www.friedensratschlag.de)
8. - 10.12 WEIMAR: Internationale Konferenz "Menschenrechte im Spiegel der
Globalisierung" (Info: www.menschenrechtspreis.de)
10. - 12.12. LOCCUM: Tagung "Deeskalation von Gewaltkonflikten nach 1945.
Eine vergleichende Geschichte der Konfliktbearbeitung in symmetrischen und
asymmetrischen Konstellationen". (Evang. Akademie Loccum)
10. - 12.12. BAD BOLL (Evang. Akademie): Tagung "Anstiften zu Schalom und
Salam. Die europäische Verantwortung für Israel und Palästina" (Info:
//www.ev-akademie-boll.de)
10.12. AACHEN: Seminar "Globalisierung und Globalisierungskritik -
Umkämpfte Projekte", (Bundeskoordination Internationalismus/ BUKO, Tel.:
040/393156, www.buko.info)
17. - 19.12. ISERLOHN: Tagung "Islam und westliche Demokratie. Visionen von
Gesellschaft und aktuelle Entwicklungen in Afghanistan". (Evang. Akademie,
Berliner Pl. 12, D-58638 Iserlohn, Tel. 02371-352-0)
TERMINE INTERNATIONAL
NOVEMBER 2004
2.11. USA-weit: Präsidentschaftswahlen.
2.11. WELTWEIT: Global action in occasion of the US-presidental election.
Alternative elections with a table, ballot boxes, etc ... where people do
not choose between G.W. Bush or John Kerry (Mr. Bush Light!), but can vote
for the end of the U.S. occupation of Iraq, for Kyoto-protocol, for nuclear
disarmament, the end of U.S. support of Israel, .... and can vote/ decide
for the companies they will boycott. (Boycott Bush Campaign, International
Secretariat, c/o For Mother Earth, K. Maria Hendrikaplein 5, B-9000 Gent,
Tel: +32 9 242 87 52, www.boycottbush.org)
6.11. WELTWEIT: International Action-Day against Uraniumweapons und
Petition to ban Nuclear Weapons. (Intl. Coalition to ban Nuclear Weapons/
ICBUW: www.bandepleteduranium.org/, andere Aktionsgruppen:
www.cpeo.org/lists/military/, www.cadu.org.uk, www.iacenter.org...)
7. - 26.11. DARTINGTON (GB): Course "Future Sense" (with Derrick Jensen,
Anne Baring, Jules Cashford and John Lash). (Schumacher College, The Old
Postern, Dartington, Totnes, Devon TQ9 6EA, GB, Tel: ++44-1803 865934; Fax:
866899; e-mail: schumcoll@gn.apc.org)
9.11. EUROPAWEIT: International Day Against Fascism and Antisemitism "Hope
Not Fear". (UNITED for Intercultural Action, Postbus 413, NL-1000 AK
Amsterdam, Tel. +31-20-6834778, e-mail: info@unitedagainstracism.org,
www.unitedagainstracism.org)
12. - 14.11. LINZ - CZESKY KRUMLOV/ KRUMAU (CZ): Sunnseitnreise "zug der
zeit". diese reise ist zugleich die "5. biennale von krummau" auch als
"fest der freien künste" bekannt. Gespräche zu historischen und aktuellen
Geschehnissen. (Organisator: sunnseitn, Gotthard Wagner, Oberwallsee 2a,
A-4101 Feldkirchen/Donau, Tel. 07233-7069, mail@sunnseitn.org,
www.sunnseitn.org)
13. - 14.11 BOBIGNY b. Paris (F): Gathering "Estates general"/ Rèunion
"Etats generaux". (Treffen von Vertretern von Basisbewegungen nach der Idee
von Pierre Bourdieux, konkretisiert u.a. von Susan George). (Info:
www.789etatsgenerauxdusocial.com)
13. - 20.11. (und 26.12.04 - 2.1.05)....... (ÄGYPTEN): Die Initiative
"Reise zu Hoffnungsträgern" besucht den Alternativen Nobelpreisträger
SEKEM, ein Netzwerk biologischer Landwirtschaften und soziale
Bildungszentren. (Info: Südwind OÖ, Bismarck- straße 16, A-4020 Linz, Tel.
++43-70-795664, e-mail: gerhard.zwingler@oneworld.at)
29.11 - 3.12. NAIROBI (Kenia): The Nairobi Summit for a Mine-Free World. 1.
Überprüfungskonferenz der Konvention zum Verbot von Antipersonenminen.
(Infos unter: www.reviewconference.org, www.nairobisummit.org sowie von der
International Campaign to Ban Landmines: www.icbl.org)
DEZEMBER 2005
8.12. STOCKHOLM (S): Verleihung des "Right Livelihood Award" 2004
("Alternativer Nobelpreis") im Schwedischen Parlament. (Right Livelihood
Award, Kerstin Bennett, Postbox 15072, S-10465 Stockholm, Tel.:
0046/8/7020340, e-mail: info@rightlivelihood.se, www.rightlivelihood.se)
10.12. OSLO (N): Verleihung des Friedensnobelpreises 2004 an Wangari
Maathai (Kenia). (Info: The Nobel Foundation,
http://nobelprize.org/peace/laureates/2004/)
JÄNNER 2005
9. - 16.1.2005 ANDALO (Trento/ I): 18th ISODARCO Winter Course
"Constructing Security in Europe after Madrid (on Non-State Violence)".
(International School on Disarmament and Research on Conflicts/ ISODARCO,
Prof. Carlo Schaerf, Dept. of Physics, University of Rome "Tor Vergata",
Via della Ricerca Scientifica 1, I-00133 Rome, E-mail:
isodarco@roma2.infn.it, www.isodarco.it)
9. - 28.1.2005 DARTINGTON (GB): Course "Reclaiming The World: Culture &
Empowerment In A Globalised Age" (with Winona LaDuke, Jerry Mander and
Vandana Shiva). (Schumacher College, The Old Postern, Dartington, Totnes,
Devon TQ9 6EA, GB, Tel: ++44-1803 865934; Fax: 866899; e-mail:
schumcoll@gn.apc.org, www.gn.apc.org/schumachercollege/)
26. - 31.1.2005 PORTO ALEGRE (BRA.): Fifth World Social Forum (WSF). (Info:
www.forosocialmundial.org.br)
30.1. - 18.2. DARTINGTON (GB): Course "Healthy Planet: Holistic
Perspectives On Health" (with Patch Adams, Deepak Chopra, Simon Mills and
Mira Shiva). (Schumacher College)
Die Terminübersicht wurde von uns zu eurer Information zusammengestellt.
Wir können nicht überprüfen, ob Veranstaltungen abgesagt oder verschoben
werden. Bitte richtet eure Anfragen und Anmeldungen an die in Klammer nach
dem Termin angegebenen Organisationen. Bei mehreren Veranstaltungen einer
Organisation findet Ihr die Adresse bzw. Telefonnr. nur bei der ersten
angeführten Veranstaltung der gleichen Organisation. Weitere Termine und
aktuelle Ergänzungen findet ihr auch unregelmäßig im e-Rundbrief Info,
siehe www.begegnungszentrum.at/archiv/
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Fri Oct 29 14:52:50 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 29 Oct 2004 15:52:50 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 148 - RB Nr. 114 - Buchtipps; Computer Forensik
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041029154608.02596310@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 148 - RB Nr. 114 - Buchtipps; Matthias Michael Reichl:
Computer Forensik - Computerkriminalität (Buchrezension)
Bad Ischl, 29.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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BUCHTIPPS
Neue Bücher und Materialien in unserer Bibliothek
1. VERGANGENHEIT - GEGENWART - ZUKUNFT - PHILOSOPHIE
Hans-Ulrich Wehler: Konflikte zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Essays. 2003.
Beck bsr 1551. € 12,90
Prof. Hans-Peter Dürr: Haben Utopien ausgedient?
Robert-Jungk-Memorial-Lecture 2004. CD-ROM. 2004 JBZ-Verlag,
Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (Robert-Jungk-Pl. 1, A-5020
SALZBURG). € 10,-
Haben Utopien ausgedient? Veranstaltungsreihe zum 10. Todestag von Robert
Jungk. Mit Beiträgen von Hans-Peter Dürr, Peter Stephan Jungk, Adrian
Reinert, Michaela Strasser u.a. DVD. 2004 JBZ-Verlag. € 20,-
Grenzen der Utopie? Krieg der Hoffnung? Ernst Bloch zum 25. Todestag. Vor
Schein Nr. 24. Jahrbuch 2003 der Ernst-Bloch-Assoziation. Hrsg. v. Doris
Zeilinger. 2004 PHILO & Philo Fine Arts GmbH. € 19,80
Arno Münster: Ernst Bloch. Eine philosophische Biographie. 2004 PHILO &
Philo Fine Arts GmbH. € 29,90
Jürgen Habermas/ Jacques Derrida: Philosophie in Zeiten des Terrors. 2004
PHILO & Philo Fine Arts GmbH. € 24,-
Dietmar Mieth: Kleine Ethikschule. 2004 Herder TB Nr. 5471. € 9,90
2. POLITIK - SOZIALISMUS - MEDIEN - KULTUR - KUNST
Dirk Lange: Historisch-politische Didaktik. Zur Begründung
historisch-politischen Lernens. Studien zu Politik und Wissenschaft. 2004
Wochenschau Verlag. € 13,80
Michael Breisky: Der Kompass im Kopf. Menschliches Maß und Politik im 21.
Jahrhundert (anknüpfend an Leopold Kohr). 2004 Otto Müller Verlag. € 20,-
Leopold Kohr: Weniger Staat. Gegen die Übergriffe der Obrigkeit. (Essays
zur Befreiung vom Regiertwerden - für einen gewaltfreien Anarchismus.)
Hrsg. v. Ewald Hiebl und Günther Witzany. 2004 Otto Müller Verlag. € 20,-
Manfred u. Martina Fischer (Red.): Leopold Kohr - Von der Rückkehr zum
menschlichen Maß. (Broschüre.) 2004 Verein TAURISKA (Kammerlanderstall 15a,
A-5741 Neukirchen/Grv.).
Noam Chomsky: Letters from Lexington: Reflections on Propaganda. New Update
Edition. 2004 Pluto Books. £ 12.99
Tiziana Terranova: Network Culture. Politics for the Information Age. 2004
Pluto Books. £ 14.99
Gernot Candolini: Die Faszination der Labyrinthe. Das Praxisbuch. Mit
Kopiervorlagen. 2004 Kösel Verlag. € 15,95
3. POLITISCH ARBEITEN UND ORGANISIEREN - ALTERNATIVE PROJEKTE
Klaus Woltron/ Hermann Knoflacher/ Agnieszka Rosik-Kölbl (Hg.): Wege in den
Postkapitalismus. (Beiträge des Club of Vienna für die Alternativen zum
Kapitalismus). 2004 Edition selene. € 21,70
Saral Sarkar/ Bruno Kern: Ökosozialismus oder Barbarei. Eine zeitgemäße
Kapitalismuskritik. 2004 Initiative Ökosozialismus (c/o Bruno Kern,
Mombacher Str. 75 A, D-55125 MAINZ). € 2,- + Versandk.
Kai Ehlers: Erotik des Informellen. Impulse für eine andere Globalisierung
aus der russischen Welt jenseits des Kapitalismus. Von der Not der
Selbstversorgung zur Tugend der Selbstorganisation. 2004 edition 8. sFr 26,80
4. GEWALT - GEWALTFREIER WIDERSTAND
medica mondiale e.V. (Hrsg.): Sexualisierte Kriegsgewalt und ihre Folgen.
Handbuch zur Unterstützung traumatisierter Frauen in verschiedenen
Arbeitsfeldern. 2004 Mabuse Verlag. € 29,80
Marshall B. Rosenberg: Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommunikation. Ein
Gespräch mit Gabriele Seils. 2004 Herder TB Nr. 5447. € 8,90
Johan Galtung: Transcend and Transform. An introduction to conflict work.
2004 Pluto Books. £ 15.99
5. FRIEDE - KRIEG - MILITÄR - WEHRDIENSTVERWEIGERUNG - RÜSTUNG
Jörg Calließ/ Christoph Weller (Hrsg.): Friedenstheorie. Fragen - Ansätze -
Möglichkeiten. Nr. 31/03 2003 Evang. Akademie Loccum (Postfach 2158,
D-31545 REHBERG-LOCCUM). € 18,-
Thomas Nauerth (Hg.): Handbibliothek Christlicher Friedenstheologie.
Digitale Bibliothek mit ca. 7.500 Seiten Texte (CD-ROM). 2004 Directmedia
Publishing GmbH. € 19,90
Österreichsiches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hrsg.): Pax
Americana und Pax Europaea. Konsens oder Konflikt um eine neue
Weltordungskonzeption? Friedensbericht 2004. Ergebnisse der
State-of-Peace-Konferenz 2004. Dialog Bd. 46. 2004 Agenda Verlag. € 27,-
Friedensgutachten 2004 didaktisch. Unterrichtshilfen und Materialien.
Bearb. v. Günther Gugel u. Uli Jäger in Zusammenarbeit mit des Herausgebern
des Friedensgutachtens 2004. 2004 Verein für Friedenspädagogik Tübingen
(Corrensstr. 12, D-72076 TÜBINGEN). € 5,-
Brigitte Hamann: Der Erste Weltkrieg. Wahrheit und Lüge in Bildern und
Texten. 2004 R. Piper Verlag. € 29,90
Helen Caldicott: The New Nuclear Danger. George W. Bush's
Military-Industrial Complex. 2004 The New Press Publ. (38 Greene Street,
NEW YORK, NY 10013 USA). $ 17.95
Michael Moore: Verraten und Verkauft; Briefe von der Front - Will they ever
trust us again? (US-Soldaten im Irak und Angehörige in den USA kritisieren
den Krieg) 2004 Piper Verlag. € 16,90
7. FASCHISMUS - NATIONALSOZIALISMUS - ZWEITER WELTKRIEG
Gerhard Vinnai: Hitler - Scheitern und Vernichtungswut. Zur Genese des
faschistischen Täters. 2004 Psychosozial-Verlag. € 24,90
8. POPULISMUS - NATIONALISMUS - RECHTSEXTREMISMUS - RASSISMUS
Hans-Peter Burmeister (Hrsg.): Ursachen und Folgen des Rechtspopulismus in
Europa. Nr. 18/03 2003 Evang. Akademie Loccum (Postfach 2158, D-31545
REHBERG-LOCCUM). € 12,-
Brigitta Gerber: Die antirassistische Bewegung in der Schweiz.
Organisationen, Netzwerke und Aktionen. 2004 Seismo Verlag. € 39,-
Rassismus Report 2003. Einzelfall-Bericht über rassistische Übergriffe in
Österreich. Schwerpunkt-Thema: Recht & Rassismus. 2004 Hg. v. ZARA -
Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit (Luftbadg. 14 - 16, A-1060
WIEN). Kostenlos
9. MENSCHENRECHTE - MINDERHEITEN - FLÜCHTLINGE - MIGRANTEN- SICHERHEIT - TERROR
Human Rights in the OSCE Region: Europe, Central Asia and North America.
Report 2004 (Events of 2003). 2004 Ed. by IHF - International Helsinki
Federation for Human Rights (Wickenburgg. 14/7, A-1080 WIEN). Kostenlos
Eine Politik sozialer Menschenrechte in Zeiten von Verarmung und
Repression. Dokumentation einer Tagung in der Evangelischen Akademie
Arnoldshain Sept. 2003. 2004 Hg. v. Komitee für Grundrechte und Demokratie/
Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein (Aquinostr. 7 - 11, D-50670
KÖLN). € 10,-
Giorgio Agamben: Ausnahmezustand. (Homo sacer II.1. Das herrschende
Paradigma des Regierens). 2004 es 2366. € 9,-
Ulrike Donat: Polizeiliche Freiheitsentziehung. Eine Anleitung zum
Rechtsschutz (bei Bürgerprotesten in Deutschland). Hg. v. Republikanischer
Anwältinnen- und Anwälteverein, Holtfort-Stiftung und Ermittlungsausschuss
Gorleben. 2003 RAV - Republikanischer Anwältinnen- und Anwaltsverein
(Greifswalderstr. 4, D-10405 BERLIN). € 8,-
Ronald Thoden (Hg.): Terror und Staat. Der 11. September - Hintergründe und
Folgen: Geostrategie, Terror, Geheimdienste, Medien, Kriege, Folter.
Edition Zeitgeschichte. 2004 Kai Homilius Verlag. € 19,90
Jerry Piven/ Chris Boyd/ Henry Lawton (Eds.): Terrorism, Jihad, and Sacred
Vengeance. 2004 Psychosozial-Verlag. € 29,90
10. MANAGEMENT - WIRTSCHAFT - ARBEIT - LANDWIRTSCHAFT
Klaus Ottomeyer: Ökonomische Zwänge und menschliche Beziehungen. Soziales
Verhalten im Kapitalismus. Wissenschaftliche Paperbacks 21. 2004 LIT
Verlag. € 18,90
Christiane Oppermann: Schwarzbuch Banken. 2004 Knaur TB Nr. 77715. € 8,90
Steuern steuern... Dossier 06/2004 Hg. v. KSÖ - Katholische Sozialakademie
(Schottenring 35/DG, A-1010 WIEN). € 4,36
Wolfgang Hafner: Im Strudel der Finanzmärkte. Pensionskassen in der
Schweiz. 2004 Rotpunktverlag. sFr 34,-
11. SOZIALES - RANDGRUPPEN
WIDERSPRUCH 46: Marktregime und Subjekt im Neoliberalismus. Reform und
Regulierung des Sozialen; Moderne Zwangsarbeit, Neues Arbeitsmarktregime,
Geschlechterverhältnisse, Gesundheitsrisiken; Macht und Subjektivierung;
Gouvernementalität und Sicherheit; Ordnungsmacht Psychiatrie; Demütigung
und Gewalt; Fitness und Konformität; Schweiz - die Kaderschmiede des
Neoliberalismus... 2004 "Widerspruch" (Postf. 652, CH-8026 ZÜRICH). sFr 25,-
Clemens Sedmak: Option für die Armen - eine Gebrauchsskizze. Working Papers
theories & commitments 07. 2004 Poverty Research Group, (University of
Salzburg, Department of Philosophy, Franziskanerg. 1, A-5020 SALZBURG).
Thomas Böhler/ Clemens Sedmak: Armutsforschung und Armutsminderung - eine
Bestandsaufnahme aus einem ethischen Blickwinkel. Working Papers facing
poverty 07. 2004 Poverty Research Group, University of Salzburg
Armutsbericht Oberösterreich 2003. Mut zur Bekämpfung von Armut. Erarbeitet
von Studierenden der Lehrveranstaltung "Armut und Soziale Ausgrenzung" im
Sommersemester 2003. Gekürzte Fassung. Hg. v. Christine Stelzer-Orthofer,
Roswitha Hofmann, Petra Hofbauer u.a. 2004 Institut für Gesellschafts- und
Sozialpolitik der Universität Linz (Altenbergerstr. 69, A-4040 LINZ). ISBN
3-900581-45-2
(Karrikatur nur im gedruckten Rundbrief . Aus "Publik-Forum" Nr.23 / 5.
Dezember 2003)
12. STADT - WOHNEN - VERKEHR - FREMDENVERKEHR
Bauen - Wohnen - Leben mit Qualität! Perspektiven einer zukünftigen
Siedlungsentwicklung. Tagungsband zum Oberösterreichischen Umweltkongress
2004. 2004 Hg. v. Oö. Akademie für Umwelt und Natur (Stockhofstr. 32,
A-4021 LINZ).
13. UMWELT - NATURSCHUTZ - GENTECHNIK
Aloys P. und Aloys H. Hüttermann: Am Anfang war die Ökologie.
Naturverständnis im Alten Testament. 2004 Herder TB Nr. 5462. € 9,90
Jeffrey M. Smith: Trojanische Saaten. GenManipulierte Nahrung -
GenManipulierter Mensch. 2004 Riemann Verlag. € 19,-
14. GESUNDHEIT - ERNÄHRUNG
Willigis Jäger/ Christoph Quarch: "... denn auch hier sind Götter".
Wellness, Fitness und Spiritualität. 2004 Herder TB Nr. 5457. € 8,90
15. NATURWISSENSCHAFT - TECHNOLOGIE - COMPUTER
Hans-Peter Dürr: Auch die Wissenschaft spricht nur in Gleichnissen. 2004
Herder TB Nr. 5485. € 8,90
Gerhard Laga/ Jürgen H. Gangoly/ Michael Eisenriegler:
spam://e-mail-werbung. Der schmale Grat zwischen sinnvoller Werbung und
verbotenem Spamming. Ein Handbuch über rechtliche Rahmenbedingungen, Sinn
und Unsinn von E-mail-Werbung und darüber, wie man sich vor Spam schützt.
2004 Verlag Österreich. € 16,80
16. ENERGIE - ATOMTECHNOLOGIE
Franz Alt: Die Sonne schickt uns keine Rechnung. Neue Energie - neue
Arbeitsplätze. Aktualisierte Ausgabe. 2004 R. Piper Verlag SP 4129. € 10.20
Richard Heinberg: The Party's Over. Das Ende der Ölvorräte und die Zukunft
der industrialisierten Welt. Nachwort v. Hans-Peter Dürr. 2004 Riemann
Verlag. € 21,-
18. PSYCHOLOGIE
Angelika Ebrecht: Die Seele und die Normen. Zum Verhältnis von
Psychoanalyse und Politik. 2004 Psychosozial-Verlag. € 36,-
Entdecke den Clown in dir. Chancen für ein lebendiges Leben. Publik-Forum
EXTRA 2/2004. Publik-Forum-Verlag. € 6,50
19. FRAUEN - MÄNNER
Alfred Goubaran: Der parfümierte Garten. Ein Handbuch arabischer
Liebeskunst. (Transposition des Buches "The Perfumed Garden" von Sheikh
Nefzawi - Beiträge zu "Make love, not..."). Die Bibliothek von Salé. 2004
Edition selene. € 18,60
20. KINDER - JUGEND - FAMILIE
Kinder sind keine Sklaven. Handreichungen zur Kampagne München gegen
ausbeuterische Kinderarbeit. 2003. Hg. v. Nord Süd Forum München
(Schwanthalerstr. 80, D-80336 MÜNCHEN). € 5,- CD-Rom. € 3,-
21. RELIGIONEN - SPIRITUALITÄT - SEKTEN
Neil Douglas-Klotz: Aus derselben Quelle leben wir. Wege zum Frieden
zwischen Christen, Juden und Muslimen. 2004 Kösel Verlag. € 19,95
Dalai Lama mit Howard C. Cutler: Mein Wegweiser zum Glück. 2004 blt TB Nr.
60538. € 6,-
Carola Meier-Seethaler: Jenseits von Gott und Göttin. Plädoyer für eine
spirituelle Ethik. 2001 Beck bsr 1438. € 12,50
22. CHRISTENTUM
Herbert Haag/ Joe H. Kirchberger/ Dorothee Sölle/ Caroline H. Ebertshäuser:
Maria. Die Gottesmutter in Glauben, Brauchtum und Kunst. Bild-Textband.
1997/ 2004 Verlag Herder. € 20,50
Willibald Feinig: Vergessener Gesandter. Denkmal für Johannes XXIII. 2004
Otto Müller Verlag. € 14,50
Jörg Baumgarten (Hg.): Zephania Kameeta - Im Wind der Befreiung.
Grenzgänger zwischen Kirche und Politik. Reden - Meditationen - Texte aus
Afrika. 2004 Peter Hammer Verlag. € 14,-
23. ENTWICKLUNGSPOLITIK - GLOBALISIERUNG - DRITTE WELT
Christian Zeller (Hrsg.): Die globale Enteignungsökonomie. 2004 Verlag
Westfälisches Dampfboot. € 24,80
Roland Benedikter (Hg.): Postmaterialismus. Band 6: Die Globalisierung.
2004 Passagen Verlag. € 22,-
Alan Freeman/ Boris Kagarlitsky (Ed.): The Politics of Empire.
Globalisation in Crisis. (Contributions by Walden Bello and Jayati Gosh.)
2004 Pluto Books. £ 13.99
Globalisierung und Zivilgesellschaft. Aspekte der neuen Weltordnung. Red.
Monika Juch/ Sigrid Rosenberger. 2004 Zukunfts- und Kulturwerkstätte
(Schönlaterng. 9, A-1010 WIEN). € 5,-
Maria Mies: Krieg ohne Grenzen? Die neue Kolonisierung der Welt. (Mit
Beitrag von Claudia von Werlhof) Neue Kleine Bibliothek 94. 2004 PapyRossa
Verlag. € 14,80
Pascal Bruckner: Ich kaufe, also bin ich. Mythos und Wirklichkeit der
globalen Welt. 2004 Aufbau Verlag. € 19,90
Hunger ist kein Schicksal. Beiträge u. a. von Jean Ziegler und zu Landlosen
in Brasilien, redigiert v. Wolfgang Kessler (Publik-Forum) u. Armin Paasch
(FIAN-Deutschland). Dossier-Beilage in "Publik-Forum" Nr. 18/2004.
Publik-Forum Verlagsgesellschaft. € 3,40
Thomas Atzert/ Jost Müller (Hrsg.): Immaterielle Arbeit und imperiale
Souveränität. Analysen und Diskussionen zu Empire (pro und kontra zu
Antonio Negri und Michael Hardt). 2004 Verlag Westfälisches Dampfboot. € 24,80
Jörg Bergstedt: Mythos attac. Hintergründe - Hoffnungen -
Handlungsmöglichkeiten. (Kritisch/ polemisches zu attac und anderen
Bewegungen sowie die rechten und linken Ränder). 2004 Brandes & Apsel. € 14,90
AStA der Geschwister-Scholl-Universität München (Hg.): Spiel ohne Grenzen.
Zu- und Gegenstand der Antiglobalisierungsbewegung. (U.a. mit polemischen
Vorwürfen wegen angeblichem Antisemitismus, Antiamerikanismus usw.) 2004
Verbrecher Verlag Labisch & Sundermeier. € 15,-
Jörg Huffschmid/ Dieter Eißel/ Hannes Koch/ Margit Walter: Öffentliche
Finanzen: gerecht gestalten! AttacBasisText 10. 2004 VSA-Verlag. € 6,50
Peter Hauschild u.a.: Kommunen im Fadenkreuz. AttacBasisTexte 9. 2004
VSA-Verlag. € 6,50
Gesundheit, Bildung, Wasser: Der große Ausverkauf. Dossier-Beilage in
"Publik-Forum" Nr. 17/2004. Publik-Forum Verlagsgesellschaft. € 3,40
A Decade After Cairo. Women's Health in a Free Market Economy. Briefing 30.
2004 Ed. by The Corner House (PO. Box 3137, Sturminster Newton, Dorset DT10
1YJ, GB)
24. EUROPA - EU
Gerald Oberansmayr: Auf dem Weg zur Supermacht. Die Militarisierung der
Europäischen Union. 2004 Promedia Verlagsges. € 9,90
Die europäische Konstitution des Neoliberalismus. Für eine demokratische
europäische Verfassungsbewegung. 2004 Hg. v. Komitee für Grundrechte und
Demokratie/ Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein. (Aquinostr. 7
- 11, D-50670 KÖLN). € 10,-
Anne Karrass/ Ingo Schmidt/ Hans-Jürgen Bieling/ Frank Deppe/ Klaus Drüger/
Jörg Huffschmid: Europa: lieber sozial als neoliberal. AttacBasisTexte 11.
2004 VSA-Verlag. € 6,50
Udo Ulfkotte: Grenzenlos kriminell. Die Risiken der EU-Osterweiterung - was
Politiker verschweigen. 2004 C. Bertelsmann Verlag. € 19,90
Die neue EU und Europa: Vom Enthusiasmus zur Desillusion?
Ost-West-Gegeninformationen Nr. 1/2004 (c/o Abt. f. Südosteuropäische
Geschichte, Mozartg. 3, A-8010 GRAZ). € 3,-
Claus Leggewie (Hrsg.): Die Türkei und Europa. Die Positionen. 2004 es
2354. € 12,-
26. MITTEL-OSTEUROPA - BALKAN - GUS
Michael Levy: Donau-Monarchie und europäische Zivilisation. Über die
Notwendigkeit einer Zivilreligion. 2004 Passagen Verlag. € 16,-
György Dalos: Ungarn in der Nußschale. Geschichte meines Landes. 2004 C.H.
Beck Verlag. € 19,90
Religion in Osteuropa: Zwischen Politik und Glauben. Wahlen in Russland und
Serbien. Hg. v. Ost-West-Gegeninformationen Nr. 4/2003. € 3,-
27. NAHER OSTEN - ASIEN - AUSTRALIEN - OZEANIEN
Michael Warschawski: Mit Höllentempo. Die Krise der israelischen
Gesellschaft. 2004 Edition Nautilus. € 10,90
Michael Warschawski: An der Grenze. (Biographisches über das Engagement
eines jüdischen Israeli im palästinesich-israelischen Konflikt.) 2004
Edition Nautilus. € 19,90
Krise in Nahost (und andere Themen). "Friedensforum" Nr. 4/2004. Netzwerk
Friedenskooperative (Römerstr. 88, D-53111 Bonn). € 2,50 + Versand
Sophia Deeg: Ich bin als Mensch gekommen. Internationale Aktivisten für
einen Frieden von unten (zwischen Palästinensern und Israelis). 2004 Aufbau
TB Nr. 7043. € 9,50
Gino Strada: Buskashì. Reise in den Afghanistan-Krieg.
("Emergency"-Initiative für Opfer von Krieg und Landminen). 2004 edition
8. sFr 29,80
Namgyal Lhamo Taklha: Geboren in Lhasa. Der faszinierende Lebensweg der
Schwägerin des Dalai Lama. 2004 Bastei-Lübbe blt TB Nr.61546. € 8,90
Stephanie Pauly: Rapa Nui. Eine Liebe auf der Osterinsel. (Zwischen einer
Deutschen und einem Polynesier.) 2004 Knaur TB Nr. 77698. € 9,90
28. AFRIKA
Lawford Imunde (Hrsg.): Kein Leben ohne Wurzeln. No Life without Roots. Die
Rolle der Kultur in der Entwicklung Afrikas. The Role of Culture in the
Development of Africa. Nr. 50/02 2003 Evang. Akademie Loccum (Postfach
2158, D-31545 REHBERG-LOCCUM). € 12,-
Hartwig Euler: Zur Lage der Menschenrechte im Sudan - Islamischer Staat und
kulturelle Vielfalt. Nr. 13. 2003 Mission - Internationales Katholisches
Missionswerk - Fachstelle Menschenrechte (Goethestr. 43, D-52064
AACHEN). Kostenlos
29. NORD- UND LATEINAMERIKA
Andrea Böhm: Die Amerikaner. Reise durch ein unbekanntes Imperium. 2004
Verlag Herder. € 20,50
Michael Moore: Fahrenheit 9/11 Das Buch. Alle Fakten Alle Beweise Alle
Szenen. 2004 Piper Verlag. € 14,90
Michael Moore/ Kathleen Glynn: Hurra Amerika! "Adventures in a TV Nation".
(Bürgerprotestaktionen in USA, publiziert 1998). 2004 Piper Verlag. € 18,40
Theodore Roszak: Alarmstufe Rot. Amerikas Wildwest-Kapitalismus bedroht die
Welt. 2004 Riemann Verlag. € 18,-
Hans Leyendecker: Die Lügen des Weißen Hauses. Warum Amerika einen
Neuanfang braucht. 2004 Rowohlt Verlag. € 14,90
Ariel Dorfman: Other Septembers, many Americas. Selected Provocations 1980
- 2004. 2004 Pluto Books. £ 12.99
Eduardo Galeano: Erinnerung an das Feuer. Gesamtausgabe (seiner Essays zu
Lateinamerika und weltweiten Themen). 2004 Peter Hammer Verlag. € 29,90
Frei Betto: Zero Hunger Social Mobilization. Federal Republic of Brazil.
(Mit Texten von Präsident Lula zur Beseitigung des Hungers in Brasilien).
2004 FOMEZERO (www.fomezero.gov.br). Kostenlos
30. INDIGENE VÖLKER
Grundlegende Rechte indigener Völker stärken: Beitritt zur ILO-Konvention
169! Berichte Nr. 93. Hg. v. Missionszentrale der Franziskaner (Postf.
200953, D-53139 BONN). 2004
Lebenszeichen 2005, Thema "Heil-Weise". Farbbildkalender mit 13 großen
Farbfotos, Texten und Fotos auf den Rückseiten. Hg. v. Gesellschaft für
bedrohte Völker - Österreich. 2004 GfbV, Untere Viaduktg. 53, A-1030 Wien.
€ 17,90
31. LITERATUR - KARIKATUREN
Frank Tichy: Franz Innerhofer. Auf der Suche nach dem Menschen. (Biographie
des Salzburger/ Grazer Schriftstellers). 2004 Residenz Verlag. € 28,90
Felix Mitterer: Die Beichte. Theaterstück (zum Kindesmißbrauch durch
katholischen Priester). 2004 Haymon Verlag. € 10,-
Dorothea Dieckmann: Guantánamo. Roman (Dokumentarisches über
"terroristische" Gefangene im US-Militärcamp auf Kuba). 2004 Klett-Cotta
Verlag. € 16,-
Deborah Ellis: Am Meer wird es kühl sein. (Jugendroman über ein
afghanisches Flüchtlings-Mädchen in Pakistan.) 2004 Jungbrunnen Verlag. €
13,40
Kangni Alem: Coca Cola Jazz. Roman (zu globalisierten Konflikten in
Afrika). 2004 Peter Hammer Verlag. € 19,90
Saul Bellow: Ravelstein. Roman (zum Niedergang der US-Kultur). 2003
Bastei-Lübbe blt TB Nr. 92120. € 8,90
William Gibson: Mustererkennung. Roman (über die suggestive Macht von
Filmclips und elektronischen Netzen). 2004 Klett-Cotta Verlag. € 24,50
Matthias Körner: Tödliches Wasser. Roman (Umweltkrimi zu Wasserproblemen in
einem ostdeutschen Braunkohlenrevier). 2004 Gustav Kiepenheuer Verlag. € 16,90
Michail Soschtschenko: Wie mit Gabeln aufs Wasser geschrieben. Erzählungen.
(Satirisches aus Sowjetrussland). 2004 persona verlag Lisette Buchholz. €
17,50
Arto Paasilinna: Vorstandssitzung im Paradies. Roman (Satire über
finnisch/schwedische Schiffbrüchige). 2004 Bastei-Lübbe blt TB Nr.
92159. € 7,90
Arto Paasilinna: Im Jenseits ist die Hölle los. Roman (Kuriose Diesseits-
und Jenseitserfahrungen eines verstorbenen Finnen). 2004 edition lübbe. € 14,-
Felix Mitterer: Superhenne Hanna. Kinderbuch (ab 9 J. - über
Befreiungsaktionen aus Hühnerfabriken und Legebatterien). 2003 G&G Kinder-
u. Jugendbuchverlag. € 10,90
Felix Mitterer: Superhenne Hanna gibt nicht auf. Kinderbuch (ab 9 J. -
Befreiung aus "Folteranstalt" mit Tierversuchen und Genmanipulation). 2004
G&G Kinder- u. Jugendbuchverlag. € 11,90
Alfred Komarek/ Eva Kellner: Bohumil Blubb und die Wächter der Wasserwelt.
(Kinderbuch ab 8 Jahren - über Wasserverschmutzung und Überflutungen). 2004
NP-Verlag. € 12,90
Computer Forensik
Durch die stark steigende Computerkriminalität hat sich in den letzten
Jahren ein neues Fachgebiet innerhalb des Bereichs IT-Sicherheit etwickelt,
die Computer Forensik. Ähnlich wie bei der klassischen Spurensicherung geht
es hier darum möglichst viele, idealerweise gerichtsverwertbare,
Informationen nach einem Sabotageakt, Hackerangriff o.ä. zu sammeln um
dadurch den Angreifer dingfest machen zu können sowie die Absicherung der
IT-Systeme zu verbessern.
Der Autor beschreibt recht detailliert welche Punkte bei der
Spurensicherung zu beachten sind und wie man vorgehen muss um nicht
versehentlich Spuren zu vernichten. Sowohl für Windows als auch für Linux
wird eine Reihe von freien und kommerziellen Programmen vorgestellt, die
viele der Routinetätigkeiten automatisieren können.
Ein eigener Abschnitt beschäftigt sich speziell den rechtlichen Aspekten
der Computer Forensik: Was ist zu beachten, damit gesicherte Spuren auch
vor Gericht als Beweis anerkannt werden? Welche Möglichkeiten der zivil-
und strafrechtlichen Verfolgung existieren?
Trotz der komplexen Materie hat es der Autor geschafft das Thema gut
verständlich zu strukturieren und dabei alle wesentlichen Bereiche zu
behandeln. Fazit: ein empfehlenswertes Buch für alle die im Bereich der
IT-Sicherheit arbeiten oder sich für diese Thematik interessieren.
Matthias Michael Reichl
Alexander Geschonneck: Computer Forensik. Systemeinbrüche erkennen,
ermitteln aufklären. iX-Edition. 2004 dpunkt.verlag. € 38,-
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Fri Oct 29 22:26:37 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 29 Oct 2004 23:26:37 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 147 - RB Nr. 114 - OSZE US-Praesidentschaftswahlen; M.
Moores Film u. Buecher
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041029232616.0261a0e0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 147 - RB Nr. 114 - OSZE überwacht Präsidentschaftswahlen
in den USA; Michael Moore's Film "Fahrenheit 9/11" im Fernsehen und neue
Bücher.
Bad Ischl, 29.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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OSZE überwacht Präsidentschaftswahlen in den USA
100 OSZE -Beobachter werden erstmals vom 8.10. bis 4.11. auf Einladung des
US-Außenministeriums - in 10 US-Bundesstaaten (inkl. Florida) - eine
US-Präsidentschaftswahl kontrollieren. Bisher wurden Beobachter in Länder
entsendet, die erste Schritte in Richtung Demokratie wagen. Dass es Zweifel
an einer korrekten Wahlabwicklung im selbst ernannten Mutterland der
Demokratie gibt, liegt vor allem am Einsatz von fehleranfälligen
Wahlmaschinen. Diese werden weiterhin in mehr als der Hälfte aller
US-Bundesstaaten genutzt. In anderen Staaten wie Kalifornien kommen neue
Touch-Screen-Systeme zum Einsatz. Wegen Zweifeln an ihrer
Funktionstüchtigkeit hatte die OSZE schon bei der Gouverneurs-Wahl im
vergangenen Oktober Beobachter nach Kalifornien geschickt.
Zudem durften 2000 tausende Bürger in Florida überhaupt nicht an der Wahl
teilnehmen, weil sie auf einer Liste angeblicher Schwerverbrecher standen
und ihnen deshalb zu Unrecht das Wahlrecht entzogen worden war. Es wurde
offen darüber spekuliert, dass dadadurch viele potenzielle Wähler des Al
Gore betroffen waren. Gouverneur in Florida ist - damals wie heute - George
W. Bush's Bruder Jeb.
Wissenschaftler der Association for Computing Machinery (ACM) fordern ein
generelles Verbot von elektronischen Wahlmaschinen, solange diese nicht
einen physischen Beweis (beispielsweise in Form eines Papierbelegs)
erbringen, dass auch wirklich das Votum des Anwenders gespeichert wurde.
Ohne einen solchen Nachweis, meinen die Computer-Spezialisten, könnten
fehlerhafter Codes oder vorsätzliche Eingriffe in die Software die
Wahlergebnisse verfälschen, ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon merkt.
Deshalb müsse jeder Nutzer einer Wahlmaschine einen Beleg über die
vollzogene Stimmabgabe erhalten.
Der ehemalige US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter hat
offen vor Wahlbetrug und Chaos im Bundesstaat Florida gewarnt. Grundlegende
Voraussetzungen für faire Wahlen wie eine unparteiische Wahlkommission oder
ein einheitlicher Wahlmodus seien dort nicht gegeben. "Es ist beunruhigend,
dass die Probleme von 2000 nicht beseitigt wurden", sagte Carter gegenüber
US-Medien. Auch diesmal sei offensichtlich ein "ungeschickter Versuch"
unternommen worden, mehr als 20.000 Afro-Amerikaner und potenzielle
demokratische Wähler zu streichen. (pmz/c't),
http://www.heise.de/newsticker/meldung/51572
Red. v. Matthias Reichl
Michael Moore's Film "Fahrenheit 9/11" im Fernsehen und als Buch
Am 1.11. um 20.15 im ORF auf Ö1, anschließend eine Diskussionsrunde in
"Offen gesagt spezial". In Deutschland: am 1.11. um 20.15 auf Pro 7 und am
2.11. um 23.20 auf Sat 1.
In den USA ist die freie TV-Ausstrahlung von "Fahrenheit 9/11" noch vor der
US-Wahl gescheitert, da der DVD-Distributor Columbia sich diesem Vorhaben
verweigert hat. Schließlich ist Columbia vor allem am Verkauf der DVDs und
nicht an den politischen Ambitionen von Michael Moore interessiert. Es ist
aber am 1. November ein "Michael Moore Pre-Election-Special" geplant,
welches im Pay per View-Verfahren via Kabel zu sehen sein soll und in
dessen Rahmen der Film auch gezeigt wird.
M. R.
Ergänzungen zu den Buchtipps
Zum Film: Michael Moore: Fahrenheit 9/11 Das Buch. Alle Fakten Alle
Beweise Alle Szenen. 2004 Piper Verlag. € 14,90 (Siehe auch Buchtipps
Seite 10)
Ein weiteres zum Irakkrieg: Michael Moore: Verraten und Verkauft. Briefe
von der Front - Will they ever trust us again? 2004 Piper Verlag. € 16,90
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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From mareichl@ping.at Sat Oct 30 11:06:48 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 30 Oct 2004 12:06:48 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 149 - RB Nr. 114 - EU-Kommission und -Verfassung in
schlechter Verfassung
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041030115500.025a0b00@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 149 - RB Nr. 114 - Matthiass Reichl/ Attac Österreich:
EU-Kommission in schlechter Verfassung; Werkstatt Frieden & Solidarität
Linz: EU-Verfassung in schlechter Verfassung
Bad Ischl, 30.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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EU-Kommission in schlechter Verfassung
Der Rückzieher des EU-Komissionspräsidenten Barroso sollte wohl eine
Notbremse sein. Zu sichtbar war die unheilige Allianz alter
(christlich-reaktionärer) Machtpolitik vom Typ des Italieners Buttiglione
und der neoliberal orientierten "neuen Garde". Dass solche - scheinbar
ideologisch widersprüchlichen - Seilschaften taktisch geschickt gemeinsam
agieren können, zeigt sich (nicht nur) im US-Regierungskartell und an den
in ihrem Schatten agierenden Lobbyisten. Ähnliches wurde schon seit
längerem auch auf EU-Ebene sichtbar.
In Ergänzung zur Presseaussendung von Attac Österreich (siehe unten) müssen
noch der ungarische Sozialdemokrat Kovacs als inkompetenter Kommissar für
Energie (mit Kontakten zur Atomlobby) und andere Kommissare mit
umweltrelevanten Agenden kritisch unter die Lupe genommen werden.
Matthias Reichl
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Attac kritisiert enge Verbindungen wichtiger nominierter KommissarInnen mit
europäischer Großindustrie
Wenn das Europaparlament den Kommissionsvorschlags Barrosos ablehnt, wäre
das eine Chance zur Neubesetzung dieser demokratisch so wichtigen Runde mit
ExpertInnen anstatt mit LobbyistInnen. Um Europa bis 2010 zur
wettbewerbsfähigsten Region der Welt zu machen, sind sechs
Wirtschafts-Kommissare angetreten. "Die biographischen Steckbriefe der Crew
lesen sich wie ein Who is Who eines Management-Magazins. Mit der
Nominierung dieser Kommission setzt man ein deutliches Signal für ein
"Corporate Europa", dass wie eine Aktiengesellschaft gemanagt werden soll,
wo gesamtwirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte bestenfalls
zweitrangig sind, kritisiert die stellv. Attac-Obfrau Cornelia Staritz .
"Barrosos Team glaubt an Wettbewerbsorientierung, Liberalisierung und
Deregulierung, undifferenziertes Wachstum, Abbau von
Binnenmarkt-Hindernissen und eine restriktive Zins- und Budgetpolitik -
lauter neoliberale Rezepte, die sich schon bisher nicht bewährt haben", so
Staritz.
Wettbewerbs-Kommissarin Neelie Kroes Die Wirtschaftswissenschaftlerin und
Mitglied der konservativ-liberalen niederländischen VVD gilt als die neue
starke Frau in Brüssel. Die Ex-Managerin war in zwölf Aufsichtsräten, u.a.
von Mc Donalds, dem IT-Unternehmen Lucent Technology,
dem Mobilfunkbetreiber MMO2 oder Volvo. Unlängst wurde auch bekannt, dass
sie für die US-amerikanische Rüstungsfirma Lockheed tätig war.
"Nickel-Neelie" (in Anspielung auf Großbritanniens "Eiserne" Lady ) nennt
man die ehemalige Verkehrsministerin, weil sie eine radikale Befürworterin
der Privatisierung von Staatsbetrieben ist. (Sie zeichnete für die
Privatisierung der Niederländischen Post und Telekom verantwortlich.) Ihre
Konzernvergangenheit erregte bei den Hearings zum Europarlament ernsthafte
Besorgnis. In Reaktion darauf legte sie alle Funktionen in der
Privatwirtschaft zurück und lässt ihr Privatvermögen (1, 6 Millionen Euro
)von unabhängigen Experten verwalten. Viele sehen ihre bisherige
Berufstätigkeit für unvereinbar mit ihren neuen Aufgaben: Firmenfusionen zu
überwachen und Strafen bei Verstößen gegen das Wettbewerbsgesetz zu
verhängen. Ihr "Insiderwissen" stellt nicht, wie Jose Manuel Barroso
meinte, eine Schlüsselkompetenz für dieses Ressort dar, sondern ein
zentrales Hindernis für unabhängiges und entschiedenes Eingreifen.
Kommissarin für Steuern und Zoll Ingrid Udre Ingrid "Business is Free" Udre
spricht sich klar für den schädlichen Steuerwettbewerb als ein Instrument
zur Standortpflege in Europa aus. Sie will sich nur für eine einheitliche
Bemessungsgrundlage der Körperschaftssteuer einsetzen. Allerdings ereilt
die Lettin in Brüssel der zweifelhafte Ruf ihrer Heimat, wo sie in einem
Parteispendenskandal verwickelt gewesen sein soll. Die Fragen der
Süddeutschen Zeitung zu den Bestechungsgeldvorwürfen als
Wirtschaftsministerin bleiben unerwidert. Zu den Aufgaben der
Steuer-Kommissarin zählt auch die Betrugsbekämpfung - eine SchelmIn, wer
dabei Böses denkt.
Binnemarkt-Kommissar Charlie McCreevy Charlie "I believe in Markets"
McCreevy macht die Umsetzung der Richtlinie (seines Vorgängers Frits
Bolkestein) zur Liberalisierung der Dienstleistungsmärkte zu seinem
persönlichen Anliegen. Der liberale irische Ex-Finanzminister will die
"Gestaltung" der Wirtschaft durch Regulierung vermeiden. Im
Herkunftslandprinzip sieht er ein Instrument zur Vollendung des
Binnenmarkts. Der "keltische Tiger" hat Irland zu einem Steuerparadies für
Unternehmen gemacht, lehnt jede Form der Steuerharmonisierung ab und setzt
sich für weniger Ausgaben der öffentlichen Hand ein.
Industrie-Kommissar Günter Verheugen Verheugen hat in seinen Antrittsworten
klargestellt, dass erst das Wachstum komme, dann der Umweltschutz. "Am
Industriefreund alter Prägung dürfte vorbeigegangen sein, dass sowohl
Wirtschaftswachstum Umwelt zerstören und Wohlstand verringern kann als auch
umgekehrt umweltschonendes Wirtschaften zu höherer Wertschöpfung führen
kann", so Staritz. Besonders beängstigend sind erste Andeutungen, dass er
die EU-Chemikalienrichtlinie REACH wieder aufschnüren und stärker auf die
Interessen der Chemieindustrie zuschneiden möchte.
Handels-Kommissar Peter Mandelson Der Fernsehjournalist gilt als Ahnherr
der medienorientierten Auftritte der "New Labour" Blairs. Mit der Berufung
nach Brüssel nimmt er den dritten Anlauf, längere Zeit in einem politischen
Amt zu verbleiben. Als Wirtschaftsminister holte er sich für seine
wettbewerbsfreundliches Gesetzte viel Lob von der Wirtschaft, scheiterte
aber an dem großzügigen Privatkredit eines Kabinettskollegen (in Höhe von
540.580,- EUR). Auch seine Amtszeit als Nord-Irland Minister musste er
wegen Freunderlwirtschaft früher beenden. "Mandelson glaubt nicht nur
undifferenziert und entgegen jeder Empirie an Arbeitsplatzschaffung und
Armutsverringerung durch Freihandel, er umgibt sich auch mit ehemaligen
Agrar- und Pharmalobbyisten wie Roger Liddle. Eine Team aus
freihandelskritischen ÖkonomInnen und entwicklungspolitischen ExpertInnen
wäre besser", so Staritz abschließend.
a t t a c Österreich/Presse, Beatrix Beneder, Margaretenstraße 166, A-1050
Wien, Tel. 01-54641/431, presse@attac.at, www.attac-austria.org
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EU-Verfassung in schlechter Verfassung
Die Teilnehmer der Aktions- und Informationskonferenz "Europa in schlechter
Verfassung" in der Arbeiterkammer Linz, veranstaltet von Attac Österreich,
dem Friedensvolksbegehren, LehrerInnen für den Frieden und der OÖ Plattform
gegen Atomgefahr am 11.9.2004 haben folgende Schlusserklärung verabschiedet:
Schlusserklärung der Konferenz vom 11.9.2004:
Der nun zur Ratifizierung in den EU-Mitgliedsstaaten anstehende "Vertrag
für eine Verfassung für Europa" enthält eine Aufrüstungs- und eine
Beistandsverpflichtung und steht damit in offenem Widerspruch zur
Neutralität; schreibt den EURATOM-Vertrag fest; hebt Liberalisierung und
Privatisierung in Verfassungsrang und forciert damit den Sozialabbau;
schreibt die Demokratiedefizite in der EU fort; lässt die zahlreichen
sozialen, demokratischen, feministischen, antirassistischen, ökologischen
und friedlichen Alternativen für die EU unberücksichtigt; schreibt die
fremdenfeindliche Politik der EU fort, insbesondere mit der Einschränkung
der Mobilität von MigrantInnen; wird mittlerweile schon in mehr als 10
Ländern einer Volksabstimmung unterzogen, während dieses Recht den Menschen
in Österreich nach wie vor verweigert wird.
Die TeilnehmerInnen der Konferenz "Europa in schlechter Verfassung" vom 11.
September 2004 sind davon überzeugt, dass dieser Verfassungsvertrag nicht
den Interessen und Haltungen der Mehrheit der Menschen in Österreich
entspricht. Die TeilnehmerInnen wollen ein soziales, weltoffenes und
demokratisches Österreich. Diese Mehrheit muss auch das Recht haben, den
vorliegenden Entwurf für eine EU-Verfassung zurückzuweisen. Die Verfassung
geht uns alle an deshalb fordern die TeilnehmerInnen eine Volksabstimmung!
Die TeilnehmerInnen der Konferenz wollen der Öffentlichkeit die Gründe
aufzeigen, warum eine Ratifizierung der "Verfassung für Europa" abzulehnen
ist. Sie wollen in der Woche vor der Unterzeichnung des
Verfassungsvertrages durch die EU-Staats- und Regierungschefs am 29.
Oktober 2004 in Rom in ganz Österreich eine Aktionswoche durchführen.
Umfassende und kritische Informationen zu den komplexen Problemen der
EU-Verfassung hat Gerald Oberansmayr in seinem Buch "Auf dem Weg zur
Supermacht" zusammengestellt. Es ist damit eine unverzichtbare Grundlage
zum obigen Aufruf und zum Friedensvolksbegehren.
Gerald Oberansmayr: Auf dem Weg zur Supermacht. Die Militarisierung der
Europäischen Union. 2004 Promedia Verlagsges. € 9,90
Am 29. 10. organisierte die Werkstatt Frieden & Solidarität in Linz eine
Probeabstimmung zur EU-Verfassung unter dem Motto: "EU-Militärverfassung
oder Neutralität!" Ihr Aufruf ´dazu:
Am 29. Oktober 2004 haben die EU-Staats- und Regierungschefs in Rom
"feierlich" die EU-Verfassung unterzeichnet. Doch damit ist die Sache nicht
entschieden, denn die Verfassung muss noch in allen EU-Staaten ratifiziert
werden. In Österreich wollen weder die Regierung noch die Spitzen der
Oppositionsparteien die Bevölkerung über diese einschneidende Verfassung
entscheiden lassen. Dafür gibt es zwei Gründe:
1) Die Führungen aller vier Parlamentsparteien sind sich einig in der
Unterstützung der Inhalte der EU-Verfassung
2) Sie fürchten, dass diese Inhalte im Zuge einer Volksabstimmungskampagne
vor der Bevölkerung nicht mehr länger verheimlicht werden können. Denn
diese Verfassung ist in mehrerlei Hinsicht einzigartig: Die vorgeschlagene
EU-Verfassung beinhaltet...
... eine Aufrüstungsverpflichtung. Im Artikel I-41 heißt es: "Die
Mitgliedstaaten verpflichten sich, ihre militärischen Fähigkeiten
schrittweise zu verbessern." (Art. I-41, 3). Damit stehen
Abrüstungsbefür-worter außerhalb der Verfassung.
... ein eigenes Rüstungsamt ("Agentur für die Bereiche Entwicklung der
Verteidigungsfähigkeit, Forschung, Beschaffung und Rüstung"), das die
Aufrüstung der EU-Staaten kontrollieren und ankurbeln soll (Art. I-43, 3)
... die Selbstmandatierung des EU-Ministerrat für weltweite Kriegseinsätze
(Art. I-41, Art. III-307)
... eine militärische Beistandsverpflichtung, die schärfer ist als die der
NATO (Art. I-41,7)
... einen Anhang, in dem der EURATOM-Vertrag bekräftigt wird, der Förderung
der Atomenergie vorsieht.
... die Verpflichtung zu einer neoliberalen Wirtschaftspolitik: "Die
Tätigkeit der Mitgliedstaaten und der Union umfasst .... die Einführung
einer Wirtschaftspolitik, die... dem Grundsatz einer offenen
Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb verpflichtet ist." (III-177)
... einen Hebel zur weiteren Liberalisierung und Privatisierung
öffentlicher Dienste im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich. In
Zukunft soll über "Kompetenz "Grundsätze und Bedingungen, insbesondere jene
wirtschaftlicher und finanzieller Art" öffentlicher Dienste der
EU-Minsterrat per Mehrheitsentscheidung beschließen können (Art. III-122).
... die Veränderung der Stimmgewichte in den EU-Räten zugunsten der großen
Staaten und zu Lasten der kleineren und mittleren: so steigen die
Stimmgewichte Deutschlands um über 100%, die Frankreichs und
Großbritanniens um 45%; andererseits verlieren Österreich, Schweden,
Portugal, Griechenland, Belgien, Tschechien, Ungarn, Dänemark, Slowakei,
Finnland, Irland zwischen 35% und 65% an Stimmgewichten.
Um Druck für eine Volksabstimmung über die EU-Verfassung zu machen, wird
die Werkstatt Frieden & Solidarität am Freitag, 29.10.2004 am Linzer
Taubenmarkt eine Probeabstimmung über die EU-Verfassung durchzuführen.
Motto: EU-Militärverfassung oder Neutralität!
Petition für eine Volksabstimmung!
Um in Österreich Druck für eine Volksabstimmung machen haben die Werkstatt
Frieden & Solidarität und der Österreichischen Friedensrat die Petition
"Für eine Volksabstimmung über die EU-Verfassung", gestartet. Diese kann
auf Web-Page www.friwe.at downgeloadet oder in der Werkstatt bestellt
werden: mailto: friwe@servus.at
Nähere Informationen über die Inhalte der EU-Verfassung auf www.friwe.at
bzw. in der Broschüre
"EU-Verfassung - Europa der Konzerne und Generäle"
Die EU-Verfassung aus der Sicht von Friedens-, Anti-Atom- und
globalisierungskritischer Bewegung
2. Auflage, mit Beilageblatt zu den Änderungen des EU-Gipfels, 17./18. Juni
2004.
EUR 3,50 (exkl. Porto) in der Friedenswerkstatt Linz bestellt werden.
Werkstatt Frieden & Solidarität Linz, Waltherstr. 15b, 4020 Linz, Tel.
0732/771094, email: friwe@servus.at;
From mareichl@ping.at Sat Oct 30 11:22:05 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 30 Oct 2004 12:22:05 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 150 - RB Nr. 114 - Frei Betto: Anti-Hunger-Mobilisierung
in Brasilien.
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041030120847.025c7d80@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 150 - RB Nr. 114 - Frei Betto: Zero Hunger Social
Mobilization in Brasilien. Sozialpolitik des brasilianischen Präsidenten Lula.
Bad Ischl, 30.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Zero Hunger Social Mobilization in Brasilien
Sozialpolitik des brasilianischen Präsidenten Lula
Vortrag von Frei Betto
Der brasilianische Dominikanermönch und bekannte Befreiungstheologe Frei
Betto weilte anlässlich der Aktivitäten zum 25jährigen Bestehen des
ÖIE/Südwind am 8. und 9. Oktober 2004 in Wien.
Ich möchte zuerst dem Renner-Institut für diese Einladung danken und im
Besonderen dem Compañero Werner Hörtner für seine ganze Arbeit und dass er
mich überzeugt hat, für zwei Tage hierher zu kommen und mit euch die
Sozialpolitik des Präsidenten Lula zu debattieren. Es freut mich, zum
dritten Mal in diese Stadt zu kommen. Einmal kam ich, um, wie Martin
(Janata; Anm.) schon erwähnte, den Preis der Bruno-Kreisky-Stiftung
entgegenzunehmen (1988; Anm.). Der Grund, weshalb Präsident Lula dem "Null
Hunger" eine so große Priorität einräumt, hat im wesentlichen drei
Komponenten. Es ist nicht nur ein Kampf gegen den Hunger in Brasilien und
weltweit. Im September des Vorjahres bei der Eröffnung der
Generalversammlung der UNO hat Lula eine große weltweite Mobilisierung
gegen den Hunger vorgeschlagen. Mehr Tote als alle chemischen Waffen, die
Bush im Irak nicht gefunden hat, fordert der Hunger heutzutage. Es gibt
fünf Faktoren für einen vorzeitigen Tod: Krankheiten, Verkehrs- und
Arbeitsunfälle, Kriegsgeschehen, Terrorismus und Hunger. Die Anzahl der
Opfer der ersten vier Faktoren erreicht nicht einmal die Hälfte der Zahl
der Hunger-Opfer. Gestern war ich in Brasilia mit Lula bei einem
Mittagessen, zusammen mit dem Generalsekretär der FAO (UN-Organisation für
Ernährung und Landwirtschaft; Anm.), Jacques Diouf. Dieser sagte, dass es
heute auf der Welt 840 Millionen Menschen im Zustand chronischer
Unterernährung gibt. Alle 24 Stunden sterben 24 000 Menschen an den Folgen
des Hungers, das heißt eine Person alle 3,6 Sekunden. Da erhebt sich eine
Frage: Warum so viel Mobilisierung auf der Welt gegen den Terrorismus,
gegen die Krankheiten, gegen die Kriege und so wenig Mobilisierung gegen
den Hunger? Die einzige Antwort, die ich bis jetzt gefunden habe, ist
zynisch: Von den fünf Faktoren, die ich vorhin erwähnt habe, ist der Hunger
der einzige, bei dem es Klassenunterschiede gibt. Als ob wir Wohlgenährten
sagen würden: das mit dem Hunger von diesen Elenden, das berührt mich nicht.
Wir sind heute etwas über 6 Milliarden Menschen auf der Welt, von denen
zwei Drittel unterhalb der Armutsgrenze leben. Man kann also nicht sagen,
dass wir in der besten aller Welten leben würden. Mit Ausnahme von uns, die
wir hier anwesend sind, die wir von der biologischen Lotterie preisgekrönt
wurden, denn niemand von uns hat die Familie oder das Land oder die soziale
Klasse, in die er geboren wurde, selbst ausgesucht. Die Wahrscheinlichkeit
in der biologischen Lotterie in Lateinamerika hingegen, in die Armut
hineingeboren zu werden, ist viel höher. Das müsste sich in unserem
humanitären Gewissen als eine soziale Schuld niederschlagen. Was sollen wir
tun, um jenen zu helfen, die nicht dieses Glück hatten? Denn dieses Glück
und die ganze biologische Lotterie ist eine schwerwiegende Ungerechtigkeit.
Alle Menschen sollten in Umstände hineingeboren werden, damit sie in Würde
leben können. Die Universale Erklärung der Menschenrechte sagt ganz klar:
Alle Menschen sind von Geburt aus gleich. Das ist aber nicht wahr. Die in
Elend lebenden Frauen in Lateinamerika, in Afrika bekommen ihre Babies
unter völlig ungleichen Umständen. Gemäß der FAO könnte unser Planet zwölf
Milliarden Münder ernähren, d.h. das Doppelte der gegenwärtigen
Bevölkerung. Das Problem der Welt ist also nicht zu wenig Ernährung und zu
viele Münder. Es ist die mangelnde Gerechtigkeit. Dasselbe in Brasilien.
Wir haben 180 Millionen Einwohner. Und jeden Monat produzieren wir in den
Hotels, den Restaurants, aber auch im Haushalt - so viel Speiseabfall, dass
wir damit 35 Millionen Menschen ernähren könnten. Wir zählen zu den fünf
größten Nahrungsproduzenten der Welt. Und gleichzeitig leben 53 Millionen
Menschen in Armut.
Das ist der erste Grund, weshalb Präsident Lula beschlossen hat, dem Kampf
gegen den Hunger höchste Priorität einzuräumen. Im Dezember 2002, als er
bereits gewählt war, aber noch vor dem Amtsantritt, reiste Lula zu einem
Besuch des Präsidenten Bush nach Washington. Und Bush fragte ihn: "Wie wird
Brasilien reagieren, wenn die Vereinigten Staaten den Wunsch äußerten, sich
militärisch im Irak zu engagieren?" Und Lula antwortete: "Herr Präsident
Bush, unser Krieg in Brasilien ist nicht dazu da, Leben zu nehmen, sondern
Leben zu retten." Und ich kann hinzufügen, dass Brasilien sich an der
Invasion des Irak nicht beteiligt hat. Der zweite Grund ist genau der ,
dass wir in Brasilien 53 Millionen Menschen im Zustand chronischer
Unterernährung haben. Weiteres eine sehr hohe Kindersterblichkeit: 29
Kinder von 1000 Neugeborenen sterben. In der ganzen republikanischen
Geschichte Brasiliens gab es nur einen Präsidenten, der aus der Armut kam,
und zwar im Jahre 1909. Lula ist eine andere Ausnahme: er ist der Einzige,
der aus dem Elend kam. Von den zwölf Kindern seiner Mutter sind vier
gestorben, noch bevor sie fünf Jahre alt waren. Lula erinnert sich sehr oft
an die Zeiten seiner Kinderheit. Das ist der dritte Grund.
Unser Bemühen beim Entwerfen des Null-Hunger-Programms war es, keine
Hilfskampagne ins Leben zu rufen. Wir wollten ein Programm öffentlicher
Politiken zur sozialen Eingliederung der Menschen ausarbeiten. Das Prinzip
von Null Hunger" ist: Eine Familie, die von dem Programm begünstigt wird,
muss so weit kommen, dass sie morgen diese Unterstützung nicht mehr
notwendig hat. Was tun also, dass diese 11,4 Millionen Familien, das sind
eben die erwähnten 53 Millionen Menschen, von der sozialen Ausgrenzung zur
Integration gelangen? Es kann sich nicht darum drehen, Lebensmittel zu
sammeln und an die Menschen zu verteilen, denn das führt nicht weiter.
"Null Hunger" ist ein Programm der öffentlichen Politik, das im
wesentlichen auf drei Beinen steht. Das erste ist das
"Familien-Stipendium". Das besteht darin, dass wir jeden Monat an die
ärmsten Familien im Lande ein Geld auszahlen. Heute werden von den 11,4
Millionen, die wir anpeilen, bereits 5 Millionen im Rahmen dieses Programms
begünstigt. Bis Jahresende wollen wir 6,5 Millionen erreichen. Das ist für
uns ein beträchtlicher Fortschritt. Beträchtlich, weil wir damit sogar über
den Zahlen liegen, die wir zu Beginn der Regierungszeit Lulas im Jänner
2003 prognostiziert hatten. Wie läuft nun diese Geldüberweisung ab? Wir
haben einen Kataster mit den Namen dieser Familien. Die Namen werden von
den Bürgermeisterämtern in Zusammenarbeit mit den "Null Hunger-Komitees",
so wie wir sie jetzt nennen, eingetragen. Das sind Organisationen der
lokalen Zivilgesellschaft. Wir haben nämlich Angst, diese Aufgabe allein
den Bürgermeistern anzuvertrauen. Die sind auch nur Menschen, und oft gibt
es Fälle von Korruption, oder sie würden einen Verwandten oder einen Freund
in dieses Verzeichnis eintragen. Es ist also wichtig, dass die
Zivilgesellschaft über diesen Kataster Kontrolle ausübt. Jede Familie
bekommt im Monat 73 Reales, das sind ungefähr 22 Euros. Im Vergleich zu
euren Verhältnissen, ist das natürlich sehr wenig. Aber für Menschen, die
nie etwas hatten oder unter der letzten Regierung vielleicht 7 Euros im
Monat bekamen, bedeutet das viel. Dieses Geld wird direkt an die Frauen
ausgezahlt. Man bräuchte jetzt nur die Frauen fragen, die wüssten, weshalb
wir es nicht an die Männer auszahlen. (Lachen im Publikum) Die Frau bekommt
eine Karte, geht damit jeden Monat zur Bundesbank oder, wenn es die nicht
gibt, dann zum Postamt, und hebt dort das Geld ab. Für jedes Kind im
schulpflichtigen Alter aber nur bis zur Grenze von drei Kindern gibt es
4 Euro mehr. Und für jede Person über 65 Jahre, die im selben Haushalt
lebt, gibt es 60 Euro mehr. Auch für geistig Behinderte gibt es einen
Zuschlag von 62 Euros, das ist der gegenwärtige Mindestlohn in Brasilien
wir führen nämlich eine Kampagne durch, die darin besteht, geistig
Behinderte aus den Anstalten herauszuholen. Und oft zahlen das
Bürgermeisteramt und die Provinzregierung noch etwas dazu. Das ist das
erste Standbein. Dieses Stipendium ist jedoch mit drei Bedingungen
verknüpft: Schulbesuch der Kinder, Teilnahme an einem Gesundheitsprogramm
Untersuchungen, Impfungen usw. und Alphabetisierung. Wir machen auch eine
große Alphabetisierungskampagne zur Zeit. "Null Hunger" ist ja nicht das
Projekt eines einzigen Ministeriums, sondern der gesamten Regierung. Also
der gesamten öffentlichen Hand mit Beteiligung der Zivilgesellschaft.
Hier beginne ich nun mit dem zweiten Standbein des Programms.
Das zweite Standbein ist die Strukturpolitik. Was heißt das? Es genügt
nicht, Geld an die Familien zu überweisen auch wenn einige Leute, die ich
aus diplomatischen Gründen nicht nennen will, glauben, das wäre schon
genug. Wir aber glauben, dass es strukturelle Veränderungen braucht. Und so
gibt es eine ganze Reihe von Politiken mit Beteiligung der
Zivilgesellschaft, um Bedingungen zu schaffen, dass diese Familien selbst
ein Einkommen erwirtschaften und sich sozial in die Gesellschaft
integrieren können. Die wichtigste dieser Bedingungen ist die Agrarreform.
Brasilien ist ein Land, das nie eine Agrarreform erlebte. Wir haben viele
Großgrundbesitze, auf einigen arbeiten die Leute sogar noch wie Sklaven. Es
gibt also einen Nationalplan zur Agrarreform, und es gibt eine Bewegung,
die Bewegung der Landlosen, MST, mit der die Regierung ausgezeichnete
Beziehungen hat. Sie fällt zum Glück nicht in die Falle, die ihr gerne
gelegt wird, nämlich die MST entweder in die Regierung hereinzuholen oder
zu kriminalisieren. Lula ist ja ein Ergebnis der sozialen Bewegungen. Es
wäre ein großer Widerspruch, wenn er nun sozialen Bewegungen cohabitieren
oder unterdrücken wollte. Die Leute von der extremen Rechten stört das
natürlich, wenn die MST weiter mobilisiert, doch das ist schließlich ihr
gutes Recht. Ein Detail dazu. Alle Präsidenten bisher wollten eine
Bevölkerung, die ruhig, unbeweglich ist. Lula ist der erste Präsident, der
neben seiner Kanzlei ein Büro der sozialen Mobilisierung geschaffen.
Das ist das erste Mal, dass sich eine Regierung darum kümmert, die soziale
Mobilisierung zu fördern. Neben der Agrarreform umfasst dieses zweite
Standbein noch Wohnbauförderung, Wasserver- und Entsorgung,
Berufsausbildung, Hausgärten, Gemeinschaftsküchen, Volksrestaurants ein
ganzes Konvolut von Politiken. Bis 2006 sollen 530 000 Familien in den
Genuss der Agrarreform kommen. Die MST wolle eine Million, doch Lula hat
ihnen gesagt: "Schaut, das mit einer Million ist das Wünschenswerte, doch
wir haben nicht die Ressourcen, um das durchzuführen." Neben der
Agrarreform haben wir heuer auch noch mit dem Programm "Null Durst"
begonnen. … (Es folgen nun Ausführungen über ein System der Sammlung von
Regenwasser in Zisternen.)
Mit dem Sammeln von Regenwasser, wodurch die Familien die Zeit der
Trockenheit mit genügend Wasser überstehen können, erreichen wir drei
Emanzipationen: eine politische, eine ökonomische und eine soziale. Eine
politische, weil es in der trockenen Region im Nordosten des Landes ein
ganzes System gibt, das eben von der Ausbeutung der Trockenheit lebt: die
Tankwagen, Wasserverkäufer usw. Eine ökonomische, weil das Wasser der
Familie den Aufbau einer kleinen Landwirtschaft ermöglicht. Noch nie hat
eine Regierung in Brasilien soviel Geld dafür aufgewendet, um eine
familiäre Subsistenzwirtschaft aufzubauen. Es gibt dafür auch Mikrokredite
mit 3 % Verzinsung im Jahr das ist eine Revolution, denn die Banken
verlangen 12 bis 15 % Zinsen im Monat. Und eine soziale Emanzipation, da
die Frauen und Kinder nicht mehr kilometerweit gehen müssen, um Wasser zu
holen und stattdessen in die Schule gehen oder ihrer Arbeit nachgehen
können. Das Wasser wird für den Haushalt und für die Pflanzung verwendet.
Das dritte Standbein des Programms Null Hunger ist die Erziehung. Ihr
werdet wahrscheinlich schon den Namen Paulo Freire gehört haben. Dieser
brasilianische Pädagoge hat die so genannte "Pädagogik der Unterdrückten"
entwickelt. Wenn ihr mich fragt, wieso es in einem Land voller
Ungleichheiten wie Brasilien, wo die Bankiers noch viel reicher sind als in
Europa, ein Mann wie Lula Präsident wird, so würde ich einen
Verantwortlichen nennen: Paulo Freire. Ohne seine Methodologie hätten sich
in Brasilien in den letzten 40 Jahren ein Teil davon noch in der Zeit der
Militärdiktatur, die von 1964 bis 1985 dauerte niemals so viele soziale
Bewegungen gebildet, wie wir sie heute haben. Und Lula ist eine Folge
dieser Entwicklung. Deshalb genügt es nicht, den Hunger nach Brot zu
stillen, sondern auch den Hunger nach Schönheit, nach Kultur, nach den Rechten.
Deshalb haben wir im Rahmen des Hunger Null-Programms so genannte Talleres,
Werkstätten, gegründet. Ein Team von 10 Fachleuten hat 800 ErzieherInnen
ausgebildet, die nun im ganzen Land mit den Menschen daran arbeiten, einen
Paradigmenwechsel herbeizuführen. Zum Beispiel in der Landwirtschaft
alternative Produktionstechniken einzuführen oder andere Produkte anzubauen.
Wir sind überzeugt, dass der Hunger, der das größte Problem in der heutigen
Welt ist, auch wenn nur wenige Menschen davon reden, eine soziale Schande
ist. Es ist eine Schande, dass es zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch
Menschen gibt, die nicht einmal ihre tierischen Bedürfnisse befriedigen
können denn jedes Tier hat das Recht auf Essen. Und diese Schande kann
nur dann beendet werden, wenn es gelingt, das soziale Problem in eine
politische Angelegenheit zu verwandeln. So ist es mit der Sklaverei
passiert, die jahrhundertelang als normal und legal betrachtet und von der
Kirche unterstützt wurde. Oder auch mit der Folter, die lange Zeit als ein
legales Instrument des Verhörs angesehen wurde. Wir müssen den Hunger und
die Armut als eine schwere Verletzung der Menschenrechte betrachten und das
in eine politische Angelegenheit umwandeln. Wenn wir es eines Tages in
unserer Kultur schaffen, Schande zu empfinden, dass es Armut gibt, so wie
wir angesichts der Sklaverei oder der Folter Scham empfinden, dann sind wir
in unserem zivilisatorischen Prozess ein gutes Stück weitergekommen.
Antworten von Frei Betto in der Diskussion:
Freihandelsabkommen ALCA: Die Regierung Lula hat den ursprünglichen Text
des Gesamtlateinamerikanischen Freihandelsabkommens ALCA nicht
akzeptiert. Die Position Brasiliens ist eine kritische. Wir lehnen so ein
Abkommen nicht grundsätzlich und völlig ab; wir versuchen, eine bessere
Form der lateinamerikanischen Integration zu finden. Eine Integration, die
nicht darin besteht, dass unsere Länder von einem anderen Staat annektiert
werden. Deshalb hat Lula versucht, zuerst den MERCOSUR zu reaktivieren und
die Anden-Gruppe Ecuador, Venezuela, Kolumbien, Peru an diese
Gemeinschaft heranzuführen. Brasilien hat Venezuela verteidigt. Und da
möchte ich erwähnen, dass es in der ganzen Geschichte Lateinamerikas noch
nie einen Präsidenten gegeben hat, der so oft demokratisch legitimiert
wurde wie Chávez. Und US-Außenminister Colin Powell, der in dieser Woche
Brasilien besuchte, gab zu, dass Lula recht hatte, als er Bush sagte: Die
Legitimität von Chávez nicht anzuerkennen, bedeutet, neuerlich ein Fenster
zur Rückkehr der Diktaturen nach Lateinamerika zu öffnen.
Beziehung zur Bewegung der Landlosen, MST: Bezüglich der MST kann ich
sagen, dass die Regierung beste Beziehungen zur Landlosen-Bewegung hat.
Bevor ich in die Regierung eintrat, war ich ja Berater der MST. Wir führen
den ganzen Agrareform-Prozess in enger Zusammenarbeit mit der MST durch. Es
stimmt, dass diese Bewegung mit ihren Landbesetzungen fortfährt.
Normalerweise sind es wohlüberlegte Aktionen, bei denen brachliegende,
unproduktive Ländereien besetzt werden. Manchmal kommt es aber auch zu
Irrtümern dabei. Die Mobilisierungen der MST vermitteln der Presse den
Eindruck, dass eine Unzufriedenheit mit der Agrarreform herrscht. Nein, es
gibt vielmehr Unterstützung. Es stimmt, dass die Agrarreform nicht so
schnell voranschreitet, wie Lula es gerne hätte. Heuer hatten wir z.B. ein
großes Problem, nämlich den Streik des technischen Personals des
Agrarreform-Ministeriums. Ein langer Streik. Gerade vor zwei Tagen hat der
Minister dieses Ressorts im Fernsehen bekannt gegeben, dass wir in der
Landverteilung im Rückstand sind. Wir haben bis jetzt an 72 000 Familien
Land verteilt, aber wir werden die 115 000, die wir bis Jahresende geplant
haben, nicht erreichen.
Zusammenarbeit der lateinamerikanischen Länder: Die Beziehungen Brasiliens
zu den anderen lateinamerikanischen Staaten sind ausgezeichnet. Brasilien
ist ja ein Land mit kontinentalen Ausmaßen. Doch trotz dieser Größe haben
wir nicht die geringste imperialistische Anwandlung. Lula ist in den
internationalen Foren so etwas wie ein Sprecher für Lateinamerika geworden.
In Cancún hat Lula an die zwanzig Länder vereinigt, um die WTO zu
veranlassen, ihre Kriterien etwas zu revidieren. Einige haben diese
Konferenz dann als einen Fehlschlag interpretiert, doch für uns war sie ein
Erfolg. Wir haben ein Recht darauf, dass in der WTO ausgewogenere Kriterien
eingeführt werden. Es gibt nun ein interessantes Phänomen: Viele Länder in
Lateinamerika wollen nun auch so etwas machen wie unser "Null
Hunger-Programm". Ich habe schon viele Länder besucht, um unsere
Erfahrungen darzulegen. Wir wollen dieses Modell nicht exportieren, jedes
Land muss so ein Programm gemäß den eigenen Gegebenheiten entwerfen. Wir
betonen aber immer wieder, dass es sich um kein assistenzialistisches, also
um kein Hilfsprogramm handelt. Es ist ein Programm der sozialen Einbeziehung.
Rolle des IWF als Verursacher von Hunger in der Welt und Brasilien;
Rückzahlung der Auslandsschuld: Man muss die Regierung Lula mit zwei
verschiedenen Brillen sehen. Man darf nicht vergessen: Lula hat die Wahlen
gewonnen, doch er hat keine Revolution gemacht. Viele Linke erwarten von
Lula mehr, als er tun kann. Sie betrachten ihn als einen Fidel Castro, der
am 1. Jänner 1959 siegreich in Havanna einzog und die ganzen Strukturen des
Staates, der Justiz usw. übernahm. Nein, Lula hat nur eine Wahl gewonnen,
und das in einem Land mit einem sehr gut organisierten konservativen Lager.
Man kann nicht sagen, dass viele Institutionen des Staates sehr
fortschrittlich wären. Man muss also mit Weisheit und Geduld vorgehen und
verhandeln. Außerdem wurde das Abkommen mit dem IWF von der vorhergehenden
Regierung unterzeichnet. In unserem lateinamerikanischen Bewusstsein ist
uns sehr präsent, dass wir keine Links-Demagogie betreiben dürfen. Die
Regierung untersucht zur Zeit, ob sie das Abkommen mit dem IWF im nächsten
Jahr erneuern wird oder nicht. Und wenn sie es unterschreibt, dann ist die
Frage, wie dieses Abkommen aussieht. Es wird sicher nicht so aussehen wie
das, das Cardoso unterzeichnet hat. Ein anderer Punkt, den man betrachten
muss, ist: Wir sind wohl an die Regierung gekommen, aber das bedeutet
nicht, dass wir an die Macht gekommen wären. Und in unserem Gedächtnis ist
uns noch sehr präsent, dass in zwei Ländern die Menschen glaubten, an die
Regierung zu kommen heißt auch, an die Macht zu kommen: in Chile unter
Salvador Allende und die Sandinisten in Nicaragua. Und die Macht hat ihnen
dann gezeigt, dass sie wohl die Regierung hatten, aber nicht die Gewalt im
Staate. Wir wollen nicht wieder so eine Seite in der Geschichte
Lateinamerikas aufschlagen. Wir wollen das tun, was uns bei den letzten
Gemeindewahlen wieder ein Stück gelungen ist: die Gesamtheit der
brasilianischen Gesellschaft überzeugen, dass wir das beste Programm haben,
um unser Land aus dem Elend, aus der Unterentwicklung herauszuführen, die
sozialen Ungleichheiten zu reduzieren und für die künftigen Generationen
die Bedingungen für ein Leben in Würde zu schaffen. Es braucht viel
Geschick dafür, allmählich immer mehr Parzellen der Macht zu erobern. Darum
dreht es sich. Lula hat gegenwärtig eine Zustimmung von fast 60 Prozent in
der Öffentlichkeit. Er wurde mit knapp über 60 % gewählt. Das bedeutet ein
starkes politisches Kapital. Der Sieg der Arbeiterpartei in 400 wichtigen
Kommunen des Landes, in fünf Hauptstädten und bei der Stichwahl am 31.
Oktober können noch mehr Bürgermeisterämter dazu kommen - , das alles ist
ein wichtiges Kapital, um eine gute Verwaltung aufzubauen. Man muss sich
vor Augen halten, dass wir noch nicht einmal zwei Jahre an der Regierung
sind. Wir können also nicht alle Erwartungen erfüllen. Wir haben auch
unsere Fehler, wir befinden uns in einem Lernprozess. Wie Lula sagte:
"Verlangt von mir keinen vollständigen Kurs für Präsidenten. Das erste
Diplom in meinem Leben, das ich bekam, war das Präsidenten-Diplom. Und
dieses Diplom erhält man, noch bevor man den Kurs macht. Nun beginne ich
erst mit dem Kurs." Das ist etwas, was man in der Praxis lernt und nicht in
der Theorie.
Gesetz zum Grundeinkommen von Anfang 2004: Das Grundeinkommen ist ein
Vorhaben der Arbeiterpartei, ausgearbeitet von einem im Lande sehr
geschätzten Senator aus São Paulo, Eduardo Suplicy. Lula hat dann diesen
Plan offiziell unterzeichnet. Demnach sollen alle Brasilianerinnen und
Brasilianer, unabhängig von ihrer sozialen Klasse, ein Basiseinkommen
erhalten. Ich glaube, dass wir stufenweise in diese Richtung gehen. Wenn
wir unseren Plan erfüllen und bis 2006 11,5 Millionen in den Genuss des
"Null Hunger-Programms" kommen und wenn Lula die Wahlen im Oktober 2006
neuerlich gewinnt, dann werden wir diesen Prozess des Grundeinkommens noch
weiter vertiefen. Das ist eine Verpflichtung, aber auf diesem Weg gibt es
noch viele Hindernisse zu überwinden.
Der Vortrag wurde gehalten am 8. Oktober 2004 im großen Saal der BAWAG,
Seitzergasse 2-4, 1010 Wien
(Transkription: Werner Hörtner)
Ergänzung durch Matthias Reichl:
Gentechnische Nahrungsmittel: Meine Diskussionsbeitrag an Frei Betto: Wie
stehen Sie zum Abrücken der Regierung von der bisherigen gentechnikfreien
Zone Brasilien? Werden nun die Armen mit gentechnischen Nahrungsmitteln
gespeist?
Frei Betto antwortete (zusammengefasst): Er erklärte die Schwierigkeiten
bedingt durch den Anbau von Gentech Pflanzen in den Nachbarstaaten. Doch
die Brasilianer würden - wie er - weiter nur natürlich und ohne Gentechnik
gewachsene Nahrungsmittel essen. Er schilderte diese Einstellung sehr
eindrücklich und überzeugt. Die Gentech-Produktion würde seines Wissens
nach nur ins Ausland (u.a. nach China und Europa) exportiert.
Mein Kommentar dazu: Leider blieb keine Zeit, offene Fragen und
Widersprüche in seiner Antwort zu diskutieren. Denn der Bundesstaat Rio
Grande do Sul - die Heimat des verstorbenen Umweltaktivisten José
Lutzenberger - war bis vor kurzem eine gentechnikfreie Zone bis sich
Monsanto mit seinen GentechFood-Plantagen durchsetzte. Ob der Nachbarstaat
Santa Catarina sein Durchfuhrverbot für Gentechprodukte lange durchhalten
wird, ist fraglich. Also wird - wie in der EU - die Gentechnik in
Billigprodukten schrittweise das Land überschwemmen und kontaminieren?
Matthias Reichl
Frei Betto: Zero Hunger Social Mobilization. Federal Republic of Brazil.
(Mit Texten von Präsident Lula zur Beseitigung des Hungers in Brasilien).
2004 FOMEZERO (www.fomezero.gov.br). Kostenlos
Hunger ist kein Schicksal. Beiträge u. a. von Jean Ziegler und zu Landlosen
in Brasilien, redigiert v. Wolfgang Kessler (Publik-Forum) u. Armin Paasch
(FIAN-Deutschland). Dossier-Beilage in "Publik-Forum" Nr. 18/2004.
Publik-Forum Verlagsgesellschaft. € 3,40
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Jean Ziegler - UN-Botschafter für den Kampf gegen den Hunger - berichtet in
einem seiner Dossiers über den wachsenden Hunger unter den Palästinensern
(v.a. auch unter den Kindern), verursacht primär durch die
Unterdrückungspolitik der israelischen Regierung. Israelische Politiker
fordern von der UNO die Entlassung von Jean Ziegler.
Mehr dazu demnächst im Info 156.
M.R.
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Sat Oct 30 11:24:59 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 30 Oct 2004 12:24:59 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 151 - RB Nr. 114 - Beirut Anti-War Declaration; Leo
Gabriel: Wiedersehen in Falludscha?
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041030122351.025ceb50@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 151 - RB Nr. 114 - The Beirut Declaration. Declaration
of the international strategy meeting of anti-war and anti-globalisation
movements in Beirut, Lebanon on 17-19 September 2004; Leo Gabriel:
Wiedersehen in Falludscha?
Bad Ischl, 30.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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The Beirut Declaration
Declaration of the international strategy meeting of anti-war and
anti-globalisation movements in Beirut, Lebanon on 17-19 September 2004
20.9.2004
We are delegates from social movements, organizations, political parties,
networks, and coalitions from 43 countries who are struggling for global
peace and justice and who are committed to equality, solidarity, and
diversity. We are from Latin America, North America, Asia and Pacific,
Africa, the Middle East and Europe engaged in our own campaigns and
struggles against militarization, globalization, nuclearisation, US bases
and corporate globalization.
Gathered in Beirut at a critical moment in history, we welcome and
celebrate this historic opportunity to deepen and strengthen our bonds with
our friends and comrades in the Arab region. We reaffirm the principles of
unity and plan of action articulated in the Jakarta Peace Consensus and
commit to continue waging the struggle against the occupation of Iraq,
Palestine, corporate-led globalization and dictatorships.
We express our solidarity with the people in the region fighting for
democracy and social, economic, political and civil rights and who are
suffering repression because of their opposition to dictatorship.
The Middle East is the strategic battleground of US. Iraq and Palestine are
the two critical focal points of aggression and resistance. The liberation
of the Iraqi and Palestinian peoples is crucial to build global justice.
Their struggles are ours.
We support the right of the people of Iraq and Palestine to resist the
occupations. We call for the unconditional withdrawal of US and "coalition"
forces from Iraq. We demand the end to the Israeli occupation of Palestine.
We demand that the Right of Return be fulfilled. Until then, Palestinian
refugees in the diaspora and internally displaced Palestinians need to be
granted full economic, political and social rights. We denounce the racist
and colonial character of Zionism, Israel's State ideology. We demand the
dismantlement of the Apartheid Wall and all settlements. We ask for the
release of all Palestinian and Iraqi political prisoners.
In commemorating twenty-two years of the Lebanese people's resistance and
the anniversary of the Sabra and Chatila massacre, we salute the Lebanese
resistance which has inspired us the world over, and we express our
solidarity with the continuing resistance in Southern Lebanon.
We will build our solidarity through common campaigns and this positive
dynamic of dialogue and common action must continue.
Diese "Beirut Declaration" (in Englisch, Französisch, Spanisch,
Italienisch, Griechisch und Arabisch) wurde vom Mitorganisator, dem
internationalen Anti-Globalisierungs-Netzwerk "Focus on Global South", auf
ihrer homepage www.focusweb.org/ dokumentiert.
Vorbemerkung zum folgenden Bericht von Leo Gabriel:
Auch wenn wir den gewaltsamen Teil der politischen Ansichten und Strategien
- wie sie "Die Beirut Declaration" andeutete und Leo Gabriel schildert -
nicht teilen, ist der Konferenzbericht doch eine wichtige Dokumentation
über den schwierigen Dialog - und über das Mitgefühl für die Opfer von
Krieg und Okkupation - der alle geographischen und ideologischen
Differenzen überwinden will.
Matthias Reichl
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Wiedersehen in Falludscha?
In Beirut trafen die weltweiten Antikriegsbewegungen erstmals mit
VertreterInnen des irakischen und palästinensischen Widerstands zusammen.
Leo Gabriel, aus Beirut (Libanon)
Aus 54 Ländern Asiens, Afrikas, Lateinamerikas und Europas stammten die 220
Delegierten, die sich vom 17. bis 19. September in Beirut zu einer
dreitägigen Konferenz unter dem Titel: "Wie geht's weiter mit der
Antikriegsbewegung" eingefunden haben. Im Mittelpunkt der Gespräche und
Diskussionen standen die Auseinandersetzungen um die Lage im Irak und
Palästina, war es doch das erste Mal, dass VertreterInnen westlicher und
fernöstlicher Bewegungen mit SprecherInnen des Widerstands aus dem Nahen
und Mittleren Osten zusammentrafen.
Den Auftakt dieser Konferenz, die von der thailändischen NGO "Focus on the
Global South" unter Leitung des international bekannten
Globalisierungskritikers Walden Bello veranstaltet wurde, ein Besuch im
libanesischen Flüchtlingslager Sabra und Schatila, wo vor genau 22 Jahren
auf Anordnung Ariel Sharons Hunderte Palästinenser massakriert worden
waren. "Inzwischen ist der Libanon zum Symbol einer islamischen Befreiung
geworden, um die es heute auch im Irak und in Palästina geht", erklärte der
libanesische Anthropologe Mohsen Saleh unter Berufung auf die Werte, die
die schiitische Hisbollah-Bewegung damals motivierte.
Dass es gerade die politisch-religiös fundamentierten Konzepte von
"Befreiung" und "Selbstbestimmungsrecht der Völker" sind, welche heute die
USA und Israel dazu veranlassen, eine "Islamophobie" als Rechtfertigslehre
für ihre Interventionstruppen im Irak und in Palästina weltweit zu
verbreiten, gab den Anlaß für stundenlange Diskussionen zwischen den
Delegierten westlicher Antikriegsbewegungen und den zahlreichen
VertreterInnen des arabischen Widerstands. Insbesondere über die
Geiselnahmen im Irak entspann sich eine äußerst hitzige Debatte. Die
irakische Delegation, unter denen sich auch (namentlich nicht genannt
werden wollende) Vertreter von Mohaqutar Al Sadr und der Aufständischen in
Falludscha befanden, vertraten die Meinung, dass es sich bei den Geiseln in
den allermeisten Fällen um Männer und Frauen handelte, die den
"Kriegstreibern" in der einen oder anderen Weise zuarbeiteten.
Der Einwand der italienischen und französischen KonferenzteilnehmerInnen,
dass die Gefangennahme von Journalisten und MitarbeiterInnen humanitärer
Organisationen sowohl den irakischen als auch den westlichen
Antikriegsbewegungen schade, wurde von den IrakerInnen zunächst mit dem
sehr emotial vorgetragenen Argument entkräftet, sie hätten eben angesichts
der Gräueltaten das Recht, Widerstand zu leisten. Erst als eine Vertreterin
der Opposition in Afghanistan sagte, dass von der afghanischen Bevölkerung
die arabischen, unter dem Namen Al Kaida bekannten Netzwerke "genauso wie
die USA" als ausländische Besatzungsmacht empfunden würden, entfuhr es
einem Scheich aus Bagdad: "Naja, es gibt ja auch wirkliche Terroristen".
Im allgemeinen verdichtete sich der (nicht immer offen zugegebene)
Eindruck, dass der irakische Widerstand zwar durch den gemeinsamen Kampf
gegen die (ziemlich weit definierte) Besatzungsmacht irgendwie verbunden
ist, aber über keine gemeinsame Organisationsstruktur verfügt. Deshalb
tauchte bei den irakischen Delegierten immer wieder der Ruf nach einer
politischen "Einheitsfront" auf, eine Forderung, die auch die Delegierten
aus anderen Teilen der Welt unterstützen wollten. Es wurde sogar über die
Abhaltung einer internationalen Konferenz im Irak selbst diskutiert, die
gleichzeitig mit einer nationalen Versammlung der oppositionellen Kräfte
des Irak stattfinden könnte. Den Sicherheitsbedenken kam der Vertreter des
Widerstands in Falludscha mit der firm vorgetragenen Bemerkung zuvor: "Ich
garantiere eure persönliche Sicherheit."
In der gemeinsamen Abschlusserklärung unterstützten die TeilnehmerInnen
abgehaltenen Konferenz der weltweiten Antikriegsbewegungen einhellig "das
Recht der Völker des Irak und Palästinas auf Widerstand gegen die
Besatzung" und forderten den sofortigen Abbruch der "Apartheid-Mauer".
Ebenso kündigten sie eine "Anti-Apartheid-Kampagne zur diplomatischen,
politischen und ökonomischen Isolierung Israels" unter Einschluß eines
weltweiten Boykotts israelischer Produkte und weltweite Mobilisierungen
gegen Krieg und Besatzung im Irak und Palästina an.
Es war dies das zweite Mal nach den weltweiten Demonstrationen am 15.
Februar 2003, an denen sich an die 30 Millionen Menschen beteiligt hatten,
dass sich die Antikriegsbewegungen trafen. Unmittelbar nach dem Irakkrieg
hatten sich VertreterInnen dieser Bewegungen in Jakarta, Indonesien
getroffen und internationale "Tribunale gegen Bush und Blair" sowie eine
Kampagne gegen die US-Militärbasen initiiert. Auch durch die Abstimmung
ihrer Aktivitäten auf die Sozialforen (vor allem auf dem Weltsozialforum in
Mumbai und Porto Alegre und auf dem Europäisches Sozialforum vom 14.-17.
Oktober in London) ist jetzt ein Prozeß in Gang gekommen, der - unabhängig
vom Ausgang der Wahlen in den USA - die Aktivitäten der Antikriegsbewegung
mit denen des Widerstands in den betroffenen Kriegsregionen weltweit
koordiniert.
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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From mareichl@ping.at Sat Oct 30 11:57:10 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 30 Oct 2004 12:57:10 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 154 - RB 114 - Friedensnobelpreis 2004: Wangari Maathai
(Kenia)
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041030125429.0262be10@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 141 - RB Nr. 114 - Friedensnobelpreis 2004 für Wangari
Maathai (Kenia) und ihr Umweltengagement
Bad Ischl, 30.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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Friedensnobelpreis 2004 für Wangari Maathai
Ihr Umweltengagement im "Green Belt Movement", "Envirocare" und in der
kenianischen Regierung.
Die Friedensnobelpreisträgerin 2004, Wangari Maathai aus Nairobi (Kenia)
gründete 1977 das Green Belt Movement und Envirocare, in dem sich
zehntausende Frauen organisierten. Sie pflanzen nicht nur mehr als 20
Millionen Bäume gegen die Ausbreitung von Wüsten und zum Landschaftsschutz
sondern engagieren sich in Basisbildungsprojekten auch für eine ökologische
und soziale Lebensweise. Über die nationalen Anliegen hinaus kämpfen sie
mit anderen Initiativen in anderen afrikanischen Ländern gemeinsam für
politische Lösungen ihrer Probleme.
Wangari wurde wegen ihres Engagements einige Male von der Polizei
verprügelt und eingesperrt. Mit der Partei des früheren Präsidenten Arap
Moi legte sie sich an, weil diese im Zentrum der Hauptstadt Nairobi den
Freiheits-Park zerstören wollte. Ein 200 Millionen Dollar teurer
Wolkenkratzer sollte die uneinnehmbare Festung der einzigen herrschenden
Partei werden. Der Präsident beschimpfte Wangari als "verrückt", als "eine
Gefahr für die Ordnung und Sicherheit des Landes" und forderte die Polizei
und die Bevölkerung auf, sie "zu zerstampfen".
Statt dessen wurde sie 2003 nach dem Sieg der Opposition die
Staatssekretärin für Umwelt. Allerdings muß sie sich nun auch mit dem
Weiterwirken der jahrzehntelangen, ungebrochenen Korruption auch in der
neuen Regierung auseinandersetzen.
Wir sind mit ihr und ihren Initiativen seit ihrer Teilnahme am Treffen der
Alternativen Nobelpreisträger 1999 in Salzburg in freundschaftlichen Kontakt.
Matthias Reichl
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
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e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Sat Oct 30 11:54:03 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 30 Oct 2004 12:54:03 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 153 - RB 114 - Elfriede Jelinek: Beitraege
Hiroshima-Gedenkfeiern in Wien
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041030124758.0261c8c0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 153 - RB Nr. 114 - Elfriede Jelinek: Beiträge zu den
Hiroshima-Gedenkfeiern 2004 und 1998 in Wien.
Bad Ischl, 30.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Beitrag zur Hiroshima-Gedenkfeier 2004 in Wien
Elfriede Jelinek
Wir starren seit vielen Jahren auf die schrecklichen Konflikte und Kriege
in der Welt. Sie allein sind schon kaum noch zu kontrollieren, wie wir
sehen. Jeder Tote ist einer zuviel. Aber diese Schrecknisse sind nur eine
dünne Tünche über dem wahren Schrecken, der ständig in den alten wie den
neuen Atommächten lauert, wie ein schlafendes Ungeheuer, das jederzeit
aufwachen könnte. Aus Gründen der Staatsräson verschleiern viele Länder ihr
atomares Potential oder reden es klein, andre wieder drohen ganz
unverhohlen damit, um stärker zu erscheinen oder etwas anderes damit zu
erreichen, durch Erpressung. Sie brüsten sich ihrer Fähigkeit, ganze
Landstriche ausradieren zu können. Jedes dieser Länder hat die Möglichkeit,
zugrunde zu gehen und viele andre Länder, die ganze Welt in ein Brandopfer
ihrer selbst hineinzureißen. Es scheint, als ob alles Entscheidende ohne
unser Zutun geschähe. Immer kleinere, mobilere atomare Waffen werden
entwickelt, und gleichzeitig sinkt die Schwelle immer weiter, sie auch
einzusetzen. Krieg scheint zu einem legitimen Mittel der Konfliktlösung
geworden zu sein. Einzelsubjekte werden auf dem Schlachtfeld geopfert,
damit das große Opfer, das Opfer des Kollektivs in einem atomaren Krieg,
ein gewohntes wird. Aber niemand kann sich vorstellen, wie alles danach
aussehen wird. Nur Hiroshima und Nagasaki, die beiden Städte, können es
sich vorstellen, und damit haben sie eine Verpflichtung übernommen. Es
sieht so aus, als müssten immer die Opfer und ihre Nachkommen vor dem
Schrecken warnen, die Täter übernehmen diese Aufgabe so gut wie nie. Wir
müssten unserer Opfererfahrung aber zuvorkommen, wir müssten schon warnen,
ohne erst Opfer geworden zu sein (und die Opfer der beiden Weltkriege sind
ja sehr wohl noch in unserem kollektiven Gedächtnis vorhanden). Das heißt,
wir müssten diesen Schleier über den bestgehüteten Geheimnissen der
atomaren Waffen immer wieder heben, ein einziger Blick unter diesen
Schleier müsste uns zeigen, dass wir das Fragwürdigste überhaupt verehrt
haben: die Macht. Die Macht, die es einer Nation verleiht, alle andren
auslöschen zu können. Schon bevor die atomare Katastrophe eintritt, löst
sich das Subjekt von seiner Bestimmung als Einzelner, der für seine Taten
verantwortlich zu machen ist, und überantwortet sich dieser anonymen Macht.
Wird schon nichts passieren. Wird schon alles nicht so schlimm werden. Es
kann jederzeit noch viel schlimmer werden. Es kann jederzeit alles aus
sein. Das sollte man unbedingt jeden Tag aus dem Gedächtnis herausholen und
anschauen, bis man es nicht mehr aushält. Damit man nicht das eigene Ende
aushalten wird müssen.
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Beitrag zur Hiroshima-Gedenkfeier 1998 in Wien
Elfriede Jelinek
Es ist uns zu unserer Lebenszeit bereits die Erkenntnis gekommen (sie wurde
uns schmerzhaft aufgezwungen, und andere haben dafür bezahlt), daß es uns
möglich ist, mit Massenvernichtungswaffen uns selbst auszurotten. Diese
Erkenntnis ist eine absolute, und nichts war danach wie es vorher war. Man
sollte nun meinen, der erste Schritt nach diesem Absoluten wäre, es
aufzunehmen, zu erkennen und als Wahrheit anzunehmen. Daß von Menschen nur
mehr Schatten übrigbleiben können und sogar die Schatten noch schmelzen
können. Aber es gibt schon wieder Staaten, für die das Erkennen dieser
schrecklichen Wahrheit und Möglichkeit kein Mittel ist, zu erkennen, daß
atomare Waffen auf keinen Fall und unter keinen Umständen und auch nicht
einmal zu Versuchszwecken eingesetzt werden dürfen. Und Erkennen allein
genügt nicht. Diese Wahrheit, die eine absolute ist, muß immer wieder
vermittelt und weitergegeben werden. Müssen wir daher die Vorstellung
aufgeben, daß Menschen erkennen können, was wahr ist? Ich glaube das nicht.
Ich weiß aber mit Sicherheit, daß immer wieder gesagt werden muß, daß, da
wir imstande sind zu erkennen, was wahr ist, wir auch danach zu handeln
haben: Atomare Waffen sind von der Erdoberfläche zu verbannen, ein für
allemal. Das sollte uns in unsere Schranken verweisen, angesichts des
Entsetzens, das diese absolute Wahrheit bei uns auslösen müßte, jederzeit.
Quelle: www.hiroshima.at bzw. www.friedensnews.at
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Matthias Reichl
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From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 30 Oct 2004 12:31:59 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 152 - RB 114 - US-Wunderwaffe; Irak: 100.000 zivile Opfer
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041030123019.02623300@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 152 - RB Nr. 114 - Harald Neuber: Wunderwaffe des Tages.
US-Mikrowellenkanone gegen Aufständische und Demonstranten im Test;
Scientific study says war has cost 100,000 Iraqi lives
Bad Ischl, 30.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Wunderwaffe des Tages
US-Mikrowellenkanone gegen Aufständische und Demonstranten im Test
Harald Neuber
Nach und nach entpuppt sich der Irak-Krieg als gigantisches
Experimentierfeld für Washingtons Rüstungsindustrie. Wie die
US-amerikanische Militärzeitschrift Stars and Stripes in ihrer aktuellen
Ausgabe berichtet, sollen bis zum kommenden Sommer vier bis sechs neuartige
Strahlenkanonen in das besetzte Land geschafft werden. Auf Geländewagen
montierte Antennen werden dort bei Bedarf Mikrowellen mit einer Frequenz
von 95 Gigaherz abstrahlen, die knapp einen Millimeter in die Haut
eindringen. Eingesetzt werden soll die neue Wunderwaffe gegen Demonstranten
und Aufständische. Von den Strahlen getroffen, verspürten die einen
unerträglichen Schmerz und liefen auseinander. Gesundheitlich sei dies
völlig ungefährlich, wie Militärs versichern. Soweit die Theorie. Die
Praxis könnte anders aussehen.
Tatsächlich verfügt das »Büro für eine Transformation der Streitkräfte« der
US-Armee über keine Langzeitstudie, die über gesundheitliche Folgeschäden
Aufschluß gibt. So geht es dann auch im Irak nicht um den Einsatz »humaner«
oder »nichttödlicher« Waffen, sondern um systematische Feldversuche.
Darstellungen der Entwickler über die Unbedenklichkeit der Systeme sind
keinen Pfifferling wert. Schließlich wurde auch zu Beginn des
Vietnamkrieges versichert, daß der Einsatz des Entlaubungsmittels Agent
Orange völlig unbedenklich sei. Doch bis heute werden in Vietnam durch die
Verseuchungen mißgebildete Kinder geboren. Kein US-amerikanischer Militär
wurde dafür je zur Verantwortung gezogen.
Wie damals in Vietnam nutzt die nationale Rüstungsindustrie die
US-Gewaltherrschaft im Irak für Menschenversuche. Wie Stars and Stripes in
einem Nebensatz erwähnt, sind bereits jetzt zahlreiche weitere sogenannte
nichttödliche Waffen mit akustischer und optischer Wirkung in Irak im
Einsatz. Bestehen sie die »Probezeit« nicht, wird die Öffentlichkeit wohl
erst in Jahren oder Jahrzehnten über die Folgen informiert. Spätestens
dann, wenn keiner der Verantwortlichen mehr belangt werden kann.
Kommentar - "Junge Welt" v. 24.09.2004
Quelle: http://www.jungewelt.de/2004/09-24/003.php
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Scientific study says war has cost 100,000 Iraqi lives
29.10.2004
The first scientific study of the human cost of the Iraq war suggests that
at least 100,000 civilians have lost their lives since their country was
invaded in March 2003.
More than half of those who died were women and children killed in air
strikes, researchers say.
Previous estimates have put the Iraqi death toll at around 10,000 - ten
times the 1,000 members of the British, American and multi-national forces
who have died so far.
But the study, published in The Lancet, suggested that Iraqi casualties
could be as much as 100 times the coalition losses. It was also savagely
critical of the failure by coalition forces to count Iraqi casualties.
The figures provoked a furious response last night in West-minster. Clare
Short, the former cabinet minister who resigned over the war, said: "It is
really horrifying. When will Tony Blair stop saying it is all beneficial
for the Iraqi people since Saddam Hussein has gone? How many more lives are
to be taken? It is no wonder, given this tragic death toll, that the
resistance to the occupation is growing.
"We have all relied on Iraqi body counts from media reports. That is
clearly an under-estimate and this shows that it was a very big
under-estimate. It is truly dreadful. Tony Blair talks simplistically about
it getting better in Iraq. These figures prove it is just an illusion."
MPs said the assault on Fallujah expected after the US presidential
election next Tuesday would add to the growing death toll among civilians.
The figures are certain to provoke fresh demands at the Commons next week
for Mr Blair to avoid further civilian deaths.
Alan Simpson, a member of Labour Against the War, said: "Iraq has not seen
this scale of slaughter since its war with Iran. At some point, the
slaughter of civilians in the name of peace has to become a crime of war.
This is not a matter of indifference but criminality. These figures are
horrific, but it is a scandal that the world remains silent."
A spokesperson for the Stop the War Coalition said: "The number of dead has
exceeded even our worst fears. This war has been shown to be based on lies
and to be illegal. It now turns out to be one of the bloodiest in modern
times. We must withdraw our troops now and allow the Iraqis to run their
own country."
Public health experts from the United States and Iraq who carried out a
survey of 1000 households in 33 randomly selected neighbourhoods of the
country in September say that heart attacks, strokes and chronic illness
were the main causes of death before the invasion. Afterwards, violence was
the main cause of death.
Violent deaths were reported from 15 of the 33 neighbourhoods and the risk
was 58 times higher in the period after the invasion than before it.
Les Roberts of the Bloomberg School of Public Health at Johns Hopkins
University in Baltimore, Maryland, said: "Making conservative assumptions,
we think that about 100,000 excess deaths or more have happened since the
2003 invasion of Iraq. Violence accounted for most of the excess deaths,
and air strikes from coalition forces accounted formost violent deaths."
The Lancet, which published the research in its online edition yesterday,
said it was "a remarkable piece of work by a courageous team of
scientists," which had been completed under testing circumstances.
More households in more neighbourhoods would have improved the precision of
the findings but only at "an enormous and unacceptable risk to the team of
interviewers who gathered the data."
Richard Horton, the editor, said: "Despite these challenges, its central
observation - namely that civilian mortality since the war has risen due to
the effect of aerial weaponry - is convincing. This result requires an
urgent political and military response if the confidence of ordinary Iraqis
in the mostly American-British occupation is to be restored."
The researchers recruited seven Iraqi team members who were willing to risk
their lives to interview households about deaths that occurred from January
2002 to March 2003 and from March 2003 to September 2004.
In the 988 households visited, which were randomly selected, there were 46
deaths in the 14.6 months before the invasion and 142 deaths in the 17.8
months after it.
Of the 142 deaths, half (73) were caused by violence. More than two-thirds
of these violent deaths - 52 - happened in the Fallujah area, scene of the
heaviest fighting. The researchers say this makes Fallujah a "statistical
outlier" which may not be representative of the rest of Iraq. They
therefore excluded it from their calculations.
The researchers are savagely critical of the US General Tommy Franks for
his widely quoted remark that "we don't do body counts". They say that the
Geneva Convention requires occupying forces to protect the civilian
population, and add the fact that more than half of the deaths caused by
them were women and children is "cause for concern".
The Lancet said it had received the study at the beginning of October and
it had been "extensively peer-reviewed, revised and edited". It had been
fast-tracked to publication "because of its importance to the evolving
security situation in Iraq".
http://tinyurl.com/6maqa
http://www.nzherald.co.nz/storydisplay.cfm?storyID=3605297&thesection=news&thesubsection=world
http://www.focusweb.org/main/html/Article528.html?POSTNUKESID=c2a28cd1e55980f3feea110b880dd27b
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Sat Oct 30 11:56:29 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 30 Oct 2004 12:56:29 +0200
Subject: [E-rundbrief] Info 155 - RB 114 - Gentechnikfreie EU-Regionen, Gesetze
Oesterr., Irak
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041030125445.0261dc20@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 155 - RB Nr. 114 - Gentechnikfreie Regionen in Europa;
Agrarbündnis Österreich: Scheinheilige Haftungsbestimmungen für
gentechnische Kontaminierung in Österreich; Focus on the Global South and
GRAIN: Iraq legislation on GMOs.
Bad Ischl, 30.10.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Gentechnikfreie Regionen in Europa
Netzwerker aus Florenz und Linz
Oberösterreich und die Toskana, auf den ersten Blick zwei sehr
unterschiedliche Regionen, sind in der EU die Vorreiter für gentechnikfreie
Landwirtschaft... Im Moment sind zwölf Regionen dabei: neben Oberösterreich
und der Toskana noch Aquitaine, Baskenland und Limousin in Frankreich,
Marken als zweite italienische Region, Scotland-Highland und Wales in
Großbritannien, Thrace-Rodopi in Griechenland und Schleswig-Holstein in
Deutschland.
Oberösterreich und Toskana haben Verbotsgesetze gegen die Ausbringung
gentechnisch veränderter Pflanzen oder Saaten erlassen. Oberösterreich hat
beim EU-Gerichtshof gegen die Ablehnung des Verbots durch die EU-Kommission
(Begründung: Wettbewerbsfreiheit) geklagt. Eine Entscheidung ist nicht
abzusehen.
Hauptargumente gegen die Kommission sind der fehlende Nachweis der
Ungefährlichkeit sowie die Überzeugung, dass eine Koexistenz von Gentechnik
und Nicht-Gentechnik in kleinflächigen Agrarländern wegen der notwendigen
Schutzräume nicht machbar ist. Außerdem wird auf das Selbstbestimmungsrecht
gepocht.
In der Toskana sind, wie Minister Barbini sagte, alle Agrarier- und
Gastronomieverbände einig in der Ablehnung der Agrar-Gentechnik in der
traditionsreichen Produktion... (ach)
OÖ-Nachrichten, 30.08.2004, www.nachrichten.at/archiv
(Red. M. R.)
Scheinheilige Haftungsbestimmungen für Gen-Verschmutzung
Agrarbündnis Österreich
Pressemitteilung, Wien 12.10.2004
Im Originaltext des heute vom Parlament zu verabschiedenden
Gentechnikgesetzes heißt es im §79k (4): "Kann der Eigentümer oder
Nutzungsberechtigte glaubhaft dartun, dass eine bestimmte Tätigkeit oder
Unterlassung des Nachbarn nach den Umständen des Einzelfalls geeignet war,
die Einwirkung im Sinn des Abs. 1 herbeizuführen, so wird vermutet, dass
diese durch die Tätigkeit oder Unterlassung verursacht wurde".
Abgesehen vom unmöglichen Deutsch ist diese Vermutung widerlegt, wenn es
der Nachbar als wahrscheinlich dartut, dass die Einwirkung nicht daraus
herrührt.
Die Haftungsbestimmungen des neuen GT-Gesetzes bewirken also, dass
derjenige, der gentechnisch veränderte Pflanzen freisetzt, mit hoher
Wahrscheinlichkeit für gar nichts haftet. Denn es gibt für einen
Sachverständigen nichts Leichteres als "als wahrscheinlich darzutun", dass
man etwas nicht gemacht hat. "Es handelt sich hier um keine
Beweiserleichterung, wie die Regierung behauptet, sondern um eine
Beweisverkomplizierung auf Kosten der Bäuerinnen und Bauern, die ihre
Felder gentechnikfrei halten wollen. Ein Gentechnikgesetz mit
Haftungsbestimmungen, die auf dem schwammigen Begriff "wahrscheinlich"
aufbauen, ist mit Sicherheit nichts wert!" - so die Sprecherin vom
Agrarbündnis Österreich, DI Elisabeth Baumhöfer.
Das Agrarbündnis, in dem KonsumentInnen und Bäuerinnen und Bauern
zusammenarbeiten, fordert, dass Österreichs Felder gentechnikfrei bleiben!
Wir brauchen dazu ein wirksames Gentechnikgesetz, das die Gesellschaft vor
einem Großversuch der Konzerne und den möglichen Folgen bewahrt:
· ein Rahmengesetz zur Erhaltung der Gentechnikfreiheit des biologischen
und konventionellen Landbaus
· eine zivilrechtliche Haftung, die GVO - Anwender rechtlich bindend in
Verantwortung nimmt
· eine Versicherungspflicht für GVO - Zulassungsinhaber bzw. einen
Haftungsfond, der von der Gentechnik-Industrie zu dotieren ist -
insbesondere für Großschäden, wie z.B. Verunreinigung ganzer
Lebensmittelchargen
· keine zusätzlichen Kosten für jene Bäuerinnen und Bauern, die
gentechnikfrei bleiben wollen, vor allem für Bio-Bauern
· keine GVO - Freisetzungen in ökologisch sensiblen Gebieten
· gentechnikfreie Entwicklungsgebiete für den Bio-Landbau
· gentechnikfreie geschlossene Anbaugebiete zur langfristigen Garantie von
gentechnikfreiem Saatgut
Agrarbündnis Österreich, Bündnis von KonsumentInnen und Bäuerinnen und Bauern
Herbeckstr. 75/9/8, A-1180 Wien, Tel.: 0699-11090837
(Bauern- und Konsumenten-Initiativen protestierten am 12.10.2004 vor dem
Landwirtschaftsministerium gegen das Gesetz und auch gegen die GVO-Freigabe
durch die EU.)
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Iraq legislation on GMOs
Focus on the Global South and GRAIN
16 October 2004
On the occasion of World Food Day this October 16, this report draws
attention to Iraq and alerts us to a little-known legislation imposed by
the US-led Occupation Authority, which could have a lasting impact on Iraqi
farmers' livelihoods and Iraqis' access to food. The order, which amends
Iraq's patent laws on plants and promote the interests of giant
agribusiness over Iraqis' welfare, marginalises the traditional
contributions of Iraqi farmers to national agricultural wealth and
seriously undermines Iraq's food sovereignty.
WHEN FORMER COALITION PROVISIONAL AUTHORITY (CPA) administrator L. Paul
Bremer III left Baghdad after the so-called "transfer of sovereignty" in
June 2004, he left behind the 100 orders he enacted as chief of the
occupation authority in Iraq. Among them is Order 81 on "Patent, Industrial
Design, Undisclosed Information, Integrated Circuits and Plant Variety."[1]
This order amends Iraq's original patent law of 1970 and unless and until
it is revised or repealed by a new Iraqi government, it now has the status
and force of a binding law.[2]
With important implications for farmers and the future of agriculture in
Iraq, this order is yet another important component in the United States'
attempts to radically transform Iraq's economy.
WHO GAINS?
For generations, small farmers in Iraq operated in an essentially
unregulated, informal seed supply system. Farm-saved seed and the free
innovation with and exchange of planting materials among farming
communities has long been the basis of agricultural practice. This has been
made illegal under the new law. The seeds farmers are now allowed to plant
- "protected" crop varieties brought into Iraq by transnational
corporations in the name of agricultural reconstruction - will be the
property of the corporations.
While historically the Iraqi constitution prohibited private ownership of
biological resources, the new US-imposed patent law introduces a system of
monopoly rights over seeds...
CORPORATE CONTROL
The new law is presented as being necessary to ensure the supply of good
quality seeds in Iraq and to facilitate Iraq's accession to the WTO.[5]
What it will actually do is facilitate the penetration of Iraqi agriculture
by the likes of Monsanto, Syngenta, Bayer and Dow Chemical - the corporate
giants that control seed trade across the globe. Eliminating competition
from farmers is a prerequisite for these companies to open up operations in
Iraq, which the new law has achieved. Taking over the first step in the
food chain is their next move.
The new patent law also explicitly promotes the commercialisation of
genetically modified (GM) seeds in Iraq. Despite serious resistance from
farmers and consumers around the world, these same companies are pushing GM
crops on farmers around the world for their own profit. Contrary to what
the industry is asserting, GM seeds do not reduce the use of pesticides,
but they pose a threat to the environment and to people's health while they
increase farmers' dependency on agribusiness...
Full text including footnotes in:
http://www.focusweb.org/main/html/Article524.html?POSTNUKESID=5767653c48c5d0c64476eddd7f2933d6
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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From mareichl@ping.at Fri Nov 5 11:08:39 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 05 Nov 2004 12:08:39 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 156 - Hunger in Palaestina; Gush Shalom an Arafat
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041105111355.026029f0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 156 - Jean Ziegler und der Hunger in Palaestina;
Genesungswünsche von Gush Shalom an Jassir Arafat
Bad Ischl, 5.11.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Fast die Hälfte der Palästinenser sind von Nahrungsmittelhilfe abhängig.
22% der palästinensischen Kinder sind unterernährt.
Jean Ziegler, der United Nations Special Rapporteur on the Right to Food
(www.righttofood.org) hat dies und andere alarmierende Tatsachen in seinen
Berichten vom Vorjahr und heuer festgestellt.
Als Gegenschlag hat Itzhak Levanon, der Botschafter Israels bei der UNO in
Genf gefordert, dass die UNO Zieglers Mandat beenden sollte. Vor allem
empörte die israelische Regierung, dass es von der EU im Rahmen des
Assoziationsabkommens ihren politischen Druck auf Israel verstärken sollte.
Aus einer anderen Dokumentation geht hervor, dass israelische Behörden von
Palästinensern unverhältnismäßig hohe Gebühren für Wasser verlangen, das
aus den Grundwasserreserven auf palästinensischen Territorien stammt. Im
statistischen Durchschnitt verbraucht ein Israeli zehnmal so viel Wasser
als ein Palästinenser.
Weiters genehmigen israelische Militär- und Polizeikräfte Palästinensern
nur wenige Tage um von ihren - in abgetrennten Territorien stehenden -
Bäumen die Oliven zu ernten. Eine ihrer wenigen eigenen Nahrungsquellen!
"Hunger ist kein Schicksal - Hunger wird gemacht!" Ein Leitsatz aus einer
jahrzehntealten entwicklungspolitischen Kampagne, der angesichts des
inzwischen angewachsenen weltweiten Hungersituation aktueller denn je ist!
Quellen: AFP, Ha'arez, Gush Shalom, Das Palästina Portal - siehe unten - u.a.)
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Israel stellt Ziegler an den Pranger und fordert offiziell seine Ablösung
Israel hat nun auch offiziell die Ablösung des UNO-Berichterstatters für
das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, gefordert. Der israelische Botschafter
in Genf überreichte gestern der UNO eine entsprechende Note. Ziegler hatte
Mitte des Monats in einem Bericht scharfe Kritik an Israel geübt und
wirkungsvollere Maßnahmen gegen Israel gefordert, um "eine humanitäre
Katastrophe" zu verhindern.
Das vor vier Jahren abgeschlossene Assoziationsabkommen zwischen Israel und
der EU habe die Respektierung der Menschenrechte als wesentliche Grundlage
des Vertrages eingefordert, so Ziegler. Diese Grundlage habe Israel
verletzt. Wörtlich hatte Ziegler in seinem Bericht geschrieben: "Es gibt
nur eine mögliche Waffe, um dem Recht auf Nahrung zur Durchsetzung zu
verhelfen, und das ist Artikel 2 des Vertrages zwischen Israel und der
Europäischen Union... Schwere Verletzungen des Rechts auf Nahrung müssen
mit Sanktionen geahndet werden..." Als Beispiel führte er die israelische
Wasserpolitik an: Palästinenser hätten keinen freien Zugang zu Wasser und
müssten dieses von Israel kaufen. Das UNO-Hochkommissariat für
Menschenrechte bestätigte, dass Ziegler Wirtschaftssanktionen der EU gegen
Israel gefordert habe.
Auch Peter Hansen, der Chef der UNRWA, war vor kurzem Ziel israelischer
Angriffe geworden. Israel hatte aufgrund aus der Luft gegriffener Vorwürfe
Anfang Oktober auch seinen Rücktritt gefordert. Offenbar versucht man von
offizieller israelischer Seite mit den Entlassungsforderungen UN-Kritik an
Israel zu unterbinden.
17.10.
UN-Report über Hunger in Palästina
Der jüngst von Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission,
Jean Ziegler, in Genf vorgelegte Rapport zur weltweiten Ernährungssituation
lässt Schreckliches zu tage kommen: Ziegler warf in seinem Bericht Israel
vor, für den Hunger in den besetzten Gebieten wesentlich mitverantwortlich
zu sein. "Die Situation dort verschärft sich dramatisch, und es gibt einen
direkten Zusammenhang zwischen der Besetzung und der humanitären
Katastrophe." So hätten die Menschen dort keinen freien Zugang zu Wasser,
sondern müssten dieses von Israel kaufen, so Ziegler. Tatsächlich verfügt
beispielsweise die Stadt Tulkarim, in der Westbank, über ein enormes
unterirdisches Wasserreservoir dieses Gebiet wurde von Israel annektiert,
so dass die Bewohner nicht das Wasser entnehmen dürfen.
Erst kürzlich berichtete die Zeitung "Haaretz", dass die israelischen
Besatzungstruppen ganz bewusst den Zugang zur Olivenernte für die
Palästinenser auf drei Tage beschränken. Tatsächlich sind 2-3 Wochen nötig,
um die Oliven, die für die Menschen in den palästinensischen Gebieten
Nahrungs- und Lebensquelle darstellen, abzuernten.
Das Palästina Portal
http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/news/Generaldelegation-Palaestinas.htm
Monatsüberblick, der Aktuellen Nachrichten der Generaldelegation Palästinas
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Message from Gush Shalom (Israel/ Palästina) to Yasser Arafat in Paris:
November 1, 2004
President Yasser Arafat,
Percy Hospital,
Paris.
Mr. President,
We are following with deep anxiety your heroic struggle against sickness.
Your achievements for your people are immeasurable. For decades you have
led your people from near oblivion to the threshold of national independence.
The importance of your role in the struggle for Israeli-Palestinian peace,
based on the coexistence of two states, Israel and Palestine, is immeasurable.
As an Israeli peace movement , we hope for your speedy recovery and return
to your duties as the leader of the Palestinian people.
You are the partner for peace!
Gush Shalom / Kutlat as-Salaam
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Fri Nov 5 11:13:13 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 05 Nov 2004 12:13:13 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 157 - Clovis Zimmermann: Grundeinkommen in Brasilien
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041105120940.02605950@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 157 - Clóvis Zimmermann: Grundeinkommen für alle - in
Brasilien
Bad Ischl, 5.11.2004
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www.begegnungszentrum.at
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Grundeinkommen für alle - in Brasilien
Clóvis Zimmermann
Brasilien hat im Januar dieses Jahres als erstes Land der Welt die
Einführung eines Grundeinkommens (Renda Básica de Cidadania) beschlossen.
Mit dem Grundeinkommen soll allen Brasilianern ohne Einkommensunterschiede
und auch Ausländern, die seit mehr als fünf Jahren im Land leben, eine
staatliche finanzielle Leistung zukommen, mit der sie ihre Grundbedürfnisse
wie Lebensmittel, Erziehung und Gesundheit befriedigen können. Dabei
handelt es sich um eine allgemeine finanzielle Unterstützung, die monatlich
bedingungslos und ohne Unterschied an Reiche und Arme, Jung und Alt, Frauen
und Männer gleichermaßen ausbezahlt werden soll.
Das Gesetz für ein Grundeinkommen, das nach und nach eingeführt werden
soll, beginnend mit den Ärmsten der Gesellschaft, ist dem langwierigen
Bemühen des Senators Eduardo Suplicy von der Arbeiterpartei (PT) zu
verdanken. Nach Ansicht von Lena Lavinas, Professorin an der
Bundesuniversität Rio de Janeiro, stehe jedoch der Satz »Beginnend mit den
Ärmsten der Gesellschaft« nicht im Einklang mit dem Konzept des
Grundeinkommens, weil es gleichermaßen für alle eingeführt werden soll und
nicht nach bestimmten Auswahlkriterien.
Nach Ansicht von Philippe van Parijs, dem ehemaligen Sekretär von BIEN
(ehemals Basic Income European Network, mittlerweile Basic Income Earth
Network) und Professor an der Université Catholique de Louvain, könne kein
Land der Welt ein Grundeinkommen auf einmal einführen, vielmehr müsse dies
Schritt für Schritt geschehen.
Der Unterschied zwischen Mindesteinkommen und Grundeinkommen besteht darin,
dass ein Mindesteinkommen mit einer Bedarfsprüfung verknüpft ist.
Staatliche Leistungen werden nach diesem Konzept nur dann ausbezahlt, wenn
die Menschen ihre Bedürftigkeit nachweisen können.
In der Regel besteht dadurch eine Kopplung zwischen Erwerbsarbeit und
Einkommen; soziale Leistungen werden meist erst dann bezahlt, wenn die
Betreffenden keiner Erwerbsarbeit nachgeht. Sobald eine reguläre
Erwerbstätigkeit vorliegt, geht Anspruch auf die staatliche Leistung verloren.
Mit dem Grundeinkommen soll der Lebensunterhalt von der Notwendigkeit der
Erwerbsarbeit abgekoppelt werden. Diese Entkopplung wird von vielen auch
vor dem Hintergrund der strukturellen Massenarbeitslosigkeit als notwendig
erachtet.
Darüber hinaus soll auch eine höhere Effizienz in der Mittelzuweisung
erreicht werden, weil kein Aufwand für die Überprüfung der Bedürftigkeit
betrieben werden muss.
Als übergeordnete Ziele wird zum einen die Respektierung der Menschenrechte
und -würde, zum anderen die Förderung der Autonomie der Staatsbürger
genannt, auch außerhalb der Erwerbsarbeitssphäre menschenwürdig zu leben.
Armutbekämpfung
Während in den meisten europäischen Ländern die Diskussion um die
Einführung eines Grundeinkommens auf eine Ergänzung zum bereits vorhandenen
System sozialer Sicherung und zur Bewältigung von dessen Krisen abzielt,
verspricht man sich in Lateinamerika davon vor allem die Bekämpfung des
Hungers und der Armut.
Die Programme zur Armutsbekämpfung in Brasilien waren bis in die 90er Jahre
vorwiegend auf die Steigerung des Wirtschaftswachstums ausgerichtet,
indirekt sollte damit auch die Armut bekämpft werden. Brasilien ist diesem
Ziel aber nie nahegekommen.
In den 90er Jahren intensivierten sich die Debatten und Kampagnen um die
Armut. Zuerst wurden globale Programme zur Armutsbekämpfung auf kommunaler
Ebene eingeführt sie knüpften an einen Gesetzesentwurf für ein
Mindesteinkommen an, den Senator Eduardo Suplicy 1991 vorschlug.
Das Gesetz hat intensive Debatten in den Medien, vor allem in angesehenen
Zeitungen und Zeitschriften, ausgelöst. Die Folge war, dass auf lokaler
Ebene neue Wege bei der Armutsbekämpfung gegangen wurden.
Von 1995 an haben zahlreiche Kommunen, zunächst Campinas, Ribeirão Preto
und der Bundesdistrikt Brasília, Mindesteinkommensprogramme zur
Armutsbekämpfung eingeführt. Sie formulierten eine Reihe von Bedingungen
für die Aufnahme der Leistungsempfänger in das Programm.
Die erste Bedingung war die Verpflichtung der Eltern, ihre Kinder zur
Schule zu schicken. Kommunen, die diese Bedingung stellten, argumentierten,
Armut in den Familien habe großen Einfluss auf die frühzeitige
Erwerbstätigkeit der Kinder, weil die Kosten für den Schulbesuch sehr hoch
seien und die Familien die Kinderarbeit benötigten, um ihr prekäres
Einkommen zu steigern.
Daneben verlangten die meisten Programme eine Mindestwohndauer in der Stadt
im allgemeinen zwei bis fünf Jahre. Dadurch sollte verhindert werden,
dass Menschen aus anderen Städten zu ziehen, um in den Genuss des Programms
zu gelangen. Außerdem legten die meisten Programme eine
Einkommensobergrenze fest in der Regel belief sie sich auf ein
Pro-Kopf-Einkommen von weniger als einem halben Mindestlohn im Monat.
Obwohl diese Programme sehr restriktiv gehandhabt wurden, verzeichneten sie
positive Resultate, sodass sie ab dem Jahr 2000 während der
Regierungsperiode des Fernando Henrique Cardoso auch auf Bundesebene
eingeführt wurden.
Auf diese Weise entstand die Schulbeihilfe für arme Familien, die ihre
Kinder in die Schule schicken, die Ernährungsbeihilfe (Programm zur
Ernährung der Mütter) und die Gasbeihilfe eine kleine, zweimonatlich
ausbezahlte Summe, um Gas für die Küche zu kaufen. Schätzungsweise lag in
dieser Zeit die durchschnittliche Unterstützung bei 25 Real pro Familie.
Fome Zero
Mit der Wahl von Präsident Lula im Oktober 2002 wurde das Programm Fome
Zero (Null Hunger) ins Leben gerufen. Dieses Programm sieht vor allem die
Einführung einer Lebensmittelkarte vor, mit der 44 Millionen als arm
eingestufte Brasilianer (etwa 11,2 Millionen Familien) bis Ende des Jahres
2006 sich angemessen ernähren sollen.
Ende Oktober 2003 hat die Regierung die unterschiedlichen Formen der
Unterstützung in einer Familienunterstützungskarte* zusammengeführt. Die
Familienunterstützungskarte gewährt eine Unterstützung von 5095 Real (etwa
20 Euro; der Mindestlohn liegt bei 260 Real).
Die Familien, die in den Genuss des Programms kommen, bekommen zunächst
eine Bankkarte der staatlichen Sparkasse zugesandt, die Unterstützung wird
ihnen dann monatlich auf das Konto überwiesen.
Diese Unterstützungen, die bis zur Einführung des Grundeinkommens
beibehalten werden sollen, sind nicht nur an den Nachweis der Armut
gebunden, sie verlangen auch »Gegenleistungen« so z.B. den Nachweis, dass
die Kinder regelmäßig zur Schule geschickt werden und an Impfungen
teilnehmen, und dass die Erwachsenen an Alphabetisierungskursen und
Informationsveranstaltungen über Ernährung oder Berufsausbildung teilnehmen.
Die Kosten für die Überprüfung dieser Gegenleistungen des betragen jährlich
nach Schätzungen von Lena Lavinas 25 Milliarden Real, während das Programm
selbst im Jahr nur 5 Milliarden Real kostet. Bis jetzt haben mehr als 5
Millionen arme Familien in ganz Brasilien diese
»Familienunterstützungskarte« erhalten.
Die Familienunterstützungskarte hat einige positive Auswirkungen gehabt,
vor allem die Verbesserung der Ernährung. Schwierigkeiten gibt es jedoch
bei der Auswahl der Leistungsbeziehenden und ihrer Zahl in den Städten. Da
in Brasilien über die Hälfte der Erwerbstätigen im informellen
Wirtschaftssektor beschäftigt ist, sind eine Überprüfung des Einkommens und
eine allgemeine Bedürftigkeitsprüfung nur sehr schwer durchführbar.
Bedarf an finanzieller Unterstützung haben weit mehr Familien als die im
Programm »Fome Zero« vorgesehenen, sodass die Auswahl nie ganz korrekt
durchgeführt werden kann. Deshalb kritisieren Menschenrechtsorganisationen
wie bspw. FIAN (FoodFirst Information and Action Network), dieses Programm
erfülle nicht die Kriterien internationaler Vereinbarungen wie das
Menschenrecht auf Nahrung.
FIAN empfiehlt für die künftige Gestaltung des Programms den schnellen
Übergang von der Familienunterstützungskarte zum Grundeinkommen, weil
dadurch das Risiko drastisch gemindert werde, dass bedürfige Menschen von
ihm ausgeschlossen würden. Zudem knne nur auf diese Weise das Recht auf
Nahrung tatsächlich eingeklagt werden, weil sich die Bedüftigen einfacher
gegen Rechtsverletzungen zur Wehr setzen könnten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das aktuelle Gesetz über das
Grundeinkommen eine Erweiterung der bereits eingeführten
Mindesteinkommensprogramme darstellt.
Grundeinkommen
Das Grundeinkommensgesetz, das am 8.Januar 2004 von Präsident Lula
unterzeichnet wurde, soll ab 2005 schrittweise eingeführt werden
beginnend bei den besonders Betroffenen. Ein Kritikpunkt ist die Bindung
des Gesetzes an die Haushaltsmöglichkeiten des Staates. Wird die
Haushaltslage schwierig, kann eine Regierung das Programm verschieben oder
verzögern. Außerdem kann ein zu niedrig angesetzter Betrag für das
Grundeinkommen die Wirkung des Gesetzes einschränken.
Nach Auffassung von Senator Suplicy könnte das Grundeinkommen schrittweise
bis 2010 eingeführt werden. In seiner Konzeption stellt das bisherige
Familienunterstützungsprogramm den ersten Schritt für ein Grundeinkommen
dar, obwohl er den individuellen Anspruch und nicht den der Familie in den
Vordergrund stellt und die Auszahlung der Leistungen an keinerlei
Bedingungen mehr knüpft.
Als Eingangsbetrag schlägt er eine Summe von monatlich 40 Real pro Person
vor. Dieser Betrag mag auf dem ersten Blick gering erscheinen, aber in
einer Familie mit vier Kindern würde das Einkommen damit auf 240 Real
steigen. Wenn eine Person dann noch einen Mindestlohn dazu verdienen würde,
käme die Familie auf 500 Real. Je geringer also das Einkommen einer Person
ist, desto höher ist die Bedeutung dieses Grundeinkommens.
Lena Lavinas schlägt monatlich 80 Real für alle Kinder bis zum Alter von 16
Jahren vor, denn diese seien am häufigsten von der Armut betroffen.
Insgesamt würden das ungefähr 56,7 Millionen Kinder betreffen, die
jährlichen Kosten beliefen sich auf 54,6 Milliarden Real. Nach ihrer
Ansicht würde es zur Finanzierung dieser Ausgabe genügen, wenn die
Regierung die Zinsrate von 16% auf 12% senkt dadurch würden sich der
Schuldendienst des Bundes nach innen und außen erheblich reduzieren.
Ein Grundeinkommen würde in Brasilien, wie Erich Fromm in den 60er Jahren
feststellte, zum ersten Mal Menschen von der Drohung des Hungertods
befreien und sie auf diese Weise wirtschaftlich wahrhaft frei und
unabhängig machen. Niemand müsste sich mehr nur deshalb auf bestimmte
Arbeitsbedingungen einlassen (im Extremfall die Sklavenarbeit, die es in
Brasilien immer noch gibt), weil er sonst befürchten müsste zu verhungern.
Begabte oder ehrgeizige Frauen und Männer, so Erich Fromm, könnten ihre
Ausbildung wechseln, um sich auf einen anderen Beruf vorzubereiten; eine
Frau könnte ihren Ehemann verlassen. Die Menschen hätten keine Angst mehr,
wenn sie den Hunger nicht mehr zu fürchten brauchten.
*Auf Portugiesisch »Bolsa Família«. Jede Familie bekommt monatlich einen
Betrag von 5095 Real, je nach Anzahl der Kinder. Der Grundbetrag liegt bei
50 Real, pro Kind werden 15 Real hinzu bezahlt. Allerdings werden nur
maximal drei Kinder berücksichtigt. Der Durchschnittswert der
Familienunterstützungskarte liegt monatlich bei 73 Real.
SoZ - Sozialistische Zeitung, November 2004, Seite 16
http://members.aol.com/soz9/041116.htm
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Als Ergänzung zum E-Rundbrief - Info 150 - RB Nr. 114 - Frei Betto: Zero
Hunger Social Mobilization in Brasilien. Sozialpolitik des brasilianischen
Präsidenten Lula.
M.R.
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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A-4820 Bad Ischl
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From mareichl@ping.at Fri Nov 5 11:31:47 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 05 Nov 2004 12:31:47 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 158 - Eduardo Galeano über Wahlsieger in USA und Uruguay
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041105122212.02630eb0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 158 - Interview mit Eduardo Galeano: "Wir dürfen uns
nicht wie Blätter im Wind treiben lassen". Über den Wahlsieger "Angst" in
den USA, den Wahlsieg der Linken in Uruguay und ihre erfolgreiche
Volksabstimmung gegen die Wasserprivatisierung..
Bad Ischl, 5.11.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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"Wir dürfen uns nicht wie Blätter im Wind treiben lassen"
Der uruguayische Schriftsteller Eduardo Galeano über George W. Bush, den
Wahlsieg der Linken in Uruguay und ein Signal gegen die Wasserprivatisierung
»Die offenen Adern Lateinamerikas«. Mit diesem Werk wurde Eduardo Galeano
1971 weltweit bekannt. Seit seiner Rückkehr aus dem Exil nach dem Ende der
Militärdiktatur in Uruguay 1985 setzt sich Galeano für die Demokratisierung
des Landes ein. Mit ihm sprach in Montevideo für "Neues Deutschland"
Gerhard Dilger.
ND: Herr Galeano, noch einmal vier Jahre Bush & Co. was bedeutet das für uns?
Galeano: Es ist ein Sieg der Angst. Die Welt ist einer Diktatur der Angst
unterworfen, einer unsichtbaren Diktatur, die nur manchmal sichtbar wird.
Die USA-Öffentlichkeit ist besonders empfindlich, wenn Panik gesät wird. 60
Prozent glauben an die Existenz des Teufels. Er wechselt seine Verkleidung,
vorher war es der Kommunismus, heute ist es der islamische Terrorismus.
Es ist kein Zufall, dass wenige Tage vor dieser Katastrophe für die
Menschheit Bin Laden aufgetaucht ist, um seine Drohungen auszustoßen und
große Katastrophen anzukündigen. Ich weiß nicht, ob er von Bush bezahlt
wird, aber verdient hätte er es. Was wäre das Gute ohne das Böse? Dabei ist
das »Gute« eine absolut verrückte Art, die Welt zu organisieren: Am Tag
werden 2,5 Milliarden Dollar in die Industrie des Todes gesteckt. Mit den
Ausgaben von zehn Tagen könnte man das Leben aller Kinder retten, die jedes
Jahr an heilbaren Krankheiten sterben oder verhungern. Aber zur
Rechtfertigung dieser Militärausgaben braucht der kapitalistische Himmel
einen Teufel, und wer eignet sich besser als Bin Laden mit seinem Bärtchen,
seiner Maschinenpistole, diesem Blick.
ND: Kerry wäre Ihnen also lieber gewesen?
G.: Wäre ich USA-Bürger, ich hätte für Ralph Nader gestimmt, denn ich
glaube, das Schlimmste für eine Demokratie ist eine Einheitspartei, die
sich als zwei Parteien ausgibt, wie wir es in Uruguay 170 Jahre lang mit
den Blancos und den Colorados gehabt haben. Mit Nader gab es eine kleine
Möglichkeit, dass etwas anderes hätte entstehen können. Aber das verleitet
mich nicht zu der Ansicht, dass Bush das Gleiche ist wie Kerry, natürlich
ist Bush viel schlimmer.
Wir sind in der Hand eines Verrückten, der von Leuten umgeben ist, die
alles andere als verrückt sind und diesen irrationalen Diskurs
organisieren. Wie die Betrunkenen negieren die Verrückten das
Offensichtliche. Bush sagt, die Welt werde immer sicherer, während sie in
Wahrheit an allen Stellen explodiert.
ND: Manche sagen ja, solange die USA in anderen Teilen der Welt beschäftigt
sind, können sie in Lateinamerika nicht so viel Unheil anrichten. Sehen Sie
das ähnlich?
G.: Auf die direkten militärischen Unternehmungen trifft das zu, die
Marines sind in Irak beschäftigt. Aber bei uns landen andere Soldaten, die
genauso viel oder sogar mehr zerstören: die Technokraten des
Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, der Welthandelsorganisation.
Diese Machtstruktur setzt uns mehr zu als je zuvor. Es stimmt also nicht,
dass ihnen Lateinamerika egal ist, dass sie uns in Ruhe lassen.
ND: Nun ist ja auch in Uruguay gewählt worden...
G.: Ja, aber hier war es ein Sieg über die Angst. Das ist neu. Hier hat die
Rechte nämlich auch eine Angstkampagne gefahren, die haben die »Frente
Amplio« (Breite Front) mit den Tupamaros gleichgesetzt und suggeriert, die
Linken seien Entführer, Mörder, Diebe, Vergewaltiger und Feinde der
Demokratie. Ein Kandidat für die Vizepräsidentschaft sagte, alle Uruguayer
müssten sich gleich kleiden, so wie die Chinesen zu Maos Zeiten.
Auch der Sieg im Wasser-Plebiszit war ein Sieg über die Angst. Verbreitet
wurde, Uruguay werde sich ohne die Privatisierungen in ein Land der
schwarzen Brunnen verwandeln, die Uruguayer seien Exoten, Marsmenschen in
einer Welt, wo das Wasser privat verwaltet werde, diese Lüge hat der
Kulturminister verbreitet!
ND: Tatsache ist: Die Spielräume für die neue Linksregierung werden eng sein.
G.: Ja, es ist klar, dass Uruguay nicht die Kraft hat zu sagen: Wir werden
die Schulden nicht mehr bezahlen. Das wäre realitätsfremd. Aber Uruguay
kann und muss sich mit den anderen lateinamerikanischen Ländern
zusammentun, um gemeinsam gegen den Würgegriff der Verschuldung und der
internationalen Märkte anzugehen. Die Großen Brasilien, Argentinien und
Mexiko müssen davon überzeugt werden, dass auch sie denselben stählernen
Gesetzen der internationalen Machtstruktur unterworfen sind. Wenn sie
glauben, sie können sich alleine retten, dann sind sie geliefert. Es gibt
keinen Raum für die Einsamkeit.
ND: Was ist das Besondere an der uruguayischen Linken?
G.: Die Frente Amplio ist wirklich ein Bündnis mit vielen Widersprüchen.
Als Sohn von Marx und Enkel von Hegel bin ich davon überzeugt, dass der
Widerspruch der Motor der Geschichte ist. Deswegen mache ich mir auch nicht
das Geringste aus den Widersprüchen der Frente, sie sind ja der Beweis,
dass sie lebendig ist. Andere Genossen sind darüber entsetzt, die kommen
sich superrevolutionär vor und sind Anhänger einer linearen Logik. Sie
verwechseln Einheit und Konformismus.
Und dann die Geduld. Die Frente ist ganz langsam aufgebaut worden, ab 1971
und mit einer brutalen Unterbrechung durch die Militärdiktatur. Danach ist
dieser Impuls, diese Energie wieder aufgegriffen worden und Bewusstsein für
Bewusstsein, Haus für Haus, erobert worden, mit einer geradezu chinesischen
Geduld. Das war unglaublich, denn üblicherweise ist die Linke sehr
ungeduldig. Jetzt ist diese Entwicklung in den Wahlsieg gemündet.
ND: Könnten Sie den gewählten Präsidenten in wenigen Worten charakterisieren?
G.: Tabaré Vázquez ist sehr nüchtern, ernsthaft, verantwortungsvoll und
kohärent. Sein ganzes Leben lang haben seine Taten und sein Handeln
übereingestimmt. Er ist sehr, sehr uruguayisch in seiner sanften,
verhaltenen Art zu reden. Er treibt die Nüchternheit auf die Spitze, wenn
man das sagen kann.
ND: In puncto Vergangenheitsbewältigung haben sich die führenden
Frente-Vertreter sehr vorsichtig geäußert...
G.: Ja, wie eigentlich auf allen Gebieten. Wir müssen um die Rückgewinnung
der Erinnerung und gegen Uruguay als Paradies der Straflosigkeit kämpfen.
In den Jahren des erzwungenen Gedächtnisverlustes mussten wir den Müll
unter dem Teppich verstecken und den Mund halten. In der ersten Etappe geht
es darum, den Artikel vier des entsetzlichen Amnestiegesetzes
auszuschöpfen, gegen das wir 1989 erfolglos ein Plebiszit organisiert
hatten. Dieser Artikel, wonach Untersuchungen in Mordfällen durchaus
möglich sind, ist nie angewendet worden. In dieser ersten Etappe könnte man
schon einiges erreichen.
ND: Aber hat die künftige Regierung den politischen Willen dazu?
G.: Ja, zur ersten Etappe bestimmt, das hat Tabaré Vázquez auch
versprochen. Dann sehen wir weiter. Es ist ein langer Weg, aber es nützt
nichts, groß herumzuschreien. Es geht darum, langsam mit klarem Ziel zu
handeln.
ND: All das klingt doch sehr nach dem, was der brasilianische Präsident
Lula immer sagt. Nur ist der jetzt schon fast zwei Jahre im Amt, und die
Ergebnisse sind bescheiden. Die neoliberale Logik scheint übermächtig.
G.: Die Regierung Lula ist sehr widersprüchlich. Die Freigabe der Gensoja
zum Beispiel ist schwer zu verstehen. Die besten Signale gehen in die
Richtung, die gemeinsame Front zu erweitern, in der Wirtschaftsgemeinschaft
MERCOSUR, oder innerhalb der Welthandelsorganisation der Versuch, mit
Indien, Südafrika und China zusammenzuarbeiten. Doch auch hier ist der
Ausgang offen. Uruguay jedenfalls ist zur Kooperation mit Argentinien und
Brasilien verurteilt, wir können uns nicht in ein eigenes Abenteuer stürzen.
ND: Wie fühlen Sie sich heute angesichts der Nachrichten aus den USA und
der Hoffnung, die in Uruguay mit Händen zu greifen ist?
G.: Solche Situationen sind eine Herausforderung. Viele US-Amerikaner
denken, die Welt sind sie. Die Welt sieht das vielleicht anders. Es ist an
der Zeit, nein zu sagen, wir dürfen uns nicht weiter wie Blätter im Wind
treiben lassen. Wir müssen den Widerstand organisieren, im Namen des
Planeten, der in diesem Rausch der Gewalt und des Konsums unterzugehen droht.
Die Welt muss ihnen sagen: Ihr dürft nicht über uns verfügen. Das gilt
besonders für uns Lateinamerikaner, denen die Erniedrigung jahrhundertelang
eingetrichtert worden ist. Uruguay ist ein kleines, fast geheimes Land, das
nie in den Medien auftaucht. Unser Wasser-Plebiszit hat jedoch
Aufmerksamkeit verdient. Jetzt ist das Wasser als öffentliches Recht und
Gut für alle in der Verfassung verankert und die privaten Geschäftemacher
sind draußen. Das sollte man uns nachmachen!
"Neues Deutschland", 5. 11. 04
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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From mareichl@ping.at Mon Nov 8 13:56:01 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 08 Nov 2004 14:56:01 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 159 - Tödliche Uranmunition im Irak-Krieg
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041108144002.0259d1b0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 159 - Frieder Wagner: Der giftige Staub im Wüstenwind,
Die tödliche Hinterlassenschaft der Alliierten: Wurde auch im jüngsten
Irak-Krieg Uranmunition eingesetzt?
Bad Ischl, 8.11.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Vorbemerkung:
Bei der militärischen "Rückeroberung" von Falludja (und anderen irakischen
Orten) werden - von den Alliierten (USA, Grossbritannien, Italien usw.) mit
Unterstützung durch die irakische Regierung udn ihrem Militär - mit
Sicherheit wieder Urangeschoße eingesetzt, wie auch schon in den
vorangegangenen Kriegen (Irak, Afghanistan, Balkan...)! Die Bewohner dieser
Länder sind dazu verdammt, sich weiter der tödlichen Strahlung auszusetzen.
Wer richtet die dafür verantwortlichen Kriegsverbrecher (inkl.
Regierungsmitglieder)?
Matthias Reichl
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Der giftige Staub im Wüstenwind
Die tödliche Hinterlassenschaft der Alliierten:
Wurde auch im jüngsten Irak-Krieg Uranmunition eingesetzt?
Von Frieder Wagner
Tedd Weyman, der Vizedirektor des Medizinischen Uranforschungsinstituts in
Toronto, sucht in der irakischen Hauptstadt Bagdad nach Beweisen. Dafür,
dass die Alliierten auch im jüngsten Irak-Krieg tonnenweise Uranwaffen
eingesetzt haben. Diese Waffen sind seiner Erfahrung nach verantwortlich
für das Golfkriegssyndrom, an dem hunderttausende von Soldaten und
Zivilisten inzwischen erkrankt sind.
An einem alten Stadttor, an dem im April 2003 heftige Panzergefechte
stattfanden, entnimmt er Bodenproben. Ganz in der Nähe eines Rastplatzes
schlägt der Geigerzähler heftig aus. Tedd Weyman misst eine Strahlung, die
100 bis 150 Mal höher ist als normal. »Dieser Wert ist eindeutig zu hoch
für Menschen, und ein Aufenthalt hier müsste verboten werden«, sagt der
irakische Arzt, der ihn begleitet. Aber der Aufenthalt an solchen
verseuchten Orten wird von den Alliierten weder verboten, noch weisen
Schilder auf die Gefahr hin.
So genannte Urangeschosse haben die alliierten Kampfverbände von
US-Amerikanern und Briten zum ersten Mal 1991 im Golfkrieg gegen Panzer
eingesetzt. Der Soldat Kenny Duncan erinnert sich: »Wenn ein Panzer
getroffen wurde, gab es eine Verzögerung von zwei oder drei Sekunden, und
dann erst explodierte er.« Duncan reparierte im Irak Panzer. Auch solche,
die versehentlich von den Uranwaffen der eigenen Armee getroffen worden
waren. Schutzanzug oder Mundschutz trug er dabei nicht. »Wir haben den
giftigen Staub über Monate eingeatmet.«
Urangeschosse bestehen aus »abgereichertem Uran«, einem radioaktiven
Abfallprodukt der Atomindustrie. Seine Lagerung kostet viel Geld. Deshalb
war die Atomindustrie froh, als sich die Militärs für die preiswerten
Uranabfälle interessierten. Der Grund: Uran ist eines der schwersten
Metalle, fast doppelt so schwer wie Blei. »Wenn ein Urangeschoss mit
höchster Wucht auf eine Panzerung trifft, schweißt es sich wie durch Butter
hindurch«, erläutert Paul Roth, Medizinphysiker des Instituts für
Strahlenschutz des Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit bei
München. Dabei verdampft ein Teil des Urans, entzündet sich im Innern des
Fahrzeugs und verbrennt mit sehr hohen Temperaturen. Die Munition im
Fahrzeug explodiert, und die Besatzung verglüht.
Das Mineralogische Institut der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in
Frankfurt am Main bestätigt Tedd Weymans Vermutung: Die Bodenproben, die er
am Stadttor von Bagdad entnommen hat, sind hochgradig verseucht. »Wir haben
fast reines abgereichertes Uran gefunden«, berichtet der Geologe Axel
Gerdes. »Die Gefahr, dass die Leute, die dort leben, es einatmen, ist sehr
groß nicht nur am unmittelbaren Kriegsschauplatz, sondern auch in Gebieten
weiter weg.«
Der deutsche Chemieprofessor Albrecht Schott hat die Gene von britischen
Veteranen, die am so genannten Golfkriegssyndrom erkrankt sind, untersucht.
In ihrem Blut fand er auffallend viele genetische Veränderungen. Diese
Chromosomenbrüche sind ihm zufolge typische Auswirkungen von
Radioaktivität. Welche Folgen sie haben, zeigt sich bei der Familie des
Veteranen Kenny Duncan: Seine Frau bekam nach dem Golfkrieg drei Kinder von
ihm, und alle drei Kinder sind genetisch schwer geschädigt. »Das Uran, das
Kenny eingeatmet hat, ist bei der Explosion zu so kleinen Partikeln
verbrannt, dass es im Körper überall hin gelangen konnte, nicht nur zu den
Lymphozyten, zum Gehirn, zur Leber, auch zum Sperma. Deshalb sind die
Kinder von Kenny genetisch krank«, erläutert Schott. Und weil die Kinder
geschädigte Chromosomen haben, werden ihre Kinder ebenfalls mit hoher
Wahrscheinlichkeit Schäden aufweisen.
Die amerikanische und britische Armeeführung wusste frühzeitig von den
Gefahren der Uranmunition. Das beweist ein Trainingsvideo, das die Soldaten
vor dem Einatmen von Uranstaub warnt. Die US-Armee ließ es 1995 herstellen.
Es entstand nach einem Handbuch, das es schon im Golfkrieg 1991 gab, das
aber nicht verteilt wurde.
In beiden Golfkriegen war die 500.000-Einwohner-Stadt Basra heiß umkämpft.
Heute wird sie von der britischen Besatzungsmacht kontrolliert. Im Vorort
Abu Khasib, wo im jüngsten Irak-Krieg eine heftige Panzerschlacht tobte,
findet Tedd Weyman dutzende von Panzern, die von Urangeschossen getroffen
wurden. Bei einigen misst er eine im Vergleich mit der natürlichen
Strahlung um das 20.000-Fache erhöhte Radioaktivität. Der Geigerzähler gibt
an diesen besonders stark verstrahlten Stellen einen schrillen Dauerton von
sich. In der Bedienungsanleitung des Messgeräts heißt es, dass solche Orte
sofort verlassen werden sollten.
Der Frankfurter Wissenschaftler Axel Gerdes hat außer den Bodenproben auch
den Urin von neun Soldaten, die aus dem jüngsten Irak-Krieg zurückgekehrt
sind, auf abgereichertes Uran analysiert. Bei vier von ihnen fand er den
gefährlichen Stoff. Dieses Ergebnis bezweifelt der Medizinphysiker Paul
Roth. Er hatte im Auftrag der Bundesregierung 1999 im Kosovo sowohl
Soldaten untersucht als auch Kinder, die auf kontaminierten Panzern
gespielt hatten. Auch dort waren von den Alliierten Urangeschosse
eingesetzt worden. »Wir haben weit über tausend solcher Untersuchungen
durchgeführt und konnten bei niemandem dort abgereichertes Uran im Urin
nachweisen«, behauptet er.
Nach wie vor ist umstritten, welche gesundheitlichen Auswirkungen die
abgereicherte Uranmunition hat. Und ob das Uran im Urin nachweisbar ist
oder nicht, hängt auch davon ab, wie grob oder wie fein die Messungen sind.
So kritisiert der Frankfurter Geologe Gerdes, Roth habe nur nach stark
erhöhten Konzentrationen gesucht. »Wenn sich aber Partikelchen
abgereicherten Urans beispielsweise in der Lunge festgesetzt haben, werden
von dort über das Blut auch nur kleinste Teile ausgeschieden. Das heißt,
man findet auch nur niedrigste Konzentrationen im Urin.« In der Lunge könne
die Konzentration leicht um das Tausendfache höher sein. Und entsprechend
stark strahlen. Eine neuere Untersuchung hat inzwischen auch den Skeptiker
Roth umdenken lassen. Im Laborversuch hat er untersucht, wie sich Partikel
abgereicherten Urans in simulierter Lungenflüssigkeit verhalten. Das
Ergebnis nennt er »etwas überraschend«: Während sich ein Drittel des
Uranmaterials rasch auflöste und ausgeschieden werden konnte, blieben die
anderen zwei Drittel in der Lunge. »Dort strahlen sie natürlich weiter, und
die daraus resultierende Strahlendosis ist entsprechend hoch«, urteilt Roth.
Beunruhigend ist zudem, dass in fast allen untersuchten Boden- und
Urinproben auch das hoch radioaktive Uran 236 in winzigen Mengen
nachgewiesen werden konnte. Da dieses Isotop in der Natur nicht vorkommt,
kann es nur aus dem Wiederaufbereitungsprozess der Atomkraftwerke stammen.
Außerdem wurden Spuren von Plutonium gefunden, dem giftigsten Stoff überhaupt.
In der Kinderklinik von Basra begegnete Tedd Weyman Kindern, die immer
wieder auf den zerschossenen Panzern gespielt hatten. Viele von ihnen sind
an Krebs erkrankt. Zehnmal mehr Patienten als vor dem Krieg 1991 litten an
Krebs, berichtet die Ärztin Jenan Hassan. Und 20-mal mehr Babys kämen mit
schweren Missbildungen zur Welt.
In den USA haben hunderte von Golfkriegsveteranen, die in den vergangenen
Jahren schwer missgebildete Kinder bekommen haben, eine Sammelklage
eingereicht. Sie fordern vom Staat Wiedergutmachung in Milliardenhöhe.
Sollte diese Klage Erfolg haben und der Zusammenhang zwischen Uranmunition
und Chromosomenschäden vom Gericht anerkannt werden , müssen die USA und
Großbritannien befürchten, dass eine Flut von weiteren Klagen aus der
ganzen Welt auf sie zukommt.
Für den Chemiker Albrecht Schott sind die schwer wiegenden gesundheitlichen
Schädigungen durch Uranmunition längst bewiesen: »Unsere Chromosomenstudie
hat eindeutig belegt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Anwendung von
Uranmuni?tion und schweren Krebserkrankungen gibt. Wir haben damit aber
auch gezeigt, dass die Anwendung von Uranwaffen ein Kriegsverbrechen ist.«
Aus: "Publik-Forum" Nr. 21/2004 v. 5.11.2004
www.publik-forum.de
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Fri Nov 12 10:42:13 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 12 Nov 2004 11:42:13 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 160 - Mordechai Vanunu (Jerusalem) in policy- and
house-arrest
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041112110056.025fe430@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 160 - International Campaign to Free Mordechai Vanunu:
Vanunu re-arrested by dozens of armed police; later released to house
arrest (in Jerusalem). Appeal for protest-letters to Israeli-authorities.
Bad Ischl, 12.11.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Vanunu re-arrested by dozens of armed police;
later released to house arrest
PRESS RELEASE
International Campaign to Free Mordechai Vanunu
November 11, 2004
Israeli nuclear whistleblower Mordechai Vanunu was released
from custody that evening, following his arrest in a dramatic and
excessive show of force early Thursday morning, November 18,
at St. George's Cathedral in East Jerusalem. He has been
punished yet again, and placed under house arrest for seven
days. His cell phones were returned to him, but he is still waiting
for his laptop computers to be returned.
Vanunu was warned that he is still bound by the severe
restrictions placed on him by Israeli authorities when he was
released on April 21 after serving his complete 18 year
sentence. Issues regarding his re-arrest are under investigation,
and no formal charges have been filed. However, Vanunu was
told that he may face charges for interviews that he has given to
foreign media.
When Vanunu was released from custody, he told the press,
"Once, twice, three times - how many times will I be punished for
the same act?"
Thursday morning, at least 30 armed police stormed the
compound of St. George's Cathedral, terrifying the clergy as well
as pilgrims and guests having breakfast. The force consisted
of
special unit officers on motorcycles as well as additional police
in other vehicles. A reporter for Israel's Channel 2 evening news
called the raid "unnecessary and embarrassing" and wondered
aloud why the police hadn't simply asked Vanunu to report for
questioning. By the time he was released from detention,
the general opinion in the Israeli media was that, once again,
Israel's security services had gone out of their way to make
Vanunu headline news.
After his release Vanunu told friends that he was well and glad to
be back at St. George's, but that as long as he is kept in Israel
against his will, he remains a prisoner. He thanked his
supporters for their immediate response to his arrest.
Daniel Ellsberg, author of the book "Secrets: A Memoir of
Vietnam and the Pentagon Papers," said: "The only secret
Mordechai Vanunu has left to tell the world is the one he
revealed on the day of his release from 18 years in prison, April
21, 2004: 'I am a symbol of the will of freedom, that the human
spirit is free. You cannot destroy the human spirit.' That is indeed
the most dangerous secret in the eyes not only of Israel but of
every state that withholds vital information from its own citizens,
including the U.S. and U.K. Israel should let the foremost
prophet of the nuclear age go forth to be honored throughout the
world -- and we call on them to do so -- but even if it returns him
instead to his 6-by-9 foot cell, Mordechai Vanunu will remain the
most free man on earth."
Vanunu's adoptive American parents, Nick and Mary Eoloff, said
after learning of their son's re-arrest: "We are horrified that today
armed Israeli special police forces entered St. George's
Cathedral compound in order to kidnap Mordechai Vanunu for
the second time. It is further proof that the security forces have no
respect for an individual's human rights and dignity nor respect
for a religious site which is a sacred place of sanctuary.
Mordechai has always acted from a moral belief that nuclear
weapons are immoral and illegal and that all nations should
begin the process of their disarmament."
In 1986, Vanunu was kidnapped, taken back to Israel for a secret
trial and convicted on charges of treason and espionage after
revealing information about Israel's secret nuclear arsenal to the
London Sunday Times. The restrictions include not being
allowed to leave Israel and not being allowed to talk to foreign
press, among other things restricting his freedom of movement
and speech.
Supporters around the world continue to work for Vanunu's total
freedom, and join him in continuing to call for nuclear abolition in
the Middle East and around the world. Fifteen British supporters
vigiled at the Israeli Embassy in London on November 11 to
immediately protest Vanunu's arrest.
Felice Cohen-Joppa, coordinator of the U.S. Campaign to Free
Mordechai Vanunu said: "It is an outrage that Israel has
re-arrested nuclear whistleblower Mordechai Vanunu only six
months after his release from prison. The unjust and severe
restrictions that have forced Mordechai Vanunu to remain in
Israel following his release last April, and intend to muzzle his
voice for nuclear disarmament, are grave violations of his human
and civil rights. After 18 years in prison, he has no secrets to
reveal. Israel must stop punishing this man who has already
suffered so much for letting the world know about Israel's
nuclear arsenal."
Rayna Moss, Israeli coordinator for the International Campaign
to Free Vanunu, said: "The attempt to silence Mordechai Vanunu
on this of all days, is an attempt to bury Israel's secret nuclear
arsenal together with Yasser Arafat. While the world media and
attention are focused on the burial of the Palestinian leader, the
Israeli government is attempting to disappear the nuclear
whistleblower, whose only crime is revealing the terrible truth
that Israel is trying to hide: weapons of mass destruction that are
concealed from Israeli citizens and from the world."
Contact:
In Israel - Rayna Moss, 0507-368236, legalese@netvision.net.il
In the U.S. - Felice Cohen-Joppa, 520-323-8697,
freevanunu@mindspring.com
For more information, see www.vanunu.co.uk, www.vanunu.com,
www.vanunu.org
Letter, faxes, emails, phone calls needed - lift
the restrictions, free Mordechai Vanunu
Contact the Israeli Embassy to demand that Mordechai Vanunu's
restrictions be lifted and he be allowed to leave Israel. Contact
information for other Israeli officials can be found at
http://www.nonviolence.org/vanunu/youcanhelp.html
or contact Israeli ambassador in your country -
http://www.embassyworld.com/embassy/israel1.html
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Fri Nov 12 11:09:32 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 12 Nov 2004 12:09:32 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 161 - Gush Shalom: After the death of a partner (Yasser
Arafat).
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041112120307.0262f8f0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 161 - Gush Shalom (Israel/ Palästina): After the death
of a partner (Yasser Arafat).
Bad Ischl, 12.11.2004
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AFTER THE DEATH OF A PARTNER
GUSH SHALOM
pob 3322, Tel-Aviv 61033 www.gush-shalom.org/
November 11. Three months ago, in the beginning of August, a
delegation of Israeli Gush Shalom activists visited Yasser Arafat at the
Presidential Compound in Ramallah, half-ruined in repeated raids by
the Israeli armed forces.
We have maintained this dialogue for over two decades, in changing
circumstances. There was the time before Oslo, when meeting Arafat
(or any PLO official) was illegal under Israeli law and could carry a
maximum of three years' imprisonment. Then a sharp shift to the days
of the flourishing peace process, when meetings with the Palestinian
President had become a commonplace in the Israeli mainstream and
in his waiting room one could frequently encounter senior Israeli
government officials. And from there, again to times of bloodshed and
soaring hatred, when Sharon and Bush (with the voluntary help of
numerous columnists and politicians) were eminently
successful in depicting Arafat as a terrible monster - and meeting him became
once again a highly controversial and taboo-breaking act, sometimes
involving physical danger at times when government ministers spoke
seriously of sending commandos in, to capture or kill Arafat.
By keeping contact with and even acting on occasion as human shield for
the man venerated by millions of Palestinians as their leader and the
father of
their nation, we felt that we were serving the long term interests of Israel.
And whatever the outside circumstances, inside the meeting room Arafat
was always the affable, gracious and attentive host, with the old-fashioned
gallantry of handkissing women.
The meeting in August this year was not an exception. Arafat seemed strong
and vigorous when we discussed the situation in the Gaza Strip (at that time
afflicted by a combination of an extensive invasion by the Israeli army and
internal strife between Palestinian factions). We came out with a clear
message from Arafat: a call upon Sharon to resume the peace negotiations
broken off by Barak in 2001, as well as to facilitate the holding of new,
internationally-supervised elections for the Palestinian institutions. Arafat
himself was quite ready to face in the ballot box any contestant for the
presidency. For the longer range, Arafat had set out the vision of a Benelux-
type confederation beween Israel, Palestine and Jordan, and recalled in vivid
detail a discussion on the subject which he had with Prime Minister Rabin
and King Hussein.
There was nothing to indicate that this meeting would be the last. If he
already felt the symptoms of whatever killed him, he concealed them well -
from us and from others who met him at the time. But then, Arafat just did not
have the option available to an ordinary 75-year old: to declare
himself ill and
go to seek the best of medical attention. We will never know if he could have
been saved, had he gone to France earlier. But even if completely cured,
Sharon would surely not have let him come back, and he would have lived
out his remaining days in exile. For Arafat, that was an unacceptable price.
He could only carry on with his daily routine - a paradoxical mixture of being
head of state and being a closely-guarded prisoner, with the accumulated
strain of both roles - until the final collapse.
The Paris hospital refused to divulge details of the exact cause of Arafat's
death, citing "privacy". Yet he had had precious little privacy in these two
final weeks. His dying, like his life, was conducted in the spotlight of
publicity, drama and high tragedy mixing with elements of farce and
burlesque, when Suha Arafat started an unseemly squabble with senior
Palestinian officials - and all too many Israeli politicians and commentators
expressing a disgusting glee and hope for the death of an old ill man.
Two busloads of Israelis, from Tel-Aviv and Jerusalem, will go to the funeral
in Ramallah t the initiative of Gush Shalom - to share in the Palestinians'
mourning for the Father of their Nation and pay the final respect to Israel's
enemy who could have been our partner in building up a peaceful future. We
will also mourn the thousands of Israelis and Palestinians who died - and will
die - because that chance to make Arafat into Israel's partner was allowed to
slip away (or rather, was deliberately smashed and destroyed).
And now - what? For all that he had conducted a kind of personal vendetta
with Arafat, Sharon may not be entirely happy with the Palestinian leader's
passing - which makes much less plausible the claim that Israel has "no
partner". Now, quite a few mainstream politicians are calling for the
withdrawal from Gaza to be transformed from a unilateral Israeli measure into
a bilateral agreement, the beginning of an overall end of the occupation also
on the West Bank. And on the extreme right, the call is rather facetiously
made "to halt withdrawal from Gaza while watching developments among the
Palestinians". For his part, Sharon is already preparing to prove that even
with "Arafat the monster" gone, Israel still has "no partner".
Meanwhile, the Palestinians confounded the pundits' predictions of "a
bloody succession struggle" by a smooth and orderly passing on and
division of Arafat's powers among a provisional collective leadership. But
Abu Mazen, Abu Ala and the other new leaders have little of the charisma
and public standing which Arafat had. Even if hailed in the Western media as
"moderates" and "pragmatists", Abu Mazen and Abu Ala will be much less
able than Arafat to confront radical militias head-on or make any
concessions on for example the implementation of the Right of Return. And
some of the leaders who do have a charisma and public standing remotely
comparable to Arafat's - such as Marwan Barguthi - are now incarcerated in
Israeli prisons, from which Sharon shows no inclination to release them.
The key to the situation, in the crucial period immediately ahead, may lie in
the article of Palestinian law which mandates new general elections within
sixty days of the president's death. Obviously, new elections are vitally
necessary in order for any new Palestinian leadership to truly have a
legitimacy and popular mandate - and having such a leadership is a vital
Israeli need just as much as it is a Palestinian need. But free elections are
hardly compatible with an ongoing harsh occupation and daily fighting: free
elections cannot take place when any Palestinian voter or candidate can at
any moment be "eliminated" by a missile from an Israeli helicopter gunboat or
hauled off in the middle of the night for the tender mercies of the Israeli
Security Service interrogators. In effect, free elections require a
comprehensive cease-fire and an effective reversal of Israel's re-occupation
of the West bank cities, imposed since April 2002.
Sharon, clearly, has not the least inclination in this direction. And it also
seems too much to hope that George W. Bush will start taking seriously his
own pronouncements about "the need for a functioning Palestinian
democracy"...
Adam Keller
Gush Shalom spokesperson
+972-3-5565804 / +972-50-6709603
-read this message without linebreaks at:
http://www.geocities.com/keller_adam/gu_no_linebreaks.html
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
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From mareichl@ping.at Tue Nov 16 07:38:55 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 16 Nov 2004 08:38:55 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 162 - Termine Mitte Nov. - Dez. 2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041116083206.0259d580@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 162 - Termine Mitte November - Dezember 2004
Bad Ischl, 16.11.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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TERMINE MITTE NOVEMBER - DEZEMBER 2004
ÖSTERREICH
NOVEMBER 2004
15. - 25.11. SALZBURG (GESWI, Rudolfskai 42): Entwicklungspolitische
Hochschulwochen zu "Wa(h)re Bildung: Ökonomisierung der Bildung" (u.a. zu
WTO-GATS, China, interkulturelle Kommunikation, Internationalisierung und
Globalisierung der Bildung...). (Info: Südwind Salzburg, e-mail:
office@suedwind-salzburg.at)
18.11. 13.00 - 15.00 LINZ (AK-Raum 204): Buchpräsentation, Film und
Diskussion mit Ernst Schmiederer "Die asoziale Marktwirtschaft" zur
Kampagne "Leere Gemeindetöpfe"(ATTAC OÖ und ÖGB OÖ, Bereich Bildung und
Zukunftsfragen, Tel. 0732/665391/6014, e-Mail: renate.auerboeck@oegb.or.at)
18.11. 19.00 WIEN (Kultur unter der Brücke, Wipplingerstr.23/Stiegenabgang:
Diskussion der GA: "Ausbeutung oder Selbstverwirklichung - neue
Arbeitswelten zwischen Flexibilisierung und Prekarisierung".
18.11. 19.30 LINZ, (Literaturhaus, Adalbert Stifter Pl. 1): Podiumsgespräch
"Wer zahlt, schafft an? Privatisierungen und Ausgliederungen - was bedeutet
das für die Demokratie?"
18.11. 19.30 GMUNDEN (Grünbergwirt, Traunsteinstr. 109, OÖ): Diskussion
"Leere Gemeindetöpfe". (ATTAC Gmunden, www.attac.at/index.php/ooe/)
18.11. 22.30 - 0.25 ORF-1 - FS: Michael Moores Film "Bowling for Columbine".
19.11. WIEN (Umweltministerium): Temelin-Österreichgipfel mit
Bundesminister Pröll - Anti-Atom-Organisationen wurden ausgeschlossen.
(Info u.a. bei: OÖ Plattform gegen Atomgefahr, Landstr. 31, 4020 Linz, Tel:
0732-774275, post@atomstopp.at, www.atomstopp.at)
19. - 20.11. SALZBURG: Seminar "Global Competence - Patentpolitik und
Kultur" mit Daniela Molzbichler und Elisabeth Moser. (Afro-Asiatisches
Institut/ AAI, Wr. Philharmoniker-G.2, 5020 Salzburg, Tel. 0662-841413-12,
www.aai-salzburg.at)
19.11. 15.00 - 18.00 WIEN (Kirche in der Donaucity, Donaucitystr. 2):
Diskussion "Ein Jahr Ökumenisches Sozialwort". (ÖkumenischerRat der Kirchen)
20.11. 10.30 - 18.00 WIEN (WUK, Währingerstr. 59): 1. Konferenz der LINKEN
- Opposition für ein solidarisches Europa. (Info: http://linke.cc)
20.11. 14.00 - 24.00 WIEN (Tanzschule Schwebach, Karl-Seitz-Hof,
Jedleseerstr. 6, Floridsdorf): "Global Dancing in Jedlesee". Symposium und
Tanz - in memoriam Helmut Waldert. (Info bei:
www.plansinn.at/downloads/waldert1.pdf, Anmeldung bei: domenig@plansinn.at)
20.11. WIEN: Fachtagung "Verscherbeln oder polieren? Die Zukunft kommunaler
Daseinsvorsorge zwischen Modernisierung und Privatisierung" (u.a. zu WTO,
GATS u. EU). (Renner Institut, Tel. 01-8046501-43,
kuehbauer@renner-institut.at)
21.11. 16.00 WIEN (Evang. Pfarrgemeinde HB, Schweglerstr. 39): Diskussion
der Christinnen und Christen für die Friedensbewegung "USA - nach den
Präsidentschaftswahlen, Auswirkungen auf EU / Europa".
22.11. 19.00 WIEN (Albert Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstr. 13):
Diskussion "Israel Ein Staat wie jeder andere?" (Kath. Bildungswerk,
Evang. Akademie, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Österreich)
22.11. 19.30 STEYR (AK): Vortrag und Diskussion "Diebstahl öffentlicher
Güter? Privatisierung und Liberalisierung durch EU-Verfassung und EU-
Richtlinien". (Infos Tel. 0732-771094)
23.11. 19,30 LINZ (Univ. HS 6, Kepler Gbd.): Vortrag und Diskussion
"Diebstahl öffentlicher Güter? Privatisierung und Liberalisierung durch
EU-Verfassung und EU- Richtlinien". (Infos Tel. 0732-771094)
23.11. 19.00 (Zukunfts- und Kulturwerkstätte, Schönlaterng. 9):
Podiumsdiskussion "Blackout Asyl?".
24.11. 19.30 GRAZ (Univ., HS 0602/HS B): Vortrag und Diskussion "Diebstahl
öffentlicher Güter? Privatisierung und Liberalisierung durch EU-Verfassung
und EU- Richtlinien". (Infos Tel. 0732-771094)
24.11. 18.30 WIEN (Frauensolidarität, Bergg.7/1.Stock): Diskussion "Die
Auswirkungen der Geschlechterverhältnisse im Israel-Palästina-Konflikt auf
die Friedensarbeit von Frauen. Bewaffnet mit Schwäche, kämpfen sie für den
Frieden".
24.11. 19.00 WIEN (depot, Breiteg. 3): Buchpräsentation und Gespräch mit
Anton Rohrmoser zu "Gemeinwesenarbeit im ländlichen Raum". (Info:
www.depot.or.at)
25.11. 10.00 - 16.00 ST. PÖLTEN (Bildungshaus St.Hippolyt, NÖ):
Agrarbündnis-Treffen. (Koordination: Elisabeth Baumhöfer, e-mail:
elisabeth.baumhoefer@chello.at, www.agrarbuendnis.at)
25.11. 19.30 SALZBURG: Vortrag mit Diskussion zum Internationalen Tag gegen
Gewalt an Frauen "Stoppt die Beschneidung der Mädchen im Sudan!". (Info:
AAI, Tel. 0662-841413-12)
25.11. 9.00 WIEN (Urania, Dachsaal, Uraniastr. 1): Conference "Issues in
EU-Turkey relations. Perspectives from Turkey" (Renner Institut,
Khleslplatz 12, 1120 Wien, T 01-8046501, www.renner-institut.at)
25.11. 19.00 WIEN (AK, Bibliothek, Prinz Eugenstr.20): Präsentation des
Kurswechsel mit Diskussion: "Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen".
25.11. 19,30 FREISTADT (Pfarrsaal, Dechanthofpl. 1, OÖ): Vortrag und
Diskussion "Diebstahl öffentlicher Güter? Privatisierung und
Liberalisierung durch EU-Verfassung und EU- Richtlinien". (Infos Tel.
0732-771094)
26.11. 19.00 WIEN (depot, Breiteg. 3): Serie "Europäische Kultur in
Nachbarländern" - "Attac in Ungarn". (Info: www.depot.or.at)
27.11. WIEN: Tagung "Philosophie trifft Migrationsforschung. Migrations-
und Asylpolitik in Zeiten der Globalisierung". (IWK, Bergg. 17, 1090 Wien,
Tel. 01-3174342, iwk.institut@utanet.at)
28.11. - 3.12. INNSBRUCK - IGLS: Seminar "Eine andere Welt ist möglich -
eine andere
Welt ist nötig" im Rahmen des Universitätslehrgangs Politische Bildung.
(Seminar Internationale Politik, z.H. Mag.Karl Leyrer, Tiroler
Bildungsinstitut Grillhof, Grillhofweg 100, 6080 Igls - Vill, Tel. 03112
2285, karl.leyrer@schule.at)
29. - 30.11. SALZBURG (Bildungshaus St. Virgil): 2. Regionale Salzburger
Armutskonferenz "Nichts über uns ohne uns". (Salzburger Netzwerk gegen
Armut und soziale Ausgrenzung, c/o Robert Buggler, Plainstraße 83, 5020
Salzburg, Tel 0662-849373-227, office@salzburger-armutskonferenz.at,
www.salzburger-armutskonferenz.at)
29.11. - 3.12. INNSBRUCK (Leokino): Polit-Film-Festival 2004 (mit
Diskussionen) "Propaganda, Lügen und das große Aufbegehren". (Leokino, Tel.
0512/560470, www.leokino.at)
DEZEMBER 2004
1.12. 10.30 - 14.30 WIEN (Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und
Fortbildung (iff), Schottenfeldgasse 29): Workshop "Globalisierung - ein
cooles Thema?" Jugendliche als Zielgruppe entwicklungspolitischer
Öffentlichkeitsarbeit. (Anmeldung bis 25.11. schriftlich an: Renate Sova,
Südwind Agentur, Laudongasse 40, 1080 Wien, e-mail:
renate.sova@oneworld.at, Fax: 01/4055519)
2.12. 20.00 WIEN (Amerlinghaus, Stiftg. 8): Filmabend "Rainbow" und "Peace,
Propaganda and the Promised Land". U.S. Media and the Israeli-Palestinian
Conflict. (Veranstalter: Frauen in Schwarz (Wien). e-mail:
WomenInBlack-Vienna@gmx.at, www.fraueninschwarz.at)
3. - 4.12. WIEN: Internationale Tagung "Menschenrechte zwischen Wirtschaft,
Recht und Ethik. Theoretische und praktische Perspektiven". (IWK, Bergg.
17, 1090 Wien)
3.12. 9.00 - 17.00 LINZ (Kath. Theolog. Privatuniv., Bethlehemstr. 20):
Studientag zum Thema Verteilungsgerchtigkeit "Wer hat dem wird gegeben -
Verteilung in der Schieflage". (Anmeldg.: Bischöfliche
Arbeitslosenstiftung, Franziska Mühlberger, Linz, Tel. 0732-781370, e-mail:
arbeitslosenstiftung@dioezese-linz.at)
4.12. 10.00 - 17.00 WIEN (Don-Bosco-Haus, St. Veit-G. 25): 3-Jahrestagung
des Versöhnungsbundes "Friede als Frucht der Gerechtigkeit - Für eine
Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit im zusammenwachsenden Europa".
Studientag "Gewalt überwinden - als Nachbarn in Europa voneinander lernen".
(Versöhnungsbund Österr., Ledererg. 23/3/27, 1080 Wien, Tel. 01-4085332,
office@versoehnungsbund.at, www.versoehnungsbund.at)
8.12. WIEN - HAINBURG: Sonderzug nach Bad Deutsch Altenburg zum Treffen von
Umweltinitiativen "20 Jahre Besetzung der Hainburger/ Stopfenreuther Au".
Abfahrt 10.30 Wien Westbhf., Rückkehr ca. 20.00. (Anmeldg. bis 26.11. bei
Österr. Regionalbahn-Ges./ ÖRGB, Hr. Ornette Jan Novotny, c/o Amerlinghaus,
Stiftg. 8, 1070 Wien, Tel. (Hr. Vogler) 01-2942083, e-mail: oerbg@reflex.at)
10.12. 10.30 WIEN (depot, Breiteg. 3): Tagung "Steht die Bewegung" (zu den
neuen Protest-Bewegungen) und Film "Venezuela von unten". (Info:
www.depot.or.at)
DEUTSCHLAND
NOVEMBER 2004
19. - 20.11. TRIER: Tagung "Perspektiven Ziviler Konfliktbearbeitung" Neue
Perspektiven ziviler Bearbeitung nationaler und internationaler Konflikte.
Multi-Track Diplomacy... (Kath. Akademie Trier.
www.klaus-jensen-stiftung.de, http://kath-akademie-trier.de)
19. - 20.11. HEPPENHEIM: 2. Heppenheimer Gendergespräche "Zumutungen.
Männer und Frauen im Dialog". (Haus am Maiberg, Ernst-Ludwig-Str. 19,
D-64646 Heppenheim, Tel. 06252-930612, e-mail:
t.moellenbeck@haus-am-maiberg.de, www.haus-am-maiberg.de)
19. - 20.11. TUTZING (Bay.): Tagung "Verarmte Gesellschaft? - werden
Bildung und Gesundheit zum Privileg?". (Evang Akademie, Postf. 1227,
D-82324 Tutzing, e-mail: mrozek@ev-akademie-tutzing.de,
www.ev-akademie-tutzing.de)
26. - 28.11. LOCCUM: Tagung "Was blüht unseren Pflanzen? Die Besitznahme
der Erde durch den Menschen". (Evang. Akademie Loccum)
29.11. - 3.12. KOCHEL a. See (Bay.): Tagung "Globalisierung der Wirtschaft
und der 'Kampf der Kulturen'" (Georg von Vollmar Akademie, Am
Aspensteinbichl 9 - 11, D-82431 Kochel a. See, Tel. 08851-780)
DEZEMBER 2004
1. - 3.12. INGELHEIM: Tagung "WTO, IWF und Weltbank - die grauen Eminenzen
der Weltwirtschaft und ihr Einfluss auf die Geschicke der 'Dritten Welt'".
(Fridtjof-Nansen-Akademie, Wilhelm-Leuschner-Str. 61, D-55218 Ingelheim,
Tel. 06132-7900316)
2. - 4.12. SCHMITTEN: Tagung "Menschenrechte als Leitlinien einer
globalisierten Wirtschaft?" Ein südafrikanisch-deutscher Austausch. (Evang.
Akademie Arnoldshai, Im Eichwaldsfeld 3, D-61389 Schmitten, Tel. 06084-944-0)
2. - 5.12. MÜNSTER: Tagung "Globalisierung und Frauen: politische und
feministisch-theologische Herausforderungen". (Info: Inst. f. Theologie u.
Politik, Friedrich-Ebert-Str. 7, D-48153 Münster, Tel. 0251-524738)
3. - 4.12. BERLIN: 10. Konferenz "Armut und Gesundheit" zu "Gesundheit &
Globalisierung". Debatten, Konzepte & Handlungsoptionen einer
internationalen Gesundheitsbewegung. (Gesundheit Berlin, Friedrichstr. 231,
D-10969 Berlin, Tel. 030-44319060, e-mail: anmeldung@gesundheitberlin.de)
3. - 5.12. HOFGEISMAR: Tagung "Krieg um Öl - Frieden durch die Sonne". (Ev.
Akademie Hofgeismar, Postf. 1205, D-34362 Hofgeismar, Tel.: 05671/881-0,
www.ekkw.de/akademie.hofgeismar)
3. - 4.12. TUTZING (Bay.): Tagung von Petra-Kelly-Stiftung und Akademie für
Politische Bildung "Wege zu einer anderen Politikkultur" mit Workshops zu
Planungszellen, Bürgergutachten, Bürgerbegehren, Bürgerentscheide, "Runde
Tische", Bürgerhaushalteu.a. (Evang Akademie Tutzing)
4. - 5.12. KASSEL (Universität, Wilhelmshöher Allee 73): 11.
Friedenspolitischer Ratschlag "Frieden durch Krieg?" (Bundesausschuß
Friedensratschlag c/o DGB-Kreis Kassel, Spohrstr. 6, D-34117 Kassel, Tel.:
0561/72095-0, www.friedensratschlag.de)
6. - 10.12. KARLSRUHE: "Zwischen Resignation und Widerstand - zivile,
gewaltfreie Konfliktbearbeitung heute". Internationales Einführungs- und
Orientierungsseminar für die Trainingsarbeit in ziviler und gewaltfreier
Konfliktbearbeitung. (Anmeldung: EiCCC, Karl-Heinz Bittl, Hochstr.75,
D-90522 Oberasbach, Tel. 0911-6996294, e-mail: info@eiccc.org, www.eiccc.org)
8. - 10.12 WEIMAR: Internationale Konferenz "Menschenrechte im Spiegel der
Globalisierung" (Info: www.menschenrechtspreis.de)
10. - 12.12. LOCCUM: Tagung "Deeskalation von Gewaltkonflikten nach 1945.
Eine vergleichende Geschichte der Konfliktbearbeitung in symmetrischen und
asymmetrischen Konstellationen". (Evang. Akademie Loccum)
10. - 12.12. BAD BOLL (Evang. Akademie): Tagung "Anstiften zu Schalom und
Salam. Die europäische Verantwortung für Israel und Palästina" (Info:
www.ev-akademie-boll.de)
10.12. AACHEN: Seminar "Globalisierung und Globalisierungskritik -
Umkämpfte Projekte", (Bundeskoordination Internationalismus/ BUKO, Tel.:
040/393156, www.buko.info)
17. - 19.12. ISERLOHN: Tagung "Islam und westliche Demokratie. Visionen von
Gesellschaft und aktuelle Entwicklungen in Afghanistan". (Evang. Akademie,
Berliner Pl. 12, D-58638 Iserlohn, Tel. 02371-352-0)
INTERNATIONAL
NOVEMBER 2004
24. - 26.11. BRÜSSEL (European Parliament, B): European Parliament and
Inter-Parliamentary Union (IPU) "The Parliamentary Conference on the World
Trade Organisation". (Info: Kim Bizzarri, Trade, Environment &
Sustainability Programme, Friends of the Earth Europe, rue Blanche 15,
B-1050 Bruxelles, Tel: +32-2-5420189, e-mail: kim.bizzarri@foeeurope.org,
www.foeeurope.org)
29.11 - 3.12. NAIROBI (Kenia): The Nairobi Summit for a Mine-Free World. 1.
Überprüfungskonferenz der Konvention zum Verbot von Antipersonenminen.
(Infos unter: www.reviewconference.org, www.nairobisummit.org sowie von der
International Campaign to Ban Landmines: www.icbl.org)
DEZEMBER 2004
5. - 8.12. VALENCIA (E): World Forum on Agrarian Reform. (Info: www.fmra.org)
6.12. 9.30 17.30 BRUSSEL (11.11.11, Vlasfabriekstraat 11): Meeting
"European activists campaigning for alternatives to economic
globalisation". (Alexandra Wandel, Trade and Sustainability Programme
Co-ordinator, Friends of the Earth Europe, 15, rue Blanche, B-1050
Brussels, e-mail: alexandra.wandel@foeeurope.org, www.foeeurope.org)
8.12. STOCKHOLM (S): Verleihung des "Right Livelihood Award" 2004
("Alternativer Nobelpreis") im Schwedischen Parlament. (Right Livelihood
Award, Kerstin Bennett, Postbox 15072, S-10465 Stockholm, Tel.:
0046/8/7020340, e-mail: info@rightlivelihood.se, www.rightlivelihood.se)
10.12. OSLO (N): Verleihung des Friedensnobelpreises 2004 an Wangari
Maathai (Kenia). (Info: The Nobel Foundation,
http://nobelprize.org/peace/laureates/2004/)
17. - 19.12. HYDERABAD (INDIEN): Anti-War-Assembly of the Asian Social
Forum India. (Info: Bahadur Babu Khan Centenary Hall, 601, 6. Floor, Babu
Khan Estate, Basheer Bagh, Hyderabad, India Tel. 91-22-23299781 Email:
antiwarassembly@rediffmail.com)
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Tue Nov 16 08:31:44 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 16 Nov 2004 09:31:44 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 163 - Uri Avnery: Freue dich nicht (über Arafats Tod)
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041116092730.02814700@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 163 - Uri Avnery: Freue dich nicht (über Arafats Tod)
Bad Ischl, 16.11.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Kein arabischer Führer und sehr wenige Führer der Welt weckte solch tiefe
Liebe und Bewunderung seines Volkes wie dieser Mann, den die Israelis als
wahrhaftiges Monster in Menschengestalt betrachten. Die Palästinenser
vertrauten ihm, verließen sich auf ihn, ließen ihn alle großen, mutigen
Entscheidungen fällen, holten sich von ihm die Kraft, um den unerträglichen
Bedingungen einer brutalen Besatzung stand halten zu können. Jetzt finden
sie sich - unvorstellbar - auf einmal allein wie Verwaiste in einer vom
Tode dieses einen Mannes für sie veränderten Welt. Er hinterlässt eine
große Lücke.
Freue dich nicht
Uri Avnery, 13.11.04*
"Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und dein Herz sei nicht
froh über sein Unglück; der Herr könnte es sehen und Missfallen daran haben
." (Sprüche Salomos, 24,17)
Dieses biblische Gebot ist eines der tiefsinnigsten jüdischen moralischen
Lehrsätze.
In diesem Zusammenhang wäre Israel weit davon entfernt, ein "jüdischer
Staat" zu sein, wie er sich selbst gerne definiert. Die widerlichen
unflätigen Ausdrücke, die in den letzten Tagen über Arafat praktisch in
allen israelischen Medien verbreitet wurden, lassen mich als Israeli vor
Scham erröten.
Die Dämonisierung des palästinensischen Nationalführers, die seit
Jahrzehnten ein Kernstück israelischer Propaganda gewesen ist, geht nun
auch noch über seinen Tod hinaus. Es scheint, dass die 37 Jahre als
Besatzer unsere Gesellschaft entmenschlicht und ihr sogar das allgemeine
Anstandsgefühl genommen haben.
Minister und Fischverkäufer, TV-Ikonen und Universitätsprofessoren, "Linke"
und totale Faschisten versuchten mit vulgärsten Ausdrücken einander zu
überbieten.
Niemals war die tiefe Kluft in der Wahrnehmung beider Völker deutlicher als
an Arafats Beerdigungstag. Während israelische Kommentatoren und "Experten
für arabische Angelegenheiten" die meisten Veteranen verschiedener
Geheimdienstagenturen den verstorbenen Führer als wahrhaftiges Monster,
eine Verkörperung der Grausamkeit, Verwerflichkeit und Korruption
beschrieben - brachen Hundert Tausende kummervoll Trauernde in Ramallah in
Emotionen aus, die das Begräbnis in ein Chaos verwandelten und fast
unterbrochen hätten. Wenn die israelische Armee an diesem Tag nicht alle
Städte umzingelt und isoliert hätte, wären mehr als eine Million dort gewesen.
Gush Shalom, die einzige israelische Organisation, die mit dem
palästinensischen Volk trauerte, entschied sich, eine Delegation zur
Beerdigung zu schicken. Alle von uns Aktivisten, Frauen und Männer, trugen
auf ihrer Brust ein großes Abzeichen, das aus der israelischen und
palästinensischen Flagge besteht. Der Druck der Menge trieb uns
auseinander. Während der Stunden des Begräbnisses fühlten wir uns
vollkommen sicher, auch als Tausende von Schüssen in die Luft geschossen
wurden, um den Kummer und die Trauer zum Ausdruck zu bringen. Uns wurde
hundertfach Dankbarkeit und Freundschaft von Seiten der Palästinenser jeden
Alters und jeder Position zum Ausdruck entgegen gebracht.
Ich war mitten in der Menge, als der Helikopter, der den Sarg brachte, von
Kairo kam. Als ich neben dem Grab zwischen den palästinensischen Ministern,
religiösen Würdenträgern und Diplomaten stand, empfand ich, während der
Helikopter den Boden berührte, die Emotionen der großen Menge um uns
besonders stark und erinnerte mich an die Szene von Gamal Abd-al Nassers
Begräbnis (1970), als dort die Massen vorwärts drängten und buchstäblich
den Leichnam ihres geliebten Führers den Soldaten abnahmen. Ich hatte das
Gefühl, dass dies hier auch jeden Moment geschieht. Und es geschah.
Kein arabischer Führer und sehr wenige Führer der Welt weckte solch tiefe
Liebe und Bewunderung seines Volkes wie dieser Mann, den die Israelis als
wahrhaftiges Monster in Menschengestalt betrachten. Die Palästinenser
vertrauten ihm, verließen sich auf ihn, ließen ihn alle großen, mutigen
Entscheidungen fällen, holten sich von ihm die Kraft, um den unerträglichen
Bedingungen einer brutalen Besatzung stand halten zu können. Jetzt finden
sie sich - unvorstellbar - auf einmal allein wie Verwaiste in einer vom
Tode dieses einen Mannes für sie veränderten Welt. Er hinterlässt eine
große Lücke.
Was wird nun geschehen? Arafat brachte sein Volk vom Rande der
Vergessenheit an die Schwelle der Unabhängigkeit. Doch ist die Schlacht der
Befreiung noch längst nicht vorüber. Die neue Führung muss mit all den
Problemen, denen Arafat gegenüberstand, fertig werden ohne die gewaltige
Autorität Arafats.
Abu Mazen, Abu-Ala und ihre Kollegen sind aufrechte und anständige Leute.
Ich kenne sie seit Jahren, meistens von Treffen mit Arafat. Aber sie sind
nicht im Volk verwurzelt. Es mag Jahre dauern, bis wieder eine starke
Führung auftaucht.
Im Augenblick sind die Palästinenser in ihrem Vorsatz vereinigt, der Welt
zu zeigen, dass sie mit der Krisis in einer zivilisierten und
verantwortlichen Weise fertig werden können. Dies könnte für Israel (und
natürlich auch für die Vereinigten Staaten) eine Chance werden, mit dem
palästinensischen Volk ein neues Kapitel ihrer Beziehungen aufzuschlagen.
Was könnte getan werden? Nun, da sollte es neue Zeichen des guten Willens
geben mit solchen Gesten wie einer Massenentlassung palästinensischer
Gefangener, einschließlich des sehr geachteten Marwan Barghouti, der zu
fünffach lebenslänglich verurteilt wurde. Belagerungen sollten aufgehoben
und militärische Operationen wenigstens eingeschränkt werden.
Friedensverhandlungen sollten für die nächste Zukunft angekündigt werden.
Der erste Test war natürlich das Begräbnis selbst. Arafat hätte gemäß
seinem Wunsch - in Jerusalem beerdigt werden sollen. Seine Bestattung in
Ramallah wird die Palästinenser nur in ihrem Kampf anspornen, bis sie in
der Lage sind, ihn dort beizusetzen. Der Justizminister Tommy Lapid, ein
extrem Rechter, der sich liberal gibt, erzielte einen neuen Rekord in
Pöbelhaftigkeit als er erklärte, dass nur "jüdische Könige in Jerusalem
beerdigt werden dürften und keine arabischen Terroristen". Menachim Begin,
ein Terrorist, der "ein König" wurde und in Jerusalem beerdigt ist, könnte
als Präzedenzfall dienen.
Das Wichtigste wäre nun, dass man die Palästinenser in die Lage versetzt,
innerhalb der nächsten 60 Tage Wahlen abzuhalten, wie es ihre Verfassung
vorschreibt. Tatsächlich betraf mein letztes Gespräch mit Arafat vor nur
wenigen Wochen die Wahlen. (Übrigens sah er damals noch ganz gesund aus.)
Wir stimmten darin überein, dass sie undurchführbar seien, während die
israelische Armee routinemäßig mögliche Kandidaten umbringt und die
Bewegung zwischen den Städten und Orten fast unmöglich macht. Wie wollen
Kandidaten falls sie am Leben bleiben für Stimmen werben? Wie sollen sie
Material verteilen, Versammlungen abhalten und über Politik debattieren,
wenn im Hintergrund Panzer stehen und Kampfhubschrauber über ihren Köpfen
kreisen?
Diese Situation muss sofort verändert werden. Alle militärischen Einheiten
müssen wenigstens aus den Gebieten, die unter der Jurisdiktion der
Palästinensischen Behörde stehen, (nach den Oslo-Abkommen die sog. Zonen A
und B) zurückgezogen werden, die Bewegungsfreiheit wieder hergestellt, die
Kampagne der "gezielten Liquidationen" gestoppt und vor allem
internationale Beobachter eingeladen werden.
Wird das geschehen? Wahrscheinlich nicht. Ariel Sharon hat absolut kein
Interesse daran, einer demokratisch gewählten Führung, die international
legitimiert und geachtet wird, gegenüber zu sitzen, die vielleicht sogar
seine Kontrolle über Präsident Bush schwächt und seinen Plan zerstört, der
die Annexion des größten Teils der Westbank vorsieht. Er wird alles tun, um
die Wahlen zu verhindern und die Schuld daran, natürlich, den
Palästinensern in die Schuhe schieben.
Wie immer ist es ratsam zu ignorieren, was Sharon sagt - und genau darauf
zu achten, was er tut.
* Genau vor 30 Jahren, am 13.11.1974, stand Yasser Arafat vor der UNO und
hielt seine berühmte Rede
(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)
http://www.uri-avnery.de
erstellt am 13.11.2004
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sat Nov 27 21:12:52 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 27 Nov 2004 22:12:52 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 164 - Ukraine/ USA: Wahlprobleme, US-Computerdesaster
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041127162908.025bb2d0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 164 - Matthias Reichl: Ukraine und USA - zwei
fragwürdige Wahlen; Blackboxvoting/ CommonDreams (USA): Fehlerhafte
US-Wahlen, Kontrolle von Wahlergebnissen nicht abgeschlossen; gehackter
Computer-Sicherheitscode und fehlender Kontrollausdrucke; noch kein
offizielles Endergebnis; Bürgerbewegungen erheben Einspruch.
Bad Ischl, 27.11.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Ukraine und USA - zwei fragwürdige Wahlen
Matthias Reichl
27.11.2004
Ukraine und USA - zwei fragwürdige Wahlen
Matthias Reichl
27.11.2004
Bürgerbewegungen in der Ukraine haben - mit Unterstützung von
EU-Verhandlern - vom autoritären Staatsapparat eine Wiederholung der
Präsidentenwahl durchgesetzt. Zu offensichtlich waren die Interventionen
auf die Medien und den Apparat der Wahl, die den knappen Sieg des
Regierungskandidaten durchgesetzt hatten. Die gewaltfreien Proteste vieler
Bürger haben ihre Wirkung gezeigt. Trotzdem muss dem Nachgeben der
Herrschenden mit Vorsicht begegnet werden. Andererseits muss man dem
Drängen der Opposition nach einem Beiotritt zur NATO und zur EU mit großer
Skepsis begegnen. Allein schon die ungelösten Probleme in der
Tschernobylregion - und angrenzende Gebiete - mit ihren zerstörten
ökologischen und sozialen Strukturen, in denen illegale Bewohner zu einem
irregulären Überlebensbündnis zusammengeschlossen, ist eine unabsehbare
Belastung und Gefährdung.
Das starke Echo in den Medien des "Westens" verdrängte vollständig eine
sehr ähnliche Situation in den USA (wie wir schon im Info 147 und 157
berichteten). Die Bürgerinitiativen, die schon vor der Wahl und auch
während dieser ein Netz von Kontrollen aufgebaut hatten, sammelten nun
zehntausende Berichte über Behinderungen und Unregelmäßigkeiten.
Die Wahl fand an einem Arbeitstag statt, an dem nur in wenigen Staaten ein
kurzes Fernbleiben (2 Stunden) von der Arbeit gestattet war. Viele Wähler
mussten in Schlangen vor den zu wenigen Wahllokalen an die 4 Stunden warten
(v.a. in Gebieten mit einer demokratischen Mehrheit, mit Afro-Amerikanern usw.)
Obwohl Experten vor dem fehlerhaften Computersystem rechtzeitig warnten
(siehe unten), wurde es dennoch in einigen Bundesstaaten eingesetzt und
lieferte bedenkliche Resultate. In den meisten Medien (auch im ORF) wurde
schon früh der Sieg Bushs als selbstverständlich angenommen obwohl er nur
mit etwa 3% vor Kerry liegt - ein Vorsprung, den er bei einer Wahl nach
internationalen Standards höchstwahrscheinlich verloren hätte. Der Bericht
der OSCE-Wahlbeobachter wird erst Anfang Dezember veröffentlicht!
Am 5.10. hörte ich in Wien den US-Schriftsteller Gore Vidal, der auch dort
diese bedenkliche Machtübernahme voraussagte: "Es sind die wichtigsten
(Wahlen) in unserer Geschichte. Aber wir werden das nie so genau erfahren,
denn meine Befürchtung ist: Kerry wird gewinnen, Bush wird verlieren. Aber
dann werden seine Leute Kerry um den Sieg bringen. Es wird ein umstrittener
Wahlgang sein, wegen all dieser elektronischen Wahlmaschinen. Sie werden
einfach sagen, dass eine neue Stimmauszählung auf nationaler Ebene nicht
machbar und eine neue Wahl zu teuer ist, und dann bleibt der bisherige
Präsident einfach im Amt. Der Oberste Gerichtshof wird das zu einer
wundervollen Idee erklären - und das ist der Moment, an dem ich Truppen
schicken und den Obersten Gerichtshof vor Gericht stellen würde, was ich
schon 2000 getan hätte, als die Richter Bush illegalerweise und entgegen
der Verfassung zum Präsident machten. Wir werden wieder in der gleichen
Situation sein, dass ein nicht gewählter Präsident im Amt ist und Kriege
führt, für die er von der (US-) amerikanischen Bevölkerung nie ein Mandat
erhalten hat und die nie vom Kongress erklärt worden sind." (Ähnlich auch
in: taz Nr. 7478 v. 4.10.2004)
Karl Rove, der Chefberater von Präsident Bush, gilt als der einflußreichste
und cleverste Stratege der Republikaner. Er verstand es, die Unterstützung
durch neoliberale Wirtschaftskreise mit ihren Think-Tanks, die mit ihnen
durch straffe Strategien verknüpften Militärs und den missionarischen Eifer
christlicher Fundamentalisten zu einer schlagkräftigen politischen
Kampftruppe zu vereinen. Diese nützten auch die Oppositionszeit unter
Clinton für weitere strategische Trainings und politische Aufbauarbeit.
Rove wird sicher von Bush mit einem entsprechenden Amt belohnt werden.
Daraus sollte auch die demokratische Partei lernen und sich auf
zuverlässige Basisinitiativen stützen, anstatt sich ebenfalls von den
Neoliberalen finanziell korrumpieren zu lassen.
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Date: Mon, 15 Nov 2004 12:55:23 -1000
From: Tia Berger
We stand by our story......
Dr. Avi Rubin is currently Professor of Computer Science at John Hopkins
University. He "accidently"got his hands on a copy of the Diebold
software program--Diebold's source code--which runs their Diebold's source code
machines.
Dr. Rubin's students pored over 48,609 lines of code that make up this
software. One line in particular stood out over all the rest:
#defineDESKEY((des_KEY8F2654hd4"
All commercial programs have provisions to be encrypted so as to
protect them from having their contents read or changed by anyone not
having the key..The line that staggered the Hopkin's team was that the
method used to encrypt the Diebold machines was a method called Digital
Encryption Standard (DES), a code that was broken in 1997 and is NO
LONGER USED by anyone to secure prograns.F2654hd4 was the key to the
encryption. Moreover, because the KEY was IN the source code, all Diebold
machines would respond to the same key. Unlock one, you have them ALL
unlocked.
I can't believe there is a person alive who wouldn't understand the
reason this was allowed to happen. This wasen't a mistake by any stretch
of the imagination. This was a fixed election, plain and simple.
-----------------------------------------------------------------
Aus: www.blackboxvoting.org, Tue, 09 Nov 2004
There are also folks across the country at the grassroots level filing
Freedom of Information Act (FOIA) requests to investigate these problems
immediately. One of the biggest driving individuals behind this effort is
a woman by the name of Bev Harris from Seattle, WA. (her site is
http://www.blackboxvoting.org/). I became familiar with Bev Harris when I
saw her on MSNBC give a demonstration to Howard Dean on how easy it was to
"hack" the central tabulator computer for these computer voting systems
and change the results. She did it in less than 2 minutes and in a way
that no one monitoring the system could tell. I later saw her demonstrate
this at a presentation here in Marin County this year. Sadly, no one
seemed to pay attention, including in the Democratic Party and now, here
we are after one of the biggest elections of our lifetime and with
problems surfacing all over the place with no answers or accountability.
Worse is that no one is covering what is perhaps the biggest story of all
- the fraud involved in this election.
---------- Forwarded message ----------
Date: Tue, 09 Nov 2004 16:26:30 -1000
From: Stefanie
___________________________
There is a bumper sticker I saw months ago that sums up the current state
of affairs in our country regarding what is the biggest news story you'll
never see on the General Media reported. It said "IF YOUR NOT OUTRAGED,
YOUR NOT PAYING ATTENTION". On Friday I received a phone call from a good
friend who works at CBS - I've known her for years and she is a Producer
for some of the news programs, one well known one in particular. She
tipped me off that the news media is in a "lock-down" and that there is to
be no no TV coverage of the real problems with voting on Nov. 2nd. She
said similar "lock-down orders" had come down last year after the invasion
of Iraq, but this is far worse - far scarier. She said the majority of
their journalists at CBS and elsewhere in NYC are pretty horrified - every
one is worried about their jobs and retribution Dan Rather style or worse.
My source said they've also been forbidden to talk about it even on their
own time but she was pissed and her journalistic and moral integrity as
what she considers to be a gov't watchdog requires her to speak out, while
be it covert and she therefore asked me to "spread" the word...She said
that journalism and the truth is at stake. She said another friend of
hers, a producer at MSNBC, said that an anchor by the name of Keith
Olbermann had brought it up on his show on Friday eve and the axe came
down. He's at least fighting back and talking about it on his "Blog", but
she said that people there are worried that he's going to be fired by
higher ups. She said at this point the only way that the "real news" was
going to be if the people started talking about it and made a big enough
stink about it to our elected officials, the FEC, and "noise" to the
international media, that our own media won't have any choice but to cover
it. (Yes, this is really happening in the good ole' supposed "democratic"
free press of the US of A). The only place you'll see this talked about
right now is on the internet and on AirAmericaRadio.
Everyone - this is serious....I can't emphasize it any more than saying if
there was ever a time to speak up and take action it is NOW. If you are
feeling sick to your stomach (like me) about the possibility of 4 more
years under Bush and the future of our country, and yet you feel helpless,
here's your opportunity to take action. Imagine if you saw a loved one
drowning - what do you do? Well, our country's democracy is drowning and
she needs us.
Please, find 20-30 minutes today to call and/or email the following list
of people and agencies and tell them that you are outraged and concerned
about the possibility of election fraud and votes not having been counted
properly in your state and others that may have altered the outcome of the
election. Mention that you are aware of reports from counties around the
country (in particular OH and Florida) that reported the following
a) More votes recorded than there are voters in counties using electronic
voting machines
b) that not all military, provisional and absentee ballots have been
counted.
Let them know you consider this to be serious violations of your rights as
a citizen under the "HAVA - Help America Vote Act" and that you want them
to undertake an investigation.
....
In an email I sent you last night, I used the F-word - FRAUD and mentioned
to you that I felt strongly that there is a lot of mounting evidence that
this election was not clean. I say that not only out of a result of my
observations while out in the field as a poll watcher in the key
battleground state of Ohio, I say it with the knowledge and information of
reports that have been circulating around the country in various voting
precincts involving irregularities and problems with the voting machines
and numbers not matching up with the exit polls or actual numbers of
registered voters in various precincts. I've been busy researching this
issue and compiling for you below some details of these reports and where
you can get more info.
.....
Some Examples: (There are many more, but I won't list them all here - this
is to give you an idea)
- The City of Gahanna in Ohio discovered a discrepancy that gave 4,000
votes to George Bush. After media scrutiny, city officials have admitted
to an electronic "glitch" that caused the problem.
- In Broward County, FL, errors in software code caused a referendum on
gambling to be completely overturned. The error caused totals to count
backwards after reaching a ceiling of 32,500 votes. The problem existed in
the 2002 election as well however the issue was never resolved by the
manufacturer of the electronic voting machine.
- In North Carolina, a Craven County district logged 11,283 more votes
than voters and actually overturned the results of a regional race.
For more info, go to:
http://www.blackboxvoting.org/
http://www.commondreams.org/views04/1106-30.htm
There are key people right now working behind the scenes on this...but
meanwhile, we the people at a a grassroots level need to start making the
corporate media pay attention to the "Real Story" not the "Moral Values"
headlines and stories being featured on the news currently including the
"Boy Genius - Karl Rove" Cover stories on CNN and Fox. We need to support
those that are pursuing this issue to reveal the truth and get an inquiry
going. If any of you remember Michael Moore's movie Fahrenheit 9/11,
you'll remember the scene where the Black Congressional Caucus members
stood up in a joint session of Congress in 2000 and asked for a single
Senator to back them in an investigation of "Voter Fraud and
Disenfranchisement". Many who saw the film felt ashamed at that moment
and many didn't even know this had happened. Well, its happening all over
again....History has a funny way of repeating itself if we don't pay
attention and learn. Currently there are several members of Congress and
the House Judiciary Committee that have requested the GAO (General
Accounting Office) to implement an inquiry into computer voting machine
problems
(http://www.house.gov/judiciary_democrats/gaoinvestvote2004ltr11504.pdf).
This is not the "Dems" being sore losers...this is real stuff folks.
Real problems. If this issue and fraud isn't addressed, our democracy and
our votes in the future are dead. Won't even be a point in voting.
Kerry On fellow Patriotic Americans for Democracy
Stefanie Namaste
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"A little patience, and we shall see the reign of witches pass over, their
spells dissolve, and the people, recovering their true sight, restore
their government to its true principles.
It is true that in the meantime we are suffering deeply in spirit, and
incurring the horrors of a war and long oppressions of enormous public
debt......If the game runs sometimes against us at home we must have
patience till luck turns, and then we shall have an opportunity of winning
back the principles we have lost, for this is a game where principles are
at stake."
Thomas Jefferson, 1798, after the passage of the Sedition Act.
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Published on Saturday, November 6, 2004 by www.commondreams.org
Evidence Mounts That The Vote May Have Been Hacked
by Thom Hartmann
When I spoke with Jeff Fisher this morning (Saturday, November 06, 2004),
the Democratic candidate for the U.S. House of Representatives from
Florida's 16th District said he was waiting for the FBI to show up. Fisher
has evidence, he says, not only that the Florida election was hacked, but
of who hacked it and how. And not just this year, he said, but that these
same people had previously hacked the Democratic primary race in 2002 so
that Jeb Bush would not have to run against Janet Reno, who presented a
real threat to Jeb, but instead against Bill McBride, who Jeb beat.
"It was practice for a national effort," Fisher told me.
And some believe evidence is accumulating that the national effort happened
on November 2, 2004.
The State of Florida, for example, publishes a county-by-county record of
votes cast and people registered to vote by party affiliation. Net denizen
Kathy Dopp compiled the official state information into a table, available
at
http://ustogether.org/Florida_Election.htm,
and noticed something startling...
While the heavily scrutinized touch-screen voting machines seemed to
produce results in which the registered Democrat/Republican ratios largely
matched the Kerry/Bush vote, in Florida's counties using results from
optically scanned paper ballots - fed into a central tabulator PC and thus
vulnerable to hacking – the results seem to contain substantial anomalies.
In Baker County, for example, with 12,887 registered voters, 69.3% of them
Democrats and 24.3% of them Republicans, the vote was only 2,180 for Kerry
and 7,738 for Bush, the opposite of what is seen everywhere else in the
country where registered Democrats largely voted for Kerry.
In Dixie County, with 9,676 registered voters, 77.5% of them Democrats and
a mere 15% registered as Republicans, only 1,959 people voted for Kerry,
but 4,433 voted for Bush.
The pattern repeats over and over again - but only in the counties where
optical scanners were used. Franklin County, 77.3% registered Democrats,
went 58.5% for Bush. Holmes County, 72.7% registered Democrats, went 77.25%
for Bush.
Yet in the touch-screen counties, where investigators may have been more
vigorously looking for such anomalies, high percentages of registered
Democrats generally equaled high percentages of votes for Kerry. (I had
earlier reported that county size was a variable – this turns out not to be
the case. Just the use of touch-screens versus optical scanners.) ...
(gekürzt)
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NOVEMBER 23, 2004 4:11 PM
CONTACT: Congressman Jerrold Nadler
New York: 212-367-7350, D C: 202-225-5635
Government Accountability Office to Conduct Investigation of 2004 Election
Irregularities
WASHINGTON -- November 23 -- Reps. John Conyers, Jr., Jerrold Nadler,
Robert Wexler, Robert Scott, and Rush Holt announced today that, in
response to their November 5 and 8 letters to the Government Accountability
Office (GAO), the GAO has decided to move forward with an investigation of
election irregularities in the 2004 election. The five Members issued the
following statement:
"We are pleased that the GAO has reviewed the concerns expressed in our
letters and has found them of sufficient merit to warrant further
investigation. On its own authority, the GAO will examine the security and
accuracy of voting technologies, distribution and allocation of voting
machines, and counting of provisional ballots. We are hopeful that GAO's
non-partisan and expert analysis will get to the bottom of the flaws
uncovered in the 2004 election. As part of this inquiry, we will provide
copies of specific incident reports received in our offices, including more
than 57,000 such complaints provided to the House Judiciary Committee.
"The core principle of any democracy is the consent of the governed. All
Americans, no matter how they voted, need to have confidence that when they
cast their ballot, their voice is heard."
The Members listed above were joined in requesting the non-partisan GAO
investigation by Reps. Melvin Watt, John Olver, Bob Filner, Gregory Meeks,
Barbara Lee, Tammy Baldwin, Louise Slaughter and George Miller.
http://www.commondreams.org/news2004/1123-13.htm
===========================================================
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Mon Nov 29 16:08:04 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Mon, 29 Nov 2004 17:08:04 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 165 - Nachruf auf den Journalisten Helmut Waldert
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041129170234.027f9210@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 165 - Erst der Tod brachte ihn zum Schweigen. Nachruf
auf den Rundfunk-Journalisten und Aktivisten Helmut Waldert (25.7.1942 -
16.8.2004)
Bad Ischl, 29.11.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Erst der Tod brachte ihn zum Schweigen
Der Journalist und Aktivist Helmut Waldert (25.7.1942 - 16.8.2004)
Eine Erinnerung von Matthias Reichl - etwas verspätet versendet, aber
trotzdem aktuell
"Das Ergebnis der absurden Rüstung, inklusive der atomaren, war schon
bisher nicht Frieden , sondern Erpreßbarkeit und Unterwerfung. Diese
sogenannten 'Dienstleistungen' werden heute von der Ökonomie nachgefragt.
Politik, Investoren und Konzerne reden, wenn sie den Bau neuer Imperien
meinen, ganz offen von der Eroberung der Märkte und von Ressourcen.
Menschen wird eine Karriere zugedacht, die sie zu 'human ressources'
degradiert. 'Wettbewerb' ist organisiert als Vernichtungs-Konkurrenz, um
Sieger und Verlierer zu ermitteln. Wirtschaft wird zu einer Fortsetzung des
Krieges mit anderen Mitteln. Es gibt also neue Gründe, ein altes
Gewalt-Konzept zu bekämpfen..."
(Helmut Walderts Stellungnahme zum Hiroshima-Gedenktag 2001, Wien,
http://www.hiroshima.at)
"Wenn wir uns die Frage stellen, was denn die Gesellschaft zusammenhält,
erkennen wir, daß NGOs, NPOs und soziale Vereine eine wesentliche Rolle
dabei spielen. An dieser Stelle wird auch die Rolle des Internets bei der
Kommunikation immer wichtiger".
(Helmut Walderts Moderation zum NGO-Internet-Fiesta/ Workshop 2, 1999)
Nachwort
von Helmut Waldert
(aus dem Jahr 1979)
Von der Zeit des Wettrüstens kann man sagen,
daß die Menschen nicht wissen, wie spät es eigentlich ist.
Manche sagen, es ist schon viel später.
Viele sagen, so spät ist es noch gar nicht.
Nötig ist also ein Zeitvergleich.
Apparate, die die Zeit anzeigen, sagen,
was jetzt für eine Zeit ist.
Aber sie zeigen auch an, wie spät es sein wird.
Mit ihnen kann man die Zukunft an der Gegenwart ablesen.
Sie haben eine prophetische Dimension.
Das Vatikanische Dokument (gegen die Rüstung, M.R.) ist mit diesen
Apparaten zu vergleichen.
Der Vergleich ist nötig,
weil man zwar den Zeitapparaten glaubt, nicht aber den Propheten.
Man glaubt ihnen nachher, wenn es zu spät ist.
Denn von der Zeit des Wettrüstens kann man sagen,
daß die Menschen nicht wissen, wie spät es eigentlich ist.
(Aus: "Der Vatikan zur Rüstung", 1979, S. 73)
Einige wenige Worte eines Moderators in einem der ORF-Radioprogramme
informierten uns, dass Helmut Waldert, einer der wenigen couragierten
Rundfunkjournalisten des ORF am 16.8.2004 Wien gestorben ist. Dies wurde
durch die "sanft-alternative" Sendung "Kautzen" ergänzt - anstatt einer
seiner globalisierungs- und gesellschaftskritischen Beiträge.
Ich war mit Helmut Waldert seit vielen Jahren durch Treffen bei den
verschiedensten alternativen Veranstaltungen und ähnlichem freundschaftlich
verbunden. Seine Radiosendungen und Beiträge bei Veranstaltungen waren für
uns alle in unserem Engagement für tiefgreifende gewaltfreie Veränderungen
unverzichtbar. Besonders engagierte er sich für globalisierungskritische
Themen und für Alternativen - vor allem zur herrschenden Geldwirtschaft.
(Eine Liste der Sendungen und Publikationen findet ihr unten.)
Er hatte mir auch öfters über seinen - in den letzten Jahren sich
zuspitzenden - Kampf gegen den wachsenden Einfluß der Neoliberalen im ORF
und über ein verstärktes Mobbing erzählt. Wir überlegten schon, wie wir ihn
durch Solidaritätsaktionen unterstützen könnten.
Vor allem sein Status als "Freier Mitarbeiter im ORF-Hörfunk" seit ca. 1975
war entscheidend für seine Situation. Mit eingeschriebenem Brief erhielt er
die Kündigung seines (befristeten) "Freien-Mitarbeiter-Vertrags" und musste
auf Befehl seiner - als sozialliberal geltenden Vorgesetzten - mit 1.
August 2003 seinen Arbeitsplatz im ORF räumen. Helmut klagte dagegen beim
Arbeitsgericht und auf Anstellung. Er wollte nicht bei erstbester
Gelegenheit in die Frühpension abgeschoben werden, sondern - unterstützt
von vielen Kollegen und Kolleginnen - weiterarbeiten Das wird ihm wohl
zusätzlich Kräfte geraubt haben.
Sein Herzinfarkt am Montag, 16.8.2004 Vormittag, bewahrte ihn vor einer
weiteren nervenaufreibenden Arbeitsgerichtsverhandlung. Er wurde am Freitag
den 27. August 2004 im Friedhof Jedlesee, Wien, 21. Bezirk, Audorfgasse 47,
begraben.
Sein Tod im Alter von 62 Jahren - wir sind gleichaltrig - hat nicht nur
mich betroffen gemacht. Das Engagement für unsere gemeinsamen Ziele - trotz
aller Schwierigkeiten - ist wohl die beste Form, seine Pionierarbeit
fortzusetzen.
Zur prekären Situation vieler ORF-Mitarbeiter
Wie Helmut Waldert mir und an deren Freunden in den letzten Jahren
erklärte, haben sich die Arbeitsbedingungen von ORF-Mitarbeitern generell
verschlechtert. Zunehmend wurden viele von ihnen in den ungesicherten
Sektor "Freie Mitarbeiter" abgedrängt. Dass diese wesentlich leichter unter
Druck gesetzt werden können (z.B. durch Reduktion ihrer Aufträge,
weitergereichte Kritik und Druck einflußreicher Personen und Institutionen)
ist offensichtlich. Ähnlich wie in der Privatwirtschaft setzt sich das
neoliberale Prinzip "Hire and Fire" immer mehr durch. Gerade Helmut, der
als Unbeugsamer deswegen als "schwierig" galt, gab wegen seiner sozial-,
wirtschafts- und finanzkritischen Sendungen (er hat an die 1000 Sendungen
und Veranstaltungen moderiert bzw. sie gestaltet) eine willkommene
Zielscheibe für Interventionen ab.
Zu denken gibt mir auch die allgemeine Situation von (Rundfunk- und
Presse-)Journalisten, von denen die meisten keine existenzsichernde
Alternativen (in privaten bzw. alternativen Medien) finden und daher einen
Job in einem anderen Beruf suchen müssen. (Auch unser junger Freund Manfred
Madlberger, zeitweise Moderator bei regionalen kommerziellen Privat- und
Freien Radios und ehrenamtlich unser Karikaturist, ist ökonomisch völlig
ungesichert.) Das sollten v.a. jene in globalisierungskritischen und
ähnlichen Bewegungen bedenken, die vom riskanten Engagement der wenigen
mutigen Medienleute profitieren. Es geht nicht allein um eine unabhängige
finanzielle "Grundsicherung" sondern auch darum, die Möglichkeiten zu
schaffen, weiter effizient und unzensuriert zu publizieren!
Übrigens, bei der ORF-Anrufsendung "Von Tag zu Tag" (die auch Helmut
fallweise moderierte) ist es seit einiger Zeit für bestimmte kritische
Anrufer (inklusive mich) fast nicht möglich, telefonisch durchzukommen.
Ähnlich Betroffene vermuten, dass ein automatisierter Filter in der
Telefonanlage, bestimmte Nummern abblockt. Vor Jahren passierte es noch,
dass eine Frau, die die Anrufe weiterleitete ihr Ablocken ehrlich
begründete: die Kombination Waldert - Reichl sei zu brisant. Umso mehr
freue ich mich, dass weniger bekannte Anrufer ähnlich unbequeme Fragen und
Kommentare transportieren. Was ist aus all den ermunternden Sendungen - die
u.a. der Helmut gestaltete - geworden?
Auch meine Erfahrung ist, dass auch uns immer öfter die Luft (und die
Spucke) wegbleibt angesichts der wachsenden Bedrohungen im Großen gepaart
mit nervtötenden Kleinlichkeiten des Überlebenskampfes im Alltag.
Umso wichtiger ist diese Art einer zivilen, persönlichen und
gemeinschaftlichen "Luft- (und Aktions-) Raumverteidigung" !
Matthias Reichl
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Drei betroffene Stimmen - unter vielen anderen:
"...So habe ich soeben erst von Helmut Walderts Tod erfahren und bin sehr
erschüttert. Auch ich war seit vielen Jahren freundschaftlich mit ihm
verbunden. Erst vor nicht allzu langer Zeit sassen wir gemeinsam am Podium
bei attac. Noch in den vergangenen Wochen habe ich ihn und seine Frau
öfters im 1 Bezirk getroffen und erschrocken festgestellt, daß es ihm
zunehmend schlechter ging. Er litt an einem schweren Asthma und manchmal
fiel es ihm gar nicht leicht auch nur zu sprechen. Akut wurde das Asthma
mit seiner Kündigung im ORF, sie haben ich tatsächlich die Luft zum Leben
abgeschnitten. Daß er einen Herztod erlitt, wundert mich nicht, Lunge und
Herz gehören zusammen. Ich bin sehr traurig..."
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"Der bekannte Journalist und alter Freund ist einem Herzinfarkt erlegen.
Waldert war einer der letzten globalisierungskritischen unbequemen
Journalisten im ORF-Hörfunk. Als einer jener, die Helmut gut kannten und
mit ihm auch immer wieder zusammen gearbeitet haben, tun mir vor allem die
Umstände weh, unter denen es passierte.
Helmut war ein Querkopf. Ein kritischer Geist, der alle Themen gegen den
Strich gebürstet hat. Er hat die Auseinandersetzung gesucht, aber oft hat
er im ORF keine Widerparts gefunden, sondern den üblichen Intrigenfilz.
Dieser Filz, der auf den unglaublich prekären Arbeitsverhältnissen der
ORF-JournalistInnen wächst, und die deutlich gestiegene Abneigung des ORF,
globalisierungskritisches Material zu senden (u.a. deswegen bin ich ja auch
ausgeschieden) hat ihm letzten Endes ein beispielloses Mobbing und den
Rauswurf beschert. Nicht, dass er sich in dieser Situation immer geschickt
verhalten hätte, aber wer hätte das schon unter solchem Druck, und nichts
davon ist eine Entschuldigung für das, was man ihm im ORF angetan hat.
Diesen Rauswurf hat er nicht verwunden. Leider ist Helmut Waldert damit ein
Beispiel geworden, wie bei uns globalisierungskritische JournalistInnen
"mundtot" gemacht werden. Leider ein sehr tragisches."
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Ein Spezialist für politische Songs aus den USA dazu:
Kennst du das Lied "It could have been me" von Holly Near (Ausschnitt)?
It could have been me
But instead it was you
So I'll keep doing the work you were doing
As if I were two
I'll be a student of life
A singer of songs
A farmer of foods
And a righter of wrongs
It could have been me
But instead it was you
And it may be me, dear sisters and brothers
Before we are through
But if you can fight for freedom
Freedom, freedom, freedom
If you can fight for freedom
I can, too.
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Einige der journalistischen Arbeiten von Helmut Waldert:
GELD MACHT WERTE, 6-teilige Sendereihe des "Radiokolleg" plus Audio-CD u.a.
zu den Problemen und ökologischen Auswirkungen unseres Geld- und
Zins-Systems (ORF 2003)
Das PPP Prinzip: Öffentliche Dienstleistungen im freien Markt (ORF 2002)
Banken: die großen Räder in der Geldmaschine (ORF 2002)
Der Erfolg liegt immer vorne: eine Expedition in die Wachstumsbranche der
Coachings und Trainings (ORF 2001)
Diagnose: Der Extremismus des Geldes.Therapie: Die Re-Regulierung der
Finanzmärkte (ORF 2001)
Wie die Häuser Zukunft lernen. Das Experimentierfeld der Öko-Häuser (ORF 2001)
Wenn das Wasser im Eimer ist: Die Verknappung eines Umweltmediums und
Lebensmittels (ORF 2000)
Eine Region ist (k)ein Unternehmen. Die schwierige Inszenierung von
Regionalentwicklungen (ORF 2000)
Arbeitszeit. Grauzone der Solidarität (ORF 2000)
Geld Macht Werte. Internationale Finanzwirtschaft- die unersättliche
Ökonomie (ORF 1999)
Geld Macht Werte. Der alltägliche Umgang mit Geld (ORF 1999)
Geld Macht Werte. Strategien für ein Leben ohne Geld und Zinsen (ORF 1999)
Energische Energiepolitik. Die skandinavischen Energiepioniere im Vergleich
mit Österreich (ORF 1999)
Die Mitarbeiter-Unternehmer: Selbstverwaltete Betriebe (ORF 1998)
Erneuerbare Energie (ORF 1997)
Grundeinkommen für Alle? oder: was kommt nach dem Sozialstaat? (ORF 1997)
Geld frißt Welt (ORF 1996)
Buch: "Gründungen: Starke Projekte in schwachen Regionen", 1992, Falter-Verlag.
Von 1979 bis 1983 Herausgabe der 14-tägigen Publikation "Nachrichten und
Stellungnahmen der KSÖ (Katholische Sozialakademie Österreichs)"
Broschüre: Verantwortete Zukunft - mit oder ohne Atomenergie (1980)
Broschüre: Der Vatikan zur Rüstung. Ein Weg aus der Gefahr der
Selbstvernichtung der Völker (1979)
(Zusammenstellung: ÖKOWEB, www.oekoweb.at)
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Nov 30 09:29:40 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 30 Nov 2004 10:29:40 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 166 - Stop Bolkestein - EU-GATS-Direktive; WTO-Seattle 5
Jahre danach
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041130102842.035a3290@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 166 - Petition "Stop Bolkestein" - gegen
EU-GATS-Direktive. Nein zur EU-Dienstleistungsrichtlinie - ein
EU-kommissioneller Angriff auf Umwelt- und Sozialstandards; 5 Jahre nach
den Protestaktionen gegen WTO-Konferenz in Seattle.
Bad Ischl, 30.11.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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5 Jahre nach den Protestaktionen gegen die WTO-Konferenz in Seattle
Die erfolgreichen gewaltfreien Proteste gegen die WTO-Konferenz in Seattle
vor genau 5 Jahren haben dem Widerstand, der schon vorher gegen das MAI
(das multilaterale Abkommen für Inverstitionsschutz) aktiv war (an dem auch
wir uns seit 1998 beteiligen), einen internationalen Durchbruch gebracht.
Seither bemühen sich die transnationalen Konzerne und Institutionen mit
neoliberalen Politikern, die in der WTO dominieren, die Auswirkungen dieser
"Betriebsunfälle" zu minimieren und "reparieren". Das geht soweit, dass
Globalisierungskritiker und -gegner mit allen Mitteln wie Staatsfeinde
bekämpft werden. Jene kooperationswilligen, "bekehrten" werden zu
Konferenzen eingeladen und in das neoliberale System zurückgeholt.
Dass diese neoliberalen Kräfte auch großen Einfluss in der EU haben zeigt
sich bei einflußreichen EU-Kommissaren und deren Apparat - siehe den
angeschlossenen Appell!
Matthias Reichl
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NEIN ZUR EU-DIENSTLEISTUNGSRICHTLINIE
Die Proteste gegen die Deregulierungsoffensive der EU-Kommission weiten
sich aus. Gewerkschaften, Berufsverbände und in zunehmendem Maß auch
VertreterInnen aus der Wirtschaft äußern bisweilen harsche Kritik an den
Vorschlägen der Kommission für eine Europäische Dienstleistungsrichtlinie.
Bei einem ExpertInnenhearing im Binnenmarkt-Ausschuss des EU-Parlaments
waren die skeptisch bis klar ablehnenden Stimmen ebenso in der Mehrheit wie
unter den Abgeordneten. Ebenso bei der ständig wachsenden Zahl
zivilgesellschaftlicher Organisationen. In Oberösterreich formulierten
Arbeiter- und Wirtschaftskammer ihre Ablehnung in einer gemeinsamen Aussendung.
Das beginnt - langsam - auch auf die Regierenden abzufärben. Beim Treffen
des EU-Wettbewerbsrats vergangene Woche zeigte zwar noch keines der
Mitgliedsländer die rote Karte, von einigen wurde aber deutlich, dass sie
den Richtlinienentwurf - jedenfalls in der vorliegenden Fassung - nicht
akzeptieren werden. Am eifrigsten befürwortet wird der EU-kommissionelle
Angriff auf Umwelt- und Sozialstandards durch Vertreter der deutschen,
niederländischen und österreichsichen Regierung. .
Auf www.stopbolkestein.org könnt ihr eine Petition gegen den
Richtlinienentwurf aus der politischen Hinterlassenschaft des ehem.
Binnenmarkt-Kommissars Frits Bolkestein unterzeichnen.
(aus "ATTAC-News" v. 29.11.04, red. M.R.)
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We have decided to sign the electronic petition against the draft directive
Bolkestein as organisation and to distribute it by e-mail.
You would find it just in this mail or on the website
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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Stop Bolkestein !
NO to a socially retrograde Europe NO to an educationally regressive Europe
At the instigation of the former European Commissioner Frits Bolkenstein (a
Dutch liberal), a draft directive (European law) on the free circulation of
services within the European Union is currently under discussion.
If adopted, this European directive would result in the merchandisation of
all services within the Union. This would mean that essential sectors such
as culture, education, health care and all services relating to national
social welfare systems could be exposed to the same forms of economic
competition as commercial goods.
This merchandisation would inevitably lead to the deterioration of pension
systems, social welfare and health care cover in favour of private
insurance. It would also entail the deregulation of our education systems
and the end of any kind of cultural exception.
Furthermore, the application of this directive would call into question
workers' rights as established by the national laws of the countries in the
Union.
From March of this year, certain political parties and a whole host of
national and European bodies (associations, unions, etc.) have sounded the
alarm and called for progressive forces to make a concerted effort to fight
this draft directive which represents a backwards step in terms of social
rights.
Despite these efforts, a very large majority of member states now appears
to be in favour of the rapid adoption of this draft directive. As unanimous
approval is not required for this decision, no single government, far less
a political party, is capable of preventing the adoption of this directive.
Only a concerted effort on the part of civilian society within the Union
could prevent this development.
We need to act quickly.
We hereby invite you to say a clear NO to a socially retrograde Europe by
signing the electronic petition available on this website and by forwarding
this email to as many people as possible .
Paper versions of the petition can also be downloaded from the website
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
-
From mareichl@ping.at Tue Nov 30 10:50:42 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 30 Nov 2004 11:50:42 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 167 - Zweifelhaftes Demokratieverständnis der WTO
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041130113945.035a2270@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 167 - Zweifelhaftes Demokratieverständnis bei der
Parlamentarischen Konferenz zur WTO in Brüssel, 24. - 26.11.2004. Proteste
von WTO-kritischen Parlamentariern.
Bad Ischl, 30.11.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Zweifelhaftes Demokratieverständnis bei der Parlamentarischen Konferenz zur
WTO in Brüssel, 24. - 26.11.2004.
In meinem Kommentar "5 Jahre nach den Protestaktionen gegen die
WTO-Konferenz in Seattle" (Info 166) habe ich auch die fragwürdigen,
undemokratischen Praktiken der WTO und ihrer neoliberalen Verbündeten
kritisiert. Fast zur gleichen Zeit erreichte mich der folgende Bericht aus
Brüssel über eine hochrangige WTO-Konferenz, der meine Kritik eindrucksvoll
bestätigt.
Matthias Reichl
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Dear friends,
Last week (November 24-26, 2004) a so-called joint parliamentary assembly
on the WTO took place in the European Parliament buildings in Brussels. I
forward a short report by Gaby Kuppers (adviser of the Green group in the
European Parliament) and a declaration co-signed by parliamentarians
Helmuth Markov (United Left, European Parliament), Dario Vivas (Movement of
the Fifth Republic, Venezuela), Caroline Lucas (Greens, European
Parliament), Carlos Baráibar (Frente Amplio del Uruguay, Uruguay),
rejecting the WTO Parliamentary Assembly process as a fake.
Erik Wesselius
Corporate Europe Observatory
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-------- Original Message --------
Subject: press release on the fake WTO Parliamentary Conference
Date: Mon, 29 Nov 2004 18:34:39 +0100
From: KUPPERS Gaby
Dear all,
what a shame: after the IPU-EP joint parliamentary assembly on the WTO on
November 24-26, 2004, it seems that we have now sort of a "parliamentary
dimension of the WTO" in place.
Almost 500 members of parliament, embassies etc. registered for the
conference in the hemicycle of the EP (symbolically important!). Many of
them did not or very little attend, but nevertheless, it's their names on
the registration lists that count. High level speakers such as WTO DG
Supachai Panitchpakdi and the new EU commissioner Peter Mandelson addressed
the audience and referred to the importance of transparency and democracy.
However, there was no transparency and democracy. On Friday morning, the
rules - drafted by a small steering committee in Geneva, at the beginning
of September 2004 - were adopted, without the possiblity of amendming
them. I have the impression that most people in the room did not realize
that they were adopting rules. Later this morning, the Final declaration
was adopted. For the Declaration, there had been the possibility of tabling
amendments, however, only national delegations as a whole were allowed to
(which in practice excluded the voices of the opposition). The procedure
was not to vote them on Friday, but to negotiate them inside a so called
steering committee with no clear indications of how its composition was
done. The result of this was presented on Friday morning and adapted by
acclamation. Again, most of the delegates did not seem to clearly
understand what they were adopting.
The steering committee meeting was attened by "members" of it. For Latin
America, for instance, there are two members: a senator from the PAN in
Mexico (very conservative) and a member from the Blanocs or the Colorados
in Uruguay (both parties are very conservative). That's it. Both had a pure
freetrade line (e.g.: they supported an amendment submitted by the Mexican
and the Brazilian delegation which aimed at eliminating "and fair" from the
sentence: we are in favour of "free and fair trade".
The steering committee in its deliberation on the amendments was advised
(!!) by a civil servant from the WTO who asked for the floor each time
there was a sentence which was not official language of the WTO,
recommending to reject the respective amendment. This was for instacne the
case with an amendment (by us, but I don't tell this because I feel
personally offended) where we amended (in bold): "....18... We encourage
all parties... , so as to promote a trading system which is socially,
economically and ecologically sustainable... " This was rejected, as it is
not official WTO language!!!
One possibility is to ignore this conference. But I think that the WTO
supporters will use this assembly in order to say. It was necessayr to give
the WTO a democratic structure. There it is!
Please find hereafter a press release the Greens/EFA and the GUE delegates
did together with some delegates from the South. It is translated into
several linguistic versions.
See you
Gaby Küppers
(Unten in Englisch und Deutsch)
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PARLIAMENTARY CONFERENCE ON THE WTO IN BRUSSELS
FAKE DEMOCRACY
The undersigned Members of Parliament, delegates to the Parliamentary
Conference on the WTO which was held in the European Parliament in Brussels
from 24 to 26 November 2004, rejects its method and conclusions. We
consider that the Conference unfortunately merely reproduced the same non
transparent methods and lack of democracy as the WTO itself, and, - as if
Seattle and Cancun had not taken place -, its only result was to repeat
the neoliberal credo whose devastating effects are however quite real, in
particular at the social and environmental level.
We denounce the operating rules of this conference. They were negotiated
without us being able to take part in their development, the information to
the delegates of the developing countries was not appropriate, and the
various amendments to the rules that we proposed were not even submitted
for the consideration of the plenary.
The declaration of the Conference, allegedly adopted by "consensus",
despite the fact that various members of Parliament expressed proposals for
change or even an honest opposition to the text, only supports the
decisions of the WTO, and encourages compliance with its rules. It pushes
the acceleration of liberalization, despite the well-known opposition that
this meets on the part of an increasing number of citizens.
We deem it more than ever essential to undertake genuine democratization of
the international trade negotiations and to build alternatives to
neoliberalism.
PARLAMENTARISCHE KONFERENZ ZUR WTO IN BRÜSSEL
Zweifelhaftes Demokratieverständnis bei der Parlamentarischen Konferenz zur WTO
Die Unterzeichner/innen, Abgeordnete und Delegierte zur Parlamentarischen
Konferenz zur WTO (24.-26.11.2004 im Europäischen Parlament in Brüssel),
lehnen das auf der Konferenz angewandte Verfahren und die dort
verabschiedeten Schlussfolgerungen ab. Unserer Ansicht nach hat die
parlamentarische Konferenz, deren erklärtes Ziel eine Demokratisierung der
WTO ist, den der WTO eigenen Demokratiemangel und deren Intransparenz in
trauriger Weise nachgeahmt. Als ob Seattle und Cancùn niemals stattgefunden
hätten, bekräftigt zudem das Abschlussdokument das neoliberale Credo,
obwohl die verheerenden Auswirkungen neoliberaler Handelspolitik,
insbesondere im sozialen und im Umweltbereich, hinreichend bekannt sind.
Wir kritisieren das Konferenzverfahren, das ausgehandelt wurde, ohne dass
wir die Möglichkeit hatten, uns an dessen Erarbeitung zu beteiligen. Die
Information der Delegierten aus den Entwicklungsländern war unzureichend,
und die von uns vorgebrachten Änderungsanträge wurden nicht einmal dem
Plenum zur Begutachtung vorgelegt.
Die Abschlusserklärung der Konferenz, vorgeblich im "Konsensverfahren"
verabschiedet - obwohl verschiedene Abgeordnete Änderungswünsche oder sogar
ihre klare Ablehnung vorbrachten - unterstützt lediglich die von der WTO
getroffenen Beschlüsse und fordert dazu auf, sich den WTO-Regeln
unterzuordnen. Der Text drängt auf eine beschleunigte
Handelsliberalisierung, und dies trotz des wachsenden Widerstands in
breiten Kreisen der Bevölkerungen in vielen Ländern.
Wir sind mehr denn je davon überzeugt, dass es dringend notwendig ist, eine
wirkliche Demokratisierung der Verhandlungen über internationale
Handelsvereinbarungen durchzuführen und Alternativen zum Neoliberalismus zu
entwickeln.
Helmuth Markov , european deputy, European United Left Group in the
European Parliament (GUE/NGL), Germany
Dario Vivas, deputy, Movement of the Fifth Republic (MVR), Venezuela
Caroline Lucas, european deputy, Group of the GREENS/ALE in the European
Parliament, United Kingdom
Carlos Baráibar, deputy, Frente Amplio del Uruguay, Uruguay
(Textversionen in Spanisch und Französisch eliminiert. M.R.)
***********************************
Dr. Gaby Küppers
Greens/EFA Group in the EP
Rue Wiertz
PHS 02 C 65
B-1047 Brussels
Tel.: 00322-284 3392
***********************************
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Nov 30 19:51:31 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 30 Nov 2004 20:51:31 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 168 - Strafanzeige in Deutschland gegen US-Folterer
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041130204013.031f4eb0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 168 - Center for Constitutional Rights/ CCR (New York):
Strafanzeige in Deutschland gegen US-Politiker u. Militärs verantwortlich
für Folter im Irak.
Bad Ischl, 30.11.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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CCR Strafanzeige in Deutschland gegen US-Politiker u. Militärs wegen
Kriegsverbrechen im Irak
Das Center for Constitutional Rights in New York und vier Iraker haben bei
der deutschen Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am 30.11.2004 eine
Strafanzeige wegen Kriegsverbrechen gegen den US-Verteidigungsminister
Rumsfeld und weitere hochrangige Militärs und Zivilpersonen eingereicht.
Die vier Iraker wurden von militärischen und zivilen US-Bewachern im Abu
Ghraib-Gefängnis und and anderen Orten im Irak gefoltert.
Da die USA bisher keine unabhängige Untersuchung der Verbrechen eingeleitet
hat und den Internationalen Strafgerichtshof nicht anerkennt, nützen die
Kläger die deutsche Rechtssprechung, die eine Klage gegen Schwerverbrechen
zuläßt, auch wenn diese nicht in Deutschland begangen wurden. Einige der
Beklagten US-Militärs sind in Deutschland stationiert.
Bis zum 31.12.2004 kann man auf der Homepage http://www.ccr-ny.org/ diese
Aktion per Unterschrift unterstützen.
Center for Constitutional Rights, 666 Broadway, 7th Floor, New York, NY
10012, Tel. +1-212)-6146464, e-mail: info@ccr-ny.org, www.ccr-ny.org
(Red.: Matthias Reichl)
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CCR SEEKS CRIMINAL INVESTIGATION IN GERMANY INTO CUPALBILITY OF U.S.
OFFICIALS IN ABU GHRAIB TORTURE
German Prosecutor Asked to Meet Obligations under Law Requiring
Investigation into Torture and War Crimes
Center for Constitutional Rights, New York, USA
Synopsis
In a historic effort to hold high-ranking U.S. officials accountable for
brutal acts of torture including the widely publicized abuses carried out
at Abu Ghraib, on Tuesday November 30, 2004, CCR and four Iraqi citizens
will file a criminal complaint with the German Federal Prosecutor's Office
at the Karlsruhe Court, Karlsruhe, Germany. Under the doctrine of
universal jurisdiction suspected war criminals may be prosecuted
irrespective of where they are located.
The four Iraqis were victims of gruesome crimes including severe beatings,
sleep and food deprivation, hooding and sexual abuse. (Further details of
the treatment of the complainants will be provided after the filing.)
The U. S. officials charged include Secretary of Defense Donald Rumsfeld,
Former CIA Director George Tenet, Undersecretary of Defense for
Intelligence Dr. Steven Cambone, Lieutenant General Ricardo Sanchez, Major
General Walter Wojdakowski, Major General Geoffrey Miller, Brigadier
General Janis L. Karpinski, Lieutenant Colonel Jerry L. Phillabaum, Colonel
Thomas Pappas, and Lieutenant Colonel Stephen L. Jordan.
Please check back on our home page in the next day for an opportunity to
write the German prosecutor in support of the investigation: it is
critical that he hear from as many people as possible so he feels worldwide
pressure to pursue the case.
Center for Constitutional Rights
666 Broadway, 7th Floor
New York, NY 10012
Phone: (212) 614-6464
Fax: (212) 614-6499
E-Mail: info@ccr-ny.org
www.ccr-ny.org
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Wed Dec 1 07:42:00 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Wed, 01 Dec 2004 08:42:00 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 169 - NATUR findet Stadt - Naturschutzbund Oesterreich
Kampagne
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041201083426.0259c340@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 169 - Naturschutzbund Österreich: NATUR findet Stadt -
Kampagne im Jahr 2005 für Vielfalt und Lebensqualität in Städten und Dörfern.
Bad Ischl, 1.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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NATUR findet Stadt
Kampagne im Jahr 2005
NATURSCHUTZBUND Österreich
Mehr Vielfalt und Lebensqualität in Städten und Dörfern zu erreichen,
dieser Aufgabe stellen sich NATURSCHUTZBUND Österreich, seine
Landesorganisationen, Orts- und Bezirksgruppen im Rahmen der Kampagne NATUR
findet Stadt, die nun gemeinsam mit dem Lebensministerium gestartet wird.
"Naturschutz überall" war nicht nur das Motto des Europäischen
Naturschutzjahres 1995, sondern ist seit jeher das Aufgabenfeld, dem sich
der NATURSCHUTZBUND verpflichtet hat. Besonders für Schutzgebiete (Natura
2000-Gebiete und Nationalparks) wurde und wird inzwischen Beachtliches
geleistet. Als NGO mit 90-jähriger Erfahrung wissen wir aber, dass ein
moderner Naturschutz nicht auf bestimmte Flächen beschränkt sein darf,
sondern überall stattfinden muss. Bei der Kampagne NATUR findet Stadt
stehen genau jene meist unbeachteten, aber immens wichtigen Kleinbiotope
außerhalb von Schutzkategorien im Mittelpunkt. Ohne diese Kleinbiotope und
Sonderstandorte - wie sie im Stadt- und Dorfbereich zu finden sind - geht
der Biotopverbund verloren, was letztendlich auch negative Auswirkungen auf
die Schutzgebiete hat. Der Verlust der Kleinbiotope ist dramatisch, meist
aus Unwissenheit werden sie und mit ihnen wichtige Rückzugsgebiete seltener
Arten zerstört und somit bestehende Biotopnetze zerrissen. Dem will der
NATURSCHUTZBUND nun entgegenwirken und so die Biodiversität auch im
Siedlungsbereich fördern.
Auch in Anbetracht des Umstands, dass - zumindest in Mitteleuropa - die
Bevölkerungszahl abnehmen wird, kommt den Fragen der Raumordnung, des
Flächenverbrauchs und der Zersiedelung ein hoher Stellenwert zu. Weniger
Zersiedelung und mehr naturnahe Grünflächen für die Menschen im
Siedlungsbereich sind daher wichtige Ziele der Kampagne. Nicht zuletzt ist
der soziale Aspekt ein wichtiger Ansatz der Kampagne: Mehr Natur im
Siedlungsraum heißt auch: mehr Erlebnis, mehr Erholungsraum für den
Menschen, mehr Lebens- durch bessere Umweltqualität in Städten und Dörfern.
Der NATURSCHUTZBUND und seine Partner wollen die Menschen dort erreichen,
wo sie leben: Ein umfassendes Angebot an Aktionen und Aktivitäten soll den
Menschen den Zugang zur "Natur vor der Haustür" ermöglichen und die Liebe
zur Natur fördern.
Die wichtigsten Ziele der Kampagne sind:
* Erhaltung und Verbesserung der Biodiversität im Siedlungsraum
* Nachhaltige Siedlungsentwicklung
* Mehr Lebens- durch bessere Umweltqualität
* Bewusstseinsbildung über den Wert der Natur in der Stadt
* Erhöhung der Umweltkompetenz
* Umwelt und Natur erfahren
THEMEN & MASSNAHMEN im Überblick:
Biodiversität
Artenschutz findet Stadt
Im Jahr 2005 steht jedes Monat im Zeichen einer ausgewählten Tier- oder
Pflanzenart - stellvertretend für einen ganzen Themenkomplex. Der
NATURSCHUTZBUND und seine Partner informieren in ganz Österreich über diese
Arten mit Vorträgen, Exkursionen, Broschüren, Presseaussendungen u.v.m.
Und es finden konkrete Aktionen statt wie z.B.: Schutzprojekte,
Exkursionen, Kartierungen, Workshops, ...
Die Blaumeise - Art des Monats Jänner
Gemeindewettbewerb: Natur vor der Haustür
Alle Gemeinden sind aufgerufen, aktiv auf ihrer Gemeindefläche zu mehr
Natur im Siedlungsraum beizutragen. Sie sollen präsentieren, worin ihr
bisheriges Engagement besteht, vor allem aber jene Bereiche nennen, wo sie
in Zukunft Aktionen für mehr Naturnähe setzen werden.
Mit dem Wettbewerb soll Identifikation geschaffen, das Thema und vor allem
der Wert von Siedlungsnatur bewusst gemacht werden. Die Gemeindevertreter
als wichtige Multiplikatoren sollen durch eine Auszeichnung Anreiz
erhalten, sich auf dem Gebiet aktiv zu engagieren.
Gesucht: Natur im Siedlungsraum
Nachhaltige Siedlungsentwicklung
Fachtagung Grün.Stadt.Grau
Die Fachtagung bildet den Auftakt der Kampagne NATUR findet Stadt. Sie
beschäftigt sich mit dem Lebensraum Stadt, seiner Funktion für Mensch und
Natur, der Raumordnung und Stadtentwicklung und damit, was jeder zu mehr
Natur vor der Haustür beitragen kann. Zielgruppen sind: Architekten,
Raumplaner, Planungsämter, Stadt- und Regionalplaner, Garten- und
Hausbesitzer, Wohnbaugesellschaften, Entscheidungsträger aus Politik und
Verwaltung und jeder an der Natur Interessierte.
Auftaktveranstaltung in Wien - einer "grünen" Großstadt
Bewusstseinsbildung
Fotowettbewerb NaturBelebt
Gerade visuellen Eindrücken gegenüber ist der Mensch sehr aufgeschlossen.
Bilder setzen sich in Köpfen fest und bleiben dort erhalten. Deshalb
möchten die Kooperationspartner mit dem Fotowettbewerb die Wahrnehmung für
den Lebensraum Stadt schärfen und das Bewusstsein für die Vielfalt der
Natur im Siedlungsraum stärken. Denn die Fülle, die die Natur auch in
Städten und Dörfern zu bieten hat, ist in jeder Hinsicht bemerkenswert.
Gesucht sind genau diese "Kleinen Paradiese vor der Haustür". Was macht
unsere Siedlungen lebenswert - für Menschen, Pflanzen und Tiere?
Gesucht: Besondere Eindrücke
Abenteuer-Stadt-Natur
Geplant ist ein Veranstaltungsprogramm in allen Bundesländern zum Erleben
der Stadt-Natur: Veranstaltungen, Workshops, Exkursionen etc. Ob
Heckenpflanzaktion oder Naturerlebnistag, ob Natur-Inventur oder
Vogelstimmenexkursion. Über das Natur-Erleben sollen Verständnis und
Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt geweckt, die Menschen zu einem
fundierten Naturverständnis hingeführt werden.
Nähere Informationen zur Kampagne NATUR findet Stadt gibt´s beim
NATURSCHUTZBUND Österreich, Museumsplatz 2, A-5020 Salzburg, Tel.
0662-642909-0, e-mail: bundesverband@naturschutzbund.at, www.naturschutzbund.at
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Tue Dec 7 16:55:51 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Tue, 07 Dec 2004 17:55:51 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 170 - Termine Dez. 2004 - Maerz 2005
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041207174519.02628eb0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 170 - TERMINE DEZEMBER 2004 - MÄRZ 2005; Ergänzungen zur
Aussendung am 16.11.2004
Bad Ischl, 7.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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TERMINE DEZEMBER 2004 - MÄRZ 2005
(Ergänzungen zur Aussendung am 16.11.2004)
ÖSTERREICH
DEZEMBER 2004
8.12. HAINBURG: Gedenken an die Aubesetzung vor 20 Jahren.13.00
Stopfenreutherau: Treffen. Informationen dazu u.a. auf folgenden homepages:
www.20-jahre-hainburg.at/, www.hainburg20.at/,
www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1006098, www.aeiou.at/aeiou.film.o/o402a,
www.nhm-wien.ac.at/D/sonderausstellung.html
9.12. 19.00 LINZ (Altes Rathaus, Hauptpl., 4. St., Pressezentrum): Lesung
und Gespräch mit Dr. Sumaya Farhat-Naser, palästinensische
Friedensaktivistin , Autorin des Buches "Verwurzelt im Land der
Olivenbäume". (Friedensinitiative der Stadt Linz und Pax Christi
Oberösterreich)
9.12. 19.00 LINZ (Volkshochschule, Coulinstr. 18, Raum 011): Vortrag und
Diskussion mit Franz Nuscheler "Bush: Macht, mächtig, mächtiger".
Weltpolitik nach der US-Präsidentenwahl.
9.12. 10.00 - 17.00 SALZBURG (Bio Ernte Austria Salzburg,
Landwirtschaftskammer, Schwarzstr. 19): Vernetzungstreffen zum Thema
"Bildung für Nachhaltigkeit". (Infos: forum.salzburg@umweltbildung.at,
sonjas@suedwindsalzburg.at).
9.12. 18.00 - 20.00 WIEN (Univ. Juridikum, SE 20, 2. St., Schottenbastei
10-16): Vortrag "Autonomie und moderner Verfassungsstaat in Lateinamerika
und Europa" mit Christina Binder). (LAI, www.lai.at)
9.12. 19.00 WIEN (Bruno Kreisky Forum, Armbrusterg. 15): Podiumsdiskussion
"Menschenrechte im Wandel - Die Herausforderungen unserer Zeit" mit Helga
Konrad, Manfred Nowak, Beate Winkler, Freimut Duve (Anmeldung: Tel.
01-3188260/20)
10. - 11.12. WIEN: Internationaler Donaukongress. (Info:
www.20-jahre-hainburg.at/)
10.12. 10.30 - 18.00 WIEN (depot, Breiteg. 3): Tagung "Steht die Bewegung"
(zu den neuen Protest-Bewegungen) und 19.30 Film "Venezuela von unten".
(Info: www.depot.or.at)
10.12. 17:30 WIEN (Zukunfts- und Kulturwerkstätte, Schönlaterng. 9):
Diskussion "Macht Leistung Bildung?" (AKS - Aktion kritischer SchülerInnen,
www.aks.at/)
10.12. 18.00 WIEN (Renner Institut, Hoffingerg. 26-28): Tagung zur
Situation schwarzer Migrantinnen.
11.12. 14.00 - 17.00 SALZBURG (Eduard-Heinrich-Str. 2): Seminar
"Entwicklungspolitik und Menschenrechte". (Südwind-Entwicklungspolitik,
Kaserng. 4, 5020 Salzburg, Tel: 0662-827813, www.suedwindsalzburg.at)
11.12. 10.30 - 16.00 SALZBURG Arbeiterkammer Salzburg, Markus-Sittikusstr.
10): Nachbesprechung zum 2. ASF in Linz - Zukunft des Österreichischen
Sozialforums (ASF). (Anmeldung erbeten: Salzburg Social Forum, e-mail:
feedback@socialforum.at)
13.12. 19.00 WIEN (Festsaal der Bezirksvorstehung Alsergrund, Währingerstr.
43): Entwicklungspolitische Diskussion "Strategien der Frauenbewegung in
Nord und Süd: Die Einkommensfrage". (Südwind Wien, renate.sova@oneworld.at,
www.suedwind-agentur.at)
14.12. (oder 15.12.) 16.00-18.00 LINZ (Arbeiterkammer/ ÖGB):
Vernetzugnstreffen zur GATS-Kampagne und Bericht aus Brüssel.
(Koordination: Mag. Kamleithner Renate, AK EU-Referentin, Volksgartenstraße
40, 4020 Linz, Tel. 0732-6906-2428, e-mail: kamleithner.r@ak-ooe.at,
www.arbeiterkammer.com)
14.12. 14:00 -16:00 WIEN (Unicampus, Institut für Zeitgeschichte, SR 1, Hof
1, Spitalg. 2-4): Öffentlicher Workshop mit Dominique Dubosc über
Filmarbeit zwischen Israel und Palästina im Rahmen des Seminars "Der
israelisch- palästinensische Konflikt im Film"
15.12. 19.00 WIEN (AKH Uni Campus, Hörsaal C2, Hof 2, Spitalg. 2-4): Filme
und Diskussion mit dem Regisseur Dominique Dubosc "Palästina Erinnern" u.
"Palästina".
15.12. WIEN (Parlament): Voraussichtlich erste parlamentarische Behandlung
der Petition für eine Volksabstimmung über die EU-Verfassung. (Werkstatt
Frieden & Solidarität, Waltherstr. 15, 4020 Linz, Tel.: 0732-771094,
e-mail: friwe@servus.at, www.friwe.at)
15.12. 15:00 WIEN (Vienna International Centre, C-Building, 3rd floor,
Press Briefing Room, Wagramerstr. 5): Information and discussion-meeting
"Peace Education 2004 - Bausteine für die Friedenserziehung". (Anmeldung
bis 13.12. bei: Thomas Schönfeld, Tel. 01-6043987, e-mail:
Thomas.Schoenfeld@univie.ac.at)
16.12. 18.00 WIEN (Diplomat. Akademie, Favoritenstraße 15a): Lecture and
discussion "Beyond the age of innocence: America and the world; an Asian
point of view" by Kishore Mahbubani (Singapur, Malaysia). (Anmeldung:
info@da-vienna.ac.at)
16.12. 18.00 - 20.00 WIEN (Univ. Juridikum, SE 20, 2. St., Schottenbastei
10-16): Vortrag "Der Einfluss transnationaler Konzerne auf Autonomierechte
indigener Völker" mit Nicole Schabus. (LAI, www.lai.at)
JÄNNER 2005
11.1.2005 WIEN (Wien Energie, Marianneng. 4-6): Entwicklungspolitische
Diskussion "Energiewirtschaft und Mobilität: Die Umweltfrage". (Südwind
Wien, renate.sova@oneworld.at, www.suedwind-agentur.at)
13.1.2005 18.00 - 20.00 WIEN (Univ. Juridikum, SE 20, 2. St.,
Schottenbastei 10-16): Vortrag "Autonomia y Economia Solidaria" mit Marcos
Arruda (Brasilien). (LAI, www.lai.at)
20.1. 18.00 - 20.00 WIEN (Univ. Juridikum, SE 20, 2. St., Schottenbastei
10-16): Vortrag "Ethnizität in der sozialanthropologischen Debatte
Lateinamerikas" mit Georg Grünberg. (LAI, www.lai.at)
22.1. 9:00 - 12:30 PUCHBERG b. Wels (OÖ): Seminar "Windkraft und
Sonnenenergie. Zur politischen Diskussion um die erneuerbare Energie".
(Bildungshaus Schloss Puchberg, Puchberg 1, 4600 Wels, e-mail:
bildungshaus.puchberg@dioezese-linz.at)
22.1. ........ (OÖ): Aktionskonferenz "Keine Teilnahme an den
EU-Schlachtgruppen! Keine Aufrüstungsverpflichtung! Ja zur Neutralität!"
(Werkstatt Frieden & Solidarität, e-mail: office@friedensvolksbegehren.at,
www.friedensvolksbegehren.at)
DEUTSCHLAND
DEZEMBER 2004
10. - 12.12. SOEST (Landesinstitut für Schule, NRW): 2.
Streitschlichtungskongress 2004, der Lehrer(innen) und
Multiplikator-(in-n)en von Streitschlichtungsprojekten. (Infos:
www.streitschlichtungskongress.de, Bund für Soziale Verteidigung/ BSV)
27. - 29.12. BERLIN (Berliner Congress Centrum/ BCC, Alexanderpl.): 21.
Chaos-Congress "Technologie, Gesellschaft und Utopien". (Info:
www.ccc.de/congress/2004/, Chaos Computer Clubs, e-mail:
21c3-press@cccv.de, www.ccc.de)
JÄNNER 2005
9.1.2005 BERLIN (Mediengalerie, Dudenstr. 10): Kongress "Die Medien und der
globale Krieg nach innen und außen". (Galerie Arbeiter Fotografie,
Merheimer Str. 107, D-50733 Köln, Tel.: 0221/727999,
www.galerie-arbeiterfotografie.de)
13. - 19.1.2005 BERLIN: (geplant) "Globale 05" - Das
globalisierungskritische Filmfestival, Filme zu den Themen "Migration",
"Umweltzerstörung" und "prekäres Leben". (www.globale-filmfestival.de)
14. - 16.1.2005 MÜNCHEN (DGB-Haus, Schwanthaler Str. 64): (geplant) 3.
Münchner Antikriegs-Kongress (kurz vor den Protesten gegen die "Münchner
Sicherheitskonferenz"), (Info: anti-krieg kongress, Tel.: 089/44229758,
E-Mail: anti-kriegs-kongress@gmx.de, www.no-nato.de)
FEBRUAR 2005
11. - 12.2. MÜNCHEN: (geplant) Proteste gegen die NATO-Sicherheitskonferenz
"Für Frieden und soziale Gerechtigkeit weltweit - Nein zu Krieg und
Militarisierung"; u.a.: 11.2. ab 17:00: Proteste beim Bayerischen Hof;
12.2. 12:00: Auftakt Marienplatz, Demonstration zum Tagungsort der
Militärstrategen; und Gegenkonferenz (Infos: Friedensbüro - Münchner
Friedensbündnis, Isabellastr. 6, D-80798 München, Tel.: 089/2715917,
e-mail: friedensbuero@muenchner-friedensbuendnis.de,
www.muenchner-friedensbuendnis.de, www.dfg-vk.de/sicherheitskonferenz/)
17. - 20.2. AACHEN: Internationales Kolloquium "Frieden: Eine
philosophische Herausforderung?" (Kulturwiss. Institut Essen, RWTH Aachen,
www.afk-web.de/Frieden_philosophisch_Aachen_17.-20.02.05.pdf)
MÄRZ 2005
13.3. LÜBECK (Stadtbibliothek): Verleihung des Erich-Mühsam-Preises 2005 an
Felicia Langer (israelische Rechtsanwältin, Menschenrechtsaktivistin,
Alternative Nobelpreisträgerin). (Erich-Mühsam-Gesellschaft, c/o Sabine
Kruse, Mengstr. 4, D-23552 Lübeck, e-mail: e.muehsam@snafu.de,
www.erich-muehsam.de)
INTERNATIONAL
DEZEMBER 2004
10. - 11.12.INTERNATIONAL: Aktionstage für die Menschenrechte der
Palästinenser und für die Respektierung des internationalen Rechts durch
den Staat Israel. (ACTION FOR PEACE, Pax Christi Italien...)
13. - 14.12. SOFIA (BULGARIEN): Launching "2005 - The European Year of
Citizenship Through Education 'Learning and Living Democracy'". (Division
for Education for Democratic Citizenship and Human Rights Education,
Directorate General IV, Council of Europe - F-67075 Strasbourg, e-mail:
EDC@coe.int, www.coe.int/edc)
17. - 19.12. HYDERABAD (INDIEN): Anti-War-Assembly of the Asian Social
Forum India. (Info: Bahadur Babu Khan Centenary Hall, 601, 6. Floor, Babu
Khan Estate, Basheer Bagh, Hyderabad, India Tel. 91-22-23299781 Email:
antiwarassembly@rediffmail.com)
JÄNNER 2005
14. - 15.1.2005 BRÜSSEL (B): Europäisches Kolloquium über die Sicherheit
und Verteidigung Europas (u.a. mit Javier Solana, Politikern,
Friedensforschern, NGOs, Jugend - u. Friedensinitiativen). (CNAPD, Arnaud
Ghys, Tel. 0032-02-6405262, e-mail: cnapd.dg@skynet.be)
FEBRUAR 2005
25. - 27.2. HONOLULU (East-West Center, Hawaii/ USA): International
conference on environmental, cultural, economic and social sustainability.
(East-West Center, Hawai'i, www.SustainabilityConference.com)
MÄRZ 2005
5.3. MANCHESTER (GB): (geplant) Conference "Europe for Peace!" (Working for
a nuclear-free, less militarised and NATO-free Europe). (Info: Greater
Manchester and District Campaign for Nuclear Disarmament,
www.gmdcnd.org.uk, www.cnduk.org)
6. - 18.3. DARTINGTON (GB): Course "In Search Of Earth Ethics" (with Kate
Rawles, Jane Goodall and Stephan Harding). (Schumacher College, The Old
Postern, Dartington, Totnes, Devon TQ9 6EA, GB, Tel: ++44-1803 865934; Fax:
866899; e-mail: schumcoll@gn.apc.org)
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Zusammengestellt von:
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Wed Dec 8 18:30:42 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Wed, 08 Dec 2004 19:30:42 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 171 - RB 115 - Inhalt; Einleitung; Begegnungswege
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041208192925.025f23e0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 171 - 115. Rundbrief (4/2004), Winter 2004, Dezember
2004; Inhalt; Maria und Matthias Reichl: Einleitung; unsere Radiosendung
"Begegnungswege" im Freien Radio Salzkammergut.
Bad Ischl, 8.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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115. Rundbrief (4/2004) 28. Jhg.; Winter 2004
Dezember 2004
Inhalt
Info 171 Inhalt; Maria und Matthias Reichl: Einleitung; Sendung
"Begegnungswege" im Freien Radio Salzkammergut
Info 172 Matthias Reichl: Bäume erfolgreich verteidigen
Info 173 Alternativer Nobelpreis 2004
Info 174 Nuclear Free Future Award 2004
Info 175 Atom-Projekte weltweit
Info 168 Klage gegen US-Folterer
Info 176 Matthias Reichl: EU-Militär und -Verfassung
Info 165 Helmut Waldert: Erst der Tod brachte ihn zum Schweigen
Info 177 Werner Katzmann: Nachhaltigkeit schafft neuen Wohlstand
Info 178 Hans Pestalozzi: Aufruf zur Rebellion
Info 179 Uri Avnery: Freue dich nicht (Über Yasser Arafats Tod), Auszug;
Matthias Reichl: Meine Fragen an Yasser Arafat.
Info 180 Buchtipps; Grundeinkommen in Österreich
Info 157 Clóvis Zimmermann: Grundeinkommen für alle - in Brasilien
Info 181 Matthias Reichl: Frei Bettos Rücktritt
Info 182 Gentechnik und Patente; Matthias Reichl: Raub und Zerstörung der
Gene - von Indien bis Mexiko
Info 183 Matthias Reichl: Ukraine und USA - zwei fragwürdige Wahlen
Info 159 Frieder Wagner: Der giftige Staub im Wüstenwind
Info 184 György Dalos: Die Enthüllung der Zukunft
Info 170 Termine Dezember 2004 - März 2005
Liebe Freunde!
Das Ultimatum eines Ischler Rechtsanwaltes an uns, bis 10.11.04 unsere
Bäume an der Grundgrenze zu entfernen, zwingt uns, dass wir uns mit dem
neuen Nachbargesetz auseinandersetzen und Informationen dazu sammeln. Der
Naturschutzbund, einige Freunde aber auch der ORF Konsumentenredaktion Help
waren uns sehr hilfreich. 20 Jahre nach der erfolgreichen Au-Besetzung in
Hainburg, die für Umweltbewegungen und die grüne Politik eine
Herausforderung war, wollten wir nicht im eigenen Garten die Bäume, die für
unsere Lebensqualität sorgen, roden. Dies ist für unseren Karikaturisten
Mandi Madlberger ein willkommener Anstoß (siehe Info 172).
Wir bringen im Gedenken an Helmut Waldert (Info 165), Werner Katzmann (Info
177) und Hans Pestalozzi (Info 178), die schon im vorigen Rundbrief
versprochenen Texte.
Clóvis Zimmermanns Beitrag über das Grundeinkommen (Info 157) und die
Meldung über Frei Bettos Rücktritt (Info 181) aktualisieren Frei Bettos
Bericht über die Brasilianische Sozialpolitik im letzten Rundbrief.
Der Beitrag über den radioaktiven Staub im irakischen Wüstensand (Info
159) führt uns drastisch vor Augen welche langdauernde Folgen die
Uranmunition auf die Gesundheit von Menschen ganzer Regionen hat.
Im Herbst wird unser Verein 25 Jahre "alt" (oder "jung"). Daher planen wir
zur Geburtstagsfeier ein Seminar - dieses Mal mit Dr. Alfred Kirchmayr zum
Thema "Humor für Engagierte". Wir überlegen noch ob wir es mit der nächsten
Generalversammlung im Frühling 2005 (9., 16. oder 23. April) zusammenlegen
sollen oder später extra. Wenn ihr motiviert seid, als altes oder neues
Mitglied, auch im Vorstand oder als Rechnungsprüfer im Verein mitzuwirken,
könnt ihr uns eure bevorzugte Termine mitteilen. Ruft uns umgehend,
spätestens aber bis Anfang Februar, an wenn ihr mitmachen wollt.
Das Jahr 2004 ist für uns viel zu schnell verflogen und anscheinend für
viele von euch auch. Es fehlen uns noch immer viele Mitglieds- und
Abobeiträge. Wir haben schon den Versand des letzten Rundbriefes selber
vorfinanziert aber oft können wir uns das nicht leisten. So bitte ich,
vorallem diejenigen die noch keinen Beitrag für 2004 eingezahlt haben,
dieses möglichst bis Weihnachten nachzuholen. Da wir aus
postversandtechnischen Gründen bei allen inländischen Rundbriefen einen
Zahlschein beilegen müssen, freuen wir uns, wenn auch Austausch- oder
Probe-Abonnenten uns einen Kostenbeitrag spenden. Einige Freunde haben
schon ihren Beitrag für 2005 überwiesen, hierfür herzlichen Dank.
Ich wünsche euch noch schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue
Jahr, Friede, Kraft und Freude
Maria Reichl
Liebe Freunde,
zwar ist erst gut ein Monat seit dem letzten "Rundbrief" vergangen. Dennoch
ist der Berg wichtiger Informationen schon wieder größer als der Platz auf
den 16 Seiten. Einerseits kämpfte ich noch mit den Folgen einer verdrängten
Grippe und andererseits - gemeinsam mit der Maria - um die Erhaltung
unserer Bäume (wie wir schon im letzten Rundbrief ankündigten). Auf der
nächsten Seite könnt ihr darüber Ausführlicheres lesen. Wenn sich am
8.12.2004 in der "Hainburger Au" der "Auhirsch" mit anderen widerständigen
Lebewesen trifft, ist nicht viel Raum für nostalgisches Feiern. Leider kann
ich mich nicht daran beteiligen. Heute (1.12.) warnten in einer
Pressekonferenz Aktivisten von Global 2000, Greenpeace und WWF davor, dass
ein weiterer Anschlag auf "die Au" geplant sei. Dieses Mal nicht durch
einen Staudamm sondern durch eine erhebliche Vertiefung des
Donauflussbettes (für größere Schiffe) und durch eine weiteres Straßenprojekt.
Im letzten Rundbrief berichtete ich, dass ich meine Reisen aus Zeit-,
Finanz- und Gesundheitsgründen in der letzten Zeit auf Österreich
beschränken muss. Das betraf das Europäische Sozialforum in London (die
Schlußerklärung findet ihr auf www.fse-esf.org) und wird auch das World
Social Forum in Porto Alegre betreffen (Infos u.a. bei "Other Words,
www.portoalegre2002.net und www.forumsocialmundial.org.br). Ich danke den
drei Unterstützenden, die ihren Beitrag dazu leisten wollten und hoffe,
dass ich zu einem günstigeren Zeitpunkt meine Projektbesuche in Brasilien
nachholen kann. Tragisch sind für Porto Alegre (und andere Städte) der Sieg
konservativer Parteien und für Brasilien die Krise in Lulas Regierung
(siehe Infos 150 und 181).
In diesen Tagen können wir stolz auf die erste weltweit registrierte und
erfolgreiche Protestaktion gegen die neoliberale Globalisierung und die
WTO-Konferenz in Seattle (USA) 1999 zurückblicken. Schon 1998 habe ich zu
Beginn der Kampagne gegen das Investitionsabkommen MAI ein E-mail-Netzwerk
für Österreich und darüber hinaus mit brisanten Informationen organisiert -
und es wird noch immer gerne genützt (wenn auch unzureichend finanziert).
In der letzten Zeit wurde von der WTO und EU taktisch eher leise getreten.
Nun aber wird das Abkommen zur Privatisierung von Dienstleistungen GATS mit
Nachdruck vorwärtsgetrieben (siehe Info 166 und 167). Die Folgen bekommen
wir schon jetzt (auch regional) zu spüren.
Die Strategie transnationaler Konzerne, ihre Biopiraterie durch "Patente
auf Leben" abzusichern ist neben der - durch EU-Verordnungen durchgesetzten
- Verbreitung von Gentech-Organismen der weltweit wirksamste Anschlag auf
unsere Ernährungssouveränität und - sicherheit (mehr dazu im Info 182
und155). Das Agrarbündnis Österreich, das auch wir unterstützen und das
europaweit vernetzt ist, bemüht sich mit anderen Organisationen um einen
wirksamen Widerstand und um praktikable Alternativen.
Jene (darunter alle 4 österreichischen Parlamentsparteien), die uns
einreden möchten, dass der vorliegende Text der EU-Verfassung später noch
reformierbar wäre, täuschen sich und uns. Daher wird in den nächsten
Monaten die Auseinandersetzung mit ihr zu einer Existenzfrage für uns alle
(siehe Info 176 und 149). Das hat auch das offene Netzwerk "Linke
Opposition für ein solidarisches Europa" zu seinem Arbeitsschwerpunkt gemacht.
Ich muss meinen Text über gewaltfreie Kampagnen und Aktionen auf den
nächsten Rundbrief verschieben, ebenso die Auseinandersetzung mit
wachsenden Diffamierungs- und Unterdrückungskampagnen durch neoliberale
politische Kräfte. (Darunter leiden auch US-Aktivisten - siehe Info 183,
158 und 164.)
Mein Erinnern an kürzlich verstorbene Freunde ergänze ich nun durch ihre
Texte und meinen Kommentar dazu (siehe Infos 165, 177 und 178). Einen
weiteren, Wolfgang Ullmann, hatte ich im Mai 1990 in Berlin kennengelernt,
als er führend in der Übergangsregierung der ehemaligen DDR mit den
Regierungsvertretern der Bundesrepublik die "Wiedervereinigung" verhandeln
musste. Ich schilderte ihm meinen spontanen Eindruck der Ungleichheit: "Ihr
werdet behandelt wie ein konkursreifes Unternehmen, das von einem mächtigen
Konzern 'saniert' werden soll. Wenn ihr noch kranker gemacht werdet, dann
werden eure Bürger resigniert feststellen, wir taugen nichts und können
nichts zur Verbesserung beitragen. Und sie werden sich nicht gegen die
Praktiken der 'Sanierer' wehren können." Ullmann reagierte betroffen und
bemühte sich noch, im letzten Moment politische Unterstützer (u.a. im
Weltkirchenrat) zu finden. Doch es war schon zu spät. An den Folgen wird
ganz Deutschland noch lange leiden.
Das illustrieren auch die beiden vieldeutigen satirischen Texte des Ungarn
György Dalos - geschrieben 10 Jahre vor der "Wende" (Info 184). Er erlebt
dies nun am eigenen Leibe in Berlin.
Trotz dieser düsteren Aussichten bleibt uns noch immer unser unbeugsamer
Widerstandswille und -geist - der hoffentlich auch im neuen Jahr stark
genug ist. Das wünsche ich uns allen
Euer Matthias Reichl
Begegnungswege
Unsere internationalen und lokalen Berichte und Kommentare bringen wir in
unserer monatlichen Sendung "Begegnungswege" im Freien Radio Salzkammergut.
Ihr könnt sie im ganzen Salzkammergut jeden zweiten Donnerstag im Monat von
19.00 bis 20.00 hören auf:
100.2 MHz: Bad Ischl; Bad Goisern; Ebensee
107.3 MHz: Gmunden; Vöcklabruck; Regau; Attnang- Puchheim; Schwanenstadt
107.5 MHz: Gosau
105.9 MHz: Obertraun; Hallstatt
104.2 MHz: Bad Aussee
Matthias Reichl
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Fri Dec 10 14:12:39 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 10 Dec 2004 15:12:39 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 172 - RB 115 - Baeume bei uns verteidigen; Wangari
Maathai-Biographie
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041210150407.025e0880@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 172 - 115. Rundbrief - Matthias Reichl: Bäume
erfolgreich verteidigen, Nachbarrecht neu: Verhandeln statt streiten;
"Green Belts" rund um Häuser und Gärten bei uns und in Kenia, Biographie
Wangari Maathai - Mutter der Bäume. Die erste afrikanische
Friedensnobelpreisträgerin.
Bad Ischl, 10.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Bäume erfolgreich verteidigen
Nachbarrecht neu: Verhandeln statt streiten
Das seit 1. Juli 2004 geltende Nachbarrechtsänderungsgesetz verpflichtet
streitende Nachbarn, eine außergerichtliche Einigung anzustreben, ehe eine
Klage eingebracht werden kann. Dazu berichtete das ORF-Konsumentenmagazin
"Help" am 11. 11. d. J. über unseren Fall. Als Kooperationspartner des
Naturschutzbundes haben wir unser Problem mit seiner Kampagne
"NATURfindetStadt" verknüpft.
Wir erhalten unseren Garten so naturnahe wie möglich. Das heißt, Wiese
statt Rasen, heimische Laubbäume und Sträucher statt Koniferen und Thujen.
Der östlich angrenzenden Nachbarin ist der Wildwuchs der Baumreihe (zum
Schutz gegen Lärm, Abgase, Staub, Wind usw.) seit jeher ein "Dorn" im Auge.
Schon ihre Eltern instrumentalisierten unsere Bäume (und auch wilde
Pflanzen) an der Grundgrenze für ihren jahrzehntelangen Streit mit
meinen Eltern. Offenbar wurden wir - in der Region geboren und aus einem
Nachbarort zugezogen - von dieser Nachbarsfamilie als "Fremde" abgelehnt.
Im Vorjahr und heuer hatten wir keinen Fachmann für einen
naturverträglichen Baumschnitt gefunden.
Im Auftrag der Nachbarin forderte ein Ischler Rechtsanwalt von uns, die
Bäume nahe der Grundgrenze innerhalb von drei Wochen zu entfernen, sonst
würde es zur gerichtlichen Geltendmachung der Ansprüche der Nachbarin
kommen. Die Bäume hätten das ortsübliche Maß weit überschritten und dadurch
die Rechte der Nachbarin stark beeinträchtigt. Der Brief forderte von uns
ein Honorar von 167,23 Euro.
Wir (und unsere Rechtsberater) sahen das anders. Nicht wir sondern die
Nachbarin hatte dem Rechtsanwalt den Auftrag erteilt. Nach der alten
Rechtslage hätte sie die störenden, auf ihr Grundstück reichenden Äste und
Wurzeln entfernen dürfen und so die angeblichen "Schäden" verhindern können.
Wie ist nun der Verlauf dieses nachbarlichen Streites angesichts des
Nachbarrechtsänderungsgesetzes zu beurteilen?
Das Gesetz ermächtigt Grundstückseigentümer, von ihren Nachbarn das
Zurückschneiden von Bäumen und Sträuchern zu verlangen, wenn sie eine
unzumutbare Beeinträchtigung bedeuten. Dieser Anspruch besteht allerdings
nur dann, präzisiert HELP-Rechtskonsulent Sebastian Schumacher, wenn dieser
Bewuchs über das ortsübliche Maß hinausgeht. In welchen Fällen man davon
ausgehen könne, dass ein Bewuchs nicht mehr ortsüblich sei, könne zur Zeit
jedoch nur schwer eingeschätzt werden, da es zu dieser recht jungen
Regelung noch kaum Rechtssprechung gebe.
Vor einer unmittelbaren Klage brauchen wir uns nicht fürchten, denn bevor
Sie eingebracht werden kann, muss in einem Schlichtungsstellenverfahren
eine außergerichtliche Einigung versucht werden. Es kann, wenn der Nachbar
zustimmt, auch ein Mediator eingeschaltet werden. Wir finden diese Auflage
sehr gut und erhoffen uns, mit Hilfe eines Mediators das Baumproblem
endgültig lösen zu können.
(ORF-Help-Beitrag gekürzt, redigiert und aktualisiert am 30.11.2004 von M.R.)
Einen Tag nach unserem Bericht in der Sendung "Begegnungswege" im
regionalen Freien Radio Salzkammergut und vor der HELP-Sendung rief der
Rechtsanwalt an, schlug eine Vereinbarung mit seiner Klientin vor, weil
diese zu einer Mediation nicht bereit wäre. Wegen der Wissenslücken des
Juristen im Nachbarrecht, drängen wir auf eine fachlich einwandfreie
Aufarbeitung des Konfliktes (inkl. Beteiligung von Landschaftsökologen).
Der Anwalt gab auch zu, dass die Art von Honorarforderungen üblich, aber
nicht gerechtfertigt sei.
Inzwischen hat der Fachmann den nötigen Baumschnitt schonend durchgeführt.
Ortsüblich sind in der Vorortsiedlung Bäume mit einer Höhe von 15 Metern
und mehr. Seither haben wir von der Nachbarin und ihrem Anwalt nichts mehr
gehört.
Der HELP-Originalbeitrag endete mit dem Satz: "In diesem Zusammenhang ist
es vielleicht auch noch interessant, dass 2005 eine groß angelegte, von der
EU initiierte Kampagne zur Stadtökologie stattfindet, die das Ziel hat,
mehr Natur in die Siedlungsräume zu bringen".
Wir hoffen, dass sich ähnlich Betroffene weder ihre Bäume noch ihre Rechte
ungerechtfertigt beschneiden lassen und diese - unterstützt vom
Naturschutzbund und von Rechtsexperten - gegen den grassierenden Kahlschlag
verteidigen.
Dieser Text wird - etwas verändert - in der nächsten
Naturschutzbund-Zeitschrift "Natur und Land" als Beitrag zur
österreichweiten Kampagne "NATURfindetStadt" abgedruckt. Österreichischer
Naturschutzbund/ ÖNB, Salzburg, Tel. 0662-642909-0, e-mail:
salzburg@naturschutzbund.at, www.naturschutzbund.at. Dort - und in ihren
Bundesländerbüros - erhaltet ihr Informationen zur Kampagne, zu Projekten
zum Erleben der StadtNatur und auch juristische Ratschläge zum aktuellen
Nachbarrecht. Siehe auch E-Rundbrief Info 141 und 169
(www.begegnungszentrum.at/archiv/).
"20 Jahre 'Hainburger Au' feiern und daheim im Hausgarten die Bäume
verteidigen". Manfred Madlbergers Karikatur findet ihr nur in der
gedruckten Ausgabe.
Wichtige Ergänzung vom 10.12.2004:
Am 7.12. wurden wir vom Rechtsanwalt der Nachbarin per Brief informiert,
dass diese einer Streitschlichtung durch Mediation zugestimmt hat. Nun wird
es darum gehen, dass wenigstens der Mediator bzw. die Mediatorin auch
entsprechend im Nachbarrecht und im Umwelt-/ Naturschutz kompetent ist. Der
Rechtsanwalt fordert von uns, dass wir keine weiteren Informationen in die
Öffentlichkeit bringen. Da jedoch unser Konflikt das Begegnungszentrum
betrifft und in einem größeren Zusammenhang zu sehen ist, werden wir zwar
nicht über die internen Prozesse der Mediation mit der Nachbarin, sehr wohl
aber über die mit der Kampagne des Österr. Naturschutzbundes
zusammenhängenden Fakten weiter berichten.
Einige Ausschnitte aus unserer Stellungnahme an den Rechtsanwalt vom
10.12.2004:
"Der Mediator bzw. die Mediatorin muss nachweislich praktische Erfahrungen
im seit 1.7.2004 gültigen - novellierten - Nachbarrecht (im Rahmen des
Zivilrechts) und in den Bereichen Umwelt/ Naturschutz aufweisen. Nur so
kann die Grundproblematik auch in ihrer ökologischen Dimension entsprechend
berücksichtigt werden..."
Die Klägerin muss alle Kosten des Vorverfahrens - auch die der Mediation -
tragen. "...Eine längerdauernde Mediation, die auch die ... Hintergründe
des jahrzehntelangen Nachbarschaftskonfliktes aufarbeitet, dürfte nicht nur
zu zeitraubend sondern auch zu teuer werden... Rechtsexperten - u.a. der
ORF-HELP-Konsulent - kritisierten ... (die) Honorarforderung (des
Rechtsanwaltes) ... als nicht rechtskonform". Ähnlich Betroffenen
berichteten uns von ähnlich klingenden Rechtfertigungen, dass dies unter
Anwälten so üblich sei - und im übrigen würden nur wenige davon Betroffene
der Zahlungsaufforderung nachkommen.
"Wir haben die Sanierungsarbeiten an unseren Bäumen an der
Grundstücksgrenze auf eigene Kosten durchgeführt bzw. durchführen lassen
und beendet. Dies betrifft die relevanten auf den Grund Ihrer Klientin
reichenden Äste und auch eine entsprechende Kürzung der Höhe von drei
Bäumen im Nahebereich ihres Hauses. Ihre weitergehenden Forderungen nach
Kürzungen sind nach § 364 Abs.3 ZRÄndG nicht berechtigt, da die Bäume das
"ortsübliche Maß" bei weitem noch nicht erreicht haben und auch sonst keine
unzumutbare Beeinträchtigung für das Nachbargrundstück bedeuten. Nicht nur
für uns sondern auch für die Nachbarin entsteht durch die Schutzfunktion
der Baumreihe ein durch keine andere Maßnahme erreichbarer ökologischer
Nutzen. (Auf eine dichtere Reihe von Nadelbäumen - mit erhöhter
Schutzwirkung - haben wir aus Rücksicht auf die Nebenwirkungen bewußt
verzichtet.) ...
Wir weisen aus dem angeführten Grund nochmals die ...(vom Rechtsanwalt
mehrmals) ultimativ geforderte gänzliche Entfernung von 8 Bäumen als
gesetzlich nicht gedeckt zurück". Wir hörten von verschiedenen Seiten
Rechtfertigungen von Anwälten, es sei üblich, Forderungen hoch anzusetzen,
die man in Verhandlungen wieder reduzieren könne. Das mag im Geldbereich
funktionieren, nicht aber bei irreversiblen Handlungen wie dem Fällen von
Bäumen u. ähnl.
"Durch das Schreiben eines Anwaltes eingeschüchterte Bürger, die ultimative
Forderungen brav erfüllen, beschneiden dadurch nicht nur ihre Bäume selbst
sondern auch ihre Rechte. Aus diesem Grund fällt Bürgerrechts- und
Umweltbewegungen eine unverzichtbare Aufgabe zu, die wir - persönlich und
auch als Verein - seit Jahrzehnten gemeinsam mit Kooperationspartnern im
In- und Ausland (darunter auch die heurige Friedensnobelpreisträgerin
Wangari Maathai mit ihrem "Green Belt Movement" - siehe unten) entsprechend
unseren Möglichkeiten wahrnehmen.
Damit wurde unser Haus auch Sitz des Vereins "Begegnungszentrum für aktive
Gewaltlosigkeit", unterstützt von Mitarbeitern und Kooperationspartnern.
Diese erhalten u.a. auch die vollständige Information über den
gegenständlichen Konflikt während wir für die Öffentlichkeit die Identität
der Beteiligten wie bisher anonymisieren. (Natürlich werden wir auch im
Fall einer Mediation über interne Details in der Öffentlichkeit nicht
berichten.) Einer unserer Schwerpunkte ist seit vielen Jahren der
Umweltschutz und eines unserer Ziele ist auch: "Einzelne bzw. Gruppen, die
von der Verletzung ihrer Rechte betroffen sind, in ihren Bemühungen um
Gerechtigkeit zu unterstützen"... Es ist daher unsere Aufgabe, nicht nur
unsere Mitglieder, aber auch andere Betroffene vor Praktiken wie Sie sie in
Ihrem ersten Brief androhten, zu warnen. Um mehr Natur in den
Siedlungsräume zu bringen und zu verhindern, dass noch mehr
ungerechtfertigten Baumrodungen und Honorarzahlungen gefordert werden,
haben wir uns der Kampagne des Österreichischen Naturschutzbundes
'NaturfindetStadt' angeschlossen. Dieser Kampagne ist in der Öffentlichkeit
mit entsprechender Medienbeteilung und nicht im stillen Kämmerlein zu
betreiben. Damit den Bürgern weder ihre Rechte noch ihre Bäume unrechtmäßig
beschnitten werden!"
Soweit die Auszüge aus unserer Stellungnahme an den Rechtsanwalt und mein
Kommentar.
Wir finden es sinnvoll, dass wir den Konflikt - der uns jahrelang genervt
hat (viele unserer Freunde berichteten uns von ähnlichem - auf eine
überregionale und auch konstruktiv orientierte Ebene der Kampagne
'NaturfindetStadt' heben können.
Matthias Reichl
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"Green Belts" rund um Häuser und Gärten bei uns und in Kenia
Die Praxis, Häuser und Gärten durch eine Baumreihe zu schützen praktiziert
auch die Wangari Maathai in Kenia mit Tausenden Frauen. An die 30 Millionen
Bäume wurden gepflanzt. Heute, 10.12. erhält Wangari in Oslo den
Friedensnobelpreis 2004. (Siehe auch Info 154)
M.R.
Erste Biographie von Wangari Maathai, Friedensnobelpreisträgerin 2004:
Stefan Ehlert: Wangari Maathai - Mutter der Bäume. Die erste afrikanische
Friedensnobelpreisträgerin. 2004 Verlag Herder, € 8,90
Die 64jährige Professorin der Veterinäranatomie Wangari Maathai kämpft seit
Jahrzehnten furchtlos für Menschenrechte, Demokratie und Umweltschutz - mit
überwältigendem Erfolg. Sie war die erste Kenianerin, die einen Doktortitel
erlangte; die erste, die Professorin wurde und die erste, die sich mit dem
korrupten, brutalen Regime des ehemaligen Diktators Daniel arap Moi
(Staatspräsident von Kenia von 1978-2002) anlegte. 1977 gründete sie die
"Grüngürtelbewegung" und hat seither über 30 Millionen Bäume gepflanzt und
sich in unzähligen Initiativen gegen Rechtlosigkeit, materielle Not,
Raubbau, Gewalt und für bessere Lebensverhältnisse engagiert. Sie wurde oft
eingesperrt, verprügelt und misshandelt - aber sie ließ sich nicht aufhalten.
"Dies ist eine Würdigung der Frauen Afrikas, die trotz aller Probleme
weiterkämpfen", erklärt Maathai. Der Friedensnobelpreis ist eine großartige
Bestätigung für ihren Mut und ihre Arbeit, aber gleichzeitig auch für die
vielen anderen Frauen in Afrika.
Ihre Homepage: www.wangarimaathai.or.ke, www.greenbeltmovement.org
Der Autor Stefan Ehlert ist Kenia-Experte und lebt als freier Journalist in
Nairobi. Er zeichnet in dem Buch den Lebensweg dieser ebenso streitbaren
wie erfolgreichen Frau nach. Ihre unglaubliche Energie, ihr Wille, die Welt
zu verändern - auch gegen die Schranken, die das Regime setzte - stehen im
Zentrum dieser Biographie.
(Pressetext des Herder Verlages).
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Fri Dec 10 15:33:19 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 10 Dec 2004 16:33:19 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 174 - RB 115 - Nuclear-Free Future Award 2004
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041210162937.0263b760@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 174 - 115. Rundbrief - Nuclear-Free Future Award 2004 -
Preisträger aus Indien, USA und Österreich
Bad Ischl, 10.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Nuclear-Free Future Award 2004 - Preisträger aus Indien, USA und Österreich
Dieser "weltweit wichtigste Anti-Atom-Preis" ehrt seit 1998 Visionäre und
Aktivisten, die sich beispielhaft für eine Welt ohne Atomwaffen und
Atomenergie einsetzen. Dieses Jahr bildet die Preisverleihung den Abschluß
eines dreitägigen Kongresses der Coalition for Nuclear Disarmament and
Peace (CNDP, www.cndpindia.org), der indischen Anti-Atom- und
Friedensbewegung am 28. November in Jaipur, Rajastan.
Preisträger 2004:
1. Widerstand: JOAR, Initiative indigener indischer Bauern;
2. Aufklärung: Asaf Durakovic, Nuklearmediziner, USA;
3. Lösungen: Jonathan Schell, Publizist, USA
Den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk erhält die Österreicherin Hildegard
Breiner, die ihre Vorarlberger Mitbürger in den erfolgreichen Widerstand
gegen das AKW Zwentendorf und die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf
geführt hat und heute das AKW Temelin genauso entschlossen bekämpft.
Weiters die indische City Montessori School in Lucknow. Friedenserziehung
spielt eine Schlüsselrolle im Lehrplan dieser Schule, die eine
internationale Kampagne gegen Atomwaffen und für ein Weltparlament
initiiert hat.
Nuclear Free Future Award, Schellingstr. 24/ Rgbd., D-München, Tel.
++49-89-28659714, www.nuclear-free.com. (Siehe Buchtipp Info 180)
M.R.
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Nuclear-Free Future Award: die Preisträger 2004
Der Nuclear-Free Future Award, der "weltweit wichtigste Anti-Atom-Preis"
(taz, Berlin), ehrt seit 1998 Visionäre und Aktivisten, die sich
beispielhaft für eine Welt ohne Atomwaffen und Atomenergie einsetzen.
Dieses Jahr bildet die feierliche Preisverleihung in Anwesenheit Arundhati
Roys den Abschluß eines dreitägigen Kongresses der Coalition for Nuclear
Disarmament and Peace, der indischen Anti-Atom- und Friedensbewegung am 28.
November in Jaipur, Rajastan.
Die internationale Jury hat die Preisträger 2004 in den drei mit je 10.000
Dollar dotierten Kategorien Widerstand, Aufklärung und Lösungen bekannt
gegeben.
Resistance/Widerstand: JOAR, indigene Bauern, Indien
Education/Aufklärung: Asaf Durakovic, Nuklearmediziner, USA
Solutions/Lösungen: Jonathan Schell, Publizist, USA
Außerdem gibt es zwei undotierte Preise. Den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk
erhält die Österreicherin Hildegard Breiner, die ihre Vorarlberger
Mitbürger in den erfolgreichen Widerstand gegen Zwentendorf und Wackersdorf
geführt hat und heute Temelin genauso entschlossen bekämpft. Besondere
Anerkennung zollt der Nuclear-Free Future Award der indischen City
Montessori School in Lucknow. Friedenserziehung spielt eine Schlüsselrolle
im Lehrplan dieser Schule, die eine internationale Kampagne gegen
Atomwaffen und für ein Weltparlament initiiert hat.
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Jharkhandis Organisation Against Radiation (JOAR), India
2004 Nuclear-Free Future Resistance Award
Sollen spätere Generationen entscheiden, ob es fahrlässige Tötung,
Totschlag oder Mord war. Unsere Aufgabe ist es, dem Uranabbau ein Ende zu
bereiten.
Die besondere Schwierigkeit dabei klingt paradox: Uranabbau findet nicht
statt - nicht in der Diskussion um Kernenergie und Atomwaffen. Dabei
markieren die Uranminen immer den Beginn der radioaktiven Kette aller
Nuklearindustrie. Bereits Probebohrungen in uranhaltigem Gestein können die
Grundwasservorkommen einer Region verseuchen. Meistens sind es die
Lebensräume indigener Stammesvölker, in denen Uran abgebaut wird - das
menschenleere Antarktika ist der einzige Kontinent, der von Uranabbau
bisher verschont blieb.
Betroffen sind die Arbeiter und Anwohner, die Stäube aus nächster Nähe
einatmen, aber auch Menschen, die in einiger Entfernung von einer Uranmine
verseuchtes Wasser trinken, das über weite Strecken den Tod einsickern
lässt und ins Land schwemmt.
Seit Jahrzehnten betreibt die Uranium Corporation of India Ltd (UCIL)
Uranabbau im Bezirk Singhbhum, im Bundesstaat Bihar. Das Gebiet gilt als
eines der waldreichsten Asiens und ist reich an Bodenschätzen aller Art.
Das war offenbar Grund genug, etliche indigenen Siedler, die "Adivasis"
(erste Siedler), zu enteignen und zu vertreiben.
Dass dieses Unrecht nicht umstandslos in Vergessenheit geriet, lag und
liegt an Mut und Widerstandsgeist der Adivasis, die auch durch schießwütige
Polizisten nicht zur Aufgabe gezwungen werden konnten. Zentrum des
Widerstandes ist die von Ghanshyam Birulee geleitete Jharkandis
Organisation Against Radiation (JOAR). Schon 1971 gelang es den
Widerständlern im "Waldland" (Jharkand) die UCIL effektvoll zu bestreiken;
die Produktion fiel über etliche Monate aus.
Die Lobby schlug zurück - meist mit staatlicher Amtshilfe. In einem Bericht
von JOAR heißt es: "Am Morgen des 27. Januar 1996 drangen unter dem Schutz
von Polizei und paramilitärischen Kräften UCIL-Bulldozer in das Dorf
Chatijkocha ein. Ohne jede Vorwarnung fingen sie an Häuser niederzuwalzen.
Etwa 30 Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht, Felder verwüstet,
Andachtsstätten und Gräber entweiht." Herbei eilende Menschen aus
umliegenden Dörfern konnten weiterer Verwüstung Einhalt gebieten.
In diesem gnadenlosen Kampf setzt die UCIL natürlich auch die bewährte
Taktik "Spalte den Gegner" ein. So sollte zum Beispiel jedes über 18jährige
männliche Mitglied einer vertriebenen Familie eine Einstellungsgarantie bei
UCIL erhalten. Bezeichnenderweise die einzige Zusage, die teilweise erfüllt
wurde.
Die Aktivisten von JOAR wurden mit Prozessen überzogen. Nolens volens
wurden sie zu Experten in indischem Prozess-Recht.
Und 1997 zwang JOAR die UCIL sogar, in einem Radius von 2 km um die
Uranmine insgesamt 712 Dorfbewohner untersuchen zu lassen. Das Ergebnis war
von der Art, wie es Betroffene weltweit kennen: Ein Zusammenhang zwischen
offensichtlich vorhandenen erhöhten Krebsraten und radioaktiver
Niedrigstrahlung sei "wissenschaftlich nicht nachweisbar". Aber der Besitz
eines Geigerzählers ist in Indien strafbar!
Also wird in der und um die Uranmine ohne wissenschaftlichen Nachweis
statistisch überhöht an Krebs gestorben. Das politisch verantwortliche
Indien scheint die Region denn auch - sozusagen als "Opfergebiet" für sein
ehrgeiziges Nuklearprogramm - abgeschrieben zu haben. Wie anders ist es zu
erklären, dass auch noch gleich Atommüll aus Haiderabad - dort wird Uran
verarbeitet und aufbereitet - ins "Waldland" zurückgeholt und hier
deponiert wird?
JOAR hat die Leiden kranker Arbeiter und Anlieger und die Missbildungen bei
Kindern mit Video dokumentiert (Buddha Weeps in Jadugoda, 1999), hat unter
schwierigsten Bedingungen Öffentlichkeitsarbeit geleistet, hat das
Parlament immer wieder bedrängt, nicht den Versicherungen der Uran-Lobby,
sondern dem eigenen Augenschein zu glauben. Bisher vergeblich.
Indien ist eine Demokratie. Seine Presse ist freier als die in den
allermeisten Weltgegenden - große Teile Europas inbegriffen. Aber der mit
Rupien unterfütterte Filz, offener oder versteckter Unterschleif,
Gefälligkeitspolitik und Bestechlichkeit - all das hat seinen Ort, seinen
sehr festen Wohnsitz auf dem Subkontinent.
Xavier Dias und Ajitha George repräsentierten JOAR 1992 auf dem World
Uranium Hearing in Salzburg - der Initialzündung für den Nuclear-Free
Future Award. Die beiden kamen frisch gestärkt und ermutigt nach Bihar
zurück. Die Ehrung mit der diesjährigen Auszeichnung für Widerstand, so
bleibt zu hoffen, wird die Aktivisten abermals beflügeln in einem Kampf,
der zwar lokal ist aber dennoch von weltweiter Bedeutung.
--Claus-Peter Lieckfeld
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Prof. Asaf Durakovic, USA
2004 Nuclear-Free Future Education Award
Mit Agent Orange verschaffte die amerikanische Luftwaffe im Vietnamkrieg
ihren Bombern freie Bodensicht. Die verheerenden Spätwirkungen des
dioxinhaltigen Entlaubungsmittels - verwüstete Landstriche, Missbildungen
bei Mensch und Tier - wurden verschwiegen, abgestritten, günstigstenfalls
verharmlost. Nun, so scheint es, hat Agent Orange einen Nachfolger
gefunden: DU - Depleted Uranium (U-238).
In beiden Golfkriegen, in Ex-Jugoslawien und wahrscheinlich auch in
Afghanistan setzte das amerikanische Militär DU-gehärtete Munition ein. DU
ist ein Abfallprodukt aus der Herstellung von Brennelementen für
Atomkraftwerke - Atommüll, der in großen Mengen anfällt und entsorgt werden
muss. Geschosse, die mit dem extrem dichten Material gehärtete sind, können
ohne Schwierigkeiten Gebäude und Panzer durchdringen. Außerdem entzündet
sich die Munition beim Aufprall explosionsartig, so dass sich radioaktiver
und toxischer Staub über die Umgebung legt. Vor allem im südlichen Irak
stößt man auf Kriegsgerät und Gebäude, die mit DU-Munition zerstört wurden.
Die verheerenden Spätwirkungen der radioaktiven Niedrigstrahlung -
insbesondere Schilddrüsenkrebs, vor allem bei Kindern - werden bis heute
verschwiegen, abgestritten, günstigstenfalls verharmlost.
Einer der Vorkämpfer gegen das Verschweigen ist der amerikanische
Nuklearmediziner Prof. Dr. Asaf Durakovic, der als Radiologe und Fachmann
für Strahlungsschäden seit Jahrzehnten internationalen Ruf genießt. Seit
1988 zog das Pentagon ihn als Experten zu Rate, im ersten Golfkrieg war er
als Stabsarzt dabei. Danach untersuchte er als Leiter der Nuklearabteilung
eines Armeekrankenhauses bei Washington Soldaten, um dem zunächst
mysteriösen "Golfkriegs-Syndrom" auf die Spur zu kommen. Als er bei der
Hälfte von ihnen DU und bei einigen sogar Plutonium im Körper feststellte,
legte man ihm nahe, in andere Richtungen zu forschen. Er ließ sich nicht
beirren, musste aber feststellen, dass Krankenakten und Labortests
verschwanden. 1997 setzte das Pentagon ihn ab.
Damals diagnostizierte Prof. Durakovics eine "Verschwörung gegen
amerikanische Kriegsheimkehrer" und gründete mit Gleichgesinnten das
Uranium Medical Research Center (www.UMCR.net). Seit 2002 unterhält das
UMCR u.a. zwei Forschungsteams in Afghanistan. Erste Befunde aus Urin- und
Bodenproben deuten darauf hin, dass das amerikanische Militär in
Afghanistan statt abgereichertem Uran natürliches Uran zur
Munitionsveredelung eingesetzt hat. Ein neues Täuschungsmanöver, weil man
befürchtet, dass sich der Zusammenhang zwischen DU-Munition und schweren
Gesundheitsschäden auf die Dauer doch nicht vertuschen lässt? Angesichts
dieser und anderer Befunde aus jüngster Zeit - 2001 wollte die
Weltgesundheitsorganisation WHO im Irak DU-Auswirkungen vor Ort
untersuchen, wurde aber auf Druck der USA von der UNO zurückgepfiffen - hat
Durakovic seine Diagnose ausgeweitet: "Eine internationale Verschwörung
gegen Kriegsopfer unter Zivilisten - vor allem unter Kindern".
Die heimlichen Nuklearwaffen sind auf dem Vormarsch, die für zivile Nutzung
der Kernenergie zuständige Wiener IAEA hilft bei der Verschleierung dieser
Entwicklung, und die internationalen Medien halten sich bei der
Berichterstattung sträflich zurück. Wie 2003, als die irakische Geologin
Dr. Souad Al-Azzawi ausgezeichnet wurde, ehrt die Jury des Nuclear-Free
Future Award mit dem Preis für Aufklärung einen Wissenschaftler, der sich
der Vertuschung der verheerenden Auswirkungen von DU-Waffen hartnäckig und
unerschrocken widersetzt.
--Wolfgang Heuss
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Jonathan Schell, USA
2004 Nuclear-Free Future Solutions Award
Weltbeweger waren häufig Menschen, die das Undenkbare dachten - und es dann
nicht beim Denken beließen. Jesus, der Liebe zum obersten Weltgesetzt
erhob; die Vordenker der Französischen Revolution, die - lange auf
verlorenem Posten - die naturrechtliche Gleichheit der Menschen
einforderten; Gandhi, der vorlebte, dass Pazifismus und Wehrlosigkeit
beileibe nicht das Gleiche sind.
Solche Menschen (ihr prozentualer Anteil an der Weltbevölkerung bewegte
sich zu allen Zeiten im 'Null-Komma-Nullnullnullnull-Irgenwas-Bereich')
eint vor allem eine Fähigkeit: Eine Idee lebenslang leben zu können, ohne
sich dabei von den "realen Kräfteverhältnissen" in die Knie zwingen zu lassen.
Viele schaffen so etwas eine Zeitlang. Man denke nur an die idealistische
Jugendphase. Wer hatte die nicht! Oder geopferter Urlaub für wohltätige
Zwecke. Vielleicht auch die "tätige Reue" eines Ex-Global Players, der nach
Karriere-Ende auf seine alten Tage auf Sinnsuche geht. All das soll nicht
hochnäselnd bekrittelt werden - es ist aller Ehren wert und soll uns den
Maßstab liefern für die Lebensleistung von Leuten wie Jonathan Schell
Der 1943 geborene New Yorker Journalist schreibt seit den späten sechziger
Jahren - teils in der Bestseller-Kategorie - gegen Krieg und
Nuklearrüstung. Richtig, da gibt es ein paar mehr, die das taten und noch
tun. Aber wohl keiner zentriert seine Bücher - fast ein Dutzend an der Zahl
- so konsequent um einen Begriff. Einen, der von diversen
Totschlag-Argumenten ( ... klappt nie! ... unrealistisch! ... naiv! )
umstellt ist. Das Wort heißt: "Abolition". Abschaffung aller Atomwaffen,
weltweit! Und die USA als der Ort des größten Vernichtungspotentials müssen
den Anfang machen, sagt Schell.
Wie unpopulär dieser Gedanke (noch) ist, konnte Schell an seinen Auflagen
ablesen. Während "Das Schicksal der Erde" (1982), eine faktenreiche,
ergreifende Abhandlung über die menschliche Fähigkeit zur
Selbstvernichtung, zum Weltbestseller wurde, ging das Nachfolgebuch "The
Abolition" (1984), fast unbemerkt in der allgemeinen Publikationsflut
unter. In diesem Buch legte Schell dar, dass auf längere Sicht nur eine
radikale atomare Abrüstung Rettung bringen kann.
Der relative Misserfolg (relativ: auch Schells weniger verbreitete Bücher
wie "Unconquerable World" und "The Gift of Time" wurden zu geistigen Waffen
der Anti-Atombewegung) spornte den Autor an. Er gab seinen
Einzelkämpferstatus auf und gründete mit anderen Aktivisten wie General Lee
Buttler, einem ehemaligen Kommandeur der strategischen Luftstreitkräfte der
USA, mit Senator Alan Cranston und David Cortwright die "Second Chance
Foundation", SCF. Die SCF erarbeitete eine Resolution ("The Urgent Call to
End the Nuclear Danger"), die schnell so etwas wie der Basistext für
Friedensgruppen wurde. Schell war überdies an der Entwicklung von
Lerneinheiten beteiligt, die soziale Verantwortung in den Mittelpunkt
stellen. Seine Kurse, Vorträge und Schulungen haben schon Zigtausenden
Motivation und Inspiration vermittelt. Im Herbst 2003 konnte Schell als
Lehrer sein Wissen an der berühmten Yale-Univerität weitergeben.
Was den Mann, der seine ersten Meriten im Kampf gegen den Vietnamkrieg
erwarb, so unwiderstehlich macht, ist dreierlei: Sein Wissen erreicht Leser
und Zuhörer stets perfekt portioniert. Sein geschliffener Schreibstil macht
selbst Schwerverdauliches zum Lesegenuss. Und drittens: Schell kann ethisch
fundierte Positionen deshalb so glaubhaft vertreten, weil er nie in den
Tonfall eines Predigers abrutscht. Nie muss "Moral" als Füllmasse für
lückenhafte Argumente herhalten.
Und häufig gelingt es Schell, Begriffe zu setzen, die zu Brückenköpfen in
der öffentlichen Auseinandersetzung werden. Wie jüngst in seiner in der
Zeitschrift The Nation veröffentlichten Philippika gegen den "vorbeugenden"
Irak-Krieg der USA. Schell spricht von der "anderen Supermacht" und meint
damit die zigmillionen Erdenbürger. Und manchmal gelingen Schell Sätze von
so durchschlagender Logik, dass sie wie kollektives Bewusstsein der
Anti-Nuke-Bewegung dastehen: "Da es nach unserem Aussterben niemanden mehr
geben wird, der dafür die Verantwortung übernimmt, müssen wir schon heute
die volle Verantwortung dafür übernehmen "
Schell macht Mut, ohne die Gefahren auszublenden oder die vielen
Ungeheuerlichkeiten zu verkleinern.
Das Pentagon mag ihn nicht, denn Schell erreicht nicht nur diejenigen, die
für die Pentagon-Boys sowieso verloren sind. Aber auch das ist wahr:
Schells Vorstellung, God`s Own Country habe die entschiedensten und größten
Schritte zur totalen nuklearen Abrüstung zu gehen, ist den allermeisten
US-Bürgern immer noch fremd und höchst unheimlich,.
Die Jury des NFFA ehrt mit Jonathan Schell einen Vorläufer der
nuklearfreien Zukunft, einen Marathon-Mann, einen künstlerisch begabten
Journalisten und Aufklärer. Einen der wichtigsten "anchor men" weltweit.
--Claus-Peter Lieckfeld
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Hildegard Breiner, Austria
2004 Nuclear-Free Future Lifetime Award
Hildegard Breiner, heute die Grande Dame der Umwelt- und Anti-AKW-Bewegung
in Vorarlberg, verdiente ihre Sporen als Aktivistin vor über einem
Vierteljahrhundert - im Kampf gegen Zwentendorf. In Österreich wird bis
heute kein Atomstrom produziert, weil 1978 die Kernkraftgegner in einem
Referendum ganz knapp über die Regierung und die Atomlobby siegten. Das AKW
Zwentendorf durfte nicht weitergebaut werden. Die für den Gesamtsieg
entscheidenden Wählerstimmen kamen aus Vorarlberg, wo Hildegard Breiner und
ihr Mann den Widerstand organisiert hatten. In diesem Bundesland stimmten
85 Prozent für eine "nuclear-free future". Im Atomzeitalter stehen
Ortsnamen normalerweise für Katastrophen: Hiroshima, Bikini, Tschernobyl;
dass "Zwentendorf" Hoffnung symbolisiert, ist nicht zuletzt ein Verdienst
der Breiners.
In den 80er Jahren war das Ehepaar wieder maßgeblich an einem Sieg über
eine Atomlobby und eine ihr gefügige Regierung beteiligt. Durch Zwentendorf
gewitzter im Umgang mit den Medien, mobilisierten die Breiners gegen die in
Wackersdorf geplante WAA - eine weitere Nuklearanlage, deren Bau durch
Massenproteste verhindert werden konnte.
Selbstverständlich ist Hildegard Breiner auch heute noch eine entschiedene
Gegnerin der Kernkraft. Ihr aktives Engagement gilt aber inzwischen vor
allem den alternativen Energien. "Ein Ausstieg aus der Atomkraft ist mit
einem Umstieg auf Erneuerbare Energien gleichzusetzen," sagt sie. 1996 rief
sie die "SonnenSchein-Kampagne" ins Leben, um die Vorarlberger für die
Photovoltaik zu sensibilisieren. Sie brachte die Landesregierung dazu,
Mittel für Öffentlichkeitsarbeit und den Anlagenbau bereitzustellen. Die
Kampagne war und ist höchst erfolgreich: schon in den ersten beiden Jahren
wurden in 30 der 96 Vorarlberger Gemeinden Solarstrom-Gemeinschaftsanlagen
errichtet, mittlerweile gibt es in diesem Bundesland 900 solche Anlagen.
"Wir haben bewiesen, dass wir keine Neinsager sind, sondern Trendsetter,"
sagt die Vorsitzende des Naturschutzbundes Vorarlberg, und auf die Frage
nach ihrem Motto meint sie: "Ausdauer ist die Macht der Ohnmächtigen." Der
Nuclear-Free Future Award ehrt Hildegard Breiners Engagement mit dem Preis
für ihr Lebenswerk.
--Wolfgang Heuss
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The City Montessori School (CMS), India
2004 Nuclear-Free Future Special Recognition Award
Die lateinische Lieblingssentenz aller Pädagogen lautet "Non scholae sed
vitae discimus" - Nicht für die Schule sondern für das Leben lernen wir. O
wenn es doch so wäre!
In Indien gibt es eine Schule, die City Montessori School of Lucknow
(www.cmseducation.org), die dieses hohe Ziel beinahe übererfüllt. Den
Betreibern, Lehrern und Schülern, geht es nicht zuletzt ums Über-Leben.
Friedenserziehung spielt eine Schlüsselrolle im Lehrplan dieser mit 28 000
Schülern zwischen fünf und 18 Jahren wohl größten Privatschule der Welt.
Und die Bemühungen der Schule um totales, weltweites Abrücken von
Nukleartechnologie - sowohl der angeblich friedlichen als auch derjenigen,
die zur Massenvernichtung bevorratet wird - hat CML viel Beachtung und 2002
den UNESCO-Preis für Friedenserziehung eingetragen.
Große Resonanz erreichte die City Montessori School, indem sie Seminare und
indienweite Öffentlichkeit zum Thema "Artikel 51" der indischen Verfassung
organisierte - einem Stückchen eindrucksvoller Gesetzesprosa, das den
Subkontinent als Hort des Friedens, der Sicherheit und des internationalen
Respekts definiert. Theoretisch.
Aber anders als andere, die die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit
achselzuckend zur Kenntnis nehmen, trommelt CML. Und die Liste der
Persönlichkeiten und Institutionen, die sich einschwingen auf den CML-Takt
ist inzwischen beeindruckend lang. Wir wünschen uns mehr, viel mehr von
diesem Geist. In Indien, wo die Drohung mit Atomwaffen-Einsatz sehr real
ist, und anderswo.
--Claus-Peter Lieckfeld
---
M. Reichl, Begegnungszentrum fuer aktive Gewaltlosigkeit
Center for Encounter and active Non-Violence
Wolfgangerstr.26, A-4820 Bad Ischl, Austria, fon/fax: +43 6132 24590
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From mareichl@ping.at Fri Dec 10 15:43:03 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 10 Dec 2004 16:43:03 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 173 - RB 115 - Alternative Nobelpreisträger 2004; Treffen
2005; Munirs Tod
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041210163818.0263cc60@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 173 - 115. Rundbrief - Alternative Nobelpreisträger
2004; 25 Jahre Right Livelihood Award - 2005 Treffen in Salzburg,; Munirs
gewaltsamer Tod; Munirs KONTRAS-Büro im Mai 2003 wieder von indonesischen
Paramilitärs überfallen
Bad Ischl, 10.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Alternative Nobelpreisträger 2004
Dieses Jahr stehen uns inhaltlich vor allem zwei mit dem "Right Livelihood
Award" ausgezeichnete Personen bzw. Gruppen nahe:
Raul Montenegro aus Cordoba (Argentinien) beschäftigt sich in seinem
Umweltengagement und in seiner Organisation FUNAM v.a. auch mit den
Atomkraftwerken seines Landes und deren gefährlichen Folgen. So protestiert
er gegen den Umgang mit dem Atommüll und dessen Transporte in andere
Kontinente. Seine homepage: www.funam.org.ar
Memorial aus Russland wurde Ende der 80er Jahre als erste staatsunabhängige
NGO u.a. von Andrej Sacharow als Menschenrechtsorganisation gegründet.
Inzwischen haben sich dem Netz 87 Organisationen in Russland, Ukraine,
Lettland und Deutschland angeschlossen. Die ursprünglichen Ziele
"Dokumentation von und Erinnerung an die Verbrechen des Sowjetregimes",
"Soziale Unterstützung der Opfer" und "Menschenrechtsarbeit im heutigen
Russland" führten Memorial jetzt zu den Brennpunkten der Konflikte auch
nach Tschetschenien und in die ehemaligen Sowjetrepubliken. Einige ihrer
russischen Büros wurden mehrmals mit Gewalt angegriffen. Prof. Girenko,
einer Ihrer Experten für Rechtsextremismus wurde - möglicherweise von
Rechtsextremisten - erschossen.
www.memo.ru
Bianca Jagger, aus Nicaragua stammend, lebt nun in London und engagiert
sich seit langem für ihre Landsleute in Mittelamerika. Amnesty
International ernannte sie zu ihrer "Botschafterin gegen die Todesstrafe".
Sie will sich auch gegen Gewalt an Frauen und die sexuelle Ausbeutung von
Kindern engagieren. Für die meisten Medien war aber primär ihre frühere Ehe
mit dem Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger das erwähnenswerte Merkmal.
Die beiden Ehrenpreisträger Swami Agnivesh (Hindu und Sozialreformer,
www.swamiagnivesh.com) und Asgar Ali Engineer (Muslim-Gelehrter und
Aktivist, www.csss-isla.com) sind beide in Indien für Toleranz und
Verständigung aktiv. Agnivesh fühlt sich einem vedischen Sozialismus mit
sozialer Spiritualität verbunden. Engineer entwickelt u.a. im Centre for
Study of Society and Secularism (CSSS) Initiativen zur "kommunalen
Harmonie" und zu regionalen Problemen.
Die detaillierten Porträts (inkl. Adressen) in Englisch findet ihr auf der
RLA-homepage www.rightlivelihood.org und im Info 134.
25 Jahre Right Livelihood Award - 2005 Treffen in Salzburg
Die heurigen Alternativen Nobelpreisträger werden sich wahrscheinlich vom
8. bis 13. Juni 2005 in Salzburg mit Kollegen und Kolleginnen treffen, die
in den vergangenen 25 Jahren auch mit dem "Right Livelihood Award (RLA)"
ausgezeichnet wurden. Für den 10.6 sind öffentliche Begegnungen mit
Engagierten und Interessierten geplant.
Wir hoffen, dass Mordechai Vanunu dann schon Israel verlassen darf (siehe
Info 160). Mehr dazu im nächsten "Rundbrief".
Munirs gewaltsamer Tod
Einer der Preisträger von 2000, Munir aus Indonesien - den ich 2001 in
Salzburg traf - wird nicht dabeisein können. Er starb im September d.J. auf
dem Flug in die Niederlande an Arsenvergiftung. Die niederländischen und
indonesischen Behörden halten seinen Akt unter Verschluß. So bleiben nur
Vermutungen über die Hintermänner des Mordes. Während und auch nach der
Militärdiktatur verschwanden regelmäßig oppositionelle Kritiker, starben
auf einer Gefängnisinsel usw. Bekannt wurde Munir - und seine
Menschenrechts-Initiative KONTRAS - durch sein Engagement gegen staatliche
Korruption und seine Kritik am Militär. Aber auch als ein Hoffnungsträger
der zivilgesellschaftlichen Alternative. (Porträt:
www.rightlivelihood.org/recip/munir.htm; KONTRAS: www.ahrchk.net)
Matthias Reichl
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Munirs KONTRAS-Büro im Mai 2003 wieder von indonesischen Paramilitärs
überfallen
Protestbrief an die indonesische Präsidentin betreffend eine gewalttätige
Aktion indonesischer Paramilitärs gegen das Büro von Munirs
Menschenrechtsorganisation KONTRAS im Mai 2003:
Civilian militia groups destroying the office and beating the leaders of
Kontras for the second time in 14 months. Abduction and murder of human
rights defenders in Aceh. Violent threats by a 1,000-strong gang designed
to stop Komnas HAM's investigation into the 1965 massacre. Clearly there
is a crisis in your government's ability to protect human rights defenders.
This latest violent attack on the leaders, staff and office of Kontras (26
and 27 May) during their commemoration of the International Week of the
Disappeared is the latest example of the overt actions of the military and
the militia groups they sponsor to silence criticism of gross violations of
human rights in Indonesia. Madame President, I urge you to act decisively
to arrest this situation so that the Indonesia's democracy does not slide
back into New Order repression. It is vital that those carrying out these
violent attacks on human rights defenders be brought to justice. Further,
a program of disbandment of violent civilian militia groups must begin, and
military sponsorship of such groups must be investigated and arrested.
Members of the military organising violence and threats against human
rights defenders in Aceh, Jakarta, Papua and elsewhere must be brought to
civilian courts in order to give minimal protection for those struggling
for human rights. The arrest and trial of those responsible for the latest
attack on the Kontras office is the least the international community can
expect in addressing the current crisis.
29.5.2003
www.ahrchk.net/ua/mainfile.php/2003/453/
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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M. Reichl, Begegnungszentrum fuer aktive Gewaltlosigkeit
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From mareichl@ping.at Fri Dec 10 16:23:21 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 10 Dec 2004 17:23:21 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 175 - RB 115 - Atomprojekte weltweit; EU-Fusionsreaktor
ITER?
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041210171647.03cbba70@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 175 - 115. Rundbrief - Atomprojekte weltweit; PLAGE:
Fusionsreaktor ITER in EU?
Bad Ischl, 10.12.2004
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Atomprojekte weltweit
Bei der zweiten internationalen Anti-Atomkonferenz Anfang Oktober ging es
um "Die Lüge von der friedlichen Nutzung der Atomenergie Atomwaffen und
Atomkraftwerke zwei Seiten einer Medaille". Quer durch Europa von
Finnland bis Frankreich (nahe La Hague) soll der (garnicht) neue AKW-Typ
EPR durchgesetzt werden.
Im Konkurrenzkampf zwischen USA, Japan und EU um den Fusionsreaktor ITER
favorisiert die EU den Standort Cadarache in der französischen Provence
gegenüber dem japanischen Anwärter Rokkasho-Mura (der von japanischen
Atomgegnern bekämpft wird). Österreichs forsche Forschungsministerin Gehrer
trickste ihren Vize Mainoni (FPÖ) mit seinen Bedenken aus und stimmte
folgsam im EU-Gremium für die Budgeterhöhung. (Veranschlagte
Konstruktionskosten dzt. 4,5 Mrd. EURO!) Experten zweifeln ob er jemals
wirtschaftlich Strom liefern wird (jedenfalls auch Atommüll) - folgerichtig
steht der ITER für "Konfusion statt Fusion" (siehe unten).
Die atomare Hypothek einer Region Tschernobyl bekäme bei einem EU-Beitritt
der Ukraine eine neue unabsehbare Brisanz für die ganze EU und darüber
hinaus. (Siehe meinen Artikel zu "Ukraine und USA" in Info 183).
(Infos: www.atomstopp.com; zum ITER: www.plage.cc/)
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Verschließt Österreich die Augen vor dem "Faß ohne Boden"?
Fusionsreaktor ITER in EU?
Staatssekretär Mainoni auf Tauchstation
Versuchsreaktor "von Energiegewinn so weit entfernt wie Ben Hur von der
Formel 1" *)
PLAGE - Pressemitteilung, 23. November 2004
Nachdem es jahrelang aus guten Gründen fast tot schien, ist das Projekt
ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) von der
Europäischen Union, den USA, Japan und Rußland in den vergangenen beiden
Jahren wiederbelebt worden. In der EU hat Frankreich massiv Druck gemacht,
um den Atomforschungskomplex Cadarache in der Provence als ITER-Standort
gegenüber dem japanischen Anwärter Rokkasho-Mura durchzu-drücken. Damit
geht mit hoher Wahrscheinlichkeit allerdings die Mitfinanzierung durch
Japan und USA verloren, wodurch sich die ohnehin enormen Kosten für die
Europäische Union nochmals erhöhen. "Österreich zahlt bereits seit Jahren
im Rahmen des aufgeblähten EU-Atomforschungsbudgets für die Entwicklung von
Kernfusions-reaktoren mit. Nun droht eine noch höhere finanzielle
Beteiligung an diesem Vorhaben, welches auch laut Betreiberangaben
bestenfalls in 40 bis 50 Jahren erstmals mehr Energie liefern soll, als es
selbst verbraucht", warnt Mag. Heinz Stockinger, Sprecher der
Überparteilichen Salzburger Plattform gegen Atomgefahren (PLAGE).
Die PLAGE hat angesichts dieser Aussichten schon Mitte Oktober
Forschungs-Staatssekretär Eduard Mainoni (FPÖ) brieflich um ein Gespräch zu
dem ihrer Ansicht nach technisch, ökologisch und wirtschaftlich
hochproble-matischen "Kernschmelz-Ofen" ITER ersucht. Trotz wiederholtem
schriftlichem und telefonischem Nachstoßen wurde von Mainoni bis heute kein
einziger Termin angeboten, obwohl das PLAGE-Schreiben nachdrücklich auf die
im EU-Wettbewerbsrat am 25./26. November anstehende Grundsatzentscheidung
über den eventuellen sündteuren EU-Alleingang (ohne Japan und USA) hinwies.
Die Plattform gegen Atomgefahren macht nun die Bundesregierung und speziell
Staatssekretär Mainoni verantwortlich für eine Verschwendung
österreichischer Steuermillionen an das "voraussichtliche
ITER-Milliardengrab" (derzeit 4,5 Mrd. Euro Errichtungskosten
veran-schlagt). "Diese Beitragszahlungen drohen nicht nur für Jahre,
sondern auf Jahrzehnte hinaus: ITER soll selbst nicht kommerziell Strom
liefern. Ein Leistungsreaktor kommt, wenn überhaupt, frühestens in 40
Jahren. Bis dahin sind Bau, Betrieb und die mögliche Investitionsruine von
ITER zu finanzieren,"so Stockinger. Finanzminister Gras-ser,
Wirtschaftsminister Bartenstein und Bundeskanzler Schüssel sowie VK und
Infrastrukturminister Gorbach trügen Mitverantwortung für die daraus
resultierenden Belastungen, sollte sich Österreich an einer
EU-Allein-investition ohne USA und Japan beteiligen. Die Atomgegner fordern
daher Forschungs-Staatssekretär Eduard Mainoni und jegliche anderen
Vertreter Österreichs im bevorstehenden Wettbewerbsministerrat auf,
keinesfalls einer Erhöhung der Aufwendungen für das ITER-Projekt seitens
der EU bzw. Österreichs zuzustimmen.
Kontakt/Info: Heinz STOCKINGER, 0662 / 643 963, Uni: 8044-4499, PLAGE
*) Das vollständige Zitat aus dem renommierten frz. Wochenmagazin "Le
Nouvel Observateur" (18.11.04) lautet: "Er (ITER) ist davon, auf der Erde
die Energie der Sterne zu erzeugen, so weit entfernt wie Ben Hurs
Streitwagen von einem Formel-1-Boliden." Weitere Artikel zB in: "Japan
Times" 24.1.04 (jap. Nobelpreisträger und ehem. Vors. der Abteilung für
Korpusku-larphysik der Physikal. Gesellschaft der USA; "Le Monde" 24.10.04;
VDI-Nachrichten (Verein deutscher Ingenieure) 1.10.04.
PLAGE
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Telefon/Fax: +43-(0)662-643567
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Kernfusions-Projekt ITER im EU-Ministerrat: Gehrers Glaube an die "Energie
der Sterne"
Forschungsstaatssekretär Mainoni am "Nein" gehindert
Presseaussendung der P.L.A.G.E.
Die Österreichische Volkspartei bewegt sich neuerlich ein Stück weit zurück
zur Atompartei der 1970er Jahre. Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer
fliegt Hals über Kopf nach Brüssel, um im letzten Augenblick
sicherzustellen, daß auch nicht ein Sandkörnchen Kontroverse die glatte
Abwicklung des größten - und teuersten - zivilen Atomforschungsvorhabens
aller Zeiten stört. Der von ihr gebetene Vertreter,
Forschungsstaatssekretär Mainoni, hatte solches anzukündigen gewagt.
Anstatt konsequent darauf hinzuarbeiten, daß zunächst die österreichische
Öffentlichkeit nicht bloß ein schöngefärbtes Bild vom Kernfusionsprojekt
ITER (International Thermonuclear Reactor) erhält, sondern auch von dessen
erheblichen "Pferdefüßen" erfährt, informiert die offizielle
österreichische "Anti"-Atom-Politik darüber so gut wie gar nicht. Anstatt
sodann nach Möglichkeit auf diplomatischem Weg eine Abwägung und Debatte
von Pro und Kontra zum "Kernschmelzofen" ITER unter atomkritischeren
EU-Partnern anzustoßen, buckelt Österreichs Wissenschaftsministerin auf
Kernenegie-Kuschelkurs eilenden Fußes nach Brüssel.
Es wäre interessant, das Sachwissen von Ministerin Gehrer über Kernfusion
und ITER im Augenblick dieser Abstimmung abzufragen, stichelt die
Überparteiliche Salzburger Plattform gegen Atomgefahren (PLAGE). Und ist
bereit, darauf Wetten abzuschließen. "Es dürfte Frau Ministerin Gehrer wohl
noch nicht zu Ohren gekommen sein, daß etwa in Frankreich Physiker der
weitverzweigten nationalen Wissenschaftsinstitution CNRS* das
Mammuthvorhaben ITER umfassend kritisieren", vermutet Mag. Heinz
Stockinger, Sprecher der PLAGE und Hochschullehrer für Frankreichkunde.
"Diese Physiker der Sonderklasse erheben nicht nur inhaltliche Einwände
gegen das Fusionsprojekt. Sie weisen auch auf den Schaden für ganze andere
Forschungsbereiche hin, wenn ITER auf Jahre ungeheuere Summen durch dieses
eine Forschungsvorhaben gebunden werden." Ein Mega-Energieprojekt, bei dem
etwa völlig unsicher ist, ob je - und zu vertretbaren Kosten - die
Werkstoffe entwickelt werden können, die seinen Betrtiebsbelastungen
standzuhalten vermögen. Diese Gewißheit enormer Kosten bei gleichzeitiger
großer Unsicherheit über die Machbarkeit habe zwangsläufig nicht nur in
Frankreich Auswirkungen, da alle EU-Staaten am Versuchsreaktor ITER
mitzahlen werden, so Atomkritiker Stockinger.
Die PLAGE fordert eine kontroverse Information zunächst der Volksvertreter
über die energiepolitischen Aussichten und die finanziellen wie
ökologischen Implikationen des Fusionsprojekts, etwa im Rahmen einer
parlamentarischen Enquête.
Heinz Stockinger, PLAGE-Sprecher (0662 / 643 567), www.plage.cc
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Fri Dec 10 17:10:01 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 10 Dec 2004 18:10:01 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 176 - RB 115 - EU-Militär und -Verfassung;
Schlachtgruppen, Bundesheer-Folterer
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041210180120.03ca0d20@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 176 - 115. Rundbrief - Matthias Reichl: EU-Militär und
-Verfassung; Die SCHLACHTopfer und DemokratieZERSTÖRER - sind unter und
über uns; Foltertrainings nach US-Muster?; Platter folgt Strasser auf dem Fuß;
Überparteiliche Plattform gegen die österreichische Beteiligung an
EU-Kampftruppen (= Battle-Groups/ Schlachtgruppen): Protestkundgebung in
Wien, 14.12.2004.
Bad Ischl, 10.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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EU-Militär und -Verfassung
Die Entscheidung der österreichischen Bundesregierung 200 Soldaten (und
Soldatinnen) für EU-Schlachtgruppen - Battle- (oder Bettel-) Groups - zur
Verfügung zu stellen, provozierte viele Menschen sich gegen die
EU-Militarisierung zu wehren. Einige überlegen auch, Aktionen zu starten.
In diesem Zusammenhang kritisierten nicht nur grüne Wähler die grüne
Parlamentspartei wegen ihrem - später relativierten Infragestellen der
österreichischen Neutralität zugunsten einer gemeinsamen
EU-(Un)Sicherheitspolitik (inkl. EU-Armee). Nach dem Willen der
EU-Verteidigungsminister sollen Auslandseinsätze auch auf EU-Beschluss
(ohne UN-Mandat) möglich werden und eine Alternative zur US-Militärdoktrin
schaffen (siehe unten).
Vor kurzem wurde im Parlament in Wien eine Petition für eine
Volksabstimmung über die EU-Verfassung (siehe auch "Rundbrief Nr. 114, Info
149) eingereicht. Am 15.12. soll sie dort behandelt werden. Nach dem Willen
aller Parteien soll im ersten Halbjahr 2005 die Ratifizierung
parlamentarisch abgesegnet werden. Trotz der kurzen Frist wollen
EU-Kritiker mit Aufklärungsaktionen den Beschluß noch verhindern.
(Infos u.a. bei: Werkstatt Frieden & Solidarität, Linz, e-mail:
office@friedensvolksbegehren.at, www.friedensvolksbegehren.at)
Die SCHLACHTopfer und DemokratieZERSTÖRER - sind unter und über uns.
Matthias Reichl
Folterskandale beim österreichischen Bundesheer - und im Militär anderer
Länder - sind keine betriebsfremden Vorfälle sondern logische
Vorleistungen bei der Umstellung von der Funktion als UN-Wachposten auf
Schlacht(feld)Einheiten mit US-Standard. Die (Gem)Einheit zwischen einer
EU- und einer US-Schlachtmaschinerie wird dabei sicht- und spürbar - im
Konkurrenzkampf: "wer ist der effizienteste Battler mit durchschlagendem
Erfolg (dank radioaktiver DU-Munition, Brandbomben, Mininukes...)?" Schafft
sie ab - diese EU-(Gem)Einheiten in (und mit) ihrer Verfassung - bevor sie
uns und unsere Demokratie abschaffen!
8.12.2004
Ergänzung 10.12.2004:
Foltertrainings nach US-Muster?
Platter folgt Strasser auf dem Fuß
Heute meldete der ORF, dass im Bundesheer seit September 2002 eine
generelle Instruktion - ein 300 Seiten starkes "Merkblatt" - zur Ausbildung
von Grundwehrdienern existiert, in dem detailliert die inhumanen
Ausbildungsmethoden - inkl. (simulierte?) Foltersituationen - erläutert und
generell angeordnet werden. Es ist unklar, ob und durch welche
Durchführungsbefehle diese in letzter Zeit konkretisiert wurden.
Dass der dafür mitverantwortliche Verteidigungsminister Platter nun den
amtsmüden Innenminister Strasser - dem wir keine Träne nachweinen - und nun
eine "zivil-militärische" Streitmacht befehligt, halten nicht nur wir für
bedenklich. Was beide Minister verbindet: Keiner von beiden will von
Folterpraktiken gewußt haben. Strasser nicht von erstickenden
Abschiebepraktiken und prügelnden Staatsschützern; Platter nicht von den
Vorgesetzten seiner "freiwillig gefolterten" Rekruten.
Matthias Reichl (Stand 10.12.04)
Überparteiliche Plattform gegen Österreichische Beteiligung an EU-Kampftruppen
Protestkundgebung gegen die
österreichische Beteiligung
an EU-Kampftruppen
Dienstag, 14.12.04, 9h30
Wien 1, Ballhausplatz
(vor bzw. während des dort um 10h beginnenden Ministerrats,
eine Resolution mit folgendem Text soll übergeben werden)
Nein zur Teilnahme an den EU-Schlachtgruppen!
Nein zur Aufrüstungsverpflichtung!
Ja zur wirklichen Neutralität!
Wir protestieren gegen die Teilnahme österreichischer Soldaten an einer
EU-Schlachtgruppe ("battle-group") gemeinsam mit Tschechien und
Deutschland. Wir protestieren gegen die in Brüssel von
Verteidigungsminister Platter dafür getätigte Zusage und gegen deren
Absegnung durch einen Regierungsbeschluß. Diese Schlachtgruppen sollen
innerhalb weniger Tage rund um die Welt zum Einsatz kommen können.
Bevorzugte Einsatzgebiete sind so die Erklärung der
EU-Verantwortlichen die rohstoffreichen Gebiete Afrikas, des Nahes Ostens
und des Kaukasus. Blut für Öl in Zukunft also auch mit österreichischer
Beteiligung?! Wohin diese Politik führt, kann man am Desaster des
US-Krieges gegen den Irak sehen. Es ist der Gipfel des Betruges an der
Bevölkerung, wenn die Teilnahme an diesen Schlachtgruppen als mit der
Neutralität vereinbar erklärt wird. Denn Neutralität bedeutet die
Nichtteilnahme an Kriegen und an Organisationen, die der Vorbereitung und
Führung von Kriegen dienen. Der Botschafter eines Landes, das sich mit
Österreich an den Schlachtgruppen beteiligt, hat zynisch diese Heuchelei
der österreichischen Politiker entlarvt: "Solange ihr mit uns in den Krieg
zieht, ist uns Euer Status egal." (Die Presse, 18.11.2004)
Wir protestieren dagegen, dass die Regierung Jahr für Jahr das
Rüstungsbudget erhöht, während bei Gesundheit, Bildung und Sozialausgaben
gekürzt wird. Alleine bis 2006 soll das Militärbudget um weitere 8%
wachsen. Diese Aufrüstung (Eurofighter, neue Panzer, Transportmaschinen,
etc.) dient dazu, Österreich für die Teilnahme an den Schlachtgruppen fit
zu machen. Wir protestieren, dass die Regierung mit dieser Aufrüstung einen
Vorgriff auf die derzeit vorliegende EU-Verfassung leistet.
Diese sieht im Artikel I-41 eine ausdrückliche Aufrüstungsverpflichtung (!)
für alle EU-Staaten vor. Es wird sogar ein eigenes Rüstungsamt
eingerichtet, das diese Aufrüstungsverpflichtung kontrollieren und umsetzen
soll. Der Irrsinn, Aufrüstung in Verfassungsrang zu erheben, ist weltweit
bislang einzigartig. Würde diese Verfassung in Kraft treten, würden
AbrüstungsbefürworterInnen zu Verfassungsfeinden erklärt. Und das auf
Jahrzehnte, denn eine Änderung der EU-Verfassung ist kaum mehr möglich.
Diese Politik lehnen wir ab.
Wir verlangen die Einhaltung des Neutralitätsgesetzes und wollen ein
solidarisches und weltoffenes Österreich, das sich an keinen Kriegen und
Kampfverbänden beteiligt, sich international für friedliche Konfliktlösung
und Abrüstung einsetzt und im eigenen Land damit beginnt.
Bitte kommen Sie am Dienstag!
Bringen Sie Transparente, Plakate, Trommeln und Pfeifen mit!
B i t t e w e i t e r l e i t e n !
Überparteiliche Plattform gegen österreichische Beteiligung an EU-Kampftruppen
Arge Ja zur Umwelt, Nein zur Atomenergie
Arge Kein Blut für Erdöl!
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Frauen für eine atomkraftfreie Zukunft
GewerkschafterInnen gegen Atomenergie und Krieg
Global Mothers
Initiative Heimat und Umwelt
Österreichischer Friedensrat
Lehrerinnen für den Frieden
Wiener Friedensbewegung
Werkstatt für Frieden und Solidarität Linz
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Fri Dec 10 22:34:28 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Fri, 10 Dec 2004 23:34:28 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 177 - RB 115 - Werner Katzmann: Hat Nachhaltigkeit
Zukunft?
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041210232230.025c05f0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 177 - 115. Rundbrief - Werner Katzmann (1943 -2004):
Nachhaltigkeit schafft neuen Wohlstand; Hat der Mensch eine Zukunft ?
Gedanken nach Johannesburg 2002.
Bad Ischl, 10.12.2004
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www.begegnungszentrum.at
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Nachhaltigkeit schafft neuen Wohlstand
Werner Katzmann
Der provokante Titel lässt die Frage offen, für wen und für wie lange für
die 6,5 Milliarden Erdenbürger das gilt. Und weiter, was unter
Nachhaltigkeit letztlich verstanden wird. Denn für gut sechs Milliarden
Menschen trifft wohl weder die Nachhaltigkeit noch der Wohlstand zu...
Je naturferner wir leben die meisten müssen umso weniger können wir in
Bildung und Erziehung Naturverständnis und damit auch Verständnis für
Nachhaltigkeit entwickeln.
Neil Postman (gestorben 2003) sprach von der Notwendigkeit einer zweiten
Aufklärung, Ceausescu Roegen davon, dass unsere Ökonomie für Land- und
Forstwirtschaft - also unsere Lebensbasis - keine Antworten wüsste. Egon
Matzner (gestorben 2003) meinte, dass C. Roegen der wichtigste Ökonom des
21. Jahrhunderts sein werde. Frederick Vester (gestorben 2003) wurde durch
seine kybernetischen Modelle weithin berühmt.
Was diese unterschiedlichen Männer einte, war ihre ganzheitliche Sicht der
Welt. Um auch eine berühmte Frau zu nennen, sei an Rachel Carson erinnert,
die den "Stummen Frühling" vorhersah. Merken Sie was?
Die wesentlichsten "Einsichtsträger" sind verstorben, und neue wird und
kann es nicht mehr geben, da unser Bildungssystem weder Verständnis noch
Einsicht generiert, im Gegenteil. Selbst die Kirche hat sich von ihrer
Verantwortung für die Schöpfung abgewandt.
Ein gängiges Ondit besagt, dass sich der Wissenszuwachs etwa alle vier
Jahre verdoppelt. Das mag für Naturwissenschaft und Technik gelten, die
ertragsorientiert unser Bildungssystem erobert haben. Es gilt aber sicher
nicht für unser Wissen über Kulturlandschaft und den Erhalt der notwendigen
Produktionsleistungen unserer Ökosysteme. Hier geht eher Wissen
verloren kein Wunder bei den weltweiten Verlusten an Kulturpflanzen sowie
wild lebenden Pflanzen und Tierarten.
Mit Bedacht sei als Beispiel die rund 50 Millionen Jahre alte Gilde der
Schmetterlinge gewählt. Damals kletterten unsere Urahnen noch auf Bäumen.
Da schrieb ein Univ.-Prof. Dr. Max Dingler über die "Falterlose Welt" im
Rückblick auf seine Forscherlaufbahn der Zeit vor dem 1. Weltkrieg bis nach
dem 2. Weltkrieg im Jahr 1957: "Sollte aber die Minderung der gesamten
Individuenzahl seit einem halben Jahrhundert geschätzt werden, so schiene
mir ein durchschnittliches Verhältnis von 100 : 1 noch zu niedrig gegriffen
zu sein."
Und er kam zum Schluss, dass Pestizide und Düngung die Verursacher waren.
Und das viele Jahre, bevor in ganz Europa der Gehalt an Nitraten (und
etliches mehr) im Grundwasser zu steigen begann.
Niemals zuvor in der Geschichte hat der Mensch mehr gegen entstandene
Rohstoffe, Erze und Mineralien zu Schleuderpreisen exhumiert, wobei
beispielsweise beim Rohöl die gesicherten Reserven eher nach unten denn
nach oben revidiert werden.
Was mich verwundert ist, dass sich manche Menschen das Wort Nachhaltigkeit
ohne Schamesröte in den Mund zu nehmen trauen. Entweder aus Unwissenheit
oder aus Opportunismus. Beides ist gleich schlimm.
Univ.-Prof. Dr. Werner Katzmann
Was als "Nachtrag" zum jüngsten Bericht an den Club of Rome gedacht war,
wurde zum Vermächtnis. Werner Katzmann, Visionär und Vordenker des
Umweltschutzes, verstarb am 28. Februar 2004.
http://www.umweltschutz.co.at/index.cfm/id/12566
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Hat der Mensch eine Zukunft ?
Gedanken nach Johannesburg 2002
Werner Katzmann (1943 -2004)
Die Nichtnachhaltigkeit der globalen Ökonomie, die auf enormem
Ressourcenverschleiß aufbaut, führt jede Nachhaltigkeitsdiskussion von
vornherein ad absurdum: Klimawandel, zunehmende Wetterextreme, das
absehbare Ende der Weltfischerei, Wald- und Bodenverluste, die Süß- und
Grundwassermisere u.a.m. werden auch unserer "Spaßlandschaft" ein baldiges
Ende bereiten (vielleicht ist dann statt Gletscherschi Geröllrodeln und
Murenrutschen modern?).
Unsere Bauern tragen gerade noch 1,5 Prozent zum BSP bei; was Wunder,
müssen sie doch mit kanadischen, australischen und amerikanischen
Riesenfarmen und dem Spottlohn in Drittweltländern konkurrieren. Um in
Österreich eine Nahrungskalorie zu erzeugen sind schon 10 fossile Kalorien
nötig.
Vor 7 Jahren wurde von allen Parlamentsparteien ein nationaler Umweltplan
verabschiedet. Darin waren seitenweise kurz-, mittel- und langfristige
Maßnahmen aufgelistet. Seither ward nichts mehr vom NUP gehört. Hingegen
ist klar geworden, dass Österreich großspurig lebt: rund dreimal so groß
wie unser Land ist jene Fläche die wir im Ausland, vorzugsweise den ärmeren
Ländern für unser Wohlergehen beanspruchen. Die ökonomische Logik dahinter
ist natürlich, dass in ärmeren Ländern auch billiger produziert werden
kann. Ein Gang durch jeden x-beliebigen Supermarkt bestätigt dies. Jeder
Einkaufsmarkt ein Neokolonialwarenladen. Egal ob es sich um Schuhe,
Bekleidung, Nahrungsmittel, technische Produkte, was auch immer handelt.
In aller Munde ist die Nachhaltigkeit und dort wird sie wohl auch bleiben.
Das Kyotoprotokoll, das uns zur Reduktion des Treibhausgases Kohlendioxid
verpflichtet, ist nur ein klitzekleiner Stein am Weg zur Nachhaltigkeit und
nicht einmal diesen können wir einbringen. Aber abgesehen von den
Milliarden Tonnen an Rohöl, die wir alljährlich verheizen, zeigen alle
Bilanzen unseren beschleunigten Weg in die Katastrophe. In gleicher Weise
wie das Kohlendioxid in der Atmosphäre nach oben geht, geht es mit den
Wäldern weltweit bergab. So wurden alleine im Jahr 2000 18 Millionen ha
primärer Tropenwald kahl geschlagen, dazu kamen noch 19 Millionen ha
ursprüngliche Wälder in anderen Weltregionen (Kanada, USA, Russland).
Ein winziges Detail: das waldreiche Österreich importiert mehr Holz als es
exportiert und verbraucht pro Kopf und Jahr schon 300 Kilo Papier. Würden
dies alle Menschen tun, gäbe es keine Wälder mehr. Wir müssen, zynisch
gesprochen, nicht Bildung, sondern den Analphabetismus fördern, was
letztlich in der sogenannten 3. Welt auch geschieht.
Wir brauchen keine Sklaven mehr importieren, wir lassen diese, dank
billiger Transportkosten dort arbeiten wo sie sind, von Kindesbeinen an.
Die Meere werden weiterhin mit kräftigen Subventionen leergefischt. *) Je
höher die Subventionen der Fangflotten, umso eher zahlt es sich aus auch
noch den letzten Kabeljau wegzufischen. Dass so nebenbei das gesamte marine
Biotop der Verwüstung und Ausrottung anheim fällt, kann schon als lässliche
Sünde bezeichnet werden. In Jahrmillionen co-evolutionierte
Lebensgemeinschaften gehen zugrunde. Manche Meeresböden werden schon
jährlich zweimal quadratmeterweise von Fischernetzen umgepflügt. Dabei wird
auch munter die Nahrungskette nach unten gefischt. In der Adria
verschwanden zuerst die Thunfische, die Schwertfische, in den 70er Jahren
die Makrelen und jetzt sind die Sardinen dran, die als (billiges?) Futter
für die Thunfischzucht in den Netzkäfigen gebraucht werden. Damit gehts
aber auch jenen ökonomisch wenig interessanten Arten an den Kragen, die von
der Reproduktion der Sardinen abhängig sind. Dafür sind in der Adria
plötzlich subtropische Fische aufgetaucht und das Auftreten des
Meeresschnees ist zur absurden jährlichen Normalität geworden. Folgen der
Erwärmung.
Als neueste Innovation wird bis in 1500 m Tiefe gefischt. Jeder dort
gefangene Fisch ist wenigstens 200 - 300 Jahre alt, da bei Temperaturen um
2 Grad und geringen Nahrungsmöglichkeiten das Wachstum extrem langsam erfolgt.
Gerade am Schicksal des Kabeljaus zeigt sich, wie mit Innovation und
Rationalisierung letztlich immer mehr gefangen wurde und schließlich nichts
mehr: die Flotten verrosten und zehntausende Fischer sind seit Beginn der
90er Jahre ums Brot gebracht. Dabei legt ein Kabeljauweibchen rund 9
Millionen Eier und kein Wissenschafter glaubte an die Erschöpflichkeit
dieser Fische. Man hätte gewarnt sein können. innerhalb von 20 Jahren
gelang es der amerikanischen Jägerschaft das Milliardenheer der Wandertaube
auszurotten.
Die Böden an Land werden weiterhin ruiniert. Rund ein Drittel der
weltweiten Landfläche sind bereits der Verwüstung anheim gefallen bzw.
knapp davor. Überweidung, Versalzung, fehlgeschlagene Landwirtschaft und
anderes sind die Ursachen. Gerade noch 2 Hektar stehen uns pro Kopf der
Weltbevölkerung an fruchtbaren Böden und Weiden zu und diese werden nicht
nur durch das Anwachsen der Weltbevölkerung weniger. Nun lässt sich zeigen,
dass der Nahrungsbedarf pro Kopf auf 2000 m2 produziert werden kann; doch
es geht nicht nur um die Ernährung. Es geht auch um die Bewässerung. Über
70 Prozent des weltweiten Süßwasserbedarfs dienen der Landwirtschaft. Diese
stößt heute schon an Grenzen.
Etwa 800 Millionen Menschen hungern weltweit, rund genausoviele wie jene
Menschen in den Industrieregionen, die die Ressourcen dieser Welt
vornehmlich für sich beanspruchen. Und auch diese gehören beileibe nicht
alle zu den Begüterten. Im Gegenteil zeigt sich, dass immer weniger mehr
und immer mehr weniger verdienen.
Die Landschaft von ehedem, die rund um unsere Städte und Dörfer einen
alltäglichen Bezug zu unserer Ernährung lieferte, ist einem flurbereinigten
und drainagierten Einerlei gewichen mit Raps und Sonnenblumen und immer
größeren ökologischen Defiziten. Essen Sie Raps?
Rund 10 mal so hoch wie die Neubildungsrate des Bodens sind auch in
Österreich die Bodenerosionsraten. In Weingärten kann der Abtrag auch das
100fache erreichen. Trotzdem sind unsere Supermärkte voll. Dies alles
erzeugt die gefährliche Illusion nicht von den Erträgen der Landschaft
ringsum abhängig zu sein; mit dieser beliebig verfahren zu können. Wir
haben keinen Bezug mehr zur Landschaft, sie ist wert-los geworden.
Folgerichtig wurden auch in Österreich die Forschungsmittel für die Zukunft
der Kulturlandschaft gestrichen oder erheblich gekürzt. Der Scherz von der
steirischen Fruchtfolge: Mais - Mais - Bauland hat überall seine bittere
Wahrheit.
Eine weitere Katastrophe ist der weltweite Schwund des Grundwassers, die
Übernutzung der Flüsse und Bäche. In Österreich steht kaum noch die
Wasserqualität im Vordergrund. Die ist eher andernorts besorgniserregend:
95 Prozent aller Abwässer landen ungeklärt in Flüssen und im Meer. Es geht
darum, durch den Rückbau der Bäche und Flüsse Katastrophenvorsorge zu
betreiben, den Rückhalt des Wassers im Raum und die Grundwasseranreicherung
wieder zu gewährleisten. Vor allem im niederschlagsarmen Osten ein Gebot
der Stunde. Trotz sinkender Niederschläge bringt es nämlich der
Treibhauseffekt mit sich, dass Einzelereignisse immer heftiger und
gefährlicher ausfallen können.
So können kleinräumige Überflutungen überall vorkommen.
Unwillkürlich wird man an die Sahara erinnert, wo angeblich mehr Leute
ertrinken als verdursten.
Die Hybris der Gentechnik und des Ertragsdenkens hat einen Kahlschlag an
Nutztieren und Nutzpflanzen verursacht, den niemand wieder gut machen kann.
Weltweit sind wir längst über die Tragekapazität der Erde weit
hinausgeschossen, einerseits ermöglicht durch den Raubbau am gegenwärtigem
und künftigem Naturvermögen, andererseits durch den Verbrauch nicht
erneuerbarer Ressourcen. Damit ist beileibe nicht nur das Rohöl gemeint.
Edelmetalle, Buntmetalle und Mineralien mit eingeschlossen.
Die biblische Katastrophe auf die wir sehenden Auges zusteuern, wird auch
zum Einsatz von bakteriologischen und atomaren Waffen führen. Die Politik
steht diesen Vorgängen einer globalisierten Wirtschaft hilf- und tatenlos
gegenüber. Ist schon sozialer Ausgleich bei uns immer weniger zu schaffen,
wie soll dies global geschehen? Desgleichen ist die Politik immer weniger
demokratisch legitimiert, wie wenig ist es dann die globale Wirtschaft?
Die angeschnittenen Themen lassen sich beliebig zu Lexikonstärke ausdehnen.
Schlichte Gemüter mögen meinen, dass die Menschheit immer noch einen Ausweg
gefunden hat. Diesen lässt sich nur ökonomisch antworten: wo nichts mehr zu
investieren da ist, kann auch nichts mehr gewonnen werden. Oder in der
alten Weisheit: wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.
Letzteres als Erfahrung der Weltgeschichte.
Den Schönfärbern und Dampfplauderern des Optimismus (einer perfiden Form
von Polemik) sei, 10 Jahre nach Rio ins Stammbuch geschrieben, dass sie
Politik nicht mit Propaganda verwechseln mögen, letzteres hatten wir schon
einmal. Die angeführten Fakten und zahllose weitere können nämlich heute
überall nachgelesen werden. Übrigens nicht erst seit heute: schon 1980 hat
die UN eine Reihe von Fakten veröffentlicht, die alle angeschnittenen
Fragen berührten, die Wald- und Bodenverluste bilanzierten, das
Süßwasserproblem aufzeigten usf.
Schließlich sei noch darauf hingewiesen, dass der Abbau der Wälder und der
Verlust fruchtbarer Böden gleichfalls den Treibhauseffekt anheizen, im
Gegenzug Wälder und Böden immer weniger Kohlendioxid binden können.
Autor: Univ.-Prof. Dr. Werner Katzmann (geb. 6. Mai 1943 gest. 28.
Februar 2004 )
hat sich als Visionär und Vordenker Zeit seines Lebens für die
Umweltbildung engagiert,
Fehlentwicklungen mutig aufgezeigt und durch seine offene und mitreißende
Art viele zum kritischen Nachdenken bewegt.
http://members.vienna.at/bioware/wkatzmann.htm
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*) Ein Buchtipp dazu:
Hans-Peter Rodenberg: See in Not. Die größte Nahrungsquelles des Planeten:
eine Bestandsaufnahme. 2004 marebuchverlag. € 29,90
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Fri Dec 10 23:20:52 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 11 Dec 2004 00:20:52 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 178 - RB 115 - Hans A. Pestalozzi: Aufruf zur Rebellion.
Nachrufe
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041210235450.026388a0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 178 - 115. Rundbrief - Hans A. Pestalozzi (1929 - 2004):
Aufruf zur Rebellion. Auszug (veröffentlicht 1982). Matthias Reichl:
Erinnerungen an HAP; swissinfo: Einsamer Tod eines wirtschaftskritischen
Managers; Frederic Vester Stiftung: Nachruf und Vesters Beitrag zu
Pestalozzis Buch "nach uns die Sintflut".
Bad Ischl, 11.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Aufruf zur Rebellion
Hans A. Pestalozzi (1982)
Sie behaupten, sie wollten den Frieden - und bereiten den Krieg vor.
Sie behaupten, sie müßten den Krieg vorbereiten, um den Frieden zu
schützen, und verschweigen, daß diese Formel noch immer zu Krieg geführt hat.
Sie behaupten, sie wollten unsere Souveränität schützen, und machen uns vom
Ausland abhängig.
Sie behaupten, sie wollten das Volk schützen, und provozieren seine
Vernichtung.
Sie behaupten, vor dem Regime in Moskau auf der Hut sein zu müssen, und
liefern uns dem Regime in Washington aus.
Sie behaupten heute, gegen die kommunistische Weltrevolution kämpfen zu
müssen, und behaupten morgen, das Sowjetsystem sei am Ende.
Sie behaupten, mit dem Bundesgrenzschutz die Grenzen der Republik
verteidigen zu müssen, und setzen ihn gegen die eigenen Bürger ein.
Sie behaupten, uns vor totalitären Staaten schützen zu müssen, und arbeiten
mit faschistischen Regimes zusammen.
Sie werfen uns »Zerstörung des politischen Friedens« vor, und meinen
Polizeieinsatz gegen Andersdenkende.
Sie predigen Dialog, und drohen mit dem Rücktritt.
Sie geben sich demokratisch, und verbieten die Teilnahme an
Demonstrationen. Sie loben den Schutz der Minderheiten, und berufen sich
auf eine angebliche schweigende Mehrheit. Sie pochen auf die Ganzheit der
Demokratie, und schließen die Randgruppen aus.
Sie werfen uns vor, kritiklos irgendwelchen Drahtziehern zu folgen, und
knieten zwölf Jahre vor dem »Führer«...
Sie geben vor, den Rechtsstaat schützen zu müssen, und verhaften unsere
Nachkommen gleich massenhaft.
Sie berufen sich auf internationale Abmachungen, und knallen uns mit
chemischen Waffen nieder, die im Kriegsfall verboten sind...
Widerstandsfähig sind nur die Rebellen.
Die schweigende Mehrheit - die Angepaßten - passen sich unverzüglich auch
einem neuen Herrscher an.
Rebellen bleiben Rebellen.
Wollt ihr überleben?
Dann rebelliert!
Hier und jetzt!
Auszug aus: http://www.sterneck.net/cybertribe/pestalozzi
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Bewegte Erinnerungen an Hans A. Pestalozzi (HAP)
Matthias Reichl
Seit unserem ersten Treffen mit HAP 1982 bei einer von uns mitorganisierten
originellen Aktion waren wir irgendwie befreundet, auch wenn wir uns nur
selten trafen und auch wenig korrespondierten. Auch wir haben seine
Entscheidung mit Bedauern respektiert, sich aus seiner Rolle des Agitators
und Provokateurs in seine selbstgewählte Einsamkeit zurückzuziehen. Er wäre
für uns und die weltweiten Bewegungen - gerade in diesen kritischen Zeiten
- ein unverzichtbarer Sprecher. Andererseits sind wir froh, dass - z.B. bei
den globalisierungsgegnerischen Bewegungen - ähnlich engagierte Leute, auch
aus dem "Süden", HAPs radikale Ausdrucksweise auf ihre Situation übersetzen.
(Aus meinem Brief an seine Tochter Bettina, August 2004)
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Einsamer Tod eines wirtschaftskritischen Managers
swissinfo 27. Juli 2004 13:32
Der Manager, ehemalige Leiter des Gottlieb Duttweiler Instituts,
Wirtschaftskritiker und freie Publizist Hans A. Pestalozzi ist tot.
Mit Sachbuch-Bestsellern wie "Nach uns die Zukunft" oder "Auf die Bäume ihr
Affen" wurde Pestalozzi einer breiten Öffentlichkeit bekannt.
Hans A. Pestalozzi wurde 1929 als Sohn eines Theologen und einer
Frauenrechtlerin geboren. Nach dem Abschluss an der Hochschule St. Gallen
kam er 1955 als persönlicher Sekretär zum Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler.
1966 bis 1979 leitete er das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI)in
Rüschlikon und machte es zu einer international bekannten Denkfabrik, heute
als Think Tank bezeichnet. Seine Aufgabe bestand darin, Schwachstellen der
Wachstums- und Konsumgesellschaft aufzuspüren und "Alternativen zu den
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zielsetzungen" zu entwickeln. Als
er dies, ab 1977 auch in Vorträgen immer kompromissloser und radikaler tat,
wurde er entlassen.
In einem Film von Franz Deubzer sagte Pestalozzi später: "Wir waren die
Hofnarren der Wirtschaft, hoch angesehen. Aber der Hofnarr hat den
Nachteil, dass er die Wahrheit immer nur dem König sagen durfte."
Zweite Karriere
Nun begann der Ex-Manager seine zweite Karriere als "freier Publizist und
autonomer Agitator". Der Film "Pestalozzi" von Roman Brodmann machte ihn
über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Seine erstes Buch "Nach uns die
Zukunft Von der positiven Subversion" wurde ein Bestseller.
Pestalozzi legte sich auch mit dem nationalen Heiligtum an, der Schweizer
Armee. 1982 gab der ehemalige Bataillons-Kommandant das Buch "Rettet die
Schweiz, schafft die Armee ab" heraus.
Als autonomer Agitator engagierte er sich Anfang der 80er-Jahre im
"Migros-Frühling". Diese Oppositionsgruppe wollte im Juni 1980 offene
Migros-Wahlen erzwingen und eigene Kandidaten und Kandidatinnen aufbauen,
und damit über die Verwendung des "Sozialen Kapitals" mitbestimmen.
"Edel-Aussteiger"
Neben der Tätigkeit als Sachbuchautor hielt Pestalozzi bis 1996 Vorträge im
In- und Ausland.
"Hans A. Pestalozzi. Schweizer Rebell" definierte ihn das alternative
Online-Projekt Coforum.de, "Alt Revoluzzer" apostrophierte ihn die Presse,
gelegentlich auch als "Edel-Aussteiger". In den letzten Jahren äusserte
sich Pestalozzi nur noch selten in der Öffentlichkeit. Er zog sich immer
mehr zurück.
Vom Erlös seines Erstlings kaufte sich Hans A. Pestalozzi das "Heimetli" im
Steintal bei Wattwil im Toggenburg. Dort versorgte er sich seit 1984
praktisch selbst und starb vorige Woche als Einsiedler.
http://www.swissinfo.org/sde/swissinfo.html?siteSect=105&sid=5107818
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Zum Tod von Hans A. Pestalozzi am 14. Juli 2004
In einem Vorwort zu dem Buch von Hans A. Pestalozzi "Nach uns die Zukunft"
schreibt Frederic Vester unter dem Titel "Ein aufbauender Rebell":
"Um Hans A. Pestalozzi zu charakterisieren, seine Arbeit, seine Wirkung zu
beschreiben, müsste man am ehesten ihn selbst zitieren. Genau das geschieht
aber mit dieser Sammlung seiner markantesten zeitkritischen Vorträge. In
vielen Fällen versteht man unter solch einer Sammlung etwas
Langatmig-Langweiliges. Ausgewogene Analysen, die gedruckt schon gar nicht
zu genießen sind. Wir alle haben solche Vorträge über uns ergehen lassen,
von Festrednern, Präsidenten, oft musikalisch umrahmt, Opening Addresses zu
Jahresversammlungen oder Fachtagungen und sind teilweise dabei eingenickt.
Anders hier. In diesem Fall spricht ein Rebell, eine Stimme, die aufhorchen
lässt, durch ihre Unerschrockenheit verblüfft. Und es spricht nicht nur ein
Rebell, ein protestierender, niederreissender, sondern gleichzeitig ein
Pionier; ein aufbauender Rebell also, dessen von Verantwortung getragene
Analysen in packende Erkenntnis übergehen und von dort in handfeste
Orientierungshilfen."
Hans A. Pestalozzi war übrigens der erste, der mit seinem Gottlieb
Duttweiler Institut eine Trägerschaft für die große Wanderausstellung von
Frederic Vester "Unsere Welt ein vernetztes System" übernahm, weil er darin
ein wichtiges Aufklärungsinstrument sah.
http://www.frederic-vester.de/Pestalozzi.htm
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
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e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Sat Dec 11 11:28:41 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 11 Dec 2004 12:28:41 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 179 - RB 115 - Arafats Tod, Gewalt gegen Mustafa
Barghouthi.
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041211122150.028f0eb0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 179 - 115. Rundbrief - Uri Avnery: Freue dich nicht
(Über Yasser Arafats Tod - Zitate); Matthias Reichl: Meine Fragen an Yasser
Arafat (bei seiner Pressekonferenz Anfang der 90er Jahre); The Palestine
Monitor: Israels Militär verletzt palästinensischen
Präsidentschaftskandidaten und Begleitung.
Bad Ischl, 11.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Freue dich nicht (Über Yasser Arafats Tod)
Uri Avnery
(Zitate aus Info 163)
...Die Dämonisierung des palästinensischen Nationalführers (Yasser Arafat),
die seit Jahrzehnten ein Kernstück israelischer Propaganda gewesen ist,
geht nun auch noch über seinen Tod hinaus. Es scheint, dass die 37 Jahre
als Besatzer unsere Gesellschaft entmenschlicht und ihr sogar das
allgemeine Anstandsgefühl genommen haben...
Kein arabischer Führer - und sehr wenige Führer der Welt - weckte solch
tiefe Liebe und Bewunderung seines Volkes wie dieser Mann, den die Israelis
als wahrhaftiges Monster in Menschengestalt betrachten. Die Palästinenser
vertrauten ihm, verließen sich auf ihn, ließen ihn alle großen, mutigen
Entscheidungen fällen, holten sich von ihm die Kraft, um den unerträglichen
Bedingungen einer brutalen Besatzung stand halten zu können. Jetzt finden
sie sich - unvorstellbar - auf einmal allein wie Verwaiste in einer vom
Tode dieses einen Mannes für sie veränderten Welt. Er hinterlässt eine
große Lücke...
Im Augenblick sind die Palästinenser in ihrem Vorsatz vereinigt, der Welt
zu zeigen, dass sie mit der Krisis in einer zivilisierten und
verantwortlichen Weise fertig werden können. Dies könnte für Israel (und
natürlich auch für die Vereinigten Staaten) eine Chance werden, mit dem
palästinensischen Volk ein neues Kapitel ihrer Beziehungen aufzuschlagen.
Was könnte getan werden? Nun, da sollte es neue Zeichen des guten Willens
geben mit solchen Gesten wie einer Massenentlassung palästinensischer
Gefangener, einschließlich des sehr geachteten Marwan Barghouti, der zu
fünffach lebenslänglich verurteilt wurde. Belagerungen sollten aufgehoben
und militärische Operationen wenigstens eingeschränkt werden.
Friedensverhandlungen sollten für die nächste Zukunft angekündigt werden...
Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert.
www.uri-avnery.de, 13.11.2004
(Auszüge - der ganze Text steht im Info 163)
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Meine Fragen an Yasser Arafat
Matthias Reichl
Gush Shaloms bewegende Botschaft an Yasser Arafat (siehe Info 156) drückt
auch meine Gefühle aus. Ich erinnerte mich daran, dass ich irgendwann
Anfang der 90er Jahre das Glück hatte, über Bekannte den Zutritt zu Arafats
Pressekonferenz im Wiener Hotel Imperial zu bekommen. Seine Begleiter
bemühten sich, eine seriöse, strukturierte Gesprächsatmosphäre zu schaffen,
doch die Journalisten fragten wie gewohnt nur unkoordiniert nach
nebensächlichen Aktualitäten.
Zum Schluß bemerkte einer von Arafats Begleitern mein schüchternes
Handzeichen und ließ mich die letzte Frage stellen. Von meinen zwei heiklen
Fragen nach gewaltfreien Strategien in der Intifada und nach seinen
Vorstellungen eines friedlichen Zusammenlebens zwischen Palästinensern und
Israelis beantwortete er nur die erste.
Damals konnte er glaubwürdig darauf hinweisen, dass - abgesehen von den
verständlichen Steinwürfen Jugendlicher - keine aktiven Gewalttaten von
seiten der Palästinenser geplant ausgeführt wurden. Er gab ehrlich zu, dass
seine Leute mit Gewehren bewaffnet seien (die sie zum Teil sogar von
Israelis erhalten hatten). Angesichts der Provokationen durch israelisches
Militär und deren Politiker konnte er nicht voraussagen, wie lange die
Leute seine Order, nicht zu schießen, befolgen würden. Mich beeindruckte
sehr seine Ernsthaftigkeit, Offenheit und die persönlich gehaltene Antwort.
Vielleicht war er angesichts der anderen Fragesteller auch froh über die
abschließende Wende zu tiefergehenden Fragen. Ich kann mich daher auch gut
in die Schilderungen von Uri Avnery und Gush Shalom von ihren Dialogtreffen
einfühlen.
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Israels Militär verletzt palästinensischen Präsidentschaftskandidaten und
Begleitung
Insgesamt sind für die Abstimmung am 9. Januar zehn Kandidaten zugelassen,
wie die palästinensische Wahlkommission bekannt gab. Bekanntester Bewerber
neben PLO-Chef Mahmud Abbas und Marwan Barghuti ist dessen entfernter
Verwandter Mustafa Barghuti, der sich für eine Demokratisierung der
palästinensischen Institutionen einsetzt. 71 Prozent der stimmberechtigten
Palästinenser, rund 1,3 Millionen Menschen, haben sich als Wähler
registrieren lassen.
From: Bill Thomson (USA)
Sent: Thursday, December 09, 2004 9:13 AM
Dr. Mustafa Barghouthi, who many of us know well, was beaten yesterday at
an Israeli checkpoint. This is not the first time Dr. Barghouthi has been
injured by the Israelis, but it is his first beating while campaigning for
the Palestinian presidency.
As is noted in the report below, "If the presidential candidates themselves
are forced to endure such violence and humiliation, it is unlikely that the
remaining Palestinian population, who face these hardships on a daily
basis, will be granted the necessary freedom to vote."
Please contact your member of Congress and your senators immediately, and
ask that they hold Israel to appropriate standards in the treatment of
Palestinian presidential candidates, as well as the entire Palestinian
population.
Peace, Bill
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The Palestine Monitor A PNGO Information Clearinghouse
URGENT ACTION ALERT
Presidential Candidate Attacked by Israeli Forces
http://www.palestinemonitor.org/new_web/december_update_archive.htm#mustafa
Wednesday, 8th December 2004
Dr Mustafa Barghouthi, prominent democratic candidate in the upcoming
Palestinian presidential election, is tonight receiving medical care in
Ramallah's Sheikh Zayed Hospital after being beaten to the ground by
Israeli soldiers at a checkpoint outside Jenin.
Dr. Barghouthi was stopped at the Jaba checkpoint outside the northern West
Bank city of Jenin and refused passage to return to his home city of
Ramallah. After being forced from their cars at gunpoint, his group faced a
barrage of abuse and random beatings. Lu'ai Arafat received several blows
to the head with the butt of a rifle. As soldiers began to beat Dr. Allam
Jarrar, Dr. Barghouthi stepped in to intervene and received a severe
beating to his back during which he fell to the ground. The other staff
were also forced to the ground and all six were made to remain face down
for more than an hour.
This is the second time in a week that this presidential candidate has been
prevented from traveling between towns in the West Bank. On Monday Dr.
Barghouthi was held at gunpoint at a checkpoint on Al-Shuhada St. in Hebron
and prevented from reaching the Palestinian neighborhood of Tel Al-Armeda.
Dr. Barghouthi commented after this instance that he had experienced the
worst of the humiliation and abuse Palestinians are experiencing at the 700
Israeli checkpoints within the West Bank. He urged the international
community to intervene not only to enable the elections but also to
immediately halt this abhorrent treatment of Palestinian civilians.
Only last month US Secretary of State Colin Powell promised Palestinians
full American support for elections, and Israel made assurances that it
would aid the elections by easing travel restrictions. On November 22nd
Israeli Foreign Minister Silvan Shalom stated that it was in Israel's
interest to see that the Palestinian elections go forward, that "Israel
will do everything in its power to ensure their smooth running," and that
Palestinians would have "freedom of movement."
Today's events clearly show Israel's blatant efforts to obstruct the
Palestinian democratic elections, once again demonstrating their disregard
for human rights. If the presidential candidates themselves are forced to
endure such violence and humiliation, it is unlikely that the remaining
Palestinian population, who face these hardships on a daily basis, will be
granted the necessary freedom to vote.
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sat Dec 11 11:51:55 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sat, 11 Dec 2004 12:51:55 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 180 - RB 115 - Buchtipps
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041211124829.02618eb0@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 180 - 115. Rundbrief - Buchtipps; Paul Jaeg: in vielen
ländern; Grundeinkommen in Österreich
Bad Ischl, 11.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Buchtipps
Neue Bücher und Materialien in unserer Bibliothek
1. VERGANGENHEIT - GEGENWART - ZUKUNFT - PHILOSOPHIE
Johannes Thiele (Hrsg.): Das Buch der Deutschen. Alles, was man kennen
muss. (Relevante politische und literarische Texte aus Deutschland). 2004
Gustav Lübbe Verlag. € 24,90
Thomas Lange/ Thomas Lux: Historisches Lernen im Archiv. 2004 Wochenschau
Verlag Dr. Kurt Debus. € 14,30
Das große dpa-Bildarchiv. Das bewegte die Welt (in Schwarz-weiß- und
Farbaufnahmen seit Anfang des 20. Jahrhunderts). 2004 Area Verlag. € 24,95
2. POLITIK - SOZIALISMUS - MEDIEN - KULTUR - KUNST
Noam Chomsky: Neue Weltordnungen. Vom Kolonialismus bis zum Big Mac (über
die imperiale Politik unter US-Dominanz). 2004 Europa Verlag. € 17,90
Matthias Pöhlmann (Hg.): "Traue niemandem!" Verschwörungstheorien,
Geheimwissen, Neomythen. EZW-Texte Nr. 177. 2004 EZW - Evangelische
Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (Auguststr. 80, D-10117
Berlin). Kostenlos
Salman Rushdie: Überschreiten Sie diese Grenze! Schriften 1992 - 2002. 2004
Rowohlt Verlag. € 24,90
Harald Fidler: Im Vorhof der Schlacht. Österreichs alte Medienmonopole und
neue Zeitungskriege. 2004 Falter Verlag. € 22,-
Elisabeth Hurth: "Alle Toten auf ihre Plätze!" Die mediale Inszenierung des
Todes. 2004 Matthias Grünewald Verlag. € 14,80
3. POLITISCH ARBEITEN UND ORGANISIEREN - ALTERNATIVE PROJEKTE
Iain Bruce (ed.): The Porto Alegre Alternative. Direct Democracy in Action.
2004 Pluto Press. € 16,50
Gerd Meyer/ Ulrich Dovermann/ Siegfried Frech/ Günther Gugel (Hg.):
Zivilcourage lernen. Analysen - Modell - Arbeitshilfen. Mit CD-ROM
"Konflikte XXL". 2004 Verein für Friedenspädagogik Tübingen. € 22,-
Dr. Helmut Wiegand (Hg.): Theater im Dialog: heiter, aufmüpfig und
demokratisch. Deutsche und europäische Anwendungen des Theaters der
Unterdrückten. 2004 ibidem-Verlag. € 29,80
Geseko von Lüpke: Politik des Herzens. Nachhaltige Konzepte für das 21.
Jahrhundert. Gespräche mit den Weisen unserer Zeit (darunter viele
Alternative Nobelpreisträger). 2003 Arun Verlag. € 16,-
Joachim Sikora (Hrsg.): Vision Reader. Von der gesellschaftlichen Vision
zur politischen Programmatik. In Zusammenarbeit mit dem "Forum für Kirche
und Politik" und "Initiative Zukunft". (Mit Initiativen-Infos.) 2004
Katholisch Soziales Institut (Selhofer Str. 11, D-53604 BAD HONNEF).
5. FRIEDE - KRIEG - MILITÄR - WEHRDIENSTVERWEIGERUNG - RÜSTUNG
Ivan Nagel: Das Falschwörterbuch. Krieg und Lüge im Jahrhundertbeginn. 2004
BvT Nr. 0105. € 7,50
Ulrich Ladurner: Tausendundein Krieg. Begegnungen am Persischen Golf. (Über
Opfer der Kriege im Irak und Iran). 2004 NP-Verlag. € 19,90
Seymour M. Hersh: Die Befehlskette. Vom 11. September bis Abu Ghraib. (Von
den USA in den Irak.) 2004 Rowohlt Verlag. € 14,90
7. FASCHISMUS - NATIONALSOZIALISMUS - ZWEITER WELTKRIEG
Richard Rhodes: Die deutschen Mörder. Die SS-Einsatzgruppen und der
Holocaust. 2004 Lübbe Verlag. € 26,90
8. POPULISMUS - NATIONALISMUS - RECHTSEXTREMISMUS - RASSISMUS
Yury Winterberg mit Jan Peter: Der Rebell. Odfried Hepp - Neonazi,
Terrorist, Aussteiger (aus deutschen und internationalen
rechtsextremistischen Terroristen-Netzen). 2004 Lübbe Verlag. € 19,90
Philipp Gessler: Der neue Antisemitismus. Hinter den Kulissen der
Normalität. (Ein taz-Redakteur mit inakzeptablen Vorurteilen gegen - linke
- Gegner von Globalisierung und israelischer Unterdrückungspolitik). 2004
Herder TB Nr. 5493. € 9,90
Neuer Antisemitismus? Eine globale Debatte. Hrsg. v. Doron Rabinovici,
Ulrich Speck u. Nathan Sznaider. (Mit teilweise frag-würdigen Texten.)2004
es 2386. € 12,50
9. MENSCHENRECHTE - MINDERHEITEN - FLÜCHTLINGE - MIGRANTEN- SICHERHEIT - TERROR
Menschenrechte im Kulturvergleich. Mitteilungen Nr. 1-2/2004. Hg. Institut
für Wissenschaft und Kunst (Bergg. 17/1, A-1090 Wien). € 12,50
10. MANAGEMENT - WIRTSCHAFT - ARBEIT - LANDWIRTSCHAFT
André Gorz: Wissen, Wert und Kapital. Zur Kritik der Wissensökonomie. 2004
Rotpunkt Verlag. € 15,50
Joachim Sikora/ Günter Hoffmann: Vision einer Gemeinwohl-Ökonomie - auf der
Grundlage einer komplementären Zeit-Währung. 2001 Katholisch Soziales
Institut (Selhofer Str. 11, D-53604 BAD HONNEF). € 10,-
Vandana Shiva: Geraubte Ernte. Biodiversität und Ernährungspolitik. 2004
Rotpunkt Verlag. sFr 28,-
11. SOZIALES - RANDGRUPPEN
Friedhelm Hengsbach: Das Reformspektakel. Warum der menschliche Faktor mehr
Respekt verdient. 2004 Herder TB Nr. 5544. € 9,90
D. Döring/ M. Holztrattner/ C. Sedmak (Hrsg.): Working Papers facing
poverty 04. 2004 Clemens Sedmak - Poverty Research Group (Franziskanerg. 1,
A-5020 Salzburg).
Andreas Bammer/ Thomas Böhler: Best Practices - Auf dem Weg zu einem neuen
Verständnis. Working Papers 05. 2004 Poverty Research Group
Salzburg. Kostenlos
Thomas Böhler: Der Fähigkeiten-Ansatz von Amartya Sen und die "Bevorzugte
Option für die Armen" in der Befreiungstheologie. Zwei Ansätze auf dem Weg
zur ethischen Begründung von Armutsforschung und Armutsreduktion. Working
Papers facing poverty 06. 2004 Poverty Research Group Salzburg
Thomas Böhler/ Clemens Sedmak: Armutsforschung und Armutsminderung - eine
Bestandsaufnahme aus einem ethischen Blickwinkel. Working Papers facing
poverty 07. 2004 Poverty Research Group Salzburg
Andreas Exenberger/ Josef Nussbaumer: Über praktische und theoretische
Armut. Vom Vergessen wichtiger Fährten in der Ökonomik und von ihrer
aktuellen Relevanz. Working Paper facing poverty 08. 2004 Poverty Research
Group Salzburg
(Karikatur: Aus: "Publik-Forum" 2004 - Nr. 7)
13. UMWELT - NATURSCHUTZ - GENTECHNIK
Josef H. Reichholf: Der Tanz um das goldene Kalb. Der Ökokolonialismus
Europas. 2004 Verlag Klaus Wagenbach. € 19,50
Hans-Peter Rodenberg: See in Not. Die größte Nahrungsquelles des Planeten:
eine Bestandsaufnahme. 2004 marebuchverlag. € 29,90
Dominique Lapierre/ Javier Moro: Zwölf nach zwölf in Bhopal. Die größte
Giftgaskatastrophe aller Zeiten. 2004 Europa Verlag. € 22.90
14. GESUNDHEIT - ERNÄHRUNG
Oskar Meggeneder (Hg.): Reformbedarf und Reformwirklichkeit des
österrreichischen Gesundheitswesens. Was sagt die Wissenschaft dazu? 2004
Mabuse Verlag. € 22,90
16. ENERGIE - ATOMTECHNOLOGIE
S.P. Udayakumar: The Koodankulan Handbook. (On Nuclear Power Plants and
Nuclear Weapons in India). 2004 Transcend South Asia (42/27 Esankai Mani
Veethy, Parakkai Road, Nagercoil 629 002, Tamil Nadu, Indien). € 10,- +
Versandkosten
17. PÄDAGOGIK - BILDUNG
Leo Tolstoi: Libertäre Volksbildung. Neu hrsg. v. Ulrich Klemm. 2004
Edition AV. € 14,-
Ulrich Klemm: Francisco Ferrer. Ein libertärer Schulreformer im Kontext der
Bildungsgeschichte (Ende 19. und Anfang 20. Jhdt. in Spanien und
europaweit). Espero-Sonderheft 11. 2004 Edition Anares & espero (Postfach,
CH-3652 Hilterfingen). € 5,-
Ulrike Greb: Erziehung und Paranoia. Eine erkenntniskritische Studie zum
Fall Schreber. 2004 Mabuse Verlag. € 20,-
18. PSYCHOLOGIE
Peter Collett: Ich sehe was, was du nicht sagst. So deuten Sie die Gesten
anderer - und wissen, was diese wirklich denken. 2004 Ehrenwirth Verlag. €
19,90
Verena Kast: Sisyphos. Vom Festhalten und Loslassen (in der Lebensmitte).
2004 Kreuz Verlag. € 16,90
21. RELIGIONEN - SPIRITUALITÄT - SEKTEN
Dorothee Sölle: Wo Liebe ist, da ist Gott. Eine Meditation in Texten,
Bildern und Musik. Gesprochen von Fulbert Steffensky und Margot Käßmann.
Mit CD. 2004 Verlag Herder. € 20,50
Ilaitia Sevati Tuwere: Theologie im Kontext des pazifischen Lebensraums.
2004 Verlag Herder. € 24,90
Andreas Fincke (Hg.): Woran glaubt, wer nicht glaubt? Lebens- und
Weltbilder von Freidenkern, Konfessionslosen und Atheisten in
Selbstaussagen. EZW-Texte Nr. 176. 2004 EZW - Evangelische Zentralstelle
für Weltanschauungsfragen (Auguststr. 80, D-10117 BERLIN). Kostenlos
22. CHRISTENTUM
Dorothee Sölle: Das Lesebuch. Fragmente einer neuen Theologie. Textauswahl
v. Ursula Baltz-Otto. 2004 Kreuz Verlag. € 22,00
23. ENTWICKLUNGSPOLITIK - GLOBALISIERUNG - DRITTE WELT
Christoph Burgmer/ Stefan Fuchs (Hg.): Global Total. Eine Bilanz der
Globalisierung. Neue Kleine Bibliothek 101. 2004 PapyRossa Verlag. € 14,80
Noam Chomsky: Pirates and Emperors. Terrorismus in der "Neuen Weltordnung".
(Texte aus 1986 - 2002). 2004 Trotzdem Verlag. € 16,-
Peter Niggli: Nach der Globalisierung. Entwicklungspolitik im 21.
Jahrhundert (ein Konzept der Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke in der
Schweiz). 2004 Rotpunktverlag. sFr 18,-
Informationsgesellschaft und internationale Zusammenarbeit -
Development.com. Schweizerisches Jahrbuch für Entwicklungspolitik 2003. Mit
CD-ROM in Engl./ Franz./ Deutsch/ Span. Hg. v. iuéd genéve. 2003 iuéd -
Institut Universitaire d'études du developpement (Case postale 136, CH-1211
Geneve 21). ISSN 1660-5926. CHF 30,-
Schweizerisches Jahrbuch für Entwicklungspolitik 2003. Fakten und
Statistiken. Band 22, Nr. 1. Hg. v. iuéd genéve. 2003 ISBN
2-88247-050-3. CHF 40,-
60 Jahre Bretton Woods. Wege in eine gerechtere Welt. Red. Martin Janata/
Sigrid Rosenberger. 2004 Zukunfts- und Kulturwerkstätte (Schönlaterng. 9,
A-1010 WIEN). € 5,-
Bernhard Zangl/ Michael Zürn (Hg.): Verrechtlichung - Baustein für Global
Governance? EINE WELT-Texte Bd. 18. J.H.W. Dietz Verlag. € 12,70
Who Owns the Knowledge Economy? Political Organising Behind TRIPS. Briefing
32. 2004 Ed. The Corner House (PO. Box 3137, Sturminster Newton, Dorset
DT10 1YJ, GB)
Gertrude Eigelsreiter-Jashari: Frauenwelten - Frauensolidarität.
Reflexionen über Nord-Süd-Begegnungsreisen. 2004 Brandes & Apsel Verlag. €
17,90
24. EUROPA - EU
Europa neu begründen. Kulturelle Dimensionen im Integrations- und
Erweiterungsprozess. 125. Bergedorfer Gesprächskreis in Hamburg. 2003
edition Körber-Stiftung. € 11,-
Dietmar D. Winkler/ Wilfried Nausner (Hg.): Oikos Europa zwischen Oikonomia
und Oikumene. Globale Marktwirtschaft, EU-Erweiterung und christliche
Verantwortung. Pro Oriente Bd. XXVIII. 2004 Tyrolia Verlag. € 17,-
25. DEUTSCHLAND - ÖSTERREICH
Friedrich Schorlemmer: Zeitansagen. (Kritische Texte des evang. Theologen
zur DDR, der "Deutschen Wende" und den "freien Westen".) 1999 Siedler/
Goldmann TB Nr. 75540. € 10,-
Hans Magenschab: Die große Flut oder Die Errettung Mitteleuropas durch den
Kabinettsdirektor Dr. Tuzzi. (Satire über österreichische Politik und
Gesellschaft). 2004 NP-Verlag. € 19,90
Gerfried Sperl: Der Machtwechsel. Österreichs politische Krise zu Beginn
des 3. Jahrtausends. 2000 Molden Verlag. € 23,89
27. NAHER OSTEN - ASIEN - AUSTRALIEN - OZEANIEN
Ted Honderich: Nach dem Terror. Ein Traktat (u.a. zum
palästinensisch-israelischen Konflikt). 2004 Abraham Melzer Verlag, SEMIT
edition. € 14,95
Eyal Ofer: Die Mauer. Israel - Palästina. Ein Bildband mit Beiträgen von
Uri Avnery, Eyal Ofer, Manuela Dviri, Freimut Duve und Oswald de Winter.
2004 Abraham Melzer Verlag, SEMIT edition. € 9,95
Volker Perthes: Geheime Gärten. Die neue arabische Welt. 2004 Goldmann TB
Nr. 15274. € 11,95
Katajun Amirpur/ Reinhard Witzke: Schauplatz Iran. Ein Report. 2004 Herder
TB Nr. 5535. € 8,90
Hyondok Choe/ Du-Yul Song/ Rainer Werning (Hg.): Wohin steuert Nordkorea?
Soziale Verhältnisse - Entwicklungstendenzen - Perspektiven. 2004 PapyRossa
Verlag. € 15,-
28. AFRIKA
Zweifelhafte Beratung. Der Einfluss der Weltbank auf Minengesetze in Afrika
- menschenrechtliche Anmerkungen. 2004 Hg. FIAN Deutschland (Overwegstr.
31, D-44625 HERNE). € 4,- + Versand
How Northern Donors Promote Corruption. Tales From the New Mozambique.
Briefing 33. 2004 Ed. The Corner House (PO. Box 3137, Sturminster Newton,
Dorset DT10 1YJ, GB)
29. NORD- UND LATEINAMERIKA
Eva Schweitzer: Amerika und der Holocaust. Die verschwiegene Geschichte
(der Kooperation zwischen US-Eliten und Nazi-Deutschland). 2004 Knaur TB
Nr. 77784. € 12,90
Chalmers Johnson: Der Selbstmord der amerikanischen Demokratie. 2004 Karl
Blessing Verlag. € 23,-
Ernesto Cardenal: Im Herzen der Revolution. Erinnerungen Bd. 3 (bis 1990).
2004 Peter Hammer Verlag. € 25,-
Hans Hubert Abendroth: Der "Wasserkrieg" von Cochabamba. Zur
Auseinandersetzung um die Privatisierung einer Wasserversorgung in
Bolivien. Informationen zur Umweltpolitik 161. 2004 Kammer für Arbeiter und
Angestellte Wien (Prinz-Eugen-Str. 20-22, A-1040 WIEN). Kostenlos.
30. INDIGENE VÖLKER
Barbara Thaler: Biopiraterie und Indigener Widerstand. Mit Beispielen aus
Mexiko. Beiträge zur Dissidenz Bd. 13. Hrsg. v. Claudia von Werlhof. 2004
Peter Lang Verlag. € 24,50
31. LITERATUR - KARIKATUREN
Imre Kertész: Detektivgeschichte. (Exemplarische Erzählung aus 1977 über
einen Polizisten und Folterer in Lateinamerika). 2004 Rowohlt Verlag. € 12,90
José Saramago: Der Doppelgänger. Roman (über einen mysteriösen geklonten
Durchschnittsbürger). 2004 Rowohlt Verlag. € 22,90
Konstantin Wecker: Der Klang der ungespielten Töne. Roman (über den
Bewußtseinswandel eines deutschen Musikers). 2004 Ullstein Verlag. € 15,-
Stefan Weidner: Erlesener Orient. Ein Führer durch die Literaturen der
islamischen Welt. 2004 Edition selene. € 22,-
Elias Canetti: Die Stimmen von Marrakesch. Aufzeichnungen nach einer Reise
(1968). 2004 Süddeutsche Zeitung - Bibliothek. € 4,95
Klaus Wagenbach: Mein Italien, kreuz und quer. (Gesammelte Texte von
Italienern). 2004 Verlag Klaus Wagenbach. € 14,50
Stefano Benni: Der Zeitenspringer. Roman (aus der italienischen Provinz).
2004 Verlag Klaus Wagenbach. € 23,20
Arto Paasilinna: Der wunderbare Massenselbstmord. Roman (über einen
gemeinschaftlichen Tod in Finnland). 2004 BLT Nr. 92168. € 7,90
Arto Paasilinna: Im Jenseits ist die Hölle los. Roman (Erfahrungen des
Geistes eines verunglückten Finnen). 2004 edition lübbe. € 14,-
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in vielen ländern
du
auf freien plätzen werden wir uns nie treffen werden
da trifft uns keine schuld und traf uns ja auch nie
Paul Jaeg (1995)
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Grundeinkommen in Österreich
Das österreichische Netzwerk Grundeinkommen setzte sich kürzlich mit der
Grundversorgung im Alter auseinander.
Mehr darüber ist auf ihrer homepage www.grundeinkommen.at zu finden.
(Den Text von Clóvis Zimmermann "Grundeinkommen für alle - in Brasilien"
findet ihr im Info 157)
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sun Dec 12 08:06:13 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 12 Dec 2004 09:06:13 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 181 - RB 115 - Frei Bettos Ruecktritt; PT Wahlverluste
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041212090601.02633130@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 181 - 115. Rundbrief - Matthias Reichl: Frei Bettos
Rücktritt, brasilianischer Befreiungstheologe zieht sich aus Lulas Umfeld
zurück; Hermann Dworczak: Lulas Arbeiterpartei PT verliert Porto Alegre,
Brasilien - Kommunalwahlen
Bad Ischl, 12.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Frei Bettos Rücktritt
Befreiungstheologe zieht sich aus Lulas Umfeld zurück
(Zum Text "Zero Hunger Social Moblilization in Brasilien. Sozialpolitik des
brasilianischen Präsidenten Lula. Vortrag von Frei Betto" im "Rundbrief"
Nr. 114, Seite 11 - 14; Info 150.)
Der Befreiungstheologe Frei Betto tritt als Berater von Brasiliens
Staatschef Luis Inacio "Lula" da Silva zurück.. Zwar vermied der 60-jährige
am Wochenende zunächst jede öffentliche Stellungnahme. Mehrfach hatte er
jedoch den als neoliberal geltenden Regierungskurs hart kritisiert. In den
vergangenen Tagen gaben mehrere progressive Freunde "Lulas" ihre
Regierungsposten auf oder wurden entlassen. Frei Betto hatte sich für die
Regierung dem Anti-Hunger-Programm gewidmet, konnte sich aber dem Vernehmen
nach mit seinen Auffassungen nicht durchsetzen. Anselm Meyer-Arnz vom
bischöflichen Hilfswerk Misereor wertet Bettos Rücktritt... nicht als
Absage an die Regierung. "Der Rücktritt von Frei Betto kam nicht wirklich
überraschend. Es hat damit zu tun, dass die Spielräume, die die Regierung
Lula für die Realisierung einer anderen, an den breiten
Bevölkerungsschichten von Brasilien orientierten Politik angetroffen hat,
denkbar gering waren. Lula hat seine Regierung begonnen, als aufgrund
internationaler Finanzspekulationen der Real quasi ins Bodenlose abgestürzt
war... Letztlich sind aber wesentliche Schritte, die die
Grund-Ungerechtigkeiten der brasilianischen Gesellschaft verändern könnten,
bis jetzt ausgeblieben und konnten nicht stattfinden. Frei Betto hat dem
klar ins Auge geschaut." (Radio Vaticano)
http://www.vaticanradio.org/tedesco/tedarchi/2004/November04/ted23.11.04.htm
...Vor allem mit dem neuen Minister für Sozialentwicklung, Patrus Ananias,
geriet er wiederholt in Konflikt. Lulas Sozialpolitik, darunter seine
Maßnahmen zur Hungerbekämpfung, stehen seit seinem Regierungsantritt vor
knapp zwei Jahren unter Kritik. Hauptvorwürfe waren fehlende Mittel sowie
mangelnde Effizienz und Kontrolle. Frei Betto selbst verteidigte allerdings
noch im Oktober bei einem Wien-Besuch die Politik des brasilianischen
Präsidenten. Lula, so Betto damals, bringe Brasilien weiter. Zugleich
forderte der Theologe dazu auf, dem Präsidenten mehr Zeit zu geben. Die
zwei Jahre seit Amtsantritt Lulas seien "wenig Zeit, um alle Erwartungen zu
erfüllen", sagte der Ordensmann auf einer Veranstaltung der Organisation
"Südwind".
(Aus: orf-online 23.11.2004)
...Als Aufpasser und Vize-Staatschef gab man ihm (Lula) sicherheitshalber
den Milliardär und Großindustriellen Josè Alencar an die Seite - er zählt
zur rechtsgerichteten, von einer Wunderheilersekte dominierten PL (Partido
Liberal). Er ist seit November 2004 auch Verteidigungsminister. Auch die
völlig inkompetente Sozialministerin Benedita da Silva ... von
"Artikulation" (reformistisch-liberaler Flügel), gehört zu einer Sekte,
steht jetzt wegen ihrer vom Steuerzahler finanzierten Luxusreise zu einem
Sektentreffen in Argentinien erneut im Kreuzfeuer der Kritik.
Umweltministerin Marina Silva, von derselben Sekte - ist ebenfalls eine
Riesenpleite; selbst Greenpeace empfiehlt ihr den Rücktritt. Sie konnte im
Herbst 2003 nicht verhindern, dass Lula und ihre Regierungskollegen dem
Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zustimmten...
International kritisiert wurde auch, dass einige führende Aktivisten der
Landlosenbewegung MST als politische Gefangene inhaftiert sind.
(Von Matthias Reichl gekürzt u. redigiert aus: Klaus Hart: Brasilien: Frust
über Lula. Vom 14.11.2003,
http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/Brasilien/hart.html)
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Brasilien - Kommunalwahlen
Lulas Arbeiterpartei PT verliert Porto Alegre
Hermann Dworczak
Die Stadt Porto Alegre , bekannt für seine "partizipative Demokratie" und
als Austragungsort mehrerer Weltsozialforen, ging an die "Rechte" verloren.
Porto Alegre ist nicht die einzige wichtige Stadt ,die die PT bei den
Kommunalwahlen eingebüßt hat: Die exponierteste Wirtschaftsmetropole des
Landes Sao Paulo gehört ebenso dazu wie Belem (dort regierte die PT acht
Jahre). Erfolge gab es u.a. in Fortaleza, Vitoria und Porto Velho.
Aber zweifelsohne schmerzt die Niederlage in Porto Alegre besonders. Mit
Porto Alegre assoziiert man/ frau unmittellbar partizipative Demokratie und
Beteiligungshaushalt (1). In der Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do
Sul fanden bereits drei Weltsozialforen (WSF) statt und auch das nächste
wird - nach dem vierten in Mumbai- Ende Jänner 2OO5 dort ausgerichtet werden.
Porto Alegre gilt als einer der Bastionen der (PT-)Linken und wird seit 16
Jahren von ihr verwaltet. Und mit Raul Pont, der aus der Strömung der IV.
Internationale in der PT, "Sozialistische Demokratie" (DS), kommt, verfügte
die PT über einen dezidiert linken und anerkannten Bürgermeisterkandidaten
(Raul Pont war auch schon Bürgermeister in Porto Alegre und zwar von 1997
bis 2OOO).
Und trotzdem reichte es nicht. Raul Pont bekam nur 47 % der Stimmen, um
knapp 54 OOO Stimmen weniger als sein Gegenkandidat Jose Fogaca ( dieser
kommt aus der PPS einer früheren Abspaltung der KP, die sich nach rechts
entwickelte und bürgerliche Politiker integrierte). Natürlich wäre es
unzulässig nach einer monokausalen Erklärung für den Rückschlag zu greifen.
Mehrere Ursachen sind maßgeblich: der frühere PT-Bürgermeister Tarso Genro
brach sein Wahlversprechen von 2OOO und schied vorzeitig aus seiner
Funktion aus, um bei den Gouverneurswahlen anzutreten ( und dabei zu
scheitern); Jose Fogaca agierte z.T. populistisch und ließ sich
andererseits den Wahlkampf von großen Konzernen finanzieren...
Der Faktor der Enttäüschung über die - auf breiten Strecken IWF-
"freundliche"- Wirtschafts- und Sozialpolitik der Regierung Lula und die
rigide Form der Konfliktaustragung der PT-Führung mit ihren linken
Kritikern scheint jedoch besonders wirksam zu sein. Etliche wurden
ausgeschlossen/ hinausgedrängt (z.B. Heloisa Helena), andere gingen sellbst
( wie Juao Machado, Gründungsmitglied der PT ), eine neue Linkspartei (die
PSol Partei Sozialismus und Freiheit) wurde gegründet. Der in Porto Alegre
lebende Übersetzer der österreichischen Delegation am 3.WSF 2OO2 bringt es
auf den Punkt: "Die PT hier und Raul Pont bekamen die Ohrfeigen für die
Politik der Zentralregierung".
Die Position der Linken, die in der PT verblieben sind, ist nach dem
Debakel in Porto Alegre noch schwieriger. Ihre Hoffnung war, gestärkt durch
einen Erfolg in Porto Alegre, den Regierungs- und PT- Rechten massiver
entgegentreten zu können. Diese Hoffnung ist nunmehr dahin. In dieses -
betrübliche - Szenario paßt die jüngste Nachricht: Frei Betto,
Befreiungstheologe und Leiter des Null-Hunger-Programms der Regierung Lula
(2) legte seine Funktion zurück, weil er den neoliberalen Kurs des
Kabinetts nicht mittragen will.
Hermann Dworczak
(1) The Porto Alegre Alternative. Direct Democracy in Action. Edited and
translated by Iain Bruce. Pluto Press. 2OO4. (siehe Buchtipps, Info 180)
(2) Anläßlich seines jüngsten Österreich-Aufenthalts gab Frei Betto
Lateinamerika Anders- Panorama ein Interview (Nr. 5 November 2OO4 S. 14
"Wir haben keine Revolution" )
(Aus: "Lateinamerika Aktuell")
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
http://www.begegnungszentrum.at
From mareichl@ping.at Sun Dec 12 08:06:25 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 12 Dec 2004 09:06:25 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 182 - RB 115 - Gegen Genraub und Patente auf Leben
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041212090621.02634c20@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 182 - 115. Rundbrief - Agrarbündnis u.a.: Gentechnik und
Patente, Appell: Kein Patent auf Leben!; Matthias Reichl: Raub und
Zerstörung der Gene - von Indien bis Mexiko.
Bad Ischl, 12.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Agrarbündnis u.a.:
Gentechnik und Patente
Appell: Kein Patent auf Leben!
1997 haben über 1,2 Mio. Menschen in Österreich das
Gentechnik-Volksbegehren unterschrieben. Eine zentrale Forderung des
Volksbegehrens lautete "Kein Patent auf Leben!" Trotzdem plant die
Bundesregierung die Patentierbarkeit von Pflanzen, Tieren und auch Teilen
des menschlichen Körpers noch dieses Jahr im Rahmen der nationalen
Umsetzung der EU-Biopatentrichtlinie per Gesetz festzuschreiben.
Deshalb appellieren wir an Bundesregierung und Parlament:
"Der Mensch hat weder den Menschen, noch Tiere, Pflanzen oder deren
Bestandteile erfunden. Deshalb können sie auch nicht patentiert werden.
Die Artenvielfalt ist ein Geschenk der Natur und Ergebnis agrarkultureller
Leistungen vieler Generationen von Bäuerinnen und Bauern. Die Rechte der
Tier- und Pflanzenzüchter sind ausreichend geschützt.
Deshalb verwerfen wir alle Versuche, das für technische Erfindungen
geltende Patentrecht auf Menschen, Tiere, Pflanzen oder deren Bestandteile
wie Gene auszuweiten."
Erstunterzeichner: Agrarbündnis, Arge Schöpfungsverantwortung, Attac, Fian
Österreich, Global 2000, Greenpeace, Österreichische Bergbauernvereinigung
... Inzwischen unterstützen über 100 Organisationen und Initiativen - und
auch wir - diesen Appell. Weitere Unterschriften - auch von Einzelpersonen
- sind willkommen. Informationen dazu auf den homepages:
www.agrarbuendnis.at, www.fian.at, www.greenpeace.at... Kontaktadresse
Agrarbündnis, c/o Elisabeth Baumhöfer, Herbeckstr. 75/9/8, A-1180 Wien.
PS: Nach jahrelangen Diskussionen soll nun am 3. Dezember 2004 die
Umsetzung der EU-Patent-Richtlinie mit all ihren negativen Auswirkungen im
Wirtschaftsausschuss des österreichischen Parlaments beschlossen werden. Es
könnte aber sein, dass eine erfolgreiche Protestaktion am 23.11.04 in Wien
diesen Termin auf später verschiebt.
M.R.
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Raub und Zerstörung der Gene - von Indien bis Mexiko
Matthias Reichl
Vor 20 Jahren starben in Bhopal (Zentralindien) Zehntausende Menschen -
weitere leiden und sterben heute noch. Der Boden ist auf lange Zeit durch
Agrargifte verseucht. Dies hat die US-Chemiefirma Union Carbide (jetzt Dow
Chemical) zu verantworten, die das Gefahrenpotential in ihrer stillgelegten
Fabrik nicht rechtzeitig beseitigt hatte. Dominique Lapierre und Javier
Moro haben das Verbrechen umfangreich dokumentiert (siehe Buchtipp S. 8).
Das Versprechen der Gentechniker, die Agrargifte durch angeblich "harmlose,
biologische" Methoden zu ersetzen entlarvt die Inderin und Alternative
Nobelpreisträgerin Vandana Shiva in ihrem Buch "Geraubte Ernte" (siehe
Buchtipp S. 7). Mit ihr wehren sich Millionen von indischen Bauern mit
Protestaktionen dagegen. Zu den - nicht ausreichend erforschten - Gefahren
der Gentechnik und ihrer unkontrollierbaren Ausbreitung kommt noch die
Patentierung und monopolisierte Vermarktung der gentechnisch veränderten
Produkte. Um das natürliche Genpotential in den Griff zu bekommen wird
dieses unter dem Vorwand, es vor der Zerstörung zu bewahren, aus ihrer
ursprünglichen Umwelt entnommen und in Genbanken gesammelt. Im Unterschied
zu diesen, meist von transnationalen Konzernen finanzierten und
ausgebeuteten Zentren werden in einigen alternativen die wertvollen
Pflanzensorten als allgemein nutzbare Ressourcen für die Biodiversität, die
Ernährungssicherung im ökologischen Landbau der gesamten Bevölkerung zur
Verfügung gestellt.
Die Münchner Politologin und Ökologin Barbara Thaler hat in ihrem Buch
"Biopiraterie und Indigener Widerstand" diese Entwicklungen in Mexiko
erforscht und dokumentiert (siehe Buchtipp S. 9). Der "Hinterhof der USA",
durch die NAFTA wirtschaftlich völlig abhängig gemacht, hat zwar den Anbau
von Genpflanzen verboten. Trotzdem ist das Land großflächig durch
transgenen Mais kontaminiert. Importe, Transporte, kontaminierte
Lagerhallen, Vermischung in Produkten, Pollenflug usw. sorgen für eine
unaufhaltsame Ausbreitung. Wie die indischen Bauern wehren sich auch die
indigenen Bewohner dieses Landes - vor allem in Chiapas - gegen die
schleichende oder auch brutale Ausbeutung ihrer Lebensgrundlagen. Sie tun
es mit ihrer natürlichen Intelligenz, nützen aber auch alternative
Bildungszentren wie die "Universidad de la Terra" in Oaxaca. So leistet
Barbara Thalers Bericht einen wertvollen Beitrag zum weltweiten Kampf gegen
die - scheinbar irreversible - Ausbreitung der "Gentechseuche".
Unter dem Druck der gentechnikfreundlichen EU-Verordnungen sollen auch die
"gentechnikfreien" Regionen in Österreich - wie in den anderen Ländern -
schrittweise kapitulieren. Das Versprechen der Regierung, für
Kontrollmaßnahmen und eventuellen Schadenersatz zu sorgen, dient nur der
Ruhigstellung der Proteste.
Matthias Reichl
Zwei gentechnikkritische Broschüren:
Genfood - Nein danke! Infobrief Nr. 17, 11/2004. Hg. v. Netzwerk gegen
Konzernherrschaft und neoliberale Politik (c/o Maria Mies, Blumenstr. 9,
D-50670 Köln), http://come.to/netzwerk-gegen-neoliberalismus. € 3,- +
Versandkosten
Gentechnik: Manipuliertes Leben. Pflanzen, Tiere, Lebensmittel. Hg. v.
Umweltinstitut München, (Schwere-Reiter-Str. 35/1b, D-80797 München,
www.umweltinstitut.org). Kostenlos
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
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From mareichl@ping.at Sun Dec 12 08:06:44 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 12 Dec 2004 09:06:44 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 183 - RB 115 - Wahlen in Ukraine und USA fragwuerdig.
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041212090641.02634d70@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 183 - 115. Rundbrief - Matthias Reichl: Ukraine und USA
- zwei fragwürdige Wahlen; Die Wahl nach der Qual: Konsumboykotte in den
USA und weltweit - gegen Unterstützer der Republikaner.
Bad Ischl, 12.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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Ukraine und USA - zwei fragwürdige Wahlen
Matthias Reichl
In der Ukraine...
Bürgerbewegungen in der Ukraine haben - mit Unterstützung von
EU-Verhandlern - vom autoritären Staatsapparat eine Wiederholung der
Präsidentenwahl am 26.12.2004 durchgesetzt. Zu offensichtlich waren die
Interventionen auf die Medien und den Apparat der Wahl, die den knappen
Sieg des Regierungskandidaten durchgesetzt hatten. Die gewaltfreien
Proteste vieler Bürger haben ihre Wirkung gezeigt. Trotzdem muss dem
Nachgeben der Herrschenden mit Vorsicht begegnet werden.
Andererseits muss man dem Drängen der Opposition nach einem Beitritt zur
NATO und zur EU mit großer Skepsis begegnen. Allein schon die Probleme in
der Tschernobyl-Region - und in angrenzenden Gebieten - mit ihren durch
Radioaktivität zerstörten ökologischen und sozialen Strukturen - bleiben
auf unabsehbare Zeit ungelöst. Sie sind eine irreparable Belastung und
Gefährdung für Generationen - nicht nur in der Ukraine sondern auch für die
gesamte EU. In solchen Zonen bleibt (ausgeschlossenen) Bewohnern nur ein
Zusammenschluß zu einem irregulären Überlebensbündnis mit allen
Konsequenzen. Dass die ukrainische "Ost- und Südregion" mit ihren
Bodenschätzen und Industrie eine "Eroberung" durch westliche transnationale
Konzerne (ähnlich jener im Irak) befürchtet, ist nicht unbegründet.
... und in den USA
Das starke Echo in den Medien des "Westens" verdrängte vollständig eine
sehr ähnliche politische Situation in den USA (wie wir schon im E-Rundbrief
Info 147 und 158 berichteten, siehe auch Buchtipps S. 7 und 9). Die
Bürgerinitiativen, die schon vor der Wahl und auch während dieser ein Netz
von Kontrollen aufgebaut hatten, sammelten nun zehntausende Berichte über
Behinderungen und Unregelmäßigkeiten (siehe u.a. folgende homepages:
www.blackboxvoting.org, www.commondreams.org/). Die Wahl fand an einem
Arbeitstag statt, an dem nur in wenigen Staaten ein kurzes Fernbleiben (2
Stunden) von der Arbeit gestattet war. Viele Wähler mussten in Schlangen
vor den zu wenigen Wahllokalen an die 4 Stunden warten (v.a. in Gebieten
mit einer demokratischen Mehrheit, mit Afro-Amerikanern usw.)
Obwohl Experten vor dem fehlerhaften Computersystem - das leicht zu hacken
ist - rechtzeitig warnten (siehe auch "Rundbrief" Nr. 114, S. 6), wurde es
dennoch in einigen Bundesstaaten eingesetzt und lieferte bedenkliche
Resultate. In den meisten Medien (auch im ORF) wurde schon früh der Sieg
Bushs als selbstverständlich angenommen obwohl er nur mit etwa 3% vor Kerry
liegt - ein Vorsprung, den er bei einer Wahl nach internationalen Standards
höchstwahrscheinlich verloren hätte. Der Bericht der OSCE-Wahlbeobachter
wird erst Anfang Dezember veröffentlicht!
Am 5.10. hörte ich in Wien den US-Schriftsteller Gore Vidal, der auch dort
diese bedenkliche Machtübernahme voraussagte: "Es sind die wichtigsten
(Wahlen) in unserer Geschichte. Aber wir werden das nie so genau erfahren,
denn meine Befürchtung ist: Kerry wird gewinnen, Bush wird verlieren. Aber
dann werden seine Leute Kerry um den Sieg bringen. Es wird ein umstrittener
Wahlgang sein, wegen all dieser elektronischen Wahlmaschinen. Sie werden
einfach sagen, dass eine neue Stimmauszählung auf nationaler Ebene nicht
machbar und eine neue Wahl zu teuer ist, und dann bleibt der bisherige
Präsident einfach im Amt. Der Oberste Gerichtshof wird das zu einer
wundervollen Idee erklären - und das ist der Moment, an dem ich Truppen
schicken und den Obersten Gerichtshof vor Gericht stellen würde, was ich
schon 2000 getan hätte, als die Richter Bush illegalerweise und entgegen
der Verfassung zum Präsident machten. Wir werden wieder in der gleichen
Situation sein, dass ein nicht gewählter Präsident im Amt ist und Kriege
führt, für die er von der (US-)amerikanischen Bevölkerung nie ein Mandat
erhalten hat und die nie vom Kongress erklärt worden sind." (Zitat aus
seinem Wiener Referat und aus der taz Nr. 7478 v. 4.10.2004)
Karl Rove, der Chefberater von Präsident Bush, gilt als der einflußreichste
und cleverste Stratege der Republikaner. Er verstand es, die Unterstützung
durch neoliberale Wirtschaftskreise mit ihren Think-Tanks, die mit ihnen
durch straffe Strategien verknüpften Militärs und den missionarischen Eifer
christlicher Fundamentalisten zu einer schlagkräftigen politischen
Kampftruppe zu vereinen. Diese nützten auch die Oppositionszeit unter
Clinton für weitere strategische Trainings und politische Aufbauarbeit für
ihr "Imperium", das auch unilateral die neoliberale Ethik diktiert. Rove
hat maßgeblich die Einteilung der Welt in "Gut und Böse" - inklusive der
Definitionen für die "neuen Feinde" der USA ("Terroristen,
Globalisierungsgegner, Linke"...) geprägt und wird dafür sicher von Bush
mit einem entsprechenden Amt belohnt werden. Daraus sollte auch die
demokratische Partei lernen und sich auf zuverlässige, im gewaltfreien
Widerstand geübte Basisinitiativen stützen, anstatt sich ebenfalls von den
Neoliberalen finanziell korrumpieren und indoktrinieren zu lassen. (Stand:
28.11.2004)
Ergänzung (11.12.04):
Der bisher bekanntgewordene Umbau des US-Regierungsteams zeigt deutlich,
dass er sich auf ein loyales, mittelmaßig intelligentes,
neoliberal-fundamentalistisches Team stützen will. Seine enge Freundin
Condolezza Rice als Außenministerin ist ein treffendes Beispiel dafür.
(Ihre Tätigkeit kann man treffend als "kondolieren" charakterisieren.) Der
Rücktritt von Bushs Wunschkandidaten für das "Heimatschutzministerium"
wegen dubioser Finanzaffären - und wegen angeblicher Waffengeschäfte -
zeigt weitere Schwachstellen seiner Konstruktion. Diese könnten in den sich
mit Sicherheit in den nächsten Jahren abzeichnenden gewaltigen
ökonomischen, ökologischen und sozialen Katastrophen unfähig sein, richtig
darauf zu reagieren und zu handeln.
Die Wahl nach der Qual
Konsumboykott in den USA und weltweit
Der gewaltfreie Widerstand von der Basis her geht unvermindert weiter. Als
ein wirksames Mittel wenden sie den Kaufboykott von Konsumenten gegen
Firmen an, die die Republikaner mit Wahlspenden unterstützten. Leider liegt
nur die Aufstellung für die Wahl von 2000 vor. Einige der transnationalen
Firmen sind auch in Europa sehr präsent, die ihre Wahlkampfspenden zur
Gänze bzw. großteils den Republikanern überwiesen haben. Eine Liste des
"Center for Responsive Politics" findet ihr auf der homepage:
www.markkadota.com
Supersize me - downsize us and them
Den Pflichtfilm für jung und alt "Supersize me" über die Fressschäden nach
der Überfütterung durch Fast Food in den USA (und weltweit) sollte niemand
versäumen, der etwas auf seine - körperliche und politische - Linie hält.
(Wie man hört, leiden die Schauspieler jetzt noch unter den Nachwehen der
Mastkur.) Doch warum zeigen ihn die Programmverantwortlichen vom Bad
Ischler Leharkino am 10. und 11.12. erst um 22 Uhr? Haben sie das
ORF-Schema übernommen, das zum Hauptabendprogramm meist nur leichteste Kost
serviert (die deswegen oft zum k... ist!)? Oder nehmen sie aus bestimmten
Gründen auf den örtlichen MacDo und seinen Geschäftsgang Rücksicht? Also
hoffen wir, dass "Supersize me" zu einer christlichen (Vorweihnachts)Zeit
wiederholt wird!
(Mein Leserbrief in der "Ischler Woche" v. 7.12.04)
P.S. Was Bad Ischl nicht kann, kann in der Nachbarschaft das - alternative
Team vom - "Kino Ebensee": am 13., 14. und 16.1. läuft um 20.00 Uhr - also
zu einer familienfreundlichen Zeit - "Supersize me"!
Matthias Reichl
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
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A-4820 Bad Ischl
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From mareichl@ping.at Sun Dec 12 08:06:52 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Sun, 12 Dec 2004 09:06:52 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 184 - RB 115 - G. Dalos: Enthuellung der Zukunft,
Aussichten
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041212090649.02635d60@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 184 - 115. Rundbrief - György Dalos: Die Enthüllung der
Zukunft (satirischer Text vor 1978 - aktuell auch nach der "Wende" von
1989); Aussichten (Gedicht)
Bad Ischl, 12.12.2004
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Die Enthüllung der Zukunft
György Dalos
Wenn von den Fehlern der Vergangenheit die Rede ist, sagte Z, höre ich
meist beklommen zu. Ich frage mich dann, welche Fehler wir in der Zukunft
begehen werden. Um diese Fehler zu vermeiden, bin ich bereit, in Presse und
Rundfunk mit folgender Rede aufzutreten:
"Genossen! Im Jahre 1990 werden bei uns nicht wieder gutzumachende Dinge
geschehen. Um was für Dinge es sich dabei handeln wird, ist vorläufig wegen
der schlechten Quellenlage unerklärlich; aber eines ist sicher: wir müssen
diese Dinge enthüllen und konsequent bekämpfen, und zwar mit Stumpf und
Stiel. Einige Genossen werden wir dabei ablösen, andere aus der Partei
ausschließen, wieder andere begraben oder umgekehrt aus dem Grab holen
müssen. Ich bin jedoch der Ansicht, daß abgesehen von einigen Sektierern
und Revisionisten alle ehrlichen Genossen mir beipflichten werden, wenn ich
sage: Das, was bei uns im Jahre 1990 gesehen wird, ist unserem Wesen völlig
fremd und unvereinbar mit unseren Grundsätzen, und wir könnten es mit Fug
und Recht als verbrecherische Vergangenheit bezeichnen, wenn es uns nicht
erst bevorstünde. Die Ereignisse des Jahres 1990 müssen auf das
Entschiedenste verurteilt werden; sonst können wir nicht einen einzigen
Schritt nach rückwärts tun. Ich wundere mich, daß es immer noch Leute gibt,
welche die schwerwiegende Bedeutung unserer zukünftigen Fehler bezweifeln.
Sie verhindern damit die volle und konsequente Enthüllung der Ereignisse
von 1990. Es handelt sich offenbar um engstirnige Konservative und
Bürokraten, die noch irgendwo im Jahre 1975 leben.
Dabei dürfen wir natürlich nicht übersehen, daß im Jahre 1990 auch positive
Dinge geschehen werden, allerdings nicht auf Grund von Verdiensten der
damaligen Führung, sondern vielmehr ungeachtet ihrer Fehler. Wer diese
positiven Leistungen verleugnet, verfällt in den entgegengesetzten Fehler
und erschwert damit unseren Entfaltungsprozeß. Wir werden aber auch im
Jahre 1990 zweifellos über genügend gesunde Kräfte verfügen, die sich für
die richtige Perspektive entscheiden. Nur unverbesserliche Anarchisten und
wirklichkeitsfremde Utopisten werden sich dann einbilden, daß es in unserer
Gesellschaft noch etwas zu enthüllen gebe."
Aussichten
Die entschlossenen Anhänger der Ordnung,
mehr braucht es nicht,
um die Welt in Trümmer zu stürzen.
Nur einige alte Anarchisten
suchen mit zitternden Köpfen
unter den Ruinen nach ein paar Steinen,
die zueinander passen.
Aus: György Dalos: Meine Lage in der Lage. Gedichte und Geschichten.
Rotbuch Nr. 218, 1979
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Matthias Reichl
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From mareichl@ping.at Wed Dec 22 15:32:07 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Wed, 22 Dec 2004 16:32:07 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 185 - Durch USA gelenkte ukrainische Opposition?
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041222154430.025e6330@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 185 - Ukraine - gewaltfreie Alternative oder neoliberale
Ostkolonie der USA und EU? Die Belgrader Politaktionisten-Gruppe "OTPOR"
trainierte die "Orange" Opposition in der Ukraine. Ergänzung zu Info 183.
Bad Ischl, 22.12.2004
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Liebe in allen Kontinenten Engagierte!
Trotz aller alarmierenden und bedrohlichen Meldungen aus allen Ecken der
Welt wünsche ich euch friedliche Weihnachten und die nötige Kraft auch im
neuen Jahr im Engagement für unsere gemeinsamen Ziele.
Mit solidarischen Grüßen
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit, Bad Ischl, Österreich
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Ukraine - gewaltfreie Alternative oder neoliberale Ostkolonie der USA und EU?
Die Belgrader Politaktionisten-Gruppe "OTPOR" trainierte die "Orange"
Opposition in der Ukraine.
Siehe auch Info 183!
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Zur Sendung im ORF - 2. Fernsehprogramm, 22.12., 22.30, "Auslandsjournal":
Die Ukraine steht vor Schicksalswahlen: wird der neue Präsident nach der
Wiederholung der Stichwahl am 26.Dezember Wiktor Juschtschenko oder Wiktor
Janukowitsch heißen?
Wiktor 1 würde unter dem Banner der orangefarbenen Revolution eine nach
Westen Richtung EU und NATO orientierte Reform-Politik einleiten, Wiktor 2
das Land mit den Nationalfarben blau-weiß an Putins Russland gebunden
halten. Janukowitsch wirft dem mit Dioxin vergifteten Juschtschenko vor,
vom Westen finanziert zu sein und das Land an westliche Kapitalisten
ausverkaufen zu wollen. In der Tat haben die USA ihre Ausgaben für die
Demokratieförderung in der Ukraine im letzten Jahr auf 55 Millionen Dollar
erhöht. Immer wieder werden Parallelen zum Sturz von Milosevic in Serbien
und zur Rosenrevolution in Georgien gezogen. In der Ukraine herrschen
Spannung, Angst vor gewaltsamen Provokationen und die Sorge, ein
demokratischer Wahlausgang könnte vom Verlierer nicht akzeptiert werden.
Eine Reportage von Lorenz Gallmetzer.
(Aus ORF-Programmvorschau)
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In einem Beitrag im heutigen Morgenjournal wurde in diesem Zusammenhang
auch die strategische Unterstützung der ukrainischen "Orange-Opposition"
durch das in Belgrad beheimatete kleine Aktivistenteam "OTPOR (Widerstand)"
erwähnt. Einige von ihnen waren in den vergangenen Monaten in der Ukraine
(und auch in Weißrussland) unterwegs um oppositionelle Leute strategisch zu
schulen (und wurden z.T. mit Einreiseverbot belegt). OTPORS Rolle in
Jugoslawien und Georgien ist bekannt. Weniger ihre - politischen und
finanziellen - Hintermänner im Westen (nicht nur in den USA). Darüber wurde
schon einiges in den Medien publiziert (ein Beispiel siehe unten). Die
EU-phorie und NATO-Anhängerschaft der "neuen Demokraten" verdecken die
begleitenden Probleme. Ukranische Altlasten (AKW Tschernobyl,
Politbürokratie...) werden sich mit den neuen neoliberalen Gefahren
unheilvoll verbinden.
Tatsache ist, dass OTPOR kaum was mit politisch und ethisch fundierten
zivilgesellschaftlichen, gewaltfreien Bewegungen zu tun hat, sondern auf
Politaktionismus (mit Medienunterstützung) setzt. Offenbar kümmert es sie
wenig, dass nach dem Regimewechsel Kräfte in das politische Vakuum
nachstoßen, die bedenkliche bis gefährliche politische und v.a.
ökonomische/ neoliberale Ziele verfolgen. Dass ein Großteil der getäuschten
und enttäuschten Bevölkerung die sozialen Folgen dieses "neoliberalen
Roulettes" ausbaden müssen und sich deswegen wieder in eine Politnostalgie
- zwischen zwei Übeln - oder in Politabstinenz flüchten, ist bittere
Realität (nicht nur in den ex-kommunistischen Ländern). Der kräfteraubende
Überlebenskampf lässt immer weniger Energien für politisches Engagement übrig.
Einer meiner Prager Freunde von 1989 kommentierte dies mit Bitterkeit:
"Während wir uns sorgfältig und bedächtig vor allem auf lokal/ regionaler
Ebene für Menschenrechte und Versöhnung, für Basisdemokratie, soziale
Netze, Reform der Verwaltung, freie Medien und Bildungsinitiativen,
Minderheiten- und Umweltschutz, dezentrale Wirtschaftsprojekte usw.
engagierten, wurden wir vom Vormarsch der Eroberer überrollt. Sie
mißbrauchten Konsumgier und Nachholbedarf - aber auch das entstandene
ideologische Vakuum - der Durchschnittsbürger. Diese Chance nützten
geschickt Rechtsextremisten mit ähnlichen politischen und religiösen
Sekten, aber auch esoterische Heilspropheten für 'Bekehrungsfeldzüge' aus.
Nicht nur wir sondern auch viele unserer seriösen Partner in Politik und
Wirtschaft wurden zunehmend von ihnen und von 'Experten' und Lobbyisten an
die Wand gedrängt."
"Unser Modell eines 'Dritten Weges' zur Überwindung der staatlichen
Planwirtschaft hat keine Chance, wenn nicht auch ihr im Westen gleichzeitig
ebenso radikal Politik und Wirtschaft durch eine Abkehr vom 'real
existierenden' Kapitalismus verändert!" An diese Aussagen eines
tschechischen Regimekritikers in den späten 80er Jahren erinnerte ich mich
als ich ihn Mitte 1990 in Prag erneut traf. Beide waren wir betroffen von
der massiven Medienkampagne "TINA" aus dem Westen: "There is no
Alternative!" - "Der "Dritte Weg" ist ein unverantwortbares Experiment! Nur
eine kapitalistische Marktwirtschaft - ohne 'öko-soziale' Beschränkungen -
garantiert uns, daß unser Lebensstandard bald jenem des Westens entspricht".
Matthias Reichl
22.12.04
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In Ukraine, a Franchised Revolution
K. Gajendra Singh
L.
Asia Times Online (English-language)
Hong Kong
November 26, 2004
(Auszug)
"A huge geopolitical battle is being fought in Ukraine."
Nouvel Observateur, Paris.
....
Another franchised revolution
The high percentage of votes in Donetsk (96%), the home town of Yanukovich,
provided proof that electoral fraud had taken place, according to Western
media. But turnouts of over 80% in areas, which supported Yushchenko, were
not. Yanukovich's final official score was over 49%, but when
Western-supported Georgian President Mikhail Saakashvili officially polled
96.24% in January, no one questioned it. The observers who now denounce the
Ukrainian elections applauded Georgia's results, saying that it "brought
the country closer to meeting international standards."
One of the most active "pro-democracy" groups in Ukraine's democratic
opposition is Pora, which means, "It's time." The student activists of Pora
received personal tutorials in non-violent resistance from Serbian students
of the Otpor ("resistance") group, which was in the forefront of toppling
Milosevich in Belgrade. Then the Serbs helped the Georgian vanguard
movement Kmara ("enough is enough"). So a Georgian flag was also being
waved in Kiev's Independence Square. In Tbilisi, the rose-revolutionary
Georgian President Mikhail Saakashvili interrupted his first anniversary
address to offer a few words of encouragement in Ukrainian to his "sisters
and brothers" in Kiev. The reawakened cold warriors link the "chain of
Europe's velvet revolutions" in this peaceful march of democracy to what
the crowds first chanted on Wenceslas Square in Prague in November 1989. So
a jaded pro-democracy Lech Walesa was there too in Kiev, just as he had
been in Prague.
Pora's posters plastered all over Ukraine depict a jackboot crushing a
beetle; an allegory of what Pora wants to do to its opponents. It was like
this during Nazi-occupied Ukraine, when pre-emptive war was waged against
the Red Plague spreading out from Moscow. Nobody in the West has said
anything against these posters. Pora continues to be presented as an
innocent band of students having fun. But it is an organization created and
financed by Washington, as were sister organizations in Serbia and Georgia,
Otpor and Kmara.
Says a Western Cold War warrior: "If we, comfortably ensconced in the
institutionalized Europe to which these peaceful demonstrators look with
hope and yearning, do not immediately support them with every appropriate
means at our disposal, we will betray the very ideals we claim to
represent." He adds, "At the same time, until now, democracy has been
creeping backwards. Control of the biggest industries, of the media, of
state revenue and of the security services has fallen into the hands of a
corrupt and sometimes murderous elite of cynical, self-loving opportunists
who feed off the enterprise and hard work of others as they float between
the worlds of business, politics and bureaucracy."
This might more appropriately apply to new Western-supported rulers in
former communist countries and even some countries in the West. The United
Kingdom and the US often forget the enormous dysfunction in their own
so-called democratic system, where their governments lied brazenly about
Iraq for over a year in the run-up to war and with impunity, while they
criticize others and support continued brazen Western intervention in the
democratic politics of other countries.
A US franchise
A lot of planning, work and money has gone into efforts to design a US
model for promoting democracy around the world. The model's first success
was notched in Serbia. Funded and organized by the US government, which
deployed US consultancies, pollsters, diplomats, the two big American
parties and US non-government organizations (NGOs), the campaign defeated
Slobodan Milosevich at the ballot box in Belgrade in 2000.
Richard Miles, the US ambassador in Belgrade, played a key role in the
campaign to oust Milosevich. In November last year, as US ambassador in
Tbilisi, Miles reapplied the same method successfully. Thanks to his
coaching, US-educated Saakashvili brought down Eduard Shevardnadze. When
the US ambassador in Belarus, Michael Kozak, a veteran of similar
operations in Central America, notably in Nicaragua, organized a near
identical campaign to try to defeat the Belarus strongman, Alexander
Lukashenko, he failed. "There will be no Kostunica in Belarus," the Belarus
president declared, referring to the United States' Belgrade success 10
months earlier.
But experience gained in Serbia, Georgia and Belarus has been invaluable to
the US in planning the operation in Kiev. It is thus easy to understand
such slickly organized spontaneity. The operation engineering democracy
through the ballot box and civil disobedience, which would be the envy of
even a Gandhian is now so smooth that methods have matured into a
template for winning other people's elections. Located in the center of
Belgrade, the Center for Non-violent Resistance, staffed by
computer-literate youngsters, is ready for hire and will carry out
operations to beat even a regime that controls the mass media, the judges,
the courts, the security apparatus and the voting stations.
The Belgrade group had on-the-job training in the anti-Milosevich student
movement, Otpor. Catchy, single-word branding is important. In Georgia last
year, the parallel student movement was Khmara. In Belarus, it was Zubr. In
Ukraine, it is Pora. Otpor also had a potent, simple slogan that appeared
everywhere in Serbia in 2000 the two words gotov je, meaning "he's
finished," a reference to Milosevich. A logo of a black-and-white clenched
fist completed the masterful marketing. In Ukraine, the equivalent is a
ticking clock, also signaling that the Kuchma regime's days are numbered.
Stickers, spray paint and websites are the young activists' weapons. Irony
and street comedy mocking the regime have been hugely successful in
puncturing public fear and enraging the powerful. If only the Tiananmen
Square activists could have had this kind of support in 1989.
Saakashvili had traveled from Tbilisi to Belgrade to be tutored in the art
of mass defiance. In Belarus, the US Embassy organized the dispatch of
young opposition leaders to the Baltic, where they had sessions with the
Serb teachers flown from Belgrade. The Americans had organized the
overthrow of Milosevich from neighboring Hungary, as Belgrade was a hostile
territory.
Promotion of democracy around the world is a bipartisan US effort; the
Democratic Party's National Democratic Institute (NDI), the Republican
Party's International Republican Institute, the US State Department and
USAID (US Agency for International Development) are the main agencies. They
are all involved in these campaigns and are further helped by the Freedom
House NGO and billionaire George Soros' Open Society Institute. US
pollsters and professional consultants are hired to organize focus groups
and use psephological data to plot strategies.
In Serbia, when US pollsters Penn, Schoen and Berland Associates found that
the assassinated pro-Western opposition leader, Zoran Djindjic, was hated
at home and had little chance of beating Milosevich in an election, an
anti-Western Vojislav Kostunica was promoted. Djindjic came up later and
handed over Milosevich to the Hague Tribunal. Of course, the US is
determinedly opposed to the International Criminal Court and would deny aid
to those countries who do not sign a bilateral accord providing immunity to
the US.
It is claimed that officially the US government spent US$41 million to fund
the year-long operation to get rid of Milosevich from October 1999. In
Ukraine, the figure is said to be about $14 million so far.
While there are reputed outside election monitors from groups such as the
Organization for Security and Cooperation in Europe, the Ukrainian
elections and elsewhere involved thousands of local election monitors
trained and paid by Western groups. Reportedly, Freedom House and the NDI
helped fund and organize the "largest civil regional election monitoring
effort" in Ukraine, involving more than 1,000 trained observers. They also
organized exit polls. On Sunday night those polls gave Yushchenko an
11-point lead and set the agenda for much of what has followed.
The exit polls are important because they help seize the initiative in the
propaganda war with the regime, invariably appearing first, receiving wide
media coverage and putting the onus on the attacked regime to respond. And
how to react when the incumbent regime tries to steal a lost election. The
advice was to stay calm and cool but organize mass displays of civil
disobedience, which must remain peaceful but could invite violent suppression.
The US has now adapted and perfected the latest communication techniques to
apply to post-Soviet states to bring about desirable changes. "Instruments
of democracy" are used to topple unpopular dictators or unfriendly regimes,
once a successor candidate friendly to the West has been groomed. The
Central Intelligence Agency-sponsored Third World uprisings of the Cold War
days to remove prime minister Mohammed Mossadaq of Iran, who had
nationalized its oil resources, and of Salvador Allende of Chile, which
brought US favorite General Augusto Pinochet to power, a man whose crimes
are still being catalogued and looked into, are now passe.
That is the promotion of democracy, US style. Who is next in line?
K. Gajendra Singh served as Indian ambassador to Turkey and Azerbaijan from
1992-96. Prior to that, he served as ambassador to Jordan (during the
1990-91 Gulf War), Romania and Senegal. He is currently chairman of the
Foundation for Indo-Turkic Studies and editorial adviser with global
geopolitics website Eurasia Research Center, USA.
Copyright © 1997-2004 Worldpress.org. All
Auszug aus:
http://www.worldpress.org/Europe/1987.cfm
---------------------------------------------------------
From Diana Johnstone, Fool's Crusade, p 257:
The U.S. NED provided millions of dollars and training in "methods of
nonviolent action" to a network of young activists calling itself Otpor
(resistance) with no political program other than the desire to "be normal"
on Western terms. Otpor youth plastered walls with posters of clenched
fists and tried to get arrested in order to denounce the "regime" as
repressive.
In the first round held on 24 September 2000, Milosevic failed to gain
re-election. Official results gave Kostunica over 48 per cent of the vote
in a five-man race. This fell slightly short of the 50 per cent required to
win, but indicated an almost certain landslide in the runoff against
Milosevic, who trailed by some ten percentage points. (Yugoslav electoral
law calls for a second round if no candidate wins an absolute majority in
the first round.) Not satisfied with this prospect of a certain victory at
the ballot box, DOS (democratic opposition of Serbia) claimed a first round
victory and announced it would boycott the second round. This heightened
tension and provided an opportunity for the Otpor agitators to take matters
into their own hands. The DOS thereby moved the contest from the ballot box
onto the streets. The result was the spectacle of the 5 October "democratic
revolution", when a large crowd stormed the Skupstina, the parliament
building in the center of Belgrade. Presented to the world public in the as
a spontaneous act of self-liberation, the event was staged for television
cameras, which filmed and relayed the same scenes over and over again:
youths breaking through windows, flags waving, flames rising, smoke
enveloping the parliament building, described as "the symbol of the
Milosevic regime".
(Diana Johnstone ist Jopurnalistin und seit vielen Jahren aktiv in ethisch
und politisch fundierten gewaltfreien Bewegungen.)
References about Otpor
PBS series, Bringing Down a Dictator
(http://www.pbs.org/weta/dictator/otpor/origins.html), PBS, 2002. NB: this
documentary portrays Optor in a positive light no references to its
origin or possible CIA relationship.
Roger Cohen, "Who Really Brought Down Milosevic?", New York Times Sunday
Magazine, Nov. 26, 2000.
Diana Johnstone, Fool's Crusade: Yugoslavia, NATO and Western Delusions, p
257.
Stephen Mulvey, Behind the scenes at Kiev's rally
(http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/europe/4050187.stm), BBC Online, Nov. 28,
2004. States: "Natalia is the deputy leader for the Kiev region of a
student protest group called Pora, modelled on the Serbian group Otpor,
which played a key role in the ousting of Slobodan Milosevic. In spring she
attended lectures in Kiev by Otpor leader Alexander Maric".
Brian Požun, Planning for an Uncertain Future
(http://www.ce-review.org/01/8/pozun8.html), CE Review, Feb. 26, 2001.
References to Otpor post-Milosevic. (CE Review has been renamed TOL).
Daan van der Schriek, Georgia: How good the revolution has been!
(http://worldpress.org/article_model.cfm?article_id=1805&dont=yes), World
Press Review, Dec. 7, 2003
Funding Sources
National Endowment for Democracy
Open Society Institute
Aus: http://www.disinfopedia.org/wiki.phtml?title=Otpor
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Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
A-4820 Bad Ischl
Tel. +43-6132-24590
e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Wed Dec 22 16:26:04 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Wed, 22 Dec 2004 17:26:04 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 186 - Termine Jaenner - Maerz 2005 - Ergaenzung
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041222172241.0263de10@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 186 - Termine Jänner - März 2005; Ergänzungen zum Info
170 v. 7.12.2004
Bad Ischl, 22.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Veranstaltungstermine Jänner - März 2005
(Ergänzung zu Info 170 vom 7.12.04)
ÖSTERREICH
JÄNNER 2005
5.1.2005 15.30 WIEN (Vienna International Centre,C-Building, 3rd floor,
Press Briefing Room): Information and discussion meeting with Ambassador
Hussein HANIFF (Malaysia) on "The Non-Aligned Movement -Initiatives for
Peace and Development". (Registration till 3.1. to, Thomas Schönfeld, Tel.
01-6043987, Thomas.Schoenfeld@univie.ac.at)
6. - 8.1.2005 ST. PÖLTEN (NÖ): 30-Jahr-Feier der Österreichischen
Bergbauern und Bergbäuerinnen Vereinigung/ ÖBV "Nix daucht 30 Jahr".
Arbeitstreffen und Kamingespräch zur Vorausschau auf die künftige Arbeit.
(ÖBV, Mariahilferstr. 89/22, 1060 Wien, Tel. 01-8929400, e-mail:
baeuerliche.zukunft@chello.at)
10.1.18.00 WIEN (Südwind , Laudong. 4O): Bundesweites Koordinationstreffen
für die Kampagne zum Internationalen Aktionstag.
11.1 18,3O WIEN (Südwind , Laudong. 4O): Treffen der Initiativen für einen
"Lateinamerika-Gegengipfel" 2OO6 in der Alpenrepublik, wenn Österreich die
EU-Präsidentschaft innehat.
13.1. 9.30 - 16.00 WIEN (Urania, Dachgeschoss): Tagung "Vielfalt sichern -
Die Zukunft der Biodiversität in Österreich und Europa". (Anmeldung bis
7.1.: Umweltdachverband, Tel. 01-40113, office@umweltdachverband.at,
www.umweltdachverband.at/service/termine/index.htm)
22.1. 11.00 LINZ (OÖ): Aktionskonferenz "Keine Teilnahme an den
EU-Schlachtgruppen! Keine Aufrüstungsverpflichtung! Ja zur Neutralität!"
(Plattform "Neutralität statt Euro-Armee!", p. A.: Werkstatt Frieden &
Solidarität, Waltherstr. 15, 4020 Linz, Tel.: 0732-771094, e-mail:
office@friedensvolksbegehren.at, www.friedensvolksbegehren.at)
FEBRUAR 2005
4.2. 14.00 - 19.00 LINZ (KHG, Mengerstr. 23): Workshop "Zivilcourage" mit
Reinhilde Spiekermann-Pellinger u. Petra Gstöttner-Hofer. (Anmeldung bis
31.1. bei Pax Christi O.Ö.: Tel. 0732-7610-3251)
MÄRZ 2005
19.3. ÖSTERREICHWEIT: Internationaler Aktionstag gegen Sozialabbau ,
Aufrüstung und Krieg - Für ein soziales und friedliches Europa. 19.3 ab
14.00 Wien ( Westbahnhof - Mariahilferstraße - Ring, Abschlußkundgebung :
Rathauspl. od. Stephanspl.): Demonstration.
DEUTSCHLAND
JÄNNER 2005
12. - 13.1.2005 BONN: Tagung "Zivile Konfliktbearbeitung in europäischer
Perspektive". (Evang. Akademie im Rheinland, Mandelbaumweg 2, D-53177 Bonn,
Tel. 0228-9523-208)
14. - 16.1. TUTZING (Bay.): Tagung "Terror-Zellen. Was tun gegen
Metastasen, die weder Krieg erklären noch Frieden schließen wollen?" (Evang
Akademie, Postf. 1227, D-82324 Tutzing, e-mail:
mrozek@ev-akademie-tutzing.de, www.ev-akademie-tutzing.de)
28. - 29.1. SCHMITTEN: Tagung "Entwicklungsförderung durch
Mikrofinanzierung. Chancen, Grenzen und Veränderungsbedarf". (Evang .
Akademie Arnoldshain, Im Eichwaldsfeld 3, D-61389 Schmitten, Tel. 06084-944-0)
FEBRUAR 2005
4. - 6.2.2005 LOCCUM: Loccumer Landwirtschaftstagung 2005 "Zucker: Markt
oder Ordnung?". (Evang. Akademie Loccum, Postf. 2158, D-31545
Rehburg-Loccum, Tel. 05766-81-113, e-mail: eal@evlka)
11. - 13.2. TUTZING (Bay.): Tagung "Weltwirtschaft im Umbruch?" Folgen für
Deutschland. (Evang Akademie Tutzing, www.ev-akademie-tutzing.de)
14. - 18.2. KOCHEL am See (Bay.): Tagung "Grenzen des Wachstums: Was ist
Fortschritt?" (Georg von Vollmar Akademie, Am Aspensteinbichl 9 - 11,
D-82431 Kochel a. See, Tel. 08851-780)
17. - 18.2. HAMBURG: Tagung "Integration fördern: Zuhören und Engagement".
Migration und Integrationskonzepte. (Körber-Stiftung, Kurt-A.-Körber
Chaussee 10, D-21033 Hamburg, Tel. 040-7250-2721, e-mail:
elvers@stiftung.koerber.de, www.stiftung.koerber.de)
21. - 25.2. BONN: Tagung "Die Globalisierung der Weltwirtschaft.
Möglichkeiten und Grenzen nationalstaatlicher und europäischer Politik.
(Friedrich-Ebert-Stiftung, ForumNRW, Godesbergerr Allee 149, D-53175 Bonn,
Tel. 0228-883-378)
21. - 25.2. KOCHEL am See (Bay.): Tagung "Klimakollaps und Klimapolitik
national und global". (Georg von Vollmar Akademie, D-82431 Kochel a. See)
25. -27.2. LOCCUM:. Tagung "Reformen und institutioneller Wandel in der
Volksrepublik China". (Evang. Akademie Loccum)
MÄRZ 2005
4. - 6.3. BONN (Gästehaus Bonn-Venusberg): BSV-Jahrestagung 2005
"Gewaltfrei leben und lernen". (Bund Soziale Verteidigung/ BSV, Schwarzer
Weg 8, D-32423 Minden, Tel. 0571-29456, e-mail:
Soziale_Verteidigung@t-online.de, www.soziale-verteidigung.de)
7. - 11.3. KOCHEL am See (Bay.): Tagung "Fundamentalismus im Vergleich".
(Georg von Vollmar Akademie, D-82431 Kochel a. See)
8. - 12.3. MÜNCHEN: Konferenz mit Alternativen Nobelpreisträgern "Die
Alternative - Menschliche Entwicklung statt wirtschaftliche Verwahrlosung.
Ausblicke auf eine Welt jenseits der Globalisierung." Workshops zur
Gemeinschaftsbewegung mit Stephen Gaskin (The Farm/ USA). (Organisation:
Geseko von Lüpke, Fritzstr. 20, D-82140 Olching, e-mail: v.luepke@geseko.de)
11. - 13.3. BAD BOLL: Tagung "Was bleibt von der Zivilmacht Europa?"
Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU/ GASP. (Infos:
www.ev-akademie-boll.de/tagungen/_t3.htm)
INTERNATIONAL
JÄNNER 2005
26.1. DAVOS (CH): Alternative Event "The Public Eye on Davos" on the WEF.
"Public Eye Awards" in the categories human rights, environment, labour law
and taxes. Given to WEF corporate members and other companies which have
excelled in socially and environmentally irresponsible behaviour.
(Coordinator: Matthias Herfeldt, Berne Declaration, www.evb.ch)
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Zusammengestellt von:
Matthias Reichl
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
Wolfgangerstr.26
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e-mail: mareichl@ping.at
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From mareichl@ping.at Thu Dec 23 11:32:19 2004
From: mareichl@ping.at (Matthias Reichl)
Date: Thu, 23 Dec 2004 12:32:19 +0100
Subject: [E-rundbrief] Info 187 - Leo Gabriel: Verteidigung der Menschheit in
Lateinamerika
Message-ID: <6.0.1.1.0.20041223121938.025b1d70@mbox.tiscali-business.at>
E-Rundbrief - Info 187 - Leo Gabriel: Von der nationalen Defensive zur
globalen Offensive. Strategien für ein "Netz der Netze" in Lateinamerika.
Konferenz linker Intellektueller und PolitikerInnen "Zur Verteidigung der
Menschheit", Anfang Dezember 2004 in Venezuela.
Bad Ischl, 23.12.2004
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit
www.begegnungszentrum.at
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Von der nationalen Defensive zur globalen Offensive
Strategien für ein "Netz der Netze" in Lateinamerika
Leo Gabriel
Um nicht weniger als die "Verteidigung der Menschheit" ging es Anfang
Dezember in einer prominent besetzten Konferenz, zu der auf Einladung der
venezolanischen Regierung 350 linke Intellektuelle und PolitikerInnen nach
Caracas gekommen waren. Unter den TeilnehmerInnen befand sich auch Leo
Gabriel, der den folgenden Bericht geschrieben hat:
Wer die Geschichte der letzten 30 Jahre in Lateinamerika ebenso so hautnah
mitverfolgen konnte wie der Schreiber dieser Zeilen, glaubte zu träumen: Wer
Ernesto Cardenal schon nicht beim Frühstück begegnete, sah ihn spätestens
beim Mittagessen wie immer in großer Distanz von Daniel Ortega, der bei
den Plenarversammlungen meist mit versteinerter Mine da saß, als würde ihn
das geschäftige Treiben überhaupt nichts angehen. Und noch während sich die
Nebenräume des Caracas Hilton, in denen die zehn Arbeitsgruppen tagten,
füllten, gab Pablo Milanes die ersten Autogramme und Pablo Gonzales
Casanova, der 1968 Rektor der mexikanischen Nationaluniversität gewesen war,
dem venezuelanischen Fernsehen seine ersten Interviews.
Aber nicht nur aus ganz Lateinamerika waren Intellektuelle und
KünstlerInnen, Politiker und AktivistInnen angereist: In einer Ecke
unterhielt sich der pakistanische Journalist Tarek Alí mit dem ehemaligen
tunesischen Staatspräsidenten Ahmed Ben Bella, während Ignacio Ramonet und
sein Kollege von Le Monde Diplomatique Bernard Cassem die Köpfe
zusammensteckten. "Solange wir die Codes unserer Vergangenheit nicht
entziffern, werden wir auch die Codes unserer Zukunft nicht entdecken",
sagte Hugo Chávez bei der Vorstellung von Gästen wie Alfonso Bauer Paíz, dem
alten Guerillakämpfer aus Guatemala, der sich kurz zuvor bitter über die
Korruption in den Reihen der URNG beschwert hatte.
Und zu Teotonio dos Santos, einem der Mitbegründer der Dependenztheorie,
gewandt, sagte der Gastgeber: "Wir müssen Konzepte wie die Dependenztheorie
ebenso wieder aufnehmen wie die des Sozialismus, dessen Irrtümer wir ebenso
korrigieren müssen wie die des Christentums. Denn das Wichtige ist nicht,
Christ zu sein, sondern christlich zu leben, das Wichtige ist nicht,
Sozialist zu sein, sondern im Sinne der sozialen Gerechtigkeit zu handeln".
Antiimperialistische Strategien
Wozu aber die ganze Geschichte? Warum trafen sich die 350 auf Grund ihrer
politischen Einstellung, nicht aber ihrer Organisationszugehörigkeit
erlesenen Gäste aus aller Welt ausgerechnet in Venezuelas Hauptstadt, um
vier Tage lang in zehn Arbeitskreisen ihre Analysen der gegenwärtigen
politischen Situation auszutauschen, Arbeitsprojekte zu entwickeln und
Strategien zu entwerfen?
Zumindest eine Antwort auf diese Frage konnte man bereits dem Titel dieser
außergewöhnlichen Veranstaltung entnehmen: "En Defensa de la Humanidad" (Zur
Verteidigung der Menschheit). "Wir leben in einer Zeit, in der die Charta
der Vereinten Nationen nicht respektiert wird und in der Prinzipien wie das
der Nicht-Intervention in die inneren Angelegenheiten der Staaten, ja das
Konzept der nationalen Souveränität selbst abgeschafft sind", steht gleich zu
Beginn des "Llamamiento de Caracas", der gemeinsamen Schlusserklärung dieses
groß angelegten Events: "Heute ist es also notwendiger denn je, die
Solidarität mit Venezuela, Kuba und allen anderen causas populares auf
diesem Kontinent zu mobilisieren".
Aber es ging nicht nur darum, angesichts der imperialen Präventionskriege,
der massiven Menschen- und Völkerrechtsverletzungen und der erst kürzlich
erfolgten Ankündigung des US-Präsidenten George W. Bush, noch in seiner
Amtszeit "die elf Millionen Gefangenen auf Kuba zu befreien", die
Intellektuellen und Künstler auf der ganzen Welt für die Verteidigung Kubas
und Venezuelas vor einem möglicherweise bevorstehenden Angriffskrieg auf die
Region zu mobilisieren. Es ging dem Gastgeber Hugo Chávez Frías vor allem
darum, eine internationale Organisation, ein so genanntes und auf der
Konferenz immer wieder beschworenes "Netzwerk der Netzwerke" aufzubauen, um
wie es Chávez formulierte "von der Verteidigung zum Angriff
überzugehen". Denn wie er sagte "es gibt heute keine Lösungen der
nationalen Probleme im nationalen Rahmen mehr, sondern nur mehr Lösungen im
globalen Rahmen".
Vorreiterrolle Venezuelas im linksgerichteten Regierungskonzert
Dass Venezuela beim Aufbau einer solchen, prinzipiell weltweit gedachten,
zunächst aber einmal auf Lateinamerika und den karibischen Raum
konzentrierten Organisation ein besonderer Stellenwert zukommt, war und ist
offensichtlich. Im Unterschied zu den anderen linksgerichteten Regierungen
in Brasilien, Argentinien und Uruguay hat Hugo Chávez in Venezuela nicht nur
mehrfach Wahlen gewonnen, sondern verfügt seit der Übernahme des staatlichen
Erdölkonzerns PEDEVESA durch die Regierung Chávez anders als Kuba auch über
erhebliche wirtschaftliche Ressourcen und nicht zuletzt auch über eine
charismatische Führerpersönlichkeit, die durchaus in der Lage ist, in einem
Integrationsprozess nach dem Vorbild von Simón Bolívar und José Martí eine
führende Rolle zu spielen.
Wie rasch dieser Integrationsprozess gleichzeitig von oben und von unten
voranschreiten wird, ist eine offene Frage. Das internationale Treffen "En
Defensa de la Humanidad" hat dazu einige Projekte entwickelt. Das vielleicht
bedeutendste ist die Schaffung eines kontinentalen Fernsehkanals namens
TV-Sur nach dem Vorbild von Al Jazira, der die politische und kulturelle
Wirklichkeit Lateinamerikas und der Karibik in aller Welt verbreiten soll
ein ebenso ehrgeiziges wie riskantes Unterfangen, bis zu dessen Gelingen
noch viel Wasser über den Rio de la Plata fließen wird.
(Aus: "Lateinamerika anders")
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Matthias Reichl
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